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el lucero orgulloso

31.10.2013 22:19    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: AJ1(a), IQ, Toyota

Jaja, so wie Goify vor einigen Monaten fast konsterniert zugab, dass sich jetzt ein Japaner in seinem bisher von deutschen Autos geprägten Fuhrpark einfand, so kann ich jetzt etwas sehr Ähnliches vermelden!

 

Denn meine Eltern, zwar seit 37 Jahren im Führerscheinbesitz (und seit 26 Jahren verheiratet) aber dennoch bisher kaum Autos verschleißend (die gemeinsamen Autos bisher: Opel Kadett, Ford Escort, Audi 80, Audi 100, Audi 80, Mercedes E 200 T-Modell (1999 bis heute), Mercedes C 220 Diesel (2006 bis heute), Mercedes E 320 (2011 bis heute) sind nun gemeinsam mit mir den Weg in Richtung des fernen Ostens gegangen, sodass wir nun einen Neuankömmling, den Toyota iQ+ 1.4 D-4D, in der Folge gerne "Takeshi" genannt bei uns begrüßen dürfen, welcher ab sofort vornehmlich von meiner Mutter gefahren werden soll!

 

 

Und da ich euch nichts verheimlichen will und die Story eigentlich gar nicht so übel ist, wird's heute etwas länger:

Ihr kriegt die volle Portion! :)

 

Ein neues Auto im Fuhrpark?

 

Seit bekannt war, dass ich ab Herbst 2013 meinen Führerschein haben werde und viel alleine unterwegs sein werde, war auch klar, dass meine Mutter ein neues Auto bräuchte, weil ich meistens mit dem gemütlichen C 220 Diesel, ihrem bisherigen Hauptfahrzeug, unterwegs wäre.

Nun sondierten wir also mit ihr, was es da so gäbe.

Die Vorgaben waren nur unscharf definiert, sodass da durchaus einige Autos ins Schema gepasst hätten. Meine Mutter fährt relativ viel in der Stadt und hat eine angespannte Parksituation. Sie meinte, die C-Klasse wäre größenmäßig noch gerade so okay, aber als ich mal eine Woche lang aus der Schule zu den Orten gelaufen bin, wo das Auto stand, wusste ich, dass es das nicht ist - etwas (deutlich) Kompakteres musste her! Das neue gebrauchte Auto sollte dazu natürlich zuverlässig und sparsam sein. Dazu sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen, ausstattungsmäßig sollte auch Einiges dabei sein und allgemein musste der Wagen natürlich vor allen Dingen meiner Mutter gefallen, denn es hätte keinen Sinn gemacht, wenn sie gezwungen wäre mit einem Wagen zu fahren, welcher ihr allgemein überhaupt nicht zusagt. Aber auch "uns" Männerfraktion (also meinen Vater und meine Wenigkeit) sollte der Wagen ansprechen - es müssten also alle von ihm überzeugt sein!

 

 

Welcher soll es werden?

 

So begannen also die Überlegungen. Relativ an deren Anfang war Mercedes' A-Klasse (Typ W169). Sie gefiel meiner Mutter schon immer und sie sah in ihr nie ein Rentnerauto, sondern einen schön gestylten Kompakten. Das leicht erhöhte Einsteigen und so die allgemein Form waren voll ihr Ding. Auf der Suche nach A-Klassen fällt aber schnell auf: Die haben eine wahnsinnig breite Ausstattungsvielfalt, sodass da irgendwie immer irgendein Detail nicht passt (zumindest für mich, den Hauptsuchenden) und wenn es interessant wird, sind die Autos ziemlich teuer, zumal wir nur Mopf-Modelle und "Junge-Sterne-Garantie"-Exemplare berücksichtigten. Ein Mal war der Perfekte dabei: Ein bordeaux-farbener A 200 CDI mit Designo-Ausstattung und allgemein auch fast voller Hütte - jedoch auch für deutlich über 14 000 Euro. Das Bauchgefühl sagte nein.

