Ford Galaxy, mehr Probleme als Nutzen

Ford Galaxy Mk1 (WGR)

Seit Oktober letzten Jahres fahre ich einen neu gekauften Ford Galaxy.
Seit November letzten Jahres habe ich Ärger dem Auto.
Ich will auch sagen, dass es nicht mein erster Galaxy ist. Mit dem alten Modell hatte ich in den ersten Jahren nahezu keine Schwierigkeiten, meine Frau hatte einen Ford Ka, den sie sehr gerne gefahren hat, in der Familie gibt es, nicht zuletzt auf mein Betreiben hin, noch einen C-Max, einen Focus und einen weiteren Ka. Alle Autos verrichten problemlos ihren Dienst und haben, außer die regelmäßigen Wartungen, noch nie wirklich großen Ärger gemacht. Insofern bin ich von meinem Fahrzeug tief enttäuscht.

Die Probleme im Einzelnen:
1. Navigation
Das Navigationssystem fällt mit konstanter Boshaftigkeit immer wieder aus. Und das während der Fahrt. Es bootet in den meisten Fällen neu, allerdings sind dann alle Einstellungen und Eingaben weg, d.h. ich muss die Route neu eingeben, was ja während der Fahrt grundsätzlich nicht getan werden soll. Oder es verweigert mit einer lapidaren Fehlermeldung von Anfang an die Eingabe von Rotendaten. Es ist auch schon passiert, dass das System für ca. 24 Stunden komplett ausgefallen ist. Dann ist im Auto nicht einmal mehr die Klimaanlage regelbar.
Meine Werkstatt hat ihr Bestes versucht, das Problem zu beheben. Leider ist seitens der Hersteller (also Ford und Blaupunkt) kein Lösungsansatz da.
Im Fehlerspeicher des Autos ist die Störung nicht aufgeführt und nun wird von Woche zu Woche rumexerimentiert. Immer auf Kosten meiner Mobilität, ggf. noch mit Zusatzkosten für ein Leihfahrzeug. Nachdem im letzten Monat 5 Werkstatttermine anstanden, von denen die Werkstatt 2 ohne Kommentar hat ausfallen lassen, habe ich inzwischen Fahrzeugrücknahme durch Ford beantragt.

2. Noch einmal Navigation
Das System kann technisch weniger als die 5 Jahre alte Navigation im C-Max meines Vaters.
Die Eingabe von Zwischenzielen (z.B., um zu beeinflussen, welche Alternativroute ich benutzen möchte) ist nicht möglich.
Eine Routenfahrt, bei der ich die Strecke in vernünftiger Größe gezeigt bekomme, ist nicht verfügbar. Will ich eine Routenübersicht, muss ich die Darstellung manuell so lange verkleinern, bis ich halt alles im Display angezeigt bekommen. Bei einer Strecke von 20 Km kein Problem, handelt es sich aber z.B. um eine Tour von Berlin nach Rom, kann man sich die Mühe des Verkleinerns getrost schenken, denn es ist nur noch ein bunter Klecks, dem man nicht entnehmen kann.
Eine Textauflistung der Route ist nicht verfügbar.
Von meinem alten Ford Galaxy (Navi aus dem Jahre 2000 ohne Kartendarstellung) kenne ich noch die Taste "Umleitung", und in der Folge eine grobe Streckenangabe, die ich für akzeptabel halte. Das waren 2 kurze Blicke und zwei Tasteneingaben, dann hatte ich meine Umleitung und konnte los. Mit dem jetzt im Auto verbauten System geht das so gar nicht.
Tatsache ist: Jede Softwarelösung auf einem PDA kann mehr und kostet nur einen Bruchteil - Preis und Leistung stimmen absolut nicht überein.

3. Parkpilot
Zum einen ist die Programmierung der Parkhilfe idiotisch ohne Ende. Wie von allen anderen Autos bekannt, deaktiviert sich die Parkhilfe, wenn man schneller fährt. Nur leider bleibt das auch so, wenn man wieder langsamer wird. Man muss also jedes Mal, wenn man die Funktion Parkhilfe benötigt, das gesamte System erst einschalten, zumindest dann, wenn man vorwärts auf ein Hindernis zufährt. Mehr als einmal bin ich nur um Haaresbreite an einem Schaden vorbeigeschrammt.
Es ist höchst unlogisch, die Reaktivierung des Systems nur an den Rückwärtsgang zu koppeln, denn damit muss ich als Fahrer auf zwei unterschiedliche Aktivierungsvarianten gefaßt sein (automatisch beim Rückwärtsfahren, manuell beim frontalen Anfahren eines Hindernisses).
Ich hatte vorher selbst mehrere Autos mit Parkhilfe, bei keinem war das so alltagsuntauglich konfiguriert.
Hinzu kommt, dass die Parkhilfe an manchen Tagen ununterbrochen Dauerton abgibt, bis ich sie komplett abschalte. Das heißt aber nicht, dass der Dauerton beim erneuten Einschalten weg sein muss. Dann ist sie eben mal für einen oder mehere Tage nicht verwendbar.
Es liegt nicht an verdreckten Sensoren. Meist tritt das Problem bei Regen auf, aber auch dass darf nicht sein. Es ist nicht mein erstes Auto mit Parkhilfe, bei allen zuvor hat das System auch unter solchen Witterungsbedingungen funktioniert.

