Heilige Kühe Tempolimit/Gurtpflicht (OT aus "Airbags in Amerika")
Ich zieh die OT-Diskussion mal in einen neuen Thread 🙂
Zitat:
Das mit den "heiligen Kühen" mag stimmen --- aber davon ab spricht für die Gurtpflicht ALLES, für ein generelles Tempolimit NICHTS.
Nun, wir haben schon oft genug über ein generelles Tempolimit gesprochen, so dass eigentlich auch bei dir angekommen sein müsste, dass es AUCH Argumente dafür gibt (Sicherheit und Umwelt)
Gegen die Gurtpflicht hatten wir auch öfter schon Argumente...
Ein generelles Tempolimit würde im Übrigen dazu führen, dass man einige hohe Aufprallgeschwindigkeiten vollkommen aus der Betrachtung lassen könnte und daher bei der Fahrzeugkonstruktion die Crashsicherheit bei niedrigen Geschwindigkeiten verbessern könnte - hat also durchaus Auswirkungen auf andere Sicherheitselemente.
MfG, HeRo
29 Antworten
@VentoRenner:
Dass das Anlegen des Gurtes sinnvoll ist, dürfte den meisten hier klar sein. (Auch mir 😉 ). Dennoch finde ich, dass der Staat nicht das Recht hat, mir vorzuschreiben, einen Gurt zu tragen. Die Krankenversicherung hingegen schon. Natürlich ist es hart, jemanden sterben zu lassen, weil er sich falsch (oder gar nicht) versichert hat und dann ohne Gurt irgendwo vor fährt.
Aber hey, das ist meines erachtens die eigene Verantwortung.
Inwieweit ein Gurt hilft, im Sitz zu bleiben dürfte ich auch schon erfahren, als ich mal in einem fremden Auto (europäisches Ausland) gefahren bin, in dem es überhaupt gar keine Gurte gab!
Da rutscht man schon ziemlich auf dem Sitz rum... 😁
P.S.: Studierst du in Aachen?
Eigentlich sollte der Staat es gar nicht nötig haben den Bürgern vorzuschreiben, was sie zu tun haben. Wenn man aber verantwortungsbewusst und logisch handelt, dann tut man eh das, was in den Gesetzestexten steht. Das ist wie beim Grundgesetz, eigentlich braucht man das nicht, aber es gibt dann doch Zeitgenossen, die eben das nicht können, und es wurde dann doch irgendwann mal eine Verfassung aufgesetzt. Ich kann ja jetzt mal wieder ein bisschen überziehen und sagen wir schaffen alle Gesetze ab. Dann kommen Schwerverbrecher und Mörder ungeschoren davon. Gurtmuffel sind in der Regel keine Mörder. Aber sie schaden fahrlässig der Allgemeinheit. Deshalb brauchen wir dann ein Gesetz um die Leute in die Schranken zu weisen. (Ach wie schön war es noch, als wir nur Adam und Eva waren... 😉 Aber da haben wir ja auch schon gepfuscht und am Apfel geknabbert. hehe)
Oche? Joa, da wohne und studiere ich seit einiger Zeit. Aber hoffe, dass ich nächstes Jahr fertig bin. 🙄
Ich stimme mit dir bis auf den letzten Satz völlig überein.
Lediglich glaube ich, dass wir die Vorschrift nicht brauchen. Die paar Leute, die sich zwanghaft nicht anschnallen wollen, sollen eben anderwärtig vorsorgen (Gute Versicherung, Rücklagen, Testament...) 😉
Im übrigen werde ich auch bald in Aachen wohnen 😉
Zitat:
Original geschrieben von HeRo11k3
aber wenn hohe Geschwindigkeiten gar nicht erst gefahren werden, dürfte die "kritische" Geschwindigkeit (bis zu der es sich lohnt, die Knautschzonen auszulegen) noch weiter sinken.
Ich will damit auch nicht so einfach behaupten, dass "Tempolimit = mehr Sicherheit bei niedrigen Aufprallgeschwindigkeiten" aber es ist eine Größe, die bei der Entwicklung manche Dinge möglich macht.
Nein.
Ein generelles Tempolimit würde bei der Entwicklung nichts ermöglichen, da es nicht zu einer Herabsetzung einer "kritischen" Geschwindigkeit führen würde, wo auch immer die liegen mag.
Wenn Du auf der Landstraße mit einem LKW im Gegenverkehr kollidierst, hat sich das mit den ZWEI Knautschzonen weitgehend erledigt. Und die Differenzgeschwindigkeit Deines Autobahnbeispiels 140-->80=60 hast Du auf der Landstraße beim Zusammenstoß PKW abgebremst auf 10 und eingeratzter LKW mit 60 schon überschritten.
