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Friedrichs Geschichten

Alles über den W201 und Friedrich - meinen 190er!

01.05.2022 22:55    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (147)    |   Stichworte: 190er, Mercedes, W201

Eine der kritischen StellenEine der kritischen Stellen

Einigen Autofans, welche ein oder mehrere Hobbyautos oder gar eine kleinere oder größere Sammlung haben, wird das Thema bekannt vorkommen: Das gelegentliche, leichte Überziehen des üblichen, 2-jährigen HU-Turnus.

Und ja, auch ich bekenne mich schuldig.

 

Doch von vorne.

Eigentlich war Friedrichs HU/AU im November 2021 fällig.

Dies bedeutet - erinnern wir uns an dieser Stelle an die Grundregel, bevor wir zu selbst erdachten und zurecht gebogenen Ausnahmen kommen - dass der "TÜV" dann auch durchzuführen ist und ganz grundsätzlich nicht überzogen werden darf (wobei bei PKW beim Überziehen bis zu 2 Monaten zumindest kein Bußgeld droht und auch keine "erweiterte" etwas teurere Überprüfung notwendig wird).

Dieses Ausdehnen ist aber, wie gesagt, eigentlich nicht Sinn und Zweck der Sache. Unbestreitbar haben HU und AU, bei aller Freiheitsliebe, ihre Daseinsberechtigung.

 

Ich hab' mir nun dennoch gute Gründe zurecht gelegt, Friedrich im November noch nicht vorzuführen.

1.) Ich bin, meinem neuen alten, ganzjährig zugelassenen Hauptfahrzeug sei Dank, nicht mehr auf den 190er angewiesen und muss ihn nicht fahren. Somit habe ich mir eingebildet, dass es schon nicht so drängt und das Risiko des Bußgeldes, vor allem aber einer eventuellen Gefährdung anderer (sollte überraschenderweise irgendwas akut Sicherheitsrelevantes dran sein), sehr gering ist.

2.) Ich hatte im Herbst/Winter 2021/22 ziemlichen Prüfungsstress und hatte daher schlichtweg keinen Kopf bzw. nur begrenzte Kapazitäten für solche irdisch-menschlichen Erledigungen, solange sie nicht zu akut waren.

3.) Friedrich hat(te) am 26.02. Geburtstag und ist dieses Jahr 30 Jahre alt geworden, sodass ich mir in Verbindung mit etwas Zuwendung kosmetischer und technischer Art erhoffte, dann gleich in einem Rutsch die H-Abnahme angehen könnte, in welcher eine HU ja ohnehin enthalten ist.

 

Und so verging die Zeit, Friedrich stand brav auf seinem Tiefgaragenstellplatz, ich brachte meine stressige Phase hinter mich, es wurde März und die Zeit kam, sich um meinen blechgewordenen Seelenklempner, mein erstes Auto, mein kleines Hobbyauto zu kümmern.

Zunächst ergab sich, dass ich die kosmetischen Zuwendungen in Form einer kleinen Rostkur "obenrum" aufgrund hoher Auslastung des Lackierers meines Vertrauens verschieben musste.

Also legte ich vorerst die Priorität auf eine normale HU, damit ich wieder sorgenfrei mit dem Auto unterwegs sein kann.

 

Ich fuhr also zum TÜV meines geringsten Misstrauens (und nein, ich hab' dort niemanden bestochen, sondern fand einfach die Mitarbeiter immer freundlich, mal abgesehen davon, dass ich den Eindruck hatte, dass sie bei der Prüfung auch älterer Autos mit dem nötigen Augenmaß an die Sache herangingen) und führte den Wagen vor.

Und tja, was soll ich sagen: Erstmals durfte ich die Erfahrung machen, wie es ist, wenn das eigene Schätzchen die HU nicht besteht.

Der freundliche TÜV-Ingenieur bat mich sodann zu sich und zeigte mir, woran es gescheitert war.

 

Hauptproblem war fortgeschrittener Rostfraß an den Schwellerenden vorne links und hinten links und rechts. Da war nicht mehr viel Blech da, das übrige Material war weich... und löchrig.

