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"Neu ist immer besser" - wirklich?

Themenstarteram 10. November 2021 um 14:44

Liebe Freunde,

Barney Stinson lebt nach dem Prinzip, neu sei immer besser. Doch stimmt das im Bezug auf Autos? Ja sie werden immer sparsamer, effizienter, leistungsfähiger, sicherer.

Doch viele Stimmen behaupten, sie werden fragiler, vollgestopft mit kostspieliger Technik, deren Reparatur ausschließlich an den Hersteller bindet und Unmengen kostet, unnötig kompliziert und und und.

Ich denke aus wirtschaftlicher Sicht eines Autoherstellers. Wenn ich Autos baue, die immer länger halten, nie kaputt gehen und einfach grund solide und steinhart sind - dann verkaufe ich einmal und nie wieder. A perfect product is one that fails.

Mein laienhaftes Vorstellungsvermögen sagt mir, wenn ich mir einen uralten Opel Astra G dahinstelle und immer schön das Öl und die Zahnriemen wechsel, dann wird dieses Auto laufen und laufen und laufen und.......

Irgendwie fällt es mir schwer, mir dasselbe vorzustellen bei einer nagelneuen Kiste, die mehr Technik in sich vereint, als die ISS im Weltall. Gefühlt ist selbst der Radioknopf (gibts wahrscheinlich bald gar nicht mehr) mit hunderten Sensoren und Gefühls- sowie Emotionsmessern versehen und alles wartet nur darauf, den Geist aufzugeben.

Anekdote: der Renault Clio Initiale Paris (Vollausstattung) von 2015 meines Cousins ließ ihn nicht die Heizung bedienen, wenn draußen nicht entsprechende Temperaturen herrschten. Genial. Soweit sind wir gekommen, dass mein smartes Auto mir Anweisungen gibt, wann ich was zu wollen habe, dachte ich mir.

Wie seht ihr "neu ist immer besser"? Wie seht ihr die Tendenzen der Langlebigkeit von Autos? Benutzerfreundlichkeit? DIY Wartung? Wenn ich für einen Ölwechsel IT-Systemadmistration und Prozessmanagement studiert haben muss, wird zu viel.

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101 Antworten

Hat der nicht so einen Drehregler oben auf dem Wischerhebel?

Unabhängig davon was der Polo hat oder nicht - man kann das Wischen per Regensensor auch deaktivieren und bei Erfordernis ganz einfach manuell den Scheibenwischer einschalten. Wo ist dort jetzt das Problem?

Man kann aber auch mal den ganzen Schmodder von der Scheibe putzen, sich anständige Wischerblätter kaufen und dann funktioniert auch der Regensensor plötzlich ganz wunderbar.

Hallo,

meiner Meinung sind die "modernen" Fahrzeuge in punkto Rost und Motorhaltbarkeit (außer z.B. Transit, T 5-6 mit regelmäßigen Motorschäden) wesendlich zuverlässiger geworden.

Dank der Laube Fiat, die eine Durchrostungsgarantie eingeführt hat und der "Rest der Welt" nachgezogen hat, ist die braune Pest in der Regel kein großes Thema mehr.

Dafür macht der ganze Elektrik Firlefanz Probleme.

Hier bimmelts, da leuchtet es usw.

Den ganzen Nonsens in der Werkstatt mittels Computer zurücksetzen lassen, kostet auch gut "Asche".

Besonders Ärgerlich, wenn es sich um Fehlalarme handelt..

Wer sich nicht alle 2 Jahre eine neue Kiste zulegen kann und auf ältere Gebrauchte zugreifen muß, hat mit der spinnende Elektronik seine Not.

Und das nervt immens, was bei mir dazu führt, das ich mittlerweile den ganzen blinkenden und summenden Mist ignoriere, was ja auch nicht im sinne des Erfinders ist.

Aus diesen Erfahrungen muß ich sagen..nein Neu ist nicht besser.....

Ausserdem lasse ich mir, wo es sich ja um einer der letzten Freiheiten handelt, von dem Elektronik-Wahn nicht vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe.

Ich bin in der glücklichen Lage, noch selbstständig Einparken zu können und Anfahren an einem Berg schaffe ich auch noch so...

Ein Aktives Fahren schätze ich und lass nicht alles das Fahrzeug machen, da es auch nicht immer funktioniert wie es eigendlich soll...

Nun kenne ich aber im Moment kein Fahrzeug, was dies ganz alleine alles tun soll? Hier ist wieder die Fehlmeinung, Assistenz solle dazu führen dass man selbst die Aufmerksamkeit und das aktive Fahren reduziert. Dabei ist das doch gar nicht der Fall! Man soll doch trotzdem genauso aktiv und aufmerksam fahren. Also mir schreib die Elektronik nicht vor, wo und wie ich zu fahren habe ....

Eben und wozu dann der ganze Firlefanz?

