924/944 ein Audi, nur 911er das Wahre ? Ich sage: Blödsinn
...und werde sicher gleich richtig Feuer bekommen.
Als "Transen"-Freund lese ich immer wieder Haarsträubendes, nicht nur hier. Daher habe ich mich zum Versuch entschlossen, Licht ins Dunkel zu bringen, auf die Gefahr, dass man mich in der Luft zerreißen wird. Nun denn:
(Achtung - viel zu lesen..)
Die Transaxle - Porsche 924/944 verkappte Audis ?
Um es vorneweg zu klären: Stimmt nicht, egal wie hartnäckig diese Aussage von Leuten, die das „irgendwo gehört“ haben, immer wieder ausposaunt wird.
In keinem der Transaxle – Porsche, vom ersten 924 im Jahre 1976 mit 125 PS bis zum letzten 1993 vom Band gelaufenen Porsche 968 und 968 Turbo S wurde ein Audi –Motor verwendet.
Bereits Ende der 60er Jahre dachte man bei Porsche über einen Nachfolger des in die Jahre gekommenen 911er Modells nach. Man traute dem 11er keine Zukunft mehr zu, zumal verschärfte Abgasbestimmungen im Hauptexportland USA den Porsche Technikern schlaflose Nächte bereiteten.
Heute weiß man, dass Totgesagte nun einmal länger leben. Der Nachfolger sollte der 928 werden und wurde als Transaxle konzipiert, wohl wissend, dass ein hubraumstarker Achtzylinder nebst Getriebe im Heck des 11ers nicht mehr unterzubringen war.
Zum gleichen Zeitpunkt erhielt Porsche vom damaligen „Mutterkonzern“ VW unter dem Kürzel EA 425 den Auftrag einen VW - Sportwagen zu entwickeln, der im Anschaffungspreis unter 20.000 DM kosten sollte, wohl gemerkt, Anfang der 70er Jahre. Das Fahrzeug sollte den 914 „VW-Porsche“ ersetzen, eine Porsche-Karosserie mit dem Motor des VW 412 mit 2 Litern Hubraum und vier Zylindern, später als 914/6 mit dem 6-Zylinder Porsche Boxer noch rund 3000 mal gebaut.
Der EA 425, Porsche-intern bereits 924 (928 = Achtzylinder, 924 = Vierzylinder) getauft, profitiert von den umfangreichen Prinzipversuchen für den 928, hat aber im Gegensatz zu diesem, der keine Rücksicht auf den „Vorgänger“ 911 zu nehmen braucht, klare Vorgaben, nämlich möglichst viele Ident-Teile aus dem laufenden Programm von VW und Audi zu entnehmen.
Anfang der Siebziger versetzte die Energiekrise der Automobilindustrie den Schock des Lebens. Tempo 100 und autofreie Sonntage, Radfahrer auf der Autobahn... VW-Vorstand Rudolf Leidig, unter dessen Leitung das Ende der Kooperation zwischen VW und Porsche eingeläutet wurde, wurde von Toni Schmücker abgelöst. Letzterer stoppte das Projekt EA 425 mit sofortiger Wirkung, das VW – Programm wurde gestrafft, für einen Sportwagen war darin kein Platz.
Der Gesamtvorstand erwog parallel, das Audi – Werk in Neckarsulm komplett zu schließen, das Aus für rund 5000 Mitarbeiter und eine Katastrophe für den mittleren Neckarraum.
Die Porsche – Entwickler hatten ihren „Kleinen“ lieb gewonnen, aber in Zuffenhausen werden der 911 und der 928 produziert, was sowohl die räumlichen, wie auch die personellen Ressourcen voll ausschöpft. Für den 924 ist kein Platz mehr.
Dem Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Dr. Hans Filbinger gelingt die „Quadratur des Kreises“: Das Land tritt als Sponsor auf, das Werk in Neckarsulm bleibt erhalten und die Firmenleitung von Porsche kauft das Projekt zum Vorzugspreis von VW und lässt den 924 unter Regie des Hauses Porsche von Audi-Mitarbeitern in Neckarsulm montieren. Porsche sichert so unterstützt vom Land rund 2000 Audi-Mitarbeitern die Existenz.
Um den 924 unter der angestrebten Grenze von 20.000 DM zu halten greift man in die vorhandenen Regale. Für den von Porsche entwickelten Vierzylinder wird der Grauguss – Motorblock (und nur der) des Audi 100 verwendet. Bohrung und Hub sind mit dem des 924 identisch. Damit hat es sich allerdings mit den Gemeinsamkeiten. Da der Block jedoch aus der Audi-Gießerei stammt, besitzt er anfangs noch die 4 Ringe dieser Marke aus der Gussform.
