Ausbildung zum KFZ-Prüfingenieur/Gutachter

Hallo,
weiß nicht genau, ob ich in dem Forum hier richtig bin, schien mir am ehesten auf meine Frage zu passen.
Mich interessiert eine Ausbildung zum KFZ-Gutachter und/oder KFZ-Prüfingenieur. Hab mich jetzt mal bei KÜS und GTÜ schlau gemacht: da braucht man aber ALLE Führerschein ausser D (is glaube Omnibus?), außerdem kostet die Auzsbildung dort ein Heidengeld. Meine Frage: Ist hier jemand vom Fach und kann mir sagen, ob man auch nur mit Auto und Motorradführerschein irgendwo eine solche oder ähnliche Ausbildung machen kann (wenn wollte ich ja HU bei Motorräden und Autos machen, dazu brauche ich kein LKW-Führerschein). Oder sonst wie noch Infos?
Was kann man mit einem Maschinenbaustudium sonst noch Richtung Motorrad/Auto machen, außer zu Automobilfirmen gehen?

Gruß
Daniel

Beste Antwort im Thema

Liebe Forenteilnehmer !
Nach diesen vielen Beiträgen, die aus meiner Sicht teilweise nachvollziehbar , aber oftmals auch von Halbwissen oder Frust geprägt sind, ist es mir ein Bedürfnis einige Dinge sachlich zu erläutern oder auch zu korrigieren. Der Fairnes halber will ich - anders als andere Teilnehmer - gleich vorausschicken, daß ich selbst seit mehr als 20 Jahren gern als Prüfing. und KFZ-Sachverständiger in der viel besprochenen Sachverständigenorganisation tätig und deshalb vielleicht etwas befangen bin.
Zunächst zum schnöden Mammon: Die Einstiegsgehälter bei dieser Organisation liegen für einen jungen Fachhochschulabgänger nicht bei 2600 E p. M sondern bei ca 2800 E. Man sollte aber nicht vergessen zu erwähnen, daß diese Gehälter 13,7 mal im Jahr gezahlt werden (so kommen die anderseitig erwähnten knapp 40000 E p. A. zusammen ) . Diese Gehälter steigen regelmäßig mit zunehmenden Lebensalter und Betriebszugehörigkeit , unabhängig von den weiteren obligatorischen regelmäßigen Lohnsteigerungen. Bei diesen Gehältern handelt es sich um sog. Grundgehälter (während der mind. 9 monatigen Ausbildung). Durch besondere Leistungen und Engagement können diese Gehälter nach der Ausbildung ganz erheblich verbessert werden (ist etwas individuell). Die Auszahlung der Sondervergütung kann monatlich (z.T oder fast vollständig) bzw. jährlich (Endabrechnung) erfolgen. Werden Tätigkeiten über das Prüfwesen hinaus (z.B. Gutachten) erbracht, erfolgt die Sondervergütung immer monatlich .
Hinzu kommen obligatorisch sehr gute Sozialleistungen (VML, Pauschale für PKW und Handy, Fahrgeld Spesen , Altersversorgung usw). Das durchschnittliche Mehrgehalt der letzten Monate wird auch im Falle von Urlaub, Krankheit und Ausbildung gezahlt.
Die ca 9 monatige Ausbildung ist durchaus sehr anspruchsvoll und findet zum Teil im Schwarzwald (4 Sterne Best Western Hotel mit Sauna, Pool, Tennis usw.) statt. Alternativ kann die Ausbildung auch in der Nähe von Dresden erfolgen. dieser Schulungsort ist wegen der Dresden-Nähe eigentlich ganz beliebt, hat aber etwas mehr den Charakter der 3 Sterne Unterbringung mit gemütlicher Mensa. Also alles möglich !!!
Hier wurde mehrfach spekuliert , ob Aussendienst oder Innendienst als Prüfing. besser ist. Das kommt darauf an, was einem mehr liegt !! Innendienstler haben beste Prüfbedingungen , müssen nicht durch die Gegend fahren und haben einigermaßen geregelte Arbeitszeiten. Aussendienstler müssen dem Kunden "hinterherfahren", häufiger Konflikte bestehen und haben unregelmäßige aber selbst beeinflussbare Arbeitszeiten ! Also auch hier: Die Welt ist vielfältig - Gott sei Dank -.
Fazit (meine Meinung): Wer eine Tätigkeit am Schreibtisch mit geregelter Arbeitszeit und festem Einkommen bevorzugt, ist sicher für diese Tätigkeit - gleich bei welcher Organisation - nicht besonders prädistiniert.
Wer mit einer Art Selbständigkeit (aber mit sozialem Netz) liebäugelt, etwas "Benzin im Blut" hat, gern mit Menschen umgeht und zumindest mittelfristig weitgehend selbständig arbeiten möchte, dem wird dieser Beruf viel Spaß machen.
Wer dann auch noch "Spaß am Automobil" hat und neben der Prüftätigkeit auch noch als Sachverständiger (z. B. Schadengutachten oder Unfallanalyse ) tätig werden möchte , hat nicht nur wirtschaftlich tolle Möglichkeiten , sondern auch die Chance auf eine deutliche berufliche Weiterentwicklung bei hoher Selbständigkeit.
Zum Schluss: ich habe keinen Tag bereut diesen Job zu machen und das gilt sicher auch für 80 % meiner Kollegen.
Aber es gibt natürlich auch Kollegen, die sich nicht so wohl fühlen oder sich den Beruf anders vorgestellt haben!! Aber wo ist das anders ??

