ForumKaufberatung
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Kaufberatung
  5. Autokauf, Mängel verschwiegen

Autokauf, Mängel verschwiegen

Themenstarteram 18. November 2012 um 11:00

Hallo,

ich habe am 16.Januar diesen Jahres einen Gebrauchten Seat im VW Zentrum gekauft. Da ich mir jetzt einen neuen Audi bestellt habe wollte ich den Leon im Audi Zentrum wieder in Zahlung geben (die beiden Zentren gehören zusammen, selbe Gruppe). Dort sagte mir dann ein Gutachter nach Besichtigung des Autos das es einen Hagelschaden hätte und einen Unfallschaden an der Fahrertür.

Der Hagelschaden ist minimal (mein Auto hat eine etwas ausgerwöhnliche Farbe, da sieht Kratzer und Dellen kaum zu sehen) aber das ganze Dach hat leichte Dellen die ich aber auch erst gesehen hab als der Gutachter die mir vor die Nase gehalten hat, man musste da wirklich flach übers Dach gucken. Die Fahrertür ist lackiert, der Gutachter sagte selbst es sei sehr gut gemacht und absolut nicht zu sehen aber der Lack ist nunmal 80mm dicker als an der Hintertür oder am Kotflügel.

Hab ich beim Kauf damals beides nicht gesehen. Die Tür hätte ich auch nicht sehen können, wer misst schon die Lackdicke. Den Hagelschaden, naja, wenn ich sehr viel genauer hingeschaut hätte vlt, ja.

Tatsache ist das mir das VW-Zentrum beide Schäden verschwiegen hat. Im Vertrag steht sogar das Fahrzeug sei unfallfrei. Da die beiden Zentren zusammengehören haben die Audi Leute dann bei den VW Leuten angerufen und die haben beteuert sie hätten an diesem Auto niemals etwas lackiert. Wenn sie nicht dann ja die Vorbesitzerin und da wollen sie behaupten sie hätten davon nix gewusst ? Wenn die Audi Leute nen Gutachter haben der sichs anguckt dann haben das die VW Leute doch auch, vorallem weils derselbe Laden ist und da wollen sie das nicht gemerkt haben ?

Ich hab noch bis Januar Gewäheleistung und werde da am Montag einfach mal hinfahren. Aber auf irgendwas ein Recht habe ich jetzt nicht oder ? Ist ja lange her, sie könnten ja behaupten das ichs auch selbst gewesen bin. Ich will eigtl auch gar nix bezahlt haben, ich will eigtl nur wissen was mit dem Auto jetzt eigentlich ist. Weil ich würde gerne versuchen den privat zu verkaufen und dafür wüsste ich schon gerne sicher ob das ein Unfallwagen ist oder nicht. Klar, ich hab ihn unfallfrei gekauft, hatte selber keinen und könnte ihn so einfach wieder verkaufen aber das mach ich eigentlich ungerne.

Meine Lehre ist, man kann nichtmal mehr den offiziellen Autohäusern trauen, selbst da muss man jeden Zentimeter genau unter die Lupe nehmen. Dabei dachte ich die sind nicht ganz so dreist wie private Verkäufer weil die ja einen Ruf haben den sie vlt wahren möchten...

Lässt sich da irgendwas machen ?

Viele Grüße

Beste Antwort im Thema
am 28. Juli 2016 um 15:54

Zitat:

@solareclipse schrieb am 28. Juli 2016 um 12:23:58 Uhr:

Jetzt haben wir den Salat. Die Klimaanlage funktionierte seit dem Kauf nicht. Das ist eindeutig ein Mangel der verschwiegen wurde...

Woher willst du das wissen und wie willst du das im Fall der Fälle beweisen?

Sorry, aber in dem Punkt sehe ich ganz schlechte Karten für dich.

43 weitere Antworten
Ähnliche Themen
43 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von AutoMensch

Lediglich eine nicht fachgerechte Reparatur (z.B. Farbunterschiede) wären ein Minderungsgrund.

