Die Maut kommt!?

Hi,

entweder ich hab's übersehen oder es gibt noch keine News hierzu - aber es gibt ja Neues zur Maut.

Anscheinend soll es doch Tages- und Wochenvignetten geben. Und nach wie vor gibt es Aerger mit dem Ausland, weil die Deutschen ja nicht zusätzlich belastet werden sollen (wobei es sich jetzt schon wieder so anhört als ob z.b. grössere Motoren doch draufzahlen, ich bezweifle dass auch das zurückerstattet wird).

Wie auch immer, nur die Ausländer zu belasten ist wirklich nicht clever. Ich empfehle dringend das Schweizer Modell: Nix Tages- oder Wochenvignette! Wer fahren will muss für das ganze Jahr zahlen. Der Urlauber (der nur 2 Tage/Jahr die Strasse nutzt) kann, gegenüber dem Deutschen um den 200-fachen Betrag erleichtert werden. Nur so lohnt sich das Ganze, denn überwiegend nutzen wir unsere Strassen ja selbst. Was bringt das also wenn wir uns selbst zur Kasse bitten? Nix - eben. 😉

Grüsse

P.S. Achtung, Beitrag kann Ironie enthalten 😁

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von mister-white


2 bis 3 Tage? Und?
Stell dir mal die Frage wer die hängematte mit seiner Arbeit und seinen Steuern finanziert.

Stimmt, die Arbeitslosen sind ja auch alle selber schuld an ihrer Situation. Faule Schweine denen man nur genug in den Arsch treten muss.

Die ehemaligen Mitarbeiter von Nokia, Karstadt und Opel haben ja auch sofort neue Jobs bekommen, nicht wahr? Oder sind die auch alle faul und wollten nicht mehr arbeiten?

Vor zehn Jahren haben die Opel Juns vielleicht auch so gedacht. Sozialabgaben sind so lange verschwendung bis es mal den eigenen Arbeitgeber oder die eigene Firma trifft.

Aber da sind dann vermutlich die bösen Ausländer schuld, die unserer deutschen Jugend die Arbeitsplätze wegnehmen, nicht wahr?

Und jetzt geh schnell deine braune Uniform bügeln. Ihr habt doch bestimmt morgen früh wieder Frühschoppen im "Deutschen Eck"

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Zitat:

@CV626 schrieb am 2. November 2014 um 18:20:56 Uhr:


Die Frage nach dem Zeitraum ist in der Tat auch interessant. Bei der Lkw-Maut wurde es ja auch nicht nur deutlich teurer, sondern auch deutlich später, bis das System funktionsfähig war.

Das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Bei der Einführung der LKW-Maut musste erst die gesamte Infrastruktur aufgebaut werden. Jetzt (PKW) wird diese mit benutzt. Deshalb ergibt sich hier ein viel geringeres Risiko der Verzögerung. Soviel ich weiss, ist der Start gemäss dem aktuellen Projektplan in Q1/16 geplant.

Das Problem war damals der Informatik-Teil. Wahrscheinlich hat man die Meilensteine ein wenig zu optimistisch gesetzt. Das wird mit Sicherheit auch dieses Mal passieren.

Zitat:

@Roadwin schrieb am 3. November 2014 um 09:27:24 Uhr:



Zitat:

@CV626


Bei der Lkw-Maut wurde es ja auch nicht nur deutlich teurer, sondern auch deutlich später, bis das System funktionsfähig war.
War das tatsächlich so?
Haben sich die planenden Ingenieure bei der Technik mit Kosten und Zeitraum geirrt, oder war das eine rein politische Festlegung, die sich nach Wahlterminen und öffentlich nennbaren Kostenrahmen gerichtet hat?

Wissen wir nicht. Die Verträge waren ja geheim und sind es mW immer noch.

Wenn das Verkehrsministerium da ähnlich gearbeitet hat wie das Verteidigunsministerium, dann kam das System tatsächlich später als erwartet, jedoch waren alle Gewinne beim Privatunternehmen, während alle Risiken vom Steuerzahler zu tragen waren.

Zitat:

Ein Realisierungszeitraum ist ist nicht das, was ein Politisierungszeitraum ist, nur weil Politiker ihre Ideen sowie Zeit- und Budget-Vorgaben gerne den Anstrich von einer Realität geben.

Das stimmt, aber bei allen möglichen Projekten gibt es Unwägbarkeiten, die auch schon mal den Fertigstellungszeitpunkt nach hinten verschieben. Und wenn die Firma, die das Projekt verwirklichen soll, keinen wirklichen Anreiz hat, den Termin einzuhalten (Prämie für Einhaltung oder Konventionalstrafe für Nichteinhaltung), dann wird die Firma sich halt Zeit lassen, wenn sie dadurch Geld sparen kann.

