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Goify's Blog

Mobilität heute und andere Absurditäten

01.01.2012 22:22    |    Goify    |    Kommentare (48)    |   Stichworte: 190er, Auto, Mercedes, Ushido, W201

Prototyp1 Prototyp1

Hallo liebe Motor-Talker,

von mir soll es mal wieder was zu hören geben und zwar aus gegebenen Anlass: Die ersten Modelle des Mercedes W201, besser bekannt als 190er oder Baby-Benz werden dieses Jahr ein H-Kennzeichen erhalten können. Also wenn ihr die Premiere damals live miterlebt habt, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass ihr nicht mehr zu den Jüngsten gehört.

 

Entwicklung

Also mal der Reihe nach. Die ersten Überlegungen, einen kleinen Mercedes auf die Räder zu stellen, entstehen in den 30er Jahren und werden aber immer wieder verworfen. Zusammenfassend bis in die frühen 70er kann man sagen, dass die Wagen wie verkleinerte große Mercedes wirkten und so eher lächerlich waren. Bruno Sacco, welchem mittlerweile die Leitung der Hauptabteilung Stilistik übertragen wurde, ist es anzurechnen, dass er um 1975 die Reißleine zog und seinen Mitarbeitern eine längere Denkpause in Sachen Gestaltung erteilte.

Diese ungewöhnliche Maßnahme hatte Erfolg, denn 1978 stellt Peter Pfeiffer einen Entwurf vor, welcher komplett eigenständige Züge zeigt und seine Designelemente für die nächsten Jahrzehnte Mercedes maßgeblich prägen werden, auch wenn nicht alle im W201 sofort umgesetzt werden. Neu waren der unscheinbare Knick, welcher im Dach beginnt, über die Heckscheibe bis zum Heckdeckel verläuft, die gemeinhin Sacco-Bretter genannten seitlichen Kunststoffbeplankungen oder der Plakettenkühlergrill, wie wir ihn erstmals bei der 1991 debütierenden S-Klasse finden werden. So steht zumindest die äußere Gestalt, aber es soll auch unter dem Blech Neuerungen geben.

Denn die erste Ölkrise 1973 und die Anforderungen von der US-Regierung mit ihrer Flottenverbrauchsgesetzgebung führen dazu, dass man nicht nur einen kleineren Mercedes entwickeln muss, sondern auch einen, welcher im Vergleich zur damaligen Mittelklassebaureihe W123 um rund 280 kg leichter werden soll, um die neuen Verbrauchsziele einzuhalten.

Aber nicht nur durch Gewichtseinsparungen erhoffte man sich eine Treibstoffersparnis, sondern auch durch den für damalige Verhältnisse sehr guten cw-Wert von 0,33. Der Audi 100 C3 hatte zwar damals schon einen Wert von 0,30, war jedoch länger, was es etwas einfacher machte.

Ein Frontantriebskonzept wurde verworfen, da es nicht lösbar erschien, einen Wagen befriedigend abzustimmen, bei welchem Antrieb und Lenkung an einer Achse stattfinden sollten. Also wurde am bestehenden Standardantrieb mit Motor vorne und Antrieb hinten festgehalten, mit der Konsequenz daraus, die Hinterachse neu erfinden zu müssen, um die Erfordernisse an Agilität, Komfort und Sicherheit zu erfüllen. So wurden im Laufe der Entwicklung sage und schreibe 8 völlig neue Konzepte in bis zu 77 Varianten erprobt, bei der sich die Variante mit 5 Lenkern je Rad als ideal herauskristallisierte. Die Raumlenkerachse war geboren, ohne die noch heute kein Mercedes-PKW mit Hinterradantrieb die Werkshallen verlässt.

Auch ein Novum war der Einarmwischer, welcher schon kurze Zeit später um eine Hubmechanik erweitert wurde und so 86 % des Sichtfeldes wischen konnte. Er entfiel erst wieder mit der Premiere des W203 im Jahre 2000, wahrscheinlich aufgrund schlechter Kritiken aus der Presse, die ich nur teilweise nachvollziehen kann und weil Windschutzscheiben heute nicht mehr ein Längenverhältnis von 2:1 haben.

 

Dass man mit ihm auch jüngere Käuferschichten ansprechen wollte, liegt auf der Hand, da sich zur damaligen Zeit abzeichnete, dass ein dauerhafter Erfolg der Marke Mercedes-Benz nur gelingen könne, wenn auch ein Einsteiger-Modell im Sortiment sei, was nicht nur neue Kunden anlocken, sondern als erhebliches Standbein dienen sollte.

Außerdem war BMW mit dem damaligen E21 sehr erfolgreich und der E30 stand schon in den Startlöchern

 

So fuhren dann Ende der 70er und Anfang der 80er diverse mehr oder weniger stark getarnte Modelle durchs Land auf Erprobungsfahrt, um die letzten Mängel aufzudecken. Als Tarnung wurde statt der üblichen Typbezeichnung, der Modellname Ushido auf den Heckdeckel geklebt, in der Hoffnung, allzu neugierige Journalisten würden an einen asiatischen Erlkönig glauben.

 

Verkauf

Am 8. Dezember 1982 rollte er dann endlich zu den Händlern und obwohl das Interesse recht groß war, lief der Verkauf anfangs etwas träge an, denn zu groß ist er Schock, einen Mercedes zu sehen, der außer am Kühlergrill keinerlei Chrom zeigt. Weg vom Barock, hin zur Moderne.

