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Gehaltsumwandlung

Themenstarteram 15. August 2009 um 10:16

Guten Morgen,

ich habe von meinem AG das Angebot bekommen, anstelle einer Gehaltserhöhung ein Leasingfahrzeug über die Firma zu erhalten.

Nun meine Fragen:

- Ich muß ja dann 1% vom Listenwert versteuern. Das wären ca. 500,-- Euro. Mit welchem Steuersatz

wird das versteuert?

- Das Fahrzeug wird ausschließlich privat genutzt, da der AG nur ein paar hundert Meter entfernt ist.

Dann betrifft die Versteuerung mit 0,03 % pro km die komplett gefahrenen km, oder ?

- Durch die Versteuerung mit 1% vom Listenpreis, müsste sich ja mein jetziges Nettogehlat verringern.

Da ich ja das Leasingfahrzeug zusätzlich zu meinem jetzigen Gehalt bekommen würde, möchte ich

natürlich keine Einbussen haben. Wie wird das dann geregelt, wird hier zusätzlich nochmals das

Gehalt erhöht? Oder wie ist das üblich?

- Was passiert mit meiner bisherigen Kfz-Versicherung, kann die übertragen werden und falls ja kann

ich die dann auch wieder zurückbekommen falls ich mal den AG wechsle oder kein Fahrzeug mehr

bekomme? AG bezahlt dann auch die Versicherung.

- Gibt es irgendwo Vorlagen für Vertäge zwischen AG und AN die das dann regeln?

So das sind erstmal meine ersten Gedanken, ich werde selbstverständlich auch noch meinen Steuerberater fragen, möchte aber bei dem Gespräch mit ihm dann schon selber einige Vorinformationen haben um auch die richtigen Fragen stellen zu können.

Vielen Dank für die Antworten

Thomas

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14 Antworten

Du musst 1% vom Listenpreis zzgl. 0,03% pro Kilometer, also bei dir 1,03% vom Listenpreis pro Monat versteuern und sozialversichern. Der Steuersatz hängt von deinem Einkommen ab. Aber geh mal ncl. Sozialabgaben von rd. 50% aus (möglicherweise auch mehr, Steuerklasse I). Somit sinkt dein nettoeinkommen. Der AG hat hiervon nichts, da iese Beträge an das Finanzamt und Sozialversicherungen weitergeleitet werden.

Meist ist es so, dass der Arbeitgeber dir gestattet, den Wagen privat zu nutzen. Er zahlt meist die benzinkosten, Inspektionen, KFZ-Steuern, versichrungen. Deine bisherige Versicherung brauchst du nicht mehr. Sprich mit deiner Versicherung, was zu tun ist, um die bisherige SF zu sichern.

Hau die Daten mal in diesen Rechner: http://firmenwagenrechner.spiegel.de/

Vers. ist Sache des AG. Der Trick ist ja eben, daß der AG alle Kosten übernimmt (Werverlust, Steuer, Vers, Rep., Sprit), Du versteuerst dafür 1% plus die Entfernungs-KM. Wenn 1% 500E sind und Du 45% Steuern zahlst, dann kostet Dich der Betrieb/Unterhalt eines Autos 45% von 500E, mehr nicht. Für den AG und Dich ist das sinnvoller als Dir einfach so 300E mehr zu geben, da dann AG-Beiträge etc. anfallen würden. Die Firma hat natürlich auch höhere Kosten, die wiederum die Steuerlast drücken.

Deine eigene Versicherung kannst Du ruhen lassen, bzw. Deinen Rabatt bis zu 7 Jahre einfrieren.

Falls ich falsch liege, korrigiert mich.

BG

Volvocrasher

Themenstarteram 15. August 2009 um 10:57

Hallo,

danke schonmal für die Antworten.

Welche Lesingrate wird eigentlich für den geldwerten Vorteil zu Grunde gelegt, die Netto- oder Bruttoleasingrate?

Gruß

Thomas

Die Leasingrate hat damit überhaupt nichts zu tun. Die Leasingrate ist ja total variabel und errechnet sich u.a. aus Laufzeit, km/Jahr, Anfangs-/Schlussrate etc.

Es wird lediglich der Bruttolistenpreis herangezogen. Dies ist der Preis der beim Händler im Prospekt steht (Rabatte können zwar den Leasingpreis drücken, der Listenpreis bleibt unverändert).

Dieser Bruttolistenpreis + Entfernung Wohnung -> Arbeit werden versteuert.

Also:

Auto kostet 50.000€.

Hiervon nun 1%: 500€

Bei einem Kilometer Entfernung: 15€

Angenommen du verdienst 3000€ brutto im Monat erhälst du 3515€ Brutto.

Dieser Betrag ist komplett sozialversicherungspflichtig. (Ja, auch für ein Auto muss man Krankenkasse und Rente bezahlen ;)) Hier gehen nun alle Abgaben ab und du erhälst einen Nettobetrag. Von diesem Nettobetrag gehen nun die 515€ ("Geldwerter Vorteil") ab. Da sie dir aber Brutto draufgeschlagen worden sind, ist es eben weniger als 515€ die dir unterm Strich fehlen.

