Benzin verbrennen
Ich habe ein Problem. In Paris ist gerade Umwelt-Gipfel.
Da denke auch ich immer mehr über meine Lebensweise nach.
Was mich ausmacht, ist dass ich Benzin verbrenne.
Das hat mich schon als Junge interessiert, das Fahren.
Je schneller, weiter, länger, desto besser.
Theoretisch weiss ich, dass das Scheisse ist.
Autos und Motorräder sind ja eine tolle Sache, wenn nur ich eins hätte.
Leider haben aber alle welche, und verstopfen die Strassen damit.
A propos: Die ganzen Strassen existieren nur dafür, für die Fahrzeuge.
Wir sind das schon so gewohnt, wir können uns eine Welt ohne gar nicht mehr vorstellen.
Gestern nach der Arbeit stand ich zwei Stunden im Stau.
Selbst die Moppeds kamen nicht mehr durch.
Da fragt man sich doch...
Aber meine ganze Welt dreht sich nur um Fahrzeuge, Touren, meinen MC, meine
Tourenkumpels. Ein Dilemma.
Beste Antwort im Thema
Ich wollte heute eigentlich ein Hoverboard für meine Neffen kaufen. Aber einmal im Laden stand ich davor und konnte nicht...dieses glänzende Plastik, diese Batterien und Ladegeräte...ich schaffe es nicht mehr. Ganze Regale von Drohnen, um "Selfies" zu machen, E-Roller, Hoverboards, Kameras mit zig Pixeln. Diese chinesisschen Bedienungsanleitungen, in 35 Sprachen übersetzt...Arschlecken, ich bin von jetzt ab ein Anti-Konsument! habe mir gerade den neuen Kondensateur geholt, um meinen 27 Jahre alten Kompressor zu reparieren, anstatt einen neuen zu kaufen. Und wenn der nicht mehr laufen sollte, gehe ich zur Handpumpe über...ich habe es einfach satt, mit meiner Kaufkraft sinnlose Sachen zu kaufen, die irgendwann zu Müll werden.
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Lars Thompson war im Zeitplan zu optimistisch. Aber am grundsätzlichen hat sich nichts geändert.
Es ploppt wie wild zur Zeit. Es wird halt nicht 2017 sondern eher 2020.
Schaun mer mal.
Ich muss gestehen, dass ich von dem Vortrag damals sehr angetan und willens war, das zu glauben. Die Begeisterung ist zu einer Ernüchterung geworden. Der Sache hat Thomsen eher einen Bärendienst erwiesen.
Wenn solche Vorhersagen, die den Charakter eines sicheren Versprechens haben, sich als leere Worthülsen entpuppen, ist man wenig geneigt, erneuten euphorischen Gedanken Glauben zu schenken.
Ich werde meine Verbrenner fahren, so lange es geht. Bis da im Bereich Elektrifizierung des Individualverkehrs tragfähige Konzepte und bezahlbare Fahrzeuge entwickelt sind, geht noch viel Wasser den Neckar runter.
Es war ein Dampfschwätzer.
Geeignete Elektroautos sind nur die halbe Miete. Eine geeignete Infrastruktur ist die andere Hälfte.
Wie schnell die gerade aufgebaut wird sieht man an der Umsetzung der neuen Stromtrassen, um die Windenergie von Norden nach Süden zu transportieren. Da passiert genau nichts, weil es sauteuer ist.
Elektrische Energie verteilen ist extrem aufwändig und teuer.
Es ist wie in der IT.
Es fehlt noch die "Killerapplikation" für den rauschenden Erfolg.
Das Produkt, das alle haben wollen, weswegen sie bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, um die neue Technologie auch zu kaufen.
Das könnte das Model 3 werden. Wenn Tesla den Start der Massenproduktion hinbekommt. Aber:
Momentan übertrifft die Nachfrage bei weitem das Angebot. Opel könnte sofort zig tausende Ampera-e verkaufen. GM will aber keine bauen.
Smart 4four ist noch gar keiner ausgeliefert, wenn Du jetzt einen bestellst, bekommst Du den nächstes Jahr.
Hyundai ioniq, Liefertermin irgendwann 2018.
Model 3 ~500.000 Vorbestellungen. Liefertermin 2019, wenn man jetzt einen reserviert.
Es liegt nicht an mangelnder Nachfrage. Es liegt am Angebot.
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Wenn ich jetzt meinen Mittelklasse-Kombi, meinen SLK und meine aktuell 6 Motorräder verkaufe, da noch 15.000 Euro drauf lege, kann ich mir also einen Kleinstwagen von Opel kaufen.
Netter Gedanke. 😰
Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. 😁
Je mehr ich mich mit dem Thema befasse, umso mehr bewundere ich Lewellyns Enthusiasmus.
Ich harre der Dinge, die da kommen. Das wird sich noch einige Zeit hinziehen. So lange fahre ich meinen Diesel und wenn Stuttgart Fahrverbote für die Stinker verhängt nehme ich den Benziner, wenn ich da hin muss.
Pendeln muss ich nicht mehr, in den Urlaub wird geflogen und so lange ich noch ein Motorrad fahren kann, das einen schönen Sound hat und mit Benzin betrieben werden kann, mache ich das.
