Konkrete Erfahrungen mit Dashcam
Hat jemand konkret nach Unfällen die Dashcam-Aufnahme erfolgreich verwendet?
In meinem Fall 2x vorgelegt:
Fall 1: ohne Gericht geklärt, 100% Schadenersatz. Unfall: habe an der roten Ampel gehalten, Unfallgegner fährt auf, behauptet, ich hätte bei Grün abgebremst. Polizei hat sich Video angeschaut, und ein klares Protokoll geschrieben, woraufhin meine Versicherung (Auslandsschaden Versicherung) komplett bezahlt hat.
Fall 2: Unfallgegner bremst mich aus, ich fahre auf. Schaden: nur Material, Auto ist schon beim Verwerter. Der Unfallgegner hat begonnen, mich zu beschuldigen. Da ich ihn auf die Dashcam-Aufnahme hingewiesen habe, konnte er dann vor der Polizei nicht lügen. Die Polizei hat hier auch ein klares Protokoll geschrieben. Der Fall ist noch offen, der Unfallgegner hat den Unfall seiner Versicherung nicht gemeldet, aber ich bin guter Dinge (Anwalt ist dran).
Bisher waren keine Gerichte mit meinen Aufnahmen befasst, nur Polizei, Versicherungen und Anwälte. Bisher keine negativen Folgen für mich.
Beste Antwort im Thema
Ich würde dem Unfallgegner nicht vor dem Eintreffen der Polizei von der Dashcam erzählen. Soll er doch lügen bis sich die Balken biegen. Der Polizei würde ich dann die Aufnahmen zeigen. Dann wissen die mit wem die es zu tun haben.
75 Antworten
Naja, Hauptsache alle sind mehr oder weniger unverletzt ausgestiegen. 🙂
Aber solche Experten sind es halt, die die normalen "+20 Cruiser" und "hin und wieder mal n bisschen mehr" Fahrer mit in Verruf bringen. Aber wegen dieser Klientel werd ich mir keine Dashcam anschaffen. Irgendwie riecht bzw. bemerkt man die richtigen Problemkinder schon lange bevor sie einem zu nahe kommen wenn man so viele km im Jahr runter reißt. Das hat immer gut funktioniert.
Naja, ich hatte schon das Vergnügen, dass ich in der Mittelspur zwischen 2 Fahrzeugkolonnen links und rechts fuhr und links auch überholt wurde, wovon sich einer nach dem Überholvorgang entschloss, eine Lücke in der rechten Spur zu wählen (also zwei Spuren nach rechts). Dazu bremste er auf der linken Spur so stark, dass er schon langsamer als ich war, bevor er unvermittelt auf meine Spur gewechselt ist. Ich bin dann zwar innerhalb 2 Sekunden von 100 auf 50 runter und habe so ein Auffahren um nur 40cm verfehlt. Hätte ich ihn aber doch getroffen, wäre die verbaute Dashcam sehr hilfreich gewesen, hätte er dann seinen Spurwechsel geleugnet.
In einem früheren Fall wurde ich rechts fahrend von einem Mittelspurfahrer von der Seite abgeschossen. Er hat behauptet, ich hätte ihn über den Standstreifen überholt ... Er hatte 4 Kollegen an Bord. Seitdem habe ich die Dashcam.
Zitat:
@Bahnfrei schrieb am 9. September 2020 um 17:34:01 Uhr:
In einem früheren Fall wurde ich rechts fahrend von einem Mittelspurfahrer von der Seite abgeschossen. Er hat behauptet, ich hätte ihn über den Standstreifen überholt ... Er hatte 4 Kollegen an Bord. Seitdem habe ich die Dashcam.
Dürfte man in einem solchen Fall eigentlich über seinen Anwalt alle Zeugen vereidigen lassen und erst dann mit der Dashcam rausrücken? Oder ist man verpflichtet alle Beweise von vorneherein auf den Tisch zu legen?
Zitat:
@Bulwey schrieb am 9. September 2020 um 19:54:40 Uhr:
Zitat:
@Bahnfrei schrieb am 9. September 2020 um 17:34:01 Uhr:
In einem früheren Fall wurde ich rechts fahrend von einem Mittelspurfahrer von der Seite abgeschossen. Er hat behauptet, ich hätte ihn über den Standstreifen überholt ... Er hatte 4 Kollegen an Bord. Seitdem habe ich die Dashcam.Dürfte man in einem solchen Fall eigentlich über seinen Anwalt alle Zeugen vereidigen lassen und erst dann mit der Dashcam rausrücken? Oder ist man verpflichtet alle Beweise von vorneherein auf den Tisch zu legen?
Das würde mich auch Mal interessieren. Weiß da jemand was?
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Aus Erfahrung weiß ich nur Folgendes: meine Bitte an meinen Anwalt, den Unfallgegner vereidigen zu lassen, ist so abgelehnt worden, als hätte ich gesagt, dass ich jetzt aufstehen, und ein Sauflied singen will - mit Handbewegung, Pssssst und strengem Gesichtsausdruck.
