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Themen, die mich bewegen - mit Schwerpunkten und auch bunt gemischt

29.02.2020 17:09    |    notting    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: Abhängigkeit, E-Auto, Infrastruktur, Notbetrieb, Verbrenner

Sind mehr Anstregungen Richtung ausfalltolerante Systeme erforderlich?

Logo Macht sich die automobile Welt von immer mehr Infrastruktur abhängigLogo Macht sich die automobile Welt von immer mehr Infrastruktur abhängig

Hallo!

 

Das folgende Thema betrifft im Grunde auch Verbrenner. Aber E-Autos betrifft es noch stärker, insb. wenn sie geladen werden müssen.

Im folgenden werde ich mir ein paar Punkte herausgreifen, mit denen der Autofahrer am ehesten zutun haben wird. Natürlich hängt da immer noch mehr hintendran. Aber sonst würde dieser Blog-Artikel vermutlich "explodieren".

Fangen wir der Vollständigkeit halber mit der beliebtesten Frage in diesem Zusammenhang an:

Was ist, wenn z. B. der Strom ausfällt?

Wenn der Strom ausfällt gibt’s im Idealfall natürlich irgendeine Notstrom-Lösung mit Akkus und/oder Stromgenerator. Manchmal hat man das "zwangsweise", weil mobile Geräte wie Smartphones naturgemäß einen Akku haben. Selbst günstige Smartphones kann man selbst bei intensiver Nutzung meist einen ganzen Tag verwenden. Zudem kann man sie i.d.R. techn. betrachtet ohne dass z. B. der Arbeitgeber in die Infrastruktur investieren muss während der Arbeit laden. Ob das erlaubt ist, ist eine andere Frage, im Grunde ist es wenn es nicht erlaubt wurde eine Straftat ("Entziehung elektrischer Energie") die dann auch arbeitsrechtliche Konsequenzen hat, meist wird es aber geduldet, wenn man es nicht übertreibt. Das ist aber ein anderes Thema.

In so einem Fall kann ein Verbrenner noch z. B. aus dem Reservekanister oder wie ganz früher mit einer Handpumpe aus einem sehr großen Tank betankt werden. Letztere kann man heute noch kaufen. Habe z. B. bei einem Händler (Neuware) eine mit 40l/min Nennleistung und 4m Anschlussschlauch für 450EUR gesehen. D.h. der Tank kann locker einige 100l Sprit fassen aus dem man diesen dann von Hand herauspumpt.

Leider hat offenbar kaum eine Tankstelle sowas. Alle Tankstellen an denen ich bisher während einem Stromausfall vorbeigekommen bin, hatten den Betrieb komplett eingestellt. Das ist schon schlimm genug, dass man sich auf solche Notbetrieb-Fälle nicht ausreichend vorbereitet hat. Allerdings ist die praktische Reichweite von Verbrenner-Autos so hoch, dass man es spätestens mit Sprit aus dem Reservekanister zu einer funktionierenden Tankstelle schaffen sollte.

Gerade bei BEV ist die Reichweite aus Kostengründen meist viel geringer. Theoretisch gibt‘s Ladesäulen mit eingebauten Akku. Diese sind aber anders als die Handpumpe am großen Tank nicht dafür ausgelegt soviel Energie zu Puffern wie eine herkömmliche Tankstelle bzw. 450EUR zusätzlich zu den eigentlichen Energiekosten draufzahlen damit man diese auch bei Stromausfall ins Auto bekommt ist eben nicht, da Akkus im Verhältnis zur Energiemenge die sie speichern können viel größer und viel teurer sind (ohne die Energie die sie dann beinhalten können). Solche Ladesäulen sollen nur höhere Ladeleistungen ermöglichen wo‘s der Stromanschluss eigentlich nicht hergibt. Salopp ausgedrückt ist das in etwa wie bei einer Klospülung, bei der man den Auslöser drückt um die "Flut" zu starten, aber man vor der nächsten Flut warten muss bis der Speicher wieder gefüllt ist weil sonst das Wasser nur rausplätschert.

Ein Wind-/Solarzellen-/Akku-Set in der Größe eines Reservekanisters um irgendwie anderweitig ausreichend Strom in den Akku zu bekommen gibt auch nicht. Selbst wenn man einen Parkplatz unter Bäumen hat und das Auto dort 8h tagsüber rumsteht werden Solarzellen wegen der zu kleinen Fläche bzw. zu geringer Effizienz, ggf. der Verdreckung und ggf. Verschattung durch die Bäume nicht reichen (Schatten spart übrigens in sonnigen Jahreszeiten Energie, weil man ja nicht in einem Backofen herumfahren will -> weniger Kühlung erforderlich).

Dazu kommt, dass man dann meist noch schneller laden möchte weil man ohnehin schon einen Umweg fahren musste usw. - falls man überhaupt einen nutzbaren Schnelllader findet. Anders als beim herkömmlichen Kraftstoff wird aber meist zwischen verschiedenen Leistungsstufen bei der Ladung unterschieden (also langsamer Laden in km Mehr-Reichweite pro Ladezeit). Meist bedeutet das ca. 1/3 Aufschlag, wenn man keine Grundgebühr bezahlt (die man ggf. auf die kWh verteilen müsste).

Die einzige halbwegs sinnvolle Lösung wäre, wenn z. B. der Stromnetzbetreiber mobile Ladesäulen (inkl. Schuko-Ausgang für Smartphone laden & Co.) mit sehr großem Energievorrat jederzeit einsatzbereit haben müssen. D.h. in Form eines großen Anhängers, was es durchaus schon gibt. Die müsste er dann in das betroffene Gebiet bringen, vorzugsweise an existenten (nicht nur eigenen) Ladesäulen-Standorten. Ggf. eben einen Verbrennungs-Generator anschließen und den Akku als Puffer nutzen. Die können ja mit THW & Co. zusammenarbeiten. Diese Dinger lassen sich auch bei Festivals in der Pampa halbwegs sinnvoll einsetzen (auch wenn dann eigentlich planbar ist, wieviel Restreichweite man noch haben sollte um auch wieder wegzukommen).

Wie eingangs gesagt, das grundlegende Problem an dieser Stelle ist bekannt.

 

Was meinem Eindruck nach vielen nicht oder nicht so sehr bewusst ist, sind andere Dinge in diesem Zusammenhang

Mit Bargeld kann man bekanntlich recht einfach offline zahlen. D.h. es funktioniert auch wenn Telekommunikationsnetze gerade nicht funktionieren. Leider gibt‘s immer wieder großflächigere Störungen insb. in Mobilfunknetzen.

Natürlich macht funktionierende Elektronik bzw. Stromversorgung dafür die Erfassung der Vorgänge einfacher. Eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung, kleines Akkusystem mit Wechselrichter was ggf. automatisch anspringt) die solche Elektronik stundenlang versorgen kann sollte im 3stelligen Bereich zzgl. alle paar Jahre neue Akkus zu haben sein.

