Hydrostößelgeräusche am 1,9E B3
Hallo! Grüße erstmal an alle Audi-Fans! Ich fahre einen Audi 80 1,9E, und an diesem produzieren seit ein paar Wochen die Hydrostößel Geräusche. Dies passiert natürlich meist in kaltem Zustand, ,aber auch in allen Drehzahlbereichen und sehr wechselhaft, d.h. es klickert erst nicht, dann wird es immer lauter, und ist dann auch wieder weg. Das geht mal länger so, mal nicht so oft, an manchen Tagen gar nicht.
Ich habe schon ein Mittel zur Reduzierung dieser Geräusche probiert, es hielt zwei Wochen. Ein Ölwechsel samt Filterwechsel wurde auch schon gemacht, allerdings verwendete ich ein Mineralöl, aber nicht das billigste. Sollte ich hier nun mal ein besseres Synthetiköl verwenden, oder gibt es eine andere Lösung? Der Audi hat übrigens schon 180´km drauf, fährt aber noch sehr gut, Verbrauch ca. 8 Liter. Die Deckeldichtung ist wahscheinlich nicht mehr gut, es tropft hier oben gerne mal etwas raus. Es wurden auch schon Zündkerzen und Luftfilter gewechselt. Wie teuer kommt eigentlich eine Reparatur der Hydrostößel? Hat jemand eine Reparaturanleitung zu verkaufen? Im Voraus recht vielen Dank für evtl. Hilfe!!!! Tom
5 Antworten
Äh?
Zitat:
Die Deckeldichtung ist wahscheinlich nicht mehr gut, es tropft hier oben gerne mal etwas raus
Das sollte aber nicht sein.
Ansonsten hören sich kalte Hydrostößel beim Audi wirklich sehr elend an.
Mit anderem Öl kannst Du Glück haben, aber ich würd sagen das verzögert die Sache nur ein wenig.
An die Hydros kommt man verhältnismäßig leicht:
Erst muß der Zahnriemen runter, ist immer so ne Sache wenn man´s noch nicht gemacht hat, wegen den Steuerzeiten.
Dann muß nur noch der Deckel runter und die Nockenwelle raus. Dann kann man die Stößel schon wechseln.
Und beim Zusammenbau würde sich dann auch dein Problem mit der tropfenden Deckeldichtung erledigen, weil die dann auch gleich neu kommt
Der Zahnriemen sollte nicht das Problem sein, wenn Du Dich nicht von Audi veralbern läßt, sondern Kurbel- und Nockenwelle auf die richtige Markierung einstellst.
Der Rest ist in der Tat relativ einfach. Nockenwellenlager aber in der richtigen Reihenfolge von innen nach außen anziehen!
Bedanke mich erstmal bei euch beiden (pontibird und earnd) für die prompten Beiträge. Scheints ist so ein Hydro-Wechsel ja nicht sooo schwer. Habe übrigens schon mal einen alten Daihatsu Wildcat samt Motor komplett restauriert, aber da war der Motor noch ziemlich einfach aufgebaut. Also bis denn!
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hi
bei deiner KMstand können sollchen Geräusche mal vorkommen. Ich würde eh auf eine Ventilspielprüfung achten. Und das mit dem anderen Öl ist nicht die Lösung. Und wie geht es nun weiter, falls du mal die Ventilspiel prüfen möchtest:
Ventildeckel abnehmen
Zuerst muß die Benzinleitung am Kraftstoff-Vorratsbehälter abgebaut werden. Vorsicht beim Abziehen des Schlauches, er kann unter leichtem Druck stehen - also Lappen bereithalten. Die offenen Enden der Benzinleitung mit Klebeband sauber verschließen, denn ins Kraftstoffsystem darf unter keinen Umständen Schmutz eindringen. Daß bei derartigen Arbeiten nicht geraucht werden darf, sollte selbstverständlich sein.
Den Gaspedalseilzug am Vergaser aus seiner Halterung ziehen, er braucht aber nicht von der Drosselklappenbetätigung abgenommen zu werden. Die Befestigungen des Kabelstranges lösen und Kabel zur Seite schieben - nicht lösen.
Dann die acht Muttern des Ventildeckels gleichmäßig über Kreuz lösen. Die obere Zahnriemenabdeckung muß ebenfalls abgebaut werden, sie wird noch mit einer Inbusschraube SW 6 mm vorne gehalten. Danach können der Ventildeckel und seine darunter liegende Dichtung nach oben abgenommen werden. Nun kommt die Nockenwelle zum Vorschein, ggf. liegt ihr noch das sog. Öl-Schwallblech auf, das einfach herausgenommen werden kann.
Ventildeckel abgenommen. Man sieht die Nockenwelle mit ihren Nocken (1) und Lagern (2). Der Zahnriemen ist vom Nockenwellenrad abgenommen (nur erforderlich, wenn die Nockenwelle ausgebaut werden soll).
Bei der Arbeit darauf achten, daß kein Schmutz (Staub, Sand etc.) in den Motor fällt.
