Firmenfahrzeug verschwiegen
Hallo Leute,
vor ein paar Tagen habe ich im Internet bei einem Händler in Norddeutschland einen Porsche Cayenne gekauft. Die Anzeige war bei autoscout24.
Als ich die Fahrzeugpapiere bekam nach erfolgter Zahlung musste ich feststellen, dass ich einen Firmenwagen gekauft habe. Der Autohändler hat sich vorher nicht geoutet.
Wenn in der Anzeige „Firmenfahrzeug oder Firmenwagen“ gestanden hätte, dann wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dieses Auto zu kaufen, zumal das Auto auch noch teuer war.
Was mache ich jetzt ?Ich habe den Kaufvertrag vorsorglich widerrufen. Der Händler hat noch nichts dazu gesagt.
Ich suche entsprechende Literatur und Urteile zu diesem Thema. Es kann doch nicht sein, dass der Händler den Käufer nicht über so eine wichtige Sache, vorher unterrichten muss.
Vielleicht hat ja auch schon jemand aus der Runde gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht.
Bitte meldet euch dennoch möchte die Sache zu Ende bringen.
Glück auf.
MinisterRolf
47 Antworten
Hallo MinisterRolf,
Was soll denn am einem Firmenwagen schlecht sein? Ich fahre seit mittlerweile 17 Jahren ausschließlich Autos, die auf meine Firma zugelassen sind. Die gehen nach 3 Jahren/zum Leasingende quasi im Neuzustand zum Händler zurück, weil ich sie behandle als wären sie meine eigenen. Und gefahren werden sie nur Langstrecke.
Wenn die sonstigen Daten wie Kilometerstand, Service- und Pflegezustand etc. des Fahrzeugs passen, hätte ich da keine Bedenken.
Anders sieht es aus, wenn es sich um die „Betriebshure“ handelt, auf der jeder rumrutscht. Kann ich mir bei einem Porsche aber eher nicht vorstellen.
Grüße
M4Cabrio2015
@MinisterRolf Tut mir leid, aber was ist denn so schlimm am Firmenwagen?!
Vertrag widerrufen ist bei Fernabsatzverträgen als Verbraucher grundsätzlich innerhalb 14 Tage möglich. Du meinst bestimmt einen Rücktritt vom Vertrag. Dafür gibt es aber bestimmte Voraussetzungen wie Fristsetzung oder einen Sachmangel. Die Eigenschaft als Firmenfahrzeug stellt jedoch keinen Sachmangel dar. Auch ist das eher keine verkehrswesentliche Eigenschaft und muss nicht zwingend im schriftlichen Angebot (nicht die Anzeige auf mobile oder Autoscout, das ist nur eine invitatio ad offerendum). Es wäre deine Aufgabe gewesen, sich nach der Eigenschaft zu erkundigen.
Eventuell denkst du eine Anfechtung des Vertrages wegen Irrtums an. Das ist in deinem Fall aber auch m.E.n. nicht möglich, da es sich hierbei um einen bloßen Motivirrtum und nicht zur Anfechtung berechtigt. Ein Eigenschaftsirrtum ist eng auszulegen und wie gesagt, ist meiner Ansicht nach ein die Eigenschaft als Firmenwagen nicht verkehrswesentlich.
Zuletzt wird der Richter sagen:
- wo kommen wir denn da hin
- da könnte ja jeder kommen
Deine Chancen stehen nach deinen bisherigen Ausführungen also denkbar schlecht. Ein vertragliches Rücktrittsrecht besteht nicht oder?
Und genau das ist der Punkt. Die Firma hat 4 Geschäftsbereiche und somit einige leitende Mitarbeiter. In jedem Bereich sind Außentermine an der Tagesordnung. Ich muss annehmen, dass mehrere Leute mit dem Fahrzeug fahren und da kann ich mir vorstellen, dass das Auto nicht gerade pfleglich behandelt wird.
Ich möchte wissen, ob der Händler mir das hätte sagen müssen oder nicht ?
Dieses Auto wurde dann auch in einem Kreis weit ab vom Zulassungsort stillgelegt (ich vermute es war ebenfalls ein Leasingfahrzeug ). Dann 8 Monate später wird das Fahrzeug von diesem Händler in Norddeutschland angeboten.
Ist das alles normal, oder eher gewöhnlich ?
Beste Grüße
MinisterRolf
Also ich hatte meinen Zweitwagen, einen VW Golf Variant TDI auch bei einem VW Händler gekauft wo ich wusste, dass es ein Leasingfahrzeug war, welches 3 Jahre auf eine Firma zugelassen war.