Zitat:

@HairyOtter schrieb am 3. November 2014 um 10:26:37 Uhr:


Das Problem war damals der Informatik-Teil. Wahrscheinlich hat man die Meilensteine ein wenig zu optimistisch gesetzt. Das wird mit Sicherheit auch dieses Mal passieren.

Das passiert doch sehr häufig bei öffentlich finanzierten IT-Projekten (bei privat finanzierten auch, aber nicht so häufig). Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an die Webpräsenz der Bundesanstalt für Arbeit, die erst mal monatelang absoluter Müll war.

Ich vermute, es liegt daran, dass die Verträge für solche Projekte entweder vom Auftragnehmer vorgegeben oder gleich amateurhaft aus dem Internet kopiert werden... wenn es keine Strafen gibt für Überschreitung von Deadlines, dann wird das Unternehmen natürlich auch keine Zusatzressourcen aufwenden, um absehbare Fristüberschreitungen zu verhindern.

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Zitat:

@Roadwin schrieb am 3. November 2014 um 09:27:24 Uhr:



Zitat:

... nur weil Politiker ihre Ideen sowie Zeit- und Budget-Vorgaben gerne den Anstrich von einer Realität geben.

Politiker und Realität ist ja zum Brüllen 😁😁😁

Zitat:

@CV626 schrieb am 3. November 2014 um 13:02:25 Uhr:


Wissen wir nicht. Die Verträge waren ja geheim und sind es mW immer noch.

Eine Einschätzung auf Basis vorhergehender, anschließender und bereits angelaufener Projekte ist aber schon möglich.

Zitat:

..., jedoch waren alle Gewinne beim Privatunternehmen, während alle Risiken vom Steuerzahler zu tragen waren.

Da sollte man allmählich mal lernen, dass bei Stellenausschreibungen die Eigenschaft "im Deutschen vertragssicher" verlangt und dann auch tatsächlich vorhanden ist.

Oder anders herum: Wer ein mal auf die Nase fällt, der hat Pech gehabt, bei zwei Mal ist derjenige doof, ab drei mal braucht er das. Vielleicht braucht derjenige das nicht, aber Pech ist das auch nicht mehr.

Zitat:

Das stimmt, aber bei allen möglichen Projekten gibt es Unwägbarkeiten, die auch schon mal den Fertigstellungszeitpunkt nach hinten verschieben. Und wenn die Firma, die das Projekt verwirklichen soll, keinen wirklichen Anreiz hat, den Termin einzuhalten (Prämie für Einhaltung oder Konventionalstrafe für Nichteinhaltung), dann wird die Firma sich halt Zeit lassen, wenn sie dadurch Geld sparen kann.

a) keine Verzögerungen in dem Umfang, und

b) da ist doch wieder das "im Deutschen vertragssicher"

Andererseits sollte man auch ehrlich bleiben:
Viel anders ist es nicht möglich. Es gibt Haushaltsgrundsätze, da kann man heute nichts mehr investiv oder infrastrukturell erstellen, würde man die klar absehbaren Kosten ansetzen.

Geht schon bei einer Kita los. Mit den seit x-Jahren nicht an die Inflation und veränderte Bauvorschriften (Brandschutz, Fassadenisolierung, ...) angepassten Budgetgrenzen baut man keine Kita mehr, also muss das in der Planung reduziert werden und führt dann zu "Nachträgen", die tatsächlich aber keine sind.

Bei der Zeit kommt der selbe Faktor zum Tragen, eine "reduzierte" Kita ist schneller zu bauen, als eine Reale. Da man aber real baut, dauert es länger. Dafür müssen nicht mal Naturschützer irgendwelche bei uns ausgestorbenen Lurche im Internet bestellen und auf dem Bauplatz aussetzen, das kommt extra.

Ansich finde ich die Idee für eine Straßenmaut (egal ob: Autobahn, Bundes- oder Landstraße) sinnvoll!

Finde, jeder der eine Straße, die aus der Staatskasse (Steuergelder) finanziert wurde benutzt und sie somit abnutzt, sollte auch einen Beitrag hinzufügen, um diese zu erhalten, auszubauen oder neu machen.
Das wäre solidarisch und gerecht - alle für einen und einer für alle!

Und dass man das auch unterteilt in die "(Ab)Nutzungsdauer" - ob mehrere Tage, Wochen, Monate oder Jahre ist ebenso gerecht!
Man könnte sich vorab aussuchen, wie lange man diese Straßen nutzen möchte und das für sich persönlich die "geringste" Gebühr zahlen. -alles fein!

