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Auto-Klimaanlagen: Gefährliches Kältemittel HFO-1234yf

Themenstarteram 8. September 2011 um 14:59

Habe ich gerade gefunden...

 

www.autobild.de/.../...aehrliches-kaeltemittel-hfo-1234yf-1893003.html

 

Sollte es so weit kommen... :confused:

 

Beste Antwort im Thema

Flusssäure ist HF und diese wird aus Carboylfluorid und Feuchtigkeit (wie Schleimhäuten) freigesetzt. HF ist aber KEINE starke Säure. Der Umstand, dass die Glas ätzt liegt in der Reaktion von Glas mit Fluorid unter Bildung von SiF4 und das ist gasförmig. HF ist im Gegensatz zu Salzsäure (HCl) kaum dissoziiert und gerade deswegen einfach nur reichlich(!) giftig. Die geht als ungeladenes kleines Molekül durch die Haut wie ein Lötkolben durch Butter, auch die bunten Chemikalienhandschuhe bieten kaum Schutz.

Wie in "Breaking Bad" eimerweise Flussäure in eine Wanne zu kippen ist neben reichlich sinnlos (weils Fleisch kaum angreift) auch mit Gasmaske für den Anwender tödlich.

R134a ist einfach "nur" ein starkes Treibhausgas und zudem nicht brennbar. Bis 370° ists stabil (laut Sicherheitsdatenblatt), es brennt also nicht selbst hält somit die eigene Zersetzung am Leben.

Das Umweltbundesamt bzw. Bundesanstalt für Materialforschung hat einen ganz guten Vergleich der Eigenschaften angestellt: http://www.umweltbundesamt.de/.../test_report_hfo1234yf_2010_06.pdf

Gerade Abschnitt 4.6 mit Tab 1 und Tab 2 zeigen ganz gut, dass das HFO-1234YF deutlich mehr und vor allem früher die Fluorwasserstoffsäure freisetzt als das R134a.

Mercedes hatte vollkommen recht das neue HFO1234 abzulehnen und weiteren Tests zu unterziehen. Schließlich haftet der Hersteller eines Fahrzeugs für sein Produkt, ob ein einfaches Verbot der bisher sicheren Substanz bei einem Schaden ausreichend ist um aus der Haftung für die neue Suppe rauszukommen sei dahingestellt.

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am 3. November 2011 um 10:43

Zitat:

[Vieles, was auch noch brennt...]

... da macht das bisschen mehr an Flusssäure auch nichts mehr aus.

Wir haben mit der Petition die Chance, EIN giftiges, brennbares Mittel WENIGER ins Auto gefüllt zu bekommen.

Die Benennung von anderem Zeugs, das man mit spazieren fährt und gefährlich ist, ändert nichts an dem Gefahrenpotential von 1234yf.

Solche Argumente sind gar keine.

mfg

J.P.

am 3. November 2011 um 21:59

Zitat:

Die Zündtemperatur liegt bei 400°C, und das bei Athmosphärischem Druck. Bevor irgendein Teil der Klimaanlage solch eine Temperatur erreicht, ist das Plastikgeraffel welches z.B. die Dichtringe festhält, etc. schon lange geschmolzen, kein Gas mehr da und der Kompressor hat abgeschaltet oder ist einfach nur fest.

Ach ja ?

Ich habe mal als Ferienjob bei Bosch Klimakompressoren aus japanischer Fertigung zusammen mit einer ganzen Arbeitsgruppe auf Prüfständen rund um die Uhr für den Endverbraucher getestet. Und zwar weil die Serie damals ca. 30% Ausschuß in Form von fressenden Rotoren nach ganz kurzer Laufzeit zeigte. Also Kompressor auf Prüfstand schrauben, Anschlüsse befestigen, mit Kältemittel fluten, dann Keilriemen auf die Kupplung und 15 Minuten Prüfprogramm starten. Die guten gingen an die Endverbraucher, der Rest war nur noch Edelschrott. Antrieb Prüfstand mit 10 kW Elektromotor. Wenn so ein Läufer gefressen hat, dann hat der E-Motor die Magnetkupplung locker durchgezogen (wie das auch jeder PKW-Motor locker schafft) und hat man dann nicht schnell ausgeschaltet fing entweder der Keilriemen nach kürzester Zeit zu stinken oder gar zu brennen an, oder die Magnetkupplung lief heiß bis zur Rotglut. Einmal mit dem CO2 Löscher draufhalten und gut war.