Selbst bei girocard und Kreditkarten gibt‘s die Möglichkeit der Offline-Zahlung, siehe z. B. https://www.kreditkarte.net/ratgeber/offline-zahlungen/

Leider können die meisten Ladesäulen weder das eine noch das andere. Bei den Ladesäulen-Kundenkarten ist offensichtlich überhaupt keine Offline-Funktionalität vorgesehen. Im Gegenteil, viele Ladesäulen bzw. Wallboxen funktionieren überhaupt nicht, wenn sie keine Internet-Verbindung zum Backend haben. Das wird z. B. für die Abrechnung aber auch Firmware-Updates für die Ladesäule/Wallbox benötigt.

Dass das Backend extrem wichtig ist sodass ohne es wirklich garnichts funktioniert sieht man z. B. in der Anleitung einer IES-Synergy-DC-Wallbox:

Zitat:

Message: Error connecting server. Booting interrupted ! Please call support.

Description: Message displayed during the startup of the charging station if the backend server reject the connection.

Z. B. Ecotap-DC-Wallboxen funktionieren sogar nur mit dem Ecotap-Backend, was natürlich auch extra kostet wie (quasi?) alle anderen Backends auch.

D.h. nicht nur wenn ein Mobilfunknetz ein Problem hat, kann das massive Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit von Ladesäulen haben, sondern auch Probleme bei einem Backend-Anbieter.

Bei Ladelösungen für zu Hause ist das meist nicht so gravierend. Oft betrifft das dann nur z. B. die Smartphone-Fernsteuerung. Allerdings gibt‘s hier auch Fälle, wo der Anbieter damit wirbt, dass man ganz einfach Geld verdienen kann in dem man die eigene Wallbox für die Öffentlichkeit freigibt.

 

Da wir gerade vom Laden daheim reden: Wie ich in einem meiner letzten Artikel geschrieben habe wurden kürzlich die noch dummen intelligenten Messsysteme teilweise Pflicht: https://www.motor-talk.de/.../...ten-messsysteme-beginnt-t6796835.html

Das wird zukünftig so ausgebaut werden, dass Stromanschlüsse angeboten werden können, bei denen der Stromnetzbetreiber insb. z. B. Wallboxen aus der Ferne drosseln kann (die Ersparnis beträgt aktuell grob 0,03EUR/kWh). Auch ist bei div. Fördermitteln schon Pflicht oder zumindest angedacht, dass für die Förderung Voraussetzung ist, dass man dieses Spielchen mitmacht.

Aus der Erfahrung mit vielen anderen Systemen dieser Größenordnung weiß man das alles hackbar ist. D.h. durch diese Fernsteuerung wird es einfacher werden insb. private Lademöglichkeiten ferngesteuert zu deaktivieren oder umgekehrt wenn das Stromnetz ohnehin gerade stark ausgelastet ist und deswegen Wallboxen schon "ausgebremst" wurden diese "Bremse" komplett zu lösen, sodass das Stromnetz überlastet wird und deswegen der entspr. Teil abgetrennt wird. Dann haben auch mobile EVSE an CEE-Steckdosen keinen Strom mehr obwohl sie ggf. nicht mal selbst gehackt wurden.

 

Apropos Ausfall von Mobilfunknetzen:

Das folgende Problem betrifft nicht nur viele Lademöglichkeiten, sondern auch Autos, auch Verbrenner, aber BEV insbesondere. Denn in vielen Fällen selbst bei ganz neuen Modellen kann das Mobilfunkmodul nur 2G und 3G (GSM/CSD, GPRS/EDGE, UMTS/HS(D/U)PA), insb. bei Ladesäulen Das 3G-Netz wird aber gerade so langsam abgebaut bzw. schon länger nicht mehr ausgebaut: https://www.heise.de/ct/artikel/Fragen-Antworten-LTE-4368034.html (2. Frage).

Selbst EDGE hat nur einen Bruchteil der HSPA-Geschwindigkeit. Für Status-, Authentifizierungs- und Abrechnungsdaten (selbst verschlüsselt) dürfte das im Grunde reichen - solange nicht gerade z. B. ein Firmware-Update die Verbindung länger defakto komplett auslastet. Z. B. IES Synergy bietet Firmware-Updates auch auf der Webseite zum Download an. Das wäre durchaus eine Lösung, wenn die mit gängiger Hardware bzw. kostenloser Software funktioniert. Das gleiche gilt für die Firmware-Updates von Autos.

In der Schweiz will man dieses Jahr sogar schon die ersten GSM/GPRS/EDGE-Netz abschalten.

Die Nachrüstung von 4G-Modulen in den Lademöglichkeiten wird aber Geld kosten. Bzw. es muss noch genügend Leute geben, die dieses Geld investieren wollen, vor allem bei älteren E-Autos, die anders als viele Ladesäulen keinen LAN-Anschluss haben wo man einen passenden Mobilfunk-Router anschließen könnte. Und Nachfolge-Produkte verkaufen ist für die Hersteller ohnehin schöner...

 

Mal ganz davon abgesehen, dass immer öfter auch Auto-Steuerungsfunktionen über das Mobilfunknetz im Internet verfügbar gemacht werden, z. B. Vorklimatisierung. Wenn das Navi durch einen Hack spinnt dürfte das i.d.R. dank Smartphone und zur Not Papier-Landkarten nicht so schlimm sein als wenn z. B. mit den Steuerungsfunktionen des Autos an sich Schindluder getrieben wird.

Jetzt sollen auch dank 5G die Autos noch stärker untereinander vernetzt werden. 5G hat aber ein paar konzeptionelle Sicherheitslücken, z. T. sogar geerbt:

https://www.heise.de/.../...berwacher-es-so-einfach-haben-4646749.html

https://www.heise.de/.../...beliebigen-Handy-Besitzern-an-4666786.html

 

Kurz:

- Es fehlt meist die Möglichkeit offline an Ladesäulen genauso bezahlen zu können wie wenn sie online sind. Z. B. mit Bargeld oder girocard bzw. Kreditkarten wäre natürlich noch besser. (Hinweis: Zumindest in meiner Gegend gibt's keine Gratis-Ladesäulen. Und die werden im Fall der Fälle noch überlaufener sein als sonst. E-Autos sind gerade stark im Kommen.)

- Alle Lademöglichkeiten-Betreiber sollen die Möglichkeit haben wenn sie schon gezwungen sind ein Backend einzurichten das genauso einfach unabhängig vom Internet haben zu können wie z. B. ein eigenes NAS.

- Es muss mehr getan werden um Stromausfälle abzumildern. Gerade bei E-Autos wird auch in div. Postings bzw. "Sendungen" zu oft zu knapp kalkuliert was die Ladezeit über Nacht angeht, sodass man sehr schnell in der Situation ist, dass man am nächsten Morgen sehr viel Zeit verliert um überhaupt zur Arbeit zu kommen.