Ein weiteres Handicap war wohl auch der Preis, kostete er doch anfänglich als Mercedes 190 mit 90 Vergaser-PS stattliche 25.538 D-Mark. Zum Vergleich, der einen Monat eher erschienene 3er BMW E30 kostete viertürig als 316 mit ebenfalls 90 PS 20.100 DM. Also hätte man für das Geld, was der 190er kostete, schon einen 320er BMW mit sahnigem Sechszylinder bekommen. Dazu kam noch, dass wirklich alles extra kostete, ein rechter Außenspiegel 153 Mark, ein Schloss für das Handschuhfach 23 Mark oder eine Servolenkung für 819 D-Mark. Aber es gab auch Dinge, die man in dieser Form bei keinem Konkurrenten kaufen konnte, nämlich ein Antiblockiersystem für wahnwitzige 2.712 DM oder einen Fahrerairbag für 1.763 DM. Aber man sah, es gab in jedem Mercedes die in etwa gleichen Sicherheitsdetails und -standards. So verwundert es auch nicht, dass der kleine W201 nahezu die gleiche passive Sicherheit bot, wie die damalige S-Klasse W126. Jedoch war das wohl nicht jedem potentiellen Kunden so wichtig.

 

Aber die Stärken wie Mercedes-Sicherheit, Mercedes-Komfort oder Mercedes-Qualität sprachen sich schnell herum, sodass er sich bis Erscheinen des Nachfolgers W202 1993 gut 1,8 Mio. mal verkaufte. Aber bis dahin war ein langer Weg, in welchem es auch zu einigen Veränderungen kam, beispielsweise wurden 1988 bessere Sitze verbaut, die Seiten mit den oben angesprochenen Sacco-Brettern verkleidet oder vorne in der Höhe einstellbare Gurte eingebaut.

So wurde er während seiner gesamten Bauzeit stets modern gehalten und regelmäßig überarbeitet um nicht den Anschluss zu verlieren, jedoch war es wohl eher anders herum, denn das hohe Heck, was anfänglich noch argwöhnig beäugt wurde, diente fortan auch für viele Mitbewerber als Vorbild, beispielsweise dem 1990 erschienenen BMW E36.

 

Heute

Ja und heute? Heute steigt das Interesse stetig an für den kleinen Mercedes. 2006 wurde er als neuer Typ in den vdh (Verein deutscher Heckflossenfreunde, wohl größte Mercedes-Freunde-Vereinigung) aufgenommen, wodurch er sozusagen mit Ersatzteilkatalogen und vielen nicht mehr erhältlichen Teilen versorgt wird. Zudem kann man seit einiger Zeit deutlich ansteigende Preise für gute Exemplare feststellen, was wohl ein untrügliches Zeichen für seine Beliebtheit darstellt.

 

Eigene Erfahrung

Mich persönlich verbindet viel mit diesem Wagen, war es doch das erste im Westen gekaufte Auto von meinem Großvater oder der erste und bislang letzte Mercedes meiner Eltern. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie die ganze Familie zur Mercedes-Niederlassung kam um eine Probefahrt mit dem Wagen zu unternehmen. Diese verlief dann zur vollsten Zufriedenheit, sodass sich meine Eltern den damals 7 Jahre alten 190 E kauften und wir fortan sehr bequem unterwegs waren.

Kurz nachdem ich meinen Führerschein hatte, durfte ich endlich auch mal selbst fahren. Ein unbeschreibliches Gefühl hinter dem sehr großen Lenkrad mit fast ausgestreckten Beinen zu sitzen und dem Stern zu folgen.

 

Was haltet ihr vom 190er und möchtet ihr weitere, etwas aufwändiger recherchierte Artikel, über Fahrzeuge lesen, die dieses Jahr ein H erhalten können? Mein Anliegen ist es, beginnende Klassiker ein wenig näher zu beleuchten. Denn seid ehrlich, jeder von euch kennt den 190er, gestern sah man ihn doch noch an jeder Ecke, aber irgendwie scheint er heute langsam selten zu werden.

 

Videolink zur Entwicklung

 

Quellen:

baureihe201.de

mercedes-seite.de

mercedesgarage.at


Ergänzung von Goify am 03.01.2012 12:16

Habe gerade noch ganz interessante Bilder zum Ushido gefunden. Klick

01.01.2012 23:08    |    norske

Sehr schöner, interessanter und ausgezeichnet recherchierter Blog! Hat sehr viel Spaß gemacht, ihn zu lesen und er weckte auch Erinnerungen an meine automobile Vergangenheit…

 

… und ja, ich möchte unbedingt weitere aufwändig recherchierte Artikel über Fahrzeuge lesen, die dieses Jahr ein H erhalten können… :)

 

Grüsse

Norske


01.01.2012 23:21    |    el lucero orgulloso

Spitzenartikel, Goify!

Kann mich da in allen Punkten Norske anschließen!

Man spürt die Arbeit die dahinter steckt und es liest sich einfach wunderbar, zumal ich ein sehr großer Fan des 190ers bin. Einfach ein klassischer, zeitloser und sehr innovativer (man bedenke allein die Raumlenkerhinterachse..) Baby-Benz!

 

Ich würde mich auch sehr über mehr Artikel der Art freuen!

 

MfG

el lucero


01.01.2012 23:21    |    Bert Benz

Interessanter Artikel, bitte mehr davon.

 

Der Babybenz war für Mercedes zweifellos ein bahnbrechende Einstiegsbaureihe, die von der damaligen etablierten Kundschaft aber eher mit Argwohn betrachtet wurde. Igitt, ein Mercedes für Jedermann?!

 

Die Preisgestaltung war daher schon recht dreist, aber der Wunsch endlich mal einen Benz zu fahren, ließ viele wohl dieses Opfer bringen. Das Design finde ich gut gelungen, unauffällig modern, also mittlerweile klassisch.

 

 

Das limitierte Sportgerät Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II mit dem riesen Heckflügel war der ultimative Schocker für den gewöhnlichen Mercedesfahrer. Mit 235 PS und 17 Zollfelgen der geflügelte Wahnsinn!

 

http://www.autobild.de/.../...des-190-e-2.5-16-evolution-ii-47653.html

 

 

Wer ist Ushido, der Bruder von Bushido?


01.01.2012 23:23    |    Hutchison123

Danke für diesen tollen Artikel über unseren allseits geliebten 190er!

 

Ich weiss auch noch, wie ich vor 4,5 Jahren das erste Mal 190er fahren durfte.

