Erfahrungen mit ACC und Fragen dazu
Hallo zusammen,
nachdem ich nun seit September einen Audi RS3 Limousine (Baujahr 09/2019) fahre und zum ersten Mal Kontakt mit einem Abstandsradar ACC hatte, das der Vorbesitzer in der Sonderausstattung mitbestellt hatte, habe ich trotz intensiven Studiums der Bedienungsanleitung und Probieren der verschiedenen Einstellungen weiterhin folgende drei Probleme, die dazu führen, dass ich das System meistens ausschalte:
1. Wenn ich z. B. in der Stadt bei Tempo 50 auf ein an der Ampel stehendes Auto auffahre, bremst das ACC für meinen Geschmack sehr spät und dann zu stark, so dass ich immer den Fuß auf der Bremse bereithalte und manchmal selbst bremse. Das ist manchmal eine Nervensache Mit einer solchen Geschwindigkeit bis kurz vor dem Hindernis würde ich persönlich nie auffahren und vorher schon langsam abbremsen. Ich finde nichts, wo ich das ändern kann.
2. Umgekehrt beim Anfahren an der Ampel bechleunigt das ACC so langsam, dass mir auf den ersten knapp 100 Metern sogar ein LKW davonfährt und ich das Gefühl habe, durch dieses langsame Anfahren den hinteren Verkehr zu behindern. Nach diesen ersten 100 Metern beschleunigt der Wagen im normalen Bereich.
3. Gerade beim Kolonenfahren auf der Autobahn macht das ACC ja Sinn. Allerdings hält es trotz kleinstmöglicher Distanzeinstellung einen in der Fahrpraxis zu großen Abstand (rechtlich ist er sogar vorgeschreiben, aber keine 10% halten sich daran), so dass immer wieder jemand in meine Spur hineinwechselt und das System recht heftig bremsen muss, was mich stark an manche Rekuperationssystem bei E-Autos erinnert. Auch das Pre Sense meldet sich ab und an. Das ist einfach unangenehm.
Mache ich hier grundsätzlich etwas falsch in der Bedienung oder habe ich etwas übersehen?
Gruß
Hans-Peter
9 Antworten
Leider von 1. bis 3. alles genauso wie bei mir! Hatte sonst ich nur normale Tempomaten,
Die waren deutlich besser. Aber mir fehlt das 4. bei Dir.
Bei mir ist es so, wenn z.B. mein Vordermann die Spur verlässt und vor ihm ein anderes Fahrzeug ist,
weigert sich mein ACC meistens, das als neuen Status zu sehen und fährt extrem
nahe auf, dass ich auch den Fuß auf die Bremse packe.
Meine Erfahrung mit meinem A3 8V von 2017:
zu 1: ich habe das ACC auf mittlerer Stufe eingestellt und wenn ich in der Stadt auf ein stehendes Fahrzeug auffahre, merke ich zuerst, dass das ACC einen Gegenstand erfasst und die Geschwindigkeit drosselt und die Bremswirkung zum Schluss natürlich stärker ist. Der "Mensch" würde schon eher (leicht) bremsen, der "Computer" reizt es bis zum geht nicht mehr aus.
zu 2: stelle ich das Drive Select auf Eco ein, beschleunigt er ziemlich behutsam und langsam, steht es auf Dynamik dann geht es deutlich flotter mit mehr Drehzahl.
zu 3: die Einstellung des ACC bei "Kolonnenfahrt" richtig sich ja auch nach den Vorschriften des Abstandes. Ein zu dichtes Auffahren ist also nicht möglich und der Abstand sollte immer so sein, das auch noch ein Auto einscheren kann. Fahr mal in den Niederlanden, dann wirst du sehen, dass sich die Fahrer auch noch in die kleinsten Lücken quetschen können.
Auch bei mir meldet sich manchmal das Pre Sense ab, Grund ist mir auch schleierhaft.
Was ich aber beim ACC am Schlimmsten finde:
- fährt einer auf der Autobahn vor mir auf die Abfahrtspur und bremst, reagiert auch das ACC und bremst, obwohl ich geradeaus fahre.
- bei Kreuzungen/Ausfahrten in Kurvenbereichen erkennt das ACC rechts wartende und in die Kreuzung einfahrende Autos und legt fast eine Vollbremsung ein.
Wenn man die Schwächen kennt, kann man gegensteuern.
Ich nutze es nicht immer, aber wenn, dann war bisher alles ok.
2 mal hat ACC / Pre Sense bisher eingegriffen, einmal als ein Kind von rechts zwischen den Autos hervorkam und einmal auf der Autobahn, als der Vordermann mehr mit dem Handy beschäftigt war als mit dem Gaspedal.
Ich kann die meisten Punkte hier nachvollziehen, weil sie mich in der Anfangszeit auch gestört bzw. gewundert haben.
Man muss aber einfach lerne mit dem System zu fahren und sich darauf einlassen, dann macht es auch spaß. Z.b. an eine rote Ampel ranfahren, ich tippe kurz den Hebel nach vorne, um ACC zu deaktivieren. dann rollt er aus, bis ich bremse. Wenn kein Auto an der Ampel steht muss ich eh eingreifen, also kann ich mich auch einfach daran gewöhnen das immer zu machen.