Auch Fahrwerksteile wie Querlenker oder Instrumente und Schalter stammen aus den Regalen und finden sich auch im Golf wieder.
Anmerkung:
Die Erprobung der Aggregate für den 924 erfolgte zunächst durch Einbau in Karosserien des Mercedes SL (107er) und abschließend in verbreiterten Audi 100 Coupes.
So gab es damals –als Versuchsfahrzeug- einen Audi mit einem Porsche-Motor. Aber nicht anders herum.
Wie es weiter ging:
Anfang der Neunziger Jahre ging es mit Porsche erneut bergab. Die Transaxle – Modelle waren überholt und mit einem Kaufpreis um etwa 100.000 DM je nach Ausstattung überteuert. Der 11er war zum Saurier mutiert und einer schrumpfenden Zahl von Individualisten heilig, die Bauvorschriften hinsichtlich Sicherheit und Abgasverhalten in den USA waren ein Riesenproblem.
Eine erste Studie für einen 4-türigen Sportwagen war der 989, der als Grundlage für den Panamera gehandelt wird. Frischen Wind brachte die Boxster – Studie, die in Rekordleistung zusammengebaut der Öffentlichkeit vorgestellt und zum Renner wurde.
Gleiches gilt für den Cayenne, der in den USA ein Verkaufsschlager ist. Hier erfüllt Porsche gleichzeitig den Wunsch des wohlhabenden US-Bürgers nach einem „Poarschie“ und seinen Bedürfnissen nach einem großvolumigen und großen Geländewagen.
Auch der Cayman, als ein wirklich bildschönes Automobil wird sich - denke ich - gut verkaufen und wäre eine tolle Ergänzung zu meiner Transe, wenn die Kinder aus dem Haus sind.
Manch ehrenkäsigem Besitzer eines 911 stände es gut zu Gesicht nicht permanent an den von ihm ungeliebten, z.T. genialen anderen Porsche - Konstruktionen herumzumäkeln und das von Ihm genutzte Modell als den einzig wahren Porsche zu propagieren: Zum einen würde es ohne diese Fahrzeuge, die ebenso Geschichte geschrieben haben und schreiben werden, den 911er wohl seit 20 Jahren nicht mehr geben, zum anderen gebe ich zu bedenken, dass unter den Serienfahrzeugen dieser Zeit kein 911er gegen den 968 Turbo S auch nur den Hauch einer Chance gehabt hat...
42 Antworten
Hast schon recht, ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nicht so ganz verstanden hab, warum der moppedsammler diesen thread erstellt hat.
Wollte wohl seine schlechten Erfahrungen mal loswerden.
(---> Gruß an Stefan!)
Und die macht man unwillkürlich, wenn man so ein Auto über viele Jahre hinweg besitzt (und fährt).
Ist deshalb nicht so, dass ich gleich losheul. In der Tat steh ich da drüber und erfreu mich an meinen Autos.
Das mit dem E36 stimmt übrigens!
lol
Zum Glück sind die E36-Cabrios mittlerweile so billig geworden, dass man als E30-Fahrer wieder seine Ruhe hat. Die von Dir geschilderte Klientel steigt nun in den "fiel modernere Nachfolgemodell, voll krass!!!"
lol
Alle Gute noch und Frohe Wiehnachten,
Gruß,
Martin!
Zitat:
Original geschrieben von martinusk
Hast schon recht, ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nicht so ganz verstanden hab, warum der moppedsammler diesen thread erstellt hat.
Wollte wohl seine schlechten Erfahrungen mal loswerden.
(---> Gruß an Stefan!)Gruß,
Martin!
Volltreffer !
Gruß
Stefan
Kann Dich gut verstehn,
ist manchmal schon irgendwie nervig.
Aber wie gesagt, stehn wir doch drüber (....und kaufen mit Absicht keinen Elfer, auch wenn die Kohle schon bereitliegt. Da bleiben wir doch unseren Prinzipien treu und fahren das "bessere" Auto).
Gruß,
Martin!
also ich habe seit ewigen Zeiten einen 911 Carrera 3.2 Targa und davor (1987) einen 924 Targa gefahren.
Die Fahrzeuge lassen sich nicht miteinander vergleichen und haben nichts miteinander zu tun. Der 924 eignete sich hervorragend für diverse Touren und auch für Kurzstrecken. Den 911 mache ich für wenige km nicht an!!!
Wenn ich Gepäck mitnehmen muss wird's beim 911 auch etwas hakelig.
Das einzig nervige am 924 waren die Probleme mit der Einspritzanlage, da ist der 911 durch sein Baujahr bedingt (4 Jahre jünger) deutlich besser geworden. Also reine Geschmacksache, ich würde auch gerne mal wieder mit einem 924S fahren. Macht auch Laune da er recht leicht ist.
