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Corona-Hilfen für Selbstständige

Themenstarteram 21. März 2020 um 9:50

Hallo zusammen,

ich kann mir vorstellen, dass viele von euch momentan um ihre Existenz bangen und sehnsüchtig darauf warten, dass die von der Bundesregierung versprochenen Hilfsmittel bei ihnen ankommen.

Die Lage ist sehr ernst. Ich bekomme das aktuell durch meinen Beruf als Kreditanalyst/Entscheider für Geschäfts- und Firmenkunden sehr deutlich zu spüren. Auch im privaten Umfeld rufen mich viele Selbstständige an und fragen nach ob ich was gehört hätte.

Die Bundesregierung hat nun mehrmals kundgetan, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Notfallhilfen unter das Volk bringen soll. Die KfW ist keine direkte Kundenbank. Fördermittel erhält man nur über die eigene Hausbank, welche diese Kredite über die KfW beantragt.

Aktuelle Situation:

Momentan bietet die KfW nur ihre normalen Förderdarlehen an.

www.kfw.de/.../F%C3%B6rderprodukte-(S3).html

Hierbei handelt es sich um Kreditprodukte, die meistens nur für bonitäre Bestandskunden von Banken gedacht sind.

Was ist der Vorteil für die Hausbanken? Der Haftungsausschluss. Die KfW übernimmt 80% des Risikos sollte der Kredit ausfallen.

Viele Hausbanken bieten diese KfW-Darlehen aus gutem Grund nicht an. Denn der Aufwand bei der Beantragung und Verwaltung ist immens hoch. Man darf nicht vergessen, dort sitzen Beamte. Die nehmen es sehr genau, wollen akkurate Unterlagen, etc. Auch sind oft die Fristen denkbar knapp, bei Antragsstellung dürfen keine Fehler passieren. Und die KfW will auch während der Kreditlaufzeit Unterlagen. Wenn der Selbstständige nicht liefert, dann kündigt die KfW das Programm wegen Verstoßes gegen die Auflagen. Die Hausbank trägt dann das volle Risiko und muss die Restschuld an die KfW zurückzahlen.

Momentan arbeitet meine Bank - und das wird nun auch bei den Konkurrenzgesellschaften ähnlich sein - mit Hochdruck daran diese Förderdarlehen anbieten zu können. Ich war gestern alleine schon in fünf Telefonkonferenzen.

Hier wird ein neues Produkt mit allem was dazugehört mit der Brechstange implementiert. Ganz simpel ausgedrückt: Keiner weiß aktuell wie die Beantragung laufen wird, wie man das bearbeitet, wie lange ein solcher Prozess dauern wird, wann der Kunde sein Geld bekommt, wie die Abwicklung später aussehen wird.

Das neue Programm soll ab Montag bereits bei uns laufen!

Die KfW will wohl am 14. April (!) ihr neues Corona-Produkt vorstellen. Das sind noch fast drei Wochen.

Unterdessen versuchen wir alles um den normalen Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten. Wir haben unser Team aufgeteilt und räumlich voneinander getrennt, sodass wenn sich ein Teil des Teams infiziert, nicht der ganze Laden in Quarantäne muss. Außerdem wird bei uns nun Home Office getestet. Etwas, was der Arbeitgeber nie wollte. Jetzt in der Krise ist alles möglich! Daher versuchen wir mit aller Macht gerade jeden Prozess zu digitalisieren.

Es wird keiner weggeschickt, der arbeiten kann. Die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, sind hochkomplex. Wir haben seit Jahren ein Problem in dem Bereich die Stellen zu besetzen, weil das Know-How fehlt. Hier rächt sich die Personalpolitik der letzten Jahre. Gute Azubis nicht übernehmen wollen, dafür Zeitarbeiter für sechs Monate befristet einstellen, die Hilfsarbeiten ausführen sollen, nur damit man die Nächsten ein halbes Jahr später wieder ausbilden darf.

Wir bekommen mit unserer kostenoptimierten Truppe ja schon das Tagesgeschäft kaum gestemmt. Zusätzlich belastet werden wir dieses Jahr durch neue Verordnungen, wie bspw. verschärfte Geldwäscheregeln (angepasster Know Your Customer-Prozess), und die Meldungen an das Transparenzregister des Deutschen Zolls.

Überstunden und Wochenendarbeit wurden bereits beim Betriebsrat beantragt. Wir wissen um den Stellenwert unserer Verantwortung und werden alles tun um unseren Kunden bestmöglich zu helfen und gerecht zu werden.

Mit jedem Tag kann sich etwas ändern!

Was kann ich als Selbstständiger tun?

Wenn noch nicht geschehen ist jetzt ein guter Zeitpunkt die wirtschaftlichen Unterlagen auf Vordermann zu bringen. Minimalanforderungen:

- Jahresabschluss 2018, am besten mit der Anlage Sonstige Konten (Minimum Anlage EÜR der Steuererklärung 2018)

- BWA Dez. 12/2019 inklusive Summen- und Saldenliste

- unter Umständen bereits eine BWA inkl. SuSa aus dem ersten Quartal.

