Ausgleich des theoretischen Mehrverbrauchs von HVO100 in Commonrail-Dieselmotoren

Guten Morgen Gemeinde,

da HVO100 ja einen etwas geringeren Energieinhalt pro Liter hat als normaler Diesel, müsste man theoretisch etwas mehr Sprit verbrauchen.

Können die Commonrail-Dieselmotoren das Ausgleichen?

Bei Einspritzpumpen sollten meinem technischen Verständnis nach das können.

Gruß

1600icandyweiss

74 Antworten

Kraftstoff hat bei unterschiedlichen Temperaturen auch unterschiedliches Volumen.....
Gerade Heizölkunden oder Leute die regelmäßig am Tankwagen tanken kennen die Angabe der Abgabetemperatur auf der Rechnung.

Ich bezweifel, dass der Motor den Verbrauch auch nur annähernd genau misst. Das wird alles nur grobes schätzen und berechnen sein.

Für wirklich verlässlich würde ich deine Methode mit Spritmonitor einschätzen. Allerdings auch nur bei langfristigen Daten.
Ich nutze hierfür fuelio.

Selbst dann irritiert mich, dass das Auto zwei verschiedene Meinungen in zwei verschiedenen Steuergeräten dazu hat.

Zitat:

@alexnoe81 schrieb am 11. Juni 2024 um 21:53:25 Uhr:


Selbst dann irritiert mich, dass das Auto zwei verschiedene Meinungen in zwei verschiedenen Steuergeräten dazu hat.

Die eine Meinung wird wohl für die Motorsteuerung sein und die andere Meinung um dein Gewissen mittels Bordcomputer zu beruhigen 😁

Zitat:

Mein Tank ist vom Hersteller mit 66l angegeben, es scheinen aber 70l zu sein, bis er wirklich leer ist. Wohl eine Maßnahme für die, die unbedingt testen müssen, was passiert, wenn man die Restreichweite auf 0 runterfährt

Die 4 Liter passen in den Füllstutzen, Kraftstofffilter und Leitungen.
Die Restreichweite kann auch durchaus schon 0 anzeigen, selbst wenn noch 5 Liter im Tank sind..... Die richtet sich ja nach dem derzeitigen Durchschnittsverbrauch.

Punkt 1: bei Diesel ist im Tank auch ein "technisches Sicherheitsreservevolumen" eingeplant.
Punkt 2: woher soll das Auto wirklich genau wissen wieviel getankt wurde?

Die heutigen Tankgeometrien sind doch schon lustigste Konstruktionen. Eine Schwimmer oder Drucksensorbewegung ist zwar höhenproportional, Höhendifferenzen sind bei solchen Tanks aber nicht mehr Volumenproportional. bei einigen tanks scheinen wenige % Neigung schon stark unterschiedliche Füllvolumina zu ermöglichen.

bei einem Ex (Corsa D) konnte man sehen das das aktuelle Tankvolumen "intern als Echtzeitgeschwabber" erfasst wird und 2 Mittelungsstufen enhthält. Die 2. schient dann letztendlich über die "vereingespritzten " Volumina auf den richtigeren Entdstand korrigiert zu haben. Die erste Mittelungsstufe war ein reiner "Schwabberstandzeitmittelwert".

ich kann nicht sehen das das Auto unetrschiedlicher Meinung über die vebräuche ist. Ich sehe eher eine Überinterpretation zur Genaugkeit der Tankhistorie.

Ich habe letztendlich auch zw. HVO und Fossildiesel einen BC-Anzeigeunterschied von ca. 5% gesehen, was in guter Übereinstimmung mit dem Dichteunterschied ist. Das STG wird technisch nur Massenströme verarbeiten und für die Verbrauchsanzeige in Litern wird dann über die Masse mit der vermeindliche Dichte in Liter umgerechnet.

https://www.motor-talk.de/.../...er-diesel-verbrauch-t7495086.html?...

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Tankgeometrie: Das Steuergerät kann eine Kennlinie haben, die mm Füllstand in Liter abbildet. Das ist beim AdBlue-Tank ja auch so.

