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Entspricht die StvO noch vollumfänglich den aktuellen Verkehrserfordernissen?

Themenstarteram 7. September 2010 um 7:26

Um es gleich vorweg zu sagen, ich halte die StvO für eine(s) der besten Gesetze/ Verordnungen, die unser Land hat. Dennoch meine ich bei einigen der dort beinhalteten Regelungen, dass sie nicht mehr den aktuellen Erfordernissen in jedem Punkt entsprechen.

Dies betrifft z. B. die Regelungen zur Mittelspurbenutzung auf AB (Wegfall des Sonderstatus, dafür einfaches Rechtsfahrgebot), das Rechtsüberholverbot auf AB (lockern, wenn z. B. ein Fahrstreifen dazwischen frei ist) und das Einordnen auf Abbiegefahrstreifen (unklar ob Einordnung vorne oder hinten zu erfolgen hat). Hier sehe ich die Regelungen einfach nicht mehr zeitgemäß oder auch zu uneindeutig. Sicher gibt es auch noch ein paar weitere Punkte, bei denen ich mir persönlich mehr Klarheit wünschen würde, wie z. B. zum Überholvorgang (Erhöhung Überholgeschwindigkeit, soweit schnellere Fahrzeuge folgen) oder für „Nebentätigkeiten“ während der Fahrt. Vielleicht gibt es auch noch mehr Beispiele hierzu?!

Auch zum Thema Bußgeldbemessung (nur indirekt Bezug zu StvO) würde ich mir wünschen, dass einige Verstöße mit höheren Bußgeldern (insbesondere Nichtbeachtung Rechtsfahrgebot) belegt würden, damit die Polizei für diese Verstöße mehr Anreiz zur Ahndung bekäme.

Wie seht ihr das? Findet ihr es eher positiv, dass einige Regelungen so unscharf sind, weil damit vielleicht eine höhere Flexibilität möglich ist? Was ein durchaus nachvollziehbarer Standpunkt in meinen Augen wäre. Oder würdet ihr euch eher mehr Eindeutigkeit in der Verordnung selbst (und nicht nur über teils widersprüchliche Musterurteile) wünschen? Gibt es noch weitere Punkte, bei denen ihr Euch eine Optimierung der StvO wünschen würdet? Oder ist in euren Augen die StvO auch heute noch in dieser Form perfekt?

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von Hadrian

[

Man muß sich mal folgende Tatsache vor Augen führen. Es gibt so gut wie keinen Bundesbürger, zumindest keinen der im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, welcher noch nie für einen Verstoß gegen die StVO belangt wurde. Gleichzeitig gelingt es einer überwältigenden Mehrheit der Zeitgenossen, ihr Leben frei von weiteren Konflikten mit anderen Verordnungen und Gesetzen zu gestalten. Warum ist das so, daß es einer Mehrheit gelingt sämtliche staatlichen Regeln zu befolgen, aber fast niemandem die Vorschriften der StVO?

Ist das so? Hast Du Daten? Und selbst wenn, ein Grossteil aller Verstösse sind sicher Geschwindigkeitsverstösse. Soll man dazu die STVO wegen "Weltfremdheit" anpassen und die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten erhöhen? Dein Beispiel belengt nicht die weltfremdheit der STVO sondern die Sonderstellung des Strassenverkehrs.

Er ist halt so extrem gefährlich. Das gilt für keinen anderen Lebensbereich. Gleichzeitig akzeptieren wir die Gefahr wie in keinem anderen Lebensbereich. 20 Tote auf der Love-Parade führen zu einer politischen Krise, die 20 Toten des Tages auf Deutschlands Strassen nichtmal zu einer Fussnote in der Zeitung.

Stell Dir einfach mal vor, dass das ultimative Transportgerät erfunden würde - der "Beamer". Leider werden jedoch etwa 40000 Personen pro Jahr nicht korrekt wieder am neuen Ort materialisiert und 5000 wären gar tot. Wäre so ein Beamer verkäuflich?