Das gilt halt nur für diese Fälle bei welchen es bereits optisch Farbunterschiede zu erkennen sind.

Mein letzter BMW hatte jedoch eine gut angemischte Farbe gehabt so, dass es von der reinen Optik außen wie auch innen nichts zu beanstanden gab.

Nur die Messung hat eine Abweichung von der üblichen Werkslackierungen an den Tag gebracht, sogar der verkaufende Gebrauchtwagen Händler war darüber überrascht.

Da es sich um keinen Unfallwagen gehandelt hatte wurde der Wagen von mir mit einem zusätzlichen Preisnachlass gekauft.

Themenstarteram 23. November 2012 um 20:33

Es geht mir ja nur darum zu wissen WAS mit dem Auto war.

Ich will das privat verkaufen und da wüsste ich vorher gerne was er hatte. Ist wirklich nur ein Kratzer lackiert worden sag ich auch nix...

Hat er aber einen Auffahrunfall gehabt würde ich das schon gerne wissen.

Soweit ich weiß ist ein Fahrzeug nach einem Unfall nicht zwingend ein Unfallfahrzeug. Nur wenn tragende und wichtige Teile verbogen/verzerrt oder sonstwie in Mitleidenschaft gezogen und repariert wurden. Ein Auffahrunfall mit nur einer Delle und Kartzern macht aus einem Auto jahr kein Unfallfahrzeug, Das ist zumindest mein Wissensstand.

Klar, ich kann mit der "nach mir die Sintflut"-Einstellung das Auto einfach online stellen und tun als wüsste ich von nix. Hab ihn unfallfrei gekauft (steht im Kaufvertrag) und hatte selber keinen, also was solls. Aber so bin ich dann doch nicht...

Mein Wissensstand besagt allerdings, daß die Auslegung da viel strenger geworden ist, sobald (Karosserie-)Teile geschweisst, lackiert oder sonstwie Instand gesetzt wurden, muss dies beim Kauf angegeben werden und der Wagen ist strenggenommen auch nicht mehr unfallfrei. Nur muss bei einem 'Unfall' ja nichts zwangsweise ein Rahmenschaden o.ä. vorgelegen haben.

Themenstarteram 23. November 2012 um 23:37

Zitat:

Original geschrieben von Donnerschlag

Mein Wissensstand besagt allerdings, daß die Auslegung da viel strenger geworden ist, sobald (Karosserie-)Teile geschweisst, lackiert oder sonstwie Instand gesetzt wurden, muss dies beim Kauf angegeben werden und der Wagen ist strenggenommen auch nicht mehr unfallfrei. Nur muss bei einem 'Unfall' ja nichts zwangsweise ein Rahmenschaden o.ä. vorgelegen haben.

Da werde ich mich nächste Woche direkt mal an meine Rechtsschutzversicherung wenden und das in Erfahrung bringen. Sollte das wirklich so sein kann ich dem Händler, mit Hilfe des VAG Ausdrucks ja nachweisen dass das Auto schon vorher den Schaden hatte und er davon wusste. Ich denke nicht das er das abstreiten kann wenns in ihrer eigenen Datenbank steht.

Ein Unfallwagen ist ein Fahrzeug, das durch einen Unfall einen Schaden erlitten hat, wobei lediglich Bagatellschäden ausgenommen sind. Ein Schaden, der eine großflächige  Nachlackierung erforderlich macht, ist  n i e ein Bagatellschaden.

 

Ob hier ein Unfall vorglegen hat, kann aber letztlich dahin stehen. Eine Nachlackierung von Heck und Stoßstange ist immer anzugeben, ganz egal welchen Grund diese Nachlackierung hatte und ob sie gut ausgeführt wurde.

Zitat:

Original geschrieben von regrebelk

Ein Schaden, der eine großflächige  Nachlackierung erforderlich macht, ist  n i e ein Bagatellschaden.

Stimmt. Die Taubenkacke auf der Seitenwand, so richtig schön mit Klarlackdurätzung ist dann ein Unfall, nur weil zur Beseitung die ganze Seitenwand lackiert wurde?