Händlerbesuche bei Skoda und Kia brachten keine positiven Ergebnisse. Der Fabia gefiel auch meinem Vater nicht so wirklich, der Rio war als Neuwagen, den wir bei Kia ausnahmsweise dank 7-Jahre-Qualitätsversprechen unter Betracht zogen, dann deutlich zu teuer und irgendwie nicht 100%ig überzeugend.

Doch da war da noch Toyota - eine Marke, von welcher besonders meine Eltern sehr überzeugt sind, weil meine Mutter der traditionell höchstzuverlässige Ruf bekannt ist und mein Vater vor 2 Jahren in Japan war und begeistert bis fasziniert zurückkam.

Die nächste Überlegung: Wozu sollen wir so viel Luft, die ein Kleinwagen/Kompaktwagen nunmal dabei hat, mit uns herumkutschieren, wenn im Auto meistens eine, seltener 2 und ganz selten 3 Personen Platz finden? Was ist klein und kommt von Toyota?

Der iQ - und damit sich meine Mutter das Auto, welches ihr auf Bildern etwas merkwürdig nicht nicht unbedingt überzeugend vorkam, mal live angucken konnte, bin ich mit ihr zur Saarbrücker Toyota-Niederlassung gefahren.

Ergebnis: Sie schaute sich den (schwarzen Basis-) iQ zwar an, war aber mit der Überzeugung für den Auris wieder aus dem Autohaus raus. :rolleyes:

 

 

Auf den iQ-Geschmack kommen?

 

So blieb der iQ für meine Mutter ein skurriler Wagen, der auf sie irgendwie abgeschnitten und nicht sehr proportioniert daherkam. Den designtechnischen Kompromiss wäre sie aber bereits gewesen einzugehen, wenn das Auto sonst allen Anforderungen entspräche und somit vom praktischen Nutzen her optimal wäre.

Mein Vater und ich fanden also einen Toyota iQ 1.4 D-4D mit gehobener Ausstattung in unserer relativen Umgebung und riefen spontan an, um den Wagen zu besichtigen und Probe zu fahren, um auf den Geschmack zu kommen.

Um es kurz zu machen: Die Männerfraktion hat der Wagen fast schon restlos umgehauen - wir waren begeistert ob der sehr erwachsenen Eigenschaften, die der Wagen darbot, weil wir sie vom kleinen iQ schlicht nicht erwartet hätten. Ich war zu der damaligen Zeit nur Beifahrer, aber durchaus sehr angetan vom geschätzt sehr satten Fahrgefühl, einem angemessenen Geräuschniveau, eine knarz- und klapperfreien Verarbeitung und auch vom fühlbar durchzugsstarken Dieselmotor. Ich hatte das Gefühl: Dieser Wagentyp ist es. Denn dieser Wagen wurde es nicht. Der Preis war zwar nicht sehr hoch, jedoch ließ der Verkäufer überhaupt nicht mit sich reden und das Scheckheft gab uns dann den Rest: Anstelle der drei Einträge war da nur einer, und der kam noch nicht mal von einem Toyota-Fachbetrieb und lag ziemlich lange zurück.

Auf der Rückfahrt wurde dann sinniert - mein Vater und ich gaben Ausdruck über unsere überraschende Begeisterung und meine Mutter hat durchaus ein wenig Blut geleckt, nur Bedenken zur Sicherheit geäußert.

Ich sagte: "Der Wagen ist sehr aufwändig mit hochfesten Legierungen verstärkt und versteift, hat eine Vielzahl moderner Sicherheitssysteme und Toyota durfte es sich nicht erlauben, sich bei der Entwicklung irgendwelche Blöße zu geben. Auch die Köpfe der hinten Sitzenden sind zwar sehr nah an der Heckscheibe, doch dennoch durch einen Dachairbag geschützt und mit Sicherheit nicht unsicherer als in einem 7-sitzigen Minivan. 5 Sterne im (zugegeben für mich nicht unbedingt maßgeblichen) NCAP-Crashtest sagen ihr Übriges."

