Benzin verbrennen
Ich habe ein Problem. In Paris ist gerade Umwelt-Gipfel.
Da denke auch ich immer mehr über meine Lebensweise nach.
Was mich ausmacht, ist dass ich Benzin verbrenne.
Das hat mich schon als Junge interessiert, das Fahren.
Je schneller, weiter, länger, desto besser.
Theoretisch weiss ich, dass das Scheisse ist.
Autos und Motorräder sind ja eine tolle Sache, wenn nur ich eins hätte.
Leider haben aber alle welche, und verstopfen die Strassen damit.
A propos: Die ganzen Strassen existieren nur dafür, für die Fahrzeuge.
Wir sind das schon so gewohnt, wir können uns eine Welt ohne gar nicht mehr vorstellen.
Gestern nach der Arbeit stand ich zwei Stunden im Stau.
Selbst die Moppeds kamen nicht mehr durch.
Da fragt man sich doch...
Aber meine ganze Welt dreht sich nur um Fahrzeuge, Touren, meinen MC, meine
Tourenkumpels. Ein Dilemma.
Beste Antwort im Thema
Ich wollte heute eigentlich ein Hoverboard für meine Neffen kaufen. Aber einmal im Laden stand ich davor und konnte nicht...dieses glänzende Plastik, diese Batterien und Ladegeräte...ich schaffe es nicht mehr. Ganze Regale von Drohnen, um "Selfies" zu machen, E-Roller, Hoverboards, Kameras mit zig Pixeln. Diese chinesisschen Bedienungsanleitungen, in 35 Sprachen übersetzt...Arschlecken, ich bin von jetzt ab ein Anti-Konsument! habe mir gerade den neuen Kondensateur geholt, um meinen 27 Jahre alten Kompressor zu reparieren, anstatt einen neuen zu kaufen. Und wenn der nicht mehr laufen sollte, gehe ich zur Handpumpe über...ich habe es einfach satt, mit meiner Kaufkraft sinnlose Sachen zu kaufen, die irgendwann zu Müll werden.
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Zitat:
@Lewellyn schrieb am 2. Juli 2016 um 10:49:33 Uhr:
Wenn bis 2050 keine Verbrenner mehr rumfahren sollen, muss man sie 20 Jahre vorher verbieten.
Hab doch oben das Zitat verlinkt - man geht von 80% elektrifiziertem motorisierten Individualverkehr aus. Und das auch nur unter der Annahme, dass man den gesamten Strombedarf aus regenerativen Energien erzeugt - wo man ein sehr großes Fragezeichen dann machen kann. Je höher andere Anteile bei der Stromerzeugung sind, umso weniger stark wird man die Elektrifizierung des Verkehrs voranbringen - weil es dann ja auch erheblich weniger bringt.
Ein Verbot von Verbrennern bis 2030 (oder auch 2050) ist daher selbst bei den dargestellten Maximalforderungen absolut abstrus hineinzuinterpretieren...
Zitat:
@Marodeur schrieb am 2. Juli 2016 um 10:57:48 Uhr:
Wir werden mit großer Sicherheit nicht Vorreiter. Den Job nimmt uns Norwegen schon seit Jahren ab. Dort sind schon 1/4 der Neuzulassungen Elektroautos
Eben weil Norwegen bereits heute aufgrund der besonderen geographischen Umstände 99% ihres Strombedarfs aus Wasserkraft erzeugen kann.
Das wird doch eine Entwicklung, die ab einem bestimmten Punkt sich selbst beschleunigt.
In Kürze werden die ersten wirklich Massentauglichen E-Autos mit ausreichend Reichweite verfügbar sein. Zu Preisen, die für den Normalverdiener erschwinglich sind. Und mit dem zunehmenden Verkaufszahlen wird die Infrastruktur dafür wachsen. Und mit wachsender Infrastruktur werden die Verkaufszahlen weiter steigen. Damit fallen die Preise weiter, das Angebot erhöht sich und in relativ kurzer Zeit wird die Mehrheit der neu verkauften PKW elektrisch fahren.
Parallel wird die Verbrennerinfrastruktur schrumpfen. Tankstellen werden weniger, Fahrverbote in Innenstädten mehr.
VW Chef Müller hat schon durchblicken lassen, kein Geld mehr in den Diesel zu investieren. Der Verbrennerdrops ist gelutscht.
Ja, die vollständige Elektrifizierung des Autoverkehrs ist genauso offensichtlich, wie zu anderen Zeiten die Annahme, dass bald alle mit fliegenden Autos und Jetpacks rumfliegen. Man muss eben nur noch einige kleine Ingenieurmäßige Problemchen lösen, dann läuft das Ding von allein.
