festes angurten gefährlich?
Hi zusammen,
was mich schon immer interessiert hat...
Ich schnall mich oft richtig fest und pump dann den sitzt hoch und bin so richtig feste reingeschnallt..
nun ist mir die frage schon einige male gekommen, ob das gefährlich sein könnte.. z.b. wenn der gurtstraffer im falle eines unfalls auslöst?!
kann mir da jemand ne antwort drauf geben?
Gruß
Mark,us
29 Antworten
Vielleicht sollte man mal gerade klarstellen, was ein Gurtstraffer ist:
Ein Gurtstraffer ist eine Einrichtung, die den Gurt ruckartig straff zieht, falls es zum Crash kommen sollte. Dies wird mittels einer Explosion (wie beim Airbag) ausgelöst.
Hi,
wenn ich das auf www.audi.de richtig gesehen habe, hat der Audi A3 einen Gurtkraftbegrenzer. Dieser ist (@chrisss240) ein 'passives' System (Zitat aus dem "Audi-Lexikon" auf www.audi.de: "Ab einer bestimmten Gurtbelastung verformt sich ein Torsionsstab im Gurtaufroller oder reißt eine spezielle Naht im Gurtband. "😉.
Das funktioniert also auch, wenn der Airbag nicht auslöst.
Gruss
Trambolubi
Zitat:
So viel Platz wie im i35
Der ist ein echtes Raumfahrzeug, leider kein Kombi. So liebäugel ich mit einem Audi 100 Avant.
Ercans Argument mit dem Rippen gibt einem schon zu denken, zumal es in älteren Autos bsetimmt nicht solche Gurtkontrollsysteme gibt.
Zitat:
Dies wird mittels einer Explosion (wie beim Airbag) ausgelöst
Normal ja, bei gewissen Audis aber durch das Procon Ten.
Ich stecke immer den gurt ins schloß und ziehe den beckenteil nochmal nach, damit der gurt da "straff" sitzt, der obere teil wir dann im falle eines unfalles durch den gurtstraffer fest gezogen.
Gruss
Maik
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wichtig ist, daß der Beckengurt über den Beckenknochen liegt, der Bauch - falls vorhanden - soll über dem Beckengurt hängen
Zitat:
Original geschrieben von Gepard
...zumal es in älteren Autos bsetimmt nicht solche Gurtkontrollsysteme gibt.
Falls es bei denen überhaut Gurte gibt. Bei manchen Oldtimern, die Serienmäßig keinen Gurt hatten, muss der auch nicht mehr nachgerüstet werden. Aber bei den Kisten ist es glaub ich sowieso besser, wenn man rausgeschleudert wird. Ich hab zwar ne Schwäche für Oldies, aber in nen Unfall will ich damit nicht verwickelt werden.
Ich mache den Gurt auch immer möglichst fest, aber nicht völlig stramm. Außerdem ist es auch wichtig, aufrecht zu sitzen, weil man sich sonst beim starken Bremsen im Sitz hoch drückt und beim Crash unter Gurt und Airbag durchrutschen kann. Ist nich besonders schön anzusehen, wenn einer etwas komprimiert im Fußraum liegt.
Gepard meinte denke ich den Gurtkraftbegrenzer.
Der Gurtstraffer arbeitet nicht bei jedem Auto mit einer "schlagartigen Wärmeausdehnung"(wie beim Motor, keine Explosion). Bei älteren Opel zumindest ist unten links am Sitz ein Druckspeicher befestigt. Von diesem Druckspeicher aus folgt unter dem Sitz entlang zum Gurtschloss ein Stahlseil. Wenn der Gurtstraffer auslöst(völlig mechanisch ohne Elektrik oder Elektronik), dann zieht dieser Druckspeicher das Stahlseil zurück und das Gurtschloss runter wodurch der Gurt straffer gezogen wird.
Gruß
Ercan
Ich glaube nicht, daß Gepard einen Begrenzer meinte.
Zu der Zeit, als Audi sich das Proconten ausdachte, führten andere Hersteller pyrotechnische GurtSTRAFFER ein.
An eine Begrenzung wurde seinerzeit nicht gedacht.
Und diese macht m. E. nach auch nur dann einen Sinn, wenn das Auto einen Airbag hat.
Die o. g. Systeme wurden in der Übergangszeit vor dem Airbag eingebaut.