- Einkommenssteuerbescheid 2018 sollte so langsam da sein

- Vermögensnachweise (Rücklagen, Immobilie, etc.)

- Investitionsplan, Erklärung welche Auswirkungen Corona auf den Betrieb hat

- akt. Personalausweis

- sich auf lange Wartezeiten einstellen, nach Kontokorrent bei der Hausbank nachfragen

Nochmal: Bei der KfW arbeiten Beamte. Die nehmen es sehr genau. Wer nicht liefert, bleibt auf der Strecke.

Achtet darauf, dass alles so akkurat wie möglich gebucht ist. Fehlende Anfangsbestände machen die Unterlagen bspw. nicht verwertbar.

Ich kann auch appellieren: Reicht die Brocken komplett ein. Wir Analysten können nicht jedem hinterherrennen. Reagiert auf E-Mails. Ich habe diesen Monat bereits 55 Anträge in Bearbeitung, davon 40 nicht komplett eingereicht. Ich kann mir nicht alles merken. Telefonischer Kontakt, während ich bspw. Bilanzanalyse einer GmbH & Co. KG mit mehreren Tochterunternehmen betreibe, ist einfach nicht zu leisten.

Wenn ich eine Mail bekomme, sehe ich das. Und ich werde beim nächstmöglichen Zeitpunkt reagieren. Mich ärgern Anrufe, in denen die Leute das fragen was bereits in der Mail stand. Ich weise in meinen Mails auch ausdrücklich daraufhin, dass man am besten einen Telefontermin via Mail vereinbart. Die Leute greifen stattdessen trotzdem lieber direkt zum Telefon und wollen auf Anhieb alles wissen, als ob sie meine einzigen Kunden wären. Ich glaube auch, dass die meisten sich gar nicht vorstellen können welcher Aufwand selbst hinter der Einrichtung eines Kredits von 10 TEUR steht, und wie viele Details ich klären muss.

Kontaktiert eure Ansprechpartner bei der Bank. Jeden Tag kann sich etwas ändern. Das heißt auch, dass man es ein paar Tage später wieder probieren sollte.

Ich kann an der Stelle nur spekulieren, kann mir aber vorstellen, dass diejenigen, die bereits vor der Krise knapp bei Kasse waren (hohe Kontokorrent-Dauerinanspruchnahme, negatives Eigenkapital, etc.) leer ausgehen werden. Daher ist meine Vermutung, dass diejenigen, die eh schon von der Hand in den Mund gelebt haben, reihenweise umkippen werden. Das ist für manche Banken bestimmt auch ein Problem, die jetzt schon erste Ausfälle zu verzeichnen haben werden. Meine Bank war schon immer sehr konservativ und risikobewusst. Wir haben auch ganz klar immer die aktuelle Konjunkturlage im Blick und wir waren uns sehr bewusst, dass viele Geschäftsmodelle nur aufgrund des Dauer-Booms überleben.

Neuigkeiten werde ich hier einstellen. Es kann aber durchaus sein, dass ich mehrere Tage nichts posten werde, da ich beruflich momentan sehr eingespannt bin. Ich werde heute auch von zu Hause aus ein paar Arbeiten erledigen. Ich wünsche jedem viel Kraft und Erfolg.

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134 Antworten

Danke für den „Erfahrungsbericht“.

Ich muss allerdings sagen, dass es mich sehr erstaunt, wie sich so manche Selbstständige aufgrund der derzeitigen Situation haben, nachdem unsere seit Jahren andauernde Situation immer als „über den Verhältnissen leben“ abgetan wurde und zynisch muss ich auch sagen, dass es mich teils erfreut, dass auch Leute, die sonst über die Bonität Anderer entscheiden in genau diese Situation rutschen.

Dank des deutschen Staates haben wir da jetzt vermutlich Vorteile durch Abhärtung. Man hat eben schon einen Plan, wenn über Monate trotz Arbeit kein Geld fließt und trotzdem sämtliche Verbindlichkeiten abgezogen werden, der Dispo fünfstellig ist und das Finanzamt die Einkommenssteuer für nicht gezahltes Geld einzieht, mit dem Gerichtsvollzieher droht (also die, die das Geld nicht zahlen, unterschreiben dann den Pfändungsbescheid ..), Konten pfändet und somit noch Familienmitglieder in Richtung Privatinsolvenz treibt.

Von den ausstehenden Krankenkassenbeiträgen für die gesetzliche (!!!) Versicherung und der Erlaubnis, den Arztbesuch auf absolute Notfälle zu beschränken, sowie dem Benehmen von Bankangestellten, will ich garnicht erst anfangen.

 

Mir ist durchaus bewusst, dass du für die Bewertung von Zahlen und Fakten bezahlt wirst, aber vielleicht hilft es ja, auch mal an die Menschen hinter den Zahlen zu denken.

Zitat:

@MX5drive schrieb am 29. März 2020 um 09:01:16 Uhr:

 

Hilfe für Selbständige.....alles gut und recht.

Wenn aber vorher das ganze Privatvermögen welches man sich die letzten Jahre hart erarbeitet hat erst verbraucht werden muss bevor man Hilfe erhält dann kann doch da was nicht stimmen.

