Lagebericht XC60 DrivE nach 14000 km

Volvo XC60 D

Ich möchte Euch jetzt einmal ein Feedback zu unseren Erfahrungen mit dem Volvo XC60 DrivE geben. Vielleicht sind ja solche Feedbacks auch für die Entwicklungsabteilungen von Volvo ganz nützlich.

Wir sind inzwischen fast 14000 km mit dem XC60 gefahren; Stadt, Autobahn und Landstraße gemischt.

Gefahren wird das Auto von mir, meiner Frau und meiner Tochter, die gerade erst den FS gemacht hat. Übrigens sind die Versicherungsbeiträge für Fahrer im Alter meiner Tochter von Versicherer zu Versicherer enorm unterschiedlich. Während die asstel für Haftpflicht ( 37%) und Vollkasko ( 39%) einen Jahresbeitrag von über 1500.- € verlangt hat, gibt sich die Sparkassenversicherung für gleiche Leistungen mit 674,39 € zufrieden!

Da ein Teil unserer Motivation einen DrivE zu kaufen, darin bestand, daß der Verbrauch so niedrig ist, haben wir uns am Anfang mit einer defensiven Fahrweise überboten, um den Verbrauch zu minimieren. Man kommt auf diese Weise ohne Probleme auf durchschnittlich 6,3 Liter/100 km. Inzwischen fahre zumindest ich schon wieder etwas zügiger und der Durchschnitt pendelt sich bei 7,5 l/100km ein, was immer noch sehr wenig ist für so ein großes Auto.

Der Nachteil des DrivE gegenüber dem 4WD ist natürlich der fehlende Allradantrieb, was wir aber in Kauf nahmen, da wir nicht in einer Schnee- und Gebirgsgegend leben. Nun hat uns dieser Winter fast vom Gegenteil überzeugt :-) und es gab die ein oder andere Situation, wo man sich mit dem 4WD noch sicherer gefühlt hätte. Beispielsweise rutschten die Vorderräder beim Versuch, der Spurrille auf die 10 cm hohe Eiskante zu entkommen, durch. Hätten die Hinterräder jetzt gegriffen, wäre das kein Problem gewesen.

Dennoch haben wir alle mit diesem großen, schweren Auto, das satt mit seinen breiten Winterreifen auf der Straße liegt, ein sehr sicheres Gefühl. Wir fahren ja alle auch immer noch einen alten Toyota und einen Mazda, die sehr viel unsicherer zuwege sind. Auch das ABS und ASR haben wir andeutungsweise schon in ihrer Wirkung spüren können.

Die Wintertauglichkeit der Windschutzscheibenlüftung ist gut durchdacht und funktioniert, die Seitenscheiben werden schnell freigeblasen. Die Wirkung der Heizung selbst ist aber sehr dezent, egal, ob mit oder ohne Klimaanlage. Im Gegensatz zu unseren anderen Autos, die ordentlich heiße Luft ins Innere blasen, spürt man hier keinen "heißen Wind" und hat das Gefühl, es dürfte etwas schneller warm werden.

Leider versagt das Radarsystem sehr schnell bei auch nur leichtem Schneefall, da der Sensor schnell mit Schnee bedeckt ist. Hier wäre eine bessere Konstruktion bzw, ein Umlenken eines Teils der warmen Motorluft auf den Sensor vielleicht möglich.

Ein weiteres Manko ist die Konstruktion der Türdichtungsgummis. Die hinteren Wagentüren waren teilweise kaum zu öffnen, weil gefrorenes Wasser an der Oberkante des Türrahmens die Dichtungen mit dem Rahmen verklebt hatte, als dort eingedrungenes Regenwasser gefroren ist.

Die City-Safety habe ich bis jetzt noch nicht testen können (müssen), aber meine Tochter hat neulich Bekanntschaft mit dem Bremsassistenten machen müssen (entsprechende Meldung erschien danach auf dem Display): In einer Kurve erschien dem Radar die Situation fälschlicherweise wohl gefährlich, sodaß er ein starkes Bremsmanöver einleitete. Das hätte bei dicht folgenden Fahrzeugen Probleme bereiten können. Mir selbst ist auch schon einige Mal aufgefallen, daß der Radar in Kurvensituationen manchmal mit den roten Warnleuchten und einem Signal reagiert, aber nicht selbständig bremst. Hier hat er das wohl getan.
Trotzdem schätze ich die Sicherheit, die mir das System bietet, als wichtiger ein und möchte es nicht missen.
Das Tempomat-Abstandwarnsystem ist nach wie vor ein super Feature, das ich nicht missen möchte.