Mann, habt Ihr alle keine Ahnung. Unfall ist Unfall und Schönheitsreparatur ist Schönheitsreparatur. Letztere ist nur dann wertmindernd, wenn nicht fachgerecht ausgeführt.

Wer´s nicht glaubt, der hat sicher ´ne Rechtschutzversicherung.

Zitat:

Original geschrieben von AutoMensch

Zitat:

Original geschrieben von regrebelk

Ein Schaden, der eine großflächige  Nachlackierung erforderlich macht, ist  n i e ein Bagatellschaden.

Stimmt. Die Taubenkacke auf der Seitenwand, so richtig schön mit Klarlackdurätzung ist dann ein Unfall, nur weil zur Beseitung die ganze Seitenwand lackiert wurde?

Mann, habt Ihr alle keine Ahnung. Unfall ist Unfall und Schönheitsreparatur ist Schönheitsreparatur. Letztere ist nur dann wertmindernd, wenn nicht fachgerecht ausgeführt.

Wer´s nicht glaubt, der hat sicher ´ne Rechtschutzversicherung.

Wie man die Geschichte letztendlich nennt, ist eigentlich zweitrangig, angabepflichtig ist es auf jeden Fall, egal ob 'Unfall' oder 'Schönheitsreparatur' - wie schon so manches Gericht entschieden hat: http://www.rp-online.de/.../...-muss-nachlackierung-angeben-1.2409173.

Aber bis sich das überall rumspricht, kann es wohl noch lange dauern - ist ja schließlich geschäftsschädigend, wenn man alle 'geschönten' 'Unfallfahrzeuge' denn auch noch offentsichtlich so deklarieren muss :rolleyes:.

Es gibt sogar Autohändler, die gewähren dem Kunden Einblick in das techn. Übergabe- bzw. Prüfprotokoll, das bei Entgegennahme des Fahrzeugs vom Vorbesitzer angefertigt wurde, da sind dann i.d.R. alle feststellbaren Vorschäden vermerkt.

Der Thread ist übrigens auch interessant.

Zitat:

Original geschrieben von Donnerschlag

Zitat:

Original geschrieben von AutoMensch

 

Stimmt. Die Taubenkacke auf der Seitenwand, so richtig schön mit Klarlackdurätzung ist dann ein Unfall, nur weil zur Beseitung die ganze Seitenwand lackiert wurde?

Mann, habt Ihr alle keine Ahnung. Unfall ist Unfall und Schönheitsreparatur ist Schönheitsreparatur. Letztere ist nur dann wertmindernd, wenn nicht fachgerecht ausgeführt.

Wer´s nicht glaubt, der hat sicher ´ne Rechtschutzversicherung.

Wie man die Geschichte letztendlich nennt, ist eigentlich zweitrangig, angabepflichtig ist es auf jeden Fall, egal ob 'Unfall' oder 'Schönheitsreparatur' - wie schon so manches Gericht entschieden hat: http://www.rp-online.de/.../...-muss-nachlackierung-angeben-1.2409173.

Aber bis sich das überall rumspricht, kann es wohl noch lange dauern - ist ja schließlich geschäftsschädigend, wenn man alle 'geschönten' 'Unfallfahrzeuge' denn auch noch offentsichtlich so deklarieren muss :rolleyes:.

Es gibt sogar Autohändler, die gewähren dem Kunden Einblick in das techn. Übergabe- bzw. Prüfprotokoll, das bei Entgegennahme des Fahrzeugs vom Vorbesitzer angefertigt wurde, da sind dann i.d.R. alle feststellbaren Vorschäden vermerkt.

Der Thread ist übrigens auch interessant.

Link: >klick< - sind zwar weniger bunte Bildchen dabei und auch keine Tittenmädels - die verlinkte Seite dient allerdings der Information und nicht der Unterhaltung.

