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06.03.2022 10:58    |    notting    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: Gesetz für fairere Verträge, Handytarif, Internettarif, Ladetarif, Stromtarif

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Hallo!

 

Am 1.3.22 ist das Gesetz für fairere Verträge nun vollständig in Kraft getreten. Es betrifft Verträge über regelmäßige Warenlieferungen und Dienstleistungen. Z. B. Energie, Telekommunikation, Fitnessstudio, etc. Aber z. B. nicht Versicherungen. In diesem Artikel möchte ich beleuchten, ob das nun eher Vor- oder Nachteilhaft für die Verbraucher ist.

Ich beschränke mich hier auf die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen bei Strom und Telekommunikation. Ersteres braucht man bekanntlich um ein E-Auto laden kann und zweiteres ggf. braucht um z. B. eine (am besten freie) öffentliche Lademöglichkeit zu finden und ggf. auch um sie freizuschalten bzw. um zu bezahlen.

Auf Formalitäten wie schriftliche Bestätigungen von tel. geschlossenen Verträgen und Kündigungsbuttons im Internet gehe ich hier auch nicht ein.

 

Um was es geht

Vor dem 1.3.22 durften z. B. Stromverträge (bzw. vor dem 1.12.21 für Telekommunikationsverträge) eine max. Erstlaufzeit von 24 Monate haben und sich automatisch um 12 Monate verlängern, wenn man nicht spätestens 3 Monate vorher kündigt. Wie gesagt, das ist das Maximum, d.h. kürzere Laufzeiten und Kündigungsfristen waren schon vorher erlaubt.

Desweiteren musste es schon vorher bei Schlechterstellung des Kunden (z. B. Preiserhöhung oder Leistungsminderung) ein Sonderkündigungsrecht geben. Wobei wenn z. B. eine Preisgarantie gilt, der Kunde auf die Einhaltung des Vertrags pochen bzw. Schadenersatz geltend machen kann.

Nun gilt für neue(!) Verträge: Die max. erlaubte Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten bleibt. Aber danach läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit und man kann an jedem Tag eine Kündigung für einen Termin max. exakt einen Monat später aussprechen. Und das Sonderkündigungsrecht bei Schlechterstellung und mit der Einhaltung des Vertrags bzw. Schadenersatz bei z. B. Preisgarantie ist auch geblieben wie es ist.

 

Was für Auswirkungen hat das?

Vorweg: Ich war noch nie ein Boni-Jäger. Weil das ist mir zuviel Arbeit dauernd zu wechseln und aufzupassen, dass man nicht mit Tricks um den Bonus gebracht wird. Deswegen habe ich dieses Teilgebiet nicht mitverfolgt.

 

Strom

Z. B. Finanztip.de hat bis vor kurzem u.a. empfohlen:

- max. 12 Monate Mindestvertragslaufzeit.

- Preisgarantie mind. solange wie die Mindestvertragslaufzeit.

- danach max. Verlängerung des Vertrags um jew. 1 Monat.

- max. 6 Wochen Kündigungsfrist.

 

Deswegen habe ich letzten Herbst aufgrund einer Preiserhöhung bei meinem alten Anbieter zu einem Tarif derartigen Tarif gewechselt. Natürlich war der etwas teurer als wenn alles gleich ist, aber der Vertrag sich immer um 12 statt 1 Monat verlängert. Aber er war immernoch billiger als das, was mein alter Anbieter geboten hat.

 

Heute empfehlen sie anders als oben:

- Mindestvertragslaufzeit: Bei einmaligem Wechsel von 12 bis 24 Monaten, bei regelmäßigem Wechsel (um potenziell mehr zu sparen) Vertragslaufzeit von 3 bis 12 Monaten.

- Mindestens 2 Wochen Kündigungsfrist.

 

Jetzt überlegen wir mal, in welcher Konstellation der Kunde bessere Wechselmöglichkeiten hat: 24 Monate Mindestvertragslaufzeit oder 12 Monate Mindestvertragslaufzeit (letzteres ist bei Strom sehr üblich) und 12 Monate Vertragsverlängerung. Richtig, in den ersten 24 Monaten sind die bisher üblichen 12 Monate Mindestvertragslaufzeit plus eine Verlängerung um 12 Monate besser, weil man eine Chance mehr hat zu kündigen.

