CNG wird mehr Zukunft als LPG zugesprochen
Hallo,
das überrascht mich ehrlich gesagt gar nicht.
Zitat:
Einheitliche Preisauszeichnung der Kraftstoffe an Tankstellen
Bessere Absatzmöglichkeiten über das Jahr 2018 hinaus. Sofern eine Fortführung der steuerlichen Begünstigung in Erwägung gezogen wird, sollte diese degressiv gestaltet werden und zwischen Erdgas und LPG differenzieren.
EU-weite Harmonisierung der Schnittstelle zwischen Tankstelle und Fahrzeug
Rabattierung der Netzentgelte für Erdgas als Kraftstoff
Berücksichtigung des Mehrgewichts von Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen in EU-Führerscheinklassen und EU-Gewichtsbestimmungen
Vermutlich läuft es also darauf hinaus, das LPG nach 2018 höher besteuert wird, Erdgas jedoch nicht. Und damit konkurrenzlos günstig bleibt.
Zudem wird beschlossen, den Ausbau von CNG Tankstellen drastisch auszubauen.
http://www.erdgas-mobil.de/.../
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von quakex
methan/Ethan also cng laesst sich synthetisch leichter und billiger Herstellen...
Gibt das schon sehr viele Projekte zum "Wind to Gas" die beim Bund leider wenig Unterstuetzung finden.
Weil "Windgas" ziemlicher Blödsinn ist wie man mit 10 Cent Thermodynamik-Kenntnissen wissen könnte. Als Minister muss ein Politiker keine fachliche Ahnung haben, als politischer Staatssekretär würde es nicht schaden. Aber irgendwann unterhalb der Abteilungsleiter (wo das Parteibuch nicht mehr so wichtig sein sollte) setzt hoffentlich der technische Sachverstand ein.
Ich rechne dir es gerne mal vor:
Du hast 1 kWh Windstrom. Aus diesem entstehen etwa mit 83% Wirkungsgrad Wasserstoff. Diesen Wasserstoff setzt du zu Methangas um. Umgekehrte Sabatier-Reaktion, der Wirkungsgrad ist das Verhältnis aus der freien Gibbs- zur Reaktionsenthalpie.
Du hast CO2, H2, CH4 und H2O beteiligt. Standardwerte der "Heat of Formation" aus der NIST Datenbank (Webbook.nist.gov/chemistry) sind
CO2: -393 kJ/mol
H2: Null wie alle Elemente
CH4: -75 kJ/mol
H2O: -241 kJ/mol als Gas, flüssig -285 kJ/mol.
Also steht auf der Produktseite: CH4 + 2 H2O und damit 2 x (-285) + (-75) = - 495 kJ/mol
Auf der Eduktseite: -393 kJ/mol + 4 x 0 = -393 kJ/mol
Die Differenz zwischen Produkt und Edukt ist also gerundet -100 kJ/mol und das ist Wärme, die bei dieser Reaktion von alleine frei wird und genutzt bzw. abgeführt werden muss. Diese ist zunächst verloren, damit kannst du die Büros und Hallen heizen.
Damit hast du einen theoretisch maximalen Wirkungsgrad vom Wasserstoff zum Methangas von maximal 80%. Also von Strom kommend 0.83 mal 0.80 und somit 66%. Reinstes Erdgas hat etwa 55 MJ/kg, für ein Kilo zu maximal 66% brauchts also 10 kWh. Als Windstrom mit 8 Cent/kWh vergütet kostet das Kilo "Windgas" ganz ohne Verfahrenskosten und Kompressionsenergie bereits 80 Cent. Netto.
Würdest du dieses Methan wieder verstromen (das beste GuD Kraftwerk von Siemens hat 60% (Weltrekord)) hast du von Strom zu Strom 40% maximal Wirkungsgrad. Selbst der alte adiabate Druckluftspeicher in Huntorf hat 50%, mit Wärmerückgewinnung wären 70% möglich. Von Strom zu Strom....