Ventilspiel prüfen
Die Ventilsteuerung erfolgt bei den älteren Maschinen (bis etwa 1985) über sog. Tassenstößel. Dabei handelt es sich um die Ventilbetätigungen, die durch die Nocken im richtigen Moment heruntergedrückt werden. Für die korrekte Funktion des Ventiltriebs muß das richtige Ventilspiel eingestellt sein. Bei dieser Gelegenheit sollte das Ventilspiel geprüft werden. Neuere Motoren besitzen sog. Hydrostößel, die das Ventilspiel automatisch ausgleichen, weshalb diese Wartung nicht erforderlich ist.
Das Ventilspiel bezeichnet den Abstand der Oberfläche des Tassenstößels und der Unterkante der Nocke, wenn ihre Spitze gerade nach oben zeigt. Zu kleines Ventilspiel kann unvollständiges Schließen der Ventile bewirken, so daß durch ständig an ihnen vorbeiströmende Abgase Hitzeschäden auslösen können. Zu großes Spiel bewirkt verzögertes Ventilöffnen und damit schlechtere Motorleistung, Ventilgeräusche und erhöhten Verschleiß.
Das Ventilspiel kann mit einer sog. Fühlerblattlehre (Abbildung) gemessen werden, die preiswert im Zubehörhandel erhältlich ist. Dabei handelt es sich um eine "Sammlung" unterschiedlich dicker Metallblättchen, die durch den Spalt gezogen werden können. Die Dicke desjenigen Blättchens, das gerade noch hineinpaßt, entspricht dem Spaltmaß, also dem Spiel.
Für die Audi-Motoren gelten folgende Spielwerte: Einlaßventile warmer Motor (>35°C Kühlertemperatur) 0,20-0,25 mm, Auslaßventile 0,40-0,50 mm. (Beim kalten Motor Einlaß 0,15-0,25 mm, Auslaß 0,35-0,45 mm.
Um das Ventilspiel aller Ventile zu prüfen, muß natürlich der Motor von Hand immer weiter gedreht werden, so daß die jeweilige Nocke nach oben zeigt. Dies macht man idealerweise mit einem 19 mm-Steckschlüssel, der auf die Kurbelwelle aufgesetzt wird (Gang herausnehmen). Niemals am Nockenwellenrad drehen, dabei könnte der Zahnriemen überspringen.
Die Auslaßventile sitzen immer näher an der Seite des Motors, also lautet die Reihenfolge der Ventile (vom in Fahrtrichtung vordersten Ventil aus gesehen) Auslaß Einlaß - A E - E A - E A, bzw. bei Fünfzylindermotoren A E - A E - A E - E A - E A.
Wenn das Ventilspiel im Rahmen der angegebenen Toleranzen liegt, braucht nicht eingestellt zu werden.
Zum Einstellen befinden sich oben auf den Tassenstößeln Distanzplättchen, deren Dicke das Ventilspiel bestimmt. Zum Einstellen muß die vorhandene Scheibe ausgebaut werden. Ihre Dicke in mm ist auf der Unterseite eingraviert. Aus der vorhandenen Dicke und der Differenz zum korrekten Spiel berechnet man die neu erforderliche Dicke und besorgt das entsprechende Plättchen bei der VAG-Werkstatt. Die neue Distanzscheibe mit ihrer Beschriftung nach unten wieder einsetzen, sonst verschwinden die Zahlen nach kurzer Zeit.
Das Ausbauen der Distanzscheiben erfordert VW-Spezialwerkzeug, dessen Anschaffung für Einzelfälle sicherlich nicht lohnt. Sollte das Spiel eingestellt werden müssen, kann der Bastler aber die Nockenwelle ausbauen (Mehraufwand). Damit werden die Tassenstößel von oben zugänglich und die Distanzplättchen können herausgehebelt werden.
Der Zusammenbau
erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Immer eine neue Ventildeckeldichtung verbauen. Die Muttern des Ventildeckels gleichmäßig über Kreuz bis auf 10 Nm anziehen (Feingefühl reicht aus).
Folgende "Kleinteile" nicht übersehen:
- Schwallblech oben auf der Nockenwelle. Es ist erst ab 1985 serienmäßig eingesetzt, kann bei älteren Maschinen aber nachgerüstet werden. Der Luftfilter bleibt dann geringfügig sauberer (Kurbelgehäuseentlüftung).
- Masseband von hinten rechts (vom Motorraum aus gesehen) am Ventildeckel vom Motor zur Karosserie
- Massekabel vom Ventildeckel zweite Schraube von vorne links zum Vergaser
- Schlauchschelle an der Benzinleitung festziehen
- Gaszug wieder an der alten Position in die Halterung schieben
- Kurbelgehäuseentlüftung
- Unterdruckschlauch vom Luftfiltergehäuse zum Vergaser
- evtl. gelöste Clipse zur Befestigung der Kabel/Schläuche wieder einhängen
- Inbusschraube vorne an der Zahnriemenabdeckung
keine Muttern, Unterlegscheiben, Inbusschlüssel etc. im Zylinderkopf liegen lassen!
Wenn noch was gibt es, frag mal.....
Viel Glück
Niko