A7 55 TFSI e - Erste Erfahrungen
Hallo zusammen,
ich fahre nun seit 2 Wochen und 861 km einen A7 55 TFSI e und wollte Euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Ich hatte vorher einen A7 BiTurbo (Diesel, 320 PS) und davor den A7 3.0 TDI mit 272 PS. Hier meine Erfahrungen aus den ersten beiden Wochen:
- Elektrisch fahren macht richtig Spaß, das Auto spricht sofort an und zieht gleichmäßig durch. Gerade in der Stadt ist das extrem angenehm und ich möchte nicht gegen meinen alten BiTurbo tauschen.
- Das Zuschalten des Benziners passiert ohne Ruckeln und sehr smart
- Der Boost ist die Krönung, herrlich! Damit gewinnt man jedes Ampelrennen :-) Aber auf der Autobahn braucht man den Boost auch. Gerade bei Steigungen ist der 4-Zylinder bei fast 2,2 Tonnen Gewicht doch zu schmalbrüstig.
- Man hat, wenn man das Auto als Dienstwagen fährt, nur den halben geldwerten Vorteil.
- Die Vorklimatisierung ist eine feine Sache!
- 52 km laut WLTP (in Realität sind das 35 - 40 km) sind wirklich wenig, man ist ständig am Laden. In meinen Augen sollte ein Hybrid Kapazität für 60-90 km haben.
- Der Kofferraum wird durch die Batterie deutlich kleiner. Gerade beim A7 mit dem extremen Schrägheck macht sich das deutlich bemerkbar.
- Der 4-Zylinder macht auf der Autobahn nicht wirklich Spaß. Beim Beschleunigen braucht man den „Boost“ und sollte daher die Batterie nie ganz leer fahren. Man schleppt eben (verglichen mit dem 45 TFSI e, der einen ähnlichen Benzinmotor hat) rund 300 kg Batterien zusätzlich mit sich herum. Das wirkt sich aus. Da wünsche ich mir manchmal doch den Biturbo zurück. Aber der Boost rettet die Lage! So macht der A7 trotzdem viel Spaß und die Fahrleistungen sind sehr gut! Und vielleicht bessert sich der Motor ja, wenn er erst mal eingefahren ist.
- Viele Bugs in der Software, die auch teilweise noch nicht an den Hybrid angepasst ist. So bremst der Spurhalteassistent manchmal recht spät und mit voller Wucht ab und das geht dann eher auf die Bremsbeläge statt auf die Rekuperation. Auch die Verkehrszeichenerkennung war beim letzten A7 besser. Android Auto Wireless verweigert das MMI auch, ich habe wieder ein Kabel. Der myAudi-Server ist manchmal sehr träge oder auch schon mal garnicht erreichbar. Gerade wegen des Ladestandes benötigt man beim Hybrid die App häufiger.
- Verbrauch: Ich habe in dem o.a. Zeitraum einen Schnitt von Strom: 30,16 KWh/100km zuzüglich Benzin: 3,32 l/100km. Ich fahre ca. 30% Stadt, 10% Landstraße und 60% (überwiegend geschwindigkeitsbeschränkte) Autobahn. Ich hoffe, dass sich dieser Verbrauch noch deutlich nach unten korrigiert, wenn das Fahrzeug erst eingefahren ist. Aber der von Audi angegebene Kraftstoffverbrauch (kombiniert: Benzin: 1,9 l/100 km | Strom: 17,5 kWh/100) ist ein Märchen und nur im Labor zu erreichen! Da wird wohl weder Heizung noch Klimaanlage gestartet, denn die brauchen auch Strom! Des Weiteren läuft beim Laden eine Kühlung, auch die scheint nicht mitgerechnet zu werden.
- Kosten: Rechnet man einen Strompreis von 30 Cent (was an der Ladesäule eher günstig ist) und einen Spritpreis von 1,35 Eur, dann kommt man auf runf 13,50 Eur pro 100 km. Im Vergleich zu meinem „alten BiTurbo“, den ich mit 9 Litern Diesel gefahren habe, ist das bei einem angenommenen Dieselpreis von 1,25 Eur eine Verteuerung um mehr als 2 Eur. Natürlich zahlt man beim Diesel höhere Steuern, aber trotzdem finde ich die Kosten hoch! Den Vergleich zum 55 TFSI kann ich nicht machen, da ich den Verbrauch nicht kenne.
- Ökologieaspekt: Kommt der Strom wirklich aus regenerativen Energien, dann hat man mit dem Fahrzeug durchaus einen reduzierten CO2 Ausstoß. Auf jeden Fall ist es vorteilhaft, dass man zumindest in der Stadt „sauber fährt“ und dort keine Abgase erzeugt.