Wenn ich mich nicht irre würde Sam Hawkins sagen.....

Grüße

Wieso kann da was nicht stimmen? Da ist es wieder, das Vollkasko Denken.

Themenstarteram 29. März 2020 um 11:43

Zitat:

@g0ldba3r schrieb am 29. März 2020 um 09:08:28 Uhr:

[...]sowie dem Benehmen von Bankangestellten, will ich garnicht erst anfangen.[...]

Mir ist durchaus bewusst, dass du für die Bewertung von Zahlen und Fakten bezahlt wirst, aber vielleicht hilft es ja, auch mal an die Menschen hinter den Zahlen zu denken.[...]

Ich habe deinen Kommentar ehrlich gesagt nicht verstanden.

Welches Benehmen von Bankangestellten meinst du genau?

Ich weiß, Bankangestellte haben "da draußen" keinen guten Ruf.

Ich bin ein sehr empathischer Mensch. Jahre lang habe ich mich ehrenamtl. neben meinem Job auch als Rettungssanitäter beim DRK engagiert. Ich kann mich hervorragend in die Situationen anderer hineinversetzen, und ich bin mir durchaus meiner Verantwortung bewusst. Mit jedem Darlehen, dass ich ablehne, besteht die Chance, dass ein Unternehmen pleite geht, und dass sowohl die Firmeninhaber als auch deren Personal am nächsten Tag arbeitslos sind, und denen sogar aufgr. von Darlehen (bspw. Baufinanzierungen) auch noch die Privatinsolvenz droht.

Nur, ganz ehrlich: Ich bin auch nur ein "Lohnsklave". Ich muss mich in der Bank an Anweisungen handeln. Und wenn die Anweisung kommt: "Lehnt kategorisch Neukunden ab, die bereits vor der Krise eine schwache Liquidität und Substanz hatten", dann muss ich dem nachkommen. Ich kann auch die Bank verstehen, die jetzt nicht das Risiko der Konkurrenz übernehmen möchte. In der Regel gibt es ja einen Grund wieso Fremdbankkunden auf uns zukommen. Weil sie nämlich bei ihrer Hausbank nichts mehr bekommen.

Es gibt aber auch die Anweisung: "Wir wollen den Bestandskunden helfen!"

Wir haben vorher durchaus "Grenzbonitäten" finanziert. Aber wir sind nunmal auch kein Sozialamt. Nach Möglichkeit wollen wir keine Ausfälle haben. Denn auch kleine Finanzierungen sind Nadelstiche, die am Ende das Aus für alle bedeuten könnten. Die Krise von 2009 ist zumindest bei den Angestellten in der Bank definitiv nicht vergessen. Egal was der Vorstand sagt, am Ende rollen unsere Köpfe für entsprechende Entscheidungen.

Ich glaube du unterschätzt auch, wie viel Fachwissen nötig ist in unserem Beruf. Von uns Analysten wird verlangt, dass wir nahezu jede Branche gut kennen. Und ich meine damit nicht nur die wirtschaftlichen Kennzahlen. Man muss das Geschäftskonzept detailliert verstehen. Das geht nur über Erfahrung. Neben meiner Bankausbildung hat es fast ein Jahr gedauert mich hier nochmal nach meinem Abteilungswechsel zum Analysten auszubilden (im Schnitt braucht es wohl zwei Jahre). Ich hatte davor bereits zehn Jahre Erfahrung im Kreditgeschäft.

am 29. März 2020 um 12:14

Zitat:

@Gurkengraeber schrieb am 29. März 2020 um 10:11:02 Uhr:

Zitat:

@MX5drive schrieb am 29. März 2020 um 09:01:16 Uhr:

 

Hilfe für Selbständige.....alles gut und recht.

Wenn aber vorher das ganze Privatvermögen welches man sich die letzten Jahre hart erarbeitet hat erst verbraucht werden muss bevor man Hilfe erhält dann kann doch da was nicht stimmen.

Wenn ich mich nicht irre würde Sam Hawkins sagen.....

Grüße

Wieso kann da was nicht stimmen? Da ist es wieder, das Vollkasko Denken.

Also ich führe hier mal meine Situation an.

Ich bin ehrlich und sage es genau so wie ich es empfinde hier in Deutschland selbständig zu sein.

Mein Gewebe welches ich seit 13 Jahren betreibe ist ein Handwerksbetrieb.

Man arbeitet das ganze Jahr und schafft es auch sich in dieser Zeit ein schönes Geldpolster aufzubauen.

Und das obwohl man mit ständigen Preiserhöhungen und teilweise miserabler Zahlungsmoral seitens einiger Kunden zu kämpfen hat.

Dann kommt wie jedes Jahr die Steuererklärung mit Nach und Vorauszahlungen die dich fast ruinieren.

Weil das noch nicht reicht sind Abgaben an HWK ,SOKA, BG auch noch zu bezahlen.

Von unseren ständigen Betriebskosten die jedes Jahr steigen rede ich mal nicht.

Es ist jedes Jahr das gleiche!