Auf das Thema "Fischer-Tropsch" statt Erdgas gehe ich nicht noch ein, das ist in diesem Kontext übertrieben. Denn LPG bzw. verflüssigbare Gase der C3 bis C5 Fraktion lassen sich leicht verflüssigen, damit sparst du dir einiges an Kompressionsverlusten. Diese liegen bei Erdgas je nach Druck durchaus bei 10% des Brennwerts und diese Energie ist neben den oben genannten Verlusten zusätzlich verloren.
Zitat:
Leider ist unsere Regierung nicht auf Fortschritt sondern auf Abkassieren zusammen mit Mineraloelkonzernen ausgelegt und will vom Oel nicht so schnell weg..
Leider reden beim Thema "Ökologie" zu viele leute aus Marketingabteilungen und Parteien mit, die nachweislich KEINEN Schimmer von Thermodynamik haben. Und so kommts zu hohen Belastungen des normalen Energieverbrauchers und Steuerzahlers.
Sorry wenn ich genervt klinge, vor der Wahl erzählen viele Leute Blödsinn. Vor allem sobald ein grünes Mäntelchen drüber ausgebreitet werden kann und die bekannten "Verschwörungstheorien" zusätzlich bemüht werden.
81 Antworten
fahre einen Kia auf LPG und einen Zafira auf CNG und finde beides OK, mit all den bereits genannten Vor- und Nachteilen. Damit kann ich leben!!!!!
Was immer wieder vergessen wird:
Benzin, Diesel, Erdgas wird vebrauchsabhängig gefördert bzw. produziert. Mehr Verbrauch bedeutet mehr Förderung somit mehr CO² Belastung für die Umwelt. LPG dagegen fällt als unvermeidliches Nebenprodukt die nächsten 50-100 Jahre sowieso bei zahlenreichen Prozessen (Chemieindustrie, Erdölförderung etc.) noch an und müßte nutzlos abgefackelt werden, wenn es nicht irgentwie auch noch genutz werden könnte. Das Abfackeln ist leider in der Vergangheit sehr häufig passiert und passiert teilweise noch immer.
Hallo liebe Entscheidungsträger..... Augen auf für die Realitäten!!!!!!!
Ich meine, erstmal das unvermeidliche Nebenprodukt LPG verstärkt als Treibstoff nutzen und wenn das irgendwann nicht mehr ausreichend als Nebenprodukt anfällt, dann z.B. CNG o.ä. verstärkt fördern!
Für nach 2018 bedeutet das steuerliche Förderung + Gleichbehandlung von LPG + CNG .
Gruß Eckard
CNG ist von der Petro-Industrie unabhängig und kann über Bio-Methanol ( Stadtwerke machen das aus Abfall) und e-gas (aus Windenergie) hergestellt werden.
Dein Keks -> *KEKS*
Hast du gewonnen weil du einen fast 3 Jahre alten Thread wieder aus der Versenkung geholt hast. 🙂
Grüße, Martin
@X_FISH: Morgen früh sofort Kekse kaufen, 2 reichen nicht 😁.
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Ja, habe ich. Ich habe mich aufgerafft, was nach neun Jahren CNG-Fahrerei zu schreiben. Die Suchmaschine spuckt die Theats aus und es stehen nur "alte" Vermutungen und Dinge drin, die man vorher nicht besser wusste. Das Rad dreht sich weiter. Die Diskussion um alternative Antriebe auch. 2007 hat keiner drüber nachgedacht, dass es Diesel in manchen Städten und Ländern nicht mehr geben wird. Deshalb, habe ich auch keinen neuen aufgemacht, sondern die Suchmaschine bemüht.
Man sieht ja wie sich CNG am Markt durchgesetzt hat,
oder eben eher nicht.
Die Zahl der Tankstellen ist konstant niedrig,
somit ein Durchbruch nie möglich.
Aber schön das es immer noch ein paar
Fanboys gibt die es anders sehen.