Erstes Fazit nach 2 Wochen
Audi hat hier ein tolles Auto gebaut, das wirklich Spaß macht. Mit 6 Zylinder-Benziner und doppelter Reichweite des Elektromotors wäre das Fahrzeug perfekt. Aber es ist ja der erste A7 Hybrid und weitere Modelle werden folgen.
Die Performance eines 55 TFSI oder gar des S7 auf der Autobahn erreicht das Fahrzeug nicht, dessen muss man sich bewusst sein. Im Bereich bis 100 km/h hingegen macht mir der TFSI e mehr Spaß als der BiTurbo. Die spontane Ansprache, das ruhige durchziehen, einfach toll! In meinen Augen macht der TFSI e daher nur Spaß, wenn man ihn wirklich elektrisch fahren kann. Daher ist das Auto nichts für Langstreckenfahrer sondern eher für Pendler, die vielleicht 2-5 mal im Monat eine Langstrecke fahren und täglich nicht mehr als 30 km (einfache Strecke) pendeln.
Unabdingbare Voraussetzung für Spaß mit dem Auto ist, dass man zu Hause und/oder auf der Arbeit die Möglichkeit zum Laden hat. Man braucht eine Ladesäule in der Nähe oder zumindest eine Haushaltssteckdose, die man nutzen kann. Das hat nicht jeder. Aus Erfahrung kann ich auch sagen, dass eine Ladesäule mit 5-10 Minuten Fußweg angenehm ist und man diese auch regelmäßig nutzt. Liegt die Ladesäule deutlich weiter entfernt, nimmt die Neigung zum Laden genauso deutlich ab. Das gilt insbesondere, wenn man schlechtes Wetter hat.
Abschließend muss ich sagen, dass der A7 TFSI e für mich persönlich die richtige Entscheidung war, die ich (bisher) nicht bereut habe. Elektrisch zu fahren macht richtig Spaß und auf der Autobahn ist der A7 mit Boost immer noch vorne mit dabei. Zudem kann ich Erfahrungen sammeln und vielleicht den ein oder anderen Beitrag zur Weiterentwicklung im Bereich der Elektromobilität leisten. Wir stehen hier (in meinen Augen) noch ganz am Anfang.
Aber das wichtigste ist: Der A7 TFSI e macht richtig Spaß! Ich erfreue mich jeden Tag darauf ins Auto zu steigen.
Beste Antwort im Thema
Hallo zusammen,
ich fahre nun seit 2 Wochen und 861 km einen A7 55 TFSI e und wollte Euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Ich hatte vorher einen A7 BiTurbo (Diesel, 320 PS) und davor den A7 3.0 TDI mit 272 PS. Hier meine Erfahrungen aus den ersten beiden Wochen:
- Elektrisch fahren macht richtig Spaß, das Auto spricht sofort an und zieht gleichmäßig durch. Gerade in der Stadt ist das extrem angenehm und ich möchte nicht gegen meinen alten BiTurbo tauschen.
- Das Zuschalten des Benziners passiert ohne Ruckeln und sehr smart
- Der Boost ist die Krönung, herrlich! Damit gewinnt man jedes Ampelrennen :-) Aber auf der Autobahn braucht man den Boost auch. Gerade bei Steigungen ist der 4-Zylinder bei fast 2,2 Tonnen Gewicht doch zu schmalbrüstig.
- Man hat, wenn man das Auto als Dienstwagen fährt, nur den halben geldwerten Vorteil.
- Die Vorklimatisierung ist eine feine Sache!
- 52 km laut WLTP (in Realität sind das 35 - 40 km) sind wirklich wenig, man ist ständig am Laden. In meinen Augen sollte ein Hybrid Kapazität für 60-90 km haben.
- Der Kofferraum wird durch die Batterie deutlich kleiner. Gerade beim A7 mit dem extremen Schrägheck macht sich das deutlich bemerkbar.
- Der 4-Zylinder macht auf der Autobahn nicht wirklich Spaß. Beim Beschleunigen braucht man den „Boost“ und sollte daher die Batterie nie ganz leer fahren. Man schleppt eben (verglichen mit dem 45 TFSI e, der einen ähnlichen Benzinmotor hat) rund 300 kg Batterien zusätzlich mit sich herum. Das wirkt sich aus. Da wünsche ich mir manchmal doch den Biturbo zurück. Aber der Boost rettet die Lage! So macht der A7 trotzdem viel Spaß und die Fahrleistungen sind sehr gut! Und vielleicht bessert sich der Motor ja, wenn er erst mal eingefahren ist.