- Auch bei Verbrennern stehe ich den div. Fernsteuerungsmöglichkeiten über das Internet sehr kritisch gegenüber. Oft genug ist man sogar gezwungen den Hersteller-Dienst zu nutzen statt dass man das Auto einfach im Wunsch-WLAN einklinken kann bzw. dass man das Auto über das eigene Smartphone "surfen" lassen kann wenn man es als WLAN-Hotspot konfiguriert.

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Ergänzung von notting am 22.03.2020 19:54

Bin mal gespannt, wie sich das Corona-Virus hier auswirkt. Z. T. sind die Regelungen bzgl. Erhaltung von Kfz-Mobilität unklar formuliert. Für die Erhaltung der Mobilität braucht man sowohl Handel als auch Werkstatt, ggf. dazu noch Zulassungsstellen und Schildermacher. Siehe z. B. https://www.kfzgewerbe.de/.../...n-zum-umgang-mit-dem-coronavirus.html bzw. hab die Version zum Zeitpunkt des Postings unter https://web.archive.org/.../...nen-zum-umgang-mit-dem-coronavirus.html archivieren lassen.

 

EDIT 2020-03-27: https://www.electrive.net/.../

D.h. wenn ihr daheim laden müsst, erst ein BEV bestellen, wenn ihr schon eine funktionierende Lademöglichkeit daheim habt! Und viele neue Ladepunkte wird's aktuell auch nicht geben.

 

notting

01.03.2020 13:53    |    hd311

Ich versuche mich kürzer zu halten:

 

Gemäss Statistik fährt der Bürger täglich kaum mehr als 50 km mit seinem Privat Fahrzeug.

Einige male im Jahr will er jedoch 500 - 1000 km fahren.

Es ist daher logisch, zu folgern, dass ein Kauf eines E Autos mit z.B. 600 km Reichweite eine Verschwendung von Recourcen für ca 90% der Nutzungsdauer darstellt.

Eine Lösung mit Anstecken eines Ladekabels und Laden mit hoher Energie von z.B. 50 kW und mehr, kann zwar die Ladezeit verkürzen, aber schadet der Batterie, und der Laderegler im Auto muss grösser sein, was nicht ganz billig ist ... Auch die Ladeleistung für die Spitzenlast vorzuhalten, verschlingt hohe Recourcen, bzw. führt zu Problemen, da derzeit einfach so viel Strom gar nicht zur Verfügung steht. Es müsste also da teuer nachgerüstet werden, obwohl ausserhalb der Spitzenlast genügend Strom vorhanden wäre.

Es gäbe eine Lösung für obige Probleme, die noch weitere Vorteile mitbringt:

 

Die Batterie in den Fahrzeugen ist meist als Modul verbaut, das ausgebaut werden kann. (Ein Hersteller hat das schon vor Jahren in einer Demonstration gezeigt) Wenn man diesen Vorgang automatisiert, kann an der "e-Tankstelle" die leere gegen eine geladene Batterie getauscht werden, und der Kunde kann damit weiterfahren ohne länger warten zu müssen. Die leere Batterie kann schonend geladen werden, und steht dann dem nächsten Kunden zur Verfügung. Das ganze würde auch die Batterie Weiterentwicklung / Forschung in Europa voranbringen und den Tankstellen neues Leben einhauchen - und das für die nächsten Jahrhunderte. (Hinweis an die Braunkohle Gewerkschaft Funktionäre: das wären Arbeitsplätze ohne Ende.)

 

Somit können die E-Fahrzeuge mit 20 - 40 kWh Batteriekapazität auskommen, die normale Reichweiten für den Alltag von ca 200 km bieten, und bei Bedarf wird einfach die Dienstleistung der e-Tankstelle genutzt.

Die Fahrzeuge bleiben dadurch bezahlbar, und die Recourcen werden kaum verschwendet.

 

Der Normal-Bürger läd sein Auto Nachts zuhause mit 2-5 kW schonend auf. (Mit Nachtarif (z.B. bei uns für 6 Cent/kWh) auch relativ günstig)


01.03.2020 14:36    |    notting

Zitat:

@hd311 schrieb am 1. März 2020 um 13:53:38 Uhr:

Ich versuche mich kürzer zu halten:

 

Gemäss Statistik fährt der Bürger täglich kaum mehr als 50 km mit seinem Privat Fahrzeug.

Quelle? Wurden da tatsächl. die Strecken bis das Auto wieder zu Hause ist gemessen und davon der Teil genommen der am häufigsten vorkommt? D.h. insb. _nicht_ mit Tagen gemittelt wo es 0km fährt?

 

Zitat:

Einige male im Jahr will er jedoch 500 - 1000 km fahren.

Es ist daher logisch, zu folgern, dass ein Kauf eines E Autos mit z.B. 600 km Reichweite eine Verschwendung von Recourcen für ca 90% der Nutzungsdauer darstellt.

Wie kommst du darauf? Wer sagt, dass derjenige daheim laden kann oder dort zu vernünftigen Konditionen laden kann wo er ohnehin ist? D.h. im Zweifelfall wird derjenige mit der max. Leistung laden wollen um nicht unnötig Zeit zu verlieren. Dadurch dass man dann nicht warten will bis der Akku die letzten % wirkl. geladen ist wird die Lebensdauer des Akku auch in dem Sinne erhöht, dass eben nicht auf 100% geladen wird. D.h. die effektiv nutzbare Kapazität ist geringer.

Z. B. Ford beschränkt übrigens beim Mustang Mach-E die Ladeleistung auf ca. 1,5C.

 

Zitat:

Eine Lösung mit Anstecken eines Ladekabels und Laden mit hoher Energie von z.B. 50 kW und mehr, kann zwar die Ladezeit verkürzen, aber schadet der Batterie, und der Laderegler im Auto muss grööser sein, was nicht ganz billig ist ...

- Falsch! Hier ist einzig und alleine der C-Faktor relevant, d.h. das Verhältnis aus Ladeleistung und Akkukapazität - und eben nicht die absolute Leistung.

- Außerdem wird bei solchen Ladeleistungen so gut wie immer DC geladen. Und z. B. beim sehr verbreiteten CCS regelt doch die Ladesäule den Strom, weswegen es während des kompletten Ladevorgangs ständig eine intensive Kommunikation zwischen E-Auto und Ladesäule gibt? Sprich es wird nicht ineffizienterweise in jedem E-Auto der Regler verbaut, sondern eine Ladesäule mit einem Regler kann ganz viele E-Autos versorgen?

Zur Not verschaltet man halt die Akkuzellen anders und hat dann 800V statt 400V bei gleicher Kapazität. Dann ist das immernoch Niederspannung und man kann man bei gleicher Ladeleistung auch dünnere Kabel verwenden, auch an/in der Ladesäule. Problem ist dann aber, dass das Stromnetz normal nur 400V Außenleiterspannung liefert.

