Kühlwasserverlust ohne Leck und ohne ZKD-Symptome

Opel Astra J

Mein Astra (J Sports Tourer von 2013, 1.6 Liter Benziner mit 180 PS, 190'000 km) hat folgende Symptome:

- Ölkühler wurde von der Werkstatt getauscht. Nach einiger Zeit musste ich nochmals etwas Kühlmittel nachfüllen, das ist ja normal nach Arbeiten am Kühlsystem.

- Danach verlor das Auto über ca. 6000 km nochmals rund einen halben Liter Kühlflüssigkeit.

- Zylinderkopfsymptome hat er nicht: Kein Öl im Kühlwasser, kein Kühlwasser im Öl, Öl sieht sauber aus, Ölstand ok.

- Heute, wie in Teufels Küche: Halben Liter Kühlmittel nachgefüllt, zwei Milimeter über das Maximum. Nach ca. 20 Minuten Fahrt rieche ich Kühlmittel. Anhalten, Motorhaube öffnen. Aus dem Ausgleichsbehälter dampft und zischt es wie in Teufels Küche. Habe rund 5-10 Minuten gewartet, bis sich das Schauspiel beruhigt hat. Der Kühlmittelbehälter war danach komplett leer.

- Ich habe nicht den Eindruck, dass es irgendwo ein Leck gibt, da ich nie Tropfen gesehen habe. Es scheint, als würde die Kühlflüssigkeit samt und sonders via das Überdruckventil des Ausgleichsbehälters verdampfen.

Was kann das sonst noch sein?

33 Antworten

Also wurde die Entlüftungsschraube am Kühler nicht geöffnet?
Das heißt es wurde nie richtig entlüftet und von daher deine Schwankungen bezüglich Temperatur und Kühlmittelstand.

@christian_2
Also entlüftet sich das Kühlsystem von ganz alleine, oder wie darf ich das jetzt verstehen?
Habe sonst immer Motor warm laufen lassen, Heizung aufgedreht, gewartet bis der Lüfter angeht, die Schraube am Kühler immer ab und an ein bisschen rausgedreht bis da Kühlmittel rauskam usw.

Überlege mir tatsächlich aus den genannten Gründen mir so ein günstigstes Entlüftungswerkzeug für sowas zu kaufen. Wenn ich das richtig verstanden habe füllen die dann ja das Kühlsystem mit Unterdruck aus einem frischen Kühlmittelkanister auf. Also kann ich mir sowas sparen, weil die Systeme heute sowieso selbstentlüftend sind?

@christian_2

Du bist zwar ein Fahrzeugtechnikingenieur aber kein Schrauber bzw. Automechaniker.
Eine Ausbildung in dieser Richtung hast du wohl nie gemacht, ausser ein Studium?
Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge.

Der erste Schwachpunkt beim Astra J ist der Kühlmittelbehälter und Mikrorisse im Ausgleichbehälter.
Dazu noch der Kühlmittelbehälterdeckel vom Kühlmittelbehälter, der den Druck nicht halten kann.
Thermostat ist ein weiterer Schwachpunkt, bei dem 1.6 Turbo, da Kennfeldgesteuert.
Und auch hier zur Info.
Alle Kühlsysteme arbeiten seit Jahren mit Temperaturen um die 95°C bis 105°C und im KI werden nur 90°C angezeigt. Und das bei allen Herstellern, nur mal als Info.
Also ist eine korrekte Ermittlung der Kühlwassertemperatur nur per OBD Diagnose möglich.

Und bitte nicht LKW mit PKW vergleichen.

Oh, bei Porsche, BMW, Audi, VAG gibt es Fahrzeuge die müssen mit Unterdruck befüllt werden.

Und zwecks Überprüfung ob die ZKD durchgebrannt ist, eignet sich ein CO² besser am Kühlmittelbehälter.
Lass mal einen Motor 20 Minuten im Leerlauf laufen mit geöffnetem Kühlmittelbehälter.
Nicht wundern wenn sich der Motor meldet mit ungesunden Geräuschen.

Zitat:

@BMWE46328 schrieb am 17. März 2024 um 12:19:24 Uhr:


@christian_2
Also entlüftet sich das Kühlsystem von ganz alleine, oder wie darf ich das jetzt verstehen?
Habe sonst immer Motor warm laufen lassen, Heizung aufgedreht, gewartet bis der Lüfter angeht, die Schraube am Kühler immer ab und an ein bisschen rausgedreht bis da Kühlmittel rauskam usw.

Überlege mir tatsächlich aus den genannten Gründen mir so ein günstigstes Entlüftungswerkzeug für sowas zu kaufen. Wenn ich das richtig verstanden habe füllen die dann ja das Kühlsystem mit Unterdruck aus einem frischen Kühlmittelkanister auf. Also kann ich mir sowas sparen, weil die Systeme heute sowieso selbstentlüftend sind?

@BMWE46328

Also bei den Opel Motoren wird folgender Maßen entlüftet.
Kühlmittel einfüllen.
Schraube am Kühler oben öffnen und entlüften.
Reinsetzten, fahren auf Temperatur bringen von min. 95°C und min. 2.500 U/min., damit das Kennfeldgesteuerte Thermostat angesteuert wird.
Nicht im Stand warm laufen lassen.
Dann eventuell die Schraube am Kühler nochmal öffnen und schauen ob noch Luft raus kommt.
Dann abkühlen lassen und den Rest Kühlmittel auffüllen.

Nur zur Info.
Der Wärmetauscher wird immer mit warmen Wasser umspült im Cockpit.
Denn es gibt kein Ventil, das den Wärmetauscher absperrt im Astra J.