Natürlich wird meine Aufmerksamkeit reduziert, wenn ein "Helferlein" meine Aufgaben übernimmt.

Sehe ich doch beim Einparken jeden Tag bei mir selbst, wenn die Parksensoren summen, passt es.

Ohne würde ich aufmerksamer in die Parklücke fahren....

Zitat:

@greenhorn43 schrieb am 11. November 2021 um 11:01:15 Uhr:

Eben und wozu dann der ganze Firlefanz?..

Wenn das für dich Firlefanz ist, dann schalte die Parksensoren usw. doch einfach ab.

Zitat:

@greenhorn43 schrieb am 11. November 2021 um 11:01:15 Uhr:

Eben und wozu dann der ganze Firlefanz?

Natürlich wird meine Aufmerksamkeit reduziert, wenn ein "Helferlein" meine Aufgaben übernimmt.

Sehe ich doch beim Einparken jeden Tag bei mir selbst, wenn die Parksensoren summen, passt es.

Ohne würde ich aufmerksamer in die Parklücke fahren....

Du hast also auch die falsche Vorstellung - anders herum wird ein Schuh draus: Du reduzierst Deine Aufmerksamkeit, weil Du die Aufgabe an ein Helferlein übergibst und Dich darauf verlässt. Warum fährst Du nicht mit den Piepsern genauso aufmerksam in die Lücke? Es ist doch Deine Entscheidung.

Erstmal stellt sich die Frage, ob Du eine ehrliche, wissenschaftlich fundierte Antwort haben willst.

Oder ob Du provozieren willst, um polemische Antworten von Deppen zu bekommen, die sich kein neues Auto leisten können und deshalb auf die Technik schimpfen.

Also beginnen wir wissenschaftlich:

1970 gab 21322 (!) Verkehrstote in D.

2020 bei 5-fachen Verkehrsaufkommen 3000 Tote.

Und hinter jedem Toten steckt eine Familie, die in großer Trauer war, weil das Kind, Vater, Mutter gestorben ist. Schrecklich.

Durch die neue Technik (Airbag, ESP/DSC, stabile Karosse) wurde die Zahl der Toten jedes JAhr gesenkt.

Ich habe bei VW und BMW Verkehrssicherheitstraining gemacht. Dort konnte man ESP/DSC hardwaremäßig ausschalten.

Beim Bremstest ohne ESP/DSC auf glatter Fahrbahn konnte niemand das Fzg. halten. Wir haben und gedreht wie die Kreisel.

Dann DSC/ESP eingeschaltet, alles wunderbar.

Niemand merkt, wenn im Hintergrund die Helferlein unser Leben beschützen. Undank ist der Welt Lohn.

Klar ist natürlich, dass die Technik seinen Preis hat und dass durch die Komplexität die Lebensdauer des Autos begrenzt ist. Von den Autos der letzten Jahre wird es keine Oldtimer mehr geben, da scheidet uns irgendwann der TÜV.

Aber deshalb mit einer alten Schrottgurke sein Leben riskieren, niemals.

Mein Leben ist es Wert, dass ein gutes Auto es beschützt. Egal, was es kostet und was es verbraucht.

Zitat:

@emv_tester schrieb am 11. November 2021 um 11:41:49 Uhr:

 

1. Durch die neue Technik (Airbag, ESP/DSC, stabile Karosse) wurde die Zahl der Toten jedes JAhr gesenkt.

2. Aber deshalb mit einer alten Schrottgurke sein Leben riskieren, niemals.

Mein Leben ist es Wert, dass ein gutes Auto es beschützt.

3. Egal, was es kostet und was es verbraucht.

1. da bin ich fast bei Dir, ich würde jedoch auch einen Anteil dem medizinischen Fortschritt zurechnen

2. und wenn ich um mein Leben noch feilschen kann, aber es fahren ja noch andere mit mir im Wagen, zB Kinder

3. diese Einstellung kann sich dann jedoch nicht jeder leisten. Aber: so wirklich teurer geworden sind Autos ja nicht unbedingt durchweg - zumindest wenn ich mich von Klasseneinteilungen löse und bewerte was ich bekomme (zB ist ein Polo heute größer als ehemals ein Golf, der UP! kommt ja von den Daten her fast an den Golf 1 heran)

Das Problem der "wesentlich" älteren Fahrzeuge ist doch, dass an diesen auch immer mehr Teile, nach und nach, ihren Geist aufgeben und ersetzt werden müssen. Wir leben ja nicht in Afrika, wo Improvisation Tagesgeschäft ist, um mobil bleiben zu können ;-)) Ersatzteile irgend wann gar nicht mehr zu bekommen sind, auch schon mal ein sonst günstiges Bauteil den Wagen für immer hier den Todesstoß versetzt, in vielen Ländern aber noch fahrtüchtig genug wären.

