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Das Märchen vom Polo und den 66,- € im Monat

Themenstarteram 8. Mai 2007 um 12:01

Liebe Kinder,

es war einmal ein schlauer Autoverkäufer, der den Menschen Gutes tun wollte. Und er versprach: Bei mir kann man für nur 66,- € im Monat ein niegelnagelneues Auto aus bestem Haus fahren.

http://www.volkswagen.de/.../tour_neu.html

Tief im Wald lebte der kleine Felix alleine mit seiner Mutter. Der Weg zum Dorf war weit und die Mutter musste immer mit dem Fahrrad fahren, um einzukaufen. Als die Mutter vom kleinen Felix das Angebot vom Autoverkäufer sah, sprang sie vor Freude auf den Küchentisch (durch das Fahrradfahren war sie sehr sportlich), denn die 66,- € im Monat konnte sie bequem von der Haushaltskasse abzweigen.

Der kleine Felix aber, der in der 3. Klasse war und der im Rechnen schon „Und“ „Weniger“ „Malnehmen“ und „Teilen“ gelernt hatte, sagte: Mutter, nun warte erst einmal, ich schreib erst einmal ein paar Zahlen zusammen:

Und er schrieb:

Anzahlung + 48 Raten + Schlussrate = 12718,16 €

Schlussrate (Restwert)= 6207,57 €

Laufleistung in 4 Jahren: 40.000 km

Dann spitzte Felix seinen Bleistift an und rechnete:

Wertverlust + Zinsen: (12718,20 – 6207,57)/ 40.000 = 0,1628 €/km

Sprit (5,8 l/100 km bei 1,36 €/l) = 0,0789 €/km

Versicherung / Steuer (~ 400€/Jahr) = 0,04 €/km

Außerplanmäßige Reparatur (~200 €/Jahr) = 0,02 €/km

Macht zusammen: 0,3017 €/km oder anders ausgedrückt: 251,40 € / Monat. - für ein Auto, das kaum mehr als ein Lenkrad und 4 Räder hat. Hoppla sagte der kleine Felix, war wohl nix mit 66,0 € im Monat. Da wurde die Mutter erst einmal ganz traurig, weil sie die 251,40 € im Monat nicht hatte. Aber der kleine Felix tröstete seine Mutter und sagte: Fahr du lieber weiter Fahrrad, dann wirst du auch nie Krampfadern bekommen. Da freute sich die Mutter und war stolz auf ihren Sohn, der sie vor einer Dummheit bewahrt hatte.

Schönen Gruß

Michael

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105 Antworten

darüber kam gestern aben ein bericht im ndr mit gleichem inhalt.

aber mal im ernst wie naiv muss man sein um zu glauben das es für 66 euro im monat ein neues auto gibt.

Themenstarteram 8. Mai 2007 um 13:06

Zitat:

Original geschrieben von racemove

darüber kam gestern aben ein bericht im ndr mit gleichem inhalt.

aber mal im ernst wie naiv muss man sein um zu glauben das es für 66 euro im monat ein neues auto gibt.

.. ich habe den Bericht nicht selbst gesehen, aber man hat mir erzählt, dass dort besonders die leasing-Angebote von VW (66 und 99), die Kreditzinsen der Citibank und die Lockangebote diverser Provider angesprochen wurden. Daraufhin habe ich mal bei VW nachgesehen.

Du hast Recht, es wird kaum jemand glauben, dass man für 66, - € monatlich ein neues Auto betreiben kann, aber es gibt einen Haufen Leute, die nicht wahrhaben wollen, dass bei dem Angebot die wirkliche monatliche Belastung selbst für einen popeligen Polo bei lächerlichen 10.000 km Laufleistung im Jahr viermal so hoch ist.

Michael

am 8. Mai 2007 um 17:42

Hi!

Das sind eben die "Angebote der Neuzeit". Ein Handy bekommt man ja auch für 1,-*.

Das Sternchen macht´s eben.

Frage mich wann es bei einem Metzger einen Ring Fleischwurst für 0,01€* gibt.

Am coolsten ist ja dann noch das Kleingedruckte, das vielleicht in Schriftgröße 4 für 5 Sekunden erscheint. 9 Zeilig.