Andererseits: Potenziell mehr Arbeit für den Stromanbieter als wenn nach der Mindestlaufzeit nur alle 12 Monate gekündigt werden kann, könnte die Strompreise erhöhen. Wobei in der Praxis die Strompreise seit Jahren eigentlich nur steigen, sodass man mit seinem älteren Vertrag eigentlich immer günstiger fährt als mit neueren Verträgen, bis eben erhöht wird, wodurch man wiederum sofort ein Sonderkündigungsrecht hat.

Kann allerdings nicht sagen, ob diese Änderung der Empfehlung mehr den neuen Vertragsrecht oder den steigenden Strompreisen geschuldet ist bzw. wie stark die steigenden Strompreise auch der Änderung im Vertragsrecht geschuldet ist.

Auf jeden Fall gibt’s immernoch viele Stromverträge mit 12 Monaten Mindestvertragslaufzeit.

 

Ladetarife

Z. B. wenn man Ionity praktisch immer nur im selben Monat im Jahr intensiv nutzt, könnte man auf die Idee kommen, dass man fast 50% Grundgebühr sparen kann, wenn man den Vertrag 13 Monate laufen lässt. Früher hat sich der Ladetarif z. B. von Audi nach einem Jahr Mindestvertragslaufzeit einfach um ein Jahr verlängert, was nun nicht mehr erlaubt ist. Trotzdem kann man diesen Vertrag nicht 13 Monate laufen lassen. Der Trick ist, dass der Vertrag einfach ausläuft und man einen neuen Vertrag schließen muss, wodurch wieder bis zu 24 Monate Mindestvertragslaufzeit möglich sind. Dadurch wird es so sicher laufen, dass Verschlechterungen der Konditionen nie für alle Kunden gleichzeitig gelten, sondern nur wenn sie einen neuen Vertrag machen (müssen weil der alte ausgelaufen ist).

Wer solche Ladetarife ständig nutzen will, weil er ständig unterwegs ist, hat möglicherweise ein Problem, wenn sich der Vertrag nun nicht mehr von alleine verlängert während er länger nicht mehr daheim ist.

 

Telekommunikation

Bei Telekommunikation wurde in den letzten Jahrzehnten das Preisverhältnis massiv besser.

Vor DSL ca. 46DM (ca. 24EUR, inflationsbereinigt ca. 35EUR) für 2x 64kbit/s zzgl.(!) z. B. für Internet 0,033DM/min und Kanal (später 0,0145EUR, inflationsbereinigt ca. 0,022EUR/min), was nur 10% teurer war als der Ortstarif (billigste Tarifzone für Gespräche zu normalen Telefonanschlüssen) in den Nachtstunden ab 21h. DSL kam bei uns ca. 2001 und für eine zusätzlich Grundgebühr zu o.g. Grundgebühr zzgl. Internet-Tarif (gab u.a. Internet-Flat für weitere 30EUR/Monat von T-Online).

Heute ist bei der Telekom für 40EUR Festnetz-Flat und Internet-Flat mit 50Mbit/s drin. Also fast 800x schnellerer Download, während man noch ein Telefongespräch führen kann (bzw. fast 400x schnellerer Download für doppelten Minuten-Preis wodurch man solange kein Telefongespräch führen kann).

Was es kaum gibt sind DSL-Verträge mit <=12 Monate Mindestvertragslaufzeit. Die Telekom hat einen DSL-Vertrag mit 12 Monaten Mindestlaufzeit und 16Mbit/s Internet-Flat (lahm) und ohne Festnetz-Flat vor einiger Zeit eingeführt. Laut meinen Infos sind sie dazu verpflichtet. Konnte aber nicht herausfinden seit wann. Aber wie man sieht, hat man kein ernsthaftes Interesse sowas anzubieten, sonst gäbe es auch höhere Geschwindigkeiten.

Kürzere DSL-Vertragslaufzeiten gibt’s AFAIK schon lange nur noch bei O2, bei deutlich schlechterem Preis-Leistungsverhältnis. Klar der Anbieter hat potenziell mehr Arbeit mit dem Kunden bzw. der Kunde ist im Zweifelsfall schneller weg.