Im übrigen kann jeder in den Kaufvertrag reinschreiben, was er will. Entscheidend ist, was ein Gericht - falls es zu einer Verhandlung kommt - urteilt und in der nächsten Instanz, falls Revision zugelassen wird, daraus gemacht wird.

Gruß, Wolfgang.

PS: alle Händler böse - außer der wo man sein eigenes Fahrzeug kaufen tut

Zitat:

Original geschrieben von regrebelk

Ein Unfallwagen ist ein Fahrzeug, das durch einen Unfall einen Schaden erlitten hat, wobei lediglich Bagatellschäden ausgenommen sind. Ein Schaden, der eine großflächige  Nachlackierung erforderlich macht, ist  n i e ein Bagatellschaden.

Ob hier ein Unfall vorglegen hat, kann aber letztlich dahin stehen. Eine Nachlackierung von Heck und Stoßstange ist immer anzugeben, ganz egal welchen Grund diese Nachlackierung hatte und ob sie gut ausgeführt wurde.

wasn quark!

wen ich also in folge von steinschlägen und pingeligem halter meine stosstange und motorhaube neu lackieren lasse hab ich also einen unfallwagen? oder weil mir ein pfosten mit einem schlüssel einen kratzer von vorne bis hinten auf den lack zaubert isses ein unfaller?

mein gott war das früher einfach: geschweist: unfaller, lackiertes teil angeschraubt: kein unfaller. aber irgendwelche leute mit zuviel zeit und geld meinen ja das man einen 24 jahre alten verbrauchswagen wie einen neuwagen ansehen muss...

Themenstarteram 26. November 2012 um 16:39

Bitte erste lesen UND verstehen, dann posten.

Zitat:

Original geschrieben von onkel-howdy

wen ich also in folge von steinschlägen und pingeligem halter meine stosstange und motorhaube neu lackieren lasse hab ich also einen unfallwagen? oder weil mir ein pfosten mit einem schlüssel einen kratzer von vorne bis hinten auf den lack zaubert isses ein unfaller?

mein gott war das früher einfach: geschweist: unfaller, lackiertes teil angeschraubt: kein unfaller. aber irgendwelche leute mit zuviel zeit und geld meinen ja das man einen 24 jahre alten verbrauchswagen wie einen neuwagen ansehen muss...

Das hat niemand behauptet. Es ging darum ob eine solche Ausbesserung in dem Umfang beim Verkauf angegeben werden MUSS oder nicht.

Ich weiß nicht aus welchen Quellen du dir deine Informationen holst. Wenn du nur schreibst um des Schreibens Willen hilft das auch niemanden...

Das Auto war beim Kauf 2Jahre alt und hatte gerade mal 19T km. Da erwartet man nicht unbedingt das sowohl Fahrertüre und das gesamte Heck schon lackiert wurden. Zumal noch aus Gründen die bis jetzt unbekannt sind. Und ich denke das kann man hier auch erwarten.

Zitat:

Original geschrieben von onkel-howdy

 

 

wen ich also in folge von steinschlägen und pingeligem halter meine stosstange und motorhaube neu lackieren lasse hab ich also einen unfallwagen? oder weil mir ein pfosten mit einem schlüssel einen kratzer von vorne bis hinten auf den lack zaubert isses ein unfaller?

 

mein gott war das früher einfach: geschweist: unfaller, lackiertes teil angeschraubt: kein unfaller. aber irgendwelche leute mit zuviel zeit und geld meinen ja das man einen 24 jahre alten verbrauchswagen wie einen neuwagen ansehen muss...