- Viele Bugs in der Software, die auch teilweise noch nicht an den Hybrid angepasst ist. So bremst der Spurhalteassistent manchmal recht spät und mit voller Wucht ab und das geht dann eher auf die Bremsbeläge statt auf die Rekuperation. Auch die Verkehrszeichenerkennung war beim letzten A7 besser. Android Auto Wireless verweigert das MMI auch, ich habe wieder ein Kabel. Der myAudi-Server ist manchmal sehr träge oder auch schon mal garnicht erreichbar. Gerade wegen des Ladestandes benötigt man beim Hybrid die App häufiger.
- Verbrauch: Ich habe in dem o.a. Zeitraum einen Schnitt von Strom: 30,16 KWh/100km zuzüglich Benzin: 3,32 l/100km. Ich fahre ca. 30% Stadt, 10% Landstraße und 60% (überwiegend geschwindigkeitsbeschränkte) Autobahn. Ich hoffe, dass sich dieser Verbrauch noch deutlich nach unten korrigiert, wenn das Fahrzeug erst eingefahren ist. Aber der von Audi angegebene Kraftstoffverbrauch (kombiniert: Benzin: 1,9 l/100 km | Strom: 17,5 kWh/100) ist ein Märchen und nur im Labor zu erreichen! Da wird wohl weder Heizung noch Klimaanlage gestartet, denn die brauchen auch Strom! Des Weiteren läuft beim Laden eine Kühlung, auch die scheint nicht mitgerechnet zu werden.
- Kosten: Rechnet man einen Strompreis von 30 Cent (was an der Ladesäule eher günstig ist) und einen Spritpreis von 1,35 Eur, dann kommt man auf runf 13,50 Eur pro 100 km. Im Vergleich zu meinem „alten BiTurbo“, den ich mit 9 Litern Diesel gefahren habe, ist das bei einem angenommenen Dieselpreis von 1,25 Eur eine Verteuerung um mehr als 2 Eur. Natürlich zahlt man beim Diesel höhere Steuern, aber trotzdem finde ich die Kosten hoch! Den Vergleich zum 55 TFSI kann ich nicht machen, da ich den Verbrauch nicht kenne.
- Ökologieaspekt: Kommt der Strom wirklich aus regenerativen Energien, dann hat man mit dem Fahrzeug durchaus einen reduzierten CO2 Ausstoß. Auf jeden Fall ist es vorteilhaft, dass man zumindest in der Stadt „sauber fährt“ und dort keine Abgase erzeugt.
Erstes Fazit nach 2 Wochen
Audi hat hier ein tolles Auto gebaut, das wirklich Spaß macht. Mit 6 Zylinder-Benziner und doppelter Reichweite des Elektromotors wäre das Fahrzeug perfekt. Aber es ist ja der erste A7 Hybrid und weitere Modelle werden folgen.
Die Performance eines 55 TFSI oder gar des S7 auf der Autobahn erreicht das Fahrzeug nicht, dessen muss man sich bewusst sein. Im Bereich bis 100 km/h hingegen macht mir der TFSI e mehr Spaß als der BiTurbo. Die spontane Ansprache, das ruhige durchziehen, einfach toll! In meinen Augen macht der TFSI e daher nur Spaß, wenn man ihn wirklich elektrisch fahren kann. Daher ist das Auto nichts für Langstreckenfahrer sondern eher für Pendler, die vielleicht 2-5 mal im Monat eine Langstrecke fahren und täglich nicht mehr als 30 km (einfache Strecke) pendeln.
Unabdingbare Voraussetzung für Spaß mit dem Auto ist, dass man zu Hause und/oder auf der Arbeit die Möglichkeit zum Laden hat. Man braucht eine Ladesäule in der Nähe oder zumindest eine Haushaltssteckdose, die man nutzen kann. Das hat nicht jeder. Aus Erfahrung kann ich auch sagen, dass eine Ladesäule mit 5-10 Minuten Fußweg angenehm ist und man diese auch regelmäßig nutzt. Liegt die Ladesäule deutlich weiter entfernt, nimmt die Neigung zum Laden genauso deutlich ab. Das gilt insbesondere, wenn man schlechtes Wetter hat.
Abschließend muss ich sagen, dass der A7 TFSI e für mich persönlich die richtige Entscheidung war, die ich (bisher) nicht bereut habe. Elektrisch zu fahren macht richtig Spaß und auf der Autobahn ist der A7 mit Boost immer noch vorne mit dabei. Zudem kann ich Erfahrungen sammeln und vielleicht den ein oder anderen Beitrag zur Weiterentwicklung im Bereich der Elektromobilität leisten. Wir stehen hier (in meinen Augen) noch ganz am Anfang.
Aber das wichtigste ist: Der A7 TFSI e macht richtig Spaß! Ich erfreue mich jeden Tag darauf ins Auto zu steigen.