Sind alle Abgaben bezahlt dann fängt man immer wieder von vorne an.

Normalerweise braucht ein Selbständiger eine Million Euro auf der Seite für die Altersvorsorge.

Nennt mir bitte einen der das heute noch schafft!

Man bringt nur noch sehr schwer etwas auf die Seite.

Nur das Geld welches man sich nebenbei verdienen kann ist das was einem wirklich bleibt.

So schaut die traurige Wahrheit aus!

Und jetzt sollen wir alle erst alles verbrauchen was wir uns die letzten Jahre hart verdient haben !

Jeder wie ich der gespart hat ist hier der Depp!

Ich bin froh das ich trotz der Krise noch Arbeit habe.

Bei mir kommt momentan immer noch Geld aufs Firmenkonto.

Drei bis vier Monate könnte ich ohne Arbeit überstehen.

Drum ist gut das die Aufträge trotz Corona weiter laufen.

Ich habe zwar ein bischen Probleme bei der Beschaffung von Materialien weil alles geschlossen ist und stellenweise die Lieferung nicht kommt.

Ich finde man sollte jetzt nicht resignieren und hoffen das uns der Staat hilft.

Denn dies wird nicht geschehen!

Bei mir lautet die Devise: Hilf dir selbst dann hilft dir Gott!

Ich bemühe mich den nötigen Sicherheitsabstand zu den Leuten einzuhalten!

Ich vermeide alle Begegnungen mit Menschen die nicht sein müssen.

Ich desinfiziere jeden Tag mehrmals die Türklinke und halte streng jede Hygieneregel ein so gut es geht!

Mehr kann ich nicht machen!

Werd aber so lang weiterarbeiten wie es geht!

Grüße

Themenstarteram 29. März 2020 um 12:22

Ich muss ehrlich sagen, dass mir das Lamentieren über Steuernachzahlungen auch ein wenig auf den Keks geht. Der Unterschied zum Angestellten ist, dass bei denen monatlich abgebucht wird. Bei den Selbstständigen jährlich. Man darf eben nicht seinen Gewinn als Nettoeinkommen interpretieren. Man muss ca. 40% zurücklegen. Für die Vorauszahlungen kann man bspw. quartalsweise Zahlungen vereinbaren. Man kann Vorauszahlungen auch jederzeit anpassen lassen, wenn man feststellt, dass der Gewinn viel höher ausfallen wird. Viele Existenzgründer unterschätzen die Steuerthematik enorm und geraten daher von Anfang an unter Druck. Das bricht am Ende dann vielen das Genick. Das Finanzamt kennt in der Regel kaum Milde.

Deutschland ist meiner Meinung nach ein guter Wirtschaftsstandort. Viele mittelständische Unternehmen, viel Rechtssicherheit. Aber ja, auch viel Bürokratie. Das gehört dazu, wenn man Selbstständig ist. Sich auch ein wenig mit den Zahlen beschäftigen und verstehen was da vor sich geht. Alle anderen sollten vielleicht doch lieber als Arbeiter/Angestellte beschäftigt sein.

Zitat:

@Ascender schrieb am 29. März 2020 um 11:43:26 Uhr:

Ich habe deinen Kommentar ehrlich gesagt nicht verstanden.

Welches Benehmen von Bankangestellten meinst du genau?

Ich weiß, Bankangestellte haben "da draußen" keinen guten Ruf.

Wenn jemand bei mir keinen guten Ruf hat, dann hat er ihn sich auch hart erarbeitet.

Meine Mutter wurde von gewissen Bankmitarbeitern schon wie ein Bettler angemacht, wenn sie um die Erhöhung des Dispos gebeten hat, weil das Gericht wieder monatelang kein Geld zahlte. Zum Glück sind in unserer Familie noch 3 erwerbstätige Männer, die auch ihr Einkommen ins "Geschäft" meiner Mutter einbringen und dadurch ebenfalls oftmals weit im Dispo oder gar am Rand der Zahlungsunfähigkeit stehen. Beispielsweise, weil das Finanzamt nur nach theoretischem Einkommen geht und nicht nach dem Geld, welches tatsächlich fließt.

Wenn man dann nach Lösungsmöglichkeiten fragt, egal wen, kommt meist als Antwort, dass man eben besser mit dem Geld umgehen muss und sich kein teures Auto (KIA) kaufen darf. Das teure Eigenheim (Plattenbau) zu viel und die private Krankenversicherung (gesetzlich) eben ein Griff nach den Sternen war.

Den Rest von meinem Beitrag spare ich mir mal, da du als "Befehlsempfänger" - das ist mir durchaus bewusst - die Kredite nicht nach sozialen Gesichtspunkten vergibst und meine Schadenfreude hier nicht die Richtigen trifft. Ist ja nicht so, dass nur meine Familie mit säumigen Zahlern zu tun hat. Gehört ja im Handwerk und bei Aufträgen vom Staat an Selbstständige schon fast zur Normalität ..

