Geldstrafe statt Punkteabzug für Ferrari
Paris (rpo). Das World Council des Automobil-Weltverbandes (FIA) hat die "Teamorder-Affäre" beendet: Das Ergebnis des Großen Preises von Östereich bleibt bestehen, allerdings muss das Ferrari-Team eine drastische Geldstrafe zahlen.
Michael Schumacher wird der Sieg beim Großen Preis von Österreich nicht aberkannt. Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes (FIA) entschied in Paris, dass Ferrari und seine beiden Piloten Michael Schumacher und Rubens Barrichello für das Verhalten auf dem Siegerpodium jedoch gemeinsam eine Strafe von einer Million Dollar zahlen müssen. Die Hälfte der Summe wird für ein Jahr ausgesetzt und wird nur dann fällig, wenn sich ein derartiger Vorfall innerhalb der nächsten zwölf Monate wiederholen sollte.
Sanktionen gegen die beiden Fahrer auszusprechen, sei jedoch nicht möglich, weil "beide vertraglich daran gebunden sind, die Anweisungen des Teams auszuführen", entschied der Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes FIA laut seiner in Paris veröffentlichten Erklärung. Dennoch "bedauert" der Weltrat, in welcher Weise die Teamanordnungen gegeben worden seien. Auch Ferrari wurde dafür nicht bestraft mit Hinweis auf das "traditionelle Recht eines Teams", die Rangfolge seiner Fahrer zu bestimmen. "Mit einigem Widerwillen" sei deshalb von Sanktionen abgesehen worden.
Barrichello hatte beim Großen Preis von Österreich am 12. Mai deutlich geführt, musste aber auf Anordnung seines Teams den zweitplatzierten Schumacher passieren und gewinnen lassen. Schumacher wurde vorgeworfen, gegen die Regeln verstoßen zu haben, weil er seinem Teamkollegen bei der Siegerehrung und der anschließend offiziellen FIA-Pressekonferenz jeweils in die Mitte gebeten hatte.
Das Verhalten auf dem Siegerpodium sei deshalb zu bestrafen, weil es "die Pflicht jeden Teams ist, dass die vertraglich gebundenen Fahrer sich an die Podiums-Prozeduren halten und nicht in irgendeiner Weise die nationalen Autoritäten des Landes brüskieren, in dem der Grand Prix stattfindet". Auf dem Podium hatte Schumacher zunächst die Siegertrophäe aus den Händen des österreichischen Kanzlers Wolfgang Schüssel entgegengenommen und dann an Barrichello weitergereicht. Außerdem hatte der Deutsche dem Brasilianer den Platz auf dem obersten Podest überlassen.
4 Antworten
Die Urteilsbegründung des Motorsport-Weltrats im Wortlaut
Paris (rpo). Nach Prüfung des Berichts des Rennbeobachters und der Anhörung der drei Betroffenen Parteien, Rubens Barrichello, Michael Schumacher und Ferrari, hat der Motorsport-Weltrat folgenden Beschluss gefasst.
Das Rennen:
Der Weltrat bedauert die Art, in der die Stallorder beim Großen Preis von Österreich angeordnet und ausgeführt wurde. Dennoch ist es für das Council unmöglich, Sanktionen gegen die Fahrer auszusprechen, weil beide vertraglich an Anweisungen ihres Teams gebunden waren.
Das Council erkennt zudem das langjährige und traditionelle Recht eines Teams an, die Rangfolge seiner Fahrer in der Weise zu bestimmen, wie es glaubt, beide Weltmeisterschafts-Wertungen am ehesten gewinnen zu können. Unter diesen Umständen hat das Council mit einigem Widerwillen entschieden, dass es gegen die Stallorder der Scuderia Ferrari beim Grand Prix von Österreich nicht aktiv werden kann.
Die Siegerehrung:
Den Vorschriften für die Siegerehrung wurde nicht entsprochen. Als Zweitplatzierter stand der Brasilianer Rubens Barrichello auf dem obersten Podestplatz, während die deutsche Nationalhymne für Michael Schumacher gespielt wurde. Michael Schumacher betrat dann die oberste Stufe und beide Fahrer - anstatt nur des Siegers - standen dort, als die italienische Nationalhymne gespielt wurde. Michael Schumacher nahm die Trophäe für den ersten Platz vom österreichischen Kanzler in Empfang, ohne ihm die Referenz zu erweisen, übergab die Trophäe an Rubens Barrichello und nahm dann die Trophäe für den zweiten Platz vom österreichischen Vize-Kanzlerin entgegen.
Es ist die Verpflichtung eines jeden Teams, dass seine vertraglich gebundenen Fahrer die Prozedur der Siegerehrung einhalten und in keiner Weise die nationalen Autoritäten des Gastgeberlandes brüskieren. Der Motorsport-Weltrat hält Rubens Barrichello, Michael Schumacher und die Scuderia Ferrari für schuldig, gegen Artikel 170 des sportlichen Reglements verstoßen zu haben.
Der Motorsport-Weltrat verhängt eine gemeinsame Strafe von einer Million US-Dollar gegen die Scuderia Ferrari, Michael Schumacher und Rubens Barrichello, die zur Hälfte sofort zu zahlen ist und zur Hälfte für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Strafe tritt sofort in Kraft, sollte ein ähnliches Vergehen innerhalb der nächsten zwölf Monate noch einmal vorkommen.
Ein paar Punkte hätten Sie ja schon abziehen können. Zumindest die 16 Punkte vom Teamkonto aus Österreich.
Dadurch das die Punkte erhalten bleiben bekommen die bei Ferrari noch nach dem komplizierten Schlüssel Geld. Mit diesem Geld können Sie die dämlich Strafe doch locker bestrafen.
Das Problem war also nicht die Teamorder. Wäre ja auch dämlich gewesen. Aber wegen der doch eher sympatischen Aktion auf dem Podest eine Strafe zu verhängen ist noch dämlicher. Naja was sollte man denn erwarten.
Wenigstens hat man nicht willkürlich in die WM eingegriffen.
Ich halte die Strafe für völlig gerechtfetigt alles andere wäre eine einzige Lüge gewesen. Dann hätte es nach dem letztenn Rennen auf dem Nürburgring auch eine Strafe geben müssen. Nur hieß da die Teamorder den Versuch zu überholen nicht durchzuführen und hinter Barri zu bleiben. NAch dem großen Trara hätte die Fia aber wahrscheinlich auch ihr Gesicht verlohren, wenn die jetzt garnichts gemacht hätten.
Hallo @all,
die höhe der Summe ist doch für Schumi und Ferrari eher lächerlich. Die hätten lieber gar nichts gemacht, als Wochenlang groß ankündigen und dann eine Geldstrafe auszusprechen. Die Strafe dann noch wegen der Fairen Geste von Schumi.....ohne Worte.
Cu Moonricky 🙂