Was Du hier als "früher" bezeichnest, ist nie Rechtsprechung gewesen. Wer von Juristerei keine Ahnung hat und nicht einmal  in der Lage ist, einer juristischen Argumentation zu folgen, sollte zu solchen Fragen besser schweigen.

ok zugegeben nicht meiner bevorzugte quelle, aber immerhin ein jurist: http://www.lenhart-ra.de/autobild/Auto_Bild-Nr-22-2009.pdf aber vermutlich hat der auch keine ahnung. btw du hast natürlich nur keine quellen genannt weil es ja so ist wie es ist?

ach ja:

Zitat:

„Bagatellschäden sind die Schäden, bei denen nur der Lack verletzt ist“

quelle: ein richter vom bgh...wohl auch ahnungslos? -> http://www.kfz-betrieb.vogel.de/recht/articles/255809/

somit: seite lackiert dank schlüsselneider = unfallfrei!

oder hier sachverständige ohne ahnung: http://www.vks.org/index.php?...

So ganz verstanden hast Du das offensichtlich immer noch nicht.

 

2 Dinge sind zu unterscheiden:

 

1. Wann liegt ein offenbarungspflichtiger Unfallschaden vor ? Grundsätzlich ist jeder durch einen Unfall verursachter Schaden zu offenbaren. Davon ausgenommen sind Bagatellschäden. Die zitierten Quellen besagen nichts anderes, als dass hierunter bloße Lackbeschädigungen fallen können, wobei es aber auf den Umfgang ankommt. Wie immer sind hier die Umstände des Einzelfalles maßgeblich. Wenn eine großflächige Nachlackierung erforderlich wird, ist die Grenze des Bagatellschadens aber mit Sicherheit überschritten.

 

2. Wann ist unabhängig von einem Schaden durch einen Unfall eine Nachlackierung offenbarungspflichtig ?

Es kann ja auch Nachlackierungen geben, die nicht durch einen Unfall verursacht worden sind. Auch hier kommt es auf den Umfang an. Großflächige Nachlackierungen sind auf jeden Fall zu offenbaren.

 

Daraus folgt dann:

Großflächige Nachlackierungen bspw. von Kotflügeln  und angrenzenden Türen oder des gesamten Heckbereiches  sind auf jeden Fall zu offenbaren, so dass in einem solchen Fall letztlich offen bleiben kann, ob die erfolgte Nachlackierung auf einem Unfall oder einem sonstiogen Ereignis beruht. Die Rechtsfolgen sind dieselben. Darauf kam es in der Ausgangsfrage allein an.

am 4. Juni 2016 um 12:45

Hallo zusammen, ich glaube dieser alte Thread passt ganz gut zu meinem aktuellen Problem, deshalb nutze ich den hier einfach weiter und hoffe auf rege Beteiligung!

Servus Forumteam,

ich wollte mich bezüglich einer sehr ärgerlichen Rechtsfrage an euch wenden und ich hoffe, dass jemand von euch mit sowas schonmal Erfahrungen gemacht hat und derjenige weiß, wie man am besten jetzt vorgeht.

Es geht um einen Autokauf meiner Eltern im September letzten Jahres. Sie haben einen Audi A3 (8P) Baujahr 2008 privat über einen Mobile.de-Händler gekauft. Die Geschichte hat sich inzwischen als klassischer „Strohmann-Trick“ erwiesen (http://www.welt.de/.../...ie-sechs-miesesten-Tricks-der-Betrueger.html).

Beschreibung der Kaufabwicklung:

Inserierung des Autos über einen eingetragenen Autohändler bei Mobile.de. Vor Ort machten meine Eltern eine Probefahrt, das Fahrzeug lief top, von außen sah es auch top aus und die Kilometerzahl stimmte auch. Der Händler (freier Gebrauchtwagen Händler), sowie sein Geschäft wirkte seriös, er hatte ein paar Fahrzeuge auf dem Hof stehen. Äußerlich guter Eindruck und natürlich guter Eindruck vom Fahrzeug. Scheckheft war nicht vorhanden. Der Händler erwähnte einen kleinen Unfall, spezifizierte aber nicht genau, den Hergang und das Ausmaß. Meine Eltern glaubten ihm, vor allem aufgrund der Probefahrt und des sonst guten ersten Eindrucks. Dann aber verkaufte der Händler das Fahrzeug nicht als Händler, sondern „privat im Auftrag seines Bruders“. Eine schriftliche Vollmacht seines Bruders lag nicht vor, meinen Eltern war nicht bewusst, dass das eigentlich nötig war. Der Kaufvertrrag lautet also „Privatverkauf im Auftrag“. Der Name des Eigentümers steht nicht auf dem Kaufvertrag, sondern nur der des Händlers. Der Händler schrieb (clever wie er ist), auf den Kaufvertrag, „der Käufer wurde über den Vorschaden informiert, keine Garantie“. Somit ist schriftlich keine Aussage von ihm über das Ausmaß des Vorschadens festgehalten worden. Meinen Eltern – geblendet wie sie waren – unterschrieben den Vertrag und kauften das Fahrzeug. Der Händler wurde auch noch unfreundlich als mein Vater den Wagen um 800 Euro runterhandelte. Der Preis war am Ende 10.200,00 €. Als meine Mutter bald darauf die Daten des Bruders haben wollte, war dieser angeblich kurz nach dem Autokauf gestorben. Er hat nie existiert:(