Einfach unbeschreiblich und ich wusste von dem Moment an, dass ich auch sowas haben will.

 

Endlich ist es soweit!:cool:


01.01.2012 23:26    |    Ireton

Sehr interessanter Artikel, Goify! Gerne mehr davon!

 

Ich mag den W201, meine Eltern hätten damals beinahe einen gekauft. Die Anschaffung scheiterte jedoch an dem mangelnden Platz auf der Rücksitzbank für den etwas lang geratenen Nachwuchs. :) Nach der großen Modellpflege wurde dieses Problem durch die neuen Vordersitze etwas abgemildert.


01.01.2012 23:31    |    STS-Northstar

Hallo

 

Ich hab die Premiere damals live miterlebt.:rolleyes: Hatte damals gerade bei MB ausgelernt und war im Verkaufsinnendienst. Ich erinner mich noch als 1988 der 2.5-16 kam - den wollte keiner bei uns fahren deshalb konnte ich das Auto bei jeder Gelegenheit nutzen wenn ich irgendwo hin fahren mußte :D. War damals ein wahnsinns Auto. Ich selber habe von `87 bis `91 fünf brandneue W 201 gefahren und jeweils als Jahreswagen wieder verkauft. War ne tolle Zeit.....

Danke für den Artikel !!

 

Gruß

 

Jörg


01.01.2012 23:35    |    _RGTech

D'r Usich isch do!

So hatte die AMS 1979 den Tarnnamen interpretiert...

 

 

Mein Opa hat bis zum Kauf seines C180, der dann später ja meiner wurde, immer 190er Jahreswagen gefahren. Die Belege ab 1986 zur Bestellung besitze ich noch.

Parallel hatte mein Vater auch einen 190E 2.3 in weiß, noch von vor der Saccoplankenzeit - der Stern wurde entfernt, das Loch auf dem Grill verschweißt und beides weiß lackiert. Dazu dann die Fünfspeichen-BBS, die Kollegola gerade wieder loshaben möchte :p

 

Siehe Bild...

 

Zitat:

Zusammenfassend bis in die frühen 70er kann man sagen, dass die Wagen wie verkleinerte große Mercedes wirkten und so eher lächerlich waren.

Kann man so sagen. Ich finde leider den Artikel mit den verkleinerten /8ern nicht mehr.

 

 

Zitat:

die gemeinhin Sacco-Bretter genannten seitlichen Kunststoffbeplankungen oder der Plakettenkühlergrill, wie wir ihn erstmals bei der 1991 debütierenden S-Klasse finden werden

Beide Stilelemente waren nach den '77er Entwürfen ja erstmal wieder verschwunden; der Plakettengrill kam im 190 nie und die Bretter erst '88, nachdem sie schon 1979 im W126 eingeführt wurden.

Der umrahmte Grill wie in dem Studienfoto oben kam ebenfalls 1979 in der S-Klasse, aber im restlichen Programm erst 1993 zum Tragen. So gesehen war die "Auszeit" für über 15 Jahre prägend.

 

 

Zitat:

Der Audi 100 C3 hatte zwar damals schon einen Wert von 0,30

Der kam aber erst '82 raus und kann für den fast zeitgleich vorgestellten 190 kein Vorbild mehr gewesen sein.


Bilder

01.01.2012 23:42    |    124er-Power

Toller Artikel, danke dafür! :)


02.01.2012 00:30    |    dodo32

Zitat:

Was haltet ihr vom 190er und möchtet ihr weitere, etwas aufwändiger recherchierte Artikel, über Fahrzeuge lesen, die dieses Jahr ein H erhalten können?

Eindeutig: Ja!

 

Meine Güte hab ich mir gedacht, ist das nun auch schon 30 Jahre her. Die Zeit fliegt nur so dahin. Ich selbst habe zwar keine Affinität zu Mercedes, aber der 190er und der W 123 gefallen mir sehr gut. Insbesondere der "EVO" mit dem Flügelwerk. Das Homologationsauto, meine ich. Kenn mich bei MB nicht so gut aus, aber soweit ich weis, hatte der auch einen 2.3 Liter 16V :cool:


02.01.2012 04:38    |    deathspeed

mein vater hatte einen 85er w201..... obwohl er schon zahlreiche MB's in seinem besitz waren (u.a. w124, w211, w163, w123 und kurzfristig auch ein paar andere).... behauptet er, dass der w201 der mit abstand zuverlässigste war.....einfach motor anlassen und fahren....in der werkstatt ließ er sich nur für die inspektion blicken....leider heute irgendwo begraben, das baby konnte leider kein eiskunstlaufen.

 

MfG Alex, der mal einen 190er fahren würde


02.01.2012 08:32    |    Goify

Danke für die vielen positiven Kommentare. Ja, dann werde ich mir weitere Automobile suchen und über diese berichten.

 

Der geschrumpfte /8er war eigentlich nur da um zu demonstrieren, wie die Größenverhältnisse wären, wenn man ihn um die geforderten 30 cm in der Länge und 10 in der Breite verkleinern würde. Und leider war er im Inneren recht eng. Das Problem wurde erst mit dem W202, der ersten C-Klasse, endgültig gelöst, indem man ca 30 cm Innenraum durch ein Versenken des Kraftstofftanks unter den Boden erreichte. So hatte man 10 cm vorne, 10 cm hinter den Vordersitzen und 10 cm im Kofferraum gewonnen.

Erstaunlicherweise ist der W204, also die aktuelle C-Klasse, innen wieder in allen Dimensionen um einige Zentimeter kleiner geworden.

 

Richtig dodo, Mercedes startete damals eine Zusammenarbeit mit Cosworth um die Zylinderköpfe zu erhalten und konnte so den 2,3 und 2,5 l als 16-Ventiler anbieten. So leisteten diese Motoren zwischen 170 und 235 PS und waren damals die schärfsten Waffen gegen den M3.