Ein paar Wünsche an Volvo haben sich im Laufe des Gebrauchs auch schon ergeben:

* Der Fußraum des Beifahrers ist ganz vorne, bei weit ausgestreckten Füßen sehr scharfkantig, das müßte nicht sein.
* Links neben der Sitzfläche des Beifahrers zwischen Sitz und Mittelkonsole geht es sehr tief runter - was da reinfällt, ist schwierig rauszubekommen und die Reinigung mit dem Staubsauger kaum durchführbar.
* Das grüne Licht im Bereich der Getränkehalter der Mittelkonsole ist dort eigentlich überflüssig - wichtiger wäre es dahinter, damit man den USB-Anschluß findet.
* Verglichen mit den bisherigen Sitzbezügen in anderen Autos scheinen mir die gewählten Sitzbezüge im Volvo schmutzanfälliger.
* Opel hat in einem vergleichbar großen Auto einen Notsitz hinter den Rücksitzen mit wenigen Handgriffen optional einrichtbar. Ein gute Lösung.
* Die akustische Warnung für fehlenden Sicherheitsgurt sollte abschaltbar sein - oder dezenter.
* Der Heckscheibenwischer geht beim Zurückfahren automatisch an, das kann ein Problem sein, wenn man ihn bei Eiswetter vorher nicht gängig gemacht hat oder die Scheibe noch teilweise von Eis bedeckt ist.
* man sollte im Display den Scheibenwischwasserstand und Ölstand einblenden können. Dann könnte man rechtzeitig vorsorgen.
* Während des Fahrens kann man den Motor nicht abschalten. Sicher vernünftig, aber 2 Dinge gehen dann nicht mehr: 1. Vor einer roten Ampel abschalten und ausrollen lassen und 2. eine Notabschaltung, wenn sich z.B. ein Pedal verklemmt hat, wie man aus einigen Berichten von Leuten kennt, die so über die Autobahn gerast sind. Wie beim PC könnte ein "Gedrückthalten für 5 Sekunden" doch so ein "Notaus" sein.
* Ich persönlich finde die Federung auch etwas zu hart, ist aber sicher Geschmacksache ...

Dann möchte ich es mal so weit genug sein lassen und freue mich weiterhin über das schöne, zuverlässige Auto.

Tschüß

Michael

Beste Antwort im Thema

Ich möchte Euch jetzt einmal ein Feedback zu unseren Erfahrungen mit dem Volvo XC60 DrivE geben. Vielleicht sind ja solche Feedbacks auch für die Entwicklungsabteilungen von Volvo ganz nützlich.

Wir sind inzwischen fast 14000 km mit dem XC60 gefahren; Stadt, Autobahn und Landstraße gemischt.

Gefahren wird das Auto von mir, meiner Frau und meiner Tochter, die gerade erst den FS gemacht hat. Übrigens sind die Versicherungsbeiträge für Fahrer im Alter meiner Tochter von Versicherer zu Versicherer enorm unterschiedlich. Während die asstel für Haftpflicht ( 37%) und Vollkasko ( 39%) einen Jahresbeitrag von über 1500.- € verlangt hat, gibt sich die Sparkassenversicherung für gleiche Leistungen mit 674,39 € zufrieden!

Da ein Teil unserer Motivation einen DrivE zu kaufen, darin bestand, daß der Verbrauch so niedrig ist, haben wir uns am Anfang mit einer defensiven Fahrweise überboten, um den Verbrauch zu minimieren. Man kommt auf diese Weise ohne Probleme auf durchschnittlich 6,3 Liter/100 km. Inzwischen fahre zumindest ich schon wieder etwas zügiger und der Durchschnitt pendelt sich bei 7,5 l/100km ein, was immer noch sehr wenig ist für so ein großes Auto.

Der Nachteil des DrivE gegenüber dem 4WD ist natürlich der fehlende Allradantrieb, was wir aber in Kauf nahmen, da wir nicht in einer Schnee- und Gebirgsgegend leben. Nun hat uns dieser Winter fast vom Gegenteil überzeugt :-) und es gab die ein oder andere Situation, wo man sich mit dem 4WD noch sicherer gefühlt hätte. Beispielsweise rutschten die Vorderräder beim Versuch, der Spurrille auf die 10 cm hohe Eiskante zu entkommen, durch. Hätten die Hinterräder jetzt gegriffen, wäre das kein Problem gewesen.

Dennoch haben wir alle mit diesem großen, schweren Auto, das satt mit seinen breiten Winterreifen auf der Straße liegt, ein sehr sicheres Gefühl. Wir fahren ja alle auch immer noch einen alten Toyota und einen Mazda, die sehr viel unsicherer zuwege sind. Auch das ABS und ASR haben wir andeutungsweise schon in ihrer Wirkung spüren können.

Die Wintertauglichkeit der Windschutzscheibenlüftung ist gut durchdacht und funktioniert, die Seitenscheiben werden schnell freigeblasen. Die Wirkung der Heizung selbst ist aber sehr dezent, egal, ob mit oder ohne Klimaanlage. Im Gegensatz zu unseren anderen Autos, die ordentlich heiße Luft ins Innere blasen, spürt man hier keinen "heißen Wind" und hat das Gefühl, es dürfte etwas schneller warm werden.

Leider versagt das Radarsystem sehr schnell bei auch nur leichtem Schneefall, da der Sensor schnell mit Schnee bedeckt ist. Hier wäre eine bessere Konstruktion bzw, ein Umlenken eines Teils der warmen Motorluft auf den Sensor vielleicht möglich.

