Fahrzeug für die Mongol-Rally 2015
Servus liebe MT'ler,
vorab: Hab zwar ein Ähnliches Thema, jedoch mit nicht mehr aktuellem Inhalt gefunden. Daher hier ein neuer Thread.
Wir (drei Freunde, Lukas, Padde und meiner Wenigkeit) möchten im Sommer 2015 bei der Mongol-Rally starten. Die Mongol Rally startet in UK und führt einen ohne vorgegebene Route bin in die Mongolei.
Dabei gehts über Asphalt, Schotter- und Sandpisten, über Hochebenen und Wüsten.
Dazu benötigen wir natürlich ein Fahrzeug und wie zu erwarten gibt es dabei gewisse Dinge zu beachten. Ich liste alles mal in Stichpunkten auf, der Übersichtlichkeit halber.
Zunächst die "harten" Vorgaben der Veranstalter:
- maximal 1 Liter Hubraum (nach persönlicher Abstimmung mit dem Veranstalter würde auch geringfügig mehr gehen (vielleicht max. 1.2 Liter)
- Das Auto soll "crap" sein, zu deutsch "scheisse"
--> Soll heissen es sollte älteren Baujahres sein, ein paar macken haben und nicht die Welt kosten
- Kein dicker 4x4
Nun unsere Wunschvorstellungen:
- Genügend Platz für 3 Personen + Gepäck und Ersatzteile/Werkzeug
- Zuverlässig und simpel zu reparieren
- "Ersatzteilversorgung" sollte auch in Aserbaidschan (etc.) gegeben sein, man sollte also ein bisschen "fuckeln" können
- wenn möglich, max. 500 €
Das wären dann die wichtigsten Angaben. Hier kommen noch die bisherigen Vorschläge von uns drei Teammitgliedern, jedoch ohne Gewähr auf wirklich Verwertbarkeit im Rallyalltag:
- Subaru Justy 1.0 (hat Allrad)
- Suzuki Swift 1.0 (naja, fährt und ist günstig)
- VW Polo 6N (gibts mit 998 ccm und recht robust, denk ich)
- Wartburg 311 (Baujahr '98 - Müsste man halt noch einiges machen, hätte aber Stil)
- Suzuki Wagon R+ (hässlich wie die Nacht, aber vielleicht etwas mehr Platz als in anderen Kleinwagen)
- Ansonsten halt noch die üblichen Verdächtigen (alte Fiesta, Saxo, Clio, etc.)
Habt Ihr Vorschläge oder Ideen?
Am liebsten wäre uns wie gesagt eine Mischung aus wenig Hubraum, viel Platz, viel Stil und Zuverlässigkeit!
Besten Dank schon jetzt vorab,
Thomas
30 Antworten
Die Konkurrenz hat sich letztes Jahr für 'nen Jimny entschieden, dazu gab es mal diesen Thread - aber der wird im 500er Budget nicht drin sein. Auch keiner seiner Vorgänger, sofern er noch fahrtüchtig sein soll 😉.
Es gibt m.W. für den Libero keine Fahrwerksänderungen, die in Relation zum Kaufpreis stehen. Einfachste Variante wäre Höherlegung mittels Spacer, Aluring o.Ä. zwischen Feder und Federteller. Würde ich aber ehrlich gesagt lassen, weil: Erstens reduziert sich der Ausfederweg, und das Ganze neigt zum Hoppeln, zweitens ist die Bodenfreiheit des Libero im Serienzustand nicht schlecht, besser als bei den anderen Kleinwagen. Wo die gerade noch herkommen, fährst Du mit dem Subaru recht entspannt. Für einen eventuellen Federbruch würde ich Reserve mitnehmen, mit defekten Stoßdämpfern oder ganz ohne fährt er aber notfalls auch.
Bei den Reifen gibt es bspw. von Fedima Offroad- und Rally-Profile, die anderen Hersteller haben in dem Format nichts, Geländereifen fangen eigentlich erst ab 15 Zoll an. Auf Sand ist wenig Negativprofil von Vorteil, das stimmt - sobald es etwas nass wird ist es aber das Ende.
Btw - Justy und Libero haben bei gleichem Fahrzeugalter auch funktional gesehen denselben Allradantrieb, hier eine Beschreibung zur Nutzungsart.