In Motorsportkreisen wird noch heute gerne der 190er genommen, weil er als fahraktivster Mercedes gilt. Sieht man bei diversen Bergrennen. Manche wurden sogar mit den famosen Judd-V8-Motoren ausgerüstet.


02.01.2012 08:56    |    samstagnachtreiter

Hab die Einführung des 190ers auch erlebt, kann mich noch erinnern, dass das hohe Heck erst mal nicht recht gefallen hat.

Unser Zahnarzt, ein leidenschaftlicher Oberklasse Benz Fahrer (er hatte auch mal den Flügeltürer gehabt), war aufs äußerste erbost ob des "Bauernbenzen" und fuhr fortan aus Protest nur noch Jaguar...

Für mich ist der 190er Mopf ein zeitlos elegantes, qualitativ erstklassiges Auto, das auch nach 20 Jahren nicht schwächelt und deshalb habe ich auch einen in meiner Sammlung. Hier verbindet sich die gewohnte MB Laufruhe mit einer gewissen Handlichkeit, um auch mal in engen Parkhäusern parken zu können (was im selbigen mit meinem 210er T nicht möglich ist).


02.01.2012 09:02    |    Mercedes-Diesel

Hatte auch den 2.3-16....in Champagner silber mit schwarzem Teilleder sowie Stoff im Schachbrett Muster. War ein tolles Fahrzeug ohne jegliche Probleme. Konnte man damit manchmal :D auf der Autobahn dem ein oder anderen zeigen "wo der Frosch die Locken hat".

Nach 6 Jahren und 180 tsd. km kam dann der Rost am Scheibenrahmen hinten und an den hinteren Radläufen.

Kam dann ein gutes Angebot und er wich einem 500èr SEC


02.01.2012 09:52    |    mehrzehdes

ein sehr gutes auto. es erschloß neue kundenkreise für mercedes, weil zwar preislich nicht viel vom 123 herunterkam, aber emotional der kleinere, frischere benz weniger konservative käufer ansprach. deshalb wurde er auch getunt, wie sonst kein zweiter benz mehr. für leute, die sich für autos nicht interessierten und nur fahren wollten, war ein gebrauchter 190er ohne tuning ein sehr guter kauf. denn die zuverlässigkeit war beispiellos.


02.01.2012 10:57    |    Kollegola

Sehr Interresanter Bericht

 

Als ich in der Lehre war, hab ich oft an den 201er herumgeschraubt.

Auf einen 190 D 2,5 machte ich auch den Führerschein:D

Die EVO Modelle waren Natürlich das Highlight der Serie.

Leider hatte ich da nicht so viel Kohle auf der Seite für einen Benz.

Als am Ende der Azzuro, Rosso und Verde herauskam, hatte ich mich verliebt.

Das waren richtig Schöne Wagen.

Nachdem ich mir dann ein Mercedes Leisten konnte, Entschied ich mich, wegen meiner Grösse, für einen W124 300D.

 

Ich freu mich schon auf weitere Berichte:p:p


Bild

02.01.2012 11:33    |    thoelz

Zur Ergänzung:

 

Seinerzeit war bereits das Benzinsparen in aller Munde, weshalb man auf gute Aerodynamik und relativ geringes Gewicht wertlegte.

Die Positionierung erfolgte als vollwertiger, nur in den Außenabmessungen kleinerer Mercedes, der weniger Benzin als die Mittelklasse W123 verbraucht, preislich jedoch fast genauso teuer war.

 

Der erwähnte, fast zeitgleich vorgestellte Audi 100 C3 hatte, je nach Motorisierung, den damaligen Weltrekord cw-Wert von 0,30 bis 0,32.

Dieses Fahrzeug wurde wegen der damit verbundenen Nachteile (große, schräge Scheiben sorgten für enorme Aufheizung durch Sonneneinstrahlung und das erstmalige Weglassen der Regenrinnen für eine nasse Dusche beim Öffnen der Türen) teilweise stark kritisiert.

 

Der 190er bot gute Aerodynamik ohne Kompromisse bei der Alltagstauglichkeit.

 

Bei den Benzinmotoren wurde die, gerade zwei Jahre zuvor im W123 eingeführte Generation an Vierzylindern übernommen.

Ursprünglich angedachte Überlegungen, das Hubvolumen von 2,0 auf 1,9 Liter zu reduzieren (und somit der Verkaufsbezeichnung 190 zu entsprechen) wurden auf Grund des dann zu erwartenden schlechteren Durchzugsvermögens fallengelassen.

 

Der 190E hatte also den gleichen Motor wie der 200E (W123). Die Vergaservariante 190 war auf 90PS gedrosselt, um in die günstige Versicherungsklasse zu kommen. Im Zuge der Kat-Einführung verschwand die Vergaservariante später.

 

Die später nachgereichten größeren Motoren mit 2,3 Liter (hubraumvergrößerte Variante des 2,0) sowie 2,6 (aus dem Vierzylinder entwickelter Sechszylinder) waren ebenfalls mit jenen des W123 und später W124 identisch und wurden in der Modellbezeichnung durch hintenangestellten Hubraumzusatz gekennzeichnet. (z.B. 190 2,6).

 

In den letzten Baujahren wurde der 190 1,8 (mit tatsächlich hubraumreduziertem Motor) als preisgünstige Einstiegsversion nachgeschoben.

Hier wurde an skurrilen Punkten gespart (Hupe ohne Zweiklang, einfachere Türverkleidungen, kleinere Batterie usw), nicht jedoch an der enormen Qualität.

 

Die etwas umständliche Nomenklatur mit dem hintenangestellten Hubraumzusatz wurde mit der Einführung des 190-Nachfolgers fallengelassen, der dann C-Klasse hieß.

 

Die Vierventiler-Sportmotoren wurden bereits behandelt.

 

Dieselmotoren: der alte hochbauende und im W123 eingebaute „Dom“-Motor paßte nicht unter die Motorhaube. Es wurde eine neue Generation entwickelt (OM601), die sparsamer und leistungsfähiger war.