Nachdem der Prüfer mir diese Stellen (neben 2-3 anderen, Kleinigkeiten, welche "geringfügige Mängel" bedeuteten) gezeigt hatte, sagte er aber "Das war's aber auch schon.", nach dem Motto, dass das jetzt zwar nicht optimal, aber eigentlich halb so wild ist und es sich alles noch in den Griff kriegen lässt. Das machte mir zunächst Mut.

Und überhaupt: Die nicht bestandene HU war zwar doof, aber zunächst nur durchschnittlich überraschend (bei einem so alten Auto kann und darf schließlich auch mal was dran sein) und jetzt nicht sonderlich frustrierend.

 

Nundenn, trotzdem bedeutete es jetzt erstmal: Analysieren, überlegen, handeln!

Schließlich hatte ich bis zur Nachuntersuchung einen Monat Zeit, und die Saison dauerte nur noch derer anderthalb. Da galt es, keine Zeit zu vertrödeln.

 

Auf direktem Wege von der TÜV-Prüfstelle steuerte ich zunächst eine Werkstatt an, die ein Nachbar und Freund empfohlen hatte, da dort bereits sein W124 200D in guten Händen war.

Dort war allerdings gerade keine Bühne zur Begutachtung des Wagens frei. Als diese dann in der darauffolgenden Woche ermöglicht und nachgeholt wurde, verzweifelte der Meister allerdings an der Position der Roststellen - die Schwellerenden sind schließlich häufig auch die Aufnahmepunkte für die Hebebühne und er konnte ja nich an Stellen arbeiten, auf denen der Wagen gerade abgestützt wurde.

So wurde ich leider schweren Herzens (seitens des Werkstattmenschen) an Lackier- und Karosseriebetriebe verwiesen, die über andere Möglichkeiten verfügen, den Wagen anzuheben.

 

Mangels persönlicher Empfehlungen suchte ich mir also einen Karosseriebaubetrieb, dessen Internetauftritt vertrauenserweckend wirkte. Nach kurzer Recherche fuhr ich zu einem, der gute Rezensionen hatte und auf seiner Website "zeitwertgerechte Reparaturen" versprach. Vor Ort wurde mein Auto von einem jungen, freundlichen Mitarbeiter auf dem Parkplatz und auf eigenen Rädern stehend eher grob beäugt, woraufhin dieser einer freundlichen Mitarbeiterin schilderte, was zu tun wäre, woraufhin wiederum der Drucker einen netten Kostenvoranschlag ausspuckte, welcher zunächst meinen Puls deutlich verlangsamte.

Ohne auf genaue Zahlen eingehen zu wollen, stand dort zwar noch kein mittlerer, aber doch deutlich vierstelliger Betrag, wenngleich dieser Betrieb offensichtlich zwar gut ausgelastet war, aber keine monatelangen Wartezeiten hatte, sondern sich des Autos zeitnah hätte annehmen können.

 

Der Betrag hingegen machte mich recht nachdenklich.

Ist es mir das wert?

 

Manchmal lief ich auch schon an Friedrich vorbei oder verschwendete einige Gedanken an ihn, ohne dass noch die Emotionen spürbar waren, die früher dieses Auto für mich auszeichneten.

Ist Friedrich nach über 8 Jahren und ca. 64 000 Km wirklich noch "der" (oder vielmehr das) richtige?

 

Und wenn ich jetzt anfangen würde, Geld reinzustecken, bliebe es ja nicht bei den Sachen am Unterboden. Wenn ich jetzt A sagen würde, müsste ich danach noch B, C und D sagen, damit wieder wirklich alles fein und hübsch werden würde.

Ist so ein Projekt das, was ich wirklich will und was aktuell zu mir passt?

 

Immerhin habe ich mittlerweile auch noch andere intensive Hobbys neben dem/den Auto/s (allem voran das Radfahren), welche mir persönlich viel bedeuten und mir vielleicht sogar mehr bringen (persönliche Herausforderungen, an denen ich wachse, Fitness, die mich gesund hält), als die schnöden Blechkisten.

Hat das Auto auf der Prioritätenliste an Boden verloren? Steht es noch hoch genug?

 

Und ganz rational betrachtet, Thema Wertentwicklung des Wagens, sein materieller aber auch ideeller Wert:

Macht es Sinn? Und wenn nein: Sollte oder muss es das?

 

Mit dieser unerträglichen Spannung und unbeantworteten Fragen lasse ich diesen Artikel enden und überlasse das Feld euch, liebe Leser und Kommentatoren.