 

Zitat:

Auch die Ladeleistung für die Spitzenlast vorzuhalten, verschlingt hohe Recourcen, bzw. führt zu Problemen, da derzeit einfach so viel Strom gar nicht zur Verfügung steht. Es müsste also da teuer nachgerüstet werden, obwohl ausserhalb der Spitzenlast genügend Strom vorhanden wäre.

Je größer der Schnell-Ladepark ist (z. B. weil auch eine herkömml. Tankstelle, Rasthof oder sonstwas dazugehört), desto eher:

- wird ohnehin bei höherer Auslastung die Leistung begrenzt. Bzw. das gleicht sich ja zum Teil aus, der eine lädt z. B. gerade schneller und der andere langsamer weil Akku fast voll oder das E-Auto die Leistung überhaupt nicht ausreizen kann. Bzw. öffentl. laden ist ja eher eine Notlösung, wenn man nicht daheim (ausr. schnell) laden kann weil man z. B. unterwegs ist -> ist viel teurer.

- macht z. B. eine größere Solaranlage Sinn. Vor Ort produzierter und genutzter Strom verursacht weniger Durchleitungsverluste.

Außerdem kann man vor allem mit "überflüssigen" Strom von der Solaranlage z. B. stationäre alte E-Auto-Akkus vor Ort laden die als Puffer dienen. Oder man kann H2 herstellen und für H2-REx-Fahrzeuge verkaufen. Steigert zwar beides nicht die Effizienz, aber wird das Netz entlasten.

 

Theoretisch kann man auch absurd viele Resourcen bzw. Platz für Lahmladesäulen verschwenden - ohne Garantie, dass dann auch wirkl. eine nutzbare in der Nähe ist, weil z. B. ein Anhänger oder ein geladenes E-Auto einen Platz belegt. Dazu bietet sie meist nicht genügend Leistung wenn man sie am dringendsten bräuchte :rolleyes:

 

Zitat:

Es gäbe eine Lösung für obige Probleme, die noch weitere Vorteile mitbringt:

 

Die Batterie in den Fahrzeugen ist meist als Modul verbaut, das ausgebaut werden kann. (Ein Hersteller hat das schon vor Jahren in einer Demonstration gezeigt) Wenn man diesen Vorgang automatisiert, kann an der "e-Tankstelle" die leere gegen eine geladene Batterie getauscht werden, und der Kunde kann damit weiterfahren ohne länger warten zu müssen. Die leere Batterie kann schonend geladen werden, und steht dann dem nächsten Kunden zur Verfügung. Das ganze würde auch die Batterie Weiterentwicklung / Forschung in Europa voranbringen und den Tankstellen neues Leben einhauchen - und das für die nächsten Jahrhunderte. (Hinweis an die Braunkohle Gewerkschaft Funktionäre: das wären Arbeitsplätze ohne Ende.)

 

Somit können die E-Fahrzeuge mit 20 - 40 kWh Batteriekapazität auskommen, die normale Reichweiten für den Alltag von ca 200 km bieten, und bei Bedarf wird einfach die Dienstleistung der e-Tankstelle genutzt.

Die Fahrzeuge bleiben dadurch bezahlbar, und die Recourcen werden kaum verschwendet.

Falsch bzw. Widerspruch in sich, weil:

- Wenn je stärker man den Akku physisch ausreizt (also ständig laden bis 100% -> fahren bis 0% -> laden bis 100% usw.) desto schneller geht er kaputt. Bzw. je kleiner der Akku desto stärker wird man ihn in der Praxis ausreizen.

- Je öfter man Laden/Akku wechseln muss, desto eher muss man deswegen Umwege fahren was auch Resourcen-Verbrauch bedeutet.

- An den Akkuwechselstationen liegen ständig auch wg. der von dir vorgeschlagenen geringen Ladeleistung ständig Akkus rum die auch erstmal hergestellt werden müssen -> ist auch Resourcen-Verschwendung. EDIT Ggf. liegen sogar 2 oder mehr Akkutypen rum wg. Technologiewechsel.

 

Zitat:

Der Normal-Bürger läd sein Auto Nachts zuhause mit 2-5 kW schonend auf. (Mit Nachtarif (z.B. bei uns für 6 Cent/kWh) auch relativ günstig)

Quelle für den Preis?! Absurd hohe Grundgebühr?! Kenne sonst eher 0,20EUR/kWh für Nachtstrom, aber mit teurerem Zähler und meist höherer Grundgebühr.

Außerdem muss man immer mit Stromausfällen rechnen, was aktuell bedeutet dass dann die öffentl. Ladesäulen überrannt werden würden, weil anders als bei den Verbrennern im Normalfall alle daheim laden und nicht öffentl. Dazu kommen noch div. andere Ladeunterbrechungen (z. B. Software von verbreiteter Wallbox X hat einen Bugs, weswegen dann am nächsten Morgen viele blöd dastehen -> öffentl. Ladesäule bzw. zu spät auf der Arbeit...).

 

notting


01.03.2020 15:55    |    slv rider

Zitat:

Was ist, wenn z. B. der Strom ausfällt?

dann geht auch die pumpe an der tankstelle nicht.:o

ansonsten:

https://www.bbk.bund.de/DE/Home/home_node.html


01.03.2020 15:59    |    notting

Zitat:

@slv rider schrieb am 1. März 2020 um 15:55:50 Uhr:

Zitat:

Was ist, wenn z. B. der Strom ausfällt?

dann geht auch die pumpe an der tankstelle nicht.:o

Das habe ich auch geschrieben. Und?

 

Zitat:

ansonsten:

https://www.bbk.bund.de/DE/Home/home_node.html

Deren Notfallkochbuch wird mir nix bringen wenn ich mit meinem E-Auto auf Arbeit will. Bzw. hab kurz gesucht und nix gesehen, dass die schon bei kurzen Stromausfällen "Not-Ladesäulen" aufstellen werden.

 

notting


01.03.2020 20:18    |    as_at

Die Industrie versucht einfach nur Produkte anzubieten die dann nachgefragt werden, weil Menschen Vorteile und Wohlstand daraus haben. Sonst könnte ich mit einen freiwilligen Kauf der Produkte nicht vorstellen.

 

Nicht die "automobile Welt" (was auch immer dieser abstrakte Begriff bedeuten soll) macht irgendjemanden und schon gar nicht sich selber von irgendetwas abhängig, sondern Leute die nichts anzubieten haben, die wahrscheinlich praktisch nicht mal einen Scheid Brennholz produzieren können, machen alle anderen abhängig, weil der Staatsgläubige Schafskopf sich einredet, dass er sie braucht, weil sich sonst die Welt nicht mehr drehen würde oder Ähnliches.