Amen

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Aktuelle Verkehrserfordernisse???

Die StvO ist einzig und alleine dafür da, das man sicher im Straßenverkehr unterwegs ist - wenn sich alle daran halten. Auserdem ist das natürlich die Grundlage für die Polizei oder Gerichte um verfahren zu bearbeiten und Schuldfragen zu klären.

 

Hier werden aber von einzelnen Leuten Vorschläge gemacht, die sie im Verkehr öfter antreffen und dafür eine Lösung zum eigenen Vorteil suchen. Z.B. ist ein Rechtsüberholen einfach ein Sicherheitsrisiko aller höchsten grades.

 

Die Bußgelder irgendwie zu koppeln hat übrigens nicht mit der StvO zu tun.

 

 

Zitat:

Original geschrieben von Zoker

Zitat:

Original geschrieben von Linus66

 

Laß zwei Autofahrer frei von jeder StVO auf eine Kreuzung zufahren und die Vorfahrt untereinander zu regeln. Dann hat jeder seine eigene Vorstellung von "korrektem Verhalten". Der eine geht davon aus Vorfahrt zu haben weil er etwas früher an der Kreuzung war, der andere weil er schneller unterwegs war ...

Wenn jeder VT für sich die Einhaltung der StVO als oberstes Gebot ansieht und gleichzeitig damit rechnet, daß weder er noch andere das 100%-ig hinbekommen, dann hätten wir maximal mögliches Miteinander, Rücksichtnahme und Sicherheit erreicht.

Was "in unzähligen Beiträgen in diesem Forum" immer wieder deutlich wird ist die Erwartung der sklavischen Befolgung der StVO durch andere VT. Das halte ich in der Tat für eine Fehlentwicklung.

Das ganze wird doch in Holland erfolgreich umgesetzt, Kreuzungen ohne jegliche Ampel, Beschilderung, und alle sind gleichgestellt, Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.

Wenn die mit der Situation klar kommen, warum wir dann nicht? In Deutschland muss immer alles genau geregelt sein, aber selbst ein Chaos kann funktionieren, man muss sich nur mal die Videos von Großstadtkreuzungen im Ausland anschauen, für uns Chaos, für die Alltag, und wir können es nicht glauben, es funktioniert. An eine Kreuzung ohne Beschilderung oder Ampelregelung gilt rechts vor links, und Fußgänger/Radfahrer haben Vorrang, mehr Regeln braucht man nicht, es zählt nicht wer als erstes da ist oder schneller war, oder wer der stärkere ist, die größe der Kreuzung spielt dabei keine Rolle. Aber in Deutschland funktionieren ja nicht einmal ein ganz gewöhnlicher Kreisverkehr, geschweige denn ein mehrspuriger Kreisverkehr, wie will man dann erwarten das eine rechts vor links Kreuzung funktioniert, da fehlen ja die Ampeln die den Verkehr regeln.

Manchmal ist weniger einfach mehr.

In einer Großstadt stehen so viele Schilder das man die hälfte schon nicht mehr mitbekommt, somit verstößt man schon gegen die STVO ohne das man sich bewusst ist etwas falsch gemacht zu haben, und wie es scheint braucht man die Schilder nicht, denn es funktioniert auch so, also warum stehen die überhaupt da?

Anderswo ist immer schöner und besser ... geht schon den Kindern so. :D

Was verstehst Du denn unter "es funktioniert"? Daß irgendwann jeder ankommt und weniger als 50% verunglücken?

Natürlich gibt es Situationen, in denen Ampeln oder Vorfahrtsregelen keinen Vorteil bieten. Aber eben nicht überall. Ob wir in D-Land grundsätzlich zu viele Ampeln und Vorfahrtregeln haben, ob wir manches Schild nicht einfach abschrauben könnten, können wir gerne diskutieren, und da finde ich sicher auch viel Potential. Aber generell abschaffen wäre sicher der falsche Weg.

