Innenraumfeeling W210 gegen moderne Autos

Mercedes E-Klasse W210

Eigentlich wollte ich ja ins Bettchen, aber dann stieß ich hier auf MT auf die folgenden beiden Innenraumfotos eines recht neuen Audi A6:
http://data.motor-talk.de/.../11-1968296954151676663.JPG
und
http://data.motor-talk.de/.../10-359786142945430593.JPG

Der erste Gedanke: Lass meinen W210er noch lange leben. Da hat man wenigstens Platz drin. Ok, der Innenraum vom W210er ist vielleicht antiquiert, unmodern lasse ich auch noch durchgehen, dafür aber aufgeräumt, nicht aufgebläht, kein unnötiger Schnaddeldaddel und Platz zum Atmen.

Das Design vom Audiinnenraum mag ja noch Geschmackssache sein, aber das Platzgefühl? Eine Sardine in der Blechbüchse trifft es eher. Alleine schon die Dicke der oberen Kante der Fahrertür... oje...

Hat da jemand schon mal drin gesessen? Ist vielleicht nur das Foto unglücklich getroffen?!

Na ja, vielleicht bin ich auch zu alt um in Freudentaumel auszubrechen und den Audiinnenraum toll zu finden. Nimmt mich einer an die Hand? 😉

Nachtrag 1:
Link zum Auto: http://www.motor-talk.de/fahrzeuge/378755/audi-a6-4g-c7

Nachtrag 2:
Ich will kein Audibashing betreiben. Das war Zufall mit dem Innenraum. Hätte auch VW, Kia oder Plangdang treffen können. Jeder soll das fahren was er will.

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von bonscott1



Man kann die Uhr nicht zurückstellen...

Stimmt schon, aber man muss auch nicht jeden Blödsinn mitmachen. Wenn man sich mal einen "typischen" Auto-Testbericht anschaut und dann überlegt, dass nicht wenige Menschen sich sowas regelmässig zu Gemüte führen und das Zeug dann nachplappern und Kaufentscheidungen teilweise davon abhängig machen, dann versteh ich schon, wieso Autos heute so aussehen wie sie nun mal aussehen... Gelobt wird dann, dass "für jeden Handgriff ein elektronischer Helfer" bereit steht und man im 2-Tonnen-Japan-SUV für Familien über den Sportmodus das Lenkrad scharfstellen und so "zackig um Kurven zirkeln" kann. Bemängelt wird, dass man leider mit der "Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h niemanden beeindrucken kann", knapp 200 PS sind nämlich scheinbar zu wenig... (Die beiden Beispiele stammen übrigens aus dem Testbericht zum Kia Sorento auf Spiegel Online, den Experten für Gossenjournalismus mit pseudointellektuellem Anstrich). Und wenn sowas der gängigen Einstellung entspricht, dann verwundert es mich nicht, dass viele neuere Autos versuchen, wie das Batmobil auszusehen. Und so bekommt eben ein Audi mit 2l-Diesel eine Tachoskala bis 300 km/h.

Oder dieser lächerliche Trend, auf einmal in alle Autos der oberen Mittelklasse und Oberklasse analoge Uhren in die Mittelkonsole einzubauen...! Nicht, dass ich was gegen analoge Uhren hätte oder Zitate an die Vergangenheit nicht zu schätzen wüsste, aber wie hier plötzlich alle OEMs panisch Analoguhren ins Auto klatschen und die Autojournaille in den Testberichten wiederkehrend die "elegante Analoguhr in der Mittelkonsole" lobend erwähnt, die den "Oberklasseanspruch unterstreicht" ist einfach nur lachhaft. (Kommen diese Leute sich nicht selbst dumm vor, die diesen Quark schreiben?).

Man muss beim Autofahren nicht auf Facebook sein, das Auto muss nicht aggressiv dreinschauen, man muss nicht auf "Chromzierelemente" aus lackiertem Plastik blicken, die einen vermeintlichen "Oberklasseanspruch unterstreichen" und nicht in einem Ambiente sitzen, das einem permanent das Gefühl gibt, dass man dabei ist, in den Krieg zu ziehen, und einen dazu verleitet, sich entsprechend zu benehmen, während die Tachobeleuchtung nach Einschalten des Sportmodus im roten Licht erglüht. Das ist nicht Fortschritt, sondern falsch. Die Geschmäcker sind verschieden, aber irgendwo ist die Grenze zu "kein Geschmack" und "doof" überschritten. Dirks Unterscheidung zwischen "Style" und "Stil" sagte ja genau das aus. (Ich hab eben mehr Worte gebraucht für die gleiche Botschaft 😉 ).

