Ideales Motoröl für 3.0 Diesel
Servus Audianer,
welches Motoröl ist für den 3.0 Diesel optimal?
Derzeit fahr ich 10W 40 von Esso.
Grüße
AUDICLASSIC
Beste Antwort im Thema
Nun, es ist wohl genau umgekehrt.
Der DPF interessiert sich für die Ölviskosität natürlich überhaupt nicht, der Motor aber durchaus; wobei der Unterschied beim Kaltstart zwischen einem 0W- und einem 5W- nicht mehr allzu groß ist.
Vielmehr interessiert sich der DPF dafür, wie viel Asche er durch die Verbrennung von Motoröl abgekommt. Diese hängt in erster Linie davon ab, wie viel Öl der Motor tatsächlich verbrennt. In zweiter Linie davon, wie viel Asche das verbrannte Öl zurücklässt und damit der DPF belastet.
Ersteres ist wiederum von zwei Faktoren abhängig:
Einmal ergibt sich die verbrannte Ölmenge aus dem Verdampfungsverlust desselben. Dieser ist ausschließlich vom Öl selbst abhängig; ein Öl hat also entweder einen hohen oder einen niedrigen Verdampfungsverlust. Damit gelangt also entweder sehr wenig oder vergleichsweise viel Öl über die davon benetzten Zylinderwände in den Brennraum und wird mitverbrannt.
Andermal kann Öl vermehrt durch undichte oder schlechte Ventilschaftabdichtungen oder Zylinderkopfdichtungen in den Brennraum gelangen und dadurch ebenfalls mitverbrannt werden.
Zweiteres ist davon abhängig, wie hoch der Aschegehalt des entsprechenden verbrannten Motoröls ist. Je höher dieser ist, desto mehr Asche wird beim Verbrennen hinterlassen. Die speziellen Low-SAPS-Öle (Low SulfatAsche Phosphor Schwefel) enthalten im Vergleich zu herkömmlichen Motorölen weniger aschegebende Additive, welche letztlich für den Ascheeintrag im DPF verantwortlich sind. Hierbei liegen die Grenzwerte für die 507.00 von VW bei 0,6%, für die LL-04 von BMW und die 229.51 von Mercedes bei 0,8%.
Ideal für den DPF ist also folgende Kombination:
- sehr niedriger Verdampfungsverlust, um überhaupt einen sehr geringen Ölverbrauch zu erzielen (hat einen großen Einfluss auf die "Aschelast"😉
- optimale Dichtungen, um Öleintrag über die genannten Stellen zu verhindern und so ebenfalls einen sehr niedrigen Ölverbrauch zu erzielen (hat den höchsten Einfluss auf die "Aschelast"😉
- sehr niedriger Anteil aschegebender Additive im Motoröl, um bei Ölverbrauch den Ascheanteil möglichst gering zu halten (hat einen sehr niedrigen Einfluss auf die "Aschelast"😉
Man kann also schlussfolgern, dass die Belastung des Dieselpartikelfilters vor allem davon abhängt, wieviel Motoröl letztlich mitverbrannt wird, (ein Low-SAPS-Öl kann also bei erhöhtem Ölverbrauch die Aschebelastung nur verlangsamen, aber nicht verhindern) und nicht davon, wie hoch der "Ascheanteil" im Öl ist.
Hat ein herkömmliches Motoröl einen extrem niedrigen Verdampfungsverlust, hat dieses im Vergleich zu einem Low-SAPS-Öl mit nicht besonders niedrigem Verdampfungsverlust unter dem Strich trotzdem eine bessere "Aschebilanz" für den DPF, obwohl bei diesem der Aschegehalt bei z. B. 1,2% liegt (das ist beim Mobil 1 0W-40 der Fall).
So kann es beispielsweise sein, dass ein vollsynthetisches nicht-low-SAPS-Öl eine bessere "Aschebilanz" hat, als ein Hydrocrack-SAPS-Öl (also alle 5W-30er nach 507.00 und/oder 229.51 und/oder LL-04).
GM gibt das genannte Mobil 1 0W-40 sogar für seine Fahrzeuge mit Dieselpartikelfilter frei (welche die GM-LL-B-025 fordern), also zum Beispiel die aktuellen Opelmodelle; und das liegt vor allem daran, dass der Verdampfungsverlust bei diesem Öl sehr niedrig ist und, trotz hochwertigem Additivpaket was Verschleißschutz- und Reinhaltenadditive für den Motor angeht, der Aschehalt bei gerade 1,2% liegt.
Wenn also ein Motor von vorneherein praktisch kein Öl verbraucht und der einzige (kaum messbare) Ölverbrauch nur durch den Verdampfungsverlust entsteht, kann bedenkenlos ein nicht-Low-SAPS-Öl mit sehr niedrigem Verdampfungsverlust verwendet werden. Greift man hier zum richtigen Produkt, kann man sogar die Belastung reduzieren, wenn unter dem Strich weniger Asche beim DPF durch den niedrigen Verdampfungsverlust ankommt.
Würde man Öle für Fahrzeuge vor allem nach niedrigem Verdampfungsverlust auslegen (also z. B. hochwertige vollsynthetische Grundöle verwenden), könnte man auch mit höheren "Aschegehalten" (also besseren Reinhalte- und Verschleißschutz für den Motor realisieren, welche auch auf Dauer die Dichtungen pflegen und somit auch bei hohen Laufleistungen sehr niedrige Ölverbräuche hervorrufen) herstellen, und der DPF würde trotzdem kaum belastet.
Dies wird allerdings bis auf wenige Ausnahmen (z. B. das Aral Supertronic 0W-40) vor allem aus Kostengründen nicht gemacht, da vollsynthetische Grundöle deutlich teurer sind als Hydrocrack-Öle, und man lieber mit wenig aschegebenden Additiven auskommen will - was letztlich auch den Gewinn steigert.
Ich hoffe, das einigermaßen nachvollziehbar erklärt zu haben.
MfG, Lappos
16 Antworten
Zitat:
@Arne199025 schrieb am 19. April 2016 um 07:27:58 Uhr:
Was für ein 0W40 von Mobil1 nimmt ihr denn New life oder ESP?
Für den Diesel mit dpf, ist das ESP vorgesehen, New life eher für Benziner.
Steht auch im Datenblatt.
Dankeschön! Tut mir leid ich bin ein Neuling dachte ich hab das mit der Sufu richtig gemacht und bin halt hier gelandet!??
Werde noch ein bisschen üben!