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Gibt es schon eine Initiative zum "Recht auf Reparatur für E-Autos"?

Themenstarteram 27. Oktober 2022 um 0:14

Hallo allesamt.

Mich würde interessieren, ob und wenn ja welche Initiativen es gibt, um Elektroautos abseits vom Hersteller reparieren zu können bzw. auch gerne, welche Hersteller sich kulant zeigen und gerne auch warum das kulant ist.

Es ist bekannt, dass z.B. französische Hersteller schon vor vielen Jahren verhindert haben, dass modernere Zellen in den verbauten Akkupacks funktionieren (habe ich z.B. auch hier im Forum gelesen). Bei kleineren "Elektrogeräten" hat die EU verboten, dass Geräte unreparierbar sind.

z.B.

https://www.vde.com/tic-de/news/2021/recht-auf-reparatur

Mich würden Initiativen für die Zukunft wie auch das jetzige Verhalten der Hersteller interessieren. Gerne auch spezialisierte Webseiten, die Daten dazu sammeln bzw. sich für Reparierbarkeit einsetzen. Auch, in wie weit reverse Engineering legal in der EU ist. Es gibt ja inzwischen auch genug E-Autos, die raus aus der Garantie sind und trotzdem keinen gemieteten Akku haben.

Was ich hier nicht diskutieren möchte, ob Verbrenner nicht doch überlegen sind (bei meinem C350e weiß ich das sowieso -> der hat im Gegensatz zu meinem E-Motor mit 60 PS ja 211 PS) und ob die Energiewende unser Untergang ist (ja, früher war schon immer alles besser). Dafür macht bitte einen eigenen Thread auf. Danke für euer Verständnis ;-) .

Edit - hätte ich fast vergessen: Früher lag bei einem UKW-Radio häufig ein Schaltplan bei. So etwas in der Art (aber in modern -> so stellt man die Steuergeräte richtig ein) fände ich gut, wenn das für Akkus verpflichtend würde - natürlich incl. der Möglichkeit, das auch wirklich zu reparieren.

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16 Antworten

Hallo,

schon mal versucht, ne Kurbelwelle vom Fiat in nen Mercedes einzubauen? Wird auch nicht funktionieren...

Und was ausser Motor und Akku ist beim E-Auto anders als beim Verbrenner? Radaufhängung, Karosse, Bremsen usw. werden auch beim E-Auto nicht unter Strom stehen und keine weltbewegende neue Geheimtechnik sein...

Und wenn beim Verbrenner ein Kolbenfresser auftritt, wirst auch keinen Zylinder abschrauben und nen neuen hinspaxxen können...

Mfg

Hermann

Pfff, hee. Das ist jetzt keine Kurbelwelle sondern ein dämlicher Akku. Zumindest soweit das Standardzellen wie z.B. bei Tesla bis anhin verbaut sind, sollte das erlaubt sein dass spezialisierte Betriebe kaputte Zellen austauschen oder einen abvibrierten Kontakt flicken dürfen. Dazu muss der Akku zugänglich sein und nicht auf nimmerwiedersehen mit der Karosse verklebt und vergossen werden.

War es nicht Apple die wegen geplanter Obsoleszenz via der bescheidenen Lebensdauer der nicht austauschbaren Akkus auf die Finger geklopft bekommen hat?

Ich hab einen i3 aus Karbon, Kunststoff und Alu. Da rostet nix. Das Ding ist für die Ewigkeit gebaut. Stell Dir vor der Akku wäre nicht austauschbar/reparierbar (wie oben befürchtet) und du müsstest das Auto wegwerfen nur weil der Akku schlapp ist.

Zitat:

@hermann.a schrieb am 27. Oktober 2022 um 09:53:34 Uhr:

Hallo,

schon mal versucht, ne Kurbelwelle vom Fiat in nen Mercedes einzubauen? Wird auch nicht funktionieren...

....

Und wenn beim Verbrenner ein Kolbenfresser auftritt, wirst auch keinen Zylinder abschrauben und nen neuen hinspaxxen können...

Mfg

Hermann

Aber für Kurbelwelle und Kolben und... gibt es Drittanbieter die so etwas auch liefern können.

OK, teilweise zu "etwas" höheren Preisen.

Bei Akkus gibt es so etwas (noch) nicht.

Wenn hier der Hersteller sagt dass die Garantie abgelaufen ist und kein Ersatz mehr lieferbar dann ist das Fahrzeug quasi Schrott.

 

Hallo,

mit ist schon klar, dass der Markt das _noch_ nicht hergibt. Aber es wird ja grad so getan, als ob man nicht mal mehr das Wischwasser selbst nachfüllen kann, nur weils ein E-Auto ist...

@Woeufu: Ich weiß jetzt nicht, wer intelligenter ist, eine Kurbelwelle, oder ein Akku. Fakt ist halt auch, dass die meisten Teile typspezifisch sind, und sich halt nicht quer durch das Fahrzeugangebot durchtauschen lassen.

Mfg

Hermann

Sie lassen sich aber durch baugleiche Teile ersetzen, außer der Hersteller verhindert das, indem er keine liefert und die Reparatur oder den Ersatz verhindert. Ersatzteil für den Akku wäre dann ein neues Auto. Echt umweltfreundlich!!!!