Jede Zeit hat ihre Geschmacksverirrungen, aber die kommen nicht zufällig und nicht zwangsläufig, sondern häufig deshalb, weil Presselemminge irgendwas in die Welt blubbern und Massen von trendy Hipstern und anderen Geistlosen das Zeug unreflektiert wiederholen und perpetuieren. Bis dann das nächste geistige Vakuum durch angestrengtes Imitieren kreativer Nutzlosigkeit aus Übersee erzeugt und auch in Europa bei H&M, BMW und leider inzwischen auch Mercedes für mal mehr, mal weniger Geld als notwendige Erneuerung, die dem Zeitgeist geschuldet ist, unters Volk gebracht wird. Deshalb sind Diskussionen wie diese hier wichtig! Sie stellen das Bewusstsein dafür her, dass weder alles Neue gut oder notwendig noch alles Alte schlecht ist (und andersherum). Wenn weniger Leute dem nahezu inhaltslosen Geschwätz der Journaille Beachtung schenken, besteht vielleicht die Chance, dass Bewährtes verbessert wird, anstatt es auf den Müll zu schmeissen und das Rad neu zu erfinden. Das schafft VW mit dem Golf irgendwie besser als Mercedes mit der E-Klasse (oder C-Klasse oder A-Klasse oder ...).

Viele Grüsse
ES

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Ich persönlich finde, dass in den 90ern bei Fahrzeugen das Optimum an Ästhetik, Funktionalität und Zeitlosigkeit erreicht worden war. Leider lässt sich sowas nicht auf Dauer halten. Was würden wir heute wohl hier schreiben, wenn MB bspw. in einen 212er das cockpit eines 124ers oder 210ers verbaut hätte?

Jede Dekade im Automobilbau hat ihren eigenen Ausdruck. Während in den 70ern im cockpit asketische Leere und Beinfreiheit vorherrschte, ist dieses heute eng und überladen und erinnert eher an einen jet oder eine Spielkonsole im Spielsalon mit all den leds und displays. Beides läst kein "zu Hause" Gefühl aufkommen.

Ein modernes Fahrzeug definiert sich heute im Inneren durch led-Leuchten und Anzeigen, Farbdisplays, Menüführungen statt Tasten oder Schaltern, Sprachsteuerung statt Hebeln usw. Dieses elektronische Gesamtkunstwerk würde sich in einem barocken Holz- und Lederarmaturenbrett einfach lächerlich ausmachen. Also wird es in Plastik und Metall verpackt, wie es sich gehört. Die große Menge an neuen features und Sicherheitseinrichtungen wie airbags und Seitenaufprallschutz engen den Freiraum des Piloten naturgemäß immer mehr ein.
Die Innenräume verschiedener Hersteller gleichen sich immer mehr einander an und auch Mercedes folgt diesem trend. Für solche Veränderungen spielt der nostalgische Geschmack einzelner Europäer oder gar der Hersteller selbst keine Rolle mehr, will man denn als Global Player weiterhin Erfolg haben. Dutzende Autohersteller haben in der Vergangenheit ihre Pforten schließen müssen, weil sie einem Trend nicht gefolgt sind, da half auch ein guter Name nichts.
Gruß Marko

Hallo Marko,

wahrscheinlich hast Du Recht. Und dann besteht, so wie ich das verstehe, die Chance, daß irgendwann das Pendel auch wieder ausschlägt in Richtung "menschenfreundlicher" Innenraum, nämlich dann, wenn wir uns an all den Technik-Charme gewöhnt haben, das alles nicht mehr neu ist, und uns als Käufer zum Hals raus hängt.

Hoffen wir es mal. So ein Modell S von Tesla zum Beispiel zeigt ja sehr schön, daß sich beides durchaus verbinden läßt.

Grüße Dirk

Mein Honda Accord schaut innen auch ein bisserl aus wie ein Raumschiff.

Ich liebe dann den Kontrast zum Dicken - und umgekehrt...