Kommen euch meine Gedanken vielleicht bekannt vor?

Und wenn ja: Wie habt ihr die Fragen in eueren Fällen beantwortet?

Möchtet ihr spekulieren, wie es bei mir weiterging?

 

Ich freue mich auf interessante Beiträge und gute Gespräche mit euch! :)

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01.05.2022 23:10    |    Goify

Keine Ahnung, wie es bei dir ausging, aber ich an deiner Stelle hätte dies als Anlass genommen, den Wagen zu verkaufen. Klar, mit etwas mehr Pflege hätte man dies vielleicht frühzeitig in den Griff bekommen können. Ich weiß aber auch, wie zeitaufwändig ein Studium sein kann.

Ich bin froh, meinen W202 nicht mehr zu haben. Es wäre einfach bescheuert, ein sinnloses Auto zu besitzen, für das man noch nicht mal Zeit hat.

02.05.2022 04:19    |    ToledoDriver82

Bei den Summen...und ich weiß was da noch alles nach dem A kommt...und der Überlegung ob Sinn oder nicht,den anderen Interessen usw,ist ein Verkauf die beste Option. Ja,es mag das erste Auto sein und wie du es erworben hast, war ja auch eher etwas anders,aber wenn es eh nicht mehr den Stellenwert hat und Emotionen auslöst,dann eher die Trennung. Wenn man den Platz hat,ihn kostenlos trocken unterzustellen,dann könnte man den aktuellen Zustand konservieren und diese Entscheidung auf später verschieben, macht aber auch nur Sinn,wenn das Hobby selbst einen weiter begleiten soll.

02.05.2022 07:39    |    Dynamix

Das mit dem deutlich 4 stelligen Kostenvoranschlag kenne ich und auch die Überlegungen mit dem Verkauf, wenn auch nicht von meiner Seite.

 

Und ich weiß auch das so eine Diagnose erst einmal ein ziemlicher Schlag ist. Jetzt natürlich die Frage was du jetzt machst.

 

Variante A: Verkaufen

 

Damit wärst du zumindest ein finanzielles Risiko los. Das wäre jetzt auch so der einzig akute Punkt der mir einfiele. Besteht nur die Gefahr das du Teil der "hätte ich den doch mal behalten" Geneinde wirst.

 

Variante B: Die Kohle reinbuttern

 

Das wäre natürlich die, zumindest finanziell, schmerzhafte Variante. Aber wenn dir an dem Auto noch irgendetwas liegt tut das Geld nicht lange weh. Ich Ärger mich da auch jedes Mal, sehe dann aber auch das ich eben auch viel Spaß daran habe. Das kann man in Geld schwer aufwiegen.

 

Gut, jetzt hat Friedrich in deinem Falle mal als Daily angefangen, da hat man sicherlich noch eine andere Sicht der Dinge und du hast mit Ihm ja schon mehr km gesammelt als ich mit beiden Hobbyautos zusammen. Denke da ist zum einen der Gewöhningeffekt und zum anderen eine ganz andere Bindung. Ich habe mir die beiden Amerikaner ja bewusst als Hobby und nicht für den Alltag gekauft. Irgendwann ist die Luft halt raus wenn man ständig damit fährt. Dazu kommt das bei einem Hobbyauto der Reparaturdruck raus ist, da man darauf ja nicht angewiesen ist. Da kennen wir beide genug Beispiele die meine These stützen ;)

 

Am Ende musst du wissen ob es dir das wert ist. Ich persönlich kann diese Frage mit Ja beantworten. Für dich kann die Antwort aber komplett anders ausfallen.

 

Insofern: Ich bin gespannt auf deine Entscheidung!

02.05.2022 08:19    |    bronx.1965

Hallo Jan,

bei mir wäre es ein klares "JA". Für die Option 'behalten +sanieren'. ;)

02.05.2022 08:54    |    PIPD black

Zitat:

@bronx.1965 schrieb am 2. Mai 2022 um 08:19:31 Uhr:

Hallo Jan,

bei mir wäre es ein klares "JA". Für die Option 'behalten +sanieren'. ;)

Mal wieder Brüder im Geiste.:D

Auch von mir ein klares JA.