 

Der 190D kam mit Zweiliter-Diesel und 72PS (der alte 2,0-Dieselmotor in der Mittelklasse hatte nur 55, später 60PS. Unvorstellbar heute).

 

Später erfolgte eine Erweiterung um einen Zylinder des ansonsten gleichen Motors zum 190D 2,5.

Diese Motorengeneration hielt mit der Einführung des W124 auch in der Mittelklasse Einzug. Mit ebenfalls 0,5 Liter pro Zylinder als Vier-, Fünf- und Sechszylinder (200D, 250D, 300D). Die beiden letzten später auch wahlweise mit Turbolader.

 

Im 190 gab es den Fünfzylinder ebenfalls mit Turbolader (190D 2,5 Turbo), der wegen seines exorbitanten Preises allerdings kaum verkauft wurde.

-------

 

Rückblickend kann man sagen, der 190er war ein Meilenstein für Mercedes. Er eröffnete den Einstieg in die untere Mittelklasse und war qualitativ einer der besten Mercedes aller Zeiten.

 

Der Nachfolger, die erste C-Klasse, läutete das unrühmliche Kapitel des Kostensparens, des Rostes und des Abstiegs der Qualität bei Mercedes ein.

 

Wegen der zeitlosen Form und der guten Qualität (viele laufen noch als Alltagswagen) ist die Baureihe heute noch nicht im Bewußtsein der meisten Klassik-Liebhaber so richtig angekommen.

 

Dies wird sich wahrscheinlich ändern. Wer jetzt das berühmte top-erhaltene Auto aus Rentnerhand sucht, kauft und wegstellt macht wahrscheinlich alles richtig.


02.01.2012 11:36    |    norske

Zitat:

Original geschrieben von Mercedes-Diesel

Hatte auch den 2.3-16....in Champagner silber mit schwarzem Teilleder sowie Stoff im Schachbrett Muster. War ein tolles Fahrzeug ohne jegliche Probleme. Konnte man damit manchmal auf der Autobahn dem ein oder anderen zeigen "wo der Frosch die Locken hat".

[…]

Das stimmt vollkommen. Das perverse an dem Auto war ja, dass man, wenn er im Rückspiegel auftauchte, nicht erkennen konnte, dass es der 2.3-16 war. Ich fuhr zu der Zeit einen '79er BMW 320/6, der ein wenig schneller war als die ebenfalls 122 PS starken 190E – dann zeigte man gelegentlich, welcher Hersteller in Deutschland die sportliche Mittelklasse baut. ;)

Auf die 2.3-16 bin ich allerdings mehr als einmal reingefallen.

 

Grüsse

Norske


02.01.2012 13:22    |    mbjadcnein

Habe mir mit 18 gleich einen 7jährigen 190D gekauft.

Und 14 Jahre lang gefahren.

 

Leistung sehr gering, aber das wusste man vorher.

Verbrauch bei 5,5 l/100km (min. 4,8/max. 6,5)

Hat zuletzt problemlos 100% Rapsöl gefressen.

Zuverlässigkeit dürfte ohne Beispiel sein.

Komfort für die Größe sehr gut.

Platzangebot ausreichend (der 3er war im Fond enger).

Handlichkeit 1a (lässt sich milimetergenau durch engste Lücken steuern).

Qualität hinsichtlich Material, Verarbeitung und Ingenieursleistung ist wohl bis heute unerreicht (somit eigentlich sogar Preis-wert).

Rostschutz bestens.

 

Ich bin sehr zufrieden mit meinen derzeitigen Autos sehr zufrieden, aber vermisst wird "der Kleine" doch.........


02.01.2012 14:14    |    Bert Benz

so kann ein Mercedes 190er heute leider auch aussehen: :eek:

 

http://www.motor-talk.de/.../muellhalde-auto-t3672169.html


02.01.2012 14:26    |    Andi2011

Moin,

kann mich nur anschliessen, ein super recherchierter Blog der mir viel Spass gemacht hat.

Der "Baby-Benz" war damals sogar mal Thema bei meinem Vater der ja eigentlich Ford verschrieben ist,letztlich war er nicht bereit seinen eigenen Vorurteilen gegenüber Mercedes - die in erster Linie darin bestanden,dass Mercedes keine Autos für Normalverdiener baut;)- auszuräumen.

Selbst als ich später Jahre später eine C-Klasse fuhr konnte er nicht glauben,dass man sich den im Unterhalt leisten kann...

 

Ein 190er in super Zustand ist heute ganz klar ein Grund stehen zu bleiben, in meiner Nachbarschaft gibt es noch einen in dunkelblau als 190d in Rentnerhand:)

 

Grüße

Andi


02.01.2012 17:42    |    _RGTech

Nachdem ich heute an der Tanke die Oldtimer Markt gesehen habe, war mir auch klar, wie du gerade jetzt auf das Thema kommst :D

 

 

Zitat:

Ursprünglich angedachte Überlegungen, das Hubvolumen von 2,0 auf 1,9 Liter zu reduzieren (und somit der Verkaufsbezeichnung 190 zu entsprechen) wurden auf Grund des dann zu erwartenden schlechteren Durchzugsvermögens fallengelassen.

Die AMS spekulierte 1979 in der Zeit der US-Energiekrise sogar auf 1,6-Liter-Motoren.

 

 

Zitat:

Das perverse an dem Auto war ja, dass man, wenn er im Rückspiegel auftauchte, nicht erkennen konnte, dass es der 2.3-16 war.

Och, doch... die Stoßfängerform unterscheidet sich dann doch wahrnehmbar.

Man muss aber genau gucken, das stimmt ;)


02.01.2012 17:50    |    Goify

Fast, die Oldtimer-Markt sah ich zwar im Laden, kaufte aber, da ich über beinahe alle Modelle von Mercedes mindestens schon zwei Artikel gelesen hatte, die Oldtimer-Praxis. Da sind Tipps enthalten für den Praktiker.