Soll heißen,
die Kriterien für die Crash-Sicherheit werden insbesondere durch die Landstraße vorgegeben. Denn da kommt man, ruckzuck, auf Differenzgeschwindigkeiten von 100 km/h, z.B. 2 PKW mit jeweils 50. Übertragen auf die Autobahn deckt man damit - bei überschlägiger Betrachtungsweise - auch PKW-PKW-Anstöße 100 auf 0 oder auch 200 auf 100 ab.
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Zitat:
Original geschrieben von Elk_EN
Und die Differenzgeschwindigkeit Deines Autobahnbeispiels 140-->80=60 hast Du auf der Landstraße beim Zusammenstoß PKW abgebremst auf 10 und eingeratzter LKW mit 60 schon überschritten.
Stimmt, die Landstraße setzt da noch ganz andere Anforderungen. Da sind es dann zwar andere Crash-Typen (Frontal gegen entgegenkommendes Fahrzeug, Frontal oder seitlich gegen Baum) als auf der Autobahn (Frontal ins Heck eines anderen Fahrzeugs) aber trotzdem hast du wohl Recht, da werden die Grenzen der Knautschzonen eher erreicht als auf der Autobahn. Hab ich vorhin oben überlesen, sehe ich gerade.
Und nein, ich habe jetzt keine Lust über ein generelles Tempolimit zu diskutieren - ich bin aber sehr wohl der Meinung, dass es Dinge gibt, die dafür sprechen.
Und darauf zielte im Übrigen der ganze Thread ab - wir sollten IMHO nicht so vollkommen verständnislos auf "die Amis" einschlagen, weil die dort in einigen Staaten keine Anschnallpflicht haben... dort wird dann eben argumentiert mit "Eine Einschränkung der persönlichen Freiheit muss gut begründet werden (mit einem Vorteil für die Allgemeinheit IMHO), was beim Tempolimit nicht schwer fällt (weniger Spritverbrauch->niedrigere Preise/Umweltschutz scheinen hier ja einige nicht als Argument gelten zu lassen, aber für mich wäre es z.B. eins), aber bei der Gurtpflicht kaum möglich sein dürfte (weil der Unfaller nur sich selbst schädigt)"
Aber einige hier scheinen nur ihre eigenen Argumente zu akzeptieren - da wollte ich ein bisschen dagegen halten.
MfG, HeRo
Zitat:
Original geschrieben von HeRo11k3
weniger Spritverbrauch->niedrigere Preise/Umweltschutz scheinen hier ja einige nicht als Argument gelten zu lassen, aber für mich wäre es z.B. eins
Abgesehen davon, daß hierüber oft falsche Vorstellungen kursieren, ist dies tatsächlich kein Argument. Ein Tempolimit ist nur zur Verkehrssicherheit oder zur Verbessereung des Verkehrsflusses möglich, allenfalls noch zum Lärm- und Emissionsschutz (bereits umstritten) --- keinesfalls jedoch zur Spritersparnis.
Was ja auch logisch ist: Schließlich zahlt jemand, der mehr Sprit verbraucht, ja auch mehr dafür, insbesondere mehr Steuern --- und tut damit dem Staat und der Allgemeinheit etwas Gutes 🙂
Hallihallo!
Ich gehöre auch zu denen, die gegen ein generelles Tempolimit sind.
Die Argumente, die auf den ersten Blick dafür sprechen, lassen sich weitestgehend aushebeln.
Fange ich mal an:
- Sicherheit: Gerade die nicht limitierten Autobahnen gehören zu den sichersten Straßen der Welt. Wo ein Tempolimit aus Sicherheitsgründen angebracht ist, existiert es meist schon lange. Wenn bei Unfallnachrichten von überhöhter Geschwindigleit die Rede ist, heißt das eigentlich nur, daß die Geschwindigkeit nicht den aktuellen Verhältnissen angepaßt ist/war. Was bringt ein generelles Tempolimit von sagen wir mal 130 km/h bei Glatteis, Schnee, starkem Regen oder dichtem Nebel? Da könnten auch 50 km/h hoffnungslos zu schnell sein.
- Umwelt: Die wenigsten Autos verbrennen den Sprit bei hohem Tempo ineffizienter als bei langsamer fahrt. Die Katalysator-Technik tut ihr Übriges. Einziges mir bekanntes Gegenbeispiel sind die alten Fiat Panda 1000, die den Kat bei Vollast überbrücken, um auf ihre 45 PS zu kommen, aber die laufen ja eh selten wirklich schnell.