 

Du wirst der Karre ewig nachtrauern und keinen -in deinen Augen vergleichbaren- mehr wiederfinden. Was machen da schon die paar bunte bedruckten Zettel aus.;)

02.05.2022 09:06    |    Dynamix

Fazit:

 

Zwei mal "Hau weg"

 

Einmal "kommt drauf an"

 

Zwei mal "Butter rein die Kohle"

 

Wenn die Entscheidung noch nicht gefällt ist macht es der Blog definitiv nicht leichter :D

02.05.2022 09:10    |    Goify

Ein Forum zu fragen, war ja noch nie sonderlich zielführend - es sei denn, die eigene Meinung soll bestätigt werden.

02.05.2022 09:12    |    Dynamix

Zitat:

@Goify schrieb am 2. Mai 2022 um 09:10:10 Uhr:

Ein Forum zu fragen, war ja noch nie sonderlich zielführend - es sei denn, die eigene Meinung soll bestätigt werden.

Ist was dran. Fragt man 5 Leute hat man am Ende 7 Meinungen :D Aber manchmal hilft das wenn man mal mehrere Sichtweisen hat die man einfließen lassen kann. So als Blick von oben außerhalb der eigenen Blase.

02.05.2022 09:23    |    pico24229

vierstellig oha.. einfach so verkaufen -ok dann hat man keine Sorgen mehr.

Warum nicht eine günstigere unsauberere Reparatur und dann 2 jahre frischen Tüv

02.05.2022 09:26    |    msi_87

Am End kommt es doch nur drauf an ob du das bezahlen KANNST und ob du das bezahlen WILLST. Wenn nicht, verkaufen.

02.05.2022 09:27    |    Dynamix

Zitat:

@pico24229 schrieb am 2. Mai 2022 um 09:23:47 Uhr:

Warum nicht eine günstigere unsauberere Reparatur und dann 2 jahre frischen Tüv

Weil das genau die Art Pfusch ist die ein Prüfer bei der H Abnahme nicht goutiert. Und wenn es ums Verkaufen geht macht man sich damit auch keine Freunde. Gerade bei dem Auto, dürfte das H bei vielen Interessenten im Hinterkopf sein.

02.05.2022 09:45    |    Goify

Ich sag mal so, natürlich kann man das alles fachgerecht instandsetzen lassen, damit es mind. 10 Jahre hält. Allerdings hat man dann kein ungeschweißtes Auto mehr, was einem egal sein kann, wenn man es nie verkaufen will. Nur wer weiß das schon mit 1.000 prozentiger Sicherheit? Niemand.

02.05.2022 09:48    |    PIPD black

Wenn das -wie es verstehe- die berühmt berüchtigten Wagenheberaufnahmen (oder zumindest der Dunstkreis) sind, gibt es es doch eh kaum noch Fahrzeuge, die dort unbehandelt sind.

 

Zitat:

@Dynamix schrieb am 2. Mai 2022 um 09:06:46 Uhr:

Wenn die Entscheidung noch nicht gefällt ist macht es der Blog definitiv nicht leichter :D

Es hat niemand behauptet, dass es leicht(er) wird.:D

02.05.2022 09:54    |    Dynamix

Mal davon ab das es genug Hochpreisklassiker gibt die zu 200% durchrestauriert sind. Da glaubt doch niemand ernsthaft das da noch alle Bleche jungfräulich sind. Scheint da auch niemanden zu stören wenn ich mal sehe für was solche Autos weggehen.

02.05.2022 11:19    |    ToledoDriver82

Eins ist klar,es könnte noch viel mehr an Überraschungen kommen wenn man erstmal anfängt,dem sollte man sich im klaren sein. Mein Kombi braucht auf den ersten Blick auch "nur" Wagenheberaufnahmen und Teile vom Schweller,ich weiß aber auch,dass daraus mal ganz schnell mehr werden kann,je mehr man freilegt...gerade beim Benz können da auch gute Rostnester vorhanden sein.

02.05.2022 11:20    |    el lucero orgulloso

Danke für euere Kommentare und Meinungen - so macht das Spaß. :)

 

@Goify , umgekehrt habe ich nie verstehen wollen, warum du deinen W202 verkauft hast.

Du hast Platz, theoretisch auch Zeit (es drängt ja nicht, angesichts anderer zur Verfügung stehender Autos) und so schlimm war der Wagen angesichts deiner Pflegemaßnahmen bestimmt nicht.