Zitat:

@alexnoe81 schrieb am 11. Juni 2024 um 21:44:32 Uhr:


Jetzt kommts aber: Wenn ich aus dem Kombi-Steuergerät die Tankhistorie auslese, dann habe ich 62,6l (70,0 - 7,4) und 62,4l (70,0 - 7,6) getankt (laut Zapfsäule; 63,14 + 62,44). Heißt: Die Daten aus dem Kombi-Steuergerät stimmen gut mit der Zapfsäule überein, die Daten aus dem OBD-FCM liegen um 5% zu niedrig. Die Daten, die das Infotainment als Verbrauch angezeigt hat, lagen ebenfalls um 5% zu niedrig.

5% passt duch erstaunlich gut. Der Luftmassenmesser kennt die Luftmasse, es wird eine Menge Kraftstoff im Hochdrucksystem über die Öffnungsdauer eingespritzt, aus Druck und Öffnungsdauer gibts eine hinterlegte Kennlinie, wie viele Liter das in der Summe aller Einspritzmengen sein sollte. Der Bordcomouter kennt eben "Diesel EN 590" samt einer erwarteten Dichte um 0.86. Und eben nicht HVO mit irgendwas um 780. Die 5% Abweichung enspricht ziemlich genau den Daten des volumetrischen Merhrverbrauch einiger Messungen aus Prüfstandsläufen der Literatur.

Danke für die Bestätigung.

Zitat:

@alexnoe81 schrieb am 12. Juni 2024 um 19:07:27 Uhr:


Tankgeometrie: Das Steuergerät kann eine Kennlinie haben, die mm Füllstand in Liter abbildet.

Das läuft aber nur grob. Und da heute kaum noch Hochkanttanks verbraut sind hast Du ab Fahrtbeginn reichlich Schwankbewegung.

Zitat:

Das ist beim AdBlue-Tank ja auch so.

Es soll wohl Autos geben die nur 1 oder 2 Endpunktgeber haben. Wegen dr gesetzlichen Fürhwarnung reicht es wenn Du "die letzten 3l erkennst" udn gibst dann Meldung raus. .... meiner zeigt mir keinen aktuellen Füllstand an.

Bei meinem ehemaligen Audi war das übrigens beides, also sowohl ein Füllstandsgeber als auch ein errechneter Teil. Der hatte im Bereich zwischen etwa 20-100% den geglätteten Füllstandsgeber verwendet als auch bei etwa unter 15-20% die Nadel nach Bordcomputerverbrauch gerechnet. Warum ich mir da sicher bin? Wenn man auf LPG fährt, irgendwann nach Monaten kam die Nadel wegen "Kaltstart auf Benzin" ins untere Viertel und dann sank die Tankanzeige, obwohl man nicht auf Benzin gefahren ist. Und das Kombiinstrument ging einem zunehmend auf die Nerven....

Bei einigen Frankzosen wurde der Füllstand nur bei erkanntem Nachtanken ausgelesen und der Nadelstand grundsätzlich errechnet. Was bei LPG keinen Sinn ergibt, daher mussten die Karren "Tankfopper" haben, siehe https://www.gasshop24.de/AEB-392-Tank-Fopper

Das Ding ist eben, dass errechnete Verbrauchswerte (egal ob Benziner oder Diesel) an Kennlinien der Einspritzanlage hängen. Änderst du Stoffeigenschaften, dann ändern sich die dosierten Mengen je Zeiteinheit. Auf Prüfständen wird der Treibstoff entweder klassisch gewogen oder aus dem gemessenen CO2 nebst Abgasvolumen auf den Treibstoffverbrauch zurückgerechnet.

So, nach insgesamt 5 verfahrenen Tankfüllungen und 5.450 km zeigt das OBD-FCM einen Wert von 274,39 Litern an, die Tankquittungen sagen 290,27l, d.h. der Verbrauch liegt um 5,8% über dem, was das OBD-FCM sagt.

Was komischerweise sehr genau an dem aus dem Dichteunterschied erwarteten Wert liegt. Auch wenn ich Nachtankungen auf die zweite Nachkommastelle (also 10 ml) nicht wirklich glauben kann 😉

Aber: Die These "Kein Mehrverbrauch bis Minderverbrauch" wären als Kontrollwert 16.8 Liter weniger gewesen, DAS würde man merken. Gleiches Strecken- und Fahrprofil vorausgesetzt.