 

Auch Internet über Mobilfunk wurde massiv schneller und billiger. Anfang der 2010er-Jahre war es für Prepaid-Nutzer ein tolles Angebot im Vodafone-Netz (nicht in den noch schlechteren Netzen von O2 und Eplus), wenn sie für 10EUR/30 Tage (nicht nur 4 Wochen =28 Tage wie heute üblich) 500MB Datenvolumen bekommen haben (keine Vorteile bei Telefonie/SMS/etc.).

Heute kriegt man selbst im Telekom-Mobilfunknetz für 5EUR/4 Wochen bzw. 5EUR/Monat wenn man das Jahrespaket bucht 1GB und mind. ca. 50-100min Telefonie bzw. ähnl. viele Frei-SMS und z. B. eine Flat zu Handynummern des selben Netzbetreibers uvm. Wenn nicht gar eine Flat für alle normalen dt. Festnetz- und Handynummern.

Die meisten die ich kenne, die ihr Handy nur privat nutzen, haben einen Prepaid-Tarif und fahren damit meistens günstiger als mit vergleichbaren Postpaid-Verträgen die ich bei meinen Recherchen finde.

Auswirkungen auf Prepaid-Handy-Tarife durch das neue Gesetz: Keine, die Kündigungsfristen waren schon immer kurz. Die Möglichkeit bzw. die Kostenreduktion bei der Handynummer-Mitnahme dürfte hier viel mehr den Konkurrenz-Kampf angeheizt haben (bei Festnetz war es IIRC schon immer so (zumindest deutlich länger so), dass man bei einem Anbieterwechsel die Nummer mitnehmen konnte bzw. nicht mitnehmen konnte wenn man in einen anderen Vorwahlbereich zieht).

 

Boni bzw. Rabatte zu Beginn des Vertrags

Wie gesagt, bin kein Boni-Jäger, weil es zuviele Möglichkeiten gibt, dass der Anbieter einen um den Bonus bringt, wenn man nicht sehr aufpasst. Trotzdem ein paar Worte zu diesem Thema.

Schon länger versuchen div. Anbieter (egal ob bei Strom- oder Postpaid-Telekommunikationsverträgen) über Boni oder Rabatte in den ersten Monaten den Vertrag auf den ersten Blick günstig erscheinen zu lassen und das Geld später reinzuholen wenn derjenige den Vertrag weiterlaufen lässt. Teilweise haben Boni-Jäger irgendwann nicht mehr wechseln können, weil die Anbieter ihr Geschäftsmodell gefährdet sahen. D.h. ständiges wechseln hat längerfristig nicht unbedingt für den konkreten Kunden die Kosten gesenkt, vom Aufwand mal ganz abgesehen.

 

Fazit

Kann mir wie bereits angedeutet gut vorstellen, dass Kunden zukünftig viel stärker als früher „ermuntert“ werden einen neuen Vertrag abzuschließen, weil man die automatische monatliche Verlängerung mit Hilfe von Boni bzw. zeitlich befristeten Rabatten im Verhältnis zur Zeit davor noch teurer macht als früher. Und neuer Vertrag hieß schon früher häufig 24 Monate Laufzeit, während sich die Verträge früher eher um 12 Monate verlängert haben. Kunden zu ermuntern einen neuen Vertrag abzuschließen heißt noch mehr Werbung durch den Anbieter wo man bereits ist. Vermute in dem Zusammenhang insb. mehr nervige Werbeanrufe.

Schlimmstenfalls läuft ein Vertrag einfach aus und man steht dann blöd da, weil man z. B. im falschen Moment länger im Krankenhaus oder im Ausland war. Dadurch können z. B. Telefonnummern verloren gehen oder man ohne funktionierende Ladekarte/-Tarif dastehen. Gerade bei Stadtwerken scheint das eher nicht so zu laufen, dass man den Tarif praktisch sofort über die App nutzen kann. Dort gibt’s oft nur PDF-Formulare zur Anmeldung.

Hätte es besser gefunden, wenn in diesem Gesetz gestanden wäre, dass es kürzere Mindestvertragslaufzeiten bei sonst gleichem Vertrag geben muss und je nach dem wie sehr sich die Mindestvertragslänge unterscheidet einen gewissen prozentualen Höchstpreisunterschied geben darf (inkl. aller Rabatte/Boni).

