Ein Serviceeintrag fehlt - welche Folgen kann das haben? Kauf eines C300d EZ11/18 W205

Liebe Community,

aktuelle interessiert ich mich für einen schönen C300d EZ 11/18, unter 50T km und Top-Ausstattung.

Der Anruf bei dem großen Mercedes-Vertragshändler ergab, dass 2020 ein Service nicht gemacht wurde. 19-21-22 sind aber drin im digitalen Serviceheft. Das Auto lief im gewerblichen Leasing. Eigentlich kaum vorstellbar, aber evtl. ja in der Corona-Zeit hat's jemand verschlafen.

Nun, ich soll Junge-Sterne-Garantie drauf bekommen (2 Jahre). Aber falls irgendwann mal was z.B. am Motor kaputt geht und der OM654 soll ja durchaus mal Probleme machen, dann könnte ich doch bzgl Kulanz wegen des fehlenden Eintrags aus 2020 dumm dastehen, oder?

Was sagen die erfahrenen Experten hier im Forum dazu?

Ist es egal und man könnte das als Argument nutzen, um den Preis nachzuverhandeln oder besser Hände weg?

VG und Dank

MacFlo

33 Antworten

Zitat:

@Macflo schrieb am 19. Mai 2023 um 10:49:08 Uhr:


Vielen Dank für die vielen Tipps. Der Verkäufer sagt, dass die Werkstatt sagt, das wäre kein Problem bei der Kulanz, aber ich habe auch meine Zweifel.
Wie @Kugar sagt, müsste ich schon als Risikoausgleich einen deutlichen Rabatt bekommen.

Es wurde ja schon geschrieben: das Fahrzeug hat für 24 Monate eine Junge Sterne Garantie, dann ist das Fahrzeug 7 Jahre alt. Danach wird es mit der Kulanz in jedem Fall sowieso schwierig, bei erhöhtem Sicherheitsbedürfnis kauft man im Anschluß halt nochmal (oder mehrfach) 1 Jahr die MB-100 für 600 Euro dazu.
Leider gewährt nicht Kugar den Risikoausgleich, das müsste der Verkäufer machen. Wobei das Risiko ja sehr theoretisch ist: es müsste ein Schaden eintreten, der bei einem Fahrzeug älter als 7 Jahre noch im Ramen einer Kulanz übernommen würde und nur wegen eines fehlenden Wartungsnachweises nicht übernommen wird. Mir fällt spoantan kein Schaden ein auf den das zutreffen könnte.
Aber wenn es Dich so sehr stört lass den Wagen halt beim Verkäufer.

Gruß
Hagelschaden

Ne, der Kugar gewährt einen guten Tip.
Weshalb sollte er den Risikoausgleich gewähren?

Wenn an einem jungen Wagen irgendetwas nicht passt, eben z.B. ein fehlender Service, übermäßige Abnutzung, o.ä., ist das beim VK zu berücksichtigen. Zumindest wenn man an mich verkaufen wollte.

Es gibt doch wohl noch schöne andere Gebrauchte, wo man sich diesbezügliche Gedanken nicht machen muß.
.... und wenn nicht bei dem Händler, dann bei einem Anderen !

Mal realistisch betrachtet : das Auto ist schon fast 5 Jahre alt. Nun gibts noch 2 Jahre Garantie. Und dann können in einem Fahrzeugalter von 7 Jahren zahlreiche Dinge passieren die ohnehin keine Kulanz erfahren . Meistens sind das ja mittlerweile Elektronik-Macken die ins Geld gehen. Insbesondere bei Autos die umfangreiche Ausstattung in diesem Bereich haben.
Daher würde ich inzwischen sagen: wenn es das Auto sein soll und die fehlende Inspektion preislich berücksichtigt wird : warum nicht . Bei kostspieligen Problemen nach der Garantiezeit wird man das Auto sowieso wieder verkaufen

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Das Auto ist 4,5 Jahre alt. Dazu jetzt 2 Jahre junge Sterne Garantie.
Danach gibt's keine Kulanz mehr.

Ich würde eher überlegen ob du dir das Auto leisten kannst, oder ob du besser etwas günstiger schauen solltest....

Gruß, der.bazi

Zitat:

@Macflo schrieb am 17. Mai 2023 um 13:16:24 Uhr:


Liebe Community,

aktuelle interessiert ich mich für einen schönen C300d EZ 11/18, unter 50T km und Top-Ausstattung.

Der Anruf bei dem großen Mercedes-Vertragshändler ergab, dass 2020 ein Service nicht gemacht wurde. 19-21-22 sind aber drin im digitalen Serviceheft. Das Auto lief im gewerblichen Leasing. Eigentlich kaum vorstellbar, aber evtl. ja in der Corona-Zeit hat's jemand verschlafen.

Nun, ich soll Junge-Sterne-Garantie drauf bekommen (2 Jahre). Aber falls irgendwann mal was z.B. am Motor kaputt geht und der OM654 soll ja durchaus mal Probleme machen, dann könnte ich doch bzgl Kulanz wegen des fehlenden Eintrags aus 2020 dumm dastehen, oder?

Was sagen die erfahrenen Experten hier im Forum dazu?

Ist es egal und man könnte das als Argument nutzen, um den Preis nachzuverhandeln oder besser Hände weg?

VG und Dank

MacFlo

Mercedes hat in der Vergangenheit auch mal Sonderkulanz gewährt, teilweise weit über 10 Jahre hinaus.

Z.B. bei Rost. Aktuell bei der Hinterachse des W204 die sich wegen Rost von der Karosserie löst.

Auch bei einigen Motoren gab es verlängerte Kulanz wegen abgenutzter Kettenräder.

