Audi Quattro-Antrieb veraltet?
Hallo,
wir sind kürzlich in einer Runde zusammengesessen und haben Antriebskonzepte diskutiert. Da vertrat ein Kollege vehement die Ansicht, dass Audi beim Allrad die Führungsrolle verloren hat, dass der Quattro im Grunde veraltet ist. "Andere verteilen die Kräfte intelligenter" Er führte dann noch Saab und BMW an, die mit den bald erscheinenden Allradlern (Saab XWD und BMW X6) das Antriebsmoment fast vollständig auf eine Achse schieben können. Während Audi das nicht kann (angblich sind maximal 25 zu 65 % drin)
Außerdem bringen die anderen bald aktive Hinterachsdifferentiale(Stichwort: Torque Vectoring). Das dauert bei Audi noch etwas...
Was meinen die Experten?
Bitte einigermaßen neutral. Ich will bloß wissen, ob mein Kumpel recht hat.
Danke
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von suchender77
Hallo,wir sind kürzlich in einer Runde zusammengesessen und haben Antriebskonzepte diskutiert. Da vertrat ein Kollege vehement die Ansicht, dass Audi beim Allrad die Führungsrolle verloren hat, dass der Quattro im Grunde veraltet ist. "Andere verteilen die Kräfte intelligenter" Er führte dann noch Saab und BMW an, die mit den bald erscheinenden Allradlern (Saab XWD und BMW X6) das Antriebsmoment fast vollständig auf eine Achse schieben können. Während Audi das nicht kann (angblich sind maximal 25 zu 65 % drin)
Außerdem bringen die anderen bald aktive Hinterachsdifferentiale(Stichwort: Torque Vectoring). Das dauert bei Audi noch etwas...
Was meinen die Experten?
Bitte einigermaßen neutral. Ich will bloß wissen, ob mein Kumpel recht hat.
Danke
Quattro ist in dem Sinne ein älteres Prinzip, da man hier ein Mittendifferential nutzt, bei Audi handelt es sich um ein Torsen (Torque Sensoring) Differential (Differential gesteuertes Allradsystem). Die neueren Allradsystem, wie BMW nutzen zur Kraftverteilung eine Reiblamellenkuplung. (Kupplungsgesteuertes Allradsystem)
Beide Systeme haben natürlich Vor- und Nachteile, das ist jedem selbst überlassen. Aber mit deiner Threadüberschrift wirst du dich nicht wundern müssen, wenn es wütende Proteste gibt.
39 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Schnappauf
Warum hast du jetzt Quattro ? Sind die Winter in QLB so streng ? 🙂Zitat:
Original geschrieben von ap11
Eher nicht-dann wäre ich ja mit meinem 4B Frontkratzer dauernd abgeflogen.Immerhin gibt es da noch ein ESP ,daß wahrscheinlich weit vor dem Grenzbereich abregelt und das schalte ich nicht aus,nur weil ich Quattro habe
Alex.
Auf nasser Autobahn z.B. hält der Quattroantrieb dem ESP schön den Rücken frei.🙂
3.0 TDI gibt es nur mit Quattro und die Benziner waren im Leasing zu teuer.Soll aber nicht heißen,daß ich den Quattro wieder loswerden will.Da gibts ja im Winterurlaub diese Schilder:Schneekettenpflicht-außer Allrad mit Wi.reifen 😁😁😁
Alex.
Ich habe den Quattro weil er Serie ist, aber wenn er optional wäre, dann würde ich ihn auch wählen. Ich stehe auf Traktion!
Zitat:
Original geschrieben von JanA6Avant
Ich habe den Quattro weil er Serie ist, aber wenn er optional wäre, dann würde ich ihn auch wählen. Ich stehe auf Traktion!
Sehe ich auch so 😁 - beim A6 wäre auch kein Hinteradantrieb dienlich da seine Gewichtsverteilung sehr ungünstig ist. Außerdem paßt bei den Drehmomentstarken Motoren der quattro besser als der "Frontkratzer" - Antrieb 😉.
P.S. Beim 5er würde mir der Hecktriebler reichen - seine Balance ist hervorragend 😎.
