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4Matic

Mercedes E-Klasse W211
Themenstarteram 12. August 2013 um 19:34

Hallo

Da bei meinem Dicken vor dem Urlaub das 4matic Getriebe defekt war, wurde mir ein neues eingebaut. Nach mehrmaliger Anfrage wurde mir das alte Getriebe ausgehändigt. Dieses habe ich aus Interesse zerlegt und will euch hier berichten was da defekt war. Aber von Anfang an…….

Getriebe rubbelt wenn kalt, nach Ölwechsel weg, nach einem halben Jahr wieder, usw. MB sagt defekt und bezahlt.

Ich habe gehört, dass zwei verschiedene Getriebe verbaut wurden, und dass es keine Ersatzteile gibt.

Ich habe also das Getriebe zerlegt und kann euch sagen dass nichts aber auch gar nichts kaputt ist. Die Zahnräder und Schrägrollenlager sehen aus wie neu, alle Wellen und Verzahnungen auch. Die Kupplungsscheibe und die Stahlreibscheiben haben leichte laufspuren auf der originalen rauen Oberfläche. Das Öl war wieder alt und hatte starken Brandgeruch. Im Getriebe waren überall braune Ablagerungen.

Der Aufbau des Getriebes ist sehr einfach, über eine Welle wird ein kraftverteilendes Stirnrad differenzial (Ausgleichsgetriebe) zentral angetrieben, die unterschiedliche Antriebskraft 60:40 wird durch unterschiedlich große Sonnenräder erreicht. Die Kraft für die Hinterachse geht hinten weg, und für vorne mit einer Hohlwelle über der Antriebswelle und dann über die Zahnräder seitlich zur Vorderachse. Dieses System ist immer Kraftschlüssig!!! die eingebaute Kupplungsscheibe wird mit einer Kleinen Tellerfeder ans Diff. Gehäuse gedrückt und soll vermutlich eine Art sperre sein die ab einer bestimmten Kraft durchrutscht. ich habe schon mal den Begriff Festwertsperre gehört?

Interessant ist noch das über die Zahnräder und das Gehäuse eine Art Ölpumpfunktion erreicht wird und so das die obere Ölwanne unter den Diff. immer gefüllt wird. Dieser Vorrat wird beim Ölwechsel nicht mit abgelassen und deswegen bleibt immer eine größere Menge Öl im oberen Teil des Getriebes zurück und kann nur durch Spülen getauscht werden. Und deswegen muss das Öl von oben an der Kardanwelle eingefüllt werden, und nicht an der Kontrollschraube!!!!!

Das rubbeln kann also nur von der durch rutschenden Kupplungsscheibe kommen, ähnlich als würde man einen Stuhl an der Lehne über einen Fliesenboden ziehen. Also eine Resonanz verursacht durch veränderte reibwerte.

Es ist möglich die Kupplungsscheibe einfach weg zu lassen, wie sich das auf die Traktion auswirkt bleibt offen. Zur Demontage der scheibe muss das Getriebe nicht ausgebaut werden, es genügt nach dem abschrauben der Kardanwelle den hinteren Deckel zu öffnen dort kann dann das Diff. Nach dem entfernen eines Segerringes nach hinten rausgezogen werden. Besonderes Werkzeug ist nicht notwendig. Offen bleibt nur die Frage ob sich die Kardanwelle soweit zur Seite legen lässt dass man dran vorbeikommt.

MFG Peter

 

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Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 12. August 2013 um 19:34

Hallo

Da bei meinem Dicken vor dem Urlaub das 4matic Getriebe defekt war, wurde mir ein neues eingebaut. Nach mehrmaliger Anfrage wurde mir das alte Getriebe ausgehändigt. Dieses habe ich aus Interesse zerlegt und will euch hier berichten was da defekt war. Aber von Anfang an…….

Getriebe rubbelt wenn kalt, nach Ölwechsel weg, nach einem halben Jahr wieder, usw. MB sagt defekt und bezahlt.

Ich habe gehört, dass zwei verschiedene Getriebe verbaut wurden, und dass es keine Ersatzteile gibt.

