EQV: Erfahrung mit Gebrauchtwagen und Preisentwicklung

Mercedes EQV 447

Liebes Forum,

ich suche nach Erfahrungen, Erkenntnisse und Empfehlungen beim Kauf eines gebrauchten EQV.

HINTERGRUND / RANDBEDINGUNGEN
Wegen weiteren Nachwuchs möchten wir unseren Marco Polo Activity (12/2018) gegen einen EQV tauschen, ggf. mit einem Dachzelt ausstatten und für gelegentliches Camping nutzen. Gerne würden wir wieder ein Fahrzeug mit Liegepaket unser eigenen nennen. Einerseits wegen der Übernachtungsmöglichkeiten, andererseits wegen den 3x Isofix (und weil wir es die letzten Jahre so kennen- und schätzen gelernt haben).
Meinen Recherchen nach gab es das Liegepaket aber nur 2020/2021? Gehe ich recht in der Annahme, dass die Bank aber trotzdem in jedes Fahrzeug mit 4 Schienen passt? Wir planen etwa mit einem Budget von 50kEUR.

PREISENTWICKLUNG / RESTWERTE
Ich habe keine Vorstellung und Erfahrung wie sich die Preise und Restwerte seit Markteintritt 2020 beim EQV entwickelt haben und welche Richtung sie einschlagen; insbesondere vor dem Hintergrund der gestrichenen staatlichen Förderung/Subvention. Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass es einige EQV mit <50.000km zu deutlich unter 50kEUR gibt und diese nicht einmal schlecht ausgestattet sind. (Gleichalte V-Klassen kommen mir fast teurer vor und haben in der Regel mehr Kilometer.)
Mein einziger Anhaltspunkt war eine Darstellung der EQV-Preisentwicklung auf PKW.de, siehe Anlage.

GEBRAUCHTER EQV
Neben den grundsätzlichen Tipps zum Gebrauchtwagenkauf gibt es bestimmt einige E-Auto-oder EQV-spezifische Punkte, die berücksichtigt werden sollten:
- Alter, Leistungsfähigkeit und Degradation der Akkus;
- Anzahl Ladezyklen;
- Art der Ladung (0-100, 10-90, 20-80);
- Art der Nutzung (Winter/Sommer, schnell/schonend laden, Kurz-/Langstrecke);
- State of Health (SoH) auslesen;
- Aufmerksamkeit bei bestimmten Verschleißteile (Service, Scheckheft etc.);

GEBRAUCHTWAGENMARKT
Ich habe gesehen, dass es einige EQV aus 2020 gibt, die deutlich <10.000km gelaufen sind.
Es gibt aber ebenso auch EQV aus 2022, die bereits >70.000km hinter sich haben.
Was wäre hier zu bevorzugen? Wieviele Kilometer und welches Alter sollte man anstreben?
Ist ein 4 Jahre alter, kaum genutzter Akku besser als ein 12 Monate alter, häufig genutzter?

Ich würde mich freuen, wenn ich hier ein paar Erkenntnisse mitnehmen könnte.
Eine zweitägige Probefahrt haben wir bereits gemacht, kennen die Baureihe W447 ja bereits und können uns mit den Spezifika der E-Mobilität arrangieren.

Über eure Rückmeldungen freue ich mich sehr.

Herzliche Grüße
Jan

PKW.de: Mercedes-Benz EQV Preisentwicklu
57 Antworten

Nachdem wir drei Tage getestet haben, kam bei mir noch folgende Frage auf:
Warum hat der EQV einen größeren Wendekreis als die normalen Heckgetriebenen w447?
Beim einparken in unsere Einfahrt komme ich mit dem MP Activity mit einem Zug rein. Beim eqv passt es leider nicht und ich muss korrigieren. Der Verkäufer konnte mir keine Auskunft geben. Laut Internet beträgt der unterschied in der Länge "lang" 1,1m. (12,9 statt 11,8).
VG

EQV hat Frontantrieb und damit reduzierten Lenkwinkel. Gleicher Effekt wie bei 4Matic.

Zitat:

@raidersbua schrieb am 24. Januar 2024 um 21:57:35 Uhr:


EQV hat Frontantrieb und damit reduzierten Lenkwinkel. Gleicher Effekt wie bei 4Matic.

Peinlich, trotzdem danke!
Ich war fest davon überzeugt, dass der Hinterradantrieb hat (wie alle w447 mit Ausnahme der Vito Einstiegsmotoren).