- Verbrauch: Gelegentliches Ausfahren senkt den Verbrauch auf Dauer, da die Kanäle mal durchgeblasen werden und der Motor dann weniger Kraft gegen die Widerstände im Ansaug- oder Auspuffsystem aufwenden muß und genau diese Kraft kostet Sprit.
Da machen die wenigen Dauervollgasfahrer den Kohl auch nicht mehr fett.
- Lärm: Da, wo die höhere Lärmbelastung Anwohner stören würde, existiert in aller Regel bereits ein Tempolimit wegen Lärmschutz. Ein generelles Tempolimit würde also auch hier im Sande verlaufen.
Dann gibt es ja auch Argumente, die von sich aus schon gegen ein Tempolimit sprechen, z.B. "tested on German Autobahn" ist ein gutes Werbemittel für deutsche Autos im Ausland.
Zu Guter Letzt ist es tatsächlich so, daß ich schon zu den Schnelleren gehöre, wenn ich den 121 auf der Autobahn ausfahre (ca. 160 km/h). Selbst wenn ich mit 130 km/h fahre, ist die Zahl der von mir überholten PKW größer als die Zahl derer, die mich überholen.
Zu der Gurtpflicht möchte ich noch sagen, daß ich mich nackt fühle, wenn ich nur im Auto sitze und ich nicht angeschnallt bin. Dazu muß nicht einmal der Motor laufen.
Ich finde es schade, daß man das Anlegen des Gurtes vielen Leuten vorschreiben muß.
MfG Meehster
Zitat:
Original geschrieben von ubc
Was ja auch logisch ist: Schließlich zahlt jemand, der mehr Sprit verbraucht, ja auch mehr dafür, insbesondere mehr Steuern --- und tut damit dem Staat und der Allgemeinheit etwas Gutes 🙂
kein tempolimit -> schnellere durchschnittsgeschwindigkeit auf autobahnen -> erhöhter spritverbrauch -> erhöhte nachfrage nach kraftstoff bei gleichbleibendem angebot -> höhere preise -> schaden für die allgemeinheit.
dennoch bin ich gegen ein tempolimit. ich selbst fahre zwar fast nie schneller als 130, aber ich möchte mir die möglichkeit offen halten können... 😉
ich bin aber dagegen, dass die amis das tempolimit abschaffen, denn das würde die globale nachfrage deutlich erhöhen... mit den bekannten folgen.
Zitat:
Original geschrieben von pittiplatsch77
kein tempolimit -> schnellere durchschnittsgeschwindigkeit auf autobahnen -> erhöhter spritverbrauch -> erhöhte nachfrage nach kraftstoff bei gleichbleibendem angebot -> höhere preise -> schaden für die allgemeinheit.
Na, du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sich eine Verringerung der Nachfrage auf die Benzinpreise auswirken würde. Dieser Preismechanismus zeigt beim Kraftstoff eine erstaunliche Resistance. Egal wie stark die Schwankungen in kleineren Teilmärkten ausfallen: da stets von einer gleichbleibenden bis leicht steigenden Nachfrage ausgegangen wird, orientiert sich der Rohölpreis eher an der Verfügbarkeit und der politischen Stabilität der Förderländer, Natureinflüssen etc...
Ich glaube, ich weiß aber, weshalb es mittelfristig kein generelles Tempolimit (gTL) geben wird. Habe gerade mal folgende Rechnung durchgeführt: Wäre die Folge des gTL eine Reduzierung des Flottenverbrauchs von 9,2L auf 8,4L/100km, dann würde bei 40 Mio. PKW, die monatlich 1.000 km zurücklegen, die deutschen Einnahmen aus der Mineralölsteuer bei 73 ct./L monatlich um 233 Mio. EUR sinken. 😰 Im Jahr sind das dann mal schlapp 2,8 Mrd. EUR. 😰
Okay, die Rechnung hinkt ein wenig, da viel zu ungenau, aber die Richtung stimmt näherungsweise. Diese Rechnung ist jetzt ohne Wertung zu verstehen. 😉 Aber es könnte ein Hinweis auf die Stärke der Schnellfahrer-Lobby in Regierungskreisen sein.
Greetz
Kurve2
Zitat:
Original geschrieben von ubc
Abgesehen davon, daß hierüber oft falsche Vorstellungen kursieren, ist dies tatsächlich kein Argument. Ein Tempolimit ist nur zur Verkehrssicherheit oder zur Verbessereung des Verkehrsflusses möglich, allenfalls noch zum Lärm- und Emissionsschutz (bereits umstritten) --- keinesfalls jedoch zur Spritersparnis.
Warum? Weil mit mehr Spritverbrauch mehr Steuern gezahlt werden? Das ist doch nicht der einzige Einfluss auf die Allgemeinheit...