Es war auch mal glasklar, dass bald aller Strom aus Nuklearenergie kommen wird.
Es war mal klar, dass sich Kinderkriegen nicht lohnt, weil wir binnen einer Generation alle in einem Atompilz aufgehen.
Wer sich mal mit Zukunftsforschung auseinandersetzt, und zwar nicht nur ab heute nach vorne blickend, sondern auch den vielen Fehlschlüssen in der Vergangenheit in dem man kleine Entwicklungen linear fortschreibt, der weiß dass Zukunftsforschung eine ziemlich wackelige Sache ist. Wer glaubt dass alles klar ist wie es in 30-40 Jahren aussieht, der zeigt einfach nur seine mangelnde Vorstellungskraft.
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Auch wenn du mir Worte in den Mund legst die ich nicht gesagt habe:
Funktioniert doch in Norwegen auch...
Zitat:
Die Geschichte der Wasserkraft geht weit zurück. Historiker schätzen, dass sie in China bereits vor 5000 Jahren zur Anwendung kam. Weitere alte Kulturen am Nil, Euphrat und Tigris und am Indus haben vor 3500 Jahren die ersten, durch Wasserkraft angetriebenen Maschinen in Form von Wasserschöpfrädern zur Bewässerung für Felder eingesetzt. Zu Zeiten der Römer und Griechen wurde Wasser dann als Antriebsmittel für Arbeitsmaschinen in vielfältigster Art und Weise genutzt. Etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde die Archimedische Schraube erfunden, die bis heute noch genutzt wird.
...
Als dann 1866 Werner von Siemens noch den elektrodynamischen Generator erfand, wurde die Umwandlung von Wasserkraft in elektrischen Strom möglich.
Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 ist von 1886, also zwanzig Jahre jünger. 😛
Die archimedische Schraube ist noch in Gebrauch. Allerdings nur noch sehr selten von Hand oder mit Eseln betrieben.
Und so wird auch das Auto 2050 noch in Gebrauch sein. Allerdings nur noch sehr vereinzelt von Verbrennern angetrieben.
Ey, super Beispiel. 😉
Wenn dann in ach so naher Zukunft kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor mehr die Umwelt verpestet und wir alle E-Auto fahren, wie gleicht der Staat den Verlust der Mineralölsteuer aus 😕.
Das ist was mich wirklich interessiert, denn wir sind uns doch einig das unser Staat auch nicht auf einen Cent verzichten will und kann!
Naja....dann wird halt die Mehrwertsteuer in die Höhe gekloppt. Freuen sich dann alle drüber, denn für die Umwelt machen wir ja alles und das um jeden Preis.
Öhm, die Mineralölsteuer ist Geschichte. Schon seit einigen Jahren. Die ist durch die Energiesteuer ersetzt.
Man kann nicht behaupten, der Fikus denkt nicht mit.
Wenn man hier die News mitliest und ein wenig drauf achtet, alle neuen Platformen für kommende Modelle aller Massenhersteller sind Elektrotauglich entwickelt.
Zitat:
@Lewellyn schrieb am 2. Juli 2016 um 12:29:40 Uhr:
Öhm, die Mineralölsteuer ist Geschichte. Schon seit einigen Jahren. Die ist durch die Energiesteuer ersetzt.
Genau seit 2006 🙂.
Das ändert aber nun nichts an der Tatsache das im Moment etwa 0,85€ pro Liter Treibstoff Energiesteuer vom Fiskus eingestrichen werden.
Wie wird das ausgeglichen 😕
Wie hoch ist denn die aktuelle Energiesteuer auf Strom? Die ist ja nicht Null.
Außerdem kann man ja auf Benzin die Steuer wie bei den Zigarretten anheben. Wer unbedingt weiter Verbrenner fahren will, zahlt doch gerne...😉
Zitat:
@Lewellyn schrieb am 2. Juli 2016 um 13:49:57 Uhr:
Außerdem kann man ja auf Benzin die Steuer wie bei den Zigarretten anheben. Wer unbedingt weiter Verbrenner fahren will, zahlt doch gerne...😉
Mir relativ egal! Ich kaufe Zigaretten im günstigen Ausland und tanke auch dort 😁😉.
Lassen wir die Elektrowelle weiter schwappen und uns mitnehmen!
Eines dabei ist aber so sicher wie das Amen nach der Messe. Egal wie es sich entwickelt, wir Bürger werden bei der Sache kein Plus machen. Das wäre ja etwas völlig neues in dieser Republik und die Regierenden wissen wie man an das Geld der Bevölkerung kommt 🙁.