Gabs nun schon Kekse für die Leichenschänderin?😁
Zitat:
@gasgeberin schrieb am 13. Juni 2016 um 21:12:51 Uhr:
CNG ist von der Petro-Industrie unabhängig und kann über Bio-Methanol ( Stadtwerke machen das aus Abfall) und e-gas (aus Windenergie) hergestellt werden.
Aus Bio-Methanol zu CNG? Energetisch dümmer gehts nimmer, dann besser das Methanol verfeuern 😉 Und Windgas hat gerade mal 50% Wirkungsgrad vom Strom zum Brennwert Gas. Was auch bei 40% Wirkungsgrad eines Verbrenners bei 20% endet. Den Strom in einen Akku zu speisen macht weit mehr Sinn.
Ich mein natürlich Bio-Methan :-) . Kann direkt eingesetzt werden... Strom in ein Akku speichern macht Sinn. Aber angenommen unsere Autos werden alles E-Mobile. Die haben Batterien und dann brauchen wir noch die Akkus zum Wind-/Solarstrom puffern. Wo soll denn das ganze Lithium herkommen. Ich schließe ja nicht die eine oder die andere Variante aus. Wir werden beides brauchen... Ich habe z.B. seit zwei Jahren einen Lithium -Akku Rasenmäher. Der muss was leisten. Er ist leise und sehr einfach zu handhaben. Ich mähe nur im Sommer, nicht bei kalten Temperaturen. Aber die Akkuleistung lässt nun langsam nach. Am Anfang hat das Akku 1,2h Mähzeit gehalten, jetzt sind es mittlerweile 45min. Vom Laptop kennen wir es auch. Im Auto will ich das eigentlich nicht haben. Ich habe längere Fahrstrecken zu fahren. Angenommen ich komme nach Hause und will landen, wie alle und ich darf nicht zeitgleich wie alle laden, weil unsere Leitungen das nicht hergeben. Auch will ich keinen CO2 neutralen Atomstrom fördern ;-). Die Schweden denken schon drüber nach. Ein E-Auto braucht im Schnitt so viel Energie zum Fahren, wie ein Einfamilienhaus. Ich denke, es sollte eine Entscheidungsmöglichkeit für den Kunden geben. Und bevor Windkrafträder aus dem Wind gedreht werden und nur rum stehen, kann ich die überschüssige Energie für e-gas verwenden und so Energie puffern. Toller Nebeneffekt, CO2 wird für die Methanherstellung aus der Luft genommen. -Negatives CO2 quasi.
Zitat:
Negatives CO2 quasi.
Paul hat 12 Äpfel. Peter und Mary essen drei Birnen. Wie viele Äpfel hat Ringo jetzt noch?
Du müsstest die Antwort kennen, denn »negatives CO2« kennst du ja auch.
Grüße, Martin
Zitat:
Wo soll denn das ganze Lithium herkommen
Für Hauspuffer muss es nicht Lithium sein, da bieten sich Redox Flow Cells an. Billiger was große Strommengen angeht, aber voluminöser. Zudem gibts keinen Lithium-Mangel. https://www.ffe.de/.../...reichweitenabschaetzung-der-lithiumvorkommen ... Problem ist eher das aus der Erde zu holen als der Umstand, ob es "in der Erde" ist. https://de.wikipedia.org/.../...3%A4ufigkeiten_chemischer_Elemente?... ... 0.18 mg/l in Meerwasser ist bereits ein erwähnenswertes Vorkommen.
Zitat:
Und bevor Windkrafträder aus dem Wind gedreht werden und nur rum stehen, kann ich die überschüssige Energie für e-gas verwenden und so Energie puffern. Toller Nebeneffekt, CO2 wird für die Methanherstellung aus der Luft genommen. -Negatives CO2 quasi.
Dumm nur, dass Windkraft auch vergütet wird, wenn die Räder mangels Bedarf aus dem Netz genommen werden - praktisch ist das Regelenergie, die nach wie vor mit 8 Cent / kWh vergütet wird. Die wird schlicht nicht billiger.