Der Zustand war top. Ich vermute in diesem Fall auch aufgrund des Zustands, dass es nur von einem und dem selben Nutzer bewegt wurde. Ich bin sehr zufrieden.
Ich würde auch sagen, dass dieses Kriterium nicht unbedingt ein schlechtes ist.
Denn es könnte genauso sein, dass man ein Auto kauft was von einer Person aus dem Privatleasing stammt und auf gut deutsch auf der Straße geprügelt und überhaupt nicht pfleglich behandelt wurde.
Allerdings weiß ich nicht ob dieses Detail trotzdem vom Verkäufer im Vorfeld angegeben werden muss.
Generell sind Firmenfahrzeuge per se nicht immer schlecht,allerdings muss ich "Mister Rolf" diesbezüglich aber Recht geben. Warum verschweigt der Händler sowas ? Ehrlichkeit währt am längsten!! Ich finde es mittlerweile auch sehr bedenklich , wie manch ein Händler speziell auch im hochpreisigen Bereich vorgeht. Wenn ich mir so manche Verkaufsanzeigen anschaue und dann das Auto dazu auf den Bildern sehe fällt mir teilweise nichts mehr ein! Kein Wort von "Dubai Import" Anzahl der Vorbesitzer usw usw im Anzeigentext. Mittlerweile bin ich schon soweit,dass ich mir eine komplette Checkliste der Fragen zusammenstelle, bevor ich bei einem mir nicht bekannten Porsche Händler wegen eines Angebotes anrufe.
Allerdings würde ich an Rolf seiner Stelle den neuen Cayenne über die Fin auch erstmal beim nächsten PZ durchleuchten lassen,um zu sehen,was (und was nicht) schon alles gemacht wurde.
Viel Glück....
Ich danke euch sehr für eure Beiträge. Diese Frage: „ Warum schreibt der Händler diesen Umstand nicht in die Anzeige rein“ ist für mich auch eine Schlüsselfrage. Wenn ich gelesen hätte „Firmenfahrzeug“ , dann hätte ich die Anzeige noch nicht einmal zu Ende gelesen. Außerdem hätte er das Auto niemals zu dem Preis verkaufen können, den ich bezahlt habe in Unkenntnis. Der Händler hat doch aller Wahrscheinlichkeit nach das Leasingfahrzeug (ich unterstelle, dass es ein Leasingfahrzeug war ) günstig kaufen können, weil das Auto ja abgeschrieben war, dann hat er 10.000 € draufgehauen und so verkauft. Herzlichen Glückwunsch.
Beste Grüße
MinisterRolf
Hallo,
ein vorher auf ein Unternehmen (kein Autohaus) zugelassenes Fahrzeug sehe ich zunächst nicht als wertmindernd an. Ganz im Gegenteil, hier kannst du schnell den Lebenslauf des Autos über die Werkstattrechnungen anfragen.
Bei einem Gespräch mit dem Vorbesitzer hört man schnell, welches Auto er z.B. jetzt fährt. Auch merkt man schnell, wenn er mauert oder jemand gebrieft ist. Fahr doch einmal dort vorbei und schau dir das Geschäft an. Am übrigen Fuhrpark siehst du schnell, welches Verhältnis man zu fahrbaren Untersätzen hat. Eventuell verschafft ein Blick mit G.Earth einen ersten Eindruck.
Wertmindernd ist für mich eher ein Cayenne aus dem Vermietergeschäft, oder ein Fahrzeug mit einer "angeschliffenen" Anhängerkupplung. Große Tier- oder Fahrzeuganhänger am Haus / bei dem Unternehmen würden mich eher skeptisch machen.
Und wenn dich große Zweifel plagen, ein Fahrzeugcheck bei einer Prüforganisation oder einem Spezialisten sagt dir zumindestens wenn an deinem Auto etwas "stinkt".
Gutes Gelingen und berichte darüber.
Glück Auf aus dem Fast-Ruhrgebiet!
PS: Meinen oder auch andere Firmenwagen aus unserem Unternehmen hättest du immer vertrauensvoll erwerben können, weil gepflegt und geschont bis zum letzten Tag. So etwas gibt es auch: Firmenkultur.
Ich sehe keinen Unterschied zwischen Firmenfahrzeug und Privatfahrzeug, solange das Firmenfahrzeug kein Leihwagen oder Ähnliches war.
Bei einer Zulassung auf eine Privatperson hast Du auch keine Sicherheit, dass nur Einer den Wagen gefahren hat. Da läßt die Mutti die Felgen über die Bordsteine, der spätpubertäre Sohn will es seinen Freunden mal richtig zeigen usw.