 

Dass sämtlichen Wohlstand und sämtliche Produkte und Dienstleistungen SELBER in einer arbeitsteiligen Gesellschaft produzieren und nur die Leute entscheiden, die keinen Beitrag daran leisten und sich selber nach belieben bedienen und nur über die Arbeitsergebnisse anderer verfügen und ihre gesamte Bürokratie nichts als Selbstzweck ist und, dass sich jedes Einzelziel im wesentlichen nur dem Gesamtziel der Machterhaltung dieser Leute unterordnet, dürfte an den Leuten spurlos vorbeigegangen sein.


01.03.2020 20:35    |    notting

@as_at Zumindest in gewisser Weise kann man auch durch Kaufentscheidungen steuern was angeboten wird. Man könnte dadurch eben auf die Idee kommen, dass es den Leuten egal ist bzw. "Komfort" mehr als alles andere bedeutet.

 

notting


01.03.2020 21:14    |    slv rider

Zitat:

Deren Notfallkochbuch wird mir nix bringen wenn ich mit meinem E-Auto auf Arbeit will.

hast einen job den man ohne Strom machen kann?


02.03.2020 20:17    |    notting

Zitat:

@slv rider schrieb am 1. März 2020 um 21:14:04 Uhr:

 

Zitat:

@slv rider schrieb am 1. März 2020 um 21:14:04 Uhr:

Zitat:

Deren Notfallkochbuch wird mir nix bringen wenn ich mit meinem E-Auto auf Arbeit will.

hast einen job den man ohne Strom machen kann?

Wie gesagt, man hat heute sehr schnell keinen Job mehr, wenn man zu spät zur Arbeit kommt weil das Auto nicht lief. Bei sowas wie von mir beschrieben werden insb. die Schnellladesäulen schnell überlaufen sein, weil eben normal alle zu Hause laden.

 

notting


04.03.2020 00:06    |    Sp3kul4tiuS

Es gibt noch eine riesige Latte an sinnlosen Dingen, wenn man zu große Akkus reinwirft.

 

Mein Tankautomat funktionierte Morgens schon mal nicht. Ich weiß rel gut wie weit ich auf Reserve fahren kann und kam Nachmittags mit heißer Luft wieder.- Einem Kollegen hat es mal die EC Karte gefressen. Mit Gewalt hat er sie wieder raus bekommen.

Das der Automat spinnt kommt deutlich öfter vor als wenn man zufällig alle Säulen nicht funktionieren im Normalem Betrieb.

 

Ich werfe nochmal in den Raum. Diskriminierung und Krieg der Straße weitet sich auf die Ladetankstellen aus.

Lese jetzt schon öfter das sich aufgeregt wird wenn Autos irgendwo laden mit geringer Ladeleistung.

Ich sehe es jetzt schon. Es kommen Menschen die Zeit haben oder was anderes erledigen. Je schneller man lädt destso teurer wird das laden...


04.03.2020 07:20    |    slv rider

tötungsdelikt beim laden. Tatwaffe: ladekabel.:D


04.03.2020 11:50    |    GLKman

Mein Großvater weiß noch, wie lange es gedauert hat unser Tankstellennetz so auszubauen, dass man sich beim Einsteigen keine Sorgen mehr wegen der Reichweite machen brauchte. Alle, die heute ein Elektroauto fahren und mühselig planen und rechnen müssen um am Abend noch mal unvorhergesehenes zu erledigen, genießen meinen vollen Respekt und höchste Anerkennung.

Ich werde aber weiterhin die Errungenschaften meiner Vorfahren nutzen, bis keine Klagen mehr von Kindern kommen, die in der Schule warten mussten bis das E-Auto endlich wieder mal fahrbereit ist.


04.03.2020 20:18    |    notting

Zitat:

@Sp3kul4tiuS schrieb am 4. März 2020 um 00:06:05 Uhr:

Mein Tankautomat funktionierte Morgens schon mal nicht. Ich weiß rel gut wie weit ich auf Reserve fahren kann und kam Nachmittags mit heißer Luft wieder.- Einem Kollegen hat es mal die EC Karte gefressen. Mit Gewalt hat er sie wieder raus bekommen.

Das der Automat spinnt kommt deutlich öfter vor als wenn man zufällig alle Säulen nicht funktionieren im Normalem Betrieb.

 

Ich werfe nochmal in den Raum. Diskriminierung und Krieg der Straße weitet sich auf die Ladetankstellen aus.

Lese jetzt schon öfter das sich aufgeregt wird wenn Autos irgendwo laden mit geringer Ladeleistung.

Ich sehe es jetzt schon. Es kommen Menschen die Zeit haben oder was anderes erledigen. Je schneller man lädt destso teurer wird das laden...

Es ist jetzt schon so, dass in den meisten Tarif DC-Ladung (meist schneller als AC) gerne grob 0,10EUR/kWh mehr kostet.

 

Da du gerade Automaten erwähnst: Früher hatte man bestenfalls einen Parkschein-Automat. Man konnte das Ticket anonym kaufen und ohne Angabe eines Kennzeichens nutzen. Wenn er defekt war -> Parkscheibe. Wenn der bequeme Parkticket-Kauf heute kaputt ist, gibt's Strafzettel obwohl für den User alles korrekt zu funktionieren scheint. Und es scheint auch eher E-Auto-Fahrer als Verbrennerfahrer zu treffen: https://www.tagesspiegel.de/.../25598930.html

 

notting


06.03.2020 14:17    |    Gururom

Alternativ kann man so einen Spezialbehälter ins Auto einbauen, welchen man dann mit so explosiver Flüssigkeit füllt und damit einen Verbrennungsmotor betreiben.


06.03.2020 20:29    |    notting

Zitat:

@Gururom schrieb am 6. März 2020 um 14:17:52 Uhr:

Alternativ kann man so einen Spezialbehälter ins Auto einbauen, welchen man dann mit so explosiver Flüssigkeit füllt und damit einen Verbrennungsmotor betreiben.

Meinst du sowas? https://www.youtube.com/watch?v=j6HDS-qF6Cw

 

notting


09.03.2020 11:58    |    GabrieleSchreiner

Zitat:

@slv rider schrieb am 4. März 2020 um 07:20:46 Uhr:

tötungsdelikt beim laden. Tatwaffe: ladekabel.:D

Ich stimme vollkommen zu


29.03.2020 17:48    |    pcAndre

Morgen...!

Warum soll man sich Gedanken über einen etwaigen Stromausfall machen??