Was man noch verbessern könnte wäre die Bedeutung des §1 der StVO anheben. Das wäre IMHO noch ein sinnvoller Fortschritt.

Zitat:

Original geschrieben von Cuberino

 

Hier werden aber von einzelnen Leuten Vorschläge gemacht, die sie im Verkehr öfter antreffen und dafür eine Lösung zum eigenen Vorteil suchen. Z.B. ist ein Rechtsüberholen einfach ein Sicherheitsrisiko aller höchsten grades.

Wiso sollte rechts überhohlen das größte Sicherheitsrisiko überhaupt sein? Wo ist da der unterschied zu links überhohlen? Hast du keine Rückspiegel? Für das Rechtsüberhohlen bräuchte man nur ein generelles Tempolimit und die aufhebung des Rechtsfahrgebotes, das würde schon funktionieren.

 

Zitat:

Original geschrieben von Linus66

 

Anderswo ist immer schöner und besser ... geht schon den Kindern so. :D

Was verstehst Du denn unter "es funktioniert"? Daß irgendwann jeder ankommt und weniger als 50% verunglücken?

Natürlich gibt es Situationen, in denen Ampeln oder Vorfahrtsregelen keinen Vorteil bieten. Aber eben nicht überall. Ob wir in D-Land grundsätzlich zu viele Ampeln und Vorfahrtregeln haben, ob wir manches Schild nicht einfach abschrauben könnten, können wir gerne diskutieren, und da finde ich sicher auch viel Potential. Aber generell abschaffen wäre sicher der falsche Weg.

Was man noch verbessern könnte wäre die Bedeutung des §1 der StVO anheben. Das wäre IMHO noch ein sinnvoller Fortschritt.

Ja man könnte sagen das "es funktioniert" heist das weniger wie 50% verunglücken und alle irgendwann ankommen.

 

Die beste einführung war der Grünpfeil, leider blickt das die mehrzahl der Westdeutschen nicht, daher verschwinden die aus den meisten Städten wieder. Im Prinzip sagte das teil nur, bieg ab wenn frei ist aber halte vorher an und schau nach! aber das ist wohl zuviel.

Zitat:

Original geschrieben von Zoker

Die beste einführung war der Grünpfeil, leider blickt das die mehrzahl der Westdeutschen nicht, daher verschwinden die aus den meisten Städten wieder. Im Prinzip sagte das teil nur, bieg ab wenn frei ist aber halte vorher an und schau nach! aber das ist wohl zuviel.

Man muß aber mit den armen Brüdern und Schwestern im Westen auch Geduld haben, in der alten Bundesrepublik war nicht alles schlecht.

Und sie konnten ja auch nicht so viel reisen. Wer weiß denn schon im Westen, daß man in den USA zum Beispiel grundsätzlich bei Rot rechts abbiegen darf (mit vorherigem Anhalten), dort ist sozusagen an jeder Ampel ein unsichtbarer Grüner-DDR-Pfeil montiert.

Zitat:

Original geschrieben von Zoker

Wiso sollte rechts überhohlen das größte Sicherheitsrisiko überhaupt sein? Wo ist da der unterschied zu links überhohlen? Hast du keine Rückspiegel? Für das Rechtsüberhohlen bräuchte man nur ein generelles Tempolimit und die aufhebung des Rechtsfahrgebotes, das würde schon funktionieren.

Das Problem dabei ist, daß eine Mehrheit in Deutschland kein generelles Tempolimit akzeptiert.

Nachzulesen hier:

http://www.motor-talk.de/.../...-tempolimit-ja-oder-nein-t1448573.html

Hallo !

Das ist nur ein Problem für diejenigen, die nicht fahren können oder nicht mitdenken wollen. Für selbige gibt es allerdings auch den ICE.

Gruß,

M.

Mit dem kann man aber nicht ohne Licht in der Dämmerung fahren, keinen Blinker betätigten oder mit 130 durch eine enge 60 er Baustelle brettern und dieses Tempo anschließend auf unlimitierter Strecke, vorzugsweise links oder bei drei Spuren, in der Mitte, beibehalten. Also nix Fun für Hohlköpfe. Und so dürfen wir diese Spezies, die gefühlt immer mehr wird, auch weiter auf den AB ertragen.