Themenstarteram 29. März 2020 um 13:02

Schon klar. Aber sollte und kann eine Bank wirklich alle Individualitäten des Lebens abdecken? Ist es wirklich das Problem eines privaten Geldgebers, wenn man spezielle Schwierigkeiten hat, wie etwa teure Rechtsstreitigkeiten, die einem in der Liquidität beschneiden und dafür sorgen, dass man in die Dauerinanspruchnahme eines Dispos gerät? Der Dispo ist ja eigentlich dazu da sich kurzfristig zu verschulden. Wenn man dauerhaft da drin ist, dann hat man dauerhaft höhere Ausgaben als Einkünfte. Deshalb wird das auch so kritisch gesehen. Ansonsten nehmen die Banken natürlich gerne die Zinserträge mit.

Dann stellt sich auch die Frage ob man bei der richtigen Bank ist. Wer sich der Konditionen wegen bspw. an eine Retailbank wendet, der muss auch damit leben, dass er nur als "Massengeschäft" wahrgenommen wird. Und dass dort keine großen Abweichungen/Differenzierungen von der Regel vorherrschen. Das macht die jeweilige Bank unflexibel.

Wem Ideale und guter Support auch in individuellen Lebensbereichen wichtig ist, der sollte sich nach einer anderen Bank umschauen. Jetzt ist dafür natürlich ein schlechter Zeitpunkt. Ich will auch keine Werbung für die Konkurrenz machen, aber mit der GLS gibt es bspw. eine solche Bank.

Was säumige Zahler angeht, ja, die gibt es. Und mein Vater ist mit seiner Firma damals von denen in die Zahlungsunfähigkeit getrieben worden. Das liegt zum Teil auch am Klientel, welches man bedient. Manche Unternehmer haben aber auch kein gutes Forderungsmanagement. Das ist auch das unternehmerische Risiko. Muss keinem gefallen, ist aber so. Für den einen oder anderen dürfte "Factoring" eine gute Lösung sein.

Zitat:

Beispielsweise, weil das Finanzamt nur nach theoretischem Einkommen geht und nicht nach dem Geld, welches tatsächlich fließt.

Meiner Erfahrung nach nur, wenn man mit seinen Unterlagen hinterherhängt und seine Steuererklärung nicht rechtzeitig abgibt. Dann wird man "geschätzt" und dazu verdonnert seine Steuern nachzuzahlen. Ansonsten rechnet das Finanzamt sehr genau ab!

EDIT: Mangelnde Liquidität sorgt für eine Kettenreaktion. Viele liquiditätsschwache Unternehmer versuchen durch Nichtabgabe der Steuererklärung die erwartbare Steuernachzahlung noch ein wenig aufzuschieben. Auch muss der Steuerberater für seine Dienstleistung bezahlt werden, weshalb man den auch schon sehr spät kontaktiert, wenn überhaupt. Schiebt man zulange, passiert das was ich oben beschrieben habe. Man wird geschätzt, meistens anhand der Vorjahre, mit einem Aufschlag und Säumniszuschlägen.

Und dann muss wohl wirklich die Verwandschaft her, sonst kann der Selbstständige einpacken. Banken finanzieren nicht so gerne Steuern, weil die Rücklagen ja längst hätten gebildet werden müssen.

Außerdem: Wir Analysten erkennen eine Krise immer sehr spät. Wir haben eigentlich nur Unterlagen vorliegen, welche die Vergangenheit zeigen. Jahresabschlüsse von 2017/2018 zeigen auch nur die Situation vor mindestens zwei Jahren. Und die BWA von Dezember 2019 ist charakterlich nur vorläufig. Da könnten noch Kosten nachgebucht werden. Wenn man bereits eine mangelnde Liquidität feststellt, ist meistens bereits vorher ein strukturelles Problem aufgetreten.

Zitat:

@MX5drive schrieb am 29. März 2020 um 12:14:04 Uhr:

Zitat:

@Gurkengraeber schrieb am 29. März 2020 um 10:11:02 Uhr:

 

 

Wieso kann da was nicht stimmen? Da ist es wieder, das Vollkasko Denken.

Also ich führe hier mal meine Situation an.

Ich bin ehrlich und sage es genau so wie ich es empfinde hier in Deutschland selbständig zu sein.

Mein Gewebe welches ich seit 13 Jahren betreibe ist ein Handwerksbetrieb.

Man arbeitet das ganze Jahr und schafft es auch sich in dieser Zeit ein schönes Geldpolster aufzubauen.

Und das obwohl man mit ständigen Preiserhöhungen und teilweise miserabler Zahlungsmoral seitens einiger Kunden zu kämpfen hat.

Dann kommt wie jedes Jahr die Steuererklärung mit Nach und Vorauszahlungen die dich fast ruinieren.

Weil das noch nicht reicht sind Abgaben an HWK ,SOKA, BG auch noch zu bezahlen.

Von unseren ständigen Betriebskosten die jedes Jahr steigen rede ich mal nicht.

Es ist jedes Jahr das gleiche!

Sind alle Abgaben bezahlt dann fängt man immer wieder von vorne an.

Normalerweise braucht ein Selbständiger eine Million Euro auf der Seite für die Altersvorsorge.

Nennt mir bitte einen der das heute noch schafft!

