Partikelfilter-Reinigung: HVO100 gegen Aral Ultimate Diesel ?
Hallo,
ich fahre seit ca. 6 Jahren einen MB-W205-Mopf als 200d.
Fahrstrecke meist Autobahn im Großstadt-Umland, d.h. ca. maximal 130 km/h bei ca. 1600-1800 U/min, Durchschnittsverbrauch 4,7 l / 100 km
Zunächst hatte ich die ersten 2 Jahre nur normalen B7-Standard-Diesel getankt. Gestört hat mich immer die DPF-Reinigung, sichtbar am deutlich höheren Momentan-Spritverbrauch von Zeit zu Zeit bzw. alle 500-1200 km und die damit verbundenen hörbaren Materialspannungen nach dem Abstellen.
Nach diesen 2 Jahren tankte ich das Fahrzeug für ca. 3 Jahre nur noch mit Aral-Ultimate-Diesel. Außer den Verbesserungen im Klangbild bei Kälte kannte ich die PDF-Reinigung fast nicht mehr. Der Momentan-Spritverbrauch stieg während der Fahrt nur leicht und nur eine kurve Zeit, so dass für mich dieses Thema erledigt war.
Nun tanke ich seit 8 Monaten das Fahrzeug mit HVO100 (das Baumuster ist von MB freigegeben), wegen CO2-Aspekten und dem finanziellen Vorteil (HVO100 liegt preislich zwischen Standard-Diesel und Aral Ultimate).
Letzte Woche nun führte das Fahrzeug erstmalig wieder eine PDF-Reinigung durch - nicht so extrem wie zu Beginn, aber doch deutlich ausgeprägter als zu Zeiten mit Aral Ultimate.
Das hat mich überrascht - ich dachte, durch die künstliche Aufbereitung von pflanzlichen Fetten verbrennt der HVO100-Kraftstoff sauberer als fossiler Diesel mit Additiven (=Aral Ultimate). Dies scheint aber nicht so zu sein.....
Zukünftig plane ich, HVO100 wechselweise mit Aral-Ultimate zu tanken...
Frage: Welche Erfahrung habt ihr beim Umstieg auf HVO100 mit der DPF-Reinigung gemacht?
Was haltet ich davon, die beiden Spritsorten im Wechsel zu tanken?
Grüße
carronso
15 Antworten
Zitat:
@carronso schrieb am 21. Juli 2025 um 14:58:45 Uhr:
Frage: Welche Erfahrung habt ihr beim Umstieg auf HVO100 mit der DPF-Reinigung gemacht?
Was haltet ich davon, die beiden Spritsorten im Wechsel zu tanken?
Grüße
carronso
Wenn ich Geld zum verschenken oder zum Fenster hinauswerfen hätte würder ich auf solche Ideen kommen.
MfG kheinz
Die bioanteile im Diesel sind tatsächlich das schädlichere was Partikel angeht und dadurch regeneriert er öfter. Ja Klima neutral, jedoch mit mehr Partikelausstoß bzw DPF Füllgrad (gemessen durch Abgasgegendruck) - das ist mein Wissensstand, fahre aber Benziner und suche die Studie Grad vergebens
Edit: vermutlich doch noch ein Streitthema zwischen DUH und Lobby ..
Zitat:
@carronso schrieb am 21. Juli 2025 um 14:58:45 Uhr:
Der Momentan-Spritverbrauch stieg während der Fahrt nur leicht und nur eine kurve Zeit, so dass für mich dieses Thema erledigt war.
Irgdwie ist das für mich nicht schlüssig. Wenn die Reg. einsetzt wird sicher 100% Ladezustand angelegen haben und dann muß der DPF stark in der Temperatur angehoben werden. Das ist bestimmt ein Hub von >250 °C ... nun braucht es noch Zeit um mit dem Restsauerstoff im Abgas den Ruß überhaupt zu verbrennen.
Mit ein bischen mehr einspritzen und nur kurz, glaube ich nicht das die Temp. einen großen Hub macht und ich denke auch nicht das der Ruß schneller durch Ultimate abbrennt.
Zitat:
@Astradruide schrieb am 21. Juli 2025 um 17:56:52 Uhr:
Irgdwie ist das für mich nicht schlüssig. Wenn die Reg. einsetzt wird sicher 100% Ladezustand angelegen haben und dann muß der DPF stark in der Temperatur angehoben werden. Das ist bestimmt ein Hub von >250 °C ... nun braucht es noch Zeit um mit dem Restsauerstoff im Abgas den Ruß überhaupt zu verbrennen.
Mit ein bischen mehr einspritzen und nur kurz, glaube ich nicht das die Temp. einen großen Hub macht und ich denke auch nicht das der Ruß schneller durch Ultimate abbrennt.
Hallo,
danke für eure Rückmeldungen....
Zum letzten Absatz oben: "In meiner Welt" lagert sich bei Aral Ultimate nicht so viel Ruß im System ab wie bei HVO100 - da müssen Zusätze im Sprit enthalten sein, welche eine Ablagerung erschweren.
