116i N43B16: Auslassventil abgebrochen, Kerze zum dritten geschmolzen
Hallo zusammen,
Bin hier eigentlich nicht neu, aber lange nicht hier unterwegs da ich zwischenzeitlich eher Flugzeuge repariere🙂
Aber dennoch kaufe ich ab und zu kaputte BMW und versuche die zu reparieren als hobby. Genauso wie jetzt: 116i mit 0 kompression auf zylinder 3.
Boroskop hat abgebrochenes Auslassventil angezeigt ,also Kopf ab, planen lassen, alle Ventile getauscht und wieder eingebaut.
Nach ein Paar diskussionsrunden bin ich zum schluss gekommen, dass wohl Materialermüdung den Ventil sprengen ließ und deswegen habe ich den Injektor nicht getauscht(Laufleistung 210000km). Die Kerze war in dem ersten Fall nicht geschmolzen und dachte mir ,wenn was mit dem Injektoren nicht stimmt wird er schon unrund laufen. Nachdem starten lief er, aber wie neu. Hab dann gleich TÜV machen lassen, ohne Beanstandungen und hab mich auf den Wagen und gute Arbeit (nichts ist zumindest kaputtgegangen🙂) gefreut. Dann ab auf die Autobahn, bissal einfahren lassen und nach cca 50km ist dann die MKL angegangen. Zundspülen habe ich nicht getausch, da ich mir dachte, dass der schon mekern wird, wenn was ist. Aber ja, gleich neue Zundspüle gekauft, dass der gleiche Zylinder betroffen ist habe ich als 1/4 Wahrscheinlichkeit als eher wahrscheinlich eingestuft und deswegen keine große Diagnostikarbeit vor dem Tausch gemacht. Zundspülle getauscht, fehler gelöscht und siehe da, Auto läuft immer noch auf 3 Zylinder. Ok, Kerze raus, ging schwer, da sie geschmolzen ist und auch die ganze Gewinde mitgenommen hat. Boroskop rein und der Ventil war natürlich wieder ab. Während ich den Kopf zweites mal abgebaut habe, habe ich immer wieder zu mir gesagt, was für ein Idiot ich bin, dass ich den Injektor nicht getauscht habe. Kopf wieder prüfen lassen, Auslassventil und Gewinde machen lassen , und diesmal auch de Injektor getauscht und codiert. Ab auf die Autobahn mit perfekt laufendem Motor. Moderates fahren, alles scheint perfekt zu laufen. Diesmal hat er 200km ausgehalten bis wieder die mkl angegangen ist. Kerze wieder raus, wieder geschmolzen.
So nun meine frage ist, was zum Teufel ist mit dem Auto?
Ich hoffe jemand kann es mir beantworten,weil das 4 mal werde ich den Kopf nicht mehr abbauen 🙂
Danke für jede Antwort.
Lg,
Val
20 Antworten
Es ist schon klar, dass der Injektor nur am Prüfstand geprüft werden kann und es soll auch fraglich sein, ob ein Benzininjektor mit Sicherheit geprüft werden kann.
Mich wird jedoch keiner überzeugen können, dass der Injektor kaputt is, denn wie ich schon sagte, der "neue" Injektor stamm aus meinem, funktionsfähigem Auto, welches mit den Ventilen gar kein Problem hatte. Vllt werde ich diese Starrköpfigkeit teuer bezahlen, aber jeder muss zugeben, dass die Wahscheinlichkeit, dass ich genau diesen Injektoren ausgewählt habe und bei Ausbau der genau so kaputtging wie der davor, obwohl so einen Fehler womöglich noch nie einer hatte(konnte bis jetzt keinen Beitrag weder hier, noch irgendwo im Forum finden. Kein Mechaniker hatte bis jetzt auch keine Erfahrung mit sowas gemacht) sehr sehr gering ist, bzw gleich 0 ist.
Aber wieder zur Sache, ich tippe nun wirklich auf falsches Chiptuning, oder kaputten Steuergerät. Ich habe zwar keine Ahnung mit Chiptuning, aber ein Paar Leute die damit Geld verdienen meinten, dass man schon das Gemischverhältnis für einzelne Zylinder über Knock-sensor irgendwie verstellen kann. Muss nun herausfinden, wie ich es prüfen kann.
Werde berichten.
Du, das ist ganz alleine deine Sache welche Gedanken du verfolgst und welche nicht. Ich denke es steht zumindest fest, dass es zu einer thermischen Überlastung in diesem Zylinder kommt.
Und ja, die Auslassventile sind zwar i.d.R. kleiner als die Einlassventile, um den Zylinder besser füllen zu können, die Auslassventile sind aber grundsätzlich thermisch belasteter, da diese (stärker/länger) im heißen Abgasstrom stehen und daher entsprechend ausgeführt. Dazu kommt, dass der N43 zudem (eigentlich) im Magerbetrieb läuft. Das Einlassventil steht, bis auf eine kurze Ventilüberschneidung zur Abgasrückführung, nicht nach der ausgebildeten Flammfront direkt im heißen Abgasstrom und kann über den Ventilsitz daher die Verbrennungswärme viel besser ableiten. Der Schaden am Auslassventil ist daher schon wahrscheinlicher, als dass dir ein EV abbrennt.
