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Falsche Zündungseinstellung = Motor läuft besser. Erklärung?

Themenstarteram 6. April 2008 um 18:04

Hallo! Kann mir jemand bei einem Problem mit der Zündungseinstellung weiterhelfen? Es geht um einen 84er Ford Granada mit dem 2,3 Liter V6-Motor, 84 kW. Laut Werkstatthandbuch ist der Zündzeitpunkt 9° v.OT bei verbleitem Kraftstoff und 6° v.OT bei bleifreiem Kraftstoff. Stelle ich den Zündzeitpunkt auf 6° v.OT ein, dann läuft der Motor aber ganz schlecht. Er nimmt das Gas schlecht an und "patscht", es hört sich dann an, als ob ein Loch im Auspuff wäre.

Stelle ich die Zündung deutlich in Richtung früh (z.B. 15° v.OT), dann läuft der Motor besser. Nun ist ja zu viel Frühzündung sehr schlecht für den Motor (Klingeln, Klopfen), aber bei dieser Einstellung läuft er eben besser.

Die Einstellbedingungen waren in Ordnung (Motor warm, LL-Drehzahl 800 1/min, Unterdruckschlauch vom Verteiler abgezogen).

Hat jemand eine Erklärung für dieses Phänomen?

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24 Antworten
am 9. April 2008 um 18:39

bei meinem 83er Sierra V6 steht in der Betriebsanleitung, dass mindestens 97 Oktan getankt werden muss. Also nicht die üblichen 98. Andererseits kann ich mich an einen Artikel in der Markt erinnern, wo die klopffestigkeit von verschiedenen Kraftstoffen getestet wurde. Ergebnis: Marken-Super lag meist irgendwo bei 96 - 97. Die Werksauslegung musste aber unter allen Umständen Klopffreiheit garantieren. Wenn du also nicht unbedingt auf Meereshöhe lebst und deinen Motor nicht dauernd voll forderst, sollte er eigentlich nicht klopfen wenn du Super 95 tankst und die originale Werkseinstellung von 9 Grad hast. Aber bei 15 hätte ich auch ein ungutes Gefühl.

Hallo, laß ihn auf 9 Grad stehen, ist besser. Der CO von 0,5 ist zu wenig, das mag der Motor nicht, er sollte bei 1,5 liegen damit er richtig läuft.

am 5. Mai 2008 um 2:49

Die Steuerzeiten stimmen aber oder? Nicht dass der Antrieb der Nockenwelle um einen Zahn versetzt ist.

Hallo,

wie bereits gesagt wurde verfügt der 84er Granada (Granada III) sehr wohl über eine Fliehkraft gesteuerte Frühzündung. Diese solltest Du als erstes mal testen, da dies ein bekannter Fehler ist. Zieh mal den Unterdruckschlauch am Verteiler ab und schau nach, ob sich der Zündzeitpunkt deutlich nach früh verstellt, wenn du etwas gas gibst. Wenn dem so ist kannst Du auch gleich beobachten, ob sich der Zündzeitpunkt nach früh verstellt, wenn Du den Schlauch wieder aufsteckst.

Das regelmäßige Einstellen der Ventile ist übrigens eine der wichtigsten Wartungsarbeiten beim Granada!

Am Vergaser sollte man am besten gar nichts verstellen.

Gruß

Steffen

Ein Grund für das "besserlaufen" ist vmtl. die Kraftstoffqualität. Ich kenne das von meinen Kawas und meinem Capri. Je mehr Oktan der Sprit hat, desto mehr Frühzündung kann man ihm geben, je schlechter der Sprit des mehr muss der ZZP nach spät verschoben werden.

Als der Granni gebaut wurde, hatte Super 98, evtl. sogar noch 100 Oktan. Das wurde so um die Zeit rum von 100 auf 98 geändert. Die Konstukteure legten also den ZZP für diese 98/100 Oktan bei maximaler Drehzahl mit einer Sicherheitsreserve auf 9° fest. Diese Sicherheitsreserve schätze ich mal auf ca. 4°. Geschätzt packt der Motor also 13° mit 98 Oktan-Sprit. Später wurde dann das bleifreie Super eingeführt mit nur noch 95 Oktan. Also "schlechterer" Sprit, weshalb die der ZZP offiziell um ca. 4° gesenkt wurde. Mit der Sicherheitsreserve wären die 9° aber noch gerade so drin. Dann halt ohne Reserve.