Da du den Wagen komplett privat nutzen kannst, ist es i.d.R. ein deutlicher Vorteil für dich da du deinen Privatwagen nicht mehr brauchst und nicht mehr unterhalten muss.

Ich schätze der Dienstwagen wird dich Netto irgendwas zwischen 200 und 250€ kosten. Dein AG bezahlt Tanken, Versicherung, Inspektionen, Verschleiss, neue Reifen (Sommer wie Winter), GEZ, Steuern, etc. Das schaffst du privat nie!

Und ein Wagen für 50k€ ist doch schon fein ;) Und meistens gibts nach 3 Jahren ein neues Auto. Versuch das mal für 250€ im Monat. Der Betrag deckt nichtmal die Leasingraten!

Kleiner Tipp noch: Vereinbare mit deinem AG dass auch deine Frau das Auto fahren darf, dass ihr damit in Urlaub dürft, und dass die Firma die SB im Schadensfall übernimmt!

Zitat:

Original geschrieben von volvocrasher

Vers. ist Sache des AG. Der Trick ist ja eben, daß der AG alle Kosten übernimmt (Werverlust, Steuer, Vers, Rep., Sprit)

Ne, etwas anders läuft es schon.

Anstelle einer Gehaltserhöhung erhält er einen "Dienstwagen" mit einer Rate, die der Erhöhung enspricht.

Daraus folgt: Rate ist größtenteils SELBST zu zahlen. Sprit, Versicherung auch. Gehaltsumwandlung ist kein Dienstwagen! Endet das Arbeitsverhältnis, nimmt der AN den Wagen mit!

Der Vorteil besteht darin, daß die Bemessungsgrundlage (für Abgaben) verringert wird, demzufolge kann das Nettogehalt dadurch steigen.

Brutto - Gehaltsumwandlung (Rate +USt) + geldwerter Vorteil (1%Regel, Arbeitsweg) = Bemessungsgrundlage ("neues Brutto")

Damit das sinnvoll ist, muß also:

Gehaltsumwandlung (Rate +USt) + geldwerter Vorteil (1%Regel) unter der Gehaltserhöhung bleiben, hier die 500€.

Bzw "Gehaltsumwandlung (Rate +USt)" > geldwerter Vorteil (1%Regel, Arbeitsweg)

Andere Vorteile gibt es nicht, es ist ein Steuersparmodell für AN und AG.

Das lohnt sich also nur, wenn man sowieso ein Auto (privat) leasen will, für die meisten rechnet es sich nicht.

Hier in der Tabelle wird es evtl anschaulicher:

http://www.focus.de/.../...beispiel-1-lohnender-tausch_aid_344114.html

 

 

 

Um das noch mal deutlich auszudrücken:

Der Arbeitgeber zahlt keinen Cent mehr als bei einer Gehaltserhöhung. Er bietet es an, weil sein Anteil an den Sozialabgaben sinkt. Er spart Abgaben, das Angebot einer Gehaltsumwandlung ist reine Kostenminimierung, nichts anderes und erst recht kein Geschenk. Einen Wagen im Gegenwert von 50k wird es bei 500 im Monat auch nicht geben.

Ah...sorry...hatte es so verstanden, dass der AG alle laufenden Kosten übernimmt und er nur den geldwerten Vorteil zu "zahlen" (also zu versteuern) hat.

So läuft es nämlich bei mir, daher dachte ich dass der TO die gleiche Konstellation hat/bekommt.

Kein Problem, Du meinst es im Gegensatz zum Arbeitgeber ja auch gut mit dem TE :D

Zitat:

Original geschrieben von LC5L

Zitat:

Original geschrieben von volvocrasher

Vers. ist Sache des AG. Der Trick ist ja eben, daß der AG alle Kosten übernimmt (Werverlust, Steuer, Vers, Rep., Sprit)

Ne, etwas anders läuft es schon.

Anstelle einer Gehaltserhöhung erhält er einen "Dienstwagen" mit einer Rate, die der Erhöhung enspricht.

Daraus folgt: Rate ist größtenteils SELBST zu zahlen. Sprit, Versicherung auch. Gehaltsumwandlung ist kein Dienstwagen!

....

Hier in der Tabelle wird es evtl anschaulicher:

http://www.focus.de/.../...beispiel-1-lohnender-tausch_aid_344114.html

aber auch nicht viel ;) Daß es so etwas wie Gehaltsumwandlung gibt, habe ich erst heute erfahren (Danke an den Focus)

500E mehr in der Lohntüte ungleich ein Auto für 500E, das ist klar oder eben auch nicht. Für den Nettoanteil der 500 kann man eigentlich kein neues Auto mit Werverlust etc. unterhalten. Selbst wenn der Sprit privat zu tragen ist.

Aber ich verstehe es richtig, daß Gehaltsumwandelung nicht gleich GEhaltserhöhung ist, oder?