Pro Jahr fällt in Deutschland der Strom für rund 14 Minuten aus. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 0,000023 pro Jahr bzw. 1 zu 43.478.[1]

 

Im Vergleich dazu liegt die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall zu sterben bei 0,0097 1 zu 103.[2]

 

Schaut man sich die Pannenstatistik vom ADAC an [3], sollte man sich Dinge wie z.B. Ersatzakku oder Ersatzreifen (mehrfach) zuhause hinlegen, damit man auch ja immer "pünktlich" auf der Arbeit ist. Wobei pünktlich, bei möglicher Gleitzeit, immer die Frage ist!;)

 

Ein überaus interessanter Punkt wäre auch eine mögliche Nachfrage von Bewerbern/Angestellten nach Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber?! Waren früher Dienstwägen, Mobiltelefone und Tickets für den öffentlichen Nahverkehr angesagt, könnten Ladesäulen in Zukunft zusätzlich in den Fokus rücken und den Arbeitgeber "attraktiv" machen.

 

Quelle:

[1]https://www.bundesnetzagentur.de/.../...ungsunterbrech_Strom_node.html

[2]https://www.watson.de/.../...siko-bei-einem-flugzeugabsturz-zu-sterben

[3]https://www.adac.de/.../

 

MfG André


29.03.2020 18:40    |    notting

Zitat:

@pcAndre schrieb am 29. März 2020 um 17:48:53 Uhr:

Morgen...!

Warum soll man sich Gedanken über einen etwaigen Stromausfall machen??

Pro Jahr fällt in Deutschland der Strom für rund 14 Minuten aus. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 0,000023 pro Jahr bzw. 1 zu 43.478.[1]

Woran erkennt man einen Statistiker? Er hängt seine Beine in eine Gefriertruhe, den Kopf in einen Backofen und beschwert sich dann, dass es ihm schlecht geht obwohl seine Durchschnittstemperatur völlig ok ist :rolleyes:

 

Man muss hier sozusagen in "Ausfalltagen" denken an denen man deswegen nicht einigermaßen rechtl. abgesichert ist.

- Selbst wenn die Unterbrechung nur 14min wäre, ist nicht garantiert, dass der Ladevorgang auch autom. weiterläuft, insb. wenn ein Abrechnungssystem dahinter hängt.

- Ein Durchschnitt von 14min bedeutet, dass es auch längere Unterbrechungen gibt. Je länger die Unterbrechung, desto eher reicht die Reichweite nicht. Aufgrund der Kosten etc. wird heute die Reichweite eher knapp kalkuliert. Und schnell laden kann man nur, wenn der Akku nicht zu voll ist und dann muss halt eine passende Ladesäule da sein, was nicht immer der Fall ist (>=100kW gibt's oft nur in größeren Abständen an der AB, blöd für Pendler die dort nicht vorbeikommen).

 

Zitat:

Im Vergleich dazu liegt die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall zu sterben bei 0,0097 1 zu 103.[2]

Selbst wenn man nur verletzt wird bekommt man eine AUB oder zumindest Anwesenheitsbescheinigung vom Arzt/Krankenhaus (wenn man tot ist ist der Job eh egal). Wenn das Auto nicht tut aber nicht.

 

Zitat:

Schaut man sich die Pannenstatistik vom ADAC an [3], sollte man sich Dinge wie z.B. Ersatzakku oder Ersatzreifen (mehrfach) zuhause hinlegen, damit man auch ja immer "pünktlich" auf der Arbeit ist. Wobei pünktlich, bei möglicher Gleitzeit, immer die Frage ist!;)

*facepalm*

- Ich habe von einem Risiko gesprochen was noch dazukommt, d.h. insb. zum Thema Reifen.

- Man hat hier z. B. beim Starter-Akku die Möglichkeit vorsorgl. ein einigermaßen kostengünstiges neues Teil selbst einzubauen.

- Desweiteren ist es eben ein Unterschied ob man 10-15min oder 1h später dran ist. Ich denke an die gerade ab ca. 80% lahmen Ladevorgänge.

 

Szenario Starter-Akku ist am Morgen platt (was sich normalerweise aber nicht immer langsam ankündigt):

1. Man nehme ein weiteres Fahrzeug oder ein entspr. Ladegerät bzw. Strom aus dem Stromnetz, sodass man den Motor starten kann. Dauert nur ein paar min, der Akku ist ja zieml. leer sodass man spätestens nach kurzer Aufwärmphase recht schnell laden kann.

2. Sobald der Motor läuft, kann man zur Arbeit fahren, je weiter umso besser, weil der Akku besser geladen wird.

3. Z. B. auf dem Weg von der Arbeit heim kann man einen Zwischenstopp in einem Laden machen der passende Akkus verkauft und daheim selbst auswechseln (nur rel. wenig Werkzeug und keine Hebebühne etc. nötig).

-> So ungefähr ist das in den allermeisten Fällen realisierbar bzw. ist es mir auch schon passiert. Hatte nie den Fall, dass der Akku ohne Vorwarnung so kaputt war, dass das so nicht geklappt hat (auch wenn es in Einzelfällen passieren kann).

 

Stromausfälle hatten wir hier aber schon mehrfach insb. tagsüber. In der Nacht kriegt man das leider nicht so direkt mit (alle meinen Uhren können zumindest im Notfall auch auf Batterie/Akku laufen oder stellen sich autom. über RDS, DCF77 oder Internet).

 

Szenario Reifen platt:

1a. Es wurde nur das Ventil aufgedreht: Viele Autos haben ein Pannenset -> Kompressor bei laufendem Motor (damit nicht der Akku leergesaugt wird) anschließen. Ggf. an der nächsten Tankstelle nochmal etwas mehr Druck reinmachen. Mir ist sowas mal auf der Arbeit passiert. Ging nur ein paar min.

Oder Rad abmontieren und damit zu einem entspr. Kompressor z. B. an einer Tankstelle. Autos haben entspr. Pannenwerkzeug dabei.

1b falls 1a. nicht hinhaut: Entweder hat das Auto ein Reifen-Pannenset oder Ersatz-/Notrad, auf jeden Fall aber Werkzeug zum Räder abmontieren. Gem. Handbuch vorgehen. Wer ggf. nicht regelm. das Ersatz-/Notrad aufpumpt ist selber schuld und muss damit ggf. erstmal irgendwie anders zur Tankstelle.

 

Zitat:

Ein überaus interessanter Punkt wäre auch eine mögliche Nachfrage von Bewerbern/Angestellten nach Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber?! Waren früher Dienstwägen, Mobiltelefone und Tickets für den öffentlichen Nahverkehr angesagt, könnten Ladesäulen in Zukunft zusätzlich in den Fokus rücken und den Arbeitgeber "attraktiv" machen.

*LOL* Du bist auf die Fachkräfte-Mangel-Lüge reingefallen. Habe bei mehreren Firmen gearbeitet. Was derartige Boni habe ich in all den Jahren nur in wenigen Monaten steueroptimierte Tankgutscheine bekommen, sonst nix (bin Ing.). Desweiteren verursacht eine Ladesäule in der Firma Folgekosten, die IIRC nicht steuerl. begünstigt sind (z. B. E-Check).

Außerdem werden die Leute dann evtl. aus Kostengründen ein Auto fahren, was zu wenig Reichweite hat (z. B. wg. Akkudegradation) und deswegen auf diese Ladesäule angewiesen ist. Und wenn die mal nicht geht...