Zitat:
...
Ja eben.Tester im Grenzbereich gegen die Uhr.Wer von uns kann so fahren und wenn ,wann macht er das?
...
...nicht nur im Grenzbereich !
Es gibt soviele Unterschiede, auch im "Popometer", einige Bekannte und Meister meines 😉 konnten beim 4B gewisse Fahrwerksprobleme (z.Bsp. erste Anzeichen von Querlenkerverschleiss beim 90° Einlenken in eine Hofeinfahrt und damit nacheinander erfolgende Auffahrt der Vorderräder, wobei ein Versatz/Spiel im Fahrwerk und Lenkrad zu fühlen war) nicht nachvollziehen, während andere mir dies sofort bestätigten.
Insofern Vorsicht mit Pauschalisierungen. Und dann wage ich aus eigener Erfahrung behaupten zu können:
- wer täglich fährt,
- jährlich mehr als nur 10.000 km macht (besser: mehr als 30.000),
- etwas techn. Verständnis hat und
- das Popometer mindestens auf "mittlerem" Niveau ist,
der erFÄHRT (im wahrsten Sinne des Wortes) die Probleme des Fahrzeuges !
Gruß
JenS
PS: der eine halt mehr, der andere weniger --> im Mittel stimmts genauso wie mit dem Dorfteich, wo die Kuh trotzdem ersoff -- und in den Werkstätten sitzen genauso viele verschiedene "Popometer" ..... 🙂
PS 2: Ich wünsche allen ein gutes "Popometer" und den betreffenden Werkstätten mindestens das gleiche...
Ähnliche Themen
Erstmal sorry, für den Rechenfehler...Habe Grippe, ist aber keine Entschuldigung.....
Trotzdem danke für eure informativen Antworten
Zitat:
Original geschrieben von JensMan999
...nicht nur im Grenzbereich !Zitat:
...
Ja eben.Tester im Grenzbereich gegen die Uhr.Wer von uns kann so fahren und wenn ,wann macht er das?
...
Es gibt soviele Unterschiede, auch im "Popometer", einige Bekannte und Meister meines 😉 konnten beim 4B gewisse Fahrwerksprobleme (z.Bsp. erste Anzeichen von Querlenkerverschleiss beim 90° Einlenken in eine Hofeinfahrt und damit nacheinander erfolgende Auffahrt der Vorderräder, wobei ein Versatz/Spiel im Fahrwerk und Lenkrad zu fühlen war) nicht nachvollziehen, während andere mir dies sofort bestätigten.Insofern Vorsicht mit Pauschalisierungen. Und dann wage ich aus eigener Erfahrung behaupten zu können:
- wer täglich fährt,
- jährlich mehr als nur 10.000 km macht (besser: mehr als 30.000),
- etwas techn. Verständnis hat und
- das Popometer mindestens auf "mittlerem" Niveau ist,der erFÄHRT (im wahrsten Sinne des Wortes) die Probleme des Fahrzeuges !
Gruß
JenSPS: der eine halt mehr, der andere weniger --> im Mittel stimmts genauso wie mit dem Dorfteich, wo die Kuh trotzdem ersoff -- und in den Werkstätten sitzen genauso viele verschiedene "Popometer" ..... 🙂
PS 2: Ich wünsche allen ein gutes "Popometer" und den betreffenden Werkstätten mindestens das gleiche...
ich habe das Gefühl,daß die Werkstatt beginnende Mängel als allerletzte "erfühlen" kann.ich bin da auch sehr sensibel (hatte garade ein Radlager kaputt)
Aber wie das Auto im Grenzbereich anders als z.B. ein BMW reagiert ,das merke ich sicher nicht.
Alex
Ich glaube nicht das dass Quattrokonzept veraltet ist. Da der Motor vor der Antriebswelle der Vorderachse sitzt ist m. M. nach ein tieferer Schwerpunkt zu realisieren als bei Fzg’en bei denen die Antriebswelle durch den Motor (somit unter die Kurbellwelle gelegt) werden muss. Tieferer Schwerpunkt und mehr Gewicht auf der Vorderachse sind m. M. nach für einen stabileren Geradeauslauf und weniger Seitenwindempfindlichkeit verantwortlich.