Also bitte versuch mir nich einen solchen Scheiß zu erzählen. Ich hab während der zwei Monate wahrscheinlich mehr Klimakompressoren geschrottet, wie du je in deinem Leben sehen wirst. Und mehr Brände an Klimakompressoren gelöscht als jährlich in Deutschland auftreten. Bei wiederabkuppeln haben wir damals wahrscheinlich eine Frigenmenge in die Luft geblasen, die für ein mittleres Ozonloch ausreicht. Und dennoch ist nix passiert, weil das Kältemittel ja sogar als Löschmittel geignet gewesen wäre.

Durch meine Ausbildung weis ich auch um die schlimmsten Schäden, die gerade HF dem menschlichen Organismus zufügen kann und habe mich immer geweigert, Laborantenmit diesem Gift arbeiten zu lassen, denn Unachtsamkeit im Umgang mit HF wird oft mit Siechtum oder Tod bestraft und das will Ich nicht verantworten müssen.

Wenn du willst führe ich dir gerne an deinem Klimakompressor (wenn vom PKW Motor angetrieben vor) wie dieser ganz schnell zu einer wunderbaren Zündquelle wird. Und dann darfst du gerne den Duft der dabei entstehenden Gase einatmen und hoffen, daß noch nicht dieses neue Kältemittel eingefüllt war. Ich hab dann schonmal die Beine in die Hand genommen oder bin sowieso zu diesem event im Ganzkörperkondom incl. Atemschutz erschienen.

Gruß SRAM

am 26. September 2014 um 18:21

Die Mörder von Honeywell und die von diesen gekauften EU-Politiker lassen nicht locker:

http://www.t-online.de/.../...r-deutschland-im-kaeltemittelstreit.html

 

Daraus entnommen:

Zitat:

Chemiker der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität haben bei einer Analyse herausgefunden, dass 20 Prozent der Brandgase aus dem noch giftigeren Carbonylfluorid bestehen.

Ich schlage den Interessenvertretern von Honeywell Europa und den gekauften EU-Parlamentariern vor, doch mal in einer Hochsicherheitskammer der Chemieindustrien Platz zunehmen. Wir leiten dann in diese Kammer eine der Fahrzeugfüllung an Kältemittel entsprechende Menge an Carbonylfluorid ein.

......danach hat sich das Problem erledigt :D

 

Wie: keine Lust ? Feige ?

.....oder ist das Zeug vieleicht doch nicht so harmlos ? ;)

 

Gruß SRAM

Zitat:

ganz schnell zu einer wunderbaren Zündquelle

Hi, SRAM,

danke für den glaubwürdigen und nachvollziehbaren Bericht aus erster Hand!

J.P.

Carbonylfluorid ist die hässlich fluorierte Schwester des Phosgens. Ich bin mir nicht so sicher, ob das giftige, aber schnell hydrolysierende COF2 oder das langsam hydrolysierende COCl2 die garstigere Komponente ist. Als Behelfs-Kampfgas taugs allemal.

was entsteht eigentlich alles aus dem herkömmlichen r134a bei einem fahrzeugbrand?

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

Carbonylfluorid ist die hässlich fluorierte Schwester des Phosgens. Ich bin mir nicht so sicher, ob das giftige, aber schnell hydrolysierende COF2 oder das langsam hydrolysierende COCl2 die garstigere Komponente ist. Als Behelfs-Kampfgas taugs allemal.

ist da nicht auch Flusssäure drinn? Die sogar Glas auflösen kann?!?

Wenn man das einatmet......