438 Antworten
Zitat:
@LutzEgon schrieb am 7. April 2022 um 10:51:37 Uhr:
Zitat:
@tiefstapler schrieb am 4. März 2022 um 21:07:34 Uhr:
Zitat:
@LutzEgon schrieb am 7. April 2022 um 10:51:37 Uhr:
Zitat:
@tiefstapler schrieb am 4. März 2022 um 21:07:34 Uhr:
... und habt ihr euch die Reifen inzwischen ansehen können?
Ja, die Michelin Pilot Sport 4s waren hinten nach 13k KM gleichmäßig abgefahren. Die Hankook Winter i*cept evo3 waren jetzt nach 8k KM bei 7mm hinten und 7.5mm vorne. Also alles soweit ok. Keine Ahnung warum es die Michelin so schnell dahin gerafft hat. Bin jetzt für den Sommer auch auf Hankook gegangen. Hoffe, die halten länger...
Fährst du viel mit ACC?
Eine Frage zum ACC:
Kann ich den auch deaktivieren und den Tempomaten so betreiben, wie ich früher beim A5 auch hatte. Ich meine einfach: Tempo einstellen und gut ist. Nothing else.
Danke für die INfo.
Nein, ACC sieht keine (alternative) "normale" Tempomatfunktion (Fixgeschwindigkeit ohne Abstandsmessung) vor, sprich man kann nur den Abstandstempomaten nutzen oder eben gar keine Tempomatfunktion.
Zitat:
@tiefstapler schrieb am 17. April 2022 um 21:53:08 Uhr:
Fährst du viel mit ACC?
Mag ich gar nicht und habe es daher gar nicht verbaut.
Zitat:
@cyberpaddy schrieb am 20. April 2022 um 09:43:19 Uhr:
Nein, ACC sieht keine (alternative) "normale" Tempomatfunktion (Fixgeschwindigkeit ohne Abstandsmessung) vor, sprich man kann nur den Abstandstempomaten nutzen oder eben gar keine Tempomatfunktion.
Genau deswegen habe ich es nicht konfiguriert. Das ist bei BMW besser gelöst - da ging beides. Keine Ahnung, ob es bei den aktuellen Baureihen auch noch so ist.
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Fährt hier noch jemand 255/35 R21? Welchen Luftdruck fahrt ihr? Es gibt in der Tür leider keine Angabe für diese Kombination...
Hallo zusammen
Fahre zu Zeit einen Mercedes CLS 350d und überlege mir zu Audi zu wechseln und mit einen A7 TFSI 50 e anzuschaffen.
Macht dies bei einem täglichen Arbeitsweg von 55km (täglich Total 110km) und einem Pass von 1000 müm Sinn? Laden könnte ich zu Hause und bei der Arbeit.
Gerne profitiere ich von euren Erfahrungen und Danke im Voraus vielmals.
Gruss
der Neuling :-)
Zitat:
@Audi_Neuling schrieb am 13. August 2022 um 17:58:36 Uhr:
Hallo zusammenFahre zu Zeit einen Mercedes CLS 350d und überlege mir zu Audi zu wechseln und mit einen A7 TFSI 50 e anzuschaffen.
Macht dies bei einem täglichen Arbeitsweg von 55km (täglich Total 110km) und einem Pass von 1000 müm Sinn? Laden könnte ich zu Hause und bei der Arbeit.
Gerne profitiere ich von euren Erfahrungen und Danke im Voraus vielmals.Gruss
der Neuling :-)
Hallo Neuling,
ich versuche mich mal mit einem Kommentar zu Deinem Fred, nachdem sich kein anderer aus dem Busch wagt.
Also erstmal, wenn Du wechselst, bekommst Du ein wunderschönes Auto. :-)
Ob Du besser einen Diesel nimmst oder einen PHEV kann man nicht sagen, denn man weiß ja nicht was Du für ein Fahrertyp bist. Jung dynamisch? Etwas gereift, dem auch das Gleiten Spaß macht? Und viele andere Einflußfaktoren, die nur aus der Glaskugel zu lesen wären (wie teuer wird Strom, wie teuer Diesel oder Super, gibt es in absehbarer Zeit CO2 neutralen Sprit?).
Ich äussere mal ein paar Gedanken zu Deinem Streckenprofil (damit du es einordnen kannst, ich habe einen 55er Plugin und nehme an, der 50er fährt wie meiner, nur alles geringfügig weniger dynamisch, habe ich aber nie selbst gefahren).
Für mich ist der Plugin der modernere Antrieb. Ich würde mir nach gut 2,5 Jahren Plugin, keinen Diesel mehr kaufen (und ich war bis zum Dieselskandal (ich war selbst betroffener), ein absolut überzeugter Dieselfan (mit der Fahrcharakteristik vor dem gesetzichen Softwareupdate).