Der Nachteil der Frontlastigkeit im Handling und größere Neigung zum Untersteuern ist mir schon klar!
Um einen Quattro in Kurven schnell zu bewegen muss man ihn vor der Kurve abbremsen und im Kurvenscheitelpunkt beschleunigen um wieder auf eine ausgewogene Gewichts- und Antriebsverteilung zu kommen. Leider fahren manche vor einer Kurve viel zu schnell und rutschen in der Kurve über die Vorderachse weg (da kann selbst ESP nicht mehr helfen).
mfg
**********
Zitat:
Original geschrieben von **********
Um einen Quattro in Kurven schnell zu bewegen muss man ihn vor der Kurve abbremsen und im Kurvenscheitelpunkt beschleunigen um wieder auf eine ausgewogene Gewichts- und Antriebsverteilung zu kommen. Leider fahren manche vor einer Kurve viel zu schnell und rutschen in der Kurve über die Vorderachse weg (da kann selbst ESP nicht mehr helfen).
mfg
**********
Da muss ich dir Recht geben. Als ich 1994 mal das Vergnügen hatte, den RS2 des Werkleiters in Neckarsulm zu fahren, hat er mir in der Autobahnauffahrt genau das empfohlen. Es war ein sagenhaftes Gefühl, denn der RS2 "klebte" förmlich auf dem Asphalt.
Off Topic: da sich hier ein paar selbsternannte Trolljäger im Internet tummeln und mir unterstellen, ich sei ein solcher Troll, nur soviel: der Werkleiter 1994 hiess Otto Lindner und war ein Bekannter meines Vaters...ich hatte damals das Vergnügen in NSU im Rahmen meines Maschinenbaustudiums ein Praktikum bei Audi in NSU zu absolvieren und noch kostengünstig bei ihm und seiner Frau zu wohnen...alles klar @garmotto😁?
Da denn, Schöne Ostern...auch an die Trolljäger😁😁😉
Zitat:
[Leider fahren manche vor einer Kurve viel zu schnell und rutschen in der Kurve über die Vorderachse weg (da kann selbst ESP nicht mehr helfen).
mfg
**********
...aber auch ein Quattro hilft da nicht bei der Physik.Zu schnell ist zu schnell.
Alex.
Zitat:
Original geschrieben von suchender77
Hallo,wir sind kürzlich in einer Runde zusammengesessen und haben Antriebskonzepte diskutiert. Da vertrat ein Kollege vehement die Ansicht, dass Audi beim Allrad die Führungsrolle verloren hat, dass der Quattro im Grunde veraltet ist.
Ja, da ist etwas Wahres dran. Das Problem des Torsen-Differentials ist, dass es nicht elektronisch regelbar ist. Es ist einzig über ESP reaktiv steuerbar, aber nicht vollständig regelbar wie moderne Lösungen. Andererseits ist z.B. die Lösung von BMW mit der Kupplung eigentlich eine "Billiglösung" und einer differentialbasierten Lösung wie dem Audi Quattro eigentlich unterlegen. Eine kupplungsbasierte Lösung ist immer auf einen Regelkreis angewiesen.
Zitat:
Original geschrieben von suchender77
"Andere verteilen die Kräfte intelligenter" Er führte dann noch Saab und BMW an, die mit den bald erscheinenden Allradlern (Saab XWD und BMW X6) das Antriebsmoment fast vollständig auf eine Achse schieben können. Während Audi das nicht kann (angblich sind maximal 25 zu 65 % drin)Außerdem bringen die anderen bald aktive Hinterachsdifferentiale(Stichwort: Torque Vectoring). Das dauert bei Audi noch etwas...
Ein Hinterachsdifferential mit aktiver Momentverteilung ist auch bei Audi in Planung und dürfte zeitgleich mit BMW und Saab auf den Markt kommen. Das ist kein Argument gegen den Quattro. Das System von Saab ist dem (Torsen-)Quattro unterlegen, weil dieses System auf einem Fronttriebler basiert.