 

Zitat:

@PIPD black schrieb am 2. Mai 2022 um 08:54:55 Uhr:

Zitat:

@bronx.1965 schrieb am 2. Mai 2022 um 08:19:31 Uhr:

Hallo Jan,

bei mir wäre es ein klares "JA". Für die Option 'behalten +sanieren'. ;)

Mal wieder Brüder im Geiste.:D

Auch von mir ein klares JA.

 

Du wirst der Karre ewig nachtrauern und keinen -in deinen Augen vergleichbaren- mehr wiederfinden. Was machen da schon die paar bunte bedruckten Zettel aus.;)

Dass ihr beiden hier aufkreuzt und diese Meinung vertretet, überrascht mich nun so gar nicht. :D

 

Zitat:

@Dynamix schrieb am 2. Mai 2022 um 09:06:46 Uhr:

Wenn die Entscheidung noch nicht gefällt ist macht es der Blog definitiv nicht leichter :D

Ich hätte ja auch noch eine Umfrage einfügen können. :D

Aber ich kann dich beruhigen: Die Entscheidung wurde bereits getroffen und der entsprechende Blogartikel ist auch bereits fertig geschrieben - es wird also keine 2 Jahre dauern, bis ich das hier auflösen werde. :p

 

Was das Thema "geschweißt vs. ungeschweißt" angeht: Ja, es soll sie geben, die Klassiker, die von Anfang an Liebhaberstücke waren, in Scheunen vergessen wurden und nach Jahrzehnte noch wie aus dem Ei gepellt aussehen.

Und dann gibt es die, die auch artgerecht und angemessen bewegt und genutzt wurden, was die eine oder andere Folge nach sich zieht und irgendwann eine (Teil)restauration erforderlich machen kann, wenn die Autos weiterleben sollen.

Ich finde, beide Wege sind gangbar, nur sollte man sich eben keine Illusionen machen, sondern es realistisch sehen: Ein geschweißtes Auto ist vielleicht nicht mehr so "original" bzw. wie ab Werk, aber, wenn es ordentlich gemacht ist, trotzdem nicht zu unterschätzen und nichts "Schlechtes" in dem Sinne. Pfusch selbstverständlich ausgenommen.

02.05.2022 11:28    |    Dynamix

Beim Thema schweißen bin ich bei dir. Wenn es ordentlich gemacht ist spricht nichts dagegen. Im Umkehrschluss müsste jeder durchrestaurierte 300SL einen herben Wertverlust erfahren weil alleine der Lack nicht mehr original ist. Meistens sind die Lacke von damals gar nicht mehr erlaubt und es muss auf moderne Lacke ausgewichen werden. Man kann es mit dem Thema Original an solchen Punkten auch übertreiben. Wer sowas braucht sollte lieber ein Museum eröffnen. Beim Fahren ärgert man sich ansonsten nur über jeden noch so kleinen Verschleiß.

02.05.2022 11:33    |    ToledoDriver82

Jo,ein Zustand 1 oder besser fährt man nicht mehr einfach so, einfach weil man sich über jeden Kratzer ärgert

02.05.2022 11:34    |    Dynamix

Zitat:

@ToledoDriver82 schrieb am 2. Mai 2022 um 11:33:08 Uhr:

Jo,ein Zustand 1 oder besser fährt man nicht mehr einfach so, einfach weil man sich über jeden Kratzer ärgert

Das sind dann die Trailerqueens die bestenfalls zur Oldtimer Rallye rausgeholt werden.

02.05.2022 11:37    |    Goify

Von Brabus gibt es wunderschön gemachte Pagoden. Da kann man sich Motor, Baujahr, Farbe etc. frei aussuchen. Der Preis ist bei allen identisch. Der Zustand ist Neuwagen mit 0 km und 2 Jahren Herstellergarantie. Man kauft also quasi eine neue Pagode. Über den Preis möchte ich aber nichts schreiben, denn der ist zwar angemessen, aber auch ausreichend für eine kleine Wohnung in einer Kleinstadt.