Ich habe noch zwei Fragen bzgl. des state-of-health (SOH) vom EQV:

An die Erstbesitzer:
Lasst ihr den SOH bei etwaigen Werkstattbesuchen, Inspektionen o.ä. auslesen und euch darüber Bericht erstatten?

An die Gebrauchtkäufer:
Habt ihr euch die SOH von Mercedes auslesen lassen und ggf. durch einen weiteren Service bestätigen lassen (AVILOO)?

Hintergrund:
Ich habe ein Fahrzeug von 12/2020 in der engeren Auswahl, es hat aber 50.000km auf der Uhr.

Herzlichen Dank vorab.

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Nachtrag

Auf Anforderung habe ich ein Bewertungsprotokoll von Mercedes/XENTRY zum Bauteil G1/29 "Hochvoltbatterie" erhalten.

Unter Wartungsdaten steht dann:
Batteriekapazität (Anfangswert): 283Ah (Sollwert: 280-286)
Batteriekapazität (aktuell): 281Ah (Sollwert >= 195)
-> das wären dann weniger als 1% Degradation

Ich habe in den Datenblättern keine genau Spezifikation der Kapazität (in Ah) gefunden, aber einen Foreneintrag.

"Mercedes spezifiziert den Akku mit 283Ah und gibt eine Garantie auf 180Ah nach 8 Jahren oder 160.000km.

Die 180Ah finde ich dann auch bei den Angaben von Mercedes.

Ist das verlässlich?

Die Batterie ist damit wie neu.
Ich würde vermuten, dass Degradation beim EQV generell kein ernsthaftes Thema ist. Mercedes agiert da sehr vorsichtig.

Unseren EQV BJ 06/20 haben wir Ende 21 als Vorführer mit 4.000km übernommen, ohne eine Info zum SOH zu erhalten.
Nach dem 2. Service Ende 22 habe ich unaufgefordert einen Ausdruck zur Batteriekapazität, mit Anfangswert 283Ah und Istwert 280Ah, erhalten.
Vor dem 3. Service habe ich angefragt, ob ich diesen Ausdruck wieder haben könnte, und habe einen Screenshot aus Xentry erhalten.
Anfangswert Ist: 284Ah, Soll: 280...286
Istwert Ist: 283Ah, Soll: >= 195

Das Batteriemanagementsystem bescheinigt unserem Akku nach 3 1/2 Jahren und 32.000km beste Gesundheit. Eine Reduktion der Reichweite haben wir bisher auch noch nicht festgestellt.

Vielleicht lässt sich mit dem Verkäufer ein auslesen bei Mercedes aushandeln.

Beim Kauf unseres EQV (EZ Herbst 21, 38 tkm) hat uns der Händler auf Nachfrage die Batterie ausgelesen. 274 von 283 Ah, macht ca. 3% Degradation. mMn völlig im Rahmen. Ich weiß halt auch nicht, wie der Vorbesitzer (Leasingnehmer) die Batterie behandelt hat. Aber da sollte man sich die Infos auf jeden Fall geben lassen, schon des Bauchgefühls wegen.

Das Thema Laden hattest Du auch angesprochen, und da gibt es leider keine allgemeingültige Antwort. Das einfachste ist sicher die heimische Wallbox, am besten noch mit PV Anlage - dann wird es sogar richtig günstig. Für Langstrecke solltest Du Dir eine Ladekarte besorgen. Solltest Du ohnehin im ADAC sein, kann ich die ADAC Ladekarte empfehlen. Damit bekommst Du ohne monatliche Grundgebühr vernünftige Preise für HPC bei EnBW, Allego und Co - nur von Ionity und EWEGo sollte man sich fernhalten.

AC-Laden kann aber sehr schmerzhaft sein. Mit der ADAC Ladekarte kostet die kWh AC auch 60 ct, genau wie DC! Das finde ich eine Frechheit. Generell ist öffentliches AC Laden nicht generell empfehlenswert, dafür gibt es zu wenige Ladepunkte. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch, dass man an öffentlichen AC Säulen oft nur 3-4 Stunden laden darf. Das reicht beim 11 kW Lader so ungefähr für die halbe Batterie. Öffentliches Vollladen kann sich also schonmal schwierig gestalten.

Zitat:

@chris0001 schrieb am 20. Februar 2024 um 11:59:55 Uhr:


.......