Das Problem ist, dass es zu viele Einflüsse gibt. Ich kann z.B. sehen, dass ich nach 10 Stunden Standzeit weniger auf der nächsten Fahrt verbrauche als nach 2 Tagen Standzeit. Es macht einen Unterschied, ob man mit 0°C oder 20°C oder 40°C Öltemperatur losfährt. Bei sehr nasser Straße verbrauche ich 10% mehr Sprit als bei trockener Straße.

Die Abweichung zwischen wirklichem Verbrauch und OBD-FCM halte ich für nachgewiesen, die Frage nach dem echten Verbrauchsunterschied zwischen Erdöldiesel und HVO100 halte ich mit dieser Methode für nicht ermittelbar. Nach einer Fahrt München<->Frankfurt mit 120 km/h Tempomat (2 km bis zur Autobahn, am Ende 1km ab der Autobahn, oft 110 bis 115, weil zu viel los war, um jemanden, der 115 fährt, mit 120 zu überholen) lag ich laut OBD-FCM bei 4,36l/100 km, tatsächlich also 4,6l/100km. Das ist auffallend wenig, aber ich habe für die gleiche Strecke keinen Vergleich mit Erdöldiesel. Und die Außentemperatur war so, dass die Klimaanlage nicht dauerhaft stark kühlen brauchte. Die Strecke enthält auch kaum Gefälle, auf dem man kinetische Energie in Wärme umwandeln müsste. Sprich: es gibt zu viele Punkte, wegen denen der Verbrauch auffallend niedrig rauskommen musste.

Das meine ich quasi. Dass du die etwa 5% "mehr" getroffen hast, ist nicht komplett Zufall - aber mit der Nachtankmethode zu dicht dran. Dass es einen Minderverbrauch gibt schließe ich jedoch sehr sicher aus, denn dazu ist der Fehler der Nachtankmethode und das in freier Wildbahn doch noch genau genug. Jedenfalls wird die Richtung "es gibt einen kleinen Mehrverbrauch bei HVO100" qualitativ bestätigt.

Zitat:

@alexnoe81 schrieb am 7. August 2024 um 08:51:44 Uhr:


Die Abweichung zwischen wirklichem Verbrauch und OBD-FCM halte ich für nachgewiesen, die Frage nach dem echten Verbrauchsunterschied zwischen Erdöldiesel und HVO100 halte ich mit dieser Methode für nicht ermittelbar.

Sowas von nicht ermittelbar.

Zitat:

Nach einer Fahrt München<->Frankfurt mit 120 km/h Tempomat (2 km bis zur Autobahn, am Ende 1km ab der Autobahn, oft 110 bis 115, weil zu viel los war, um jemanden, der 115 fährt, mit 120 zu überholen) lag ich laut OBD-FCM bei 4,36l/100 km, tatsächlich also 4,6l/100km. Das ist auffallend wenig, aber ich habe für die gleiche Strecke keinen Vergleich mit Erdöldiesel.

... und müsstest die Strecke auch noch unter gleichen Bedingungen (Standardtempo, Durchschnittstempo, Wetter, Beladung ...) abspulen. Und dann brauchst Du für die jeweiligen vergleiche schon mehr wie nur eine verfahrene Tankfüllung um die Tankfüllungsfehler zu minimieren.

Hm, letztendlich sagt @alexnoe81 ja nur das der BC 5,8% weniger wie die Tankquittungen anzeigen. Das ist ja "bekannt" - bei mir waren es nach 2 TF rund 7%. Wenn man nun wissen will wie sich der wahre Vebrauch im Vergleich zum Erdöls verhält braucht es jetzt noch 5 Tankfüllungensquittungen mit "Erdöl" ... und das bei ziemlich vergleichbarer Fahrzeugnutzung.

Mh, hab schon seit 14 Monaten HVO 100 (Österreich und Italien) in Gebrauch. Das Auslitern zeigt keine Abweichungen zum BC.

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