Grundsätzlich soll der Sitz so eingestellt sein, dass man auch ohne Gurt stabil und gemütlich sitzt. Sieht zwar meistens etwas ulkig aus (weil die Rückenlehne so im Bereich der 70-90 Grad steht), erhöht aber den Fahrkomfort deutlich.
Den Gurt stets unter dicken Jacken langführen und handfest nachziehen. Das reicht. Selbst wenn der Gurt zu fest sitzt, ist das nicht allzu tragisch, da sich der Gurt beim Crash ohnehin etwas dehnt. Um diese Dehnung und den "normalen Reaktionsweg" des Gurtautomaten auszugleichen, gibt es die Gurtstraffer.
Niemals den Gurt am Hals entlangführen. Hier besteht beim Crash die Gefahr, das eine der Halsschlagadern reißt. Wäre absolut nicht gesund.
Insbesondere bei Kindern sieht man das leider immer wieder.
Eins noch: nach Möglichkeit nicht mit praller Blase fahren. Kam schon vor, dass diese dann durch Einschneiden des Beckengurtes beim Unfall gerissen bzw. reglerecht geplatzt ist.
Sehr richtig!
Aber wer fährt schon gern, wenn ihm die Blase drückt. 😁
Kinder gehören so lange in entsprechende Sitze, bis der unterste Punkt der Gurthöhenverstellung unter dem Hals vorbeigeht.
Sinngemäß gilt das natürlich auch für Erwachsene.
Da alle unsere Autos eine Heizung haben, zieht man sich nach Erwärmung des Motors die Jacke aus. Oder gleich, so wie Walter Röhrl.
Auf Stellung "Defrost" liefern auch Klimaautomaten sofort warme Luft.
Die Sitzlehne ist so einzustellen, daß man mit leicht abgewinkelten Armen am Lenkrad sitzt.
Aus der Anatomie ergibt sich dadurch automatisch ein Winkel von um die 80°.
Das sieht weder ulkig aus noch ist es unbequem. Auch nicht auf langen Strecken.
Wer dennoch Rückenschmerzen hat, der hat das verkehrte Auto und sollte sich ein Polster hinter den Rücken legen oder beim nächsten Kauf ein Auto mit Lordosenstütze anschaffen.
Zitat:
Original geschrieben von Gepard
Wer dennoch Rückenschmerzen hat, der hat das verkehrte Auto und sollte sich ein Polster hinter den Rücken legen oder beim nächsten Kauf ein Auto mit Lordosenstütze anschaffen.
Meine beiden Vordersitze haben eine Lordosenstütze, trotzdem ist es unmöglich auf längeren Strecken über 100km ohne Schmerzen gerade zu sitzen. Das ist innerhalb 10 Jahren der zweite Vectra in der Familie und das ist weder ein Zufall noch habe ich Rückenprobleme. Selbst der Hintern macht sich schmerzlich bemerkbar. Im W124 hatte ich selbst auf einer Urlaubsfahrt von insgesamt 6000km überhaupt keine Probleme, auch ohne Lordosenstütze.
Es wird immer gesagt die Leute hätten Rückenprobleme und das wäre die Ursache dafür was überhaupt nicht stimmt. Die Ursache liegt bei den Sitzen.
Gruß
Ercan
Wer Probleme hat oder sehr viel fährt sollte u.U. auch mal über einen eigenen Sitz, so ala Recaro Orthopäd, nachdenken, den man auf seine eigenen Bedürfnisse zuschneidet und einstellen kann. Der lässt sich ja von Auto zu Auto mitnehmen. Ansonsten verändern auch Polsterer für wenig Geld die Seriensitze nach eigenen Ansprüchen.
Problem ist immer, dass der gleiche Sitz sowohl einer 1,50m und 45kg Frau wie einem 1,90m 90kg Mann passen muss. Da ist immer ein Kompromiss, dem einen passt es dem anderen nicht.
Wichtig auch für den Rücken ist eine vernünftige Sitzposition wie schon geschrieben. Lehne nur leicht nach hinten geneigt, Arme und Beine noch leicht angewinkelt...ok ich such lieber ein Foto 😉
Gruß Meik
Brauchs't nicht, ich denke, jeder weiß, was gemeint ist. Eigentlich sollte man das schon in der Fahrschule beigebracht bekommen.
Was den Polsterer angeht: Man kann ja auch selber mal die Abdeckung der Rückenlehne abschrauben und schauen, ob man dort was reinstecken kann.