 

notting


29.03.2020 21:45    |    pcAndre

Morgen...!

Thema Stromausfall:

Die Wahrscheinlichkeit bei einem Autounfall zu sterben, habe ich als Vergleich heran gezogen, um aufzuzeigen wie selten Stromausfälle in Deutschland sind. Ich habe seit über 20 Jahren keinen Stromausfall erlebt, obwohl ich in verschiedenen Regionen gewohnt habe. Nichtsdestotrotz könnte man sich eine "Aufwachanlage" ala Feuermelder bauen, der bei einem Stromausfall anspringt und dich in der Nacht weckt. Dann kannst du via App den Ladevorgang neu starten. Diese App kannst du auch nutzen, sollte das tagsüber passieren.

Warum sollte die Reichweite eher knapp kalkuliert sein? Hat man vielleicht das falsche Fahrzeug für seine Bedürfnisse gekauft? Wenn ich täglich 100 km pendle, sollte meiner Ansicht das Fahrzeug mindestens diese Strecke zwei Mal ohne Nachladen schaffen.

 

Thema Akku/Reifen:

Du würdest das so machen. Meine Frau ruft z.b. den ADAC an. Das Auto müsste zum Starten aus der Garage usw.

Geh mal von einer Reifenpanne unterwegs aus...;) Am besten noch bei strömenden Regen. Dich will ich dann im Grünstreifen sehen, wie du das Rad wechselst!;) Ansonsten hab ich nur nen Pannenset und nen Gastank. Deswegen wieder ADAC anrufen.

 

Wenn es bedeutet auf die Fachkräfte-Mangel-Lüge hereingefallen zu sein, dass ich bei einer internationalen Firma arbeite, die ein überdurchschnittliches Branchengehalt incl Weihnachts- und Urlaubsgeld zahlt, mir darüber hinaus ein kostenloses Parkhaus mit kostenlosen Ladesäulen zur Verfügung stellt und es bald einen Unternehmenskindergarten gibt, dann bin ich wirklich auf die Fachkräfte-Mangel-Lüge hereingefallen! ;)

 

MfG André


20.04.2020 08:38    |    hd311

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 14:36:33 Uhr:

Zitat:

Es gäbe eine Lösung für obige Probleme, die noch weitere Vorteile mitbringt:

 

Die Batterie in den Fahrzeugen ist meist als Modul verbaut, das ausgebaut werden kann. (Ein Hersteller hat das schon vor Jahren in einer Demonstration gezeigt) Wenn man diesen Vorgang

...

Somit können die E-Fahrzeuge mit 20 - 40 kWh Batteriekapazität auskommen, die normale Reichweiten für den Alltag von ca 200 km bieten, und bei Bedarf wird einfach die Dienstleistung der e-Tankstelle genutzt.

Die Fahrzeuge bleiben dadurch bezahlbar, und die Recourcen werden kaum verschwendet.

Falsch bzw. Widerspruch in sich, weil:

- Wenn je stärker man den Akku physisch ausreizt (also ständig laden bis 100% -> fahren bis 0% -> laden bis 100% usw.) desto schneller geht er kaputt. Bzw. je kleiner der Akku desto stärker wird man ihn in der Praxis ausreizen.

- Je öfter man Laden/Akku wechseln muss, desto eher muss man deswegen Umwege fahren was auch Resourcen-Verbrauch bedeutet.

- An den Akkuwechselstationen liegen ständig auch wg. der von dir vorgeschlagenen geringen Ladeleistung ständig Akkus rum die auch erstmal hergestellt werden müssen -> ist auch Resourcen-Verschwendung. EDIT Ggf. liegen sogar 2 oder mehr Akkutypen rum wg. Technologiewechsel.

So jetzt habe ich mal Zeit zu Antworten:

Ich bin schon ein wenig Fachman in Sachen Akkutechnologie, deshalb muss ich schon lächeln, wenn du meine Angben zum Akku so lapidar als falsch kommentierst.

Die derzeitigen Lithium Ladekennlinien für eFahrzeuge sehen so aus, das nie zu 100% geladen wird.

Das Schnelladen ist immer Verschleiss !

Bei Tesla kann man im Menü nachsehen wie oft schnellgeladen wurde...

 

 

 

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 14:36:33 Uhr:

Zitat:

Der Normal-Bürger läd sein Auto Nachts zuhause mit 2-5 kW schonend auf. (Mit Nachtarif (z.B. bei uns für 6 Cent/kWh) auch relativ günstig)

Quelle für den Preis?! Absurd hohe Grundgebühr?! Kenne sonst eher 0,20EUR/kWh für Nachtstrom, aber mit teurerem Zähler und meist höherer Grundgebühr.

...

notting

Im Bild der Beleg zu den 6,46 Cent/kWh für unseren Stromtarif ...

 

 

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 14:36:33 Uhr:

Zitat:

Eine Lösung mit Anstecken eines Ladekabels und Laden mit hoher Energie von z.B. 50 kW und mehr, kann zwar die Ladezeit verkürzen, aber schadet der Batterie, und der Laderegler im Auto muss grööser sein, was nicht ganz billig ist ...

- Falsch! Hier ist einzig und alleine der C-Faktor relevant, d.h. das Verhältnis aus Ladeleistung und Akkukapazität - und eben nicht die absolute Leistung.

- Außerdem wird bei solchen Ladeleistungen so gut wie immer DC geladen. Und z. B. beim sehr verbreiteten CCS regelt doch die Ladesäule den Strom, weswegen es während des kompletten Ladevorgangs ständig eine intensive Kommunikation zwischen E-Auto und Ladesäule gibt? Sprich es wird nicht ineffizienterweise in jedem E-Auto der Regler verbaut, sondern eine Ladesäule mit einem Regler kann ganz viele E-Autos versorgen?

Zur Not verschaltet man halt die Akkuzellen anders und hat dann 800V statt 400V bei gleicher Kapazität. Dann ist das immernoch Niederspannung und man kann man bei gleicher Ladeleistung auch dünnere Kabel verwenden, auch an/in der Ladesäule. Problem ist dann aber, dass das Stromnetz normal nur 400V Außenleiterspannung liefert.

Zum Thema Laderegler: Die Entwickler erlauben keiner fremden Ladesäule, den zig-tausend Euro teueren Akku eines Auto die Steuerung des Ladevorganges ...

Alle Akkus haben eigene Zellen-Steuerung, jede Zelle muss überwacht werden.

Die Ladesäule liefert nur Energie, das Auto sagt wieviel und regelt, und wenn die Ladesäule "durchgeht" trennt das Auto die Verbindung.