Gruss Torsten
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Ist schon richtig, der 24er stellt doch eher den Einstiegsporsche dar, der 28er den bequemen Grantourismo. Wenn man einen Vergleich anstreben möchte, dann noch am ehesten die Doppel-Eins (911) mit der Doppel-Vier (944), nicht umsonst wurden die 44er so tituliert. Um in etwa gleiche Motorleistungen zu haben dann natürlich nen 951 mit nem 964 (mmmmmh - mein Lieblingsopfer) ......
Lassen wir das, erfreuen wir uns an den Feiertagen.
Gruß,
Martin!
Was ein ECHTER Porsche ist bestimmt nicht das Volk, sondern die Porsche AG, und klatscht auf einem ECHTEN Porsche Ihr Wappen drauf, und VERTREIBT es als PORSCHE!!!
Moin,
*grins* Jupp ... aber schlechtes Image = vergleichsweise niedrige Preise 😉 Insofern finde Ich das "nicht" Porscheimage ... für meinen Teil sehr Praktisch.
Immerhin fahre Ich das Auto ja für mich, und nicht für sonstwen. Und wer meint er wüßte es besser ... da sag Ich nur noch 160 PS gegen 1100 kg *fg*
Ne im ernst ... das Auto liegt wie ein Porsche, es lenkt wie ein Porsche ... es bremst vielleicht nicht wie ein Porsche ... aber es fühlt sich doch SEHR nach Porsche an ... also watt soll's ...
Ich mag meinen Kleinen ... ausserdem gibt's was geileres als Klappscheinwerfer 😁
Gruß Kester
Was interessiert es die große Eiche, wenn sich die Wildsau an Ihr reibt???
Wozu benötigt ein Unternehmen die volle Unterstützung eines Volkes für ein Produktes, wenn es eh nicht vor hat es zu kaufen???
Ergo: nur auf das zahlenden Volk wird gehöhrt!!!
( und der Gesetzgeber :-( )
" schade Lufti "
Nicht auf Polo - Astra - BMW und Co. ... Fahrer! ;-)
für viele ist ein Cayenne kein Porsche, für mich schon weil es Porsche, unter den Namen Porsche vertreibt!!!
( ABER: Meinungen sind wie Ar...löcher, jeder hat eins! )
und meine Meinung ist: " Was Porsche unter dem Namen Porsche vertreibt ist ein echter Porsche, egal ob Front/- Mittel/- oder Heckmotor, 2 oder 4WD zündschloß li. oder re. !!!
@ Rotherbach
Du meintest dein Auto bremst nicht wie ein Porsche ???
Ich sage doch!!!
Dein Porsche bremst wie ein Porsche der 20 und noch mehr Jahre auf dem Buckel hat!!!
Die technik mag sich vielleicht ändern, aber das hat Porsche so damals für den 24-er so vorgesehen!!!
Also bremst dein Auto doch wie ein Porsche , wie ein Porsche von 198x!!!
Moin,
Mein Lieber ... Alle Welt weiß ... das die Bremsanlage des 924S mit 118 kW ... gerade eben so ausreichend ist. Es wäre auch 1988 keine große Kunst gewesen, eine etwas größere und weniger fadingempfindliche Bremsanlage zu verbauen, schließlich gibt bzw. gab es diese Bremsanlagen schon damals.
Der Punkt dabei ist ... die Bremse wirkt nicht, wie für einen Sportwagen geschaffen, sondern sie wirkt als ob sie aus einer Komfortlimo stammt. Man erwartet von Porsche, nicht zuletzt aufgrund der Tradition des Hauses ... aus dem VORHANDENEN zu einem brauchbaren Preis-Leistungsverhältnis das BESTE zu machen und dies ist m.E. bei der Bremsanlage des 924S nicht in voller Güte geschafft worden. Denn die Bremse gehört NICHT zu den Massstäben Ihrer Kategorie, ein E30 325i und selbst ein Mercedes W124 300E bremsen gleich gut, teilweise sogar besser. Die Bremse des Fahrzeuges ist ausreichend bis befriedigend ... nicht mehr ... nicht weniger.
Und SOLCHE Kritik muss sich AUCH Porsche gefallen lassen, ich vergleiche die Bremse schließlich nicht mit einem aktuellen Auto, sondern schlicht und einfach mit dem bereits damals MÖGLICHEN und VORHANDENEN. Und ob du es glaubst oder nicht *fg* Da gibt es noch ne Handvoll mehr solcher KLEINERER Unzulänglichkeiten ... aber sie sind im Grunde in meinen Augen nicht wesentlich, weil sonst hätte Ich mir das Auto NICHT gekauft. Trotzdem sollte man die Augen aufmachen und nicht alles so unkommentiert stehen lassen ...