Ein weiteres Manko ist die Konstruktion der Türdichtungsgummis. Die hinteren Wagentüren waren teilweise kaum zu öffnen, weil gefrorenes Wasser an der Oberkante des Türrahmens die Dichtungen mit dem Rahmen verklebt hatte, als dort eingedrungenes Regenwasser gefroren ist.

Die City-Safety habe ich bis jetzt noch nicht testen können (müssen), aber meine Tochter hat neulich Bekanntschaft mit dem Bremsassistenten machen müssen (entsprechende Meldung erschien danach auf dem Display): In einer Kurve erschien dem Radar die Situation fälschlicherweise wohl gefährlich, sodaß er ein starkes Bremsmanöver einleitete. Das hätte bei dicht folgenden Fahrzeugen Probleme bereiten können. Mir selbst ist auch schon einige Mal aufgefallen, daß der Radar in Kurvensituationen manchmal mit den roten Warnleuchten und einem Signal reagiert, aber nicht selbständig bremst. Hier hat er das wohl getan.
Trotzdem schätze ich die Sicherheit, die mir das System bietet, als wichtiger ein und möchte es nicht missen.
Das Tempomat-Abstandwarnsystem ist nach wie vor ein super Feature, das ich nicht missen möchte.

Ein paar Wünsche an Volvo haben sich im Laufe des Gebrauchs auch schon ergeben:

* Der Fußraum des Beifahrers ist ganz vorne, bei weit ausgestreckten Füßen sehr scharfkantig, das müßte nicht sein.
* Links neben der Sitzfläche des Beifahrers zwischen Sitz und Mittelkonsole geht es sehr tief runter - was da reinfällt, ist schwierig rauszubekommen und die Reinigung mit dem Staubsauger kaum durchführbar.
* Das grüne Licht im Bereich der Getränkehalter der Mittelkonsole ist dort eigentlich überflüssig - wichtiger wäre es dahinter, damit man den USB-Anschluß findet.
* Verglichen mit den bisherigen Sitzbezügen in anderen Autos scheinen mir die gewählten Sitzbezüge im Volvo schmutzanfälliger.
* Opel hat in einem vergleichbar großen Auto einen Notsitz hinter den Rücksitzen mit wenigen Handgriffen optional einrichtbar. Ein gute Lösung.
* Die akustische Warnung für fehlenden Sicherheitsgurt sollte abschaltbar sein - oder dezenter.
* Der Heckscheibenwischer geht beim Zurückfahren automatisch an, das kann ein Problem sein, wenn man ihn bei Eiswetter vorher nicht gängig gemacht hat oder die Scheibe noch teilweise von Eis bedeckt ist.
* man sollte im Display den Scheibenwischwasserstand und Ölstand einblenden können. Dann könnte man rechtzeitig vorsorgen.
* Während des Fahrens kann man den Motor nicht abschalten. Sicher vernünftig, aber 2 Dinge gehen dann nicht mehr: 1. Vor einer roten Ampel abschalten und ausrollen lassen und 2. eine Notabschaltung, wenn sich z.B. ein Pedal verklemmt hat, wie man aus einigen Berichten von Leuten kennt, die so über die Autobahn gerast sind. Wie beim PC könnte ein "Gedrückthalten für 5 Sekunden" doch so ein "Notaus" sein.
* Ich persönlich finde die Federung auch etwas zu hart, ist aber sicher Geschmacksache ...

Dann möchte ich es mal so weit genug sein lassen und freue mich weiterhin über das schöne, zuverlässige Auto.

Tschüß

Michael

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Hallo Zuckerrübe,
nach 1200 km in meinem neuen XC 60 FWD mit GT kann ich nur sagen:
Kein Scharren oder Ziehen oder was auch immer an den Vorderrädern, allerdings habe ich die Geartronic. Lediglich auf einem zugeschneiten und vereisten Parkplatz ist die Kontrollleuchte bisher einmal aufgeflackert, ansonsten immer ein souveränes Fahrgefühl. Klar, AWD ist bestimmt sicherer...
Der DRIVe war beim Probefahren deutlich unruhiger, beim Anfahren war Gefühl gefragt. Die GT verzögert halt ein bißchen.
Gruß
Bernd

Antriebseinflüsse im Lenkrad sind nur bei starker, bzw. wirklich schon sehr starker Beschleunigung zu spüren. Bei moderater Fahrweise und ein wenig Gefühl im Gasfuss lässt sich der DRIVe sehr ordentlich bewegen.

Wenn jedoch bei jeder Gelegenheit das volle Drehmoment abgerufen wird, dann ist es natürlich verständlich das man Antriebseinflüsse, speziell bei Kurvenfahrten bzw. beim Herausbeschleunigen aus Kurven merkt.

Kann mich dem Vorredner nur anschließen. Bei normaler Fahrweise habe ich mit dem Drive nie Probleme. Auch im Winter oder bei Nässe hatte ich mit dem Drive keine Probeme. Und Michael hat ja gesagt, dass der Spritverbrauch entscheidend für den Kauf war. Und der ist unbestritten sehr gut.

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