Alles ziemlich teure weil aufwändige Dinge.

Inwieweit sich ein fehlender Service auf solche Sonderregelungen auswirkt kann ich aber nicht sagen, meines Wissens wird da alles Betrachtet und wenn alles Komplett ist bis auf eine Wartung vor mehrere Jahren sind die Chancen durchaus noch gegeben.

Mein Kollege hat beim W204 auch eine neue HA bekommen, obwohl das Checkheft lückenhaft und zuletzt er die Insp. selbst erledigt hatte.

Mercedes und BMW sind da in einigen Sachen sehr großzügig - das sind aber mehr "schwerwiegendere Serienfehler"

Sicherlich wird man kleinere Defekte selber zahlen müssen - besonders wenn es keine Häufigkeit gibt.

Aber was erwartet man denn ?? - Lebenslange Garantie ?? - irgendwann ist ja mal Schluss 😉

Die Frage nach Kulanz ist legitim, da gerade die namhaften deutschen Hersteller in den letzten Jahren immer wieder Serienmängel hatten bei der die Kulanz von der Wartung abhängig war ( bei VW ist scheinbar immer irgendwo ein Mangel - aktuell Motorschäden beim T5)
Die Zahlungskräftigkeit des TE anzuzweifeln weil er das Thema hinterfragt finde ich anmaßend

Die Frage nach Kulanz ist zwar legitim, aber man darf die Geschichte mit der rostenden Hinterachse bei W204 und W212 nicht als Beispiel nehmen.
Das ist eine Sache der Sicherheit und würde MB hier nicht unkompliziert "auf Kulanz" die betroffenen Autos reparieren, würde u.U. MB sich einen Zwangsrückruf einhandeln. Also geht man den Weg des geringsten Verlustes und verkauft es positiv.

Ansonsten würde ich kaum mit Kulanz nach 7 Jahren rechnen. Es ist ein Wunschtraum.
Wenn das Auto gefällt, würde ich beim Kaufpreis einen Nachlass wegen fehlender Wartung versuchen zu bekommen. All zu groß wird er sicherlich nicht sein, 500-1000,- wäre realistisch. Mit diesem Geld kann man ja z.B. noch 1 Jahr Garantie kaufen.

Zitat:

@Nipo schrieb am 21. Mai 2023 um 07:16:34 Uhr:


Die Frage nach Kulanz ist zwar legitim, aber man darf die Geschichte mit der rostenden Hinterachse bei W204 und W212 nicht als Beispiel nehmen.
Das ist eine Sache der Sicherheit und würde MB hier nicht unkompliziert "auf Kulanz" die betroffenen Autos reparieren, würde u.U. MB sich einen Zwangsrückruf einhandeln. Also geht man den Weg des geringsten Verlustes und verkauft es positiv.

Für einen Rückruf durch das KBA gibt es klare Kriterien (nachzulesen auf der Webseite des KBA), diese sind bei der Thematik „rostende Hinterachse“ nicht erfüllt.
Diese Kulanzregelung von Mercedes - ohne die bei anderen Herstellern üblichen Bedingungen an die Service Historie - ist schlicht sehr positiv - im Gegensatz natürlich zur verbauten rostenden Hinterachse. 😁

Gruß
Hagelschaden

Zitat:

@Macflo schrieb am 17. Mai 2023 um 13:16:24 Uhr:


...Aber falls irgendwann mal was z.B. am Motor kaputt geht und der OM654 soll ja durchaus mal Probleme machen, dann könnte ich doch bzgl Kulanz wegen des fehlenden Eintrags aus 2020 dumm dastehen, oder?

Falls der OM654 auch Ende 2018 noch problematisch gewesen sein sollte, würde ich lieber nach einer anderen Motorisierung suchen, als eine freiwillige Kulanz fest einzuplanen.

Ist natürlich ärgerlich aber aus technischer Sicht würde ich mir da nicht zu viele Gedanken machen wenn das Auto in den 2 Jahren nur 14 tkm gefahren wurde.

Ich hoffe nicht, dass der im Grundsatz Probleme machen wird. Technisch glaube ich auch nicht, dass es bei den wenigen Kilometern einen Unterschied macht. Konnte heute einen Live-Eindruck bekommen, insgesamt schon einen guten Eindruck, insbesondere innen. Außen schon viele Steinschläge auf der Frontschürze unten. Und hinten an dem Stoßfänger passen die Spaltmaße nicht… die war wohl schon mal ab. Unfallfrei soll er sein, aber ob der Leasingnehmer wirklich ehrlich bei der Rückgabe war? Immer dieser „Spaß" mit den Gebrauchten.

Bis auf die angesprochenen "Sonderkulanzgeschichten" (wo normal gar nicht nach dem Scheckheft geschaut wird) braucht man auch mit vollständigem Scheckheft in einem Alter von 7 Jahren nicht mehr auf Kulanz spekulieren, weil man sie schlicht nicht bekommen wird. Mir drängt sich auch gerne der Eindruck auf, dass das lückenhafte Scheckheft zu gerne als Begründung von den Händlern heran gezogen wird, wenn es lückenhaft ist. Damit lässt sich der Kunde am leichtesten abspeisen. Wer es vollständig hat bekommt halt zu hören "zu alt/zu viele Kilometer". Auf Kulanz spekulieren kann man im dritten, vierten oder fünften Jahr. Danach ist es einfach mal vorbei.

Gerade Mercedes hat sich in der Vergangenheit deutlich länger kulant gezeigt: Die rostenden Achsen am W204 wurden ja bereits genannt. Ein weiteres Beispiel ist der W210. Hier wurden auch lange nach der Garantiezeit noch umfangreich die Fahrzeuge wegen Rostproblemen saniert

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