Was nun zur Überlastung führt muss halt nun eruiert werden. Und dabei ist es schon hilfreich, wenn Bauteile ausgeschlossen werden können und nicht der Glaube die korrekte Funktion unterstellt.
- Zündkerzen: ZK auf Zyl. 3 ist zumindest neu gekommen, da zuvor geschmolzen. Und es wurden wohl auch die Richtigen verbaut (BMW 12 12 0 038 349; NGK ZKBR7A-HTU)
- Zündspulen: Ist auf Zyl. 3 nach dem 2. Schaden erneuert worden.
- Zylinderkopf: Ist vor jeder Montage geplant worden.
- Block: Bislang unbekannt, ob dieser plan oder verzogen ist.. Gleiches gilt für (minimalem) Wasserverbrauch - der in homöopathischen Dosen auch zu einer heißeren Verbrennung führen kann.
- Injektor(en): Wurde aus einem Spenderfahrzeug entnommen, welches keine auffälligen Probleme hatte. Der
- Nockenwelle: Wurde in Verdacht gezogen, aber noch nicht geprüft, oder?
- Chiptuning/KFO: RaceChip & Co. hättest du vermutlich bei der Demontage erkannt. Eine KFO ließe sich durch ein DME-Update bereinigen.
- VANOS: Eine relevante Störung würdest du schon im Fehlerspeicher angezeigt bekommen.
- Fehler NOx-Sensor: Damit läuft der N43 nicht mehr in den Magerbetrieb, sondern nur noch im Homogenbetrieb. Der Fehler entlastet sogar den Zylinder 3 thermisch.
- Lambda-Regelsonde: Es wäre eine Idee, dass diese fehlerhafte Werte an die DME zurückliefert, aber alleine sehe ich diese nicht als Ursache. Wurde diese denn schon erneuert?
Du schreibst, du hättest den Injektor mit einem Originaltester angelernt, also Rheingold bzw. ISTA. Ist denn dein Fehlerspeicher wirklich leer?
Danke für deinen ausführlichen Beitrag.
-Block: Bislang unbekannt, ob dieser plan oder verzogen ist.. Gleiches gilt für (minimalem) Wasserverbrauch - der in homöopathischen Dosen auch zu einer heißeren Verbrennung führen kann. Motorblock habe ich nur die Dichtungsreste entfernt und gereiningt
Nockenwelle: Wurde in Verdacht gezogen, aber noch nicht geprüft, oder?Wurde nicht geprüft, keine Ahnung wie ich die Prüfen kann ohne eine 100% Funktionsfähige parat zu haben. Überlege eine Gebrauchte zu kaufen, ist nicht teuer
Chiptuning/KFO: RaceChip & Co. hättest du vermutlich bei der Demontage erkannt. Eine KFO ließe sich durch ein DME-Update bereinigen.Externe Hardware war nicht zu finden. KFO ja, flashen ist das einfachste, aber ich würde gerne wissen, ob wirklich der Fehler dort liegt, denn sonst kann es wieder zum Abbrennen kommen
Lambda-Regelsonde: Es wäre eine Idee, dass diese fehlerhafte Werte an die DME zurückliefert, aber alleine sehe ich diese nicht als Ursache. Wurde diese denn schon erneuert? Nein, Es wird kein Fehler angezeigt, und mit fehlerhaften Lambdasonde würde man die AU wahrscheinlich nicht überstehen
Das wichtigste nun, wie soll ich das Steuergerät prüfen?
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Hi zusammen🙂
So hab den Motor wieder zusammengebaut. Die Nockenwellen habe ich dabei getauscht. Konnte nur feststellen dass der 3. Zylinder geringere Kompression hat als andere Zylinder ( 10bar vs 12).
Zu 99,9% ist der Verlust durch Kolbenringe, da die Luft durch Ventildeckel rausgeht.
Nun stelle ich mir die Frage ob es die Ursache für den Ventilschaden sein kann, oder eher nur die Folge(Fehlzündung-> Benzin nicht verbrannt-> Öl schmiert nicht mehr). An der Zylinderwand gibt es kaum Auffälligkeiten.
Es könnte sein, dass das Steuergerät die schlechte Kompression mit mehr Kraftstoff kompensiert und dadurch brennt es noch, wenn schon die Auslassventile offen sind. Aber ich bin eher der Meinung, dass diese Theorie nicht plausible ist und die Verbrennung eher schlechter wäre-> kälter.
Ich danke für jede Hilfe.
Mehr als ein Jahr ist mal wieder vergangen und ich habe mich wiedermal an das Auto gewagt. Hab diesmal den ganzen Motor ausgebaut, und wie erwartet, keine Auffälligkeiten, vom Kolben bis zu den Lagern sieht alles top aus. Was jedoch dieses Mal anders ist: Die Ventile sind intakt, nur die Zündkerze war wieder mal Durchgebrannt/Angebrannt.
Deswegen bin ich mir fast schon sicher, dass es das Steuergerät sein muss. Erklärung dafür wäre, dass evtl. das Dwell zu lang ist, die Zündspule überlädt und dadurch gibt die Zündkerze mehr Energie frei als normal. Die Zündkerze überhitzt, und es kommt zu Detonation, oder zu was auch immer. Ventile brennen dann irgendwann ab.
Macht sinn? Wäre da nicht eher die Zündspule als erstes kaputtgehen? Warum hält der Koben das ganze aus?
Danke