Ich persönlich finde auch, dass man als Deutscher Staatsbürger mit der geleisteten KFZ-Steuer schon diesen Beitrag "hinzufügt", ob man da noch Unterteilungen machen sollte oder eine genaue Liste aufführt, wie viel von diesem Beitrag direkt in den Straßenbau fließt - fände ich gerecht und dieser Beitrag soll genau den gleichen Anteil haben, wie auch ausländische Nutzer hinzufügen.
Dass diese Unterteilung nicht schwer zu machen ist, sieht man an seiner Lohnabrechnung, da steht ja dann auch, wieviel vom Geld in Prozent an die jeweilige Sozialabgabe fließt.

Einfach den Aufkleber der Jahresvignette mit der KFZ-Steuer Abrechnung in den Umschlag - fertig!
Diese (Jahres)Plaketten könnte man ja ähnlich gestalten, wie Mofa-Kennzeichen. Für jedes Jahr eine spezifische Farbe (rot, blau, grün, schwarz) - somit kann man von weitem schon erkennen, ob die Plakette gültig ist! (und nach 4 Jahren wieder von vorne)
Und nach diesem Beispiel könnte man zusätzlich noch die Tages- oder Monatsplaketten unterteilen.

Aber, dass man nun ein Kamerasystem usw. benutzt ist meiner Meinung nach absoluter Mist - falls dies "nur" für Steuersünder ist.

Mag man ein Schelm oder paranoid sein, dass diese Daten nicht noch für andere Zwecke benutzt werden.

Mag auch sein, dass diese Daten erstmal wirklich "nur" zu Steuerzwecken genutzt werden - so wie es gesagt wird. Aber es hieß vor nicht mal 10Jahren auch noch "Eine PKW-Maut wird niemals kommen! Das versprechen wir!" - wer weiß, welche Regierung dann in 10Jahren da sitzt und was die aushecken...

Falls ich jetzt allerdings "zu böse" denke, dann tut es mir leid.
Könnte auch sein, dass man mit diesem System den Verkehrsfluss überwachen und optimieren könnte, das wäre dann natürlich auch ein "Pluspunkt" - aber naja.

Genau. Verkehrsflussüberwachung.

Da war 120 zwischen den beiden Mautbrücken. Sie sind aber einen Schnitt von 135 gefahren. Wir buchen den Betrag Ihrem Mautkonto zu...

Zitat:

@Lewellyn schrieb am 3. November 2014 um 14:07:17 Uhr:


Genau. Verkehrsflussüberwachung.

Da war 120 zwischen den beiden Mautbrücken. Sie sind aber einen Schnitt von 135 gefahren. Wir buchen den Betrag Ihrem Mautkonto zu...

In Frankreich wird das so praktiziert. Wer zu schnell von Peage zu Peage fährt riskiert rausgewunken zu werden.

Zitat:

@Pepe1809 schrieb am 4. November 2014 um 05:55:22 Uhr:



Zitat:

@Lewellyn schrieb am 3. November 2014 um 14:07:17 Uhr:


Genau. Verkehrsflussüberwachung.

Da war 120 zwischen den beiden Mautbrücken. Sie sind aber einen Schnitt von 135 gefahren. Wir buchen den Betrag Ihrem Mautkonto zu...

In Frankreich wird das so praktiziert. Wer zu schnell von Peage zu Peage fährt riskiert rausgewunken zu werden.

Man könnte das noch viel effektiver machen indem man die Daten automatisch mit den Handy einwahldaten und GPS der navis abgleicht .

BMW sammelt diese Daten in allen connected sowieso längst

Hach da gibt es Möglichkeiten. Draum

Zitat:

@Pepe1809 schrieb am 4. November 2014 um 05:55:22 Uhr:



Zitat:

@Lewellyn schrieb am 3. November 2014 um 14:07:17 Uhr:


Genau. Verkehrsflussüberwachung.

Da war 120 zwischen den beiden Mautbrücken. Sie sind aber einen Schnitt von 135 gefahren. Wir buchen den Betrag Ihrem Mautkonto zu...

In Frankreich wird das so praktiziert. Wer zu schnell von Peage zu Peage fährt riskiert rausgewunken zu werden.

DAS ist in der Hauptreisezeit selbst bei freier linker Spur unmöglich, da man mindestens eine Stunde vor den Kassenhäuschen wartet😉

Zitat:

@Emsland666 schrieb am 4. November 2014 um 08:18:31 Uhr:



Zitat:

@Pepe1809 schrieb am 4. November 2014 um 05:55:22 Uhr:


In Frankreich wird das so praktiziert. Wer zu schnell von Peage zu Peage fährt riskiert rausgewunken zu werden.