Man bringt nur noch sehr schwer etwas auf die Seite.

Nur das Geld welches man sich nebenbei verdienen kann ist das was einem wirklich bleibt.

So schaut die traurige Wahrheit aus!

Und jetzt sollen wir alle erst alles verbrauchen was wir uns die letzten Jahre hart verdient haben !

Jeder wie ich der gespart hat ist hier der Depp!

Ich bin froh das ich trotz der Krise noch Arbeit habe.

Bei mir kommt momentan immer noch Geld aufs Firmenkonto.

Drei bis vier Monate könnte ich ohne Arbeit überstehen.

Drum ist gut das die Aufträge trotz Corona weiter laufen.

Ich habe zwar ein bischen Probleme bei der Beschaffung von Materialien weil alles geschlossen ist und stellenweise die Lieferung nicht kommt.

Ich finde man sollte jetzt nicht resignieren und hoffen das uns der Staat hilft.

Denn dies wird nicht geschehen!

Bei mir lautet die Devise: Hilf dir selbst dann hilft dir Gott!

Ich bemühe mich den nötigen Sicherheitsabstand zu den Leuten einzuhalten!

Ich vermeide alle Begegnungen mit Menschen die nicht sein müssen.

Ich desinfiziere jeden Tag mehrmals die Türklinke und halte streng jede Hygieneregel ein so gut es geht!

Mehr kann ich nicht machen!

Werd aber so lang weiterarbeiten wie es geht!

Grüße

Wenn ich mir Deinen Beitrag so durchlese, komme ich zu dem Schluss, dass kaufmännisches Denken und Handeln nicht Deine Sache ist. Das ist nicht böse gemeint, aber ein Betrieb, egal wie klein oder groß sollte zumindest über die monatliche BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) und Summen- und Saldenliste (abgekürzt SuSa) wissen was an Umsatz, Sozialleistungen, Versicherungen, Steuern etc. pp auf den Betrieb zukommt. Anhand der Vorjahresergebnisse lässt sich auch wunderbar "ablesen/abschätzen" was an Steuern an das Finanzamt und an die Sozialversicherungsträger abgeführt werden muss.

Sorry, aber so wie Du dies darstellst, hätte ich unseren Betrieb (Heizung- und Sanitär GmbH) schon lange an die Wand gefahren.

Dass Du ganz offensichtlich noch nebenbei schwarz in Deine Kasse wirtschaftest, lasse ich jetzt mal unkommentiert, hier sollen andere sich den Mund darüber zerreisen.

An der Stelle vielen Dank an @Ascender für seine Beiträge! :)

Grüße

Andreas

Themenstarteram 29. März 2020 um 13:35

Ein wenig kaufmännisches Wissen ist meiner Meinung nach Grundvoraussetzung um erfolgreich zu sein als Unternehmer. Eine monatl. BWA ist vlt. etwas übertrieben für den einen oder anderen. Das kommt auf die Branche an. Für einen Kiosk oder einen Handel würde ich das definitiv empfehlen. Für einen Freiberufler, der kaum Kosten hat, ist das too much. Aber auch der sollte zumindest quartalsweise abrechnen. Zumindest wenn derjenige vor hat Darlehen zu beantragen.

Ich bin immer wieder erstaunt, dass mir manche Selbstständige noch nicht mal jährliche Unterlagen zur Verfügung stellen können. Was soll ich mit so einem machen? Schätzen, was der im letzten Jahr verdient hat? Was stellen sich solche Leute vor? Soll ich die Aufgabe des Steuerberaters übernehmen und den Jahresabschluss buchen? Was für einen Eindruck macht das vom Unternehmer, wenn der mir am Telefon sagt, dass er sich mit den Zahlen nicht auskennt und dass dies sein Steuerberater für ihn macht?

Themenstarteram 29. März 2020 um 13:53

Ich hatte in meinem Beitrag weiter oben bereits angedeutet, dass wir die Unternehmenskrise erst sehr spät sehen. Um das nochmal zu verdeutlichen, zähle ich den klassischen Krisenweg mal auf.

  • Stakeholderkrise (Unklare Kommunikation über die Zukunft des Unternehmens, verändertes Führungsverhalten)
  • Strategiekrise (Unklare Marktlage, Wegfall von Leistungsträgern aufgr. Personalführung, Wettbewerbssituation)
  • Produkt- und Absatzkrise (Rückgang der Nachfrage beim Kerngeschäft, Margenrückgang, nicht ausgelastete Produktionskapazität)
  • Erfolgskrise (negative Ergebnisse, Verzehr von Eigenkapital)
  • Liquiditätskrise (negativer Cashflow, Aufbau von Überfälligkeiten)
  • Insolvenz

Zur Erinnerung. Wir Kreditanalysten erkennen eine Unternehmenskrise meistens erst bei mangelnder Liquidität, manchmal in der Absatzkrise (Umsatz/Gewinnrückgang). Da ist es meistens schon zu spät.

am 29. März 2020 um 13:56

Zitat:

@saerdna1961 schrieb am 29. März 2020 um 13:27:43 Uhr:

Zitat:

@MX5drive schrieb am 29. März 2020 um 12:14:04 Uhr:

 

Also ich führe hier mal meine Situation an.