Fährst du gerne auf der linken Spur auf der Autobahn immer Bleifuß und fährst viel Autobahn ohne Limit (wer weiß, wiel lange das bleibt), würde ich Dir bei Deiner Strecke weiterhin den Diesel empfehlen.
Bei 55 km Strecke mit einmal 1000 Höhenmeter hoch und runter, gibt es beim Plugin ein bisschen was zu bedenken. Nach meiner Erfahrung und Beobachtung an meinem 55er ist der reine Elektroantrieb besonders effizient innerstädtisch im stop and go und bis 50-60 km/h. Mir ist bei meinem Hybrid aufgefallen, wie hoch der innermotorische Verlust des Verbrenners im Vergleich zum Elektromotor ist, wenn er kaum Leistung abgerufen bekommt sondern oft nur im Schiebebetreib die Geschwindigkeit halten soll. Er verbraucht dann den größten Teil des Sprits, um sich selbst an drehen zu halten, nicht aber für den Vortrieb. Das ist beim Elektromotor grundlegend anders. Der verbraucht in diesem Bereich (ohne Gegeninduktion bei hohen Drehzahlen etc.) nur Strom proportional zum Drehmoment. Innerstädtisch versuche ich daher auch auf längeren Strecken überwiegend elektrisch zu fahren. Auf längeren Strecken nehme ich daher ab ca. 60 km/h oder mehr und bei Steigungen mit der hold Funktion den Verbrennerantrieb, um die Batterieladung zu schonen.
Die berghoch Strecke in Deinem Profil wirst Du in meinem Modus dann immer mit Verbrenner fahren. Damit leert sich der Akku bergauf im hold Modus kaum. Kommt der Berg nach Start bald und kaum Stadtverkehr, fährst du evtl. bei voll geladenem Akku bis hoch überwiegend mit Verbrenner und der Akku ist noch fast voll. Dann bringt Dir bergab die Rekuperation nix, denn in eine volle Batterie kannst Du bergab beim Bremsen nix mehr dazu laden. Rekuperieren heißt übrigens, mit ca. 60% Wirkungsgrad die Bremsenergie wieder in den Akku zu laden (heißt also rollen lassen ist energetisch immer besser als bremsen). Aus meinen Erfahrungswerten würde ich sagen, wenn Du auf Deinem Paß oben angekommen bist, sollte die Batterie nicht viel voller sein als 60 -70 %, um die Rekkuperation bergab möglichst effizient zu nutzen.
Daraus leitet sich der nächste Punkt ab, den Du idealerweise beim PHEV managest, Ladeniveau Deines Akkus. Mein Hobby ist, meinen Akku zu schonen :-). Ein solcher Akku verschleißt am schnellsten im Bereich 0-20% und 80-100% Ladung. Mit diesen Ladungen stelle ich meinen nie für Stunden ab. Wenn er mal länger stehen muss, ist die Akku-Alterung bei 40-50% am niedrigsten. Je schneller er geladen wir, umso mehr leidet er übrigens auch. Gilt übrigens auch für Leistungsabruf beim Schnellfahren oder stark beschleunigen rein elektrisch. Ein neuer Akku kostet 13.000 € plus Einbau wurde mir von meinem :-) gesagt. Daher schone ich :-).
Um das Ladeniveau zu managen, ist ein stabiler Handyzugriff notwendig. Sonst macht das keinen Spaß. Das heißt, er sollte beim Laden immer guten SIM Kontakt zur Cloud haben. Tiefgarage wäre z. B. blöd. Hiesse Zetschaltuhr und runter gehen zum Ladung stoppen oder starten per Hand.
Du siehst, wer es mag, kann mit einem PHEV richtig intellektuell Auto fahren. Ich liebe das. Wer das nicht mag, sondern das Auto soll einfach fahren, wie ich es will, ohne dass ich etwas machen oder mich drum kümmern muss, der kann das sicher mit beiden Atriebskonzepten im auto Modus, der hebt aber nicht das volle Potential eines Plugin Hybrids.
Ich weiß nicht, ob Dir das geholfen hat - ich hoffe es.
Gruß
Sehr geschätzter Tiefstapler
Vielen Dank für deine Gedankengänge und dass du mich an deiner Erfahrung teilnehmen lässt. Deine Beiträge lese ich seit Samstag sehr aufmerksam, da ich mir doch einige Gedanken mache ob PHEV für mich Sinn machen könnte oder nicht. Das es keine richtige Antwort gibt war mir klar. Ich danke die jedenfalls vielmals!