Nun, nach mehrfachen Erklärungen war sie dann überzeugt... ;)

 

 

Wird's nun konkreter?

 

Meine Mutter hat die Vorstellung, sich als iQ-Fahrerin zu sehen mit der Zeit immer mehr verinnerlicht und sich damit angefreundet. Designmäßig ist der Wagen zwar bis heute abgeschnitten (was auch zweifelsohne stimmt - der Wagen besteht von der Seite aus gefühlt über 80% Tür), hat aber nicht mehr ein ganz so unförmiges Gesicht.

Mittlerweile war Sommer, die Ferien kamen und der Urlaub begann.

Auf dem Mobile-Parkplatz stand ein stahl-farben blaugrauer iQ+ 1.4 D-4D, bereits mit Facelift, was in diesem Fall die (hellgraue) Look-Innenausstattung bedeutete. Zwar waren die Innenbahnen der Telledersitze aus roten Stoff, was irgendwie unharmonisch wirkte, aber auch kein Beinbruch wäre. Alles in allem wäre der bei einem sächsischen Toyota-Händler stehende Wagen sehr gut geeignet, denn ein Fahrzeugalter von ca. 3 Jahren, 55 000 Km und eine anständige Ausstattung mit Sitz- und Standheizung war schon sehr verlockend. Von unserem Wohnort aus stand das Auto allerdings 650 Km weg, sodass wir darauf spekulierten, dass es uns auf dem Rückweg aus dem Urlaub gelingen könnte, das Auto anzuschauen , es zu verpacken und auf dem Dach unseres T-Modells mitzunehmen.

Der Preis fiel auch - sogar in den 4-stelligen Bereich, wobei wir uns dann eigentlich fast sicher waren, dass der Wagen praktisch am nächsten Tag weg geht. Ging er zwar nicht, aber irgendwann war es dann doch so weit.

 

 

Das "Projekt iQ" auf Eis?

 

Ich rief dennoch mal das Autohaus an, denn oft werden die Autos nur kurz aus dem Netz genommen um dann wieder frisch reingestellt zu werden. Und hier beginnt der wahrlich spannende Teil der Geschichte! ;)

Ich wurde an Herrn T.* weitergeleitet, der mir mitteilte, dass der graue iQ tatsächlich verkauft und bereits ausgeliefert wurde. Noch bevor ich über diese Information hätte enttäusch sein können, fragte mich der überaus freundliche Mann: "Suchen Sie etwas Bestimmtes?" - "Ja, wir suchen einen iQ Diesel mit gehobener Ausstattung, sprich Sitzheizung (geht mit den schönen und bequemen Teilledersitzen einher) sollte schon drin sein."

 

 

Es wurde aktueller denn je!

 

"Aha, gut, ich bin nämlich noch etwas unsicher, aber schon stark am Überlegen, meinen zu verkaufen, denn ich fahre den nämlich auch!"

Eine kleine Nebeninfo: Ich stand zum Zeitpunkt des Telefonats auf dem Balkon des Hotels, in welchem ich gerade übernachtet habe, blickte auf den Kissain-See (Jezioro Kisajno) in Lötzen (Gizycko) und war eigentlich darauf vorbereitet, auf unser gemietetes Segelboot zurückzukehren - eine sehr eigenartige Situation!

Daraus wurde aber zunächst nichts, denn ich wurde mit einem unglaublichen Schwall an Informationen zugeschüttet, denn der Mann am Telefon las mir die komplette Ausstattungsliste mit gefühlt 250 Positionen vor und erklärte zwar sachlich aber hörbar gefühlsbetont alles, was man über das Auto zunächst wissen müsste. Ich hinterließ Emailadresse und Telefonnummer, denn wie sich später herausstellte, sollte mich Herr T.* noch oft und reichlich mit Informationen versorgen.

Derweil kam ich fett grinsend in der Lobby des Hotels an, wo meine Mutter meinen Vater und mich schon längst erwartete.

Der Kommentar meines Vaters: "Dein Sohn hat dir gerade ein Auto gekauft..." ;)

 

 

Wo? Wann? Wie?