MFG Kester
O.K
Mein Lieber... das die Bremsen nicht die Besten der Welt sind ist jedem klar,
ABER:
Du kannst bei einem 118KW Fahrzeug keine Bremsen vom 911 erwarten! ( Für das Geld )
UND:
Du sprichst von Fading???
Der 24S ist auch als Straßenfahrzeug konzipiert worden und nicht als Ring-Tool! Und für die Staße sind sie allemale ausreichent!
Sonst hohl dir einen GTS!
Naja seis drum, wenn deine Bremsen nichts taugen rüste auf!!!
Im pff findest du ggf. eine Umbau-anleitung.
MfG
Moin,
Dir ist bewußt ... das ein 924S 1988 ein SEHR TEURES Auto war ?! Der Wagen war TEURER als ein Basis 325i, bei schlechterer Ausstattung und vergleichbaren Fahrleistungen. Da kann man schon erwarten, das die Bremsen auch auf diesem Level liegen. (Der 325i hat BESSERE Bremsen ... also wäre dies auch für Porsche MÖGLICH gewesen!)
Wie gesagt ... im Regelfall gehörten gerade Porschefahrzeuge auch in Bezug auf die Bremsen überwiegend zu den besten. Da hat man gepatzt, das Fading bemerkst du bereits im Alltag, da muss man gar nicht auf ne Rennstrecke fahren. Auch das Betätigungsgefühl ist im Alltag vorhanden und nicht wegzudiskutieren.
Dafür hat Porsche bereits 1988 Kritik für einstecken müssen, und das muss man nicht heute aus falsch verstandener "Fanfreundschaft" wegdiskutieren. Die Bremsen sind beim 924S der Hauptkritikpunkt gewesen ... und werden es auch immer bleiben.
Und das habe Ich schonmal bzgl. der Polo G40 gesagt ... wenn Ich ein Auto mit X PS verkaufe ... dieses als Sportmodell PLATZIERE ... dann muss das Fahrzeug auch in ALLEN für Sportwagen wesentlichen Punkten überzeugen.
MFG Kester
Zitat:
Original geschrieben von Rotherbach
Moin,
Dir ist bewußt ... das ein 924S 1988 ein SEHR TEURES Auto war ?! Der Wagen war TEURER als ein Basis 325i, bei schlechterer Ausstattung und vergleichbaren Fahrleistungen. Da kann man schon erwarten, das die Bremsen auch auf diesem Level liegen. (Der 325i hat BESSERE Bremsen ... also wäre dies auch für Porsche MÖGLICH gewesen!)
MFG Kester
Nun ja,
ein normaler 924S lag damals bei 25K € ( ein sehr teures Auto ??? - wie man´s niehmt!!! )
Und das ein PORSCHE teurer ist als ein BMW bei gleicher ODER schlechterer Ausstattung ist jedem klar, weil du den
Namen mitbezahlst!!!
Und das es für Porsche möglich wäre bessere Bremsen einzubauen stimmt schon, aber nicht für diesen Preis...
Aber seis drum...
Back to Basic bitte !!!!!!!!
Die Frage ist doch hier: " Ist nur der 11-er als " echter " Porsche zu bezeichnen???
Andersdrum gefragt: Wiso gibt es diese Frage nur über die Transaxle Modelle, und da insbesonderst der 24-44-er und der 28 / 68 ist aussen vor???
Was ist mit dem Mittelmotor Boxster, oder dem Cayenne???
Am 4 Zyl. kann es nicht liegen, da der 912, 914 und der 356 nie erwähnt werden!!!
Mir eigentlich auch egal, weil ich zahle für das Auto, und nicht die Nachbarn / der Bekanntenkreis oder gar Fremde die das Auto nur von aussen kennen :-) !!!
Moin,
Gerade weil der Wagen teurer war ... hätte er zumindest GLEICHGUTE Bremsen verdient gehabt. Mein Auto hat laut Rechnung übrigens knapp 27000 Euro gekostet. Womit er nach heutigen Maßstäben gut und gerne den Preis eines Boxsters hätte. (Und überspitzt gesagt ... der bremst auch nicht wie ne A-Klasse 😉 )
Und diese Diskussion gab es ... bei der Einstellung des 356ers und auch beim Wechsel von 993 auf 996 ... bei der Einführung des Cayenne ...
Solche Diskussionen gibt es völlig UNABHÄNGIG von der Qualität eines Fahrzeuges immer dann, wenn ein Hersteller einen mehr oder weniger gravierenden Einschnitt macht. Ist auch jedesmal bei Mercedes Benz etc.pp. zu sehen, ist ein Fahrzeug dort deutlich anders als sein Vorgänger ... wird immer der Untergang der Marke prophezeit ...
Gruß Kester