AC-Laden kann aber sehr schmerzhaft sein. Mit der ADAC Ladekarte kostet die kWh AC auch 60 ct, genau wie DC! Das finde ich eine Frechheit. Generell ist öffentliches AC Laden nicht generell empfehlenswert, dafür gibt es zu wenige Ladepunkte. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch, dass man an öffentlichen AC Säulen oft nur 3-4 Stunden laden darf. Das reicht beim 11 kW Lader so ungefähr für die halbe Batterie. Öffentliches Vollladen kann sich also schonmal schwierig gestalten.

Öffentliches Ac Laden muss nicht schmerzhaft sein.

Mit der Mercedes Me L Karte liegt man zurzeit bei 0,36 Eur/kWh. Von 21-08:00 wird keine Blockiergebühr erhoben. Wer das ausreizen möchte, könnte von 18:01 - 08:00 Uhr also 14 Stunden ohne Blockiergebühr stehen. Jede Nacht.

Ja, das funktioniert, schon mehrfach ausgereizt. Dann aber eher von 21 bis 11 Uhr, um im Urlaub ausschlafen zu können 😁

Aber Achtung: die Blockiergebührfreie Zeit gilt nicht überall. Das hat mich beispielsweise in Schweden am Hotel sehr viel Geld gekostet.

Zitat:

@holle9 schrieb am 24. Februar 2024 um 11:36:05 Uhr:


Aber Achtung: die Blockiergebührfreie Zeit gilt nicht überall. Das hat mich beispielsweise in Schweden an Hotel sehr viel Geld gekostet.

Du hast Recht. Die blockierfreie Zeit gilt nur in Deutschland. Auslandstarife unterscheiden sich dramatisch. Österreich ist auch ganz schlimm mit der Abrechnung nach Stunden.

Ich verfolge den Markt für Elektroautos erst intensiv seit ein paar Monaten und kann fallende Preise bei gebrauchten Mercedes EQV über die letzten Wochen bestätigen.

Da wir als 5-, perspektivisch 6-, köpfige Familie einen Van bevorzugen oder benötigen, tendieren wir zu einem EQV und können uns mit den technischen Randbedingungen arrangieren.

Wir sind allerdings von den jüngsten politischen Entscheidungen und marktwirtschaftlichen Tendenzen irritiert und zögern.

Diese Fragen umtreiben uns derzeit - wahrscheinlich symbolisch für viele andere potentielle Käufer eines bev.

- wie lange werden die Preise noch sinken bis ein marktwirtschaftliches Gleichgewicht herrscht, insbesondere für EQVs? Experten und Analysten mutmaßen bis ins Jahr 2025, ist das realistisch?

- welchen Wert hat ein EQV aus zweiter Hand in 3 Jahren (2027) mit >50tkm, wenn der Modellwechsel zu neuen Plattform Van EA kommt?

- sollten wir rein aus wirtschaftlichen Gründen lieber erneut einen Verbrenner kaufen? - aus Überzeugung wollen wir diese Epoche eigentlich hinter uns lassen, aber die V-Klasse als Verbrenner ist unglaublich preisstabil.

Es ist schizophren und ich kann die Restauration des verbrenners nicht verstehen...

So wirklich zuverlässig wird Dir Deine Fragen niemand beantworten können. Da gibt es allenfalls Indizien.

Meine Schätzung:
Wenn der Nachfolger kommt, wird der aktuelle EQV aufgrund des technischen Fortschrittes sehr an Wert verlieren. Aber gerade im Bereich der Vans gibt es immer jemanden, der das kauft. Hier treffen oft Notwendigkeit und kleiner Geldbeutel aufeinander.
Eine große Frage dürfte auch der Km-Stand in 3 Jahren sein: mit 120Tkm geht er aufgrund der Batterie-Garantie besser weg, als mit 170Tkm.

Einen Vorteil hat der EQV nach Jahren: es wird sich zeigen, dass die Batterie kaum an Kapazität verliert. Das System ist sehr konservativ/schonend ausgelegt.

Was die Preisentwicklung in den nächsten Monaten angeht, glaube ich nicht an riesige Sprünge beim EQV. Ich würde mich eher danach richten, wann meine Wunschausstattung irgendwo günstig auftaucht und dann zuschlagen.

Zur normalen V-Klasse. Ich glaube, dass diese im Wiederverkauf besser sein wird in 3 Jahren. Allerdings wird sie jetzt beim Kauf deutlich teurer sein. In der Differenz zwischen aktuellem Kaufpreis und Wiederverkauf dürften sie ähnlich sein.