Selbst das mit der Anhängerkupplung muss man heute hinterfragen. Meine AHK beim Firmenwagen ist leicht abgeschliffen, aber nicht vom Hängerfahren (der Wagen ist maximal 200 km mit einem 750 kg-Hänger gefahren) sondern vom Fahrradträger.
XF-Coupe
Ja so wird es vermutlich auch gewesen sein und er wird durchaus ganz gut Gewinn gemacht haben.
Aber ich muss auch dazu sagen, dass ich die Erfahrung schon immer gemacht hatte, dass man sich wie tanka1 schon erwähnte, eine Checkliste machen muss um so viel wie möglich zur Hystorie eines angebotenen Fahrzeuges zu erfahren. Von selbst erzählen die Händler meist nix, zumindest nicht das negative wie z.B. mehr als 1 Vorbesitzer, Reparaturen an der Karosserie was keine Unfallschäden sind, etc.
Fast alle Autos in dieser Kategorie sind heute Leasingautos.
Wenn es dem Käufer wichtig ist, wird er die Hintergründe ermitteln, unter denen der Wagen in Verwendung war. Ich hatte z.B. einen CLS bei der Mercedes NL in München besichtigt, von dem erst vor Ort klar wurde, dass er auf einen bekannten Autovermieter zugelassen war. Gekauft habe ich das Ding natürlich nicht. Andererseits kenne ich einen Mittelständler, der die auf seinen Namen laufende AMG S-Klasse fährt wie ein Kranker. So ist es keinesfalls gesagt, dass ein Wagen, welcher auf eine Privatperson gelaufen ist, immer schonend bewegt wurde ...
Hallo,
Audi A8 + A6, BMW 7er + 5er, Mercedes S- + E-Klasse, Porsche Cayenne + Panamera, ... gehen wohl zu > 70% in das Leasing als Dienstwagen.
Sie sind also immer auf eine Firma zugelassen.
Als Zweitnutzer nach 2, 3 oder 4 Jahren in der Klasse einen ehemaligen Firmenwagen zu ergattern ist sehr hoch.
Ich bin da bei den positiven Äußerungen der Vorredner (- Schreiber).
Vertrauensbildend wäre jedoch die Info vom Händler vorab gewesen.
Firmenwagen unterliegen oft einer strengen Vorgaben bzgl Nutzung, Pflege und Wartung.
Oft besser als in privater Hand.
Meistens sind die Fahrzeuge dieser Klasse einer einzelnen Person zugeordnet.
Deshalb werden Fahrzeuge dieser Klasse auch ordentlich bewegt und es heizt auch nicht jeden Tag ein anderer über die Autobahn.
Zumindest ist das bei meinem Dienstwagen so.
Wer den nach mir erhält bekommt ein Top Auto.
Die Ratschläge sind sicher alle gut und richtig. Aber ich kann mir das Auto nicht mal gerade ansehen, uns trennen 630 Kilometer. Ich habe das Auto ja im Internet gekauft. Die Firma, die das Fahrzeug vorher geleast hat, hat das Fahrzeug ja sicherlich an den Händler zurück gegeben, wo sie den Porsche her hatten.
Aber da ist noch etwas merkwürdig. Wie gesagt, die Firma sitzt in Berlin und das Auto hatte auch ein B- Kennzeichen.
Stillgelegt wurde das Auto nach 3 Jahren und fast 2 Monaten im Kreis Düren. Das ist ein paar hundert Kilometer entfernt von Berlin. Leasing dauert wahrscheinlich 3 Jahre und wieso nach 3 Jahren und 2 Monaten Stilllegung ? Hat es vielleicht einen Crash gegeben. Der Autohändler hat mir mitgeteilt, dass die beiden rechten Türen erneuert worden sind, weil auf einem Parkplatz von einem Discounter die Türen durch einen Einkaufswagen derart verkratzt worden sind, dass neue Türen eingebaut werden mussten. Ist so etwas glaubhaft ? Das ist doch alles ein bisschen suspekt oder ?
Meine Güte, ein Fahrzeug ungesehen im Internet kaufen und jetzt im Nachhinein rumheulen... Da fehlen mir die Worte.
Dann ist die Sache aber doch klar: Widerruf wegen Fernabsatzvertrag (bitte genau schauen was du da unterschrieben hast) grundsätzlich ohne Probleme möglich.
Da hätte aber auch ein schneller Blick ins Gesetz gereicht, da brauchst du keine Urteile.
Versteh auch nicht, wie man ein Fahrzeug dieser Preisklasse ungesehen übers Internet kaufen kann.
Aber wie Yasid schon geschrieben hat, sollte der Widerruf kein Problem sein, ausser du hast ihn über deine Firma gekauft....dann hast du natürlich kein Widerrufsrecht