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Mal wieder Service-Erlebnis der dritten Art

Themenstarteram 16. April 2005 um 1:28

Bevor ich es wieder vergessen habe (bin einfach zu wenig nachtragend) möchte ich Euch doch gerne noch von meinem heutigen Erlebnis bei der lokalen "Saab-Schmiede" berichten.

Ich hatte vor Ostern meine (über dieses Forum) gebraucht gekauften 18" Hirsch Räder vom Saab Zentrum montieren lassen (hatte bei der Gelegenheit dort auch neue Reifen gekauft). Dabei hatte ich den Auftrag gegeben, ggf. Freigängigkeit der Rad-Reifen-Kombination herzustellen und dann das Fahrzeug beim TÜV vorzuführen. Letzteres klappte nicht ganz, da die nette Dame vom Saab-Zentrum leider nicht in der Lage war, dem Prüfingenieur zu erklären, warum mein Auto mit 215 kW eingetragen ist, eine Zahl, die das Felgengutachten nicht vorsieht (da es keinen Serien-9-3 dieser Leistung gibt).

Da ich heute zur Nordschleife fuhr, wollte ich vorher für hundertprozentige Legalität sorgen (der Teufel ist bekanntlich ein Eichhörnchen - im Falle eines Kaskofalles wäre die Deckung bestimmt wg. nicht eingetragener Felgen verweigert worden). Ich fuhr also zum TÜV, legte die Fakten dar. Der Ingenieur war soweit meiner Meinung und besichtigte das Fahrzeug ausführlich (Gott sei Dank). Dabei fiel ihm auf, dass bei vollem Lenkeinschlag im linken Radkasten zwei Schrauben, die die Radkasteninnenverkleidung halten, dem Rad gefährlich nah kamen. Peanuts, die Eintragung bekam ich unter der Auflage, die Schrauben gleich kürzen zu lassen. Der nette TÜV-Mann rief sogar für mich beim Saab-Zentrum an.

Ich fuhr beim Saab-Zentrum vorbei, kurz vor 12 Uhr. Ich wurde gebeten, um 13 Uhr wiederzukommen (Mittagspause). Soweit so gut. Punkt 13 Uhr war ich wieder da. Das Auto wurde auch recht rasch in die Halle gefahren. Neben der Hebebühne durfte ich erstmal (kommentarlos) 20min warten. Auch noch o.k. Dann kam der Meister (!) mit Opel-Anstecker und versuchte, den Wagen auf die Bühne zu fahren. Das bekam er wg Tieferlegung nicht hin. Auch vor dem nächsten Bühnentyp kapitulierte er. Dann fragte er mich, ob ich den Wagen 2 Stunden (!) dalassen könnte.

Ich: "Dann mache ich es lieber selbst, Rangierwagenheber drunter, Rad ab, Plastikmutter abschrauben, mit der Black& Decker Schrauben kürzen, Muttern kürzen, Rad wieder drauf, fertig."

Meister: "Dann halt Black& Decker". Fuhr das Auto aus der Halle und lies mich einfach stehen. Ich lief hinterher.

Meister: "Scheisse. Für sowas sind wir nicht ausgestattet. Wir sind doch keine Tuner. Immer diese Schneller-Breiter-Tiefer-Autos. Es geht doch nichts über ein normales Auto, einfach einsteigen, fahren, fertig."

Ich (mit Seitenblick auf einen dort stehenden Daewoo): "Sie haben völlig recht. Wir sollten alle Daewoo Nubira fahren. Dann bräuchte man auch keine Saab Händler mehr."

15 Minuten später war ich bei mir zu Hause, hatte innerhalb von einer Minute das Vorderrad mit dem Luxus-Wagenheber aufgebockt und entfernt. Weitere 3 Minuten später hatte ich die Plastikmuttern abgeschraubt und mit der Elektro-Stichsäge die Schrauben um je 5mm gekürzt. Dann am Schraubstock die Muttern um 5mm gekürzt, wieder draufgeschraubt, Rad wieder drauf, Wagen abgelassen, mit dem Drehmomentschlüssel (110 Nm) angezogen, fertig. Die ganze Operation hat 20min gedauert, und damit war die Saab-Schmiede überfordert. Na Mahlzeit.

Mit leichter Verspätung kam ich dann zur Nordschleife, und ich muss sagen, die Kombination aus den 18" Yokohamas auf Hirschfelgen und dem Steering Rack Brace Kit hat dazu geführt, dass das Fahrzeug jetzt genauso ist, wie es sein soll. Ich bin total zufrieden. Auch mein Co-Pilot war begeistert.