4. Gepäcksicherung
Es gibt für dieses Modell kein Gepäckrückhaltenetz mehr, das verhindert, dass Gepäch beim Öffnen der Klappe aus dem Kofferraum fällt. Da aufgrund der eingebauten Sitze im Kofferraum auch keine Ladekante mehr vorhanden ist, sind mir ist schon ein Beamer (Wert 1.000 Euro), eine Videokamera (Wert 6.000 Euro) sowie mein gesamtes Reisegepäck entgegengekommen. Dadurch habe ich sogar schon eine Schramme in der Stoßstange.
Und zu allem Überfluß hat Ford hinten auch noch zwei Deckel eingebaut (zur Abdeckung des Spaltes zwischen hinteren umgelegten Sitzen und der Kofferraumkante), die eine richtige Rampe nach außen bilden. Da sich Gepack durch die Fahr- und Bremsmanöver immer etwas bewegt, fällt beim Öffnen des Kofferraums fast immer etwas heraus. Ich habe auf Parkplätzen schon unter dem Auto gelegen, um von unten hineingreifen zu können, damit nicht die ganze Ladung auf der Straße landet.
Eine Lösung für dieses Problem konnte Ford bislang nicht anbieten.

5. Abfallende Kunststoffteile
Bereits zum dritten Mal habe ich das Problem, dass die Kunststoffblende an der Frontscheibe (in Fahrtrichtung rechts, vom Motorhaubengelenk bis hinauf zu Schiene für Dachaufbauten) abfällt. Beim ersten Mal war sie einfach weg. Vermutlich habe ich sie irgendwo auf der A9 in der Nacht verloren. Das Teil wurde von der Werkstatt ersetzt. Beim zweiten Mal bin ich auf der Autobahn auf den Standstreifen gefahren und habe gehalten, um die wild flatternde Schiene zu entfernen. Jetzt ist sie das dritte Mal lose, steckt aber noch dran, damit ich den Fehler gegenüber der Werkstatt nachweisen kann.
Ich halte das für kreuzgefährlich. Das Teil ist leicht und segelt in hohem Bogen durch die Luft. Wird dabei hinter mir ein Auto getroffen und der Fahrer reagiert unüberlegt, löse ich vielleicht noch einen Unfall aus.

6. Frostprobleme
Bei starkem Frost blockiert die Motorhabenverriegelung. Auf geht das Ding, nur kann man sie nicht wieder schließen. Ich bin im Schritttempo 30 Km gefahren, um das Schloss in einer Werkstatt in Österreich wieder funktionstüchtig machen zu lassen.

7. Klappen und Ablagefächer (im Dach)
Noch immer ist Ford nicht in der Lage, die Verrielungsmechaniken für Ablagefächer so zu bauen, dass sie bei jeder temperatur zuverlässig funtionieren. Bei meinem alten Galaxy hatte ich das Problem am Armaturenbrett. Die Klappe in der Mitte konnte ich meist nur öffnen, wenn ich die danaben auch aufgemacht hatte. Jetzt ist es oft so, dass ich zwar ein Einrastgeräusch höre, trotzdem öffnet sich das Fach im Dach wieder.
Außerdem sollten die Dachfächer unbedingt von innen mit einem geräuschdämmenden Material überzogen werden, da sonst alles hin und herklappert. das ist ziemlich nervtötend, wenn z.B. die Fernbedienung für die auf einen Wunsch eingebauten Bildschirme in jeder Kurve einmal durch die Box donnert. 
Um es kurz zu machen: Meiner Meinung nach ist das Auto nicht das Geld wert, dass ich dafür ausgegeben habe. Es wird deutlich sichtbar, dass bei der Zusammenstellung der Komponenten nicht die Qualität, sondern der Preis die entscheidende Rolle für Ford gespielt hat. Wenn Technik heute weniger kann als vor 5 Jahren dafür aber immer noch das gleiche oder mehr kostet, stimmt etwas nicht.

Ich habe letzte Woche Fahrzeugrücknahme gefordert und hoffe, dass das schnell über die Bühne geht, denn ich muss mit dem Auto Geld verdienen und sehe mich nicht als Arbeitsbeschaffer für die Werkstatt, die das will ich noch einmal betonen, sich im Großen und Ganzen sehr bemüht hat, die Fehler und Schäden zu beheben. leider kann sie nur das tun, wozu sie von Ford mittels Material ausgestattet wird und was von Ford als Kostenträger genehmigt wird.