Aber so ganz falsch lagst du nicht, denn in der Oldtimer-Praxis war der Hinweis enthalten, dass der Volvo 760 dieses Jahr reif für das "H" wird. Da fiel mir ein, dass das auf den W201 doch auch zutreffen muss.

Aber Volvo 760 und auch Audi 100 C3, sowie BMW E30 sind schon ein mal vorgemerkt. Muss erst aber genügend Material sammeln, damit daraus was werden kann.


02.01.2012 18:27    |    Romiman

Mein Fall war (und ist) er nie (gewesen). Zu klein, zu eng, zu wenig Eleganz.

Aber die Haltbarkeit dieses Autos imponiert mir schon.

Aus der Zeit fährt heute (abgesehen vom Golf 2) ja praktisch nichts mehr herum.


02.01.2012 18:33    |    silverdreammachine

Hallo;

Kann mich den Vorrednern nur anschließen, genialer Artikel und mehr davon...:)

 

Bin früher öfter vom Ehemann unserer damaligen Putzfrau mit deren Tochter in die Schule gefahren worden, in einem goldenen, verspoilerten und tiefergelegten 190E 2.3 16- Die Fahrweise vom Vater paßte zu dem Auto, sehr flott;)- das hat damals Spaß gemacht, zumal das Auto vor der Schule immer bestaunt wurde: war das sportlichste im Umkreis!:p


03.01.2012 12:17    |    Goify

Habe oben noch einen Link angehängt, in welchem man sehr interessante Bilder zum Ushido finden kann. Hier auch der Link.


06.01.2012 15:49    |    italeri1947

Zitat:

Mich persönlich verbindet viel mit diesem Wagen, war es doch das erste im Westen gekaufte Auto von meinem Großvater oder der erste und bislang letzte Mercedes meiner Eltern.

Was waren denn das für 190er (Farbe, Motorisierung, Baujahr)?

 

Zitat:

Was haltet ihr vom 190er und möchtet ihr weitere, etwas aufwändiger recherchierte Artikel, über Fahrzeuge lesen, die dieses Jahr ein H erhalten können? Mein Anliegen ist es, beginnende Klassiker ein wenig näher zu beleuchten. Denn seid ehrlich, jeder von euch kennt den 190er, gestern sah man ihn doch noch an jeder Ecke, aber irgendwie scheint er heute langsam selten zu werden.

Ich mag den 190er prinzipiell, denn er ist sehr robust und ausgesprochen solide. In meinem Blog habe ich einmal die Elektro-Version von 1992 beleuchtet.

 

Ich finde jedoch, dass um ihn wie um viele Mercedes-Fahrzeuge der 70er- und 80er-Jahre zu viel Kult getrieben wird und die meisten 190er vom Kaufpreis her gemessen an dem, was sie bieten, viel zu teuer sind. Selbst für allenfalls mittelmäßig erhaltene Exemplare mit Wartungsstau und mehreren Vorbesitzern werden leider oft genug mehr als 2000 Euro aufgerufen; so viel Geld wäre das nie wert. Ich würde jeden Renault 21 aus erster Hand mit wenigen Kilometern, der nur 500 Euro kostet, vorziehen - nur für einen Mercedes mehr bezahlen, der nicht wirklich mehr kann und vielleicht verlebter ist als z.B. ein R21, würde ich nicht tun. Wenn dann auch noch Enkel der Erstbesitzer einen 1990er 1.8-Liter-Basis-190er ohne große Extras mit 130.000 Kilometern für freche 5900 Euro inserieren, weil sie den Reibach ihres Lebens damit machen wollen, dann kann ich dazu sagen, dass das etwa bei einem gleich alten Vectra nie der Fall wäre, ohne dass der Opel effektiv schlechter ist als ein 190er. So sehe ich das zumindest. Der W202 bietet mehr fürs Geld, ist deutlich preiswerter und ebenso solide - wohl leider auch nur, bis ihn auch jene "Szene" mal entdeckt haben wird.

 

Deine Idee finde ich hingegen erstklassig; für solche beginnenden Klassiker fallen dir bestimmt gute Berichte ein. Ich freue mich!


06.01.2012 16:14    |    Goify

Also das bei meinem Opa war ein weißer 190 E von 1989, den sie sich 1990 als Jahreswagen in der ersten neu eröffneten Mercedes-Benz Niederlassung in Dresden gekauft hatten. Ansonsten hatte er noch ne Automatik und elektrische Fensterheber. Das war alles. Da der 190er generell recht eng ist und der Abstand zwischen Lenkrad und Sitzfläche sehr klein, frage ich mich immer, wie mein Opa damit fahren konnte, denn er wog sicher mehr als 100 kg.

Der 190er meiner Eltern war in typischem Bauernbraun metallic ohne Extras, also der absolute Nullausstatter, wenn man vom Radio absieht. Das Einzige, was ihn ein wenig individuell machte, waren die schönen Gulli-Deckel-Felgen, die ihm mein Vater gebraucht spendierte. Damit sah er schon viel schicker aus.

 

Ja, ich denke auch, dass die Modelle von Mercedes der Jahre 1982 bis 1995 völlig überbewertet werden und von Jahr zu Jahr im Wert deutlich steigen. Das ist ein wenig ungerechtfertigt. Sucht man richtig gute mit wenigen Kilometern auf dem Tacho und nachvollziehbarer Historie, landet man schnell bei über 5.000 € beim W201 und bei einem gut ausgestattetem T-Modell vom 124er bei 10.000 €. Wenn man überlegt, ein Auto, was über 20 Jahre alt, um die 100.000 km gelaufen ist, wird man wohl für bescheuert gehalten, so viel Geld dafür auszugeben.

Ich war deswegen ein wenig geschockt, weil ich einen etwas praktischeren Wagen für den Alltag suche, aber kein Vermögen dafür ausgeben will, auch wenn der Wagen die nächsten 10 bis 15 Jahre mindestens laufen sollte.