Kenne zudem als Außenstehender Wohnungen, die als WG genutzt werden, aber immer alle Bewohner auf einen Schlag ausziehen bevor neue einziehen, sodass der längerfristigere Vertrag nicht weitergereicht werden kann. Ggf. sind die dort nur ein Semester, also nur ein paar Monate.

Eine Ausnahme sind gerade im privaten Bereich Handy-Tarife. Dort ist Prepaid mit kurzen Optionsverlängerungszeiten bzw. max. Jahrespakete sehr verbreitet, sodass es hier keine Auswirkungen geben dürfte.

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06.03.2022 14:22    |    Martyn136

Im Bezug auf Strom ist mir die Sache eigentlich ziehmlih egal. Momentan ist die Preisentwicklung ja völlig chaotisch, aber bis November letzten Jahres waren die Strompreise ja realtiv stabil. Und ob man nun ein paar Euros mehr oder weniger für seinen Strom zahlte war zumindest für "Kleinverbraucher" bis sagen wir 3.000 KWh p.a. nicht so relevant. Da ging es eigentlich nur um Peanuts.

 

Bei der Telekommunikation und Fitnessstudios hätte ich früher die Regelung das sich abgelaufene Verträge nicht mehr um 12 Monate verlängern dürfen sondern dann jederzeit gekündigt werden können ganz gut gebrauchen können.

 

Denn es wäre schon ganz gut gesen wenn z.B. der Alternativanbieter VDSL ausgebaut hat sofort auf VDSL wechseln zu können statt noch vielleicht 8 1/2 Monate beim alten Anbieter in DSL 3000IP gefangen zu sein.

 

Gleiches gilt für Mobilfunk im Bezug auf UMTS/LTE Ausbau. Dort kommt hinzu das manche nicht direkt beim Vertragsende wechseln wollten, sondern lieber noch ein paar Monate warten wollen, bis das neue Lieblingshandy auf dem Markt kommt und sie dann mit dem Lieblingshandy den Anbieter wechseln können.

 

Auch bei Fitnessstudios wäre es praktisch gewesen sofort zum Fitnessstudio im Ort wechseln zu können, statt weiter vielleicht 10 Monat an die Fitnesskette die nur in der Nachbarstadt vorhanden ist gebunden zu sein.

 

Aber heute ist die Infrastruktur egal ob im Festnetz oder Mobilfunk weitgehend ausgebaut, aktuelle Smartphones bleiben in der Regel eh 3-4 Jahre aktuell, auch bei den Fitnessketten tut sich nicht mehr viel.

 

Deshalb finde ich die Gesetzesänderung zwar gut, aber sie kommt 15-20 Jahre zu spät! Aktuell ist realtiv egal.

06.03.2022 15:19    |    notting

Zitat:

@Martyn136 schrieb am 6. März 2022 um 14:22:37 Uhr:

Im Bezug auf Strom ist mir die Sache eigentlich ziehmlih egal. Momentan ist die Preisentwicklung ja völlig chaotisch, aber bis November letzten Jahres waren die Strompreise ja realtiv stabil. Und ob man nun ein paar Euros mehr oder weniger für seinen Strom zahlte war zumindest für "Kleinverbraucher" bis sagen wir 3.000 KWh p.a. nicht so relevant. Da ging es eigentlich nur um Peanuts.

Es gab durchaus auch Fälle wo die Grundversorgung im Verhältnis zu 12+12-Monatsverträgen recht teuer war.

Außerdem ging's auch darum wenn man eben in einen Tarif mit 12+1 Monaten wechseln wollte. D.h. gab schon ohne dieses Gesetz die Möglichkeit solche Verträge zu schließen.

 

Zitat:

Bei der Telekommunikation und Fitnessstudios hätte ich früher die Regelung das sich abgelaufene Verträge nicht mehr um 12 Monate verlängern dürfen sondern dann jederzeit gekündigt werden können ganz gut gebrauchen können.

 

Denn es wäre schon ganz gut gesen wenn z.B. der Alternativanbieter VDSL ausgebaut hat sofort auf VDSL wechseln zu können statt noch vielleicht 8 1/2 Monate beim alten Anbieter in DSL 3000IP gefangen zu sein.

Verstehe ich nicht ganz.