Mit besten Grüßen

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@Gardiner:

Du bist aaS bei der Dekra im Osten? Von GTÜ zu Dekra? Schlafmützig fand ich die Ausbildung in Kreischa eigentlich nicht. Beinahe familiär, würde ich es nennen. Manche von den Leuten sind halt vom alten Schlag, Ex- KTA-Mitarbeiter. Was ist denn bei der GTÜ so anders?

Na ja, weiß auch nicht so genau, also beispielsweise 19(3): Der komplette 19er, der 27er, überhaupt die ganze StVZO wurde bei GTÜ derart wörtlich und minutiös eingehämmert, daß ich heute nach Jahren noch davon zehre. Es wurde auch gelehrt, wie Gesetze, Verordnungen usw. zu lesen, zu interpretieren usw. sind. Also wurde beispielsweise in den "roten Büchern" jeder Fußnote, jedem Verweis so lange hinterhergetippelt, bis man genau herausgelesen hat, was der Verordnungsgeber damit meint. Ich kann also heute noch ohne Nachschauen alle Daten herbeten, ab wann dieses oder jenes in Kraft ist, von wegen der Nachrüstpflicht und so. Und ich sehe bei Dekra-Kollegen recht oft, daß die dann was bemängelt haben, was das Fahrzeug vielleicht noch gar nicht haben muß. Wenn ich dann nachfrage, höre ich häufig den Satz, daß man das so intensiv garnicht gelernt hätte. Und ich habe das auch selbt am eigenen Leib erfahren. Ich bin nach der PI-Ausbildung bei GTÜ eine knappe Woche vor der amtlichen Prüfung zu Dekra gekommen und habe die Prüfung locker gemacht. Dann habe ich später die aaS-Ausbildung in Kreischa gemacht und festgestellt, daß die Dekra-Kollegen UND die Referenten ganz schöne Lücken hatten. Und da ich ja nun bei weitem kein Überflieger war, kann es nur an der Ausbildung gelegen haben. Im allgemeinen, ich kenne noch zwei weitere Wechsler GTÜ--> Dekra persönlich, wird dieses so eingeschätzt. Bei GTÜ hat man m.E. nach auch größeren Wert auf die Rechtsquellen-Sicherheit gelegt, also immer wenn man was gesagt hat, mußte man gleich dazu wissen, wo es steht.