Der mit Abstand größte Vorteil bei Mercedes ist eben die Ersatzteilversorgung, mit großem Abstand folgt BMW und dann wird es langsam trüb, was man so von Audi und VW hört. Eine Frage beim Opel-Teileonkel sprach Bände, sodass ich von einem der letzten Kadett Abstand nahm.

Wie sieht es denn bei Renault aus? Bekomme ich alle lebensnotwendigen Sachen für einen R21 innerhalb von kurzer Zeit beim örtlichen Renault-Händler?


06.01.2012 16:27    |    italeri1947

Zitat:

Also das bei meinem Opa war ein weißer 190 E von 1989, den sie sich 1990 als Jahreswagen in der ersten neu eröffneten Mercedes-Benz Niederlassung in Dresden gekauft hatten. Ansonsten hatte er noch ne Automatik und elektrische Fensterheber. Das war alles. Da der 190er generell recht eng ist und der Abstand zwischen Lenkrad und Sitzfläche sehr klein, frage ich mich immer, wie mein Opa damit fahren konnte, denn er wog sicher mehr als 100 kg.

Sicherlich ein schönes Auto! Wie lang fuhr er den denn, und was fuhr er danach?

 

Zitat:

Wie sieht es denn bei Renault aus? Bekomme ich alle lebensnotwendigen Sachen für einen R21 innerhalb von kurzer Zeit beim örtlichen Renault-Händler?

Alles, was zum Leben des Fahrzeugs wirklich nötig ist, bekommt man innerhalb der üblichen Zeit selbstverständlich. Bei speziellen Teilen für Sondermodelle oder Innenraumteilen kann es problematisch werden, aber alles, was für den R21 wirklich "lebensnotwendig" ist, kann bezogen und geliefert werden, teils auch im freien Zubehörhandel. Auch für den R19 ist die Teileversorgung gegenwärtig noch recht gut sortiert.


06.01.2012 16:38    |    Goify

Das mit dem Renault klingt gut, mal sehen, was sich finden lässt.

 

Da Mercedes schon immer der Traum meines Opas war, damals reichte es nur zum Mercedes des Ostens, einen Wartburg, kaufte er sich nach dem 190er eine anthrazit-farbene E220 Mopf Limousine um 1994 rum. War auch ein Jahreswagen und auch ein wenig besser ausgestattet, zwar wieder mit Automatik aber auch Sitzheizung, Schiebedach und Klimaanlage. Ich war damals erstaunt, was alles in so einen Kofferraum passen kann. Da mein Opa aber Brillengläser so dick wie Flaschenböden hatte, sah er nach kurzer Zeit recht beschunden aus und alle schüttelten den Kopf. Parksensoren gab es damals noch nicht.

Danach sollte es was kleineres werden und zwar einen C200 Mopf mit ähnlicher Ausstattung, jedoch in dunkelgrün und wieder als Jahreswagen, wie immer.

Er war mit seinen Mercedes immer sehr zufrieden riet mir aber dringend davon ab, selbst einen zu kaufen, weil die ja sooo teuer im Unterhalt wären. Was sich als Märchen herausgestellt hat. Ich denke, er wollte nur nicht, dass ein Jungspund mit 20 nen Mercedes fahren konnte, während er aus politischen Gründen bis zur Wende warten musste.


07.01.2012 18:05    |    italeri1947

Zitat:

Ja, ich denke auch, dass die Modelle von Mercedes der Jahre 1982 bis 1995 völlig überbewertet werden und von Jahr zu Jahr im Wert deutlich steigen. Das ist ein wenig ungerechtfertigt. Sucht man richtig gute mit wenigen Kilometern auf dem Tacho und nachvollziehbarer Historie, landet man schnell bei über 5.000 € beim W201 und bei einem gut ausgestattetem T-Modell vom 124er bei 10.000 €. Wenn man überlegt, ein Auto, was über 20 Jahre alt, um die 100.000 km gelaufen ist, wird man wohl für bescheuert gehalten, so viel Geld dafür auszugeben.

Diese Begebenheit kann ich nur so unterstreichen. Das sind gewiss gute Autos, aber es gibt Modelle, die es auch ähnlich gut können, man denke nur an etwa den Audi 80 B3 und B4, an den Opel Vectra A oder auch französische bzw. japanische Mittelklassewagen der Zeit - die aber werden regelrecht verramscht und gelten in der Regel als ungeliebte Altware, die man schnell wieder vom Hof haben will und entsprechend nur über absolute Niedrigstpreise verkaufen kann, selbst wenn der Zustand sehr gut ist. Da soll es tatsächlich Peugeot 405 geben, die aus erster Hand mit lückenloser Vorgeschichte und frischem TÜV herumstehen und auch für 500 Euro kaum einen ernsthaften Käufer finden - inseriert man den Wagen für 300 Euro, ist die Chance dann zumindest näher, dass sich ein Interessent meldet. So geschehen im September 2011 beim Wagen eines entfernten Bekannten. Der Mann hat den 405 dann für 350 Euro an einen Landwirt verkauft, der damit auf die Felder und zu einem Bienenhaus fahren will, soviel ich weiß. Auf jeden Fall trat der den 405, Bj. 1992, ein Sondermodell "Top Line" oder so in schönem Dunkelgrün-Metallic mit allerlei Extras (funktionierte alles tadellos) und etwas weniger als 100.000 Kilometern weit unter dem Wert ab, den ein Auto mit diesem Zustand eigentlich noch hat. Solche Schicksale gibt es immer wieder!

 

Wäre es ein 190er gewesen, hätte er den Wagen selbst ohne frischen TÜV, ohne Historie und in wenig gutem Zustand sicherlich noch für mindestens 1000 Euro verkaufen können - ohne dass der Mercedes wirklich mehr kann als der Peugeot 405 (der im Übrigen viel besser ist als sein Image).