Ich bin ehrlich und sage es genau so wie ich es empfinde hier in Deutschland selbständig zu sein.

Mein Gewebe welches ich seit 13 Jahren betreibe ist ein Handwerksbetrieb.

Man arbeitet das ganze Jahr und schafft es auch sich in dieser Zeit ein schönes Geldpolster aufzubauen.

Und das obwohl man mit ständigen Preiserhöhungen und teilweise miserabler Zahlungsmoral seitens einiger Kunden zu kämpfen hat.

Dann kommt wie jedes Jahr die Steuererklärung mit Nach und Vorauszahlungen die dich fast ruinieren.

Weil das noch nicht reicht sind Abgaben an HWK ,SOKA, BG auch noch zu bezahlen.

Von unseren ständigen Betriebskosten die jedes Jahr steigen rede ich mal nicht.

Es ist jedes Jahr das gleiche!

Sind alle Abgaben bezahlt dann fängt man immer wieder von vorne an.

Normalerweise braucht ein Selbständiger eine Million Euro auf der Seite für die Altersvorsorge.

Nennt mir bitte einen der das heute noch schafft!

Man bringt nur noch sehr schwer etwas auf die Seite.

Nur das Geld welches man sich nebenbei verdienen kann ist das was einem wirklich bleibt.

So schaut die traurige Wahrheit aus!

Und jetzt sollen wir alle erst alles verbrauchen was wir uns die letzten Jahre hart verdient haben !

Jeder wie ich der gespart hat ist hier der Depp!

Ich bin froh das ich trotz der Krise noch Arbeit habe.

Bei mir kommt momentan immer noch Geld aufs Firmenkonto.

Drei bis vier Monate könnte ich ohne Arbeit überstehen.

Drum ist gut das die Aufträge trotz Corona weiter laufen.

Ich habe zwar ein bischen Probleme bei der Beschaffung von Materialien weil alles geschlossen ist und stellenweise die Lieferung nicht kommt.

Ich finde man sollte jetzt nicht resignieren und hoffen das uns der Staat hilft.

Denn dies wird nicht geschehen!

Bei mir lautet die Devise: Hilf dir selbst dann hilft dir Gott!

Ich bemühe mich den nötigen Sicherheitsabstand zu den Leuten einzuhalten!

Ich vermeide alle Begegnungen mit Menschen die nicht sein müssen.

Ich desinfiziere jeden Tag mehrmals die Türklinke und halte streng jede Hygieneregel ein so gut es geht!

Mehr kann ich nicht machen!

Werd aber so lang weiterarbeiten wie es geht!

Grüße

Wenn ich mir Deinen Beitrag so durchlese, komme ich zu dem Schluss, dass kaufmännisches Denken und Handeln nicht Deine Sache ist. Das ist nicht böse gemeint, aber ein Betrieb, egal wie klein oder groß sollte zumindest über die monatliche BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) und Summen- und Saldenliste (abgekürzt SuSa) wissen was an Umsatz, Sozialleistungen, Versicherungen, Steuern etc. pp auf den Betrieb zukommt. Anhand der Vorjahresergebnisse lässt sich auch wunderbar "ablesen/abschätzen" was an Steuern an das Finanzamt und an die Sozialversicherungsträger abgeführt werden muss.

Sorry, aber so wie Du dies darstellst, hätte ich unseren Betrieb (Heizung- und Sanitär GmbH) schon lange an die Wand gefahren.

Dass Du ganz offensichtlich noch nebenbei schwarz in Deine Kasse wirtschaftest, lasse ich jetzt mal unkommentiert, hier sollen andere sich den Mund darüber zerreisen.

An der Stelle vielen Dank an @Ascender für seine Beiträge! :)

Grüße

Andreas

Ich habe meine Firma sehr gut unter Kontrolle.

Wäre es nicht so dann würde mir die jetzt kommende Situation mit Sicherheit das Genick brechen.

Das dem nicht so ist das beweist das ich in der Lage bin ein Geschäft zu führen.

Ich bin Fliesenlegermeister und wir hatten in der Vergangenheit stark gegen die Konkurrenz zu kämpfen.

Durch den Wegfall der Meisterpflicht 2003 durfte ein jeder Hans und Franz Fliesen verlegen.

Die Qualität war erstmal zweitrangig.Der Kunde griff zum billigsten Anbieter.

Unter diesem Druck haben wir sehr hohe Verluste hinzunehmen gehabt.

Die ständigen Preiserhöhungen seitens der Großhändler machen das übrige.

Nur ein Beispiel Silikon.Als ich mich selbständig machte kostete eine Tube ca.einen Euro.Heute sind es 7 Euro!!!

So ist das mit allem! Das was du früher verdient hast das bleibt unter dem Strich heute nicht mehr. Bist du zu teuer bekommst du den Auftrag nicht.

Ich weiß genau wie viel ich Steuern bezahlen muss. Das ist ja auch nicht das Problem dabei.