Bau und Betrieb soll ziemlich gleich gewesen sein, aber TSV und StVR gibt es anscheinend große Unterschiede.

Aber auch das mag jeder anders sehen, hängt sicher auch vom jeweiligen Dozenten ab, den man gerade hatte :-))

Gruß Gardiner

Hallo Lampost22

ich bin Mitinhaber eines kleinen Ingenieurbüros in Mannheim. Wir bauen gerade eine neue Kfz-Prüfstelle und suchen Verstärkung. Wir übernehmen die Kosten für die notwendigen Führerscheine und natürlich die Ausbildungskosten. Ein kleines Gehalt in der Ausbildung sowie die Übernahme der Unterbringungskosten ist für uns auch selbstverständlich. Die Ausbildungskosten sind wie branchenüblich innerhalb von 36 Monaten nach Ende der Ausbildung anteilig zurückzuzahlen, sollte das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet werden. Weiterbildung z.B. in Sachen Unfallgutachten/UVV-Prüfungen (z.B. an Rolltoren/Hebebühnen) sind erwünscht und werden von uns natürlich unterstützt. Das Anfangsgehalt nach der Ausbildung liegt bei ca. 35TE und kann bei Interesse mit einem Firmenwagen aufgewertet werden.
Wir sind ein "junges" Team von 35-37 Jahren und besonders ich würde mich auch über einen Sachsen freuen, da ich aus Ostthüringen komme.
Mannheim liegt im Dreiländereck von BW/Hessen/RP. Heidelberg ist direkt in der näheren Umgebung, der Odenwald und der Pfälzer Wald liegen auch vor der Tür-also nicht die schlechteste Region zum Leben.
Das Angebot ist natürlich nicht nur für Lampost22, sondern auch für andere Maschinenbauing./E-Techniking. mit ein bissel Benzin im Blut oder auch für schon fertige Prüfer mit Wechselambitionen.

Grüße aus dem Südwesten
Kuesmann

Original geschrieben von Lampost22
Hallo,

auch wenn ich nichts zu der laufenden Diskussion beitragen kann, wollte ich dennoch einmal nachfragen, ob innerhalb Sachsens jemand eine Stelle als Kfz-Prüfingenieur ausschreibt? Ich suche nach einer Stelle mit entsprechender Ausbildung zum Prüfingenieur. Da meine Vorredner hin und wieder Stellen ausgeschrieben haben, wäre mein Anliegen hier sicher nicht ganz verkehrt.
Kurz zu mir. Männlich, 26 Jahre, Dipl. Ing. mit 2 Jahren Berufserfahrung als Konstrukteur im Sondermaschinenbau. Wenn jemand etwas im „Angebot“ hat oder mir einen Hinweis geben kann, dem wäre ich dankbar. 🙂

Grüße

hallo,

ich würde mal gern wissen wie es ist... wenn ich mit der pi ausbildung beginne und die drei prüfungen nicht bestehen sollte, was passiert dann? wenn der arbeitgeber die ausbildungskosten übernimmt, und der lehrling die prüfung nicht geschafft hat..? müsste ich die gesammte kosten an den arbeitgeber zurückzahlen? ist es irgendwo gesetzlich festgehalten oder ist es verhandlungssache? habe eigentlich vor beim küs mit der ausbildung zu beginnen..

grüße kimi

Hallo Kimi74,

also eine gesetzliche Regelung ist mir nicht bekannt. Wir haben bei unserem Angestellten damals im Ausbildungsvertrag auch keine vertragliche Regelung getroffen.
Der Stoffumfang ist sicherlich beachtlich und die Ausbildung kein Zuckerschlecken, aber da als Grundlage eine Hochschulausbildung gefordert ist, ist sie sicherlich machbar. Wir haben auch unseren Mann großzügig freigestellt, um sich auf die Prüfung vorzubereiten. Klar sollte man sich auch bewußt sein, dass man sich durch die Ausbildung eine Qualifizierung sichert, die bei pflichtbewußtem Arbeiten einen sicheren und abwechslungsreichen Job fast garantiert. Die Nachwuchsprobleme sind jetzt schon absehbar, da viele Branchen auch Ingenieure suchen.
Die Ausbildung können bei den Technischen Prüfstellen (Dekra-Ost, TÜV-West) übrigens auch Kfz-Meister durchlaufen und die schaffen es auch zum großen Teil.
Bei welchem KÜS-Partner willst Du denn anfangen und in welcher Region?