Gute Nacht,

Philip

P.S: Man darf nicht vergessen, dass besagtes Saab-Zentrum auch Hirsch-Händler ist und sowohl "meine" 18" Felgen als auch Tieferlegungsfedern, ECU-Upgrades, etc. zum Kauf anbietet!

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24 Antworten
am 16. April 2005 um 2:03

ich vermute mal, dass die auf solche kleinigkeiten aufgrund des geringen ertrages gar nicht erst gut zu sprechen sind.

ansonsten kompliment - selbst ist der mann :D

dass der prüfer die räder zuvor aufgrund der geänderten leistung nicht eingetragen hat, ist aber irgendwie schwach. einzelabnahmen sind doch immer drin, wenn überhaupt schonmal ein gutachten vorliegt (dem ja radlast, freigegebene reifen etc. entnommen werden können).

laut hirsch soll es ja vom reifenfabrikat abhängig sein, ob man nacharbeiten muss oder nicht. für mich ein grund mehr, statt der serienmäßigen ET41 auf ET35 zu gehen.

irmscher bietet für den 9-3 übrigens bis 8,5x20" an. damit dürfte der prüfer dann wohl völlig überfordert sein :rolleyes:

was kann man sich unter dem "steering rack brace kit" vorstellen? bin hieraus nicht ganz schlau geworden: http://www.lehigh.edu/~cak7/Upgrades/SS/MPBrace.html

Zitat:

Original geschrieben von hertzkasper

ich vermute mal, dass die auf solche kleinigkeiten aufgrund des geringen ertrages gar nicht erst gut zu sprechen sind.

ansonsten kompliment - selbst ist der mann :D

was kann man sich unter dem "steering rack brace kit" vorstellen? bin hieraus nicht ganz schlau geworden: http://www.lehigh.edu/~cak7/Upgrades/SS/MPBrace.html

Ich grüsse Dich!:)

Auf dem Foto siehst Du einen Motorraum eines 9³-I.

Das Lenkgetriebe ist original mit 2 Laschen an die Stirnwand geschraubt, als Dämpfung gibt´s 2 Gummischalen.

Diese Gummis wurden weg gelassen, verstärkte Laschen zur Befestigung des Lenkgetriebes eingebaut und eine zusätzliche Strebe zur Versteifung.

Hintergrund ist, daß bei extremen Kurvenfahrten das Lenkgetriebe in Bewegung gerät, die Stirnwand leicht nachgibt, dadurch ein schlechtes Lenkverhalten...:(

Durch den Einbau dieses Kits wird die Lenkung absolut festgesetzt, das Lenkverhalten ist direkter.

Dein 9³-Sport hat eine andere Lenkung mit einer anderen Befestigung, falls Du über einen Einbau nachgedacht haben solltest.......

am 16. April 2005 um 21:08

Zitat:

Original geschrieben von der41kater

Hintergrund ist, daß bei extremen Kurvenfahrten das Lenkgetriebe in Bewegung gerät, die Stirnwand leicht nachgibt, dadurch ein schlechtes Lenkverhalten...:(

naja, so lange beim lenken nicht das handschuhfach durch die verzogene spritzwand aufspringt :D

hab (noch) nicht über den einbau nachgedacht. in der gegenwärtigen standardtiefe/bereifung kann man ohnehin noch keine treffenden aussagen bezüglich der lenkung machen.

mein eindruck: schön direkt, aber zu nervös um die mittellage.

aber wie du schriebst spielt das beim 9-3 II ja ohnehin keine rolle.

....und einmal mehr ein dickes dankeschön für diese klasse beschreibung ;)

Mal wieder Service vom Feinsten...

 

@PhilipHS

Ich grüsse Dich!:)

Deine Ausführungen lassen meine Meinung bezüglich "Saapel-Schmieden" nicht besser werden.:(

Aber eine Frage hätte ich doch noch gestellt!

Wie sind die Räder denn an Dein Auto gekommen???

Ist Dein Auto in den nächsten Reifenhandel verbracht worden, weil keine Bühne passend war?

Oder wurde das Fahrzeug nur mit Wagenheber angebockt???

Sicherlich ist der Viggen nicht auf jeder Hebebühne aufzubocken...die tiefgezogenen Seitenschweller sind da ziemlich hinderlich...:(

Aber eine Saab-Werkstatt ohne passende Bühne für Saab-Fahrzeuge...nenne ich nur arm...

Wir sollten mal auf einem der nächsten Treffen das beste Werstatterlebnis prämieren und der "Gewinner"-Werkstatt die goldene Möhre zukommen lassen.