Nicht, dass ich solche Anwälte wieder beauftrage, aber verstanden habe ich das nicht. Es scheint eine Art Tabu zu sein.
Zitat:
@xis schrieb am 12. September 2020 um 08:38:29 Uhr:
meine Bitte an meinen Anwalt, den Unfallgegner vereidigen zu lassen, ist so abgelehnt worden, als hätte ich gesagt, dass ich jetzt aufstehen, und ein Sauflied singen will - mit Handbewegung, Pssssst und strengem Gesichtsausdruck.
Wer hat das abgelehnt? Der Richter oder der Anwalt?
Ich fahre jetzt seit etwa 2015 mit Dashcams, rein aus der Erfahrung, dass da draussen einfach zu viele komplett durchgeballerte Irre rumfahren.
Hab aber (zum Glück) noch nie die Aufnahmen als Beweis gebraucht. Krassester Fall war ein Typ, der nach mir gerotzt hat, weil er meinte ich fahre nach seiner Auffassung zu schnell, und als ich dann zurückgesetzt habe, um zu fragen was sein Problem ist, ist er zu seinem Auto, und mit Baseballschläger zurück....
Entgegen aller erwartungen war das ein alter, verhärmter Alman in Funktionskleidung mit Anglerhut, der wahrscheinlich von seiner ebenso verhärmten Alten morgens schon die Erledigungsliste in die Hand gedrückt bekommt...
Selbst den hab ich nach einigem Überlegen nicht angezeigt, obwohl das wohl besser gewesen wäre. Hätte ich nicht eine Freundin im Auto gehabt, wäre ich wohl ausgestiegen und hätte mich unglücklich gemacht...
Hört sich so an, als hätte er seinem Anwalt gefragt, während der Richter anwesend war.
Anders kann ich mir die Reaktion des Anwalts nicht erklären, im 4 Augen Gespräch wäre er wohl auf das für und wieder eingegangen.
Zumindest würde ich das von einem Anwalt erwarten.
Zitat:
@Bulwey schrieb am 12. September 2020 um 09:13:27 Uhr:
Zitat:
@xis schrieb am 12. September 2020 um 08:38:29 Uhr:
meine Bitte an meinen Anwalt, den Unfallgegner vereidigen zu lassen, ist so abgelehnt worden, als hätte ich gesagt, dass ich jetzt aufstehen, und ein Sauflied singen will - mit Handbewegung, Pssssst und strengem Gesichtsausdruck.Wer hat das abgelehnt? Der Richter oder der Anwalt?
MEIN Anwalt hat abgelehnt, eine Vereidigung anzusprechen, oder auch nur den Eindruck zuzulassen, dass ich auf diese Idee gekommen bin.
@Bochumer81 so war's. Hinterher hat er es auch nicht erklärt. War sein letzter Einsatz für mich.
Ich nutze Dashcams ebenfalls schon seit gut 8 Jahren und hatte in der Zeit einen unverschuldeten Unfall. Hier habe ich die Kamera noch vor dem Eintreffen der Polizei abgenommen und später das Video dem Anwalt übergeben. War aber letztlich nicht notwendig, da die Schuldfrage auch so eindeutig war. Direkt am Unfallort der Polizei übergeben würde ich sie nicht ... damit schießt man sich unter Umständen schnell ein Eigentor.
In meinem Fall war die Fahrt schnurgerade (der Straße folgend) in meiner Spur mit 50-53 km/h GPS. Da kann man kein Eigentor schießen. Aber es stimmt: wenn man nicht 100% sicher ist auf Basis vom Wissen, sollte man die Polizei nicht unnötig "füttern".
Naja, die Geschwindigkeit ist eine Sache. Mir geht es eher darum, dass sich auf der Karte ja noch Aufzeichnungen der Fahrten zuvor befinden. Hier ist man dann ggf. schnell wegen anlasslosem Filmens dran.
Vor allem hätte ich Angst, dass die Daten bei der Polizei verloren gehen. Ohne Sicherungskopie würde ich sowas niemals weggeben.
Die Polizei kriegt die Daten natürlich online, und nur die letzten Minuten. Die Chipkarte ist im Mobiltelefon, die kriegen sie ohne Gerichtsbeschluss nicht (nicht wegen der Videos, sondern wegen der anderen Sachen, die privat sind - alles was Apps so ablegen...)
Von einer dedizierten Dashcam ebenso, ist nur schwieriger, da meist nicht per "Teilen" und Freigabe in der Cloud direkt möglich.
Im europäischen Ausland (Osten) fahren Viele mit Direktverbindung zur Cloud, laden alles sofort hoch, damit Mafiosi und korrupte Polizei keine Daten verschwinden lassen können.
Zitat:
@xis schrieb am 14. September 2020 um 12:34:30 Uhr:
Im europäischen Ausland (Osten) fahren Viele mit Direktverbindung zur Cloud, laden alles sofort hoch, damit Mafiosi und korrupte Polizei keine Daten verschwinden lassen können.
Das ist in Deutschland eher schwer ... und teuer