Grüße KUESMANN

Zitat:

Original geschrieben von Kimi74


hallo,

ich würde mal gern wissen wie es ist... wenn ich mit der pi ausbildung beginne und die drei prüfungen nicht bestehen sollte, was passiert dann? wenn der arbeitgeber die ausbildungskosten übernimmt, und der lehrling die prüfung nicht geschafft hat..? müsste ich die gesammte kosten an den arbeitgeber zurückzahlen? ist es irgendwo gesetzlich festgehalten oder ist es verhandlungssache? habe eigentlich vor beim küs mit der ausbildung zu beginnen..

grüße kimi

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hallo kuesmann, vielen dank für deine antwort..

ich habe bereits mit der ausbildung zum prüfingenieur begonnen. region oberhausen, bochum, dislaken, herne.. schon am fr beginnt der lehrgang wieder mit dem stoff ggvs. danach bau und betrieb. den bereich allgemeine recht habe ich leider verpasst, da ich zu spät mit der lehre begonnen habe.

mein freund fragte mich mal was mir passieren würde, wenn ich dreimal durch die prüfung fallen sollte..eine gute frage, die ich nciht antworten konnte. leider war mir nicht bewusst, dass ich acuh dreimal durchfallen könnte...ich höre ja überall wie schwer und anstrengend der ausbildung sein soll. nach meinen ersten eindrücken zu beurteilen: es ist schon machtbar, aber nur wenn man am ball dran bleibt...aber wer weiss was alles auf mich noch zukommt..

zwar habe ich den studiengang fahrzeugtechnik in schnelldurchgang geschaft, doch fehlen mir jegliche praktische übungen am fahrzeug selbst..ich wünschte ich hätte mal ne ausbildung als kfz mechaniker gemacht.. ich kenne ja nicht mal alle begriffe am fahrzeug...ich mache den motorraum auf, und muss gestehen kenne nciht alle bauteile mit namen..wie beschämend..

eine harte zeit steht mir wohl bevor...

viele grüße

kimi74

Hallo Kimi74,

das Problem mit der Praxis am Auto haben eigentlich alle und die wenigsten haben eine KFZ-Ausbildung als Grundlage. Das ist aber überhaupt kein Problem. Erstens mußt Du die "Kisten" nicht reparieren sondern auf Vorschriftsmäßigkeit überprüfen und zweitens hast Du ja einige Praxiswochen dabei, in der Du Erfahrung mit den Prüfpflichtpunkten machen kannst. In der Prüfung wird zum großen Teil Theoriewissen abgefragt, je nach Bundesland schon heftig bis in das Detail. Der Bereich TdSV beinhaltet dann mehr den Praxisteil und erfahrungsgemäß schneiden viele Teilnehmer da schlechter ab, weil da die Erfahrung fehlt. Vier genügt, kann man da nur sagen und möglichst viele Fragekataloge vom Bundesland der Prüfung besorgen und durcharbeiten. Kontakte zu TÜV/Dekra Leuten sind da manchmal hilfreich, da die in Ihrer Ausbildung auch vorbereitet werden.
Aber das ist alles noch zu früh, erstmal StvZO pauken.
Bei der KÜS bist Du ganz gut aufgehoben, auch wenn der Herr Andreacci Euch Feuer macht. Wenn Du die Prüfung bestanden hast, wirst Du in Losheim plötzlich ganz anders behandelt, da Du jetzt auch Geld für sie verdienst. Die Unterstützung ist echt gut im Alltag eines Prüfers, auch die IT ist auf Zack. Also lass Dich nicht einschüchtern und am Ball bleiben ist genau richtig. Wer es dreimal nicht schafft, hat bestimmt 1,5-2Jahre vergeudet und soll wohl wirklich etwas anderes machen.
Grüße KUESMANN