Anfangs haben die Kollegen mich in der Firma ausgelacht weil ich jeden Furz am Wagen selber mache. Mittlerweile hat jeder so seine Erfahrung mit den Händlern der Mitbewerber. Jetzt ist Neid angesagt.

Muss man als Kunde alles selber in die Hand nehmen oder/und alle ausgeführten Arbeiten kontrollieren? Zu meinem Entsetzen werde ich jedesmal fündig.

Ich habe den Beruf gelernt und ich weiss welche Knalltüten die Lehre machen. Ich muss mich natürlich bedeckt halten. Dies liegt Jahre zurück, mir fehlt die Praxiserfahrung und es hat sich mittlerweile viel getan.

 

Gruss

Oliver

Knalltüten.....

 

Zitat:

Original geschrieben von 93tid

Ich habe den Beruf gelernt und ich weiss welche Knalltüten die Lehre machen. Ich muss mich natürlich bedeckt halten. Dies liegt Jahre zurück, mir fehlt die Praxiserfahrung und es hat sich mittlerweile viel getan.

 

Gruss

Oliver

Hallo Oli, alte Knalltüte!:)

Du hast ´ne Autoschlosserlehre absolviert, wvn ebenfalls, der Kater sowieso, Duckhunter war auch mal dabei, Mechanik schlüsselt auch heute noch...

Sind schon 5 Knalltüten!!!

Dann können wir auch ´n Club aufmachen!:D

Das war doch mal ein schönes Eigentor...:)

Der Knalltüten-Kater ist trotzdem nicht beleidigt...:)

Ich entschuldige mich bei allen anderen Knalltüten und bei mir selbst :D

Ich habe bei mir damals wirklich Leuchten des Faches in der Berufsschule gehabt. Die waren noch nicht mal in der Lage an der Abschlussprüfung so leichte Aufgaben wie Dreisatz (für die Bayern: Dreisprung) zu lösen. Beispiel: Mischungsverhältnis Kühlflüssigkeit zu Wasser im Kühlkreislauf. Mischungsverhältnis und Wassermenge gegeben. Wieviel Kühlflüssigkeit wird benötigt? Öhhhh???

Oder anderes Beispiel: Getriebezeichnung im Schnitt. Man sollte die maximale Füllmenge einzeichnen. Öhh?? (Zur Lösung: Die Kontrollschraube war eingezeichnet und dadurch die Füllmenge klar).

Solche Kerlis können einem begegnen. Müssen Probleme lokalisieren, beheben, an der Elektrik herumbasteln und auch ein wenig abstrahiert denken können. Ich kenne aber genügend fähige Mechaniker. Ein paar sind hier im Forum unterwegs und ein anderer arbeitet heute bei einem grossen privaten Prüfinstitut und führt nebenher Werkstättentests für die Hersteller/Importeure durch. Unglaublich was der schon alles erlebt hat.

Es gibt aber auch ehemalige Mitstudenten bei denen ich auch nicht das vollste Vertrauen in deren Konstruktionen hätte :D

Gruss von der Oberknalltüte

@alle "Knalltüten"

Hallo alle zusammen!

Bin auch eine Knalltüte! :)

Aber schon 15 Jahre 'raus aus der Branche, da war vieles noch anders.

Außerdem mehr Ostfabrikate repariert, aber das war teilweise noch "Urtechnik", und bei der damaligen Ersatzteilversorgung Erfindungsreichtum angesagt! :D

Bin froh, jetzt mich damit nicht mehr 'rumquälen zu müssen, bei der heutigen Stimmung der Kunden macht das oft bestimmt keinen Spass mehr!?

Damals wurde man als Autospezialist noch verhätschelt, heute ....

War damals für mich mit ein Grund aufzuhören.

Obwohl, einfach ist wohl nichts mehr .... ;)

Grüße vom

Dünenhocker

Ich glaube das Niveau der KFZler Berufsschulklassen ist wohl kaum zu unterbieten - ich habe mir das nur zur Hälfte "angetan" und wurde für den Rest freigestellt.

Was die Qualität der Ausbildung betrifft, so hatten die Lehrlinge von Toyota immer den allerbesten Ruf (waren ständig auf Fortbildung).

Das Toyota Autohaus bei mir um die Ecke verkauft allerdings inzwischen auch ca. 4000 Neuwagen und 2000 Gebrauchtwagen im Jahr - woher das wohl kommt .... ;)

Hmm.

Also unser Kater wird von seinem Chef und den Kunden sicherlich gehegt und gepflegt. ;)

Ich kenne noch einen Meisterschrauber in Frankfurt, der sicherlich nicht nur bei seinen Kollegen geschätzt ist.