Gruß
Derk
Super, dank dir für die ganzen Tipps!
Noch mal zum Verständnis falls ich mich schlecht ausgedrückt habe (wohl wahrscheinlich):
500€ ist erstmal ein Budget, es kann auch mehr sein, gerne weniger. Wir möchten uns halt vorher mit dem Auto vertraut machen, also sind gewisse Reparaturen fast schon gewollt.
Ein libero übersteigt die 500 per se schon, aber wie gesagt, daran soll es nicht scheitern.
Wir wollen halt nur keine 2000€ ausgeben für ein Fahrzeug, ob einsatzbereit oder nicht. Daher fangen wir ja auch schon so früh an zu planen.
Also falls noch jemand weiterhelfen kann, wir sind für alles offen!
Liebe grüße,
Thomas
Wenn man einen findet, könnte man sich den Seat Marbella ansehen - der ist so minimalistisch und altmodisch, dass er schon wieder Stil hat. Manches Mal findet man bestimmt noch scheckheftgepflegte, schöne Exemplare von netten alten Damen für kleines Geld; 500 Euro sind für ein Auto, das jahrelang für eine Packung Kaffee hergegeben wurde, schon symbolisch viel Geld - der Wert eines Marbella ist nicht feststellbar und rein zustandsbedingt.
Der Fiesta Mk3 ist auch ein guter Tipp, den man oft findet; technisch extrem haltbar - und auch der Fiesta Mk4 (1996-1999) ist empfehlenswert, da sich beim Modellwechsel nicht viel geändert hat außer dem Innenraum, diversen optischen Retuschen und ein paar Kleinigkeiten. Beide gibt es für 500 Euro locker.
Alternativ: Opel Corsa A, am besten als 1.2i (C12NZ); ein robuster und zuverlässiger Kleinwagen. An dem kann nicht viel kaputtgehen, dafür ist er eng, unkomfortabel, rostanfällig und meist sehr vergammelt. Wie bei allen alten Kleinwagen, die für euch in Frage kommen, ist der Preis eines solchen Youngtimers (der Corsa A wurde zwischen 1982 und 1993 gebaut) rein zustandsbedingt.
Peugeot 205? Fiat Uno? Renault 5? Renault Clio? Alter Mitsubishi Colt 1200? Lada Samara? Sind technisch gesehen alle recht robust, und weil der Zustand keine Rolle spielen wird, was Optik und Innenraum angeht, kann man sich da auch auf die Suche machen.
Wenn du schon Wartburg und ähnliche "Ost-Kisten" erwähnst, dann möchte ich alte Ladas erwähnen - die sind oft in sehr gutem Zustand zu finden und generell ziemlich preiswert. Robust sind die Autos und geräumig ebenfalls, immer wieder schön ist auch das umfangreiche Lada-Bordwerkzeug, mit dem man im Grunde fast das Auto zerlegen und wieder zusammenbauen kann. Für 500 Euronen wird man da bestimmt fündig und hat ein Fahrzeug mit Stil, das nicht jeder hat!
Den Subaru Libero E12 wird man für 500 Euro mit großer Wahrscheinlichkeit, so stark der auch sein mag, nicht auftreiben können! Viele Liberos bzw. E10/E12's wurden über Jahre hinweg sehr schlecht behandelt und sind zudem extreme Roster - das, was bis heute überlebt hat, ist in der Regel ein gepflegtes Stück, und so was hat seinen Preis, auch da es eine Fanszene gibt. Der kleine Subaru-Bus ist zwar "nur ein alter Japaner", aber einer mit Charakter und hat eine echte Gemeinde, die ihn betreut - viele gute Liberos wechseln auch nur dort den Besitzer. Schlechte Stücke sind ein Fall für den Export und immer noch teuer, wie etwa ein alter Toyota Carina.
Wenn schon Nippon-Kleinbus, dann vielleicht den Suzuki Carry - der ist konzeptionell wie der Libero, nur schlechter im Finish und preiswert zu haben. Oder: Piaggio Porter - das ist ein echter Exote, und da den wirklich niemand kennt, könnte der doch eine Option sein. Auch der Porter ist eigentlich ein Japaner (Daihatsu HiJet) und wenn es - was selten passiert - gebraucht mal einen solchen gibt, sind die Autos preiswert.