Man sollte schon lange nicht mehr alles glauben, was einem da so angepriesen wird.

einfach mal drüber nachdenken.....

bigload

IMHO wird es langsam Zeit, daß Brüssel diesem Unwesen einen Riegel vorschiebt und die Kombination von Ratenzahlungen mit Anzahlungen und Schlußraten verbietet.

Themenstarteram 9. Mai 2007 um 9:08

... ist zwar eine andere Branche, aber es passt ins Bild.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,481788,00.html

Michael

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

IMHO wird es langsam Zeit, daß Brüssel diesem Unwesen einen Riegel vorschiebt und die Kombination von Ratenzahlungen mit Anzahlungen und Schlußraten verbietet.

Klar doch, soll Brüssel doch den unmündigen Verbrauchern das Denken abnehmen! Hat sich wahrscheinlich noch nicht herumgesprochen, dass eine Preisangabe mit Sternchen immer Kleingedrucktes enthält, welches vor dem Kaufentschluss durchzulesen ist. Ist man selber des Lesens nicht mächtig, hilft gern ein Familienmitglied aus.

Wir werben übrigens fast nur mit Raten (z.B. hier), wenn es um Neuwagen geht. Allerdings kalkuieren wir die Fahrzeuge immer OHNE Anzahlung, so dass nur noch Überführung und Zulassung übrig bleiben. Dass es sich um Leasing handelt und dass für die beworbene Rate bestimmte Eckwerte in Sachen Laufzeit/Kilometerleitung gelten, steht IMMER dabei.

Transparent, nachvollziehbar und rechtlich einwandfrei. Wer nicht leasen will, der kann auch gern kaufen. Feddich.

Themenstarteram 9. Mai 2007 um 16:43

Zitat:

Original geschrieben von AutoMensch

Hat sich wahrscheinlich noch nicht herumgesprochen, dass eine Preisangabe mit Sternchen immer Kleingedrucktes enthält, welches vor dem Kaufentschluss durchzulesen ist. Ist man selber des Lesens nicht mächtig, hilft gern ein Familienmitglied aus.

.............

Transparent, nachvollziehbar und rechtlich einwandfrei. Wer nicht leasen will, der kann auch gern kaufen. Feddich.

.... hört sich irgendwie zynisch an, wenn ich das dazu lese.

Michael

Zitat:

Original geschrieben von michael60

 

.... hört sich irgendwie zynisch an, wenn ich das dazu lese.

Michael

Wie ist es mit Eingenverantwortung? Ich habe noch niemanden gezwungen, einen Leasing- oder Finanzierungsvertrag zu unterschreiben. Ab und an frage ich schon mal nach, ob sich ein Kunde das auch richtig überlegt hat. Wenn ich ihn aber wegschicken würde, macht ein anderer Händler das Geschäft. Vor Überschuldung schützen kann sich nur der Einzelne. Aufgabe eine Autohändler ist es, Autos zu verkaufen - nichts anderes.

Man ich hasse es wieder mal den Advocatus Diaboli spielen zu müssen.

Aber die Rechnung des OTs hat einen klaren Fehler. Der Wertverlust darf beim Leasing nicht gerechnet werden. Denn die monatliche Rate _ist_ der Wertverlust. Die Schlussrate braucht nur dann gerechnet zu werden, wenn sie bezahlt werden muss (es also keine Garantie gibt, dass der Hersteller/das Autohaus die Karre zurücknimmt). Anzahlung kann man rechnen, wenn sie von einem wichtigen Konto runtergeht und im Zweifelsfall "fehlt". Wenn das Geld "rumliegt" braucht man die auch nicht rechnen, weil die sich nicht monatlich bemerkbar macht. Wenn also gerade ein Bausparvertrag ausläuft und das Geld nicht weiter gebraucht wird und man es als Anzahlung nehmen möchte, sollte man diese Anzahlung nicht in die monatlichen fiktiven Kosten reinrechnen.

Alle anderen Verbrauchswerte fallen bei jedem Auto an - die sollte man immer berücksichtigen, wenn man sich ein Auto kauft.

Die Kilometerkosten kann man von mir aus wie der OT das macht berechnen - aber auch die sind fiktiv und haben wenig damit zu tun, was im Monat wirklich an Kosten anfällt. Meiner Erfahrung nach haben solche theoretischen Rechnungen keinen großen Sinn.