(auch wenn ich durchaus glauben mag, dass das politische Entscheidungen zu dem Thema beeinflusst)
Zitat:
kein tempolimit -> schnellere durchschnittsgeschwindigkeit auf autobahnen -> erhöhter spritverbrauch -> erhöhte nachfrage nach kraftstoff bei gleichbleibendem angebot -> höhere preise -> schaden für die allgemeinheit.
Genau so sehe ich das. Wobei niedrigere Preise erst dann eintreten würden, wenn die Nachfrage weltweit sinkt - davon sind wir weit entfernt. Aber immer nur auf die anderen zu schauen "sollen die Amis doch mal ihre Spritfresser abschaffen" ist irgendwie nicht zielführend - Deutschland liegt auf der Erdölverbrauchsliste weltweit immerhin an fünfter Stelle.
Das sollte man zumindest als Argument zulassen - wenn man dann trotzdem zu dem Schluss kommt, ein Tempolimit sei nicht sinnvoll, ist das ja durchaus nachvollziehbar, aber einfach Argumente auszuschließen...
MfG, HeRo
Zitat:
Original geschrieben von HeRo11k3
Warum? Weil mit mehr Spritverbrauch mehr Steuern gezahlt werden? Das ist doch nicht der einzige Einfluss auf die Allgemeinheit...(auch wenn ich durchaus glauben mag, dass das politische Entscheidungen zu dem Thema beeinflusst)
Es war auch einer der Gründe, warum die Rot-grüne Bundesregierung nach ihrem Amtsantritt 1998 kein gTL eingeführt hat.
Ok, Schröder war ohnehin dagegen, aber z.B. Lafontaine dafür --- der wurde dann Finanzminister, war auf jeden Steuergroschen angewiesen, und das gTL verschwand in der Mottenkiste.
Zum Ölpreis: Der ist v.a. durch die Spekulationsblase so hoch, hinzu kommt ein z.Z. gut funktionierendes OPEC-Kartell. Beides war vor einigen Jahren noch anders und kann sich auch wieder ändern.
Kaum ändern werden sich jedoch die zu geringen Förderkapazitäten in den OPEC-Staaten und die zu geringen Raffineriekapazitäten in den USA. Dafür wären nämlich Investitionen nötig, die sich beim gegenwärtigen Ölpreisniveau zwar lohnen würden --- doch da niemand weiß, ob der Ölpreis nicht wieder deutlich sinken wird, werden diese Investitionen eben unterlassen.
Ein klassischer Teufelskreis also.
Zitat:
Original geschrieben von Kurve2
Aber es könnte ein Hinweis auf die Stärke der Schnellfahrer-Lobby in Regierungskreisen sein ...
Das halte ich für einen durchaus nachvollziehbaren Ansatz. Ich weiss noch als der sächsische Landtag abwechselnd in Dresden bzw. Leipzig getagt hat, wurde auf der A14 (verbindet die beiden Städte) kurzerhand das Tempolimit aufgehoben. Und die A14 war damals in einem eher schlechten Zustand. Soll mal keiner glauben, dass die Abgeordneten völlig an ihren eigenen Interessen vorbei entscheiden.
Gruß DVE
Zitat:
Original geschrieben von meehster
Dann gibt es ja auch Argumente, die von sich aus schon gegen ein Tempolimit sprechen, z.B. "tested on German Autobahn" ist ein gutes Werbemittel für deutsche Autos im Ausland.
In den USA gibt es Autoaufkleber, die sich Deutschland-Besucher ab und zu ankleben: "I survived German Autobahn".
Die wären dann ja auch nicht mehr verkaufbar. So gesehen hätte ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen globale auswirkungen! Evtl. würde das die nächste Weltwirtschaftskrise heraufbeschwören!
Ciao!
Wenn das wirklich solche Auswirkungen haben könnte, sollte man lieber alles so lassen wie es ist.
Es lebe die Organisation der Organisierten!
Gruß DVE
Trifft der Thread gerade gut.
Meine Ex hatte letzte Woche einen Autounfall und liegt noch im Krankenhaus. Weiss nicht warum, weil ich das so von ihr nicht kenne, aber sie war NICHT angeschnallt. Knallte mit dem Kopf gegen die Beifahrerscheibe und flog aus dem Auto. Große Wunde am Kopf, Glassplitter im Gesicht, Schürfwunden fast am ganzen Körper und ein gebrochenes Bein. Kann grad schlecht reden und sich fast garnicht bewegen.
Der Fahrer dagegen war angeschnallt und kam mit Rippenbrüchen davon.
Wenn immer noch jemand der Meinung ist sich nicht anschnallen zu müssen, wünsche ich dem Jenigen das er niemals die gleiche Erfahrung macht.
Gruß
Ercan