02.05.2022 11:53    |    Dynamix

Zitat:

@Goify schrieb am 2. Mai 2022 um 11:37:22 Uhr:

Von Brabus gibt es wunderschön gemachte Pagoden. Da kann man sich Motor, Baujahr, Farbe etc. frei aussuchen. Der Preis ist bei allen identisch. Der Zustand ist Neuwagen mit 0 km und 2 Jahren Herstellergarantie. Man kauft also quasi eine neue Pagode. Über den Preis möchte ich aber nichts schreiben, denn der ist zwar angemessen, aber auch ausreichend für eine kleine Wohnung in einer Kleinstadt.

Die Doku lief letztens auf N24. Glaube beim 300er Roadster stand nur "Preis auf Anfrage", heisst:

 

Aus dem Weg Geringverdiener!

02.05.2022 12:11    |    Goify

Die Doku kenne ich garnicht. Ich kenne nur das Interview mit dem Geschäftsführer. Da gibt es ja so eine coole Interview-Reihe auf YouTube: Alte Schule. Muss man unbedingt gesehen haben. Da bekommt man auf einiges einen völlig neuen Blickwinkel zu hören/sehen.

02.05.2022 12:39    |    el lucero orgulloso

Um mal zurück zum 190er zu kommen: Ich hoffe ja, dass er nie irgendwelche siebenstelligen Marktwerte erreichen wird.

Falls ich Friedrich noch haben sollte, würde ich dann nämlich irgendwann anfangen, unruhig zu schlafen.

Falls nicht, könnte ich mir nie wieder einen 190er leisten. :rolleyes:

02.05.2022 12:41    |    PIPD black

Ist doch "nur" ein 190er und kein Adenauer.;):p

 

Na gut....wenn die Inflation noch schneller voranschreitet, ist 7-stellig auch wieder nicht so abwegig.:cool::eek:

02.05.2022 12:41    |    Goify

Siehst du, so laufen mir mit steigendem Einkommen und gleichzeitig steigenden Marktpreisen eine Pagode und eine Citroen DS vor mir weg. Ich kann sie nicht einholen. Und bald kann sich ein solches Fahrzeug niemand mehr leisten.

02.05.2022 12:42    |    Hutchison123

Das sind die Schwellerenden - fiese Sache.

 

Ich würde den Rest des Autos genau prüfen und dann entscheiden.

 

Bei mir war nicht nur das Schwellerende hinten komplett weg, sondern damit einhergehend auch der Aussen- und Innenradlauf bis zu etwa der Höhe, wo das kleine Saccobrett endet.

Rost kommt selten allein bei den Kisten.

 

Nur das Schwellerende für sich geht ja noch, ist aber auch schon aufwendig genug.

Bei mir war der Bereich daneben (direkt vor der Hinterachsaufnahme) auch betroffen.

 

Wenn du weiterhin an genau diesem W201 hängst, lass es machen.

Du musst dann aber auch wirklich noch Spaß an dem Auto haben, sonst bringt es nichts.

02.05.2022 12:44    |    Dynamix

Zitat:

@el lucero orgulloso schrieb am 2. Mai 2022 um 12:39:10 Uhr:

Um mal zurück zum 190er zu kommen: Ich hoffe ja, dass er nie irgendwelche siebenstelligen Marktwerte erreichen wird.

Falls ich Friedrich noch haben sollte, würde ich dann nämlich irgendwann anfangen, unruhig zu schlafen.

Falls nicht, könnte ich mir nie wieder einen 190er leisten. :rolleyes:

Denke dem steht alleine schon die Stückzahl entgegen. Ausgenommen sind explizit so Kleinserien wie die Evolution Modelle oder der 2.3 16V. Es gab immerhin gut 1,8 Millionen W201, für Mercedes Verhältnisse schon sehr viel. Die Wertentwicklung beim W201 dürfte aber trotzdem nach oben gehen, alleine schon weil es ein Benz ist.

 

Keine Ahnung woher der Sternenfetisch der Klassikerszene kommt. BMW und besonders Audi sind da im Vergleich fast schon unbeliebt. BMW Klassiker rücken jetzt erst so langsam in den Fokus und Audi finden außerhalb der Liebhaberszene nicht statt.

02.05.2022 13:14    |    nick_rs

Ich fühle sehr, wie lost man bei der Suche nach einem geeigneten Fachbetrieb ist.