Zitat:

@hermann.a schrieb am 27. Oktober 2022 um 12:01:35 Uhr:

 

als ob man nicht mal mehr das Wischwasser selbst nachfüllen kann, nur weils ein E-Auto ist...

Die Tendenz ist klar. Alle Komponenten werden verdongelt, so dass sich ausschliesslich Teile vom OEM kombinieren lassen. Fängt beim Bosch-E-Bike an, geht über PV-Speicherbatterien und ist bei Autos sicher nicht anders. Entweder hackst Du die geheime Bus-Komunikation der Komponenten und fälschst sie nach oder du wirfst das Auto weg wenn der Hersteller keine Teile mehr liefern will oder die unanständig teuer sind.

Hallo,

und das trifft nur die Anbauteile von E-Autos?

Mfg

Hermann

Niemand verdongelt die Kurbelwelle oder den Kolben eines Verbrenners.

OK, teilweise Motor mit Getriebe.

Der Ford BOB(?) Motor funktioniert nur mit dem passenden Automatik Getriebe Typ. In dem Sinn also keine richtige Verdongelung.

Weshalb ich denke das Signal kann man auslesen und fälschen. Wenn sich jemand die Mühe machen will.

Das war aber auch vor 30(?) Jahren.

Heute ist der Akku eine Komponente die mit Leistungselektronik und Steuer- bzw. Kontrollelektronik verbunden bei der eine Verdongelung nur ein paar Byte mehr bedeutet.

Und der Akku ist eine Komponente die altert.

Im Stand und bei der Nutzung.

Es müsste m.M. nach schon eine gesetzliche Regelung kommen, die es Drittanbietern erlaubt, Akkus zu reparieren oder sogar zu verbessern, indem defekte Zellen ausgetauscht werden. Ein neues Geschäftsmodell auch für "Tuner", z.B. die Reichweite zu erhöhen.

Erlaubt ist es doch, denn es ist nicht verboten.

Also eher ermöglichen indem verdongelung und verkleben quasi verboten werden.

Themenstarteram 27. Oktober 2022 um 23:18

Danke für eure Antworten.

Es müssten außerdem Schaltungen verboten werden, die ein Aufrüsten verhindern. Also dass die Elektronik abschaltet, wenn eine bestimmte Ladungsmenge überschritten wird. Bzw. müsste diese Größe anpassbar sein. Klar, wenn ein anderer Zelltyp eingesetzt wird, dann spielt jedes BMS verrückt, wenn es nicht völlig frei konfigurierbar ist (bei ähnlicher Spannung wäre es natürlich gut, wenn das auch konfigurierbar wäre). Aber größere Zellen mit der gleichen Zellchemie sollten nicht stillgelegt werden dürfen.

Natürlich muss man sehen, dass das Ganze sicher bleibt. Wenn jeder Hobbyschrauber am Ladesystem tunen darf, dann hätten wir wahrscheinlich wirklich viel mehr Elektroauto-Brände. Das heißt, dass für bestimmte Zelltypen die Herausgabe von Informationen nur gegen "Nachweis von Kompentenz" geschehen sollte.

Aber für bestimmte Typen gilt das auch nicht. Z.B. Lithium-Eisenphosphat (LFP) ist von sich aus sicher. Es gibt weitere.

Und mich würde weiterhin interessieren, ob irgendwo schon so etwas am besten herstellerübergreifend untersucht wird und ob es Initiativen in diesem Bereich gibt.

Zitat:

@OpenSourceFan schrieb am 27. Oktober 2022 um 23:18:20 Uhr:

Klar, wenn ein anderer Zelltyp eingesetzt wird, dann spielt jedes BMS verrückt,

Eigentlich nicht. Es überwacht ja nur die Extremlagen ganz voll, ganz leer, und die liegen immer am selben Ort (Ok LiFePO4 hat eine andere Zellspannung, aber so schlau sollte der Reparateur/Tuner dann schon sein...)

Das was danach eine Fehlweisung haben könnte wäre die Reichweitenanzeige im Fall die Amperestunden mitzählt. Aber dann gibt es halt ein Zusatzinstrument am Armaturenbrett.

Zitat:

@Woeufu schrieb am 27. Oktober 2022 um 11:05:00 Uhr:

War es nicht Apple die wegen geplanter Obsoleszenz via der bescheidenen Lebensdauer der nicht austauschbaren Akkus auf die Finger geklopft bekommen hat?

Ja, aber von Leuten die wenig Ahnung haben, da ist ein Moosgummistreifen schon "irreparabel". Gerade bei Apple hast du auch bei alten Smartphones überhaupt kein Problem Ersatzteile zu bekommen, du bekommst für ein 10 Jahre altes Notebook noch regelmäßig Softwareupdates und es repariert fast jeder Handyladen.

Das "Recht auf Reparatur" wird IMHO etwas überzogen, es muss IMHO nicht jeder Laie Reparaturen durchführen können, schon gar nicht an Hochvoltsystemen. Verdongelung sehe ich hier als guten Schutz an, es muss jedoch die Möglichkeit geben dass auch freie Werkstätten diese aufheben bzw. neu programmieren zu können.

Ist ja heute im Autosektor schon so, Fehlerspeicherauslesen, Reparaturanleitungen etc.. sind alle für alle Werkstätten verfügbar. Das Gejammere kommt daher dass die Hersteller diese Dinge halt nicht kostenlos zur Verfügung stellen und immer Wege gesucht werden da herum zu kommen.

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