hallo kuesmann,

vielen dank für deine nachricht...du gibst mir echt mut :-)..war doch schon ein wenig besorgt..wollte schon, sobald ich mehr zeit habe zum werkstatt und da rumschrauben..*G*.aber einwenig rumschrauben wird´s wohl nciht schaden..zuerst werde ich mal versuchen soviel wie möglich zu lernen..hoffe ich kriege das alles hin..aber immerwieder so lange zeit im losheim zu bleiben ist manchmal schon sehr hart..hatte heimweh...naja..da muss ich´durch..

so im mai oder juni werde ich mal versuchen soviel prüfungsbogen wie möglich zu besorgen..

viele grüsse

kimi74

Hallo Zusammen,

hatte ja gestern schon einmal Fragen zu dem Thema...
http://www.motor-talk.de/.../...eur-fuer-fahrzeugtechnik-t1729973.html

Bin mal gespannt auf das Vorstellungsgespräch, auch wenn ich mir nicht so viele Chancen ausrechnen
bin Elektroing. und müsst als noch die Ausbildung durchlaufen und auch mit 39J ja auch nicht mehr so jung...

Dann ist da sicher noch die Sache mit dem Gehalt, zu welchen Einbusen ich
da bereit bin....

Da ich wirklich Interesse an KFZ habe würde ich gerne die Ausbildung zum PI
machen, hätte ich mal nach dem Fachabi Kfz-Technik studiert *Mist*

Gruß
Guido

@kuesmann
@kimi74
Ich weiß ja nicht, ob Du Deine Ausbildung auch beim KÜS gemacht hast, also bei uns damals bei der GTÜ hatten die meisten Leute sehr gute praktische Kenntnisse, die meisten hatten Schrauber gelernt. Ich finde es ganz schön fahrlässig, den kimi74 dahingehend zu beruhigen, daß er derartige Kenntnisse net braucht... Solche Prüfer mag ich, die später nicht mal 'nen Turbolader von 'ner Lichtmaschine unterscheiden können! Fühle Dich bitte nicht gleich persönlich angegriffen, aber ich finde gerade Praxis unheimlich wichtig. In den kurzen Praxisblocks während der Ausbildung lernt man bei weitem nicht genug, weder für die Prüfung noch für das spätere Berufsleben. Wir hatten seinerzeit z.B. zwei Elektroingenieure mit Kfz-Kenntnis null, und beide mußten mitten im Lehrgang die Segel streichen, ein Zufall?
Gleichwohl hat kimi ja wohl noch genug Zeit, sich ausreichende Praxis anzueignen. Und was die Prüfungen betrifft, das ist in der Tat sehr theoretisch, das kriegt man schon hin. Spätestens im dritten Anlauf sollte es jeder geschafft haben. Man sollte sich ein Büro suchen, wo man ausreichend frei bekommt, um sich auch wirklich gut vorzubereiten, und wo man nicht während seiner Praktikumswochen den AU-Knecht spielen muß.

DEKRA und TÜV mit den Meistern: Also zumindest bei DEKRA, wo ich arbeite, werden schon lange keine Meister mehr als Prüfer eingestellt. Es gibt sicher noch einige alte Relikte, wo noch Meister quasi mit Bestandsschutz als aaP oder aaPmT in den Technischen Prüfstellen arbeiten, aber die sterben langsam aus. Eigentlich geht man doch immer mehr auf die Ing.-Schiene, und ich finde das richtig so.