 

Gekauft habe ich den Wagen natürlich nicht, aber schon am Abend drauf kam die Preis-Kalkulation auf meinem Handy an, welche sich deutlich verheißungsvoller gab, als es die ellenlange Ausstattungsliste es hätte vermuten lassen können. Und ich muss sagen, ich hatte schon am Telefon ein mächtig gutes Baugefühl.

Was diesmal eindeutig für uns sprach: Das Auto war nicht inseriert und würde auch vorerst nicht inseriert werden, weshalb wir die Zeit hatten, etwas nachzudenken und aber auch erst mal überhaupt aus unserem Urlaubskaff rauszukommen. Die, die der Bedienung Google Maps' halbwegs mächtig sind, können's ja mal durchrechnen: Wir waren in Olsztyn/Allenstein, mussten dann weiter nach Opole/Oppeln und das Auto stand in Riesa.

Da wir aber im Urlaub waren, stressten wir uns weder mit überhasteten Weiterreisen, aber auch nicht mit überzogenen Aufenthalten an den Stationen.

Viel mehr kristallisierte sich heraus, dass der Donnerstag, der 15. August der Tag der Wahrheit Besichtigung werden sollte.

 

 

Viel heiße Luft um nichts?

 

Riesa lag gottlob irgendwie so halb auf unserem standardmäßigen Heimweg von Opole/Oppeln gen Saarbrücken. Leider vergaßen die Polen beim Bau ihrer Autobahn zumindest da unten im Süden den Standstreifen, sodass wir eine unangenehme Stauumgehung wegen einer Autobahnvollsperrung machen mussten. Im Endeffekt waren wir 2 Stunden später als geplant in Riesa angekommen, was aber an diesem Tag für den Verkäufer zum Glück kein Problem darstellte.

Schon als wir auf den Hof des Händlers einbogen, lächelte uns der novaweiß-perleffekt-farbene Toyota iQ an. Ich wusste, dass er es war, weil er keine originalen Felgen aufgezogen hatte. Herr T.* empfing uns auch sogleich und schlug vor, erst mal ein wenig Papierkram im wohltemperierten Büro durchzuschauen, denn ich war ja bestens informiert, meine Eltern allerdings nicht. Wieder kam die Liste mit den 234108 Ausstattungsoptionen zum Einsatz, welche bei dem Auto entweder ab Werk bestellt oder im Nachhinein nachgerüstet wurden. Nachdem wir über die Historie des Wagens informiert wurden, war drinnen alles erledigt und...

 

 

...es ging hinaus!

 

Der Verkäufer fuhr den "weißen Riesen" aus seiner Parklücke und gewährte und einen Blick nach innen. Kurz darauf habe ich schon den Beifahrersitz erklommen und sah mich im mir mittlerweile aus hunderten Fotografien vertrauen iQ-Innenraum um. Dennoch war's irgendwie ein besonderer Moment. Ich saß breit grinsend in einem Auto, welches ich vor wenigen Jahren noch selbst nicht belächelt, sondern fast regelrecht ausgelacht habe und ließ mich nun für ebenjenes Auto überzeugen! Die Oberflächen wurden ein wenig gestreichelt, die Regler und Knöpfe bedient, wie sich das nunmal gehört. Sitzcheck da, Kofferraumcheck dort - das übliche Szenario. Unwissend, dass meine praktische Prüfung erst in einem Monat stattfinden würde, setzte ich mich auch kurz auf den Fahrersitz - nur so, für's Feeling. Mein Vater beobachtete alles aus gewissem Respektabstand, meine Mutter wagte zaghaft ein paar Annäherungsversuche zum Kleinen. Und der Verkäufer tat das, wofür sein Name stand: Zeigen, erklären, vorführen und bestenfalls verkaufen.

Ich hatte genug gesehen und zog mich ein wenig zurück... Doch dafür schienen die Zündmechanismen beim Verkäufer zu starten und meine Mutter langsam aber stetig in den Bann des Autos zu ziehen.