Man kann die Uhr nicht zurückstellen...

Zitat:

Original geschrieben von dickschiffsdiesel


Hallo A-D , ich wußte es - das konnte einfach nicht gut gehen , daß du so einfach deine Hassliebe hast sitzen lassen und dich Hals über Kopf so einer Asphaltqualle hingegeben hast.

Da gebe ich dir insoferne Recht, weil ich meinen "Wechselschritt" recht spontan, wenn auch durchaus gut überlegt, gesetzt habe. Nun eine "Asphaltqualle" zu fahren, na ja, das empfinde ich nicht so. Der 211er ist dem 210er außen erstaunlich ähnlich, nur innen ist die Veränderung größer ausgefallen.

Zitat:

Jetzt haben wir den Salat - nicht nur , daß du ständig über unsere schönen Autos herziehst (sind wir ja schon gewöhnt !🙁 ) - nein , jetzt sind wir schon selbst dran!

Im kapitalistischen Wirtschaftssystem ist Wachstum eine Basisvoraussetzung!

Zitat:

Und alles nur, weil dein 211er dir Blähungen verschafft - aber das ist doch nicht unsere Schuld ! Ich zumindest habe dich immer gewarnt !

Keine Probleme mehr (im Moment), keine Enttäuschungen, keine Blähungen. Die "Asphaltqualle" ist ein erstaunlich sanftes, komfortables und ans Herz gehendes Ding! Seit nix mehr ruckelt schwillt mein Herz! Der Wagen hat viele Qualitäten vom 210er. Die anfangs oft bekrittelte Knochigkeit des Fahrwerks ist beim schwereren 280er nicht so spürbar wie beim 200er und die Parameterlenkung, im 200er empfindlich vermisst, ist auch da.

Zitat:

Um in deinem Bild vom Zug zu bleiben : Wenn der plötzlich in eine andere Richtung fährt und dabei immer mehr herumhoppelt und zudem die Mitreisenden mir immer suspekter vorkommen - na , dann steige ich doch bei der nächstbesten Gelegenheit aus [...]

Ich bin und fühle mich noch zu jung zum Aussteigen ... noch haben die Versuchungen des Lebens Reiz für mich! Das Verharren im Gestrigen hat seine Gefahren.

Zitat:

[...] und hoffe , dich dann ebenfalls im Bahnhofsrestaurant vorzufinden , um die angesprochene Flasche Rotwein zu vertilgen.

Das geht mit mir immer. War schon immer ein Flaschenkind ...

Zitat:

Anschließend können wir dann gemeinsam den gesamten Bahnbetrieb schlechtreden - hicks, rülps!

Unbelehrbarer!!! 😁

Ich gebe euch allen ja insoferne Recht, dass das aktuell modische Design von Ford und Peugeot primär auf Effekte und zu wenig auf Funktionalität setzt. Da finde ich noch Opels Designansatz noch stimmiger, wenngleich es auch dort an praktischen Qualitäten (Kofferraum beim Kombi ist lachhaft, Sicht nach hinten) stark mangelt.

Im 211er kann ich das alles aber nicht nachvollziehen. Jede im Alltag zu nutzende Funktion belegt ein Bedienelement, trotzdem aufgeräumt und dezent gestaltet. Einzig das Holzdekor ist mir zu barock, das wäre schon cooler gegangen ohne gleich in Techno-Kitsch abzurutschen. In der Bedienung liegt der größte Unterschied in den beieinanderliegenden Fensterhebertasten, was ich als großen Fortschritt empfinde. Das Herumgreifen um den Wählhebel, um im Sommer alles Fenster zu öffnen oder zu schließen, war keine ergonomische Meisterleistung.

Nicht jeder empfindet das etwas knappere gefühlte Raumangebot auch als unangenehm. Noch ist beim 211er die Fensterlinie tief genug, um gute Sicht zu gewährleisten, und trotzdem vermittelt er mehr Geborgenheit als der 210er. Wärme und Willkommen-zuhause-Gefühl strahlt das Design absolut genug aus.

EDIT:

Dass ich mir schlussendlich keinen jungen 212er gekauft habe, liegt an den auch von euch kritisierten Punkten: schlechtes Design und unbewährte Technik. Ich versuche das aber immer als meinen persönlichen Schluss darzustellen und nicht als (noch unbeweisbare) allgemeingültige Tatsache.