Diese Fragen haben uns auch beschäftigt ... .
Wir haben einen 3 Jahre alten EQV 300 Extralang mit knapp 30.000 km gekauft für unseren Betrieb. Das war eine erstklassige Investition. Es ist alles drin was es gibt nur die Airmatic und Panoramadach nicht.
Preis unter 45% gegenüber neu (-55%), was natürlich nicht ganz real sein muss. Er war vorher in Besitz einer Leasinggesellschaft, die viele Autos kauft und Rabatt erhält. Aber bei MB ist das nicht so viel (Schwager arbeitet für die). Auto hatte nur 1 Halter und der war nur 1 Fahrer. Wir hatten einen jüngeren in Lang mit 7.000 Kilometer ausgesucht, der hatte PANO und AIRMATIC, ansonsten viel weniger drin und kostete 12.000 € mehr. Dann habe ich den XL gefunden und der wurde es. Batterieausweis DEKRA 98,1 % nach 3 Jahren!

Es wundert mich dass es noch so viele Batterieskeptiker gibt und die Gebrauchten nicht weggehen. Mich freute es allerdings auch, denn sonst wäre der gute Preis nicht möglich. Unsere letzten eSprinter haben wir mit < 20.000 km für um 20 T€ gekauft (keine Paketautos, sondern Stadtwerker mit Sortimo). Da bekommt man keinen Verbrenner unter 150.000 km - 200.000 km für. Die sehen dann auch anders aus.

Wir fahren unsere eSprinter und jetzt auch den EQV im Berufsalltag und laden meist zuhause entweder für 0,00 Cent (weil PV wegen Wärmepumpe sowieso schon da war) oder für 7,00 Cent verlorene Einspeisevergütung (44,2 kWh Batterie im Keller), und im Winter an manchen Tagen für 28,0 Cent für einen kleinen Teil der Ladung wenn es mal mehrere Tage nicht so richtig hell war und dann für Wärmepumpe und Auto nicht reicht. Übergangszeit und Sommer für verlorene 7 Cent. Bei 30 kWh Verbrauch (Stadt weniger aber bei uns steht man immer an Ampeln oder im Stau) sind das 2,10 €/100 km. Die Kollegen die keine Möglichkeit zuhause haben, laden beim Kunden während dem Einsatz (zur Not an der Steckdose), was bei 8 Std./Tag und 47 kWh Sprinter immer ausreicht. Der Kunde bezahlt 20,- € weniger für die Anfahrt mit dem Elektrischen. Alle haben mit 3 oder 4 Jahren auf dem Buckel noch über 96% Akku. Einsatz jeden Werktag, außer in den Ferien. So günstig war die Flotte noch nie.

Wir bauen die effizientesten Wärmepumpen ein (Marke hält tatsächlich den Weltrekord in Effizienz) und zeigen unseren Kunden schon lange dass es genauso gut ohne Verbrennerheizung geht. Der Schritt zur den eSprintern war aber trotzdem nicht leicht. Erst wollten die Kollegen nicht aus allen schon oft gehörten Gründen wie Reichweite, Akku kann man nichts machen wenn das Auto mal stehen bleibt, an dem kann man nichts selbst reparieren etc. etc. ...
Realistisch fahren wir mit den Sprintern aber nur 50 - 120 km am Tag, selten mehr.
Mit dem EQV sind es schon mal 200 km.

Inzwischen sehen die Kollegen das aber auch ganz anders. Die sind glücklich mit den fast neuen Autos, und als erstes sind die eSprinter vom Hof. Der letzte Diesel den wir noch haben wird zuletzt genommen, wenn es unbedingt sein muss.

Ich würde mir für lange Strecken gerne einen gebrauchten EQS kaufen, ein echtes Reichweitenwunder. Aber für die 3x im Jahr Langstrecke lohnt es sich eher nicht. Ausserdem will meine Frau im Urlaub ihr Supermountainbike mitnehmen und damit es keiner klaut, soll's in den extralangen EQV. Also fahren wir halt mit dem und das geht auch ganz gut. Wir überlegen vorher wo wir mit Kind und Oma Pause machen wollen und schön essen gehen können.

Beim Auto sagte mal ein berühmter Mann, " ... das ist eine vorübergehende Erscheinung. Die Zukunft gehört der Kutsche und dem Pferd". Noch sagen viel das eAuto wäre nix ...
Gut für mich wenn ich mir dann wegen der (noch) schlechten Gebrauchtpreise doch irgendwann den EQS leisten kann.

Servus!

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