Ich bin mit 40 Jahren doch ein eher gereifter Fahrer, dem auch das Gleiten Spass macht aber wenn es sein muss auch mal ein Überholmanöver bergauf vollzieht. Meinen jetzigen 6 Zylinder CLS fahre ich mit einem Schnitt von 5.6 L/100km. Klaro vorwiegend Landstrasse über den Berg und wieder runter zur Arbeit und am Abend retour. Sehr selten Stadtverkehr, immer flüsssig in Bewegung. Am Wochenende kann es schon mal einen Ausflug von 150 bis 200km geben oder auch einfach in der Garage stehen lassen. Muss hier noch erwähnen, dass ich aus der Schweiz komme und 130km/h max auf der Autobahn fahre(n darf ;-))
Ich bin ein Technikfreak und habe gerne alles unter Kontrolle, jedoch zweimal täglich das Fahrzeug laden um möglichst effizient von A nach B zu kommen ist zu Beginn sicher spannend kann über die Jahre abnehmen da dies eine hohe Disziplin erfordert. Audi gibt 68km elektrische Reichweite an. Ich bin Realist und nehme mal 50km, im Sommer 40 km im Winter an. Dann noch dein Tipp mit max 60-70% Ladung. Hinzu kommt das Gewicht, im Winter mit Schnee den Berg hoch könnte noch eine Herausforderung sein. Auf der anderen Seite die Vorklimatisierung, finde ich absolut genial.
Du siehst ich wäge fast alles ab und lasses es noch ein wenig auf mich wirken.
Ich werde meinen :-) fragen, ob er mir ein Fahrzeug mit PHEV ähnlicher Motorisierung zum Testen geben kann. Nach einem Tag werde ich ein Gefühl erhalten wie es sein könnte. Leider konnte ich die PHEV Version nicht fahren, da in meiner Nähe nicht verfügbar...
Danke und Gruss
Zitat:
Rekuperieren heißt übrigens, mit ca. 60% Wirkungsgrad die Bremsenergie wieder in den Akku zu laden (heißt also rollen lassen ist energetisch immer besser als bremsen). Aus meinen Erfahrungswerten würde ich sagen, wenn Du auf Deinem Paß oben angekommen bist, sollte die Batterie nicht viel voller sein als 60 -70 %, um die Rekkuperation bergab möglichst effizient zu nutzen.
Ich kann mich täuschen und ich war auch erstaunt als ich den Beitrag eines renommierten Testers auf Youtube gesehen habe. Nach diesem Test mit dem gleichen Fahrzeug und Bedingungen konnte er mehr Reichweite durch den Rekuperationsmodus generieren als mit dem Segelmodus. Entspricht das auch deiner Erfahrung?
Zitat:
@Audi_Neuling schrieb am 15. August 2022 um 20:54:00 Uhr:
Zitat:
Rekuperieren heißt übrigens, mit ca. 60% Wirkungsgrad die Bremsenergie wieder in den Akku zu laden (heißt also rollen lassen ist energetisch immer besser als bremsen). Aus meinen Erfahrungswerten würde ich sagen, wenn Du auf Deinem Paß oben angekommen bist, sollte die Batterie nicht viel voller sein als 60 -70 %, um die Rekkuperation bergab möglichst effizient zu nutzen.
Ich kann mich täuschen und ich war auch erstaunt als ich den Beitrag eines renommierten Testers auf Youtube gesehen habe. Nach diesem Test mit dem gleichen Fahrzeug und Bedingungen konnte er mehr Reichweite durch den Rekuperationsmodus generieren als mit dem Segelmodus. Entspricht das auch deiner Erfahrung?
Guten Morgen,
freut mich, wenn du mit meinem Geschreibe was anfangen kannst :-). Was Du schreibst, lässt mich vermuten, dass Du an dem Umgang mit der Technik des Plugins viel Freude haben kannst. Das Überholen mit Bums das kann er ja auch ziemlich gut.
Wenn der Akku zu 80% voll ist, geht das Lademanagement auf das konstant-spannungs Laden über. Daher kann der Akku ab 80% beim Rekuperieren nicht mehr so viel Energie aufnehmen bei gleicher Bremsdauer, mal ganz platt gesagt. Daher meinte ich, dass Du idealerweise bei deinem 1000m Berg so mit 60 - 70 % oben beginnst zu rekuperieren, damit Du rekuperierend nicht so deutlich über die 80 % kommst, ab wann er die volle Rekuperationsenergie nicht mehr so gut aufnehmen kann.