Ich arbeite seit 20 Jahren als Dienstleister im Dunstkreis von Druck, Marketing, Werbung, Design und Fotografie, da kriegt man Respekt vor der Arbeit der Kreativen. Und natürlich bekommt man auch mit, dass das auch nur Menschen mit ihren Fehlern sind, dass nicht jede Entwicklung eine positive Fortsetzung findet.

Ebenso gab es aber schon immer wieder Momente, wo ich mir selber eingestehen musste, dass mein Standpunkt, meine Sicht der Dinge nicht die richtige war, wo ich mir eingestehen musste, dass meine eigene "Verbohrtheit" dumm und kurzsichtig war. So manches Designkonzept reifte trotz meiner vernichtenden Prognosen zu einer ansehnlicher Schönheit.

Das gute an meinem Beruf ist, dass ich es mir verkneifen darf und muss, selber Stellung zu beziehen. Ich mache die konzeptionellen Ideen anderer druckbar und gestalte mit realen Inhalten Werbung, die bei euch im Postkasten liegt. Was mir persönlich gefällt, ist hierbei sekundär. So komme ich immer wieder in den Genuss, meine Meinung hinterfragen zu dürfen.

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...eine schöne interaktive Vater - Sohn - Beziehung zwischen DSD und A - D.

Gfallt ma...🙂

Ich finde, grundsätzlich hat A-D schon recht. Unsere Liebe zum vergleichsweise alten Blech darf nicht dazu führen, dass wir mit Scheuklappen durch die Gegend laufen und alles andere schlechtreden.

Habe die Beiträge im Thread nochmals Revue passieren lassen und muss mich an die eigene Nase fassen. Abgesehen davon, dass Frucht nach unserer Meinung gefragt hatte, und dass man diese dann durchaus auch in einem Forum äussern dürfen sollte, kommt mein erster Post wohl recht negativ rüber.

A-D, und das ganz ohne Rotwein! 😉

Um das hier nochmals richtig zu stellen, und falls Du auch mich und meine Beiträge meintest: ich bin nun eine ganze Weile Audi gefahren, und hatte viel Freude.

Aber auch viel Ärger, und ich konnte den Hype um die vier Ringe nie nachvollziehen. Was mich bei sämtlichen gefahrenen Modellen gestört hat, und das von A3,4,5 und 6: ich konnte in keinem vernünftig sitzen. Ich habe mir oft genug den Kopf angehauen, aber mit 1,93m (und 85kg) ist das nicht immer so einfach 🙁

Von den Vibrationen bei den Pumpe-Düse TDIs sehen wir mal ab, das hatten alle PDs. Daneben, und das muss wiederholt werden, baut Audi klasse Autos! Sie haben sich zum Premium-Hersteller gemausert, und die Autos sind äusserlich durchaus sexy.

Ich war kurz davor, einen Lexus anzuschaffen (anstelle des 210), und schaue durchaus bewundernd auf den BMW X5 eines Bekannten, der seit über 200tkm nahezu problemfrei läuft – im Gegensatz zu unserem ML. Auch das A5 Coupé von einem guten Freund ist ein hübsches Ding, das muss völlig neidfrei mal akzeptiert und anerkannt sein.

Also ist auch mein Markenverständnis nicht so ganz eindeutig gewesen, und in diesem Sinne bin auch ich ein Gestrandeter, lieber A-D. Nur eben bin ich wieder bei den Fahrzeugen mit Stern gelandet. Als Rückkehrer bin ich happy über alle Massen und verzeihe auch dem ML bislang alle seine Macken.

Ich freue mich jeden Tag über beide Sterne und meine, dass auch die vergleichsweise alten Wagen noch sehr gut mit fast allem Aktuellen sehr gut mithalten können.

Und ja, ich hatte auch mit einem 211 geliebäugelt – nur hatte der eben überhaupt keine Chance gegen den 210 😉😁

Liebe Grüsse aus der Schweiz,
timmi

Zitat:

Original geschrieben von dickschiffsdiesel


Asphaltqualle

😁😁😁😁

Genauso meinte ich das, Timmi.