Anhand des verlinkten Beispiels:

Hoffentlich ist es jetzt verständlicher (mit Firmenwagen/ ohne FW)

Nettogehalt: 23 406,19 / 27.486,00

monatlich: 1.950,52 / 2.290,50

Differenz = 339,98 Monat

Also entweder 1.950,52 netto, dafür einen Leasingwagen (Passat) inkl. und es kommen nur noch Kosten für Benzin hinzu (dann muß es aber ein Full-Service-Leasing sein!) oder 2.290,50 netto und das Auto ist reine Privatsache inkl. aller Kosten, die es nach sich zieht.

Gehaltsumwandlung ist nicht gleich Gehaltserhöhung. Aber bei einer Erhöhung ist die Erhöhung via Umwandlung "billiger" für den AG als eine normale Bruttoerhöhung. Deshalb machen sie ja Werbung dafür.

Man kann übrigens auch für Altersvorsorge umwandeln nach einem ähnlichen Schema.

http://www.tarifcheck-versicherung.com/...iebliche-altersvorsorge.html

Allerdings mit einem Problem: http://www.test.de/.../

Hallo,

ich möchte gerne etwas ergänzen.

Es ist natürlich schwer, allgemeine Annahmen als Berechnungsgrundlage zu nehmen. (Einkommen oberhalb Beitragsbemessungsgrenzen ja/nein, Steuerklasse?, welcher Wagen, welche Kostenv werden übernommen , Nutzung im Urlaub ja / nein ? - auch im Ausland? :D, nach Kündigung / während der Freistellung etc.)

Aber ich rechne mal ( Einkommen 4000.- Euro/Monat, StKlasse 1, KiSteuer ja, keine Kinder), Entfernung Wohnung/Arbeitsstätte 0 km!

So sieht meine Rechnung aus ( fiktive Zahlen )

Einkommen bisher : 4000.- / Monat = Netto 2216.- Nun kommt statt der Gehaltserhöhung der Firmenwagen hinzu (40.000 Euro), dann ist das neue Nettoeinkommen ca. 1995.- Euro.

Möglichkeit 2: Gehaltserhöhung in Höhe der Leasingrate?, also z.B. ca. 600.- Euro / Monat, dann ist die neue Einkommenssituation ohne Firmenwagen so: Nettoeinkommen neu: 2488.- Euro.

Somit beträgt die Differenz beider Möglichkeiten ca. 500.- Euro netto/Monat.

Mit dieser Zahl kann nun kalkuliert werden, ob sich der Firmenwagen für einen persönlich lohnt oder nicht. Grundsätzlich gilt: Je mehr private Fahrten anfallen und je weniger km Wohnung / Arbeitsstätte anfallen, desto eher lohnt sich ein Firmenwagen.

Bei Einkommen oberhalb der BBG wirds dann einfacher, Sozialabgaben fallen raus, Steuersatz ist dann 42% .

Ach ja, da die Wenigsten neben der Firma wohnen: Bei einer Entfernung Wohnung/Arbeitsstätte von 20 km erhöht sich die Zahl von 500.- Euro auf ca. 630.- Euro/Monat

(Hier noch mal höhere Zahlen: Gehalt vorher 7000.- Brutto=4190.- Netto, Firmenwagen 50.000 Euro LP, dann netto 3952.- Euro. Gehaltserhöhung 1000.- Euro = 4714.- Euro netto ohne Firmenwagen, also Differenz 762.- Euro / Monat, bei 20 km Entfernung Wohnung Arbeitsstätte kommen noch ca. 150.- Euro hinzu )

Mein Fazit: Vorher genau kalkulieren, sehr oft rechnet sich ein Firmenwagen eben nicht.

Bei Bedarf suche ich auch noch gute Gehaltsrechner/Firmenwagenrechner online raus.....dann könnt ihr eigene Daten verarbeiten.

Gruß

Hagelschaden

Zitat:

Original geschrieben von LC5L

Zitat:

Original geschrieben von volvocrasher

Vers. ist Sache des AG. Der Trick ist ja eben, daß der AG alle Kosten übernimmt (Werverlust, Steuer, Vers, Rep., Sprit)

Ne, etwas anders läuft es schon.

...

Woher willst du das Wissen?

Es ist von AG zu AG unterschiedlich, was alles enthalten ist.

Es gibt auch AG, die bei dem einem AN alles bezahlen und bein anderen nicht.

Das ist frei aushandelbar.

Du hast es immer noch nicht verstanden: Gehaltsumwandlung ist kein Dienstwagen mit Privatnutzung, der AG zahlt keinen Cent für das Auto oder den Unterhalt oder sonstwas, es ist ein "Steuertrick".

http://www.sixt-leasing.de/.../

Ich denke eher du hast es nicht verstanden.

Nicht überall wo Gehaltsumwandlung drauf steht ist auch Gehaltsumwandlung drinnen.

Und wenn ich bei Sixt nachlesen soll, dann kann ich ja gleich bei der Bild nachlesen. :D

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