Und nein, brauchst kein Gerät zum entlüften mit Unterdruck.

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Zitat:

@hwd63 schrieb am 17. März 2024 um 13:04:01 Uhr:


@christian_2
Alle Kühlsysteme arbeiten seit Jahren mit Temperaturen um die 95°C bis 105°C und im KI werden nur 90°C angezeigt.

Und weil das so furchtbar richtig und "für die kleine Physik" richtig ist stelle ich diesen einen Satz nochmal hervor. ... schränke aber ein das es nicht für alle Autos/motoren gilt 😉

Und zum "geschlossenen System". Damit ist gemeint das das System auf Überdruck, damit auf Anhebung der Siedetemperatur ausgelegt ist. Die meisten Systeme sind damit auf ca. 0,4bar Überdruck gegen über Atmospähre ausgelegt! Also grob 1,4 Atmosphären ± Höhenverschiebung.

Das sind grob 109 bis 110 °C für reines Wasser. Der Vergleich mit dem Schnellkochtopf ist im Prinzip korrekt. ... der Gykolzusatz hebt den Siedepunkt nun nochmal etwas an.

Vielen Dank für die vielen guten Antworten!

Das mit dem Entlüften wusste ich tatsächlich nicht. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Luft sich von alleine langsam aus dem System herausarbeitet und dass es deshalb normal ist, einige 100 Kilometer nach einer Reparatur nochmals etwas Kühlmittel nachzufüllen.

Wobei die Werkstatt das Entlüften schon vorgenommen hat. Aber weiss halt nicht, evtl. kam da irgendwie wieder Luft rein.

Zitat:

@michael3000 schrieb am 15. März 2024 um 18:15:59 Uhr:


Mein Astra (J Sports Tourer von 2013, 1.6 Liter Benziner mit 180 PS, 190'000 km) hat folgende Symptome:

- Ölkühler wurde von der Werkstatt getauscht. Nach einiger Zeit musste ich nochmals etwas Kühlmittel nachfüllen, das ist ja normal nach Arbeiten am Kühlsystem.

- Danach verlor das Auto über ca. 6000 km nochmals rund einen halben Liter Kühlflüssigkeit.

Trat das problem also NUR nach dem tausch ? Wenn ja , einfach wieder hin . Die haben womöglich einen schlauch verletzt .

@christian_2
Dann lass mal den Deckel ne 1/2 Std. offen und schau mal wie dein Motor überhitzt.
Mal abgesehen von der Umweltsauerei die verursacht wird.
Theoretisch scheinste ja "nach deinen Angaben" besser drauf zu sein aber praktisch biste ne eindeutige Niete.

Wie kann man so einen Vorschlag für gut befinden andere zu recht stauchen und sich dann selbst auch noch widersprechen.

Zitat:

@Kodiac2 schrieb am 17. März 2024 um 17:09:52 Uhr:


@christian_2
Dann lass mal den Deckel ne 1/2 Std. offen und schau mal wie dein Motor überhitzt.
Mal abgesehen von der Umweltsauerei die verursacht wird.
Theoretisch scheinste ja "nach deinen Angaben" besser drauf zu sein aber praktisch biste ne eindeutige Niete.

@Kodiac2

Nach einer 1/2 Stunde ist der Motor nur noch Schrott.
Dann wird es den Kolben zu eng im Zylinder wegen Überhitzung.
Schon alles erlebt, fängt mit quietschen an und dann fängt der an sich zu schütteln.
Kein Scherz.

@hwd63
Stimmt, die „Probefahrt“ bzw Warmfahrt gab es auch immer noch. Habe von Deiner Anleitung nun ein Screenshot gemacht, falls ich es beim nächsten Mal wieder vergessen habe 😁
Und ich kann mir das Werkzeug doch sparen, sehr schön.

Hallo

Es kommt ein dünner Schlauch vom Motor zum Ausgleichsbehälter. Da dürfen keine Luftbläschen kommen. Beobachte es beim betriebswarmen Motor. Wenn Blasen kommen ist die ZKD defekt.
Ich tippe auf defekte Zylinderkopfdichtung.
Bei mir überhitzte der Motor nur im 6. Gang bergauf. Überland und Stadt nie.
Beim Planschleifen sah man das der Zylinderkopf sich in U-Form durchgebogen hatte.
Ich konnte auch Abgase im Ausgleichsbehälter wahrnehmen.

Grüße

Was halt seltsam ist: Läuft 5000 km und verbraucht dabei 0.5 Liter Kühlflüssigkeit. Dann fülle ich diesen halben Liter nach und genau in diesem Moment läuft es komplett aus dem Ruder. ZKD wäre doch eher ein schleichender Anstieg des Kühlmittelverbrauchs zu erwarten? Und nicht genau dann, wenn man nachfüllt.

Auch ist Öl und Wasser sauber.

Was läuft da aus dem Ruder?
Im warmen Zustand würd ich kein Wasser nachfüllen und im kalten passiert nichts.
Schleichender Kühlmittelverlust passiert auch wenn der Behälter oberhalb der Wasserlinie undicht ist .
Das kann der Deckel sein aber auch ein gerissener Behälter.
Das trügerische ist ,man sieht keinen Austritt nur rötliche Verfärbung der Rissstelle.

Soeben mit der Werkstatt telefoniert. Es ist die Zylinderkopfdichtung.

Warum sich da Öl und Kühlwasser wirklich gar nicht vermischen, ist mir zwar ein bisschen unklar. Keine Ahnung, ob das jemand erklären kann?

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