Ich übelege, wie dein zitierter Tester das mit dem Vergleich segeln und rekuperieren gemeint haben könnte. Beim Segeln findet natürlich kein Laden der Batterie statt. Wenn Du auf ebenem Grund in der Stadt fährst, kannst Du ja vor einer Ampel in aller Regel nicht segeln bis zum Stand, sondern Du wirst ja immer wieder abbremsen müssen und die Energie geht Dir dann ohne Rekuperation verloren. Wenn Du vorher die Bewegungsenergie aber mit Deinem Antrieb in das System reingesteckt hast, dann hab ich mal von einem BMW Wert gelesen, dass bis zu etwa 60 % der Bewegungsenergie beim rekuperierend bremsen in Batterieladung gewandelt und rückgewonnen werden könnten. Dürfte beim Audi vielleicht ähnlich sein.
Gruß und kuscheliges schwitzen heute wieder bei den Temperaturen ....
Zitat:
@tiefstapler schrieb am 15. August 2022 um 20:11:35 Uhr:
Zitat:
@Audi_Neuling schrieb am 13. August 2022 um 17:58:36 Uhr:
Um das Ladeniveau zu managen, ist ein stabiler Handyzugriff notwendig. Sonst macht das keinen Spaß. Das heißt, er sollte beim Laden immer guten SIM Kontakt zur Cloud haben. Tiefgarage wäre z. B. blöd. Hiesse Zetschaltuhr und runter gehen zum Ladung stoppen oder starten per Hand.
Du siehst, wer es mag, kann mit einem PHEV richtig intellektuell Auto fahren. Ich liebe das. Wer das nicht mag, sondern das Auto soll einfach fahren, wie ich es will, ohne dass ich etwas machen oder mich drum kümmern muss, der kann das sicher mit beiden Atriebskonzepten im auto Modus, der hebt aber nicht das volle Potential eines Plugin Hybrids.
Ich weiß nicht, ob Dir das geholfen hat - ich hoffe es.
Gruß
Guten Morgen
Verstehe ich dich richtig, via Handy hast du ein Lade-Management und kannst quasi bestimmen wie geladen werden soll?
Ist es möglich oder bereits so intelligent zu sagen, dass der Ladevorgang automatisch startet um gegen 06:00 Uhr 80% Ladung zu haben? Oder rechne ich es selber kurz aus und bestimme dann die Startzeit des Ladevorgangs? Dies würde ja auch bedeuten, dass ich das Fahrzeug anstecke aber der Ladevorgang nicht beginnen darf. Ist das möglich?
Zu Hause würde ich langsam laden, also normaler Hausstrom. Über die Nacht müsste dies genügen.
Bei der Arbeit habe ich eine Schnellladestation mit 22kW, bin mir bewusst dass ich jedoch nur mit 7.4kW laden kann.
Danke vielmals für deine Erklärung und Unterstützung.
Beste Grüsse und einen kühlen Tag
Zitat:
@Audi_Neuling schrieb am 17. August 2022 um 08:41:34 Uhr:
Zitat:
@tiefstapler schrieb am 15. August 2022 um 20:11:35 Uhr:
Um das Ladeniveau zu managen, ist ein stabiler Handyzugriff notwendig. Sonst macht das keinen Spaß. Das heißt, er sollte beim Laden immer guten SIM Kontakt zur Cloud haben. Tiefgarage wäre z. B. blöd. Hiesse Zetschaltuhr und runter gehen zum Ladung stoppen oder starten per Hand.
Du siehst, wer es mag, kann mit einem PHEV richtig intellektuell Auto fahren. Ich liebe das. Wer das nicht mag, sondern das Auto soll einfach fahren, wie ich es will, ohne dass ich etwas machen oder mich drum kümmern muss, der kann das sicher mit beiden Atriebskonzepten im auto Modus, der hebt aber nicht das volle Potential eines Plugin Hybrids.
Ich weiß nicht, ob Dir das geholfen hat - ich hoffe es.
GrußGuten Morgen
Verstehe ich dich richtig, via Handy hast du ein Lade-Management und kannst quasi bestimmen wie geladen werden soll?
Ist es möglich oder bereits so intelligent zu sagen, dass der Ladevorgang automatisch startet um gegen 06:00 Uhr 80% Ladung zu haben? Oder rechne ich es selber kurz aus und bestimme dann die Startzeit des Ladevorgangs? Dies würde ja auch bedeuten, dass ich das Fahrzeug anstecke aber der Ladevorgang nicht beginnen darf. Ist das möglich?
Zu Hause würde ich langsam laden, also normaler Hausstrom. Über die Nacht müsste dies genügen.
Bei der Arbeit habe ich eine Schnellladestation mit 22kW, bin mir bewusst dass ich jedoch nur mit 7.4kW laden kann.Danke vielmals für deine Erklärung und Unterstützung.
Beste Grüsse und einen kühlen Tag
Ja, so ist es.
Ich lade bisher nur mit der mitgelieferten Ladeziegel wenn ich nachhause komme an der normalen Schuko Steckdose. Und das geht ganz hervorragend.