Der ideale ZZP ist bei jeder Drehzahl anderst, deshalb gibt es auch die Zündversteller. Diese arbeiten jedoch nicht über den ganzen Drehzahlbereich, sondern nur etwa über 1/4 - 1/2 dieses Bereiches. Ist schliesslich alles mechanisch und weist Toleranzen auf! Ich schätze das beim Granni (und meinem Capri) bei 3.000 bereits die maximale Frühzündung da ist. Ab dem Moment ändert sich trotz steigender Drehzahl nichts mehr. An meinen Kawas kann ich es schön beobachten, da das dort bei laufendem Motor sichtbar ist. Bei 1.000 U/min liegen die ca. 8° an, bei etwa 3.000 U/min die max. Frühzündung mit 32°. Der Motor dreht aber bis 9.000. Irgendwie mussten die Konstrukteure also einen Kompromiss für den idealen ZZP finden. Vermutlich liegt der beim Granni irgendwo bei mittlerer Drehzahl, da das die (damals) meistgefahrene Geschwindigkeit war. Wenn man weniger Drehzahl hat, ist der ZZP eigentlich zu früh, wenn man mehr hat zu spät.

Wenn Du nun 15° nimmst, kann es durchaus sein, das das der für deinen Fahrstil ideale ZZP ist, allerdings bei Vollgas die Kolben durchbrennen. Denn wie am Anfang geschrieben, der ZZP wird für "maximale Drehzahl" berechnet.

Meinen Capri fahre ich z.B. mit SuperPlus. Orginal braucht er 97 Oktan und der ZZP liegt bei 8°. Mit Einführung von ASU und bleifrei-Sprit wurden daraus 95 Oktan und ca. 4°. Ich fahre eben wg. dem SuperPlus mit 8-10° ZZP, brauche 1/2L weniger. Der weniger Verbrauch kommt durch den teureren Sprit zwar preislich auf 0 raus, zeigt mir aber, das der Motor optimaler eingestellt ist, denn sonst würde ich nicht weniger verbrauchen.

Ärger mit dem ZZP hab ich bei der AU eigentlich nicht. Da die "Chipwechsler" von heute sowieso nichts mehr ändern könnnen, lassen sie es wie es ist und optimieren lieber das Messgerät. Zitat eines Formechanikers vor 4 Jahren bei der AU: "Das ist der 1. Capri den ich im Original sehe. Sonst kenne ich ihn nur von Bildern". Kein Lehrling - Mechaniker ! Die sind ja froh wenn sie keine Schliesswinkel einstellen müssen, bzw. am Weber-Doppelvergaser was einstellen sollen. Der alte Meister aus der Werkstatt ist seit letztem Jahr in Rente. Ich wüsste nicht, das das noch einer von den Jungen kann ......

ich kenne das aus eigener erfahrung,

mess mal die kompression,jede wette die ist sehr schlecht,du hast den typischen "bleifreischaden",d.h.

die auslassventile sind nicht mehr dicht,der motor kommt nicht mehr auf die normale verdichtung,es fehlt leistung und er schüttelt sich unruhig im leerlauf...

mit mehr frühzündung gleicht man das etwas aus,er läuft wieder besser...aber nicht sehr lange !

die kontaktlose zündung hat übrigens den fliehkraftversteller unten im verteiler,darüber ist die verteilerscheibe fest montiert,die kann man nicht so einfach abnehmen,deswegen sieht man den fliehkraftregler nicht,darüber steckt der "verteilerstern", darauf der läufer und dann die übliche kappe.

Die 6° "Bleifrei" Einstellung hat nichts mit dem Blei zu tun, sondern liegt daran, daß bei der Einführung von Bleifrei der Kraftstoff maximal 95 Oktan hatte (Super bleifrei)

Sofern du Super plus tankst, sind die normalen 9° richtig, egal ob mit oder ohne Blei.