Biomethan reicht übrigens energetisch von vorne bis hinten nicht. http://biogas.fnr.de/daten-und-fakten/faustzahlen/
ca 2000 Nm³/ha kann man bekommen. Wir verfeuern aktuell etwa 50 Mrd Liter alleine an Sprit zu je 8,5 kWh/l Brennwert. 415 TWh Brennwert. 1 Nm³ Biogas wären 6 kWh. Also bräuchte es nur für die Mobilität 69*10^9 ha Fläche, was 69*10^7 Nm³ bzw. 34*10^6 ha bzw. 350.000 km² sein sollten. Deutschland hat ca 350.000 km² Fläche, wovon maimal die Hälfte für Landwirtschaft ist und wovon wiederum 10% für Energie "entbehrlich" sein könnten.
Du kannst nun überlegen, wieviel Prozent des bisherigen Verbrauchs mit Biomethan maximal gedeckt werden können. Was selbstverständlich nicht mehr zur Verstromung taugt. Übrigens ist die Reinigung des Biomethans (Ammoniak, Schwefelwasserstoff, CO2) auch nicht ohne. Einfach in nen CNG-Tank pressen ist nicht.
Mit überschüssigem Strom Kalk brennen und bei Bedarf rückwärts wird wohl die einzige Speichertechnologie sein, die sich langfristig durchsetzen wird.
Im Fall von LPG hat der Markt eindeutig gezeigt, dass es wesentlich praktischer und ungefährlicher ist als CNG.
Vor einigen Jahren wurde der Jahres-Gasbedarf der USA noch abgefackelt, das hat sich zumindest verbessert. (Bundesumweltbericht glaub von 2009 war das)
Bei CNG zerreisst es die rostigen Tanks schon allein vom Tankdruck, bei LPG musst du schon noch ein Streichholz hinhalten, wenn es ausströmt...
Zudem ist Nachrüsten bei CNG meist völlig unsinnig oder gar unmöglich - bei LPG ein Standard, wenn auch zunehmend schwieriger.
Werks-CNG Fahrzeuge sind Kassengestelle - meist keine Automatik und manche Ausstattungen nicht verfügbar und das beste ist dann die Zuladung bei der Nachrüstung...ich setz mich rein und hab fast überladen...
Zitat:
@DonC schrieb am 15. Juni 2016 um 19:29:07 Uhr:
Mit überschüssigem Strom Kalk brennen und bei Bedarf rückwärts wird wohl die einzige Speichertechnologie sein, die sich langfristig durchsetzen wird.
(a) CAES - 70% für mittelfristigen Regelbedarf (ein paar Tage) https://de.wikipedia.org/wiki/Druckluftspeicherkraftwerk
(b) Redox Flow Cell https://de.wikipedia.org/wiki/Redox-Flow-Batterie ... taugt bei "Kavernen" auch als Langzeitspeicher. Wirkungsgrad ist aktuell jedem "Stoffumwandlungsverfahren" wie CO2 zu Methan (also einmal den kompletten Brennwert rückwärts) deutlich überlegen.
Gebrannten Kalk kann man aber wunderschön in Edelstahlcontainern ein eine Halle stellen und einfach stehen lassen.
Und das soll ja für Überproduktionen gut sein, somit ist der Wirkungsgrad nicht immer die erste Betrachtung, sondern die Speicherbarkeit.
CNG explodiert seit 9 Jahren nicht in meinem Tank... Komme auch durch alle TÜV Prüfungen. Das Biogas zu fahrbaren Methan aufbereitet werden muss ist mir schon bewusst. Negatives CO2 ist CO2 aus der Luft binden und mit H2 zu CH4 umsetzen. Und gemacht wird es mit "überschüssigem" Windstrom oder aber überschüssiger Wasserkraft um regenerative Energieen zu speichern.