Zitat:

Original geschrieben von wiri

Zitat:

Original geschrieben von GaryK

Carbonylfluorid ist die hässlich fluorierte Schwester des Phosgens. Ich bin mir nicht so sicher, ob das giftige, aber schnell hydrolysierende COF2 oder das langsam hydrolysierende COCl2 die garstigere Komponente ist. Als Behelfs-Kampfgas taugs allemal.

ist da nicht auch Flusssäure drinn? Die sogar Glas auflösen kann?!?

Wenn man das einatmet......

Wenn man sein Auto nur einmal im Jahr abbrennt geht das. ;) Man sollte sich das Abbrennen halt nicht zur Gewohnheit machen. :p

 

Pete

Flusssäure ist HF und diese wird aus Carboylfluorid und Feuchtigkeit (wie Schleimhäuten) freigesetzt. HF ist aber KEINE starke Säure. Der Umstand, dass die Glas ätzt liegt in der Reaktion von Glas mit Fluorid unter Bildung von SiF4 und das ist gasförmig. HF ist im Gegensatz zu Salzsäure (HCl) kaum dissoziiert und gerade deswegen einfach nur reichlich(!) giftig. Die geht als ungeladenes kleines Molekül durch die Haut wie ein Lötkolben durch Butter, auch die bunten Chemikalienhandschuhe bieten kaum Schutz.

Wie in "Breaking Bad" eimerweise Flussäure in eine Wanne zu kippen ist neben reichlich sinnlos (weils Fleisch kaum angreift) auch mit Gasmaske für den Anwender tödlich.

R134a ist einfach "nur" ein starkes Treibhausgas und zudem nicht brennbar. Bis 370° ists stabil (laut Sicherheitsdatenblatt), es brennt also nicht selbst hält somit die eigene Zersetzung am Leben.

Das Umweltbundesamt bzw. Bundesanstalt für Materialforschung hat einen ganz guten Vergleich der Eigenschaften angestellt: http://www.umweltbundesamt.de/.../test_report_hfo1234yf_2010_06.pdf

Gerade Abschnitt 4.6 mit Tab 1 und Tab 2 zeigen ganz gut, dass das HFO-1234YF deutlich mehr und vor allem früher die Fluorwasserstoffsäure freisetzt als das R134a.

Mercedes hatte vollkommen recht das neue HFO1234 abzulehnen und weiteren Tests zu unterziehen. Schließlich haftet der Hersteller eines Fahrzeugs für sein Produkt, ob ein einfaches Verbot der bisher sicheren Substanz bei einem Schaden ausreichend ist um aus der Haftung für die neue Suppe rauszukommen sei dahingestellt.

Mein Fazit bzw Entscheidung ist es, das ich jedenfalls keine Klimaanlage mit 1234yF nehmen werden oder einen Wagen ohne Klimaanlage.

Ich sag dazu nur soviel: Ich war als Mitglied im THW mal bei einer Feuerwehrübung dabei. Unter anderem wurde ein Fahrzeug in brand gesetzt, das mit dem neuen KM befüllt war. Irgendwann ist der Verflüssiger aufgeplatzt und es kam eine riesen weiße Wolke heraus. Kein Tag später war im Umkreis von 5 Metern sämtliches Gebüsch komplett entlaubt. Und da an dem Platz öfters solche Brandtests laufen würd ich das ganz klar als tödlich klassifizieren.

Das 1234yf zersetzt sich ja schon beim Austritt an heißen Mtorteilen unter Freisetzung der giftigen Zerfallsprodukte, es muss nicht mal ein Feuer da sein. Ein heißer Auspuff reicht.

R134a muss man schon gezieht in eine Flamme sprühen damit es sich zersetzt. Dabei löscht es kleinere Feuer meistens sogar, da es im Gegensatz zu R1234yf nicht selber brennt.

In mein Auto kommt das Zeug jedenfalls niemals rein, sollte ich irgendwann kein R134a mehr kriegen schwitze ich lieber im Sommer als mich dem Risiko auszusetzen.

Gruß Tobias

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