DAS ist in der Hauptreisezeit selbst bei freier linker Spur unmöglich, da man mindestens eine Stunde vor den Kassenhäuschen wartet😉

Hey wenn Du es nicht glaubst, probier es aus 😁, wegen mir auch im November 😉

Zitat:

@mister-white schrieb am 4. November 2014 um 07:03:06 Uhr:


Man könnte das noch viel effektiver machen indem man die Daten automatisch mit den Handy einwahldaten und GPS der navis abgleicht .
BMW sammelt diese Daten in allen connected sowieso längst
Hach da gibt es Möglichkeiten. Draum

😁 Jau, und wenn in einem Kleinbus 9 Leute mit eingeschaltetem Handy sitzen wird 9x Maut kassiert.

Oder der Beifahrer zahlt die Maut weil seine Daten gespeichert werden.

Manche habens immer noch nicht kapiert... Die Einführung einer Maut, egal ob streckenabhängig oder nicht, entkoppelt die Straßenfinanzierung von der KFZ-Steuer.
Mit der Folge, dass sich beide völlig unabhängig entwickeln können, insbesondere, dass die Maut (die EU legte gerade ja schon vor...) krftig steigen kann, ohne dass eine Anrechnung auf die KFZ-Steuer erfolgt (denn gerade diese angepasste Anrechnung ist nach Auffassung der EU unzulässig). Und das weiss unsere Regierung selbstverständlich, denn so erreicht sie das Ziel eben dieser Entkoppelung und der Mehrung der Staatseinnahmen.

Man kann nun den bislang aus der allgemeinen KFZ-Steuer bestrittenen Finanzierungsanteil weiter reduzieren und dafür die Maut (weil angeblich notwendig) beliebig erhöhen. Jedes Jahr aufs neue.

Zitat:

@Blubber-AWD schrieb am 2. Dezember 2014 um 11:21:24 Uhr:


..., denn so erreicht sie das Ziel eben dieser Entkoppelung und der Mehrung der Staatseinnahmen.

Was ich (noch) sehr begrüße, denn

Zitat:

Man kann nun den bislang aus der allgemeinen KFZ-Steuer bestrittenen Finanzierungsanteil weiter reduzieren

Die Reduzierung der Mittel für den Straßenbau gibt es nicht erst "nun" durch die Maut, sondern seit rund 30 Jahren, allerdings wegen einer bisher nicht vorhandenen PKW-Maut ohne eine Kompensation.

Zitat:

und dafür die Maut (weil angeblich notwendig) beliebig erhöhen. Jedes Jahr aufs neue.

Wenn die Einführung der Maut einen, wenn auch nur teilweisen Kompensationsausgleich zum reduzierten Finanzierungsanteil der KFZ-Steuer liefert, dann ist das gut.

Ich zahle doch lieber 130 Euro Maut, von denen 50 Euro in den Straßenbau fließen, als 100 Euro KFZ-Steuer, von denen 3 Euro im Straßenbau landen, und dann können sie diese 3 Euro auch komplett behalten.

Ob und wie viel über bleibt, werden wir sehen und brauchen uns zumindest jetzt noch nicht aufblasen. Aber allein schon der grundsätzliche Ansatz aus einer Steuer (großer Topf, bei der die "Rückflussquote", null betragen kann) eine Abgabe (zweckgebunden) zu machen, ist schon mal eine gute Sache.

Auch wenn es im ersten Moment noch keine Mehreinnahmen gibt, sondern nur eine Umschichtung erfolgt, so können die Gesamteinnahmen nicht mehr an den unmöglichsten Stellen verknallt werden.

Was man jetzt bei der alleinigen KFZ-Steuer in einigen Bundesländern hat, da fließt nicht ein Cent mehr in die Verkehrsinfrastruktur als die über ihren LKW-Maut Anteil auch verpflichtet sind, dafür ausgeben zu müssen.

Allein auf Landesebene wird sich einiges ändern, wenn der Bund nicht mehr knapp 10 Milliarden als KFZ-Steuerausgleich an die Länder für den Posten "wozu ihr Lust habt" überweist, sondern nur noch irgendwas um 5 Milliarden und in etwa die gleiche Summe nun zu 100% zweckgebunden für Verkehrsinfrastruktur ausgegeben werden müssen.

Hat schon einen Grund, warum die ganzen Landesfürsten die PKW-Maut nicht ganz so toll finden.

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