Das war ja auch nicht in meinem Beitrag so gemeint.

Mir geht es ja auch im Grunde genommen nicht schlecht.

Bei mir ist alles was ich habe bezahlt und gehört mir. Privat wie auch geschäftlich.

Es ist jedes Auto und jedes Werkzeug bezahlt.

Was einfach Fakt ist das sich jedes Jahr sämtliche Kosten mehr werden aber du im Gegenzug deinen Stundenlohn nicht erhöhen kannst. Auch am Material bleibt immer weniger.

Aus diesen Gründen ist es immer schwerer für das Alter vorzusorgen. Und ich möchte jetzt einfach nicht wegen diesem scheiß Virus auf meine Rücklagen zurückgreifen. Ich bin 50 Jahre alt. Ich hab keine Lust mit 70 immer noch auf der Baustelle rumzuackern nur weil jetzt alles drauf geht .

Bei mir ist es so das ich jetzt leicht 3 bis 4 Monate zuhause bleiben kann bevor es ans Eingemachte geht.

Rein Theoretisch könnte ich jetzt 5 Jahre zusperren und wäre nicht insolvent. Aber das kann doch nicht das Ziel sein???? Für was hast du dann die letzten 15 Jahre gearbeitet???

Drum arbeite ich weiter solange es geht.

Auf den Staat vertraue ich nicht.

Was ich halt eben noch sagen möchte ist: Wenn jemand mit seiner Firma so schlecht aufgestellt ist das er nach ein paar Wochen Krise schon die Hand heben muss dann sollte er seinen Fortbestand seines Geschäftes das er betreibt sowieso Gedanken machen ob das alles einen Sinn macht.

Grüße

Nebenerbslandwirt und Freiberuflich tätig.

Seit KW 13 wurde vom meiner Freiberufliche Tätigkeit die Arbeiten eingestellt, d.h. die Festangestellten müssen Urlaub nehmen und Überstunden abfeiern und wir Freiberuflich Tätigen sollen das Angebot des Freistaates Bayern auf Soforthilfe annehmen https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/

Doch wenn man den Antrag öffnet unter

Antragsberechtigte--

Sollte es sich um ein verbundenes Unternehmen handeln, ist hinsichtlich des Liquiditätsengpasses auf das Gesamtunternehmen abzustellen. Liquiditätsengpass bedeutet, dass keine (ausreichende) Liquidität vorhanden ist, um z. B. laufende Verpflichtungen zu zahlen. Vor Inanspruchnahme der Soforthilfe ist verfügbares liquides Privatvermögen einzusetzen. Das heißt, nicht anzurechnen sind z. B. langfristige Alters­versorgung (Aktien, Immobilien, Lebensversicherungen, etc.) oder Mittel, die für den Lebensunterhalt benötigt werden.

Nun verstehe ich das so, solange noch Bargeld auf dem Betriebskonto ist gibts nichts oder wie ist das ?

am 29. März 2020 um 14:55

überflüssiges Vollzitat entfernt, Zimpalazumpala, MT-Moderator

So ist das genau!!!

Nicht nur auf dem Firmenkonto. Du darfst privat auch nichts mehr haben.

Wenn du so wie ich für deine Rente Goldbarren angelegt hast dann bist du der dumme.

Welcher Idiot hat die letzten 10 Jahre denn noch schnell eine Lebensversicherung abgeschlossen????

Und in meiner Immobilie lebe ich privat!

Es muß erst alles andere was da ist verbraucht werden.

Das ist doch der HAMMER!!!!

Hast du eine Firma die schon am explodieren ist ( tut mir leid wenn ich das so ausdrücke aber ich nenne Firmen die von Monat zu Monat grad so durchkommen eben so) dann hast Glück und bekommst Geld vom Staat .

Hast du allerdings so wie ich immer gespart und geschaut das immer alles passt wirst du hier der Depp sein!

So verstehe ich das.

Tut mir leid vielleicht ein wenig derb ausgedrückt aber die reine Wahrheit!

Sei froh, dass du noch arbeiten darfst. Mir gehören mehrere Hotels/Restaurants. Zwar dürfen wir noch Gäste beherbergen (geschäftlich zumindest), jegliche Art von Gastronomie ist die Arbeit jedoch untersagt. Folge: Restaurants alle geschlossen, Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Ware im Wert von einigen 1000 Euro abgeschrieben. (Sollten Kollegen mitlesen, die Feuerwehren vor Ort versorgen sich selbst und freuen sich immer über Lebensmittelspenden.) Die Hotels sind noch offen, allerdings arbeiten viele Firmen vor Ort nicht mehr, so dass auch keine Fremdfirmen mehr rauskommen müssen. Wir lagen im März dadurch bei einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr bei 60%. Sollte es den April über anhalten, wovon ich ganz stark ausgehe, sind es voraussichtlich über 90%. Wohlgemerkt unverschuldet. Natürlich braucht man seine Rücklagen erst auf. Aber die sind endlich und eigentlich für den Ausbau des Unternehmens verplant. Vor einem Monat konnte ja niemand wissen, dass ein kleines Virus so eine Reaktion auslöst.

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