Wer Fellbezüge drauf hat, sitzt Sommers wie Winters ohnehin besser klimatisiert und kann sich Sitzheizung und dicke Jacken sparen UND außerdem eine passende Einlage unter das Fell stecken.
Ansonsten richtig, die Sitze werden für den Durchschnittsmann und die Durchschnittsfrau ausgelegt.
Daß aber einem von denen der Hintern wehtut ist echt nicht zeitgemäß bzw. Stand der Technik.
Zitat:
Die Ursache liegt bei den Sitzen.
Meine Rede!
Also, um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:
Ich würde sagen - zieh den Gurt so straff du willst oder kannst!
Denn die Gurtkraft, die im Moment der maximalen Verzögerung anliegt, wird weder ein handelsüblicher Gurtstraffer noch die menschliche Hand aufbringen.
Der erwähnte mechanische Gurtstraffer von Opel (Federspeicher) hat z. B. eine Zugkraft von ca. 2KN (2000Newton - also einer Last von 200kg entsprechend).
Auch die pyrotechnischen Systeme - ob sie über das Gurtschloss oder die Rolle arbeiten - überschreiten diesen Wert im Moment ihrer größten Wirkung in der Regel nicht gravierend.
Die maximalen Gurtkräfte (,die natürlich nicht der Straffer verursacht,) in einer fortgeschrittenen Aufprall-Phase liegen aber bei unseren Norm-Frontal-Crashtests im Bereich von 3-10KN je nach Fahrzeug-Auslegung und -Ausrüstung.
Die von einem Straffer verursachte Gurtkraft wird einen Menschen kaum nennenswert verletzen - wenn es sich nicht gerade um einen Greis mit ausgeprägter Osteoporose handelt...
Die zwei 100-kg-Kerle, die sich da ans Gurtband hängen, um es maximal 10-20cm (je nach Gurtstraffer-Ausführung) zu verkürzen, halten wir kurzzeitig allemal aus...
Und wenn diese maximale Kraft im Arbeitsgang des Straffers anliegt, kann er nicht mehr weiter - er wird das Gurtband nicht weiter verkürzen, sodass es zu Rippenbrüchen o. ä. kommt.
Die entstehen sehr wohl im realen Unfallgeschehen - aber erst in einer Aufprall-Phase, wenn der Gurtstraffer seine Aktivitäten schon längst eingestellt hat!
Je straffer der Gurt aber in einem FRÜHEN Aufprall-Stadium anliegt, umso geringer ist die Spitzenverzögerung des Insassen - und damit die auftretende Gurtkraft und der anliegende Gurtdruck.
Darin liegt ja auch der Sinn des Straffers: Der Insasse soll möglichst frühzeitig an der durch die Deformationszone moderaten Verzögerung der Karosserie teilnehmen.
Und das tut er bei einem straffen Gurt einfach früher - und je straffer der Gurt, desto kürzer die "Gurtlose"...
Der Gurtkraftbegrenzer arbeitet übrigens tatsächlich unabhängig von der Auslösung irgendwelcher elektronisch gesteuerten Sicherheitssysteme - rein mechanisch.
Das gilt sowohl für die Torsionswellen-Begrenzer wie bei Audi und vielen anderen als auch z. B. für den Typ "Konservendose" wie ihn Renault verwendet oder die althergebrachten Band-Raff-Pakete, die es schon in den 70ern gab.
Nicht-mechanische Systeme sind mir nicht bekannt.
Sorry für den langen Monolog - alles was mit Unfallforschung zu tun hat, fasziniert mich einfach...
Langer Rede kurzer Sinn - wie gesagt:
Zieh den Gurt ruhig stramm, es kann höchstens nützen - schaden dürfte es meines Wissens kaum...!
Kann dir nur zustimmen. Aber so daneben waren die Posts auch wieder nicht, eine ordentliche aufrechte Sitzposition ist nötig. Nur so können Gurt und Kopfstütze ihre Wirkung richtig entfalten. Bei flacher Lehne besteht die Gefahr, dass der Körper unter dem Gurt durchrutscht. (sog. submarining-effekt). Hosenträgergurte bei Rennwagen werden ja auch nicht ohne Grund stramm angezogen um den Körper möglichst frühzeitig abzufangen.
@gepard: Stimmt, kann man auch selber machen. Hab mir auch eine Rückenstütze selbstgebaut. Verkleidung der Rückenlehne abgenommen und zwischen Federn und Polster einfach mal Schaumstoff geklemmt und immer wieder verändert bis es passte.
Gruß Meik