Grüße von Gardiner

Moin, moin,

die Herren Kollegen & jene, die es werden möchten. 🙂

Zunächst mal zum Bwerbungsalter: Einer meiner "neueren" Kollegen war auch schon 36, als er sich bei Dekra beworben hat. Ist also nicht soo tragisch.

Was das fremde Branchen (wie Elektrotechnik) angeht:
Ich für meinen Teil bin Quereinsteiger, eigentlich Sicherheitsingenieur, habe Sicherheitstechnik in Wuppertal studiert und bin Fachkraft für Arbeitssicherheit und Gefahrstoffwesen. Die Zulassung für die Prüfung zum PI habe ich via Ausnahmegenehmigung des Verkehrsministeriums NRW bekommen. Ich schraube zwar seit fast zwanzig Jahren an Autos, bzw. Mopeds und Motorrädern, aber ich habe keine Ausbildung in der Richtung und ich bin ein ziemlich lausiger Mechaniker. 😉
Ich bin u.a. eingestellt wurden, weil wir in unserem Job unser Prüfergebnis auch "verkaufen" können müssen, also Kundenumgang - und das ist etwas, wo ich ziemlich gut bin. 😎

Die Prüfung, die in NRW leider etwas fieser ist, als in den anderen Bundesländern, kann man durchaus im ersten Anlauf bestehen 😎, allerdings hatte ich auch einen Kollegen, der es erst im dritten Versuch geschafft hat. Versiebt man den dritten, wird man zumindest in diesem Bundesland für - meine ich - eine Frist von fünf Jahren gesperrt.

Zur Prüfung selbst: Sie umfasst die drei Themengebiete Recht, Tätigkeit des Sachverständigen, sowie Bau und Betrieb von KfZ., jeweils schriftlich und mündlich. In NRW werden zu jedem Themengebiet nur so drei, vier Fragen gestellt, in anderen Bundesländern zehn bis zwanzig. Das bedeutet für den Prüfling: Schreibe zu der gestellten Frage alles, was Dir zu dem Thema einfällt, alles, was damit zu tun hat, selbst wenn Du die Kernfrage nicht beantworten kannst, aber zeige, daß Du drumherum fit bist, daß Du Bescheid weißt. Also wenn Du die Anbauhöhe einer Kupplungskugel nicht weißt, laß Dich über alles aus, was Dir zu Anforderungen an Kupplungen ein fällt... Diese Strategie hat mich recht locker durch diese Prüfung gebracht. In der Mündlichen wird man dann natürlich besonders gerne zu dem befragt, was schriftlich nicht so toll war. Aber es liegen sechs Wochen zwischen den beiden Prüfungen, Zeit genug, sich vorzubereiten. Und die Mündliche lief bei mir sehr entspannt ab. Labern, labern, labern, der Prüfer darf gar nicht zum Fragen kommen...

In NRW ist Bau und Betrieb m.Meinung nach das unangenehmste Kapitel, weil es Demjenigen, der die Aufgaben stellt, durchaus nicht genügt, daß man grob weiß, wie ein CVT- Getriebe oder ein Tandemhauptbremszylinder funktioniert, nein, der Herr möchte eine am besten funktionsfähige Skizze des entsprechenden Bauteils. Außerdem ist der Herr ein sklavischer Fan der deutschen Autoindustrie. Bringt ein halbes Jahr vor der Prüfung z.B. VW den neuen Schwurbelschalthebel 3000 😁 heraus und die MOT berichtet darüber, dann rechne damit, daß Du dazu in der Prüfung eine Frage findest.

Ansonsten kann man die Ausbildung schaffen und die Prüfung bestehen, ohne jemals ein Auto von unten gesehen zu haben, mit reiner Theorie, denn so funktioniert Deutschland.

Es gibt weder eine praktische Prüfung, ob Du eine AU durchführen kannst und was Du da eigentlich gerade tust, noch gibt es eine simulierte Hauptuntersuchung am Auto oder LKW als Prüfungsanforderung.
Deshalb ist es absolut empfehlenswert, wenn man eine Ausbildung als KfZ- Mechaniker hat und über Verschleißteile und deren Verschleißbilder Bescheid weiß.