Ich musste hier in meiner neuen Heimat ein neues Lackierunternehmen suchen. Für die neue Lippe und eine Korrektur eines Lackplatzers der vorherigen Lackierung. Meist haben die guten kleinen Betriebe aber auch keine oder nur eine sehr schlechte Internetpräsenz. Oft sagt diese nichts über die Qualität der Arbeit aus. Ich hatte Glück.

Nun suche ich eine ehrliche Werkstatt, die sich einem Kühlwasserwechsel annimmt und eine Sattlerei (hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen). Wenn die meisten deiner Freundschaften aber kein Auto haben und wenn, dann nur zur Vertragswerkstatt fahren, dann wird die Suche nach einem gut / günstigen Fachbetrieb schwer. Die Branche lebt total von Empfehlungen.

 

Es ist immer ärgerlich, wenn solche Entscheidungen drängen bzw. überraschend kommen. Dem anderen 190er Fahrer der Youngsters ging das ja ähnlich. Wir haben damals einfach ausgerechnet, wie viele Leasingraten von der Reparatur bezahlt werden könnten :D. Da hatte ich mit der Luise das Glück, von Beginn an zu wissen was ansteht und mir die Entscheidung dann gut zu überlegen.

 

Meiner Meinung nach ist der 190er in den Händen eines:er Schrauber:in mit Schweißergeschick und -Möglichkeit am Besten aufgehoben. Das Auto ist noch nicht wertvoll genug um eine fachgerechte Reparatur in einem wirtschaftlich agierenden Betrieb (mit Rechnung :D) zu rechtfertigen, aber auch zu alt und kulturell wertvoll um ihn einfach sich selbst zu überlassen.

Oder du findest noch eine Person, die dir das nebenher am Wochenende macht. Ich kann da jemand in der Heide empfehlen :D

02.05.2022 13:16    |    el lucero orgulloso

Zitat:

@Goify schrieb am 2. Mai 2022 um 12:41:49 Uhr:

Ich kann sie nicht einholen.

Deswegen gar nicht erst ins Rennen einsteigen, sondern einfach machen (=kaufen), wenn man will es auch nur irgendwie geht.

Hase und Igel und so.

 

Zitat:

@Hutchison123 schrieb am 2. Mai 2022 um 12:42:05 Uhr:

Das sind die Schwellerenden - fiese Sache.

[…]

Bei mir war nicht nur das Schwellerende hinten komplett weg, sondern damit einhergehend auch der Aussen- und Innenradlauf bis zu etwa der Höhe, wo das kleine Saccobrett endet.

Rost kommt selten allein bei den Kisten.

 

Nur das Schwellerende für sich geht ja noch, ist aber auch schon aufwendig genug.

Bei mir war der Bereich daneben (direkt vor der Hinterachsaufnahme) auch betroffen.

[…]

Ich sag' mal so - ich hab' noch das "netteste" Foto genommen. :rolleyes:

Bei allen anderen (mit durchaus weiter ausgebreitetem Rost, welcher insbesondere nach Demontage der Schwellerverkleidungen sichtbar wurde - wobei da teilweise halt auch kein Rost mehr war, sondern einfach Löcher) hätte ich hier eine Triggerwarnung sowie einen Haftungsausschluss für eventuelle Ohnmachtsanfälle von Bloglesern einfügen müssen. :D

 

Zitat:

@Dynamix schrieb am 2. Mai 2022 um 12:44:41 Uhr:

[…]Die Wertentwicklung beim W201 dürfte aber trotzdem nach oben gehen, alleine schon weil es ein Benz ist.

 

Keine Ahnung woher der Sternenfetisch der Klassikerszene kommt. BMW und besonders Audi sind da im Vergleich fast schon unbeliebt. BMW Klassiker rücken jetzt erst so langsam in den Fokus und Audi finden außerhalb der Liebhaberszene nicht statt.

Ja, wohl wahr.

Die Evos sind komplett durch die Decke, die Avantgarde gehen langsam, aber stetig nach oben und bei den normalen ist's sehr abhängig vom Zustand.

Und ja, es ist halt ein Stern vorne drauf, wobei die Propeller, wie du schon schreibst, auch aufholen. :)

 

EDIT

Zitat:

@nick_rs schrieb am 2. Mai 2022 um 13:14:15 Uhr:

[…]Die Branche lebt total von Empfehlungen.