Nur so lässt sich erklären, dass die Regeneration weniger stark ausgeprägt ist.......
Dass sich das System über der Zeit langsam zusetzt, glaube ich nicht. Mein Verbrauch ist über der Zeit konstant und ich bin permanent mit Ultimate ca. 20 bis 25 tkm gefahren...
Gruß
Carronso
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Ich glaube nicht das es "weniger starke" Regenerierungen gibt. Es wird bei 50% keine leichte, bei 75% keine mittlere und erst bei 100% eine "starke" Reg geben. ... es wird einfach bis 100% nichts passieren, dann aber *richtig*. Die Abgastemp. bzw. der DPF muß auf Temperaturen um/über 550 °C angehoben werden. Das geht eben nur mit einer vollwertigen Regenerationseinspritzung.
Irgendwas ist mir an den Beobachtungen nicht schlüssig. Ich selbst habe auch nie signifikante Unterschiede im Intervall herbeiführen können wenn ich für Tests zw. den diversen Dieselsorten umgeswitched habe.
Letztendlich ist es aber auch erstmal Deine Erfahrungsschilderung. Vllt. haben ja auch andere die gleiche Erfahrung gemacht?
Moin,
damit ich das nun richtig verstehe - Du tankst HVO100 seit ca. 8 Monaten und erst jetzt führt das Fahrzeug eine DPF-Reinigung durch?
Also entweder ist man in diesen 8 Monaten kaum Strecke gefahren, oder man hat die (vorherigen) Regenerationen innerhalb dieser 8 Monate seit HVO nicht wahrgenommen und nun durch Zufall verstärkt darauf geachtet. Was ja wiederum dafür spricht, dass sich im Vergleich nichts geändert hat - Was die Intensität betrifft.
Generell ist so ein Thema schwierig, da es sich hier meist um eine subjektive Wahrnehmung handelt und solange man es nicht ``wissenschaftlich`` belegen kann, dreht man sich hier im Kreis.
Denn gerade bei viel Autobahn fällt so eine DPF-Reinigung häufiger unters Radar. Ich bin zwar kein Technik-Experte, aber dass ein Diesel erst nach 8 Monaten & tausenden von Kilometern erst eine Reg. durchführt, kommt mir ein bisschen seltsam vor.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass mein Fahrzeug mit dem OM656 mit HVO100 alle 1200 km eine Reinigung durchführt. Mit normalem B7 oder Ultimate nach ca. 800 km.
Bei wirklichen Langstrecken über Autobahn in kurzer Zeit, so ca. 1000 km und mehr, wird der Intervall nochmal gut verlängert. Auf wie viel jedoch, kann ich nun nicht sagen. Bei meinem letzten Trip von Hamburg nach Bayern müssten es zwischen 1800 und 2000km gewesen sein, zur letzten DPF-Reinigung.
Zitat:
@EmmB schrieb am 22. Juli 2025 um 15:34:11 Uhr:
Denn gerade bei viel Autobahn fällt so eine DPF-Reinigung häufiger unters Radar.
Zumindest wenn man Temp. von 130+ fährt. Hat man den Fuß gar in der Ölwanne entfällt die Reg. u.U. völlig da Abgastemp. auch so hoch genug.
Ich bin zwar kein Technik-Experte, aber dass ein Diesel erst nach 8 Monaten & tausenden von Kilometern erst eine Reg. durchführt, kommt mir ein bisschen seltsam vor.
Naja, die Message (oder Frage) dahinter ist die ob/das es am Ultimate liegen kann, weil es so superdupper verbrennt.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass mein Fahrzeug mit dem OM656 mit HVO100 alle 1200 km eine Reinigung durchführt. Mit normalem B7 oder Ultimate nach ca. 800 km.
Wenn ich dem statistischen Rauschen nicht zuviel Beachtung schenke habe ich lediglich unter HVO100, bestenfalls, einen kleinen Benefit im einstelligem %-Bereich gehabt. 3000km unter Ultimate waren da gar leicht ernüchternd 😁 ... mein Verdacht ist mittlerweile das ich den Unterschied gar nicht "herausfahren" kann (wenn es den gibt, da vermutlich ein rein mathematisches Beladungsmodell die Standardreg.einleitet, d.h. Staudruckmessung nur für extreme wie Kurzstreckenversottung etc. greift..
Bei wirklichen Langstrecken über Autobahn in kurzer Zeit, so ca. 1000 km und mehr, wird der Intervall nochmal gut verlängert.
Ich habe eh nur kurze Intervalle die sich typisch zw. >300 und <400 bewegen, aber sehe gleiches Verhalten. Geht das Auto nun auf echte Langstrecke ("Urlaub") und wird zügiger bewegt, kommt die 1. Reg. noch im normalen Intervallfenster und danach kommt dann laaange nichts mehr oder geht gar im unbekannten Streckenprofil unter. Würde man es wirklich wissen wollen, müßte man es auf dem Steuergerät auslesen (können).