Mit moderneren, mit immer mehr Technik vollgestopften, Autos, die Wahrscheinlichkeit immer größer wird diesen Exitus "noch früher" zu erleben, selbst wenn sonst noch in bestem Zustand. Alles was kaputt gehen kann geht eben auch irgend wann mal kaputt. Es gibt immer mehr systemrelevante Bauteile, ohne deren tadellose Funktion, moderne Fahrzeuge sich keinen Meter zur Fortbewegung "überreden" lassen.

Insofern wären ältere Modelle in der Regel vorzuziehen, so lange diese auch noch fahren und der TÜV auch nichts dagegen hat.

Wir werden eigentlich von den Autoherstellern dazu genötigt, immer schneller (früher) Neuwagen zu kaufen (wer es kann), die Gebrauchtwagenkäufer immer öfters die A-Karte ziehen werden, Fahrzeuge hierzulande immer früher als "wirtschaftlicher" Totalschaden da stehen dürften.

Deine Antwort auf Deppen, die sich kein neues Auto leisten können / wollen halte ich für äusserst Provokant.

Ich möchte keinesfalls auf ABS, Airbags usw. meckern / verzichten, diese Einrichtungen sind Segensreich.

Aber bei Totwinkellämpchen, Verkehrszeichenerkennung etc. hört bei mir der Spass auf.

Denke nicht, das durch diesen und weiterer E-Schund nur einen Toten weniger gibt.

Und wenn wir schon bei der "Sicherheit" sind:

Warum scheppert es weiterhin regelmäßig, wenn alle Helferlein an Bord sind?

Weil gefahren wird, wie die Kranken und die Elektronik kann die Physik auch nicht ersetzen.

Zitat:

@Sportler-69 schrieb am 10. November 2021 um 16:33:14 Uhr:

Hinzu kommt noch, dass durch die stetig gestiegenen Anforderungen an die Emissionen die Motoren immer Komplexer werden und der Kompromiss zwischen Leistung und Verbrauch steigt.

Von den E Autos brauchen wir erst gar nicht zu reden. Das E Auto ist nicht zu Ende gedacht, nach wenigen Jahren ist es quasi nix mehr wert. Und wenn da was ausfällt bleibt nur abschleppen und ab in die Werkstatt.

Der von mir hervorgehobene Punkt ist genau der, der die Autohersteller (insbesondere in Bezug zu den Motoren) dazu zwingt immer mehr Bauteile zu verbauen, die unterm Strich dann nur Probleme bereiten, wie bspw. die AGR-Systeme und/oder beim Diesel die DPF.

Die Hersteller dann "auch" zu illegalen Mitteln verleitet, um irrwitzige (theoretische Wunschträume von Politikern) Emissionswerte zu erreichen, die auch im "normalen" Betrieb nicht technisch umsetzbar sind.

Mit jeder neuen politischen Vorgabe (Norm) eine neue absurde Forderung an die Autoindustrie, die unterm Strich keinen "ökologischen" Nutzen bringt (außer ökonomisch den Autobauern)!

Alles zu Lasten der Auto-Eigner, die dann regelmäßig mit teuren Reparaturen konfrontiert werden, weil alle "zusätzlichen" Komponenten kaum noch einen zugänglichen Platz im Motorraum finden! Motoren immer öfters ausgebaut werden müssen, selbst wenn es nur um eine kleine Undichtigkeit (O-Ringe bspw.) geht und die Werkstatt dann auch ganz gerne teure Bauteile ersetzen wollen, völlig ohne Not.

Das für mich immer noch unnützeste "Pflichtsystem" ist die Reifendruckkontrolle, die unter dem Deckmantel "CO2-Einsparung" zwangsweise eingeführt wurde. Vorallem sauer stößt mir die aktive Implementierung, gleich mit mehreren Punkten auf.

  • Jeder Sensor ist mit der fix verbauten Batterie mit einer begrenzten Lebensdauer
  • Es ist nicht vorgesehen, dass die ID vom Benutzer eingegeben werden kann (dies geht nur über Diagnose-Tools)
  • Ebenso ist es oft nicht vorgesehen, dass der User zwischen den Reifensätzen umschalten kann

Man wird also genötigt, mit dem Auto zur Werkstatt zu laufen, obwohl dies nicht notwendig wäre. Gut, vielleicht ist das bei meinem Prius wirklich ungünstig gelöst. Aber was spricht dagegen zumindest den Reifensatz einfach per Bordcomputer umzuschalten? Derzeit muss ich über einen versteckten Knopf ein "Betätigungsmuster" eingeben, damit zwischen den Reifensätzen umgeschaltet wird. Rückmeldung gibt's nur durch schnelles und langsames Blinken der Reifendruckkontrolle. Dämlich hoch 10.

Ich hab' ein OBD-Tool, mit dem ich die TPMS-Sensoren auslesen und auch die ID's programmieren kann. Nur das kostet mich pro Jahr 50€, mal sehen ob ich's weiterbehalte.

Sowas ist unnötg, das kann man besser implementieren.

Grüße,

Zeph

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