Ich habe also das Getriebe zerlegt und kann euch sagen dass nichts aber auch gar nichts kaputt ist. Die Zahnräder und Schrägrollenlager sehen aus wie neu, alle Wellen und Verzahnungen auch. Die Kupplungsscheibe und die Stahlreibscheiben haben leichte laufspuren auf der originalen rauen Oberfläche. Das Öl war wieder alt und hatte starken Brandgeruch. Im Getriebe waren überall braune Ablagerungen.

Der Aufbau des Getriebes ist sehr einfach, über eine Welle wird ein kraftverteilendes Stirnrad differenzial (Ausgleichsgetriebe) zentral angetrieben, die unterschiedliche Antriebskraft 60:40 wird durch unterschiedlich große Sonnenräder erreicht. Die Kraft für die Hinterachse geht hinten weg, und für vorne mit einer Hohlwelle über der Antriebswelle und dann über die Zahnräder seitlich zur Vorderachse. Dieses System ist immer Kraftschlüssig!!! die eingebaute Kupplungsscheibe wird mit einer Kleinen Tellerfeder ans Diff. Gehäuse gedrückt und soll vermutlich eine Art sperre sein die ab einer bestimmten Kraft durchrutscht. ich habe schon mal den Begriff Festwertsperre gehört?

Interessant ist noch das über die Zahnräder und das Gehäuse eine Art Ölpumpfunktion erreicht wird und so das die obere Ölwanne unter den Diff. immer gefüllt wird. Dieser Vorrat wird beim Ölwechsel nicht mit abgelassen und deswegen bleibt immer eine größere Menge Öl im oberen Teil des Getriebes zurück und kann nur durch Spülen getauscht werden. Und deswegen muss das Öl von oben an der Kardanwelle eingefüllt werden, und nicht an der Kontrollschraube!!!!!

Das rubbeln kann also nur von der durch rutschenden Kupplungsscheibe kommen, ähnlich als würde man einen Stuhl an der Lehne über einen Fliesenboden ziehen. Also eine Resonanz verursacht durch veränderte reibwerte.

Es ist möglich die Kupplungsscheibe einfach weg zu lassen, wie sich das auf die Traktion auswirkt bleibt offen. Zur Demontage der scheibe muss das Getriebe nicht ausgebaut werden, es genügt nach dem abschrauben der Kardanwelle den hinteren Deckel zu öffnen dort kann dann das Diff. Nach dem entfernen eines Segerringes nach hinten rausgezogen werden. Besonderes Werkzeug ist nicht notwendig. Offen bleibt nur die Frage ob sich die Kardanwelle soweit zur Seite legen lässt dass man dran vorbeikommt.

MFG Peter

 

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Themenstarteram 12. August 2013 um 19:34

Hallo

Da bei meinem Dicken vor dem Urlaub das 4matic Getriebe defekt war, wurde mir ein neues eingebaut. Nach mehrmaliger Anfrage wurde mir das alte Getriebe ausgehändigt. Dieses habe ich aus Interesse zerlegt und will euch hier berichten was da defekt war. Aber von Anfang an…….

Getriebe rubbelt wenn kalt, nach Ölwechsel weg, nach einem halben Jahr wieder, usw. MB sagt defekt und bezahlt.

Ich habe gehört, dass zwei verschiedene Getriebe verbaut wurden, und dass es keine Ersatzteile gibt.

Ich habe also das Getriebe zerlegt und kann euch sagen dass nichts aber auch gar nichts kaputt ist. Die Zahnräder und Schrägrollenlager sehen aus wie neu, alle Wellen und Verzahnungen auch. Die Kupplungsscheibe und die Stahlreibscheiben haben leichte laufspuren auf der originalen rauen Oberfläche. Das Öl war wieder alt und hatte starken Brandgeruch. Im Getriebe waren überall braune Ablagerungen.