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Zitat:
Original geschrieben von coffein2801
- VW Polo 6N (gibts mit 998 ccm und recht robust, denk ich)
Da würde ich eher zu einem Polo 86c greifen - am besten erste Modellreihe, schön Oldschool und auf jeden Dall einfach zu reparieren -
KLICKHab letztens im Radio von einer ähnlichen Rallye gehört (nach Tadschikistan glaub ich), da hat sich ein Team gegründet und 3 alte Peugeot 205 besorgt und einheitlich angestrichen.
Das wäre vielleicht auch eine Idee, mit anderen TN zusammentun, identische FZ besorgen und so die Teilemitnahme optimieren.
Ich würde aus Platz- und Coolnessgründen 😁 einen Barkas nehmen...
Leider wird für das Budget kaum was brauchbares zu finden sein.
Mit der Idee einen Trabi "for the fun, for a laugh" nach Ulan Bator zu scheuchen habe ich mir mal das Kleingedruckte durchgelesen. Ist Dir klar dass die Karre maximal zehn Jahre alt sein darf? Das duerfte Dein groesstes Problem werden.
Neuer Favorit: Barkas!
Vielen Dank nochmal für die Tips!
@ Michael XXXX: Die Regel mit maximal 10 Jahre alt gilt das letzte mal dieses Jahr, ab 2014 ist das Limit aufgehoben.
Das hat was mit dem Charity-Gedanken, den utopischen Einfuhrzöllen für alte Fahrzeuge in der Mongolei und dem Abenteuergedanken der Veranstaltung zu tun.
Also wie gesagt, das Alter der Fahrzeuge ist ab 2014 völlig irrelevant, es darf nur nicht zu neu sein.
Bzgl. des Barkas, auch wenn er das Budget übersteigt, so ein Bus ist einfach so wundervoll, dass momentan kein anderes Fahrzeug da mithalten kann!
Grüße,
Thomas
Nein, bisher ist es so das die Fahrzeuge in der Mongolei bleiben und dort verkauft werden. Der damit erwirtschaftete Erlös ging ebenfalls in die Projekte die man unterstüzt (ist ja eine charity Veranstaltung).
Da diese Fahrzeuge allerdings aufgrund der Zölle nicht älter als 10 Jahre sein durften verlor die Rally den gewissen Charm und den Anspruch ein wirkliches "Abenteuer" zu sein.
Deshalb gibt es jetzt die "no car left behind" Sache.
Also alle Fahrzeuge werden entweder wieder zurück gefahren, oder zurück gerschickt.
Grüße,
Thomas
Wurde der Suzuki Wagon R+ schon genannt?
Gab den als 1,2l Motor mit 69PS und 4WD, aber selten.
Die Dinger sind an sich günstig und haben einen gewissen "Japan Flair" 😉
Zitat:
Original geschrieben von Michael XXXX
Wieso Einfuhrzoll? Du faehrst doch wieder nach Hause!
Fast jedes durchzufahrendes Land außerhalb der EU verlangt Einfuhrzölle, die sich zumeist an Neuwagenfahrzeug-Preisen orientieren.
Diese müssen vorab bezahlt werden mit Visumsantrag.
Das Geld bekommt man bei endgültiger Ausfuhr wieder, aber das hat man dann erst Wochen oder Monate nach Rückkehr wieder.
Dat kann ganz schön ins Geld gehen, das man vor eigentlicher Abfahrt schon haben muss...
Nen Bekannter fuhr mit altem Jeep nach Indien. Er musste etwa 15.000 Euro Zoll an diverse Staaten zahlen. In Indien war das Auto kaputt, und um die 15.000 Eus Zoll nicht zu verlieren musste Auto wieder nach Deutschland geschippert werden und war ziemlicher Papierkram bis er die Zölle der einzelnen Staaten alle wieder hatte.
"Übrigens Ostfahrzeuge:
Den Trabbi gab es auch als Kübelwagen mit Allradantrieb..."
Der Trabbi Kübel hatte keinen Allradantrieb, Frontantrieb wie der "normale" Trabbi