Kritik ist immer gut, sie sollte positiv gesehen werden! Schön, wenn's auch ohne "Lösungsmittel" funktioniert. 😉

Zitat:

Original geschrieben von Austro-Diesel


Ich mache die konzeptionellen Ideen anderer druckbar und gestalte mit realen Inhalten Werbung, die bei euch im Postkasten liegt.

Aha !

Jetzt weiß ich endlich, wer verantwortlich ist, daß mein Briefkasten immer so zugemüllt ist... 😁 😁

Aber das hat auch seine gute Seite: So habe ich immer genügend Papier zum Anzünden des Ofens...

Denke also stets daran: Du arbeitest für meinen Ofen... 😁

Das wäre mir doch fast ein Kistchen Klosterneuburger Stiftswein wert... 🙂

Wie sagt doch mein liebster Druckerei-Sachbearbeiter immer so schön: "Wir arbeiten in der Recyclinge-Branche!"

Hey Austro-Diesel,

möchte dann auch mal klarstellen:

Den 211er habe ich in meinen Beiträgen nicht gemeint. Der ist ja selber schon fast ein Oldie. ;-)

Und ich habe auch nichts gegen Weiterentwicklung und moderne Elemente im Auto, solange diese nicht auf Krampf Einzug halten und das Wichtigste, der Fahrer, vergessen wird dabei. Wie gesagt, ein Tesla Model S stände morgen bei mir in der Einfahrt, wenn das meine Preisklasse wäre. Der ist topmodern, auch innen, und dennoch angenehm und stilvoll.

Das hat alles streng genommen gar nicht in erster Linie mit dem Baujahr zu tun. Wenn ich mich zum Beispiel mal an die Digital-Tacho-Spielereien der Achziger zurück erinnere, kriege ich genauso das Grausen. Nur damals waren das ein paar Modelle, und heute ist es Mainstream. Naja egal, ich denke, das wird sich bald überholt haben und dann wieder ruhiger werden optisch.

Achso, eines noch, weil das hier auch in Richtung Markentreue geht. Das ist für mich kein Thema. Bin kein Mercedes-Fanboy - ganz und gar nicht. Mich haben einfach nur deren 90er-Jahre-Modelle fasziniert - bis heute. Komme eigentlich aus einer Familie, die schon immer Japaner mit Allrad fuhr, hatte selber einige Japaner (sehr zu meiner Zufriedenheit), und fahre nebenbei ja auch immernoch meinen Jeep. (Meine wahre Liebe, wenn es denn um Markenbegeisterung geht.) ;-)

Grüße Dirk

Zitat:

Original geschrieben von Austro-Diesel


Kritik ist immer gut, sie sollte positiv gesehen werden! Schön, wenn's auch ohne "Lösungsmittel" funktioniert. 😉

Das wird sie, und in diesem Sinne verstehe ich ebenfalls Wachstum. Wenn wir uns hier alle nichts mehr zu sagen hätten und eh immer in allem einig, wärs doch schade um den Austausch!

Fühlte mich nicht ganz richtig verstanden, und sehe auch keinen Grund, alles andere schlechtreden zu müssen. Ich empfinde das so nicht, eine Meinung hab ich dazu aber schon. Finde die von Frucht angestossene Diskussion sehr positiv!

Das mit dem bewusst weggelassenen Lösungsmittel liegt in meinem Fall vor allem daran, dass Alkohol wie auch Zucker fast jeder Art sogleich eine Art glykämischen Schock bei mir auslösen.... nein, keine Diabetes, nur konsequente Zucker-Abstinenz (vertrage es nicht gut, und in meiner Familie war Diabetes leider ein Thema: wills auf keinen Fall herausfordern). Der Verzicht fällt mir aber sehr leicht.

Schade um den Rotwein, ja. Aber ein kleines Glasl Weisser geht ab und an! Ja, eines 🙂 Insofern wär ich für die Runde im Bahnhofscafé bereit 😁

Zitat:

Original geschrieben von bonscott1



Man kann die Uhr nicht zurückstellen...