Soweit so schlecht. Den TüV im Februar überstand der Wagen gut, es wurde lediglich angemerkt, dass der Wagen Öl leckte. Mein Vater – blauäugig wie er war – ließ auch jetzt immer noch nicht den Wagen gründlich auf den alten Schaden untersuchen. Der Wagen verlor in den letzten Monaten viel Öl. Seit Dienstag steht der Wagen nun in der Werkstatt, die beiden Radlager vorne mussten ausgetauscht werden, da sie komplett kaputt waren. Es wurde festgestellt, dass ein Totalschaden stattgefunden haben muss, da der Motor Verschiebespuren von bis zu 25 cm im Inneren des Motorraums aufweist. Der Mittelblock des Motors weist Risse auf und verliert so Öl. Die Behebung des Schadens wird mit mindestens 3000 € beziffert, kann aber auch höher liegen, abhängig davon, was alles ausgetauscht werden muss.

Gestern telefonierte mein Vater mit dem Erstbesitzer des Fahrzeugs. Dieser bestätigte, dass er einen schweren Unfall damit hatte und dass er damals daraufhin das Fahrzeug bei seinem Händler für nur noch 1000,00 € (!!!!) als Schrott verkaufte. Der Händler, der nun meinen Eltern das Fahrzeug verkaufte ließ wohl den Wagen irgendwo in Osteuropa, oder sonstwo billig, aber professionell herrichten und verkaufte ihn uns (im Verhältnis zu anderen Gebrauchtwagen dieser Variante) relativ günstig.

Meine Frage an euch:

Wie ziehen wir diesen verlogenen Händler zu Rechenschaft? Habe ich rechtlich irgend eine Handhabe? Ein Versuch wegen des Verdachts auf „arglistige Täuschung“ wird nun, da mehr als 6 Monate seit dem Verkauf verstrichen sind schwierig und der Händler ist auf den ersten Blick fein abgesichert, weil dieser listige Vertrag blauäugig von meinen Eltern unterschrieben wurde und nur was schriftlich festgehalten wurde am Ende zählt!

Wie geht man nun am besten vor?

Vielen Dank für eure Antworten!

Freundliche Grüße aus Bayern

am 4. Juni 2016 um 18:46

Geh zu einem Anwalt. Bestensfalls haben deine Eltern eine Rechtsschutzversicherung.

Du wirst hier keine Rechtsberatung erhalten, die dir wirklich weiterhilft. Du wirst viel juristisches Halbwissen präsentiert bekommen, von Leuten, deren juristische Kenntnisse und Erfahrungen du letztlich in den meisten Fällen nicht einschätzen kann.

Eine Erstberatung kostet nicht die Welt - und du weißt was Sache ist.

Viel Erfolg!

(In der Sache haste kein großes Problem - theoretischer Natur. Meistens sind die Händler/Privatverkäufer leider pleite. Dann haste deinen Prozess gewonnen, kriegste aber kein Geld...)

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Wissen
  4. Kaufberatung
  5. Autokauf, Mängel verschwiegen