Aber im Ernst. Der Kunde erwartet eine gewisse Leistung. Wird diese nicht erbracht, dann reklamiert man schön brav. Trifft man auf Unverständnis oder Arroganz dann wird man als Kunde direkter.

Bei guter Leistung bekommt der Mechaniker auch ein Trinkgeld. Als kleines Danke und Ansporn nächstes Mal wieder Top Leistung zu bringen.

Gruss

Oliver

Zitat:

Original geschrieben von 93tid

Aber im Ernst. Der Kunde erwartet eine gewisse Leistung. Wird diese nicht erbracht, dann reklamiert man schön brav. Trifft man auf Unverständnis oder Arroganz dann wird man als Kunde direkter.

Bei guter Leistung bekommt der Mechaniker auch ein Trinkgeld. Als kleines Danke und Ansporn nächstes Mal wieder Top Leistung zu bringen.

Gruss

Oliver

Grüß dich, Oliver!

Das im ersten Absatz Gesagte sehe ich genauso, und verhalte mich auch jetzt als Kunde so, damals auf der anderen Seite habe ich das ebenfalls akzeptiert.

Dafür gab's dann das im 2.Absatz Erwähnte. :)

Aber nach der Wende änderte sich schlagartig bei uns das Verhalten der Kunden, sie verlangten über Nacht auf unserer Seite das volle Programm der plötzlich völlig neuen Technik zu niedrigsten Konditionen. Mit diesem Denkverhalten wollte ich mich dann nicht weiter auseinander setzen.

Grüße vom

Dünenhocker

Zitat:

Original geschrieben von wvn

Ich glaube das Niveau der KFZler Berufsschulklassen ist wohl kaum zu unterbieten - ich habe mir das nur zur Hälfte "angetan" und wurde für den Rest freigestellt.

@wvn

Eine KFZ-Mechatroniker-Ausbildung ohne mindestens einem guten Realschulabschluss oder sehr gutem Abschluss der Hauptschule...ist von vornherein zum Scheitern verurteilt!

Die Anforderungen haben sich in den letzten 10 Jahren derartig gewandelt, daß normale Hauptschüler die Gesellenprüfung kaum packen!!!

Trotz Verlängerung der Ausbildungszeit von 3 Jahren auf 3 1/2 Jahre, mit 2 Berufsschultagen im 1., 3. und 4. Lehrjahr...:)

Die Thematik hat sich von der Mechanik zur Elektronik hin gewandelt, daher gehört jetzt Informatik zum Schulungs-Umfang...ist auch richtig, da die meisten Werkstattaufenthalte auf das Konto der Elektrik-Elektronik gehen...

Und da sind die Kameraden absolut überfordert!

Brauchen Nachhilfe im eigentlichem Lehrbetrieb!

Und diese Hilfe wird leider meistens nicht erbracht..:(

Weil der Meister entweder keine Zeit, oder keine Lust hat...

Übrigens:

Das Niveau der Gas- und Wasser-Installateure ist noch niedriger!

Daran sollte man denken, wenn mal die Heizung ausfällt oder die Toilettenspülung durchläuft...:D

Da ist "Do it yourself!" schon fast besser wie vom Fachmann!:D

Zitat:

Original geschrieben von 93tid

Hmm.

..............

Bei guter Leistung bekommt der Mechaniker auch ein Trinkgeld. Als kleines Danke und Ansporn nächstes Mal wieder Top Leistung zu bringen.

Gruss

Oliver

Hallo Oliver

Wer gibt denn noch Trinkgeld?

Du, ich und wer noch?

Letzte Woche nach der Wartung habe ich meinem Schrauber ein Trinkgeld in die Hand gedrückt, der Typ ist so um die Vierzig, Überraschung pur, der schaute mich an, als hätte ich ihm ein unsittliches Angebot gemacht. (hat nicht an der Höhe des Trinkgeldes gelegen:D)

Bei meinem SAAB Schrauber arbeitet sogar ne Mechanikerin.

Gruss

Luxi

Zitat:

Original geschrieben von Luxi

Wer gibt denn noch Trinkgeld?

Du, ich und wer noch?

Hallo, ich auch!

Habe früher oft etwas bekommen, und auch bei meiner heutigen Arbeit gibt's mitunter freiwillig mehr von zufriedenen Kunden.

Deswegen handhabe ich das auch so.

Obwohl manchmal schon eigenartig: Erst feilscht man an der Theke um jeden Euro, und dann gibt man freiwillig was drauf! :)

Wichtig ist dabei aber immer, dass es der bekommt, der es auch verdient, nicht dass es auf dem Weg dorthin in irgendwelchen großen Töpfen verschwindet.

Dünenhocker

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