Die Ladegeschwindigkeit ist da ziemlich genau 20 % Batteriekapazität pro Stunde bis 80 %. Danach deutlich langsamer (logisch).
In aller Regel komme ich mit 10 - 20 % Restladung abends nachhause. Dann stecke ich das Ladekabel ein und starte den Ladevorgang am Auto. In meiner Wohnung schaue ich dann aufs Handy und lese den aktuellen Ladezustand ab. Bei z. B. 15 % rechne ich 1 h und 45 Minuten bis 50 %. Diese Zeit stelle ich im Handy in meinem Handy Timer. Sobald der bimmelt, stoppe ich den Ladevorgang am Handy. In aller Regel ist er dann bei 52 % gestoppt. Und so steht dann das Auto von ca. 20 Uhr bis 6 Uhr morgens. Dann starte ich um 6 Uhr den Ladevorgang erneut am Handy und steige gegen 7:15 bei 75 % Ladung ins Auto und fahre zur Firma. Dort steht er dann bei rund 60 % 8 - 10 h pro Arbeitstag, bis ich nachhause fahre.
Jeden Abend also rund 10 h bei 50 % plus 8 h tagsüber bei annähernd gleichen 60 %. Das macht bei ca. 350 Tagen im Jahr 3500 h + 210 Arbeitstage im Jahr x 8 h . Im Jahr steht er so ca. 7 Monate mit einer Ladung, die den Akku maximal schont.
Mal sehen, wie lange der Akku so durchhalten wird.
Gruß
Ich bin aktuell mit meiner Batterieleistung gar nicht zufrieden. Meine Strecke täglich sind 5km zur Arbeit, 5km retour. Der Weg zur Arbeit geht flach bis bergab. Nach hause dann natürlich entgegengesetzt. Die Strecke ist 4km Freiland (100kmH) und 1km Ortsgebiet mit 50kmH.
Wenn ich Montags ins Büro Fahre, ist das Ding meist leer. Dann steck ich ihn an (oft passiert es mir das er 100% ladet....weil ich es vergesse abzuschalten). Dann fahr ich am Montag die 5km heim, am Dienstag die 10km. Am Mittwoch könnte ich eventuell nochmals die 10km schaffen, dann ist er aber zu hause schon unter 10km Restreichweite.
Ich bin aber in einem Satz schon mal 50km durchgefahren, so 70-80 kmh.....
Je nachdem wie ich Fahre (ob im EV Modus, oder mal Hold...) sind dann die darauffolgenden elektrischen "Reichweiten" unterschiedlich "errechnet". Ich meine zwischen 48-60km je Ladung. Im Winter hab ich das Ding auch oft nur bei 30km gesehen.
Für meinen Geschmack müsste das Ding 80km real schaffen, dann wärs richtig cool (aus meiner Sicht halt). Andere wiederum ist das vielleicht egal.
Ja,
ein Hybrid mit 80-100 km Reichweite wäre cool. Aber dann braucht man auch eine größere Batterie, die wieder Kosten und Gewicht mitbringt. Hoffen wir mal auf eine gute Weiterentwicklung der Batterietechnik...
Die von Dir beschriebenen Reichweiten halte ich für realistisch. Ich schaffe im Sommer bei guter Temperatur geradeso den Weg zur Arbeit hin- und zurück. Das sind 45 km. Im Winter schaffe ich nur eine Strecke und habe dann vielleicht noch 10% Reststrom. Ich habe allerdings das Vorgängermodell. Das hat eine ca. 20% kleinere Batterie.
Zudem 4x5 km belasten die Batterie auch mehr als 1x20 km. Der Grund liegt darin, dass die Batterie temperiert werden muss. Das spielt insbesondere bei sehr heißen oder sehr kühlen Temperaturen eine große Rolle. Vielleicht benutzt Du ja auch die Vorklimatisierung, auch die braucht Strom (aber nicht viel).
Ein Hybrid ist eben ein Kompromiss und man muss mit den Randbedingungen leben. Ich werde nach dem Leasingende Anfang nächsten Jahres auf den etron gt umsteigen. Dann werde ich überwiegend nur noch an der heimischen Solaranlage laden, da die Batterie größer ist. Vor 3 Jahren war der etron für mich noch kein Thema, da er nur 200km Reichweite hatte. Da war der Hybrid die deutlich bessere Lösung. Auch bei dem etron gt würde ich mir 800 km Reichweite wünschen, bin aber mit den 400km schon mal ganz glücklich. Wie gesagt: Alles ein Kompromiss!
Trotzem: Ich steige noch immer gerne in meinen A7 und liebe es, wenn er elektrisch dahinschwebt. Da muss man eben den ein oder anderen Kompromiss in Kauf nehmen...