Wenn er mir beim Anfahren zu langsam ist, dann gebe ich einfach selbst etwas Gas dazu.
Es gibt so einige Sachen, wo ich eingreife. Konkret fällt aber gerade garnichts ein, weil ich dabei beim Fahren garnicht mehr groß nachdenke.
Deshalb wie gesagt, lernen mit dem System umzugehen und sich darauf einlassen auch mal kurz einzugreifen in entsprechenden Situationen.
Jetzt wird es bestimmt einige Kommentare geben, die sagen, dass das ja wohl nicht sein kann. Aber dann kann ich nur sagen, es ist wie es ist. Nehmt es an, ärgert euch oder kauft ein anderes Auto 😉
Sehe ich genauso. Man kann in vielen Situationen komplett mit dem kleinen Hebel des ACC fahren. Das ist schon fast spielerisch. Ich bin im Alltag sehr auf Effizienz getrimmt und versuche immer, den Durchschnittsverbrauch im Langzeitspeicher zu unterbieten und möglichst verbrauchsarm zu fahren. Das gilt auch für den Bremsen-Verschleiß, also immer ausrollen lassen, lieber etwas später etwas stärker bremsen als ewig lang schleifen lassen. Das im Zusammenspiel mit ACC geht sehr gut. Frühzeitig erkennen, dass der vorausfahrende Verkehr langsamer wird, und schon mal den Hebel nach vorn schieben. Je nach Timing (und Motorbremse) muss man gar nicht bremsen, obwohl vor einem jeder in der Kolonne abbremsen musste. Sowas macht mir beim alltäglichen pendeln Spaß. Aber ich bin zugegeben auch Fan von solcher Technologie. Ich kann mich auch stundenlang über das Matrix-Licht freuen, wenn ich jemandem im Dunkeln hinterher fahre 😁
Kleiner Tipp noch, wenn das ACC zu langsam beschleunigt:
Wie schon gesagt kann drive select da Wunder wirken. Wenn das auch nicht reicht, probiere mal die Überholfunktion: Einfach den Tempomathebel nach hinten ziehen und halten. Dann gibt das System ca 80% von Vollgas, allerdings auch, wenn vor dir einer fährt.
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ich habe das ACC im VFL und der bremst gefühlt nie von selbst, wenn ich auf ein stehendes Auto an der Ampel zu fahre mit ca. 50 km/h. Der würde knallhart rein fahren, wenn ich nicht selbst bremsen würde. Zumindest habe ich es ein paar mal getestet wie nah er einem Auffährt bevor es von selbst bremst, aber die Distanz wurde immer zu gefährlich, deswegen die Vermutung, dass der gar nicht bremst. Dafür waren die Bremswege zu kurz. Fährt es aber auf ein Auto zu, was noch etwas auf die Ampel am zu rollen ist, verhält sich das ACC so wie es soll. Deswegen vertraue ich dem nur noch wenn das Auto vor mir bereits am rollen ist.
Ich würde mich niemals auf so ein System verlassen. Wenns knallt kannst zahlen bloß weil dieses System nicht funktioniert. Im Notfall hilft es unter Umständen dafür ist es gut aber nicht zum ausprobieren nach dem Motto autonomes fahren. Ich bremse selbst Ich brauch auch mein Tempomat nicht.
tatsächlich ist das auch meine vermutung, dass er bei stehenden hindernissen nicht bremst. Also auch das FL nicht. Getestet habe ich es aber nie. Aber das symbol, dass ein Fahrzeug erkannt wurde erscheint bei mir auch nicht, deshalb die Vermutung.
Und ja, ACC auch mit Spurhaltung ist definitiv kein autonomes Fahren, das sollte jedem klar sein.
Zitat:
@Hoaschter schrieb am 30. April 2024 um 13:54:07 Uhr:
tatsächlich ist das auch meine vermutung, dass er bei stehenden hindernissen nicht bremst. Also auch das FL nicht.
Natürlich tut es das nicht. Auch beim Facelift nicht. Das ACC würde ja sonst auf jeden unbeweglichen Gegenstand im Erfassungsbereich des Radars reagieren. Müllcontainer, Telekom-Kästen, ...
Das System muss ein stehendes Auto zuvor als beweglich erkannt haben. Dann klappt's auch mit dem ACC.
Wenn man mal das Bordbuch zu Rate ziehen würde, dann wüsste man, dass das ACC NICHT auf stehende Hindernisse reagiert, steht dort nämlich drin.
Erst das ACC im 8Y (Soweit ich weiß) oder auch bei mir im Born reagieren auf stehende Hindernisse - Und das sehr zuverlässig.
Aber ansonsten ist es wirklich reine Gewohnheit. In den 130000 km die ich meinen 8V hatte bin ich ca. 80% mit ACC gefahren, es hat das fahren einfach deutlich angenehmer gemacht. Die Macken und Schwächen des Systems lernt man schnell und dann kann man auch schon vorher übernehmen.