 

Dafür kann man in Sachen Mercedes wirklich sparen, kauft man sich einen W210 oder W202. Wer den Rost in Kauf nimmt und wem das weitestgehend egal ist, kann hier technisch solide Autos für wenig Geld kaufen und noch einige Jahre gut damit unterwegs sein.

 

Zitat:

Eine Frage beim Opel-Teileonkel sprach Bände, sodass ich von einem der letzten Kadett Abstand nahm.

Das verwundert mich etwas, gerade beim Kadett E müsste doch zumindest der Handel mit Nachbauteilen florieren, ist doch ein weit verbreitetes Modell. Zumindest das wirklich Nötigste müsste doch auch für den Kadett E noch zu haben sein!


08.01.2012 19:11    |    olderich

Hallo,

danke für den Bericht. Für mich der letzte, aus dem Vollen geschnitzte Mercedes. Habe mir 1992 einen neuen 190E 1,8 mit 5-Ganggetriebe (Aufpreis) und Schiebedach gekauft. War damals so Mercedes-verrückt, dass ich das Auto ohne Rabatt zum Listenpreis von über 44Tsd DM gekauft habe.

Finde es schade, dass es das Auto nicht mehr gibt, mit Automatik und mindestens 130 PS würde ich das Auto heute wieder kaufen. Meinen 1992er habe ich nach 6 Jahren leider gegen einen (schlechteren) C180 in Zahlung gegeben. Heutige Mercedes C-Klassen find ich nicht mehr so toll, sind halt reine Vernunftsfahrzeuge ohne Flair.

ciao olderich


10.01.2012 00:01    |    Andi2011

@goify

ich starte demnächst eine Reihe zu "Garagen-Funden" meines liebsten Schwiegervaters,hier schon mal zwei Bilder die dir gefallen dürften:190E, 1Hd, Scheckheft 72974 originale Kilometer


Bilder

10.01.2012 08:19    |    Goify

Sehr schön. Danke.


10.01.2012 15:00    |    pieb

Zitat:

So leisteten diese Motoren zwischen 170 und 235 PS und waren damals die schärfsten Waffen gegen den M3

"Audi quattro (1980): 2,1-Liter-Motor mit 147 kW/200 PS, MKB WR

Audi quattro (1987): 2,2-Liter-Motor mit 147 kW/200 PS, MKB MB

Audi quattro (1984–1988): 2,1-Liter-Motor mit 119 kW/162 PS und Kat., MKB WX

Audi quattro 20V (1989): 2,2-Liter-Motor mit 162 kW/220 PS, vier Ventile pro Zylinder (daher „20V“), MKB RR

Audi Sport quattro (1983): 2,1-Liter-Motor mit 225 kW/306 PS (verkürzter Radstand, vier Ventile pro Zylinder), MKB KW

Audi Sport quattro S1 (1985): 2,1-Liter-Motor mit 390 kW/530 PS (verkürzter Radstand, vier Ventile pro Zylinder, für den Rallye-Einsatz)" - Wikipedia

 

Auch nicht ganz ausser acht zu lassen...:)

 

Der 190er ist auch einer der Benze die mir am besten gefallen.

Mein Schwiegervater hat einen in Rot mit beiger Innenausstattung, ca 28 Jahre alt, 1. Hand, vergangenes Jahr die 100 tkm geknackt....

Durfte ihn auch mal fahren und hatten ihn als Brautfahrzeug zur Hochzeit nutzen dürfen - ist schon schick.

 

Vergangenes Jahr kam mal die Frage auf was der wohl Wert ist, mein Schwiegervater meinte nicht viel - was meint ihr denn dazu?


10.01.2012 15:16    |    Goify

Ich meinte, Mercedes hatte keine schärferen Waffen, als den 190er 16Ventiler gegen den M3. Natürlich hatten andere Hersteller schnellere Wagen.

Ich schätze mal so 2.500 € kann der schon Wert sein. Wenn er richtig gut ist und noch ein paar schöne Extras hat, auch 4.500 €.


10.01.2012 17:09    |    pieb

Ich dachte nur weil der arme Sport Quattro so unter den Tisch gefallen ist...:D

Find ich persönlich nämlich ein Rattenscharfes Auto.

 

Zitat:

Ich schätze mal so 2.500 € kann der schon Wert sein. Wenn er richtig gut ist und noch ein paar schöne Extras hat, auch 4.500 €.

Das ist ja noch nicht üppig - aber er wird ihn eh behalten - und ihn mir hoffentlich in ferner Zukunft mal vererben. :cool:


24.01.2012 10:48    |    Trackback

Kommentiert auf: Classic Driving News:

 

H-Kennzeichen : Die neuen Klassiker 2012

 

[...] denn einige der Wagen sollen in meinem Blog näher durchleuchtet werden. Angefangen habe ich mit dem 190er Mercedes.

[...]

 

Artikel lesen ...


24.01.2012 11:54    |    Druckluftschrauber52

Herrlich, ja, ich erinnere mich auch noch daran. Was hat MB damals für ein Marketing durchgeführt. Die "alten" Verkäufer konnten mit der Optik nicht wirklich etwas anfangen bei den Präsentationen in den Niederlassungen. 1984/85 durfte ich dann damit meine Eltern chauffieren.

Ein weißer 190E ohne Kat mit 122PS glaube ich. Weiß nicht ob er außer dem Schiebedach und Basisradio noch Extras hatte. Auf der Autobahn identsich schnell wie ein Golf GTI damals. Schöne Kurvenlage und riesiges Lenkrad. Im Gegensatz zum 220D, dem Vorgänger meiner Eltern ein Sportwagen. Zum Glück ohne die Probleme mit den schwer zufallenden Türen der allerersten Produktionslinie. Was mussten die ersten Besitzer die Türen zuknallen.

Sehr praktisch waren die Plastikstoßfänger ohne Lackierung. Nach gut 20.000km wurde dann das gute Stück verkauft.


Deine Antwort auf "Ushido - oder wie Mercedes in der Kompaktklasse Fuß fasste"

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