Der Aufbau des Getriebes ist sehr einfach, über eine Welle wird ein kraftverteilendes Stirnrad differenzial (Ausgleichsgetriebe) zentral angetrieben, die unterschiedliche Antriebskraft 60:40 wird durch unterschiedlich große Sonnenräder erreicht. Die Kraft für die Hinterachse geht hinten weg, und für vorne mit einer Hohlwelle über der Antriebswelle und dann über die Zahnräder seitlich zur Vorderachse. Dieses System ist immer Kraftschlüssig!!! die eingebaute Kupplungsscheibe wird mit einer Kleinen Tellerfeder ans Diff. Gehäuse gedrückt und soll vermutlich eine Art sperre sein die ab einer bestimmten Kraft durchrutscht. ich habe schon mal den Begriff Festwertsperre gehört?

Interessant ist noch das über die Zahnräder und das Gehäuse eine Art Ölpumpfunktion erreicht wird und so das die obere Ölwanne unter den Diff. immer gefüllt wird. Dieser Vorrat wird beim Ölwechsel nicht mit abgelassen und deswegen bleibt immer eine größere Menge Öl im oberen Teil des Getriebes zurück und kann nur durch Spülen getauscht werden. Und deswegen muss das Öl von oben an der Kardanwelle eingefüllt werden, und nicht an der Kontrollschraube!!!!!

Das rubbeln kann also nur von der durch rutschenden Kupplungsscheibe kommen, ähnlich als würde man einen Stuhl an der Lehne über einen Fliesenboden ziehen. Also eine Resonanz verursacht durch veränderte reibwerte.

Es ist möglich die Kupplungsscheibe einfach weg zu lassen, wie sich das auf die Traktion auswirkt bleibt offen. Zur Demontage der scheibe muss das Getriebe nicht ausgebaut werden, es genügt nach dem abschrauben der Kardanwelle den hinteren Deckel zu öffnen dort kann dann das Diff. Nach dem entfernen eines Segerringes nach hinten rausgezogen werden. Besonderes Werkzeug ist nicht notwendig. Offen bleibt nur die Frage ob sich die Kardanwelle soweit zur Seite legen lässt dass man dran vorbeikommt.

MFG Peter

 

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Hallo Peter,

das ist doch mal ein Erfahrungsbericht und Bilder sagen mehr als 1000 Worte!

Das Gerücht mit der Festwertsperre geistert ja noch immer im Netz rum und beim Freundlichen trifft man oft Ahnungslose!

Wie lange nach der Spülung war denn bei deinem Wagen Ruhe eingekehrt, bis ein neues VTG eingebaut wurde?

Bei meinem ist nach der Spülung und bis dato gefahrenen 80Tkm immer noch Ruhe, hoffen wir es mal das es so bleibt!

VG Ferdi.

Zitat:

Original geschrieben von bora96kw

Hallo Peter,

 

Das Gerücht mit der Festwertsperre geistert ja noch immer im Netz rum und beim Freundlichen trifft man oft Ahnungslose!

VG Ferdi.

Die Festwertsperre ist kein Gerücht, das ist fakt!

Und richtig, probleme entstehen meistens dann wenn zu wenig Öl im Getriebe ist!

 

"Interessant ist noch das über die Zahnräder und das Gehäuse eine Art Ölpumpfunktion erreicht wird und so das die obere Ölwanne unter den Diff. immer gefüllt wird"

 

Das deckt sich mit einer Anleitung zum "Ölwechsel" beim "alten" 4matic (W210), dort stand das nach dem Auffüllen, einige Kilometer gefahren werden muß u. um dann nochmals den Füllstand zu prüfen.

MfG Günter

Hier der Link zu einem älteren, aber sich mit denselben Symptomen und Ursachen beschäftigenden Thread:

http://www.motor-talk.de/.../...beln-bei-kaltem-getriebe-t2332928.html

Zitat:

Original geschrieben von Austro-Diesel

Hier der Link zu einem älteren, aber sich mit denselben Symptomen und Ursachen beschäftigenden Thread:

http://www.motor-talk.de/.../...beln-bei-kaltem-getriebe-t2332928.html

Noch etwas zum selben Thema:

http://www.motor-talk.de/.../...-e500-4matic-bj-2005-t3509889.html?...

Auch hier zeigt sich das ein einfüllen der richtigen Ölmenge ins VTG das rubbeln beseitigen kann!

MfG Günter

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