Beste Antwort im Thema

Ich kann dir nur 2 Dinge raten... such dir n anderen Händler, denn die meisten deiner Probleme sind Pille Palle und in ner halben Stunde zu lösen, und mach mit dem nächsten Auto eine Probefahrt... die PDC und die Dachablagen sowie das Navi sind numal so wie sie sind!... das kann man mögen oder nicht.
Für deinen Dauerton:Sensor/Stecker undicht... sollte bei nem kompetenten 🙂 in 3 Minuten lokalisiert sein!
Das was für die aus deiner Sicht mangelhaften Ablagen (die ich am liebsten garnicht häte), die PDC und auch das Navi gilt wäre vorher ausprobieren... evtl gilt das sogar für die Ladefläche... das alles was auf die schräge ebene der Sitze rutscht oder rutschen kann herausfliegen könnte bedarf wenig Fantasie... und wenn du technische Geräte für 7.000 € so einpackst das genau das unweigerliche passiert hast du mein Verständnis eben nicht!
Ich verstehe schon, dass du kleiner Macken an deiner Kiste hast die behoben werden sollten... das ist aber kein Prob...wenns ne kompetente Werke gibt!
Das andere ist eben nicht so wie du es dir wünscht, das hätte man aber vorher wissen können und müssen! Das die Ablagefächer ungeeignet sind, klapperfrei Murmeln zu transportieren ist dir doch auch klar, oder?

Ich habe schon Verständnis dafür, dass man sauer ist wenn seine Kiste gravierende Probleme hat, dass aber jeder gleich Wandlung schreit, wenn mal ein zwei kleine Dinge schief gehen ist mir nicht klar! Ebensowenig wie die Tatsache, dass sich vmtl. 50% der Deutschen ihren Urlaub dadurch versauen, indem sie nach versteckten Reisemängeln suchen!
Manchmal wäre in bischen Maß ne schöne Sache! Sonst steht demnächst auch in unserer dann 500-seitigen BDA das man seinen Hund nicht im Auto lassen darf, wenn man es für 5 Stunden in der prallen Sonne abstellen will, das der Auspuff und andere Teiile nach längerer fahrt heiss sein können, und das sachen aus dem Kofferaum fallen können, wenn man sie nichht ordentlich eingepackt hat, oder die Kiste vorwärts an einer 15% Steigung abgestellt hat!

Bei allem Verständnis, such dir ne ordentliche Werke für deine Probleme und Versuch mal n bischen auf Normalniveau zu kommen!

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Zitat:

Original geschrieben von mondeotaxi


Du hast schon Recht... die Entscheidung für ein Auto fällt nicht zuletzt über den Händler, und da hat unser 😉 nun mal die Besten Karten... wir haben uns Ende Mai nacheinander bei kleineren Festen zum 40-jährigen Bestehen besucht, un so lange arbeiten wir auch zusammen...
Auch wenn wir zunächst noch 220 D gefahren sind (noch in schwarz) gabs dann 73 den ersten Granada... danach gabs zwar immer wieder mal was anderes, und auch heute hab ich mal wieder 4 Daimler und n VW (oh Graus) aufm Hof, aber eben auch 9 Fahrzeuge mit der blauen Pflaume.
Erstaunlicherweise ist es immer noch so, dass mancher Kunde lieber mit ner schwarzen E-Klasse fährt als mit dem deutlich größeren Mondeo... Na ja und wenn er bezahlt... der Kunde ist König! Und wenn die Firma XY gerne nen schwarzen Daimler hätte für Ihre Flughafentranfere solln sie ihn auch kriegen...
Sobald es allerdings den 2.2er mit DSG gäbe würds n Pantherschwarzer S-Max...oder Mondeo

Deine Meinung ist mir sehr wichtig, weil Du die gewerbliche Erfahrung hast.

VW: o´Graus? Warum. Dazu muss ich sagen, dass ich mit dieser Marke persönlich sehr schlechte Erfahrungen habe, jedoch im Firmenfuhrpark einen Golf und einen Caddy habe, die laufen sehr problemlos. Die Skodas sowioeso.
Ehrlich gesagt hatte ich vor der Bestellung des Galaxys ein bisschen bedenken, aber es gibt am Vanmarkt eh keine Alternative.
Wie sind denn so deine Erfahrngen mit Ford? vor allem würde mich der Vergleicht mit Mercedes interessieren. Als ich anbote einholte, war ich bei einem Händler, der Mercedes und Ford hat, und durch die blume meinte, dass Mercedes wesentlich langlebiger und hochwertiger wäre und mind 1,5 Stufen über Ford stünde. so wird er nie Fords verkaufen.

schönen Sonntag noch

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