- Wenn du Telekom-DSL-Kunde bist und die Telekom das Netz ausbaut, musst du im schlimmsten Fall einen neuen 24-Monats-Vertrag machen um quasi sofort (vllt. hat der Techniker auch erst in 2 Wochen Zeit, definiere ich aber trotzdem als "sofort") von der höheren Geschwindigkeit zu profitieren. Wenn man vom selben Anbieter mehr Geschwindigkeit will, sagen die wegen der höheren Grundgebühr und dem neuen 24-Monats-Vertrag nie "musst bis zur nächsten Kündigungsfrist warten".

Und die meisten Angeboten bauen doch auf der Telekom-DSL-Infrastruktur auf? Dann sollte das selbe auch bei den anderen Anbietern möglich sein, wenn die Telekom ausgebaut hat?

Wie Möglichkeiten wie man zu einem Anbieter mit einem besseren Angebot wechseln will sind an sich unabhängig davon ob gerade ausgebaut wurde oder nicht.

- Und z. B. Deutsche Glasfaser erstattet dir für bis zu 12 Monate die Grundgebühr, wenn du beim besten Willen nicht früher aus dem alten Vertrag rauskommst.

 

Zitat:

Gleiches gilt für Mobilfunk im Bezug auf UMTS/LTE Ausbau. Dort kommt hinzu das manche nicht direkt beim Vertragsende wechseln wollten, sondern lieber noch ein paar Monate warten wollen, bis das neue Lieblingshandy auf dem Markt kommt und sie dann mit dem Lieblingshandy den Anbieter wechseln können.

Wie bereits angedeutet fahren Privatleute heute IMHO unterm Strich mit Prepaid am günstigsten. Damit meine ich auch, dass sie sich das Wunschgerät einfach irgendwo im Internet besorgen (und dabei eine Preisvergleichsseite benutzen und auch die Bewertungen anschauen). Am besten eines mit möglichst langer Sicherheitsupdate-Versorgung, dann kann man es i.d.R. länger als 2 Jahre sinnvoll nutzen, was die Kosten auch reduziert -> https://www.motor-talk.de/.../...tarif-wegen-ladesaeulen-t7069588.html

 

notting

06.03.2022 20:55    |    Martyn136

Zitat:

@notting schrieb am 6. März 2022 um 15:19:58 Uhr:

Verstehe ich nicht ganz.

- Wenn du Telekom-DSL-Kunde bist und die Telekom das Netz ausbaut, musst du im schlimmsten Fall einen neuen 24-Monats-Vertrag machen um quasi sofort (vllt. hat der Techniker auch erst in 2 Wochen Zeit, definiere ich aber trotzdem als "sofort") von der höheren Geschwindigkeit zu profitieren. Wenn man vom selben Anbieter mehr Geschwindigkeit will, sagen die wegen der höheren Grundgebühr und dem neuen 24-Monats-Vertrag nie "musst bis zur nächsten Kündigungsfrist warten".

Und die meisten Angeboten bauen doch auf der Telekom-DSL-Infrastruktur auf? Dann sollte das selbe auch bei den anderen Anbietern möglich sein, wenn die Telekom ausgebaut hat?

Wie Möglichkeiten wie man zu einem Anbieter mit einem besseren Angebot wechseln will sind an sich unabhängig davon ob gerade ausgebaut wurde oder nicht.

- Und z. B. Deutsche Glasfaser erstattet dir für bis zu 12 Monate die Grundgebühr, wenn du beim besten Willen nicht früher aus dem alten Vertrag rauskommst.

Hier war es so das die Telekom (und damit auch alle Alterantivanbieter die über die Telekom schalten wie 1&1, o2, Vodafone) nur über die Vermittlungsstelle DSL 3000IP schalten kann, aber die Outdoor-DSLAMs von regionalen Anbietern wie z.B. DegNet, WUNconnect, amplus (hat sich inzwischen in LEONET umbenannt).

 

Wir wurden hier Ende November 2015 von DegNet erschlossen, anfangs mit 50 MBit/s und seit Ende Mai sogar mit 175 MBit/s.

 

Hatte damals aber Glück das mein Tarif nur bis Januar 2016 lief und ich ab 16. Januar 2016 dann VDSL geniessen konnte. Das war ein echter Quantensprung gegenüber DSL 3000IP.

 

Bei der letzten Verlängerung im Januar 2020 hab ich ein kostenloses Upgrade von 50/10 MBit/s auf 75/15 MBit/s für die gewohnten 32,95€ bekommen.

 

Hätte gegen Aufpreis auch 100/25 MBit/s und 175/40 MBit/s bekommen können, aber da sehe ich keinen Bedarf.

 

Zitat:

@notting schrieb am 6. März 2022 um 15:19:58 Uhr:

Wie bereits angedeutet fahren Privatleute heute IMHO unterm Strich mit Prepaid am günstigsten. Damit meine ich auch, dass sie sich das Wunschgerät einfach irgendwo im Internet besorgen (und dabei eine Preisvergleichsseite benutzen und auch die Bewertungen anschauen). Am besten eines mit möglichst langer Sicherheitsupdate-Versorgung, dann kann man es i.d.R. länger als 2 Jahre sinnvoll nutzen, was die Kosten auch reduziert -> https://www.motor-talk.de/.../...tarif-wegen-ladesaeulen-t7069588.html

Inzwischen sind die Discounter-Prepaid Tarife sicher für die meisten Leute völlig ausreichend, denn auch da bekommt man inzwischen die Allnet-Flats anchgeworfen, das EWR-Roaming ist eh reguliert, und Auslandstelefonie, Komfortmerkmale, Konferenzen spielen keine grosse Rolle mehr, weil eh Alles über WhatsApp, Instagram und Viber läuft.

 

Aber vor Jahre war das noch anders, da nervte es bei den Discounter-Prepaid Tarifen keine Komfortmerkmale zu haben, Roaming war eingeschränkt und teuer und man durfte nicht ins LTE Netz.

 

Inzwischen hab ich als Haupttarif aber immer noch einen o2 Free Unlimited Basic (Allnet-Flat mit unbegrenzter 2 MBit/s Internetflat) für rabattierte 22,49€.

06.03.2022 21:36    |    notting

Zitat:

@Martyn136 schrieb am 6. März 2022 um 20:55:05 Uhr:

Hier war es so das die Telekom (und damit auch alle Alterantivanbieter die über die Telekom schalten wie 1&1, o2, Vodafone) nur über die Vermittlungsstelle DSL 3000IP schalten kann, aber die Outdoor-DSLAMs von regionalen Anbietern wie z.B. DegNet, WUNconnect, amplus (hat sich inzwischen in LEONET umbenannt).

Achso, stimmt, da war was... Sind hier treue T-Kunden. Mein Bruder hat sogar seine Ausbildung dort gemacht. Dafür gab's ordentlich Rabatt auf die Grundgebühren für ISDN und DSL :-)

 

Zitat:

@Martyn136 schrieb am 6. März 2022 um 20:55:05 Uhr:

Inzwischen sind die Discounter-Prepaid Tarife sicher für die meisten Leute völlig ausreichend, denn auch da bekommt man inzwischen die Allnet-Flats anchgeworfen, das EWR-Roaming ist eh reguliert, und Auslandstelefonie, Komfortmerkmale, Konferenzen spielen keine grosse Rolle mehr, weil eh Alles über WhatsApp, Instagram und Viber läuft.

 

Aber vor Jahre war das noch anders, da nervte es bei den Discounter-Prepaid Tarifen keine Komfortmerkmale zu haben,

Was meinst du? Habe nie was vermisst.

 

Zitat:

Roaming war eingeschränkt und teuer

Soviel billiger war das bei Postpaid aber auch nicht. Erinnere mich aber an die Zeit wo das im D1-Netz frisch freigeschaltet war, wo man im Ausland nur über Callback (*111*004923456789#" oder so ähnl.) jmd. anrufen konnte. Allerdings war es in der Hauptzeit IIRC sofort billiger sich wenn man tatsächlich z. B. jmd. in Frankreich anrufen wollte vorher ins frz. Netz zu gehen (wenn man denn in dessen Reichweite war) als das über das dt. Netz zutun. Ersteres war ein wahnsinnig hoher Preis und zweiteres ein ultra-wahnsinnig hoher Preis.

 

Zitat:

und man durfte nicht ins LTE Netz.

Zu der Zeit gab's auch noch nicht soviele Geräte die LTE konnten und das HSPA-Netz war besser ausgebaut, was inzw. in D komplett abgebaut ist. Die Grenze war irgendwo bei knapp >20Mbit/s Nenndatenrate.

 

Zitat:

Inzwischen hab ich als Haupttarif aber immer noch einen o2 Free Unlimited Basic (Allnet-Flat mit unbegrenzter 2 MBit/s Internetflat) für rabattierte 22,49€.

Die 2Mbit/s dürften in der Praxis das Datenvolumen deutlich begrenzen ;-)

 

BTW: Hab einen der wenigen Prepaid-Tarife im Telekom-Mobilfunknetz, wo man 300Mbit/s hat - wenn das Endgerät mitmacht. 5G geht dort aber noch nicht. Halte ich im Moment aber für verzichtbar. Standard bei Prepaid scheint heute in den D-Netzen 20-25Mbit/s zu sein. Also nicht viel mehr als die meisten Prepaid-Tarife davor über HSPA konnten.

 

notting

06.03.2022 22:07    |    Martyn136

Zitat:

@notting schrieb am 6. März 2022 um 21:36:24 Uhr:

Was meinst du? Habe nie was vermisst.

Anklopfen, Halten, Makeln und vorallem Konferenz, also mit bis zu fünf Leuten gleichzeitig telefonieren. Ist hier ganz gut erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=kEptw0XBGUo

 

Zitat:

@notting schrieb am 6. März 2022 um 21:36:24 Uhr:

Soviel billiger war das bei Postpaid aber auch nicht. Erinnere mich aber an die Zeit wo das im D1-Netz frisch freigeschaltet war, wo man im Ausland nur über Callback (*111*004923456789#" oder so ähnl.) jmd. anrufen konnte.

Soweit ich mich grob erinnere war es bei Postpaid schon erheblich günstiger als bei Prepaid, glaub das man damals mit Postpaid für 0,54 €/min telefonieren konnte während es bei Prepaid mit 0,99 €/min doppelt so teuer war.

 

Und ausserhalb des EWR und einer handvoll Hauptreiseländer konnte man mit Prepaid damals garnicht roamen. Schon in unsere europäischen Nachbarschaft wie in Bosinen-Herzegowina ging mit Prepaid damals oft garnichts.

 

Zitat:

@notting schrieb am 6. März 2022 um 21:36:24 Uhr:

Zu der Zeit gab's auch noch nicht soviele Geräte die LTE konnten und das HSPA-Netz war besser ausgebaut, was inzw. in D komplett abgebaut ist. Die Grenze war irgendwo bei knapp >20Mbit/s Nenndatenrate.

Die Discounter-Prepaidtarife konnten damals eben nur UMTS/HSDPA nutzen!

 

Die Geschwindigkeitsbegrenzung war je nach Tarif oft bei 7,2 MBit/s, 14,4 MBit/s, 21,6 MBit/s oder 42,2 MBit/s. Aber das war eigentlich komplett nebensächlich.

 

Aber das Problem war das in Deutschland UMTS/HSDPA nur in Mittelstädten ab 20.000 Ew. zuverlässig verfügbar war, in so 5.000 - 20.000 Ew. Kleinstädten war es eine reine Glückssache, und unterhalb 5.000 Ew. war es eher die absolute Ausnahme das man UMTS/HSDPA Empfang hatte.

 

Oft hatte man nur GSM/EDGE und LTE Empfang, und wenn der Tarif nicht in LTE durfte hatte man somit nur EDGE. Und das reichte gerade so für das Wetter-Widget und WhatsApp-Textnachrichten, aber viel mehr ging damit nicht.

15.03.2022 14:05    |    Blubber-AWD

Die Anbieter werden unter der Geltung des Gesetzes nun darauf achten, ihre Interessen dennoch, aber unter Beachtung der gesetzlichen Mindestvorgaben zu wahren. Das ist für Wirtschaftsunternehmen normal und verständlich.

Es wird sein wie mit EInführung der DSGVO: In einem Popup-Fenster wird alles mögliche möglichst umfassend erläutert (weil das auch keiner mehr liest), und alle klicken auf OK. Und dann ist es für die Anbieter sogar noch besser als jetzt, da sie das ganze gesetzlich abgesegnet tun.

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