Wie schon von den anderen geschrieben, zuerst Ventilspiel prüfen /einstellen, dann die Unterdruck und vorallem Fliehrakftverstellung des Verteilers prüfen.

ninjatune hat recht. ich setze mal voraus dass der motor dicht ist und technisch im guten zustand, wenn die zündanlage gut in form ist liegt der fehler im vergaser oder den stirnrädern - das problem ist, wenn du in dem zustand noch ein paar wochen rumfährst, dann hastn motorschaden bevor du den fehler findest... 

am 30. Dezember 2008 um 11:38

Zitat:

Hallo Florian,

was fuer ein Motor ist es?

Kennbuchtabe YY ?

Steht auf einem kleinen Uebersteher am vorderen linken Oberrand des Zylinderblocks auf der Fahrerseite.

Ich nehme mal an dass es ein YY ist in grauer Farbe, dann stelle ihn auf 12 grad Fruehzuendung und verwende 98er Sprit mit Bleiersatz.

Zu den Stirnraedern, das der Kurbelwelle ist aus Metall und das der Nockenwelle ist aus Novotex oder auch aus Metall mit Novotex Zahnkranz und beide haben eine Punktmarkierung wo Nockenwelle und Kurbelwelle aufeinanderstehen muessen.

Das Nockenwellenzahnrad verabschiedet sich oefers mal wenn sie alt sind aber dem Motor passiert nix. Ventile und Kolben schlagen nicht aufeinander, nicht einmal unter Vollast

Wenns gerasselt hat, kann man ohne den Motor auszubauen das Stirnrad wechseln und weiter gehts. Man bekommt sogar die Spaehne aus der Oelwanne raus ohne Ausbau.

Ein beruehmter Verdaechtiger wenn er unrund lauft ist auch die V Dichtung zwischen Zylinderkopf und Ansaugbruecke.

Was ich an deiner Stelle tun wuerde ist folgendes:

1) Vergaser reinigen und alle Dichtungen wechseln

2) Nockenwellenposition kontrollieren

3) Ventilspiel einstellen

4) V Dichtung der Ansaugbruecke wechseln

5) Zuendzeitpunkt auf 12° Frueh setzen

Dichtungen bei Ford kosten ja nicht die Welt

Dann wird er wieder viele Jahre Ruhe geben

Gruss vom einem alten Ford V6 Fahrer!

mjoris

 

Original geschrieben von Florian333

Hallo! Kann mir jemand bei einem Problem mit der Zündungseinstellung weiterhelfen? Es geht um einen 84er Ford Granada mit dem 2,3 Liter V6-Motor, 84 kW. Laut Werkstatthandbuch ist der Zündzeitpunkt 9° v.OT bei verbleitem Kraftstoff und 6° v.OT bei bleifreiem Kraftstoff. Stelle ich den Zündzeitpunkt auf 6° v.OT ein, dann läuft der Motor aber ganz schlecht. Er nimmt das Gas schlecht an und "patscht", es hört sich dann an, als ob ein Loch im Auspuff wäre.

Stelle ich die Zündung deutlich in Richtung früh (z.B. 15° v.OT), dann läuft der Motor besser. Nun ist ja zu viel Frühzündung sehr schlecht für den Motor (Klingeln, Klopfen), aber bei dieser Einstellung läuft er eben besser.

Die Einstellbedingungen waren in Ordnung (Motor warm, LL-Drehzahl 800 1/min, Unterdruckschlauch vom Verteiler abgezogen).

Hat jemand eine Erklärung für dieses Phänomen?

am 1. Januar 2009 um 22:00

Das Spielchen mit der vermeindlich falsch eingestellten Zündung ist so alt wie die Entwicklung des Ottomotors.

Das hatte ich des Öfteren, bei verschiedenen Modellen. Da hilft ein geschultes Ohr und ein Stück fahren, dabei Werkzeug mitnehmen und an den Punkt heran gehen, an dem er zu klopfen beginnt. Dann etwas zurück und wieder gut dem Motor zuhören. Bringt meist nicht nur Laufruhe sondern auch ein Mehr an Leistung und etwas sinkende Betriebstemperatur.

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