Ich bin zwar auch überzeugt das e Autos sich durchsetzen werden. Aber, dass ist ein großes aber, man muss die Masse der Nutzer berücksichtigen. Diese sind ja nicht die Einfamilienhaus - Besitzer, welche die Möglichkeit haben über Nacht in der Garage das Auto zu laden. Die Landflucht gibt's weiterhin und Dörfer werden immer leerer...
Die e Autos werden sich dann durchsetzen, wenn das "tanken" so bequem wie jetzt und so schnell wie jetzt mit den Verbrennungsmotoren ist. D.h. die Autos müssen auch für den Mieter einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus ohne festen Stellplatz attraktiv werden.
Das wird wohl lang oder kurz über austauschbare Batterien laufen? Aber da kocht zurzeit jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, also kein Standard in der Energieversorgung.
Das es trotz allem kommt bezweifle ich nicht. Das wird aber noch dauern über 2030 hinaus. Sowie das autonome fahren sich früher oder später durchsetzen wird. Wer selber fahren will wird dann an einem bestimmten Punkt sich nicht mehr die Prämien der Versicherungen leisten können.
Mercedes hat mal dazu eine provokante Werbung gemacht: "vor über 100 Jahren schufen wir die Kutsche ab, jetzt ist der Kutscher dran".
Es ist garnicht notwendig, Verbrenner zu verbieten.
Das wird auch ziemlich sicher nicht passieren.
Es werden Verbrenner nur einfach unattraktiv gemacht.
Mit den nächsten Abgasnormen werden die Grenzwerte derart verschärft, dass die Abgasreinigungssysteme insbesondere in Kleinwagen und sonstigen günstigen Fahrzeugen zu teuer im Kauf und in der Unterhaltung werden.
Mit Euro 7 wird der Diesel aus den Fahrzeugen der unteren Preisklasse verschwinden, mit Euro 8 der Benziner.
Da bin ich mir ziemlich sicher.
Es ist klares Ziel der Politik, Elektrofahrzeuge zu etablieren und den Einsatz erneuerbarer Energien zu forcieren.
Man muss dabei nicht über die Intention oder die Sinnhaftigkeit sprechen. Das ist nahezu nebensächlich. Entscheidend ist, dass das gewollt ist und ziemlich sicher durchgesetzt wird.
Es ist erklärtes Ziel, regenerative Energien zu fördern. Nicht umsonst werden Windkraftanlagen etc. gebaut.
Wir haben jetzt schon zeitweise ein Überangebot an Strom. Das führt zu Effekten wie negativen Strompreisen, horrenden Preisen für negative Regelenergie etc.
Der Strom muss irgendwo hin.
Daher ist es nur logisch, dass versucht wird, den Stromverbrauch zu steigern. Nach Möglichkeit in Verbraucher, die die Schwankungen im Stromnetz kompensieren können. Dazu eignen sich Elektrofahrzeuge hervorragend. In den Kisten sind relativ große Akkus verbaut, die im Normalfall über einen längeren Zeitraum geladen werden können.
Nicht umsonst haben die Ladeprotokolle die Möglichkeit mit unterschiedlichen Leistungen zu laden.
Ab Überschreitung einer gewissen kritischen Masse wird es passieren, dass diese variablen Ladeleistungen genutzt werden.
In anderen Bereichen wird das schon gemacht. PV- und KWK-Anlagen ab 100kW müssen z.B. bereits mit einem Funkrundsteuerempfänger ausgestattet sein, der es dem Verteilnetzbetreiber erlaubt, die Einspeiseleistung der Anlagen zu drosseln oder ganz vom Netz zu nehmen.
Es steht nirgendwo, dass es durch Elektromobilität für den Verbraucher günstiger werden soll.
Von daher braucht niemand auch nur ansatzweise zu glauben, dass Elektromobilität dazu führt, dass Autofahren billiger wird. Es wird nur der Preis für das Fahren mit Verbrennern mittels Steuern und sonstigen Abgaben angehoben werden. Dazu werden Fahrverbote in Umweltzonen dazu führen, Verbrenner weiter unattraktiv zu machen.
Wenn die blaue Plakette kommt, schauen alle Fahrzeuge mit Euro 5 und schlechter in die Röhre.
Das wird bis 2020 kommen.
Wenn man mich fragt, in 5 Jahren verschwindet der Diesel aus einem Großteil der Neuwagen, in 10 Jahren der Benziner. In 15 Jahren ist der Verbrenner nahezu Geschichte und auf Sonderfälle beschränkt.
Eine sehr schlüssige Einschätzung der Entwicklung und es könnte so kommen Axel.
Achja....wir kennen uns und Du weißt das ich "Sonderfälle" bin 😁😉