Jaja ich hab keine Ahnung von BWL und was auch immer. Aber man muss mal darauf hinweisen, dass manche sich vor lauter Mathebegeisterung ziemlich weit von der Realität entfernt haben ;)

Zitat:

Original geschrieben von miwalter

Wenn das Geld "rumliegt" braucht man die auch nicht rechnen, weil die sich nicht monatlich bemerkbar macht. Wenn ... das Geld nicht weiter gebraucht wird und man es als Anzahlung nehmen möchte, sollte man diese Anzahlung nicht in die monatlichen fiktiven Kosten reinrechnen.

Wenn ich Geld ausgeben, das "rumliegt, ist es also keine wirkliche Ausgabe. Aha. Wußte ich auch noch nicht. Natürlich gehört das mit in die Kosten.

Zitat:

Jaja ich hab keine Ahnung von BWL und was auch immer.

Denn letzten Satz kann ich so schon unterschreiben!

Grüße,

Rene

Themenstarteram 10. Mai 2007 um 9:26

@miwalter

Wenn du wirklich glaubst, was du oben schreibst, dann scheint bei dir die im Moment übliche Werbung wirklich schon gewirkt zu haben.

Um die oben dargestellte Rechnung aufzumachen, brauchst du kein BWL-Studium. Es genügen die Grundrechenarten. Ich habe doch nur alle Kosten zusammengezählt, die der Polo in den ersten 4 Jahren verursacht. Das sind 12067,20 €. Dieses Geld ist nach den 4 Jahren weg – wo immer es auch herkommt. Und diese 12067,20 € kannst du jetzt durch 4 Jahre teilen (für die jährliche Belastung) oder durch 48 Monate teilen (für die monatliche Belastung) oder durch die gefahrenen Kilometer teilen (für Kosten je km).

Ganz gleich, wie du es anstellst oder wie du es nennst. Der Polo wird innerhalb der ersten 4 Betriebsjahre 12067,20 € kosten.

Und um das klarzustellen: Das ist bei Barzahlung, leasing oder Finanzierung in etwa gleich. Autofahren wird durch leasing nur unwesentlich teurer. Das Problem ist, dass es Millionen Menschen gibt –es scheint, so wie du- die den heutigen marktschreierischen Angeboten auf den Leim gehen und die wirklich zu erwartende Belastung nicht sehen wollen oder nicht sehen können.

@AutoMensch

Du fragst deine Kunden also schon mal, ob sie sich das auch richtig überlegt haben – mmhh- ich kann dir versichern, dass es sich 20-30% deiner Privatkunden nicht richtig überlegt haben, was sie da tun. Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber es gibt auch Autokäufer, die sind nicht in der Lage, auch nur eine grobe Einschätzung ihrer finanziellen Situation abzugeben. Und die fallen dann auf die heute grassierende Werbung herein - nicht nur bei den Autohäusern – am schlimmsten ist nach meiner Meinung Handy- und Provider-Werbung.

Viel Erfolg beim Autoverkauf - an Kunden, die es sich wirklich leisten können.

Michael

am 10. Mai 2007 um 9:46

Zitat:

Autoverkauf - an Kunden, die es sich wirklich leisten können.

Ich wäre froh, wenn das mal immer so wäre, aber dank Leasing und Finanzierung rechnen sich ziemlich viele Leute die Sache einfach schön. Das ist nicht wirklich das Wahre...

Wenn ich da schon den anderen Thread hier lese "Wie verkaufe ich mein Auto, das noch nicht abbezahlt ist" kriege ich echt zuviel. Warum muss man sich Dinge leisten, für das man das Geld nicht auf der hohen Kante hat ? Komische Welt heute...

Zitat:

Warum muss man sich Dinge leisten, für das man das Geld nicht auf der hohen Kante hat ? Komische Welt heute...

Weil die wenigsten Leute heute noch den Unterschied zwischen Kaufen und Bezahlen kennen ;-)

am 10. Mai 2007 um 12:43

Wenn jemandem nicht klar ist, dass er mehr Kosten veruracht, wenn er mehr fährt, dann sollte man ihn entmündigen.

Und as VW keine Flatrate anbietet, ist wohl auch jedem klar.

Welcome in reality

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