Bis diese "schöne neue Welt" mit Blümchen und leise surrenden Blechkäferchen, die uns transportieren und nur Ökostrom benötigen, den uns Wind und Sonne liefern, vorhanden ist, wenn sie nicht vorher von irgendwelchen Irren, die Atomraketen zu bauen versuchen, in Stücke gebombt wurde, schaue ich mir wohl die Radieschen von unten an.
Zitat:
@Lewellyn schrieb am 19. Mai 2017 um 17:45:23 Uhr:
Es fehlt noch die "Killerapplikation" für den rauschenden Erfolg.
Boah Lew, ich frage mich auch schon ernsthaft, wo diesen Enthusiasmus her nimmst.😁
Zitat:
@Lewellyn schrieb am 19. Mai 2017 um 17:45:23 Uhr:
Opel könnte sofort zig tausende Ampera-e verkaufen. GM will aber keine bauen.
Und du meinst wirklich, die wollen keine bauen, weil die das Vermögen der Käufer schonen wollen? Wenn es ein gutes Geschäft werden könnte wären die sofort dabei.
Man nehme nur die Hybrid-Technologie, wenn ich richtig liege, dann sieht der Antriebsstrang ungefähr so aus :
Verbrennungsmotor => Generator => Batterie => Elektomotor/en, was für ein technischer Unsinn, aber Hauptsache elektrisch.
Das so eine Technik fortschrittlich und umweltfreundlich ist kann man Laien bestimmt gut erzählen, die wundern sich hinterher nur, das deren Konto leer ist oder die Banken sich freuen und der Blödsinn auch noch mehr verbraucht.😁
Momentan dienen sie bei einigen Herstellern nur dazu den Flottenverbrauch zu senken. Da brauchts keine Stückzahlen.
Korrekt, die meisten Elektrofahrzeuge haben die Hersteller auf sich selbst zugelassen, aus genau diesem Grund.
Der Lew will mit dem Kopf durch die Wand, nur muss dafür aber wirklich revolutionäres passieren.
Enthusiasmus und Geduld schließen sich nicht komplett aus. 😁
Warum nur so wenig Bolts gebaut werden, hier aus berufenem Munde erklärt:
Über die Zurückhaltung der Autoindustrie eAutos zu produzieren, muss man sich nicht wundern, wenn die Aktionärsmehrheit bei den Erdölvertreibern liegt. Und somit zog GM die ersten vermieteten eAutos (wie hießen die noch??? E1 oder F1 ???) wieder von den Mietern zurück und verschrottete die Fahrzeuge, welche noch keinerlei Mängel hatten, trotz teilweiser schon hoher Laufleistung. Das Begehren der Leasingnehmer, die Autos zu erwerben, wurde brüsk abgelehnt. Die hervorragenden Akkus an Hand eines Patentes einer Privatperson verschwanden damit auch vom Markt. Über technische Probleme habe ich nichts lesen können, was aber auch nichts heißen muss.
Ist irgendwie auch wie mit dieser Geschichte mit dem Windrad GroWiRan vom RWE, welche es wacker wieder entfernten mit der Behauptung, dass sich Windräder nicht rechnen würden, zu einer Zeit, als die AKW´s noch nicht zum stoppen gebracht wurden und der Kugelhaufen-Reaktor in Hamm-Üntrop noch nicht hoch gegangen war.
Strom für die Autos kommt aus der Steckdose. Immer.
Zitat:
@Lewellyn schrieb am 19. Mai 2017 um 20:01:29 Uhr:
Enthusiasmus und Geduld schließen sich nicht komplett aus. 😁
.....
Absolut kompatibel....😁
Es geht bei der ganzen Geschichte der Energieversorgung doch nicht um den richtigen Weg.
Es geht da nur um möglichst große Profite.
Das war eine Zeit die Atomkraft, weil sie fröhlich vom Staat gefördert wurde.
Jetzt sind es die erneuerbaren Energien, die durch die EEG-Umlage vom Endverbraucher gefördert werden.
Auf den Zug wird seit ein paar Jahren fleißig aufgesprungen.
Leider wird bei der einschlägigen Gesetzgebung selten das Gesamtkonstrukt gesehen.
Stattdessen werden einzelne Faktoren gefördert, andere aber vernachlässigt.
So wurden erneuerbare Energien mit einem absoluten Einspeisevorrang versehen. Es wurde aber überhaupt nicht beachtet, dass es auch Rahmenbedingungen für den Ausbau der Stromnetze geben muss.
Dadurch kommt es jetzt zu absurden Situationen mit negativen Strompreisen, Vergütungen für heruntergefahrene Erzeugungsanlagen, regelmäßigen kritischen Eingriffen zur Stabilisierung des Stromnetzes und so weiter.
Das kostet alles eine Menge Geld und macht den Löwenanteil des Strompreises aus.
Der Arbeitspreis liegt im Mittel bei u gefähr 3-3,5cent/kWh. Der Rest sind Steuern und Abgaben und Umlagen.
Elektromobilität wird die Stromnetze auf allen Spannungsebenen belasten.
Neben den Ausbau der Übertragungsnetze ist der Aufbau eines intelligenten Lastmanagements dringend nötig.
Elektrofahrzeuge sind in der Lage, sich netzdienlich zu verhalten. Dies ist Bestandteil der Norm, die unter anderem CCS definiert.
Da es bisher aber nicht mal möglich war, Smart Meter flächendeckend einzusetzen, ist das noch ein langer Weg.