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

Das Problem dabei ist, daß eine Mehrheit in Deutschland kein generelles Tempolimit akzeptiert.

Na sagen wir man Mehrheit der aktiven MT-User. Das ist nicht unbedingt repräsentativ für die gesamte Bevölkerung ;)

Eigentlich reicht §1 StVO als generelle Regelung vollständig aus.

 

Das würde allerdings voraussetzen, dass jeder Verkehrsteilnehmer diese Regel auch mit gesundem Menschenverstand umsetzt.

 

Leider ist es in der Praxis häufig so, das der Egoismus einzelner Verkehrsteilnehmer den gesunden Menschenverstand außer Kraft setzt.

 

Je detaillierter die Regelungen werden, desto häufiger wäre eine Anpassung an die technische und  verhaltensspezifische Entwicklung notwendig.

 

Viele Detailregelungen sind "eigentlich" selbstverständlich (z.B. Parkverbot gegenüber Einfahrten in schmalen Straßen), werden aber genauso selbstverständlich ignoriert (passt schon, ich bin ja gleich wieder weg).

Zitat:

Original geschrieben von nordlicht

Eigentlich reicht §1 StVO als generelle Regelung vollständig aus.

Das würde allerdings voraussetzen, dass jeder Verkehrsteilnehmer diese Regel auch mit gesundem Menschenverstand umsetzt.

Leider ist es in der Praxis häufig so, das der Egoismus einzelner Verkehrsteilnehmer den gesunden Menschenverstand außer Kraft setzt.

Je detaillierter die Regelungen werden, desto häufiger wäre eine Anpassung an die technische und  verhaltensspezifische Entwicklung notwendig.

Viele Detailregelungen sind "eigentlich" selbstverständlich (z.B. Parkverbot gegenüber Einfahrten in schmalen Straßen), werden aber genauso selbstverständlich ignoriert (passt schon, ich bin ja gleich wieder weg).

jein, §1 müsste noch um den zwingenden absatz ergänzt werden - betrachtet man die realität, dass die generelle teilnahme am strassverkehr der voraussetzung bedingt, über einen gesunden verstand mit funktionierendem hirn in sämtlichen ansprüchen zu verfügen und vollumfänglich nutzen zu können.

aufmerksame leser mögen meine spitze formulierung verstehen.

Ich finde es ungerecht, dass bei Geschwindigkeitsüberschreitungen es kaum eine Rolle spielt, ob das Vergehen Inner- oder Außerorts begangen wurde.

Meines Erachtens macht es einen großen Unterschied, ob ich mit 70 in einer 30er Zone oder mit 140 auf der Landstraße fahre. Hier steht Strafe und ausgehendes Sicherheitsrisiko in keiner Relation.

Zitat:

Original geschrieben von bene_1337

... mit 70 in einer 30er Zone oder mit 140 auf der Landstraße fahre.

Hast Du dir die realen Brems- und Anhaltewege ausgerechnet?

+40 km/h auf der Landstraße mögen "harmloser" sein, als in der geschlossenen Ortschaft und mögen als noch harmloser verkommen, wenn man es als Relativüberschreitung ausdrückt.

Problem dabei ist nur, dass ein Hindernis weder als Differenz oder als Relativität auftaucht, sondern immer absolut und real.

Ja, das ist das in Info-Flyern des Kuratoriums für Verkehrssicherheit gern gebrachte Beispiel "Tempo 60 statt 50 innerorts - was macht das schon?": Wer bei einer Notbremsung mit Ausgangstempo 50 exakt vor einem Hindernis zum stehen kommt, ist an eben diesem Punkt bei Ausgangstempo 60 noch 40 km/h schnell.

Glaubt kaum einer, lässt sich aber in Theorie und Praxis nachvollziehen.

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