 

 

Nicht wahr! Meine Mutter lässt sich begeistern?!

 

Denn der Wagen hatte eine Reihe an Ausstattungsmerkmalen, die wir noch nie hatten und für die sich meine Mutter sehr zu interessieren schien. So zum Beispiel beim Navigationssystem, der Klimaautomatik, dem Tempomat... Alles war zum einen neu, zum anderen an ungewohnter Stelle und mit nie gesehenen Bedienknöpfen zu regulieren. So saß meine Mutter mittlerweile auf dem Fahrersitz, die Zündung war an, Herr T.* hockte an der Tür und erklärte meine Mutter bereitwillig und mit seliger Geduld wo was war, wie man es bediente und wozu es diente. Zwischendurch hatte ich meinen Kopf mal kurz durch die Kofferraumklappe gesteckt und gelauscht, mich allerdings bald der Unterhaltung abgewandt, denn ich merkte: Meine Mutter war trotz langer, ermüdender Anfahrt und einer normalerweise grundskeptischen Einstellung voll dabei, hörte zu, probierte aus und zierte sich nicht, immer weiter nachzuhaken. Das war unerwartet und für mich auch völlig neu, gefiel mir aber sehr, sodass ich mich zu meine Vater, der alles immernoch aus der Distanz beobachtete, gesellte.

So liefen dann Vater und Sohn mit verschränkten Armen mit ein wenig Respektabstand um die kleine Perle - die Farbe "Novaweiß Perleffekt" schimmert je nach Lichteinfall in ein paar Weiß-Nuancen.

Mein Vater fragte mich, was ich über den Wagen denke.

"Der's schon geil, 'n besserer fährt wahrscheinlich nicht in Deutschland. Der könnt's werden."

Mein Vater: "Sicherlich - bin voll deiner Meinung. Der gehört mitgenommen."

 

 

Auf Probefahrt!

 

Den theoretischen Teil hielt meine Mutter mittlerweile für abgeschlossen - also ging's auf Probefahrt. Mein Vater blieb zunächst auf dem Hof des Autohauses, und ehe ich mich versah, saß der 1,92 Meter große Herr T.* schon auf dem Rücksitz des iQ! Nungut, meine Mutter fuhr, dann blieb mir noch der Beifahrersitz, den ich so weit vorschob, dass unser Verkaufsberater schon von limousinenartigen Verhältnissen im normalerweise naturgemäß beengten Fond schwärmte. Meine Mutter beruhigte Herrn T.* noch mal, indem sie mitteilte, seit 4 Wochen kein Auto mehr gefahren zu sein, und schon ging's los. Wie erwartet hatte sich ihr Fahrstil überhaupt nicht verändert - sie fuhr noch untertouriger als untertourig, was das Auto aber anstandslos mitmachte. Trotz der 205/50 Reifen auf 16-Zoll Felgen und 30/30 Tieferlegung blieb noch ein überraschend zufriedenstellender Federungskomfort übrig und auch sonst fuhr der Wagen, wie es sich für ein Fahrzeug mit noch nicht mal

37 000 Km gehört: Praktisch wie neu, ohne Klappern, Knarzen, Poltern, sonstige Geräusche. Alles roch frisch und hörte sowie fühlte sich sehr gut an.

Nach einer ausgiebigeren Runde mit meiner Mutter weigerte sich mein Vater fast, auch noch eine Runde zu drehen. Er tat es dann doch, wobei ich mich diesmal impulsiv genug gab, um den hinteren Sitz noch vor Herr T.* zu erklimmen. Mein Vater verlangte nur nach einer kleinen Runde, welche ihm gegeben wurde, bevor wir zum Autohaus zurückkehrten und für einen Moment zum Überlegen alleine gelassen wurden.

 

 

Wird er's?

 

Natürlich fühlte sich, als wir dann so als Familie vor dem kleinen standen, keiner dafür verantwortlich nun das Urteil zu fällen.

Als wir dann gemeinsam unsere Blockaden lösten, waren wir uns schnell einig: Der soll es werden!