Und die Batteriespannung: ob 400V oder höher ist kein Problem der öffentlichen Versorgungspannung. Bei grösseren Anlagen wird mit Mittelspannung -also 15 KV- versorgt, da ist dann schon genug Dampf dahinter. Nur das kann man nicht in jede Strasse installieren, dehalb ja mein Vorschlag der Modul Stationen, die ermöglichen eAutos Langstrecke zu fahren ohne auf 1000 km

10-20 Stunden laden zu müssen ... So wäre alle 100 km eine solche Station sinnvoll, und die Akkus könnten bei 40 kWh Grösse bleiben. Mit der Robotertechnologie ist der Umgang mit diversen unterschiedlichen Akku Dimensionen kein Problem. Nur das Thema einheitliche Kühlanschlüsse

macht mir Kopfzerbrechen ...

 

Aber ich will dich nicht mit Fachwissen plattmachen ...

Ich suche sinnvolle Möglichkeiten den Politiker zu helfen, die richtigen Entscheidung zu treffen ... und einer Instrumentarisierung durch die Industrie vorzubeugen.

 

mfg HD aus Fuerte


Bild

20.04.2020 20:15    |    notting

Zitat:

@hd311 schrieb am 20. April 2020 um 08:38:42 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 14:36:33 Uhr:

 

 

Falsch bzw. Widerspruch in sich, weil:

- Wenn je stärker man den Akku physisch ausreizt (also ständig laden bis 100% -> fahren bis 0% -> laden bis 100% usw.) desto schneller geht er kaputt. Bzw. je kleiner der Akku desto stärker wird man ihn in der Praxis ausreizen.

- Je öfter man Laden/Akku wechseln muss, desto eher muss man deswegen Umwege fahren was auch Resourcen-Verbrauch bedeutet.

- An den Akkuwechselstationen liegen ständig auch wg. der von dir vorgeschlagenen geringen Ladeleistung ständig Akkus rum die auch erstmal hergestellt werden müssen -> ist auch Resourcen-Verschwendung. EDIT Ggf. liegen sogar 2 oder mehr Akkutypen rum wg. Technologiewechsel.

So jetzt habe ich mal Zeit zu Antworten:

Ich bin schon ein wenig Fachman in Sachen Akkutechnologie, deshalb muss ich schon lächeln, wenn du meine Angben zum Akku so lapidar als falsch kommentierst.

Die derzeitigen Lithium Ladekennlinien für eFahrzeuge sehen so aus, das nie zu 100% geladen wird.

Wo soll ich was gegenteiliges geschrieben haben?! Hab doch geschrieben, dass der Akku schneller kaputtgeht wenn man ihn ständig stark ausreizt! Außerdem gibt's offenbar Erfahrungswerte, dass der Akku noch länger hält, wenn man ihn noch weniger ausreizt als der Hersteller es zulässt :rolleyes:

 

Zitat:

Das Schnelladen ist immer Verschleiss !

In der Richtung hatte ich an der Stellen garnix geschrieben :rolleyes:

 

Zitat:

Bei Tesla kann man im Menü nachsehen wie oft schnellgeladen wurde...

Zitat:

@hd311 schrieb am 20. April 2020 um 08:38:42 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 14:36:33 Uhr:

 

 

Quelle für den Preis?! Absurd hohe Grundgebühr?! Kenne sonst eher 0,20EUR/kWh für Nachtstrom, aber mit teurerem Zähler und meist höherer Grundgebühr.

...

notting

Im Bild der Beleg zu den 6,46 Cent/kWh für unseren Stromtarif ...

Und wo kriegt ein Normalbürger in Deutschland so einen Stromtarif? Oder gibt's deiner Meinung nach keine Normalbürger in Deutschland? Ist hier leider eines der teuresten europäischen Länder was Strom angeht.

 

Zitat:

@hd311 schrieb am 20. April 2020 um 08:38:42 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 1. März 2020 um 14:36:33 Uhr:

 

 

- Falsch! Hier ist einzig und alleine der C-Faktor relevant, d.h. das Verhältnis aus Ladeleistung und Akkukapazität - und eben nicht die absolute Leistung.

- Außerdem wird bei solchen Ladeleistungen so gut wie immer DC geladen. Und z. B. beim sehr verbreiteten CCS regelt doch die Ladesäule den Strom, weswegen es während des kompletten Ladevorgangs ständig eine intensive Kommunikation zwischen E-Auto und Ladesäule gibt? Sprich es wird nicht ineffizienterweise in jedem E-Auto der Regler verbaut, sondern eine Ladesäule mit einem Regler kann ganz viele E-Autos versorgen?

Zur Not verschaltet man halt die Akkuzellen anders und hat dann 800V statt 400V bei gleicher Kapazität. Dann ist das immernoch Niederspannung und man kann man bei gleicher Ladeleistung auch dünnere Kabel verwenden, auch an/in der Ladesäule. Problem ist dann aber, dass das Stromnetz normal nur 400V Außenleiterspannung liefert.

Zum Thema Laderegler: Die Entwickler erlauben keiner fremden Ladesäule, den zig-tausend Euro teueren Akku eines Auto die Steuerung des Ladevorganges ...

Alle Akkus haben eigene Zellen-Steuerung, jede Zelle muss überwacht werden.

Die Ladesäule liefert nur Energie, das Auto sagt wieviel und regelt, und wenn die Ladesäule "durchgeht" trennt das Auto die Verbindung.

Wie wäre es, wenn du erstmal den ganzen Punkt liest bevor du darauf antwortest? :rolleyes:

 

Zitat:

Und die Batteriespannung: ob 400V oder höher ist kein Problem der öffentlichen Versorgungspannung. Bei grösseren Anlagen wird mit Mittelspannung -also 15 KV- versorgt, da ist dann schon genug Dampf dahinter. Nur das kann man nicht in jede Strasse installieren,

Genau das schrieb ich eben im Endeffekt...

 

Zitat:

dehalb ja mein Vorschlag der Modul Stationen, die ermöglichen eAutos Langstrecke zu fahren ohne auf 1000 km

10-20 Stunden laden zu müssen ... So wäre alle 100 km eine solche Station sinnvoll, und die Akkus könnten bei 40 kWh Grösse bleiben. Mit der Robotertechnologie ist der Umgang mit diversen unterschiedlichen Akku Dimensionen kein Problem. Nur das Thema einheitliche Kühlanschlüsse

macht mir Kopfzerbrechen ...

 

Aber ich will dich nicht mit Fachwissen plattmachen ...

Ich suche sinnvolle Möglichkeiten den Politiker zu helfen, die richtigen Entscheidung zu treffen ... und einer Instrumentarisierung durch die Industrie vorzubeugen.

 

mfg HD aus Fuerte

Fachwissen bringt aber nix, wenn man nicht vernünftig mitdiskutieren kann, weil man Argumente nicht richtig liest bzw. nicht richtig zuhört... :rolleyes:

Wobei, ich glaube dir dass Politiker sich unter solchen Leuten wohler fühlen weil sie ihnen ähnlicher sind...

 

notting


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