Hat jemand Vergleichserfahrungen mit B7 + Additiv, z.B. https://www.liqui-moly.com/de/ch/p000030.html (bzw. https://www.liqui-moly.com/de/ch/p000064.html , was fast das gleiche Produkt ist, aber günstiger) ?
In den einschlägigen Foren werden eher andere Produkte von anderen Herstellern bevorzugt, die hinsichtlich Dosierung auch anders aufgebaut sind. Hier wird einem doch viel Füllstoff mit verkauft bei ner Dosierung von 1:300 (150 ml / 50 l).
Viele schwören auf Archoil- Produkte, die vielleicht auf den ersten Blick teurer erscheinen mögen, was sich auf die Tankfüllung umgerechnet dann relativiert.
Recht günstig ist auch noch das Mannol 9930 , welches primär als Schmieradditiv beworben wird und noch etwas an Cetanverbesserung bietet.
Beim Additiv ist es immer die Frage, welchen Effekt man erzielen will. Für eine Erhöhung der Cetanzahl wird man vom Preis und der Wirkung an einer HVO-Beimischung von 20-30 Prozent nicht vorbeikommen.
Zu reinen B7-Zeiten bin ich noch mit teilsynthetischem 2-Taktöl als Additiv gefahren und dann überwiegend mit Aral-Diesel (wurde immer mit ner Cetanzahl von 55 beworben). Letztens habe ich den Ascheanteil im Filter mal auslesen lassen und die Werte mal grob hochinterpoliert und musste feststellen, dass ich den Filter bis zum finalen Ableben des Fahrzeugs nicht mehr gefüllt bekomme. Wäre wohl bei rund ner Million Kilometer der Fall , was beim aktuellen Kilometerstand und der Fahrzeugnutzung schwer vorstellbar ist zu erreichen.
Aktuell bin ich eher mit ner Mischung aus viel HVO und etwas B7 unterwegs und gebe 2-Taktöl (muss ja auch verbraucht werden) und Mannol 9930 dazu. Läuft gut und fühlt sich gut an.
Zitat:
@Grobi_190D schrieb am 17. August 2025 um 16:43:57 Uhr:
Aktuell bin ich eher mit ner Mischung aus viel HVO und etwas B7 unterwegs und gebe 2-Taktöl (muss ja auch verbraucht werden) und Mannol 9930 dazu. Läuft gut und fühlt sich gut an.
Welcher Motor?
Zitat:
@Grobi_190D schrieb am 17. August 2025 um 16:43:57 Uhr:
.Aktuell bin ich eher mit ner Mischung aus viel HVO und etwas B7 unterwegs und gebe 2-Taktöl (muss ja auch verbraucht werden) und Mannol 9930 dazu. Läuft gut und fühlt sich gut an.
Ist diese zusätzliche Schmierung nicht erst wegen der Eigenschaften des HVO100 quasi nötig?
Shell schreibt dazu https://www.shell.de/geschaeftskunden/shell-card-tankkarten/shell-card-blog/was-ist-hvo.html ): "Schmierfähigkeit: Der Paraffinkraftstoff verfügt über eine geringere Schmierfähigkeit, weshalb es in einigen Fällen zu einem erhöhten Motorverschleiß kommt. Moderne Motoren und Kraftstoffadditive sind jedoch in der Lage, diesen Effekt zu kompensieren."
Mein Ziel bei Dieseladditiven wäre eher Verkokungen etc. zu verhindern.
Das 2-Taktöl sollte auch neben der Schmierung auch die Verbrennung optimieren hinsichtlich AGR und DPF.
Mische auch schon seit 10 Jahren dazu. Somit sind unsere Intentionen ja ähnlich. Ruhiger Motorlauf gab es auch noch on top.
https://oil-club.de/wcf/index.php?file-download/21021/
https://www.motor-talk.de/forum/omxxx-2-takt-oel-dieselkraftstoff-t623039.html?page=605#post36267438
Wenn es um die Schmierfähigkeit der Kraftstoffe geht, ist die Norm für XtL sogar schärfer mit max 400 zu max 460mikrometer.
Wenn es um die realen Werte geht, haben nahezu alle FAME-freien Kraftstoffe schlechtere Werte (auch Ultimate). Das beste Schmiermittel scheint wirklich Biodiesel zu sein. Hier eine weltweite Kraftstofftestung von 2018. https://www.infineuminsight.com/media/2228/infineum-wdfqs-2018-v10-14112018.pdf
In einigen Ländern wird kaum die EN590 erreicht und die Fahrzeuge scheinen es dennoch zu überleben. Somit ist die zusätzliche Gabe von Mannol 9930 wohl auch eher etwas für das Gewissen.
Für die verbesserte Motorsauberkeit bin ich jetzt auch auf HVO umgestiegen.
Im Anhang noch mal reale Messwerte zu HVO.
Neue Erkenntnisse zum Thema Schmierfähigkeit nach Anfrage bei Hoyer. Analysenwert bei 270.