Wir ihr später feststellen werdet, gibt's mit relativer Sicherheit keinen zweiten so reichhaltig ausgestatteten und liebevoll mit vielen Schmankerln aufgerüsteten Toyota iQ+ 1.4 D-4D. Auch der Vorbesitz, nämlich einen Ex-Werkstattler, der nun in einem Toyota-Autohaus im Verkauf arbeitet, könnte eigentlich nicht besser sein. Allein die außergewöhnliche Art, wie wir zu dem Wagen gekommen sind, spricht eigentlich schon Bände.

Da wäre nur noch der Preis - so viel wollten wir eigentlich nicht ausgeben, schon gar nicht für so einen Winzling. Das Preis-Leistungsverhältnis ging zwar eigentlich relativ in Ordnung, aber weil ich den Verkäufer auch schon in allen Telefonaten stets auf die recht enge Preiskalkulation unsererseits aufmerksam gemacht habe, wollten wir uns noch mal ein Angebot machen lassen.

Das geht allerdings schlecht draußen, daher hieß es...

 

 

...ab ins Büro!

 

Im Büro wurden wir von Herrn T.* und von den durch die in herrlich sächsischem Dialekt sprechenden Empfangsdame aufgefüllten Wassergläsern empfangen.

Wir machten kurzen Prozess: "Herr T.*, wir sind entschieden den Wagen kaufen zu wollen. Wie war gleich noch mal der Preis?"

"Das waren 13 000 Euro."

"Ist das auch als Ihr letzter Preis zu verstehen?"

"Ja, so ist es."

Gut, dann halt 13 000 Euro... Zu dem Zeitpunkt wussten wir aber noch nicht, dass wir in letzter Sekunde eine 2-Jahre-Gebrauchtwagengarantie (vorgesehen war nur ein Jahr, aber wir brachten beim Aufsetzen des Vertrages zum Ausdruck, dass wir dachten, dass bei "Toyota Geprüfte Gebrauchtwagen" eine 2-jährige Gebrauchtwagengarantie mit dabei wäre - der iQ fiel aber nicht in das Programm) nachverhandelten und noch reichlich Zubehör dazubekommen sollten (unter Anderem zum Beispiel einen Satz Sommerreifen, der bei der Auslieferung drauf war, aber unmittelbar danach runtergenommen wurde).

Das einzige, was uns der Verkäufer anbot, war, Teile wie die Leistungssteigerung oder einen zusätzlich verbauten Subwoofer herauszunehmen und damit den Preis zu reduzieren. Wir (besonders mein Vater und ich) wollten das Auto aber komplett so wie es jetzt dastand.

So wurde die Unterschrift - wir waren in der zweiten Überstunde des Verkäufers angelangt - gesetzt!

Die dennoch langwierigen Verhandlungen kamen zustande, weil sich beim wiederholten Durchgehen der 1247102384 Ausstattungsoptionen herausstellte, dass die verbaute Leistungssteigerung mal zu 2 Liegenbleibern des Autos geführt hat und noch instand gesetzt werden müsste, was bei meiner Mutter die Alarmglocken schrillen ließ und sie dem Verkäufer zum Ende noch mal wirklich sein Alleräußerstes abverlangte - mit positivem Ausgang.

Dennoch: "Takeshi", wie er durch Herrn T.* immer liebevoll genannt wurde, sollte uns gehören!

 

 

Mit einem "Stück Takeshi" zurück nach Hause!

 

Gewissenhaft, wie Herr T.* war und ist, legte er den iQ noch am selben Abend still und ließ ihn ansehnlichen Showroom des Autohauses parken. Es lag nun an uns, unseren Verkäufer im Mercedes E 200 T-Modell nach Hause zu taxieren um dann ein "Stück Takeshi" mitzunehmen: Den originalen Reifensatz!

Bei Herrn T.* Zuhause angekommen, wurden wir erstmal von dessen herausstürmender Frau empfangen.

"Wo ist Takeshi?", fragte sie im gepflegtesten Sächsisch.

