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Goify's Blog

Mobilität heute und andere Absurditäten

Sun Apr 08 09:27:40 CEST 2018    |    Goify    |    Kommentare (78)

Werte Lesende,

 

w204-1w204-1manche wissen es bereits, bei mir gibt es einen neuen Wagen und zwar eine Mercedes C-Klasse vom Typ W204.

 

Doch wie kam es dazu?

Mein bisheriger S202 (das ist das T-Modell vom 202) nervte mich lange Zeit mit Vibrationen aus dem Antriebsstrang, welche ich mit sehr viel Geld und Zeit behoben habe. Jedoch blieb ein gravierender Nachteil: Im Alltag ist ein Schaltgetriebe für mich keine Option. Es ist auch einfach erklärt, warum ich mir diesen trotzdem kaufte: Weil er nicht mein Alltagsauto war, sondern ein Zweitwagen neben dem Skoda Superb. Der ist seit Ende Dezember wieder beim Händler (vorzeitiges Leasingende weil ich beruflich gekündigt habe und jetzt wieder selbständig bin) und so brauchte ich was für den beruflichen Alltag.

Der S202 war ja komplett durchrepariert und endlich nahezu ohne Rost und fuhr sich auch wieder gut, aber eben ohne Automatik.

Lange Zeit wusste ich überhaupt nicht, was es werden soll. Ich schwankte zwischen Gebraucht-Mercedes und neuem Subaru Impreza. Nach einer ernüchternden Probefahrt mit der CVT war klar, es muss ein Mercedes sein und ich setzte mir ein Budget von 10.000 € netto (weil Firmenwagen). Nach wochenlanger Suche fand ich nichts brauchbares, bis ich einfach mal spontan einige Kiesplatzhändler abklapperte und da stand sie dann einfach so rum: Eben diese W204-Limo in Vertreter-Silber und wenig Extras, dafür aber mit Automatik.

 

Kurze Beschreibung

Es ist eine erstaunlich gut gepflegte 2007er C-Klasse Limousine mit dem 2,15 Liter Motor und 170 PS als Diesel (OM 646 EVO), ja richtig, ein Euro 4 Diesel mit DPF. Die sind aktuell sehr günstig. :)

Ansonsten hat er schon 176.000 km auf der Uhr, wobei alle belegbar sind und das Serviceheft vollständig geführt wurde. Für den Sommer sind noch 17 " Alus dabei (nicht auf den Fotos enthalten) und die genaue Ausstattung findet ihr am Ende des Artikels.

Bei der Probefahrt bin ich mit dem Wagen kurz heim, um ihn auf meiner Hebebühne auch mal von unten betrachten zu können und war erstaunt, dass man erst mal nichts sieht, weil alles verkleidet ist und nimmt man diese ab, sieht man nahezu keinen Rost, nur an ein paar kleinen Kanten, was kein Problem darstellt, wenn man sich darum kümmert. Mercedes hat aus der Vergangenheit gelernt...

Das Fahrwerk ich recht straff, aber schluckfreudig und im Vergleich zum Skoda Superb sogar noch besser, obwohl dieser DCC hatte. Der Skoda war zwar im Comfort-Modus weicher, hatte aber deshalb keinen besseren Abrollkomfort und neigte zu Karosseriezittern und starkem Nachschwingen. Stellte man ihn auf Normal oder Sport, wurde er nur härter, war aber noch immer leicht schaukelig. Das sieht man, dass die bei Mercedes mit den serienmäßigen Adaptiv-Dämpfern (ohne externe Verstellmöglichkeit) ein etwas besseres Händchen hatten.

Das Cockpit ist an Schlichtheit kaum zu übertreffen und genau das mag ich an ihm. Der Mopf hat dann das sehr hohe Armaturenbrett mit Hutze für das Navi, was ich eher als unschön empfinde. Bei mir bleibt der Deckel meist zu, da alles über das Lenkrad und den Bordcomputer zu steuern ist. Auch reicht das Basis-Radio völlig aus: guter Klang, Aux-In und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Ich werde noch Audio-Streaming freischalten lassen, weil dies ab Werk nicht geht. Da werde ich mal hier im Forum jemanden mit Xentry suchen müssen.

 

Der Kauf mit Hindernissen

Da bei mir alles etwas dramatischer ist, lief das dann so:

Auto gekauft und bezahlt (8.000 €), dann mit den Papieren heim zur Zulassungsstelle und festgestellt, dass das nicht geht, wenn die HU zwei Tage vorher abgelaufen ist, also wieder zum Händler, rote Nummern ausgeliehen, zur Werkstatt, die gerade einen TÜVer da hatte, HU ohne Mängel bestanden, Auto zugelassen und dann das Auto mit den eigenen Nummern heimgeholt. Das liest sich atemlos und so war es auch, da alles arschknapp war, da die Zulassungsstelle 15:30 Uhr zu machte und ich um 14:30 erst zum TÜV fuhr.

 

Fazit

Bin ich zufrieden oder gibt es Mängel? Ja und ja. Er läuft sehr schön und ich bereue den Kauf nicht. Es gibt aber natürlich auch ein paar Sachen, die dringend abgestellt werden müssen: Es gibt eine sporadische ESP-Fehlermeldung, die bisher ein mal auftrat und der Nockenwellensensor hat ein Problem, sagte mir mein Handy, was ich per OBD verbunden hatte. Fehler erst mal gelöscht und beobachten. Und dann hat er noch zwei verschlissene Motorstützlager, die sich durch stärkere Vibrationen, vornehmlich im Stand und starkem Beschleunigen bemerkbar machen. Ersatz kostet von Lemförder 60 € pro Stück. Original bei Mercedes exakt das doppelte.

Ich hoffe einfach mal, dass der auch 450.000 km läuft wie der W204 von der AutoBild in deren Dauertest. ;)

 

Ausstattungscodes:

775U IRIDIUM-SILBER - METALLICLACK

000A STOFF (hellgrau)

220 PARKTRONIC-SYSTEM (PTS)

280 LEDERLENKRAD UND LEDERSCHALTHEBEL

287 DURCHLADEMOEGLICHKEIT

294 KNIEBAG

345 REGENSENSOR

386 UNIVERSAL-TELEFONIE-PAKET (Bluetooth)

423 GETRIEBE AUTOMATISCH 5-GANG

440 TEMPOMAT

442 MULTIFUNKTIONSLENKRAD (12 TASTEN)

474 DIESELPARTIKELFILTER

477 REIFENDRUCKVERLUSTWARNER

523 RADIO AUDIO 20 (inkl. Aux-In)

580 KLIMAANLAGE (Klimaautomatik)

584 FENSTERHEBER ELEKTRISCH (rundum)

873 SITZHEIZUNG FAHRERSITZ LINKS UND RECHTS

953 CLASSIC/SERIENAUSSTATTUNG

H80 ZIERTEILE - KUNSTSTOFF

M002 MOTOREN MIT ABGASTURBOLADER MIT LADELUFTKUEHLUNG

M010 EVO/ATTRAKTIVIERUNGS-MOTOREN

M646 R4-DIESELMOTOR OM646

P80 DYNAMIK-PAKET INTERIEUR

R75 LM-RAD 7-SPEICHEN DESIGN 16" MIT BREITREIFEN

U01 FONDGURTSTATUSANZEIGE

 

Listenpreis: 40.618,30 € inkl. MwSt.

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Sat Jan 28 17:50:20 CET 2017    |    Goify    |    Kommentare (138)    |   Stichworte: C-Klasse, Mercedes, Rost, S202, Skoda Superb

Einleitung

Der ein oder andere hat es ja schon mitbekommen, dass ich so ganz ohne Privatauto und besonders so ganz ohne Mercedes nicht sein konnte. So schön es ist, einen nahezu kostenlosen Firmenwagen zu haben, so umständlich ist es auch, wenn man mal dreckige oder sperrige Dinge verladen muss und man immer um den makellosen Innenraum fürchten muss. Daher stand für mich der Entschluss fest, ich brauche für lange Reisen ins Ausland und einfach um Fahrrad, Schlitten oder Baumaterial zu transportieren, ein gescheites Fahrzeug.

 

Nach langem Hin und Her kam eigentlich nur ein Mercedes der Baureihe 202 in Frage, da ich den Wagen erstens in und auswendig kenne, jede Schwachstelle mir bekannt ist und ich den Wagen als ideal erachte, da er recht kompakt ist (zumindest im Vergleich zu meinem Boot aus Tschechien), er einen geräumigen Innenraum hat und ich natürlich seit Kindesbeinen ein Mercedes-Fan bin. Einzig die Option, gleich einen S210 zu nehmen, stand im Raum, wurde aber schnell aufgegeben, da der Wagen einfach zu sperrig ist.

 

Kauf

Es gingen einige Monate ins Land, bis ich es aufgab, einen rostarmen 202 zu finden, weil es diese nicht gibt, egal zu welchem Preis. Liegt vielleicht auch an meinem Suchradius, weil dieser ausschließlich Bayern abdeckte und wie viele wissen, sind die Straßen im Winter weiß, weil entweder Schnee oder Salz liegt.

Gut, dachte ich mir, dann eben einen rostigen mit guter Technik und den fand ich dann auch im Herbst ein paar Kilometer von mir entfernt: einen S202 C200 Elegance mit Schaltgetriebe, funktionierender Klimaanlage und ansonsten eigentlich keinen erwähnenswerten Extras bis auf die sehr seltene Lenksäulenverstellung, welche die Sitzposition wesentlich verbessert.

Allerdings ist der Wagen rundum verrostet und bis auf das Dach habe ich noch kein rostfreies Teil finden können. Besonders übel sind die Türen und die hinteren Kotflügel. Noch ein Winter und ich kann in den geschlossenen Wagen reinschauen. Dafür fährt er sich sehr frisch, hat neue Bremsscheiben samt Belägen, die vorderen unteren Querlenker sind neu und auch sonst macht der Wagen einen gut gewarteten Eindruck. Der Unterboden ist bis auf wenige Stellen sehr rostarm und ich denke, mit ein oder zwei Blechflicken ist dort alles getan.

Zusammengefasst ist die Substanz gut, der optische Eindruck außen allerdings mies. Innen ist er dafür um so besser.

 

Betrieb

Um ihn mal auf Herz und Nieren zu testen, war ich im Dezember in der Slowakei in der Hohen Tatra und dort schlug sich das C hervorragend. Zu dritt kann man bequem reisen, hat genügend Platz für Gepäck und einen ausreichend leisen Innenraum, obwohl die Drehzahl etwas höher liegt.

 

Ja, was gibt es noch so zu sagen. Im Vergleich zu meinem vorherigen C180 Automatik fühlt er sich fast wie ein Sportwagen an, da er einerseits 20 Nm mehr Drehmoment hat, eine deutlich kürzer übersetzte Hinterachse und eben keine Automatik. Damit geht es schon recht flott voran mit seinen 136 PS auf ca. 1.400 kg Leergewicht inkl. Fahrer.

 

Instandhaltung

Wie jeder Neuzugang bei mir erhielt auch er weitestgehend neue Flüssigkeiten und Filter. Bis auf ein paar Sachen musste ich das ein oder andere in das kommende Frühjahr verschieben, weil es einfach schon zu schnell kalt wurde. Besonders die Hohlraum- und Unterbodenversiegelung steht ganz oben auf der Agenda.

Getauscht wurden auch die beiden Heckklappendämpfer, der Gebläseregler und die Zündkerzen. Die Scheibenwischermechanik musste gereinigt und gefettet werden und die hinteren Trommelbremsen der Feststellbremse müssen unbedingt gangbar gemacht werden, weil diese nicht immer zuverlässig löst.

 

Für 50 € bekam ich Anfang der Woche noch eine rostfreie Fahrertür, jedoch leider in weinroter Farbe. Aber das sollte das kleinste Problem sein. Entweder ich erinnere mich wieder an meine Lackierkünste, da das Teil meiner Ausbildung war, oder ich gehe zu einer befreundeten Fachwerkstatt. Wenn die auch Schweißen können, dann werden die gleich noch die hinteren Radläufe tauschen.

Seit heute Morgen ist auch ein Tempomat provisorisch angesteckt, hier fehlt nur noch die neue Lenkradverkleidung, damit ich ihn fest verbauen kann.

Für Verdruss sorgt noch das Radio, weil ich dummerweise das tolle Kenwood aus dem vorherigen C verkauft habe. Ohne Bluetooth und USB ist ein Radio für mich nahezu unbrauchbar. Die Suche hat schon begonnen.

 

Fazit

War es ein guter Kauf? Hmm, das weiß ich noch nicht so recht. Er war mit 1.800 € und fast zwei Jahren TÜV und 8 guten Reifen, wovon die Sommerreifen auf originalen Alus montiert sind, recht günstig und technisch ist er eben recht gut und hat "erst" 170 tkm runter, andererseits wird mich die Rostbehebung locker einen Tausender kosten. Fragt sich, ob man für 2.800 € einen 202 in dem dann zu erwartenden Zustand finden würde. Ein ganz klares NEIN.

 

Wie ihr seht, ist der Wagen auf den Bildern dreckig (Winter!) und die Bildqualität ist dem Aufnahmegerät (altes Eierphone) geschuldet. Hier gelobe ich Besserung.

In den nächsten Monaten kommen von mir sporadisch neue Artikel zur Aufbereitung des Wagens.

 

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Thu Jan 07 17:41:02 CET 2016    |    Goify    |    Kommentare (123)    |   Stichworte: C180, C-Klasse, Goify, Mercedes, Skoda Superb, W202

W202 bei den CatheadsW202 bei den Catheads

Werte Leser,

ich muss meinen Blog wiederbeleben, da ich mich in einem Dilemma befinde. Ich umreiße kurz die Situation: Nächste Woche wird mir mein neues Auto (Skoda Superb) ausgeliefert, sodass nach längerem Überlegen die Idee in mir reifte, meinen C180 zu verkaufen. Der Skodahändler bietet mir 1.000 € brutto, also 840 € netto.

Daraufhin habe ich mich gleich auf den Weg gemacht und diverse Fähnchenhändler mit Migrationshintergrund aufgesucht. Entweder ein Auto ohne Klimaanlage ist in Afrika sinnlos oder mit viel Wohlwollen würden sie mir 700 € brutto geben. Gelobt hatten sie allerdings alle den tollen Zustand und fragten mich, wieso ich ihn verkaufen will.

Ein Privatverkauf ist für mich nicht möglich, da mein Benz ein Geschäftswagen ist und ich ihn demzufolge mit Gewährleistung verkaufen müsste, was ich natürlich nicht tun werde. Ein kleiner Defekt und ich bin den Verkaufserlös wieder los. Ob ich ihn unter Ausschluss der Gewährleistung als defekt verkaufen kann, ist mir nicht ganz klar, dürfte aber eine ähnliche Grauzone wie bei den Autohändlern sein, die entweder "Defekt" oder "im Auftrag" in den Kaufvertrag schreiben und sich auf der sicheren Seite wähnen.

wir-kaufen-dein-auto.de würde mir unverbindlich 1.273 € brutto anbieten, ich denke, bei einem Vorort-Termin werden davon nur noch 800 € übrig bleiben.

 

Kurz der Zustand des Wagens: Die Historie ist im Profil und Blog nachzulesen, also auch der wirtschaftliche Totalschaden und anschließende Wiederaufbau samt mittelprächtiger Neulackierung rundum. Für die knapp 170 tkm ist er in gutem Zustand, braucht kaum Öl, alle Verschleißteile sind so weit in Ordnung und es stehen keine dringenden Reparaturen an, eher Kleinigkeiten wie ein defekte Automatikantenne oder beginnender Rost an zwei Türunterkannten im noch nicht sichtbaren Bereich. Auch am Unterboden findet man nach längerer Suche beginnende Korrossion. Die nächste HU ist diesen August fällig.

Er befindet sich nicht in einem Zustand, den ein Sammler sich vorstellt, gehört aber zu den besten 5 % auf dem Gebrauchtwagenmarkt, schaut man sich die Masse an rostigen W202 an.

 

Mein oben genanntes Dilemma stellt sich nun für mich so dar, dass ich das Gefühl habe, ihn für 800 € quasi zu verschenken, besonders wenn ich mir den dicken Ordner mit Rechnungen für Verschleißteile anschaue. Der Nachbar würde ihn sicherlich gerne wieder zu sich aufnehmen, damit er in einer sauberen und luftigen Garage stehen kann, sodass ich ihn als Sommerauto behalten könnte. Dem gegenüber ist für eine solche Nutzung als Liebhaberfahrzeug dann doch so manches dran zu reparieren, was der Optik und dauerhaften Erhaltung dient.

Er ist eben nicht der Top-Benz, den man sich wegstellt, sondern einfach nur ein Auto mit bei mir 7 Jahren Vergangenheit, etwa 75.000 schönen Kilometern und vielen Erinnerungen. Mir fallen spontan "Deutschland quer" (hier im Blog nachzulesen) und das Treffen bei den Catheads in Erfurt ein (in dessen Blog hier nachzulesen).

Innerfamiliär ist es nicht ganz einfach zu erklären, ein Zweitauto zu haben, wenn man gleichzeitig ein Haus komplett saniert (Status aktuell bei 35 %), andererseits ist es finanziell keine Belastung, den Benz zu unterhalten, besonders wenn man sich in bester Milchmädchenmanier die gesparten Leasingkosten bei möglichen Mehrkilometern gegenrechnet.

 

Was würdet ihr also an meiner Stelle tun, die alte Gurke endlich verkaufen und sich lieber irgendwann mal einen schönen Oldtimer holen oder einfach behalten, bisschen pflegen und in 5 Jahren weitersehen? Ich freue mich auf sachdienliche Hinweise. :)

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Tue Feb 26 23:04:40 CET 2013    |    Goify    |    Kommentare (53)    |   Stichworte: GR, Impreza, Neukauf, Subaru

Ob ihr es glaubt oder nicht, Goify, der sein ganzes Autofahrerleben lang nur deutsche Fahrzeuge fuhr und immer meinte, ein Ausländer kommt nicht in die Tüte, fährt nun einen Reiskocher!

 

Wie kam es dazu? Nun, wie die meisten hier schon mitbekommen haben, suchte ich mehr oder weniger ernsthaft nach einem alltagstauglichen Fahrzeug. Das bedeutet, bessere Traktion im Winter, Klimaanlage für den Sommer, umlegbare Rücksitze um mal ein Fahrrad transportieren zu können. Alles andere war offen.

So schaute ich mir diverse S202 C-Klasse T-Modelle an und fand außer Rost und abgelaufenen HUs eigentlich nichts, liebäugelte mit einem MG ZT 190, begutachtete C-Klasse Jahreswagen und lies mich von uralten Subarus in erbärmlichem Zustand schockieren. Sogar bei Dacia und Toyota war ich.

 

Als ich schon glaubte, nie ein neues Auto zu finden, klickte ich spontan auf die Seite von meiner Stammwerkstatt und Subaru-Händler. Wer hätte es gedacht, da stand doch ein ganz netter Wagen, aber ohje, keine Automatik, kein Schiebedach und dann noch so große Felgen. Ob das meinen Komfortansprüchen genügt? Außerdem der vermutet hohe Spritverbrauch.

 

 

Die Vorbehalte dem Benzindurst gegenüber entkräftete eine vom Importeur nachgerüstete und mit allen Garantien von Subaru freigegebene Autogasanlage, die flache Frontscheibe lässt ein Schiebedach verschmerzen und den Komfort musste man erfahren. Also noch am gleichen Tag dort angerufen und für den fern liegenden Freitag (5 Tage banges Warten) einen Termin vereinbart. Der Händler reservierte mir den Wagen bis dahin und jeden Abend hatte ich einen anderen Entschluss gefasst, der nach dem Aufwachen wieder anders war. Ein echtes Dilemma.

 

Die Probefahrt wischte alle Zweifel hinweg, denn ich fand genau das, was ich suchte: ein jungfräulich wirkendes Auto in nahezu makellosem Zustand zu einem, zugegeben, nicht gerade geringem Preis. Bei der Fahrt stellte sich der Boxer-Motor aus ausreichend kräftig heraus und das Fahrwerk als perfekten Kompromiss aus guter Rückmeldung und hohem Komfort gepaart mit reichlich Reserven - und das mit Sommerreifen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und feuchten Straßen.

Am nächsten Tag fuhr ich wieder hin und machte alles klar, lies mir noch einige Dinge erklären und setzte meine Unterschrift unter den Kaufvertrag. So viel Geld hatte ich noch nie ausgegen.

Der Händler organisierte noch schöne Alufelgen mit passenden Winterreifen, die ich vorher aussuchte. Anschließend wurde die große Inspektion inkl. Filterwechsel der Gasanlage gemacht und die Hohlräume, Achsen und Türen wie Hauben, mit Wachs geflutet.

 

Die Woche drauf, also vorletzten Freitag, durfte ich meine Neuerwerbung abholen und nutze den Anlass dazu, meine von mir stark strapazierte Familie in eine sehr gutes Restaurant einzuladen. Das hatten sie sich einfach verdient.

 

So, was gefällt mir nun an dem Wagen und was weniger. Dazu muss man wohl vorweg sagen, dass ich schon seit etwa 15 Jahren im Kontakt mit Subarus bin. Mein Onkel kaufte sich Ende der 90er seinen ersten Forester und tauschte ihn Jahre später in einen formidablen Legacy mit nettem H6 ein, also einem Boxer-Sechs-Zylinder, den er noch immer fährt.

Jahre später konnte ich in einem 2004er Forester mitfahren und war fasziniert von der Laufruhe und enormen Zugkraft (Pferdeanhänger).

Als dann 2008 meine Eltern ein wintertaugliches Fahrzeug für den Bayerischen Wald suchten, war mein Vorschlag auch aufgrund hervorragender Langzeittestberichte eindeutig, es soll ein Subaru werden, am besten ein Forester, da er genügend Bodenfreiheit bietet. Dies bereuten meine Eltern nie und vor drei Jahren kaufte sich mein Bruder einen 04er Impreza, den er mit viel Freude fährt.

Das heißt, ich konnte selbst einige Male mit Subarus fahren und die Faszination symmetrischer Allrad in Verbindung mit dem Boxermotor genießen. Auch muss man wissen, dass es nie oberflächliche Premiumfahrzeuge sind, da ist kaum was aufgeschäumt oder des Designs willen verchromt oder beflockt. Es ist alles ehrlich und sauber verarbeitet, dafür hält es besonders lange und lässt sich einfach reparieren.

 

Dieser Epilog macht klar, dass ich in etwa wusste, worauf ich mich einlasse und so bin ich mit dem Kauf vollends zufrieden, denn er bietet mir genau das, was ich brauche. Das heißt, man kann sehr bequem in Schalen-Sportsitzen Halt finden, kann den besonderen Klängen des Boxers lauschen und hat immer die Gewissheit, sicher an sein Ziel zu kommen. Gerade dieses tiefe Vertrauen in die Marke und ihre Produkte fasziniert mich am meisten. Das kenne ich in der Form nur von alten Mercedes oder dem Audi 80 B4.

Warum ich mir keinen Mercedes mit Allrad gekauft habe ist ganz einfach, obwohl er nach wie vor mein Traum ist, haben ältere Modelle immer großvolumige Motoren und die jüngeren zwar auch kleinere Diesel, dafür sind sie mir aber zu teuer. Jahreswagen beginnen bei etwa 40.000 € für einen GLK, was es mir absolut nicht wert wäre.

 

Anschließend ein paar Daten zum Wagen:

4,5 Jahre alter Subaru Impreza Sport mit 47.000 km und 2,0 L Boxermotor mit 150 PS, 5-Gang-Schaltgetriebe mit Reduktion, Kraftverteilung zu je 50 % auf die Vorder- und Hinterräder, Mc Pherson Vorderachse und Doppelquerlenker-Hinterachse, abschaltbares Stabilitätsprogramm, Autogasanlage mit 50 Liter Inhalt, selbsttragende Karosserie mit 5 Türen und 5 Sitzplätzen und 5 Dreipunkt-Gurten, intelligente Klimaautomatik, beheizte Sportsitze, Xenonscheinwerfer und wirklich helles Halogen-Fernlicht, LED-Rückleuchten, anklappbare Spiegel, Tempomat per Lenkrad zu bedienen, CD-Radio mit Lenkradfernbedienung und MP3-fähigem CD-Wechsler - sowie Aux-Eingang

 

Na was sagt ihr zu dem Subaru, der ja in Deutschland eher ein Exot ist und man daher nicht alle Tage sieht. Viele sind überrascht, dass Subaru nicht unbedingt gleichbedeutend mit Förster-Auto oder Stromberg-Style ist.

Ach, da fällt mir noch ein, meine C-Klasse wurde letzte Woche mit einem Saisonkennzeichen für die warmen Monate geadelt und muss fortan nicht mehr im salzigen Winterwetter herhalten. Über einen Verkauf habe ich nicht mal nachgedacht.


Sat Sep 08 14:24:12 CEST 2012    |    Goify    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Classic-Car-Meet, Regensburg, US-Car

Werte Gäste,

gestern fand wieder das Classic Car Meet in Regensburg statt, eine Oldtimerveranstaltung, bei der man sich jeden ersten Freitag im Monat auf dem McDonald's Parkplatz trifft, vorwiegend amerikanische Fahrzeuge beäugt und dazu stilechte Live-Musik hört.

Ganz besonders ist die dortige Atmosphäre: lässige Leute mit noch lässigeren Fahrzeugen, eine fast schon US-Amerikanische Umgebung, und kitschiger Sonnenuntergang. Ja, man hat die ganze Zeit ein breites Grinsen im Gesicht.

Ich lies mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen und machte dort ein paar Bilder, bei denen ich glaube, dass sie es wert sind, näher betrachtet zu werden.

 

Die Faszination US-Auto lässt mich kaum mehr los. Erst am Donnerstag war ich in Ansbach-Urlas bei Nürnberg, wo das US-Militär auf einer großen Base stationiert ist. Denn in diesem Militärgebiet bauen wir gerade einen amerikanischen Supermarkt, der nahezu ausschließlich mit US-Lebensmitteln ausgestattet ist. Da der Flugplatz direkt davor ist, kann alles frisch eingeflogen werden.

Und dort kann man natürlich eine Menge US-Amerikanischer Fahrzeuge bewundern, oder zumindest welche nach US-Spezifikation.

 

Ich lasse die Bilder für sich sprechen und wünsche viel Spaß dabei,

 

Goify

 

 

 

 

 


Tue Feb 28 21:20:06 CET 2012    |    Goify    |    Kommentare (70)    |   Stichworte: 100, Allrad, Audi, Auto 2000, C3, Oldtimer, Piech, quattro, Youngtimer

Heute ist der nächste Wagen in meiner Reihe der Fahrzeuge dran, die dieses Jahr erstmals ein H-Kennzeichen erhalten können. Nämlich der Audi Typ 44 oder auch 100 C3 genannt. Da ich euch nicht mit Wikipedia-Wissen langweilen möchte, habe ich ein wenig in diversen Büchern und Internetseiten geforscht und ein paar interessante Dinge zusammengetragen:

 

Audi auto 2000Audi auto 2000Bei diesem Auto gab es im Gegensatz zum 190er Mercedes schon zwei Vorgängermodelle, die nur teilweise als Basis benutzt wurden. Sondern vielmehr vergab das Bundesministerium für Forschung und Technik (BMFT) im Jahre 1978 einen mit 110 Mio. DM geförderten Forschungsauftrag, ein zukunftsfähiges Auto zu entwickeln, sozusagen einen Ausblick auf das Jahr 2000. Verschiedene Hersteller beteiligten sich daran, unter anderem VW mit dem im Blog von Italeri behandelten VW Auto 2000 oder auch Mercedes. Dieser Audi Auto 2000 wurde 1981 auf der IAA vorgestellt und nahm damit dem Audi 100 das Design vorweg und hatte sogar schon den sensationell geringen cw-Wert von nur 0,30 (der einzige Serienwagen, der einen solchen Wert eher erreichte, war die Göttin von Citroen, die DS). Technisch war er wohl einer der ersten mit dem heute häufig gebrauchten Begriff "Downsizing" zu bezeichnenden kleinen 1,6 Liter Turbo-Motor, welcher nach dem Vergaser die Luft verdichtete, sodass der Wagen damit 90 PS hatte und 180 km/h erreichte. Erstaunlich auch, dass er eben keine Einspritzung hatte, wo doch Audi schon damals Erfahrung mit diversen Ausführungen der Jettronic hatte.

Manche fragen sich wohl, warum man keinen TDI einbaute, wo dieser doch damals in der Entwicklung war. Ja, das stimmt, jedoch wurde die Entwicklung seitens VW gestoppt und so war der später entwickelte Fünfzylinder-Diesel damals noch nicht fertig und konnte somit bei diesem Forschungsfahrzeug nicht zum Einsatz kommen. Das war auch nicht weiter schlimm, da der Turbo-Benziner einen sehr geringen Spritverbrauch aufwies: 5,9 l /100 km bei 120 km/h.

 

AerodynamikAerodynamikSomit war die Basis geschaffen, um daraus einen Audi 100 zu generieren, welcher im Sommer 1982 käuflich erworben werden konnte. Was erhielt nun der Käufer, der für mindestens 21.600 DM einen Wagen der oberen Mittelklasse kaufte?

Er bekam dafür einen geräumigen Wagen, welcher sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken brauchte, denn mit 4792 mm Länge und 1814 mm Breite erhielt man eine sehr große Karosse mit sehr dünnen Säulen, sodass die Übersicht sehr gut war. Die flachen Scheiben sorgten zwar für ein größeres Aufheizen, als bei damaligen Mitbewerbern, aber auch nicht mehr, als heutzutage. Das Kofferraumvolumen betrug enorme 570 l.

Eine Besonderheit stellten die komplett flächenbündig mit Gummiprofilen eingepasst Scheiben dar, sodass einerseits der Luftwiderstand verringert wurde, aber andererseits die Windgeräusche deutlich leiser wurden. Auch sehr modern war die versenkte Anordnung der Scheibenwischer, was nicht nur der Sicherheit zu Gute kam.

Außerdem muss man erwähnen, dass die Bleche nicht nur bei Porsche, sondern auch bei Audi teilweise verzinkt wurden und ab der Modellpflege 1986 wurden durchgängig verzinkte Bleche verwendet. Dass komplette Karosserien in Zinkbäder getaucht wurden, ist ein Märchen, welches sich noch immer hartnäckig hält. Da die Rostvorsorge sehr gut war, kann man noch heute Exemplare mit wenig Korrosionsschäden finden, jedoch blüht der C3 eher im Verborgenen. Vielleicht ist auch die sprichwörtlich gute Rostvorsorge Schuld, dass doch nicht gerade wenige dem Rost zum Opfer vielen, denn der Ruf, ein Audi könne nicht rosten, sorgte dafür, dass sich wohl viele in falscher Sicherheit wiegten und glaubten, eine Rostprävention sei nicht mehr notwendig.

 

procon-tenprocon-tenAuch damals neu war das Sicherheitssystem procon-ten. Es umfasst Gurtstraffer für die vorne Sitze und ein beim Unfall nach vorne wegfahrendes Lenkrad. Die Funktionsweise ist ganz einfach: Es besteht aus einem Seil welches hinter dem Motorblock verläuft und mit einer Umlenkrolle an der Lenksäule und den Gurten befestigt ist. Dringt der Motor aufgrund eines Frontalunfalles Richtung Fahrgastzelle ein, spannt sich das Seil und die Gurte werden gespannt, sowie das Lenkrad nach vorne gezogen.

Leider hat das System zwei gravierende Nachteile, einerseits kann das mit Aufprallgeschwindigkeit wegschnellende Lenkrad die Kniegelenke zertrümmern und andererseits wird die Karosserie schon bei leichteren Unfällen irreparabel beschädigt, da die Seile durch die oberen Umlenkpunkte bei den Gurten die B-Säulen verbiegen können. Daher wurde aufgrund des massiven Drucks der Versicherungsgessellschaften dieses System später nicht mehr angeboten und durch pyrotechnische Gurtstraffer, sowie eine Sicherheitslenksäule ersetzt.

 

Quattro-AntriebQuattro-AntriebEin echtes Novum war der Allrad-Antrieb in einem so großen Auto. Nachdem der Vierradantrieb erfolgreich beim kleineren Bruder Audi 80 zum Einsatz kam, entschied man sich wohl aus mehreren Gründen dafür, auch die obere Mittelklasse damit auszustatten. Einerseits war der "quattro"-Schriftzug ein prima Marketing-Zugpferd und andererseits wurde dadurch das Fahrverhalten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen deutlich verbessert. Aber nicht, weil nur zwei angetriebene Räder so schlecht wären, sondern weil damals alle Audi mit Motor längs vor der Vorderachse ein Problem mit dem Handling hatten - die Wagen untersteuerten sehr stark und hatten ein nicht ganz unproblematisches, leichtes Heck.

Der Einsatz eines 5-Zylinder-Motors anstelle eines R6 verbesserte die Situation nur wenig, der Allrad hingegen war jedoch wie geschaffen für das Auto, denn man hatte keine Probleme bei einem Längsmotor vor der Vorderachse einfach ein Verteilergetriebe an das Schaltgetriebe zu hängen, um die hinteren Räder zur Mitarbeit zu bewegen und konnte so die Achslastverteilung sichtlich verbessern. Was jedoch vielen Fahrern zum Verhängnis wurde, war die nochmals gesteigerte Traktion, die dazu führte, dass schlechte Haftungsverhältnisse auf der Straße oft viel zu spät erkannt wurden, sodass die Abflüge meist spektakulärer waren, als bei einachsgetriebenen Fahrzeugen. Manche munkeln, der Allrad wurde bei Audi nur deshalb eingeführt, weil eine sehr frühe und weitreichende Entscheidung bei der Entwicklung zugunsten eines Motors längs vor der Vorderachse gegen den Standard-Antrieb, zur mieslichen Situation mit der Fahrdynamik führte und man irgendwie versuchen musste, die Konkurrenz einzuholen.

Jahre später kam dann noch das Traktionsproblem bei frontangetriebenen Fahrzeugen mit mehr als 150 kW Motorleistung hinzu, weshalb heute fast alle Audis ab dieser Leistungsschwelle ausschließlich mit Quattro-Antrieb erhältlich sind.

 

Im Jahr 1983 wurde, wie schon beim Vorgänger, der Audi 200 nachgeschoben, sozusagen eine aufgewertete Variante mit gleicher Karosserie und mindestens 136 PS. Auffälligster Unterschied waren die größeren Stoßstangen, welche an das US-Modell erinnern sollen.

Im gleichen Jahr wurde auch die Kombi-Variante, Avant genannt, vorgestellt, welche durch ihre sehr flach stehende Heckscheibe recht gewöhnungsbedürftig ist. Er erinnert ein wenig an den Fließheck Passat damaliger Tage.

 

Audi 100 DuoAudi 100 DuoEine recht interessante Variante wurde im März 1990 auf dem Automobilsalon Genf vorgestellt: der Audi 100 Avant duo. Er war wohl einer der ersten Vollhybriden, auch wenn der Umschaltvorgang etwas umständlich war, denn um vom Benzinmodus auf Elektro umzuschalten, welcher einen E-Motor an der Hinterachse aktivierte, musste angehalten werden.

Diesen Wagen hat Hans schon in seinem hervorragenden Blog näher erläutert.

 

Noch eine persönliche Anekdote:

Im Jahre 1992 durfte ich als kleiner Knilch beim Bruder unseres damaligen Vermieters mitfahren, welcher mir auf spektakuläre Art und Weise demonstrieren konnte, wozu Audi fähig ist, nämlich über 200 Kilometer in der Stunde zurückzulegen. Niemals zuvor und auch nicht viele Jahre danach, bewegte ich mich so schnell durch Raum und Zeit. Es war einfach einmalig.

 

Hier noch der Werbeclip vom die Sprungschanze erklimmenden Audi 100 quattro, inkl. der Entstehung des Videos.

 

Audi 100Audi 100Audi 100 AvantAudi 100 AvantAudi 100Audi 100

 

Cockpit frühe SerieCockpit frühe SerieFaceliftFaceliftInnenraumInnenraum

 

 

Quellen:

Audi 100 Elektro - Vau-Max

Allgemeine Fanseite - langzeitauto.de

Audistory

Bilder: Klick,

Klick


Sun Jan 01 22:22:07 CET 2012    |    Goify    |    Kommentare (48)    |   Stichworte: 190er, Auto, Mercedes, Ushido, W201

Hallo liebe Motor-Talker,

von mir soll es mal wieder was zu hören geben und zwar aus gegebenen Anlass: Die ersten Modelle des Mercedes W201, besser bekannt als 190er oder Baby-Benz werden dieses Jahr ein H-Kennzeichen erhalten können. Also wenn ihr die Premiere damals live miterlebt habt, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass ihr nicht mehr zu den Jüngsten gehört.

 

Entwicklung

Also mal der Reihe nach. Die ersten Überlegungen, einen kleinen Mercedes auf die Räder zu stellen, entstehen in den 30er Jahren und werden aber immer wieder verworfen. Zusammenfassend bis in die frühen 70er kann man sagen, dass die Wagen wie verkleinerte große Mercedes wirkten und so eher lächerlich waren. Bruno Sacco, welchem mittlerweile die Leitung der Hauptabteilung Stilistik übertragen wurde, ist es anzurechnen, dass er um 1975 die Reißleine zog und seinen Mitarbeitern eine längere Denkpause in Sachen Gestaltung erteilte.

Diese ungewöhnliche Maßnahme hatte Erfolg, denn 1978 stellt Peter Pfeiffer einen Entwurf vor, welcher komplett eigenständige Züge zeigt und seine Designelemente für die nächsten Jahrzehnte Mercedes maßgeblich prägen werden, auch wenn nicht alle im W201 sofort umgesetzt werden. Neu waren der unscheinbare Knick, welcher im Dach beginnt, über die Heckscheibe bis zum Heckdeckel verläuft, die gemeinhin Sacco-Bretter genannten seitlichen Kunststoffbeplankungen oder der Plakettenkühlergrill, wie wir ihn erstmals bei der 1991 debütierenden S-Klasse finden werden. So steht zumindest die äußere Gestalt, aber es soll auch unter dem Blech Neuerungen geben.

Denn die erste Ölkrise 1973 und die Anforderungen von der US-Regierung mit ihrer Flottenverbrauchsgesetzgebung führen dazu, dass man nicht nur einen kleineren Mercedes entwickeln muss, sondern auch einen, welcher im Vergleich zur damaligen Mittelklassebaureihe W123 um rund 280 kg leichter werden soll, um die neuen Verbrauchsziele einzuhalten.

Aber nicht nur durch Gewichtseinsparungen erhoffte man sich eine Treibstoffersparnis, sondern auch durch den für damalige Verhältnisse sehr guten cw-Wert von 0,33. Der Audi 100 C3 hatte zwar damals schon einen Wert von 0,30, war jedoch länger, was es etwas einfacher machte.

Ein Frontantriebskonzept wurde verworfen, da es nicht lösbar erschien, einen Wagen befriedigend abzustimmen, bei welchem Antrieb und Lenkung an einer Achse stattfinden sollten. Also wurde am bestehenden Standardantrieb mit Motor vorne und Antrieb hinten festgehalten, mit der Konsequenz daraus, die Hinterachse neu erfinden zu müssen, um die Erfordernisse an Agilität, Komfort und Sicherheit zu erfüllen. So wurden im Laufe der Entwicklung sage und schreibe 8 völlig neue Konzepte in bis zu 77 Varianten erprobt, bei der sich die Variante mit 5 Lenkern je Rad als ideal herauskristallisierte. Die Raumlenkerachse war geboren, ohne die noch heute kein Mercedes-PKW mit Hinterradantrieb die Werkshallen verlässt.

Auch ein Novum war der Einarmwischer, welcher schon kurze Zeit später um eine Hubmechanik erweitert wurde und so 86 % des Sichtfeldes wischen konnte. Er entfiel erst wieder mit der Premiere des W203 im Jahre 2000, wahrscheinlich aufgrund schlechter Kritiken aus der Presse, die ich nur teilweise nachvollziehen kann und weil Windschutzscheiben heute nicht mehr ein Längenverhältnis von 2:1 haben.

 

Dass man mit ihm auch jüngere Käuferschichten ansprechen wollte, liegt auf der Hand, da sich zur damaligen Zeit abzeichnete, dass ein dauerhafter Erfolg der Marke Mercedes-Benz nur gelingen könne, wenn auch ein Einsteiger-Modell im Sortiment sei, was nicht nur neue Kunden anlocken, sondern als erhebliches Standbein dienen sollte.

Außerdem war BMW mit dem damaligen E21 sehr erfolgreich und der E30 stand schon in den Startlöchern

 

So fuhren dann Ende der 70er und Anfang der 80er diverse mehr oder weniger stark getarnte Modelle durchs Land auf Erprobungsfahrt, um die letzten Mängel aufzudecken. Als Tarnung wurde statt der üblichen Typbezeichnung, der Modellname Ushido auf den Heckdeckel geklebt, in der Hoffnung, allzu neugierige Journalisten würden an einen asiatischen Erlkönig glauben.

 

Verkauf

Am 8. Dezember 1982 rollte er dann endlich zu den Händlern und obwohl das Interesse recht groß war, lief der Verkauf anfangs etwas träge an, denn zu groß ist er Schock, einen Mercedes zu sehen, der außer am Kühlergrill keinerlei Chrom zeigt. Weg vom Barock, hin zur Moderne.

Ein weiteres Handicap war wohl auch der Preis, kostete er doch anfänglich als Mercedes 190 mit 90 Vergaser-PS stattliche 25.538 D-Mark. Zum Vergleich, der einen Monat eher erschienene 3er BMW E30 kostete viertürig als 316 mit ebenfalls 90 PS 20.100 DM. Also hätte man für das Geld, was der 190er kostete, schon einen 320er BMW mit sahnigem Sechszylinder bekommen. Dazu kam noch, dass wirklich alles extra kostete, ein rechter Außenspiegel 153 Mark, ein Schloss für das Handschuhfach 23 Mark oder eine Servolenkung für 819 D-Mark. Aber es gab auch Dinge, die man in dieser Form bei keinem Konkurrenten kaufen konnte, nämlich ein Antiblockiersystem für wahnwitzige 2.712 DM oder einen Fahrerairbag für 1.763 DM. Aber man sah, es gab in jedem Mercedes die in etwa gleichen Sicherheitsdetails und -standards. So verwundert es auch nicht, dass der kleine W201 nahezu die gleiche passive Sicherheit bot, wie die damalige S-Klasse W126. Jedoch war das wohl nicht jedem potentiellen Kunden so wichtig.

 

Aber die Stärken wie Mercedes-Sicherheit, Mercedes-Komfort oder Mercedes-Qualität sprachen sich schnell herum, sodass er sich bis Erscheinen des Nachfolgers W202 1993 gut 1,8 Mio. mal verkaufte. Aber bis dahin war ein langer Weg, in welchem es auch zu einigen Veränderungen kam, beispielsweise wurden 1988 bessere Sitze verbaut, die Seiten mit den oben angesprochenen Sacco-Brettern verkleidet oder vorne in der Höhe einstellbare Gurte eingebaut.

So wurde er während seiner gesamten Bauzeit stets modern gehalten und regelmäßig überarbeitet um nicht den Anschluss zu verlieren, jedoch war es wohl eher anders herum, denn das hohe Heck, was anfänglich noch argwöhnig beäugt wurde, diente fortan auch für viele Mitbewerber als Vorbild, beispielsweise dem 1990 erschienenen BMW E36.

 

Heute

Ja und heute? Heute steigt das Interesse stetig an für den kleinen Mercedes. 2006 wurde er als neuer Typ in den vdh (Verein deutscher Heckflossenfreunde, wohl größte Mercedes-Freunde-Vereinigung) aufgenommen, wodurch er sozusagen mit Ersatzteilkatalogen und vielen nicht mehr erhältlichen Teilen versorgt wird. Zudem kann man seit einiger Zeit deutlich ansteigende Preise für gute Exemplare feststellen, was wohl ein untrügliches Zeichen für seine Beliebtheit darstellt.

 

Eigene Erfahrung

Mich persönlich verbindet viel mit diesem Wagen, war es doch das erste im Westen gekaufte Auto von meinem Großvater oder der erste und bislang letzte Mercedes meiner Eltern. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie die ganze Familie zur Mercedes-Niederlassung kam um eine Probefahrt mit dem Wagen zu unternehmen. Diese verlief dann zur vollsten Zufriedenheit, sodass sich meine Eltern den damals 7 Jahre alten 190 E kauften und wir fortan sehr bequem unterwegs waren.

Kurz nachdem ich meinen Führerschein hatte, durfte ich endlich auch mal selbst fahren. Ein unbeschreibliches Gefühl hinter dem sehr großen Lenkrad mit fast ausgestreckten Beinen zu sitzen und dem Stern zu folgen.

 

Was haltet ihr vom 190er und möchtet ihr weitere, etwas aufwändiger recherchierte Artikel, über Fahrzeuge lesen, die dieses Jahr ein H erhalten können? Mein Anliegen ist es, beginnende Klassiker ein wenig näher zu beleuchten. Denn seid ehrlich, jeder von euch kennt den 190er, gestern sah man ihn doch noch an jeder Ecke, aber irgendwie scheint er heute langsam selten zu werden.

 

Videolink zur Entwicklung

 

Quellen:

baureihe201.de

mercedes-seite.de

mercedesgarage.at


Tue Oct 04 19:05:45 CEST 2011    |    Goify    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: Buntes, Datensammeln, Forsa, Umfrage

Was haltet ihr von Meinungsumfragen am Telefon?

UmfrageUmfrage

 

Hallo liebe Motor-Talker,

kennt ihr das, die oben genannte Nummer leuchtet auf dem Display auf und der nette Herr hat ein paar aktuelle Fragen und will wissen, wer zuletzt in eurem Haushalt Geburtstag hatte?

Heute schon zum zweiten Mal. Bei mir läuft es immer darauf hinaus, dass ich nicht weiß, wer nun, denn ich kenne den Geburtstag meiner Mitbewohnerin nicht, weiß nur, wie alt sie ist. Und von dem anderen weiß ich es auch nicht. So kann ich die Frage nicht zufriedenstellend beantworten.

Da sagt der Anrufer doch einfach: "Tja, dann eben nicht, tschüss."

Heute ruft er wieder an und hat die gleiche Frage...

 

Was haltet ihr von solchen Umfragen? Geht ihr überhaupt ran, wenn eine fremde Nummer aufleuchtet und ermittelt ihr immer wahrheitsgemäß den letztgeburtstätigen?

Oder seid ihr nur genervt und legt sofort auf?

 

Was ich mich ja frage, was soll die Statistik aussagen, wenn nur Leute befragt werden, die im Sommer und frühen Herbst Geburtstag hatten? Sind nicht Kinder, die im Winter geboren worden ganz anders?

Quelle des Bildes


Sun Sep 18 18:05:47 CEST 2011    |    Goify    |    Kommentare (32)    |   Stichworte: Auto, C-Klasse, Mercedes, Unfall, W202

Wie manche gelesen haben, fuhr mir ja ein Lastwagen ins Heck, der einen wirtschaftlichen Totalschaden an meinem geliebten Benz verursachte. Eine Sondierung des Gebrauchtwagenmarktes ergab, dass es fast unmöglich sei, einen gleichwertigen Wagen, wie vor dem Unfall, zu finden.

Da jedoch die veranschlagten Reparaturkosten von Mercedes weit über dem lagen, was ich von der gegnerischen Versicherung bekam (3.550 €), kam eigentlich nur eine Instandsetzung in einer mir nahe gelegenen Autolackiererei in Frage. Der Meister dort meinte, für das Geld behebt er den Unfallschaden ohne Schweißorgien, die ja immer Rost verursachen können, baut mir einen neuen Heckdeckel ein, lackiert den ganzen Wagen und wachst die Hohlräume. Da sagt man nicht Nein und gibt den Wagen kurzerhand ab, nichtsahnend, sechs Wochen warten zu müssen. Zwischendurch habe ich natürlich vorbeigeschaut, um den Lauf der Arbeiten beobachten zu können, vor allem, bevor der behobene Unfallschaden unter einer Schicht Lack verschwindet.

 

Da alles einmal zu Ende geht, ging auch die lange Wartezeit zu Ende und ich konnte den Wagen vor 14 Tagen in Empfang nehmen.

Ergebins: Der Wagen schaut gut aus, nicht perfekt, aber viel besser als vorher, der Unfallschaden ist absolut unsichtbar und alle Spaltmaße gleichmäßig. Ein paar kleine Schönheitskorrekturen habe ich selbst vorgenommen, wie manchen Dichtgummi ganz dorthin zu drücken, wo er hingehört und Schleifstaub aus manchen Ritzen zu holen.

Damit das Ergebnis lange nachwirken kann, wurde er gestern noch von mir sanft mit der Zwei-Eimer-Methode mit Grid-Guard und Fix 40 Waschhandschuh gewaschen, danach mit Dodo Juice Lime-Prime Cleanser gereinigt und anschließend mit Petzoldt's Premium Wachs konserviert. AM Unterboden wurden noch ein paar Stellen mit Leinölfirnis eingestrichen, damit von Unten kein Unheil droht.

So sollte ich dem nächsten Winter gewachsen sein.

 

Da zu einer schönen Hülle auch funktionierende Technik gehört, tauschte ich kurzerhand die Bremsscheiben samt Belägen rundum. Von Textar gibt es das alles zusammen für 175 €. Hatte keine Lust, für einen Label-Kleber wie ATE 50 % mehr auszugeben. Außerdem unterschieden sich ATE-Scheiben schon rein durch deren Ausführung enorm von den Originalen mit Stern, von wem auch immer die kommen.

 

Jetzt ist der Wagen für die nächsten Jahre in einem optisch und technisch sehr gutem Zustand und wird mich weitere Jahre erfreuen. Was mir nur durch den Kopf geht, ist die Frage, ob man ihn im Winter auch fahren soll. Einerseits leidet die Karosse bei dem Salz und Splitt auf den Straßen und andererseits ist die Traktion schon arg eingeschränkt, sodass ich oft nur mit Schneeketten oder einem allrad-getriebenen Zugfahrzeug (Subaru) bis zu meinen Eltern komme.

Andererseits kostet ein Winterauto auch immer Geld und muss gewartet werden. Außerdem, warum kauft man sich einen schönen Mercedes, wenn man dann ein Drittel der Wege in einer "Winterhure" zurücklegt?

 

Wie gefällt euch das Gesamtergebnis und wie würdet ihr dem kommenden Winter in meiner Situation angehen?


Wed Aug 31 22:22:42 CEST 2011    |    Goify    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: 125 Jahre, Auto, Berlin, Gewinn, Innovation, Mercedes, mercedes125Tempelhof

Heute berichte ich mal von einem ganz besonderen Erlebnis, was ich Motor-Talk und deren guten Verbindungen zu Mercedes-Benz zu verdanken habe: mcaudio, JackTheRipper und ich gewannen je zwei VIP Tickets nach Tempelhof zur 125-Jahr-Feier von Mercedes-Benz.

Inklusive war ein Leihwagen, Verpflegung, Übernachtungen und Führungen.

 

Am letzten Freitag holten wir die Autos ab und fuhren damit zum Hotel in die Tiefgarage (brennende Autos vermeiden) und wurden dort von Christian Sauer abgeholt und zu einer inoffiziellen Party derjenigen eingeladen, die auf dem Gelände ihre Wagen abgestellt hatten, also Mitglieder der anerkannten Mercedes-Clubs.

Die Atmosphäre war atemberaubend: das Licht wurde sanfter, da die Sonne langsam verschwand, riesige Scheinwerfer erhellten das Vorfeld, ein sanfter, warmer Wind zog über das Gelände und überall die besten Autos, die man sich so vorstellen kann - Mercedes!

Da war alles dabei, vom Rallye-Ponton zur weißen Pagode, vom neuen SLS zum schlafenden Vorkriegskompressorwagen.

 

Samstag folgte ein Höhepunkt auf den anderen. Angefangen mit der Möglichkeit mit einem neuen Actros selbst um die Pylonen zu fahren, was erstaunlich gut klappte, über die Mitfahrt in einem Lastwagen mit am Sattelzug angebrachten seitlichen Stützrädern um ein Umkippen zu verhindern und so die Funktion von ESP zu demonstrieren. Man kann kaum glauben, dass ein Lastwagen schon bei etwas über 30 km/h umkippen und von modernen Assistenzsystemen eingebremst werden kann.

Ganz interessant auch die Demonstration von PreSafe, Distronic-Plus und Verkehrszeichenerkennung: Wir konnten in einem S400 Hybrid mitfahren und es wurden die Systeme der Reihe nach erklärt und gezeigt, was diese tun. Das ist echter Fortschritt, fand ich, denn auch unser Leihwagen ein C 250 CGI verfügte über all diese Einrichtungen und man konnte so sehr sicher und komfortabel durch den dichten Verkehr reisen. Dazu vielleicht in einem weiteren Artikel mehr.

 

 

Aus dem Museum wurden noch ein Paar Alt-Neu-Vergleiche aufgebaut, also Rote Sau aus den 60ern neben SLS Tourenwagen oder Viano neben Harbuger Transporter. So konnte man wunderschön die Veränderung über die Jahre ablesen und diskutieren, ob alles richtig sei.

Ein Hangar weiter dann die Halle der Marken-Clubs, dort standen von den Clubs zum Thema 125 Jahre Innovation Meilensteine von Mercedes, welche die ganzen Erfindungen aufzeigten, die heute in allen Autos Standard sind, also Knautschzone, ABS, Airbags oder ESP. All diese Dinge gab es erstmals in Fahrzeugen von Mercedes-Benz und wurden dann nach und nach für andere Fahrzeuge angepasst und dort verwendet. Zusätzlich bestand die Möglichkeit mit den Clubs in Kontakt zu treten und Erfahrungen auszutauschen. Es waren eben die richtigen Experten vor Ort.

 

 

 

 

Aber es sollten noch Dinge passieren, die man nie wieder vergessen wird. Nämlich kamen die ganzen alten Wagen von der Rennabteilung zur Vorführung und wurden von ehemaligen Rennfahrern mit enormen Tempo über eine eigens eingerichtete Rennstrecke pilotiert. Ganz ohne Gurte, Helm und ABS. Wer glaubt, die fuhren da ganz vorsichtig mit den unbezahlbaren Einzelstücken langweilige Runden, hatte sich gewaltig getäuscht. Die ließen richtig die Fetzen fliegen und hatten sichtlich zu tun, die Wagen halbwegs auf Kurs zu halten, denn die schmalen Räder und brutal einsetzenden Motoren mussten erst mal gebändigt werden. Dass einem dabei fast die Ohren abfielen, oder, wie ein lustiger Zuschauer meinte, vor Freude ein Ei, nahm man gerne in Kauf. Besonders viel Spaß hatte wohl Jochen Mass, der den ganzen Tag ein breites Dauergrinsen im Gesicht hatte, auch oben in der VIP-Lounge, wo wir alle sehr delikat dinieren konnten.

 

 

Stichwort VIP-Lounge. Dort waren alle besonderen Gäste am Speisen, also Ralf Schumacher, Klaus Ludwig, oben genannter Jochen Mass, Willi Weitzel bekannt aus "Willi wills wissen", Jan Stecker von Kabel1, die Vorstände der Mercedes-Benz-Clubs und eben wir Gewinner. Dieses Lokal war im ehemaligen Flughafenrestaurant eingerichtet worden und bot freien Blick auf das Rollfeld mit all seinen Attraktionen.

Überhaupt ist das Gebäude eine Reise wert, denn es ist komplett erhalten und sieht zu großen Teilen wie in den 30ern aus. Ein Glück, dass es im 2. Weltkrieg als Lazarett genutzt wurde, sonst wäre wohl nicht mehr viel davon übrig.

 

Der Sonntag sollte auch nicht mit Unvergesslichem geizen, denn wir durften für kurze Zeit auf das Gelände um Fotos von unseren Wagen und uns vor einmaliger Kulisse machen. Es war gar nicht einfach, dort drauf zu kommen, aber Christian hat sich wunderbar bemüht und es ermöglicht, dort hin zu kommen.

Der nächste Höhepunkt war die Mitfahrt in einem Unimog, welcher über eine 100 %-Rampe rauf und wieder runter fährt. Es fühlt sich wie Achterbahn an, nur dass es keine Schienen gibt, die einem am Umkippen hindern könnten und es viel langsamer geht. Sprich vor jedem Hindernis werden alle Sperren, sowie Untersetzung eingelegt und es geht im Kriechgang den Berg hinauf und genauso langsam hinab, was dazu führt, dass man in Ruhe erst die zahlreichen Wolken betrachten kann um anschließend das Unkraut analysieren zu können.

 

Da ein Geländewagen langsam ist und das Gegenteil spannender, folgte eine Mitfahrt im CLS 63 AMG. Der Kenner weiß, da sind keine Sauger mehr verbaut, sondern 5,5 l Biturbos, die absolut brutalen Schub bereit stellen. So war es auch, ein Tritt ins Kreuz und 30 m schwarze Striche später flogen wir schon auf die erste Kurve zu, die in einem langgezogenen Drift genommen wurde, danach wieder brutales beschleunigen und Bremsen, bis einem das Gesicht fast abfällt.

Da lernt man, wenn man ein sportliches Auto braucht, ist eigentlich jede Mercedes-Benz-Niederlassung die erste Adresse dafür. Schnelle, komfortable und gleichzeitig sparsame Wagen stehen dort für den solventen Käufer bereit.

 

Zusammenfassend war das Wochenende unvergesslich, seien es die Fahrevents, die wunderschönen Wagen aus aller Welt oder die gute Organisation.

Dafür noch ein großes Danke an die Classic-Abteilung von Mercedes-Benz und deren PR-Abteilung, Christian Sauer, der uns das ganze Wochenende begleitete, und Nicola von Motor-Talk, sowie die netten Mitgewinner und ihren Begleitungen.

 

P.S.

Wer Filme dazu sehen möchte: Hier, hier und hier. Diese Filme sind nicht von mir!

Die Bilder stammen von mir, außer die mit "CS" markierten, diese wurden mir von Christian Sauer zur Verfügung gestellt.


Schreiber

Goify Goify

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