 

[…]Wir haben damals einfach ausgerechnet, wie viele Leasingraten von der Reparatur bezahlt werden könnten :D. […]

 

Oder du findest noch eine Person, die dir das nebenher am Wochenende macht. Ich kann da jemand in der Heide empfehlen :D

Auf die Empfehlung hatte ich mich ja auch verlassen - aber das hat, aus beschriebenen Gründen, nicht sollen sein.

 

Mit der Leasingrechnung könnte ich nichts anfangen. Das ist aber 'ne individuelle Sache.

 

In der Heide? Gibt es eine Saarbrücker oder eine saarländische Heide? Eine Saareide? :confused:

02.05.2022 13:27    |    Dynamix

Glaube er meint den Wolf in der Heide, der welcher normalerweise an Propellern schraubt ;)

02.05.2022 13:28    |    Goify

Zitat:

@el lucero orgulloso schrieb am 2. Mai 2022 um 13:16:19 Uhr:

Deswegen gar nicht erst ins Rennen einsteigen, sondern einfach machen (=kaufen), wenn man will es auch nur irgendwie geht.

Hase und Igel und so.

Ich will mir dieses Jahr eine Gewerbeimmobilie kaufen. Da stecke ich jeden Euro rein und da ist für eine Pagode einfach kein Budget vorhanden. Ich könnte aktuell nicht mal 1.000 € in ein Fahrrad investieren.

02.05.2022 13:29    |    Goify

"Saarheide" :D

02.05.2022 13:32    |    el lucero orgulloso

Zitat:

@Dynamix schrieb am 2. Mai 2022 um 13:27:41 Uhr:

Glaube er meint den Wolf in der Heide, der welcher normalerweise an Propellern schraubt ;)

Schon klar - ich versuchte auf meine Hoffnung anzuspielen, dass die Heide vielleicht umgezogen ist, weil die aktuelle Lüneburger Heide und das wunderschöne Saarland in seinen aktuellen Grenzen geographisch einige Kilometer auseinander liegen... ;)

02.05.2022 13:35    |    nick_rs

Ach, beim Ringtreffen brutzelt er dir das kurz aufm Schotterparkplatz

02.05.2022 14:18    |    Dynamix

Zitat:

@nick_rs schrieb am 2. Mai 2022 um 13:35:30 Uhr:

Ach, beim Ringtreffen brutzelt er dir das kurz aufm Schotterparkplatz

Das gibt es noch? :D

03.05.2022 06:04    |    Polo I

Wer außer du selbst kann dir die Frage beantworten, zumal diese Investition noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird. Wirtschaftlich lohnt es es nicht, emotional für dich hingegen eher. Mein Oldi stand 2005 ebenfalls vor diesem Problem, am Ende wurde die dreifache Summe draus, heute hat er immer noch nicht im Zeitwert die Investition heraus, Emotional.... halt schön das er noch da ist, zumindest für mich, andere hingegen fragen sich, warum im den "Klumpen" nicht verkaufe...., wobei der "Oldi" ein Teil meines Lebens ist, ein Wert den keine Fahrzeug mehr erreichen wird, was mehr an meinem Alter, denn am Fahrzeug liegt

03.05.2022 07:21    |    Fiestaknechter

Ich mag zwar keine W201er, Fahrräder mag ich noch weniger...

 

Also repariere den schnöden Baby-Benz und verkauf den/die Drahtesel! :D

03.05.2022 10:04    |    carchecker75

Im Saarland ist es Normal kein Problem jemand zu finden der einem etwas Repariert, hier kennt jeder einen der einen kennt der es für einen schmalen Taler gut Repariert.

03.05.2022 10:42    |    merianson1

Vielleicht auch den 190er verkaufen und einen anderen 190er in besserem Zustand kaufen. Dann ein Unterbodenschutz mit fluidfilm o.ä. nachbehandeln.

Vielleicht gefällt ja ein anderes 190er Modell auch besser. Dann wird es ein Friedrich II.

Deine Antwort auf "Bis dass der TÜV uns scheidet?"

Friedrichs Fahrer

el lucero orgulloso el lucero orgulloso

Unaussprechlicher


 

Friedrichs Grußwort

Hallo...

...und herzlich Willkommen bei Friedrichs Geschichten. :)

 

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