"Habe ich gerade eingetauscht - schau, der hier ist jetzt uns.", sagte Herr T.* und zeigte auf unser T-Modell. Seine Frau war leicht konsterniert, aber durch unsere lockere Stimmung verflog der Eindruck schnell und wir machten uns daran, die Reifen zunächst in Tüten zu fummeln und dann auf unserem 4-Wochen-Urlaubsgepäck zu verstauen.

Wir bekamen noch ein gutes Restaurant im schockierenderweise mausetoten Riesa empfohlen, hatten trotz eines Mordshungers (mittlerweile war es bestimmt 21 Uhr und wir hatten seit dem Frühstück nichts gegessen) unsere liebe Mühe, die riesigen Portionen aufzuessen und entschieden uns, noch in der Nacht nach Hause zu fahren. Darüber war unser T-Modell scheinbar sehr erquickt, denn für nichts anderes wurde es gebaut - mit 160 Km/h satt, sicher und unaufgeregt über die leere Bundesautobahn zu gleiten. Um 4:30 am Ziel, haute ich mich erstmal ins Bett.

 

 

Wann sollte er zu uns kommen?

 

Nun wussten wir: Es war einiges zu organisieren und uns stand mit Sicherheit einiges an Wartezeit bevor.

Der Autoverkäufer musste die Leistungssteigerung in den Griff bekommen und wir wollten uns überlegen, wie wir die Überführung inklusive der Anmeldung am einfachsten über die Bühne bringen würden. So gewährten wir uns gegenseitig über einen Monat Zeit, sodass das Wochenende des 20.-21. Septembers als Abholwochenende festgelegt wurde.

In dieser Zeit standen der Verkäufer und ich in regem Email-Kontakt - besonders meine Mutter war an der Entwicklung der Leistungssteigerungsgeschichte interessiert. Sie traute dem Braten immernoch nicht und hätte das Auto lieber ohne das Feature gekauft.

Ich blockte immer wieder ab: "Jaja, das Teil ist noch in der Testphase..."

Höchstwahrscheinlich war sowieso nicht das Modul an sich Schuld, sondern ein möglicherweise unvorsichtig durchgeführter, steinschlagbedingter Windschutscheibenwechsel, welcher die Liegenbleiber einläutete und wahrscheinlich irgendwas in Mitleidenschaft zog.

Das Ende vom Lied: Der komplette Leistungssteigerungs-Kit wurde erneuert - 150 Testkilometer in unterschiedlichsten Bedingungen hielt alles durch und wir waren zufrieden.

Den entscheidenden Tip bezüglich der Anmeldung bekam ich von meinem besten Freund: In Frankreich haben die Autos ihren ersten TÜV erst mit 4 Jahren! Das heißt, wir brauchten nur die Fahrzeugpapiere und könnten das Auto anmelden! Wir unterrichteten Herrn T.* über unser Vorhaben, überwiesen die im Vertrag festgehaltene Summe, bekamen am nächsten Tag alle Papiere und hatten das Auto sogleich angemeldet. Die schönen Plexiglaskennzeichen ließen wir im Supermarkt anfertigen - somit konnte der 20. September kommen...

 

 

...und er kam!

 

Mein Vater und ich sollten uns an jenem Freitag auf den Weg machen, weshalb ich von der Schule abgeholt und direkt zu Europcar gebracht wurde, wo wir einen krachneuen Golf Plus 1.4 TSI Life (erst einen Tag zugelassen, hatte glaube ich ca. 300 Km drauf) in Empfang nahmen und mit ihm die 650 Km bewältigen wollten.

Der Golf Plus ist mit Sicherheit einer der letzten Wagen, der einem 18-Jährigen in den Sinn kommt, wenn es um ein zur Altersklasse passendes Auto geht. Er ist von außen auch einfach nicht der Ansehnlichste. Die inneren Werte können bis auf den relativ kleinen Kofferraum aber durchaus überzeugen. Auf den vorderen Plätzen ist das Raumangebot und -gefühl sehr großzügig, