Flugrost nach Rostumwandler?

Mercedes E-Klasse W124

Hi, ich bin derzeit daran, meinen 124er wieder mal von seinen Rostplagen zu befreien.

Ich habe neuen Rost im Kofferraum gefunden, an der Kante seitlich unter der rückleuchte, etwas am Rahmen von den Rückleuchten und auch an den abläufen an der Seite. Den Rost habe ich abgeschliffen bis es großteils blankes Blech war, habe danach Rostumwandler von Presto benutzt.

Einen Tag später sehe ich, dass die gesamten Stellen wieder rostig waren, auch wenn es nur Flugrost war.

Den Rostumwandler von Presto habe ich jedes Mal benutzt, hatte nie Probleme damit. Habe dann festgestellt, dass sich dieser Flugrost fast direkt auf dem blanken Blech bildet, nachdem ich den Rostumwandler aufgetragen habe.

Meine Frage ist ob das normal ist/passieren kann oder ob es am Rostumwandler liegt und was ich jetzt genau machen soll.

16 Antworten

Zitat:

@luisa-616 schrieb am 21. Mai 2024 um 03:12:26 Uhr:


Danke! Das Problem ist hauptsächlich der Scheibenrahmen, da habe ich schon bis aufs (vermeintlich) blanke Blech geschliffen

Also. Neu entrosten, und Kovermi drauf.
Trocknen lassen, gute Grundierung, Lacken, Feierabend.
Vielleicht hatte das Presto schon das eol erreicht.

Moin Moin !

Zitat:

Drahtbürste würde ich weglassen.

Damit schmierst du die Rostporen nur zu.

Wird oft behauptet und trifft sicherlich auch auf die Vorsätze für Bohrmaschine und dergleichen zu.

Nicht aber , wenn eine kräftige Flex verwendet wird! Und mit kräftig meine ich nur kräftig, sondern auch die Kraft ausnutzen, also mit einem solchen Druck arbeiten, dass das gesunde Blech anläuft! Ein dermassen entrostetes Blech macht die nächsten 20 Jahre garantiert keine Probleme mehr, das habe ich oft genug an von mir restaurierten Fzgen gesehen, die ich teilweise anschliessend zwar nur im Sommer, dann aber in einem Fall in 20 Jahren über 600 tkm gefahren habe , dann noch einmal 20 Jahre eingelagert, dann immer noch ohne Rost wieder hervorgeholt habe. Natürlich ohne jemals Rostumwandler ( ist übrigens im Stahlbau verboten! )drangelassen zu haben, auf das blanke Blech sofort guten Rostschutz (da gabs hier in der Nähe eine winzige Lackfabrik , die bot Grundierung zu konkurenzlosem Preis an, die war besser als die verbotene Bleimennige . Gibts leider nicht mehr) 2 Tage später nochmal mit Rostschutz drüber, später dann entweder Steinschlagschutz oder 2k-Lack. Oder gar nichts weiter!

Das Problem beim Rostumwandler ist einfach, dass er schon von der Theorie gar nicht funktionieren kann, in der Praxis noch viel weniger, sondern nur Schaden anrichtet. Warum? Entgegen landläufiger Ansicht ist Rost keine homogene chemische Verbindung, sondern besteht aus zahlreichen verschiedenen Verbindungen unterschiedlichster Art, die sich im zeitlichen Verlauf in ihrer Zusammnesetzung ständig ändern. Die dabei ablaufendne chemischen Prozesse laufen auch nicht gleichmässig ab, sondern örtlich völlig unterschiedlich. So sind dann auf wenigen Quadratzentimetern "Rost" zig verschiedene Substanzen in unterschiedlicher Konzentration versammelt.
Wenn also im Labor eine künstlich hergestellte Menge Rost , die aber im Gegensatz zum natürlich vorkommenden Rost eine homogene Mischung verschiedener Verbindungen ist, noch einigermassen mittels des Umwandlers in andere Substanzen umgewandelt werden kann, so kann das in der Natur gar nicht funktionieren, weil hier die Mischung nicht homogen und auch gar nicht bekannt ist.
Egal, wie man den umwandler dosiert, es kann immer nur durch Zufall bestenfalls wenige winzige Stellen geben, an denen gerade das Verhältnis von Umwandler zu Rost passt. Der bei weitem grösste Teil jedoch oder der gesamte Teil bekommt zu wenig Umwandler oder zuviel. Es bleibt also immer der weitaus meiste Teil Rost übrig und viel ungenutzter, aber selber agressiver Umwandler. (auch wenn der abgewaschen werden soll)
Wer sich das nicht vorstellen kann, dem empfehle ich folgenden Vergleich🙁 Mal so simpel wie möglich formuliert)
Damit eine chemische Reaktion vollständig ablaufen kann, bemnötigt es genau Kenntnis über die Reaktionspartner und eine genau Mengenzuordnung. Im Verbrennungsmotor wird z.B. eine bestimmt Menge Benzin (Rost) mit einer genau darauf zugeordneten Menge Luft ( Rostumwandler) verbrannt.
Das Benzin ist genormt, also sind seine Bestandteile genau bekannt, die Luft ist zwar nicht genormt, aber deren Sauerstoffgehalt sehr genau überall auf der Welt gleich. Die Mengenzuordnung im Vergaser ist trotzdem sehr ungenau! Mit elektronischer Einspritzung , diversen Sensoren für Luftdruck, Temperatur usw. wird die Zusammensetzung wesentlich genauer, trotzdem bleiben immer noch schon durch unterschiedliche Geometrien der Ansaugkanäle, leichte Kompressionsunterschiede, unterschiedliche Luftfeuchte usw. leichte Abweichungen vom Ideal, was letztlich durch die Lamdasonde überwacht und korrigiert wird. Aber selbst dann ist die verbrennung noch nicht vollständug, weil im Zylinderinnern auch noch örtliche Unterschiede in der Gemischbildung existieren. Deswegen entstehen Abgase, die aus teilweise unverbrannten Benzinbestandteilen bestehen und Abgase, die aus Verbrannten anderen Bestandteilen bestehen. Weil aber die Benzin/ Luftzusammensetzung durch die Lambdasonde ideal war, sind von beiden Bestandteilen genau so viel vorhanden, dass ein Katalysator den "versehentlich" verbrannten Bestandteilen wieder den Sauerstoff entzieht und mit genau diesem Sauerstoff die unverbrannten Benzinbestandteile verbrennt. ( Was man so als "Verbrennung" bezeichnet, ist chemisch gesehen einfach nur die Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff , wobei sich ein (oder mehrere) anderer Stoff bildet.)

Verglichen damit ist das so, als wenn wir irgendeinen Motor haben, der weder über einen Vergaser noch über sonstwas verfügt, um ein Gemisch irgendwie geordnet zuzuführen, sondern wir kippen einfach aus einer Dose nach Gutdünken Benzin in das offene Ansaugrohr. Da wird hier wohl kein Mensch erwarten, dass dieser Motor halbwegs läuft und regelbar ist.
Aus diesem Grund sind Rostumwandler zu recht im Stahlbau verboten.
MfG Volker

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