Stimmt schon, aber man muss auch nicht jeden Blödsinn mitmachen. Wenn man sich mal einen "typischen" Auto-Testbericht anschaut und dann überlegt, dass nicht wenige Menschen sich sowas regelmässig zu Gemüte führen und das Zeug dann nachplappern und Kaufentscheidungen teilweise davon abhängig machen, dann versteh ich schon, wieso Autos heute so aussehen wie sie nun mal aussehen... Gelobt wird dann, dass "für jeden Handgriff ein elektronischer Helfer" bereit steht und man im 2-Tonnen-Japan-SUV für Familien über den Sportmodus das Lenkrad scharfstellen und so "zackig um Kurven zirkeln" kann. Bemängelt wird, dass man leider mit der "Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h niemanden beeindrucken kann", knapp 200 PS sind nämlich scheinbar zu wenig... (Die beiden Beispiele stammen übrigens aus dem Testbericht zum Kia Sorento auf Spiegel Online, den Experten für Gossenjournalismus mit pseudointellektuellem Anstrich). Und wenn sowas der gängigen Einstellung entspricht, dann verwundert es mich nicht, dass viele neuere Autos versuchen, wie das Batmobil auszusehen. Und so bekommt eben ein Audi mit 2l-Diesel eine Tachoskala bis 300 km/h.

Oder dieser lächerliche Trend, auf einmal in alle Autos der oberen Mittelklasse und Oberklasse analoge Uhren in die Mittelkonsole einzubauen...! Nicht, dass ich was gegen analoge Uhren hätte oder Zitate an die Vergangenheit nicht zu schätzen wüsste, aber wie hier plötzlich alle OEMs panisch Analoguhren ins Auto klatschen und die Autojournaille in den Testberichten wiederkehrend die "elegante Analoguhr in der Mittelkonsole" lobend erwähnt, die den "Oberklasseanspruch unterstreicht" ist einfach nur lachhaft. (Kommen diese Leute sich nicht selbst dumm vor, die diesen Quark schreiben?).

Man muss beim Autofahren nicht auf Facebook sein, das Auto muss nicht aggressiv dreinschauen, man muss nicht auf "Chromzierelemente" aus lackiertem Plastik blicken, die einen vermeintlichen "Oberklasseanspruch unterstreichen" und nicht in einem Ambiente sitzen, das einem permanent das Gefühl gibt, dass man dabei ist, in den Krieg zu ziehen, und einen dazu verleitet, sich entsprechend zu benehmen, während die Tachobeleuchtung nach Einschalten des Sportmodus im roten Licht erglüht. Das ist nicht Fortschritt, sondern falsch. Die Geschmäcker sind verschieden, aber irgendwo ist die Grenze zu "kein Geschmack" und "doof" überschritten. Dirks Unterscheidung zwischen "Style" und "Stil" sagte ja genau das aus. (Ich hab eben mehr Worte gebraucht für die gleiche Botschaft 😉 ).

Jede Zeit hat ihre Geschmacksverirrungen, aber die kommen nicht zufällig und nicht zwangsläufig, sondern häufig deshalb, weil Presselemminge irgendwas in die Welt blubbern und Massen von trendy Hipstern und anderen Geistlosen das Zeug unreflektiert wiederholen und perpetuieren. Bis dann das nächste geistige Vakuum durch angestrengtes Imitieren kreativer Nutzlosigkeit aus Übersee erzeugt und auch in Europa bei H&M, BMW und leider inzwischen auch Mercedes für mal mehr, mal weniger Geld als notwendige Erneuerung, die dem Zeitgeist geschuldet ist, unters Volk gebracht wird. Deshalb sind Diskussionen wie diese hier wichtig! Sie stellen das Bewusstsein dafür her, dass weder alles Neue gut oder notwendig noch alles Alte schlecht ist (und andersherum). Wenn weniger Leute dem nahezu inhaltslosen Geschwätz der Journaille Beachtung schenken, besteht vielleicht die Chance, dass Bewährtes verbessert wird, anstatt es auf den Müll zu schmeissen und das Rad neu zu erfinden. Das schafft VW mit dem Golf irgendwie besser als Mercedes mit der E-Klasse (oder C-Klasse oder A-Klasse oder ...).

Viele Grüsse
ES

Zitat:

Original geschrieben von El Sibiriu


Dirks Unterscheidung zwischen "Style" und "Stil" sagte ja genau das aus. (Ich hab eben mehr Worte gebraucht für die gleiche Botschaft ).

Ja, aber Du hast das eben nochmal so schön prägnant und nett zu lesen auf den Punkt gebracht, daß ich Dir da einfach Grün für geben muß. ;-)

von mir auch grün, allein für den Enthusiasmus...

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