Ich habe einen Kollegen, der nicht in der Lage ist, den Unterschied zwischen ganz leichtem Spiel und einem ausgeschlagenen Gelenk zu kapieren. Ebenso bei leichtem Korrosionsrand an einer Bremsscheibe oder schlechtem Tragbild. Er hat die Prüfung mit sehr guten Noten bestanden, seit zwei Jahren die Stempel, aber ich und meine Kollegen kriegen immer wieder Autos von ihm zur Nachkontrolle, wo er, auf deutsch gesagt, nur Scheiße, Pille-Palle, aufgeschrieben hat, aber die gebrochene Feder und die ausgeschlagenen Traggelenke übersieht. Bevor einer fragt: Er wurde darauf angesprochen, er hat gemeinsam mit erfahrenen Kollegen Fahrzeuge geprüft.

Ein Kollege meint, das Handwerkszeug eines Prüfers bestände zu 20 Prozent aus Paragraphen (meint die Kenntnis der rechtlichen Anforderungen) und zu 80 Prozent aus Erfahrung. Das meint Typkenntnis, wissen, wo man gucken muß und abschätzen können , ob etwa das Spiel eines Gelenkes mit "ein bischen erhöht", "erhöht" und "ausgeschlagen" zu beurteilen ist.

Grüße: Markus

Hi Leute,

sorry wenn ich noch mal so dumm nachfrage aber kann mir mal bitte einer sagen ob sich das für mich überhaupt lohnt (finaziel) wenn ich studieren gehe und mich dann bei z.b. bei der dekra bewerbe.
Kann mir das bitte einer noch mal ganzgenau erklären was man jetzt so im durchschnitt am anfang verdient, wehr sehr nett von euch.

kannst Du nicht einfach mal ganz genau den thread durchlesen, dann kannst Dir die Fragen sparen. Ich denke, vor allem auf Seiten 6 ff. steht ausreichend Info für Dich.

Gardiner

Gut danke, ich weiß das die frage überflüssig war aber hätte ja sein können das das noch mal einer kurz zusammen fast. Trotzdem danke.

Hallo,

ich habe gehört das sich jetzt auch Kraftfahrzeugtechnikermeister in Zukunft zum PI ausbilden lassen können.
Diese Regelung soll im Herbst diesen Jahres in Kraft treten.
Möglich ist dies durch die Änderung des Hochschulgesetzes wo jeder der den Meisterbrief in der Tasche hat in seinem Fachbereich studieren kann.
Mich würde diese Weiterbildung zum PI intressieren.
Bin selber Kraftfahrzeugtechnikermeister und KFZ-Sachverständiger.
Kann man das schaffen auch wenn man kein Fachabi sowie kein abgeschlossenes Studium hat?

Ist mit net bekannt, und kann ich mir auch nicht vorstellen. Heißt ja auch PrüfINGENIEUR und nicht PrüfMEISTER.

Ich persönlich würde eine solche Entwicklung auch fatal finden. Die Werkstätten oder deren Meister sind ohnehin schon der Meinung, daß TÜV & Co. überflüssig sind und sie selbst alles ohnehin besser könnten. Das wäre dann ja Wasser auf deren Mühlen. Und wo soll es enden? Nachher meint auch noch ein super-besonders guter Schlosser, daß er ja mal auch TÜVer sein kann. Wenn wir erst so weit wären, dann gute Nacht Verkehrssicherheit.

Aber solange das KfSachVG, die KfSachVO bzw. die StVZO Anlage VIIIb nicht geändert ist, können die am Hochschulgesetz schrauben soviel sie wollen. Die obersten Landesbehörden würden wohl nie einer solchen eklatanten Ausnahme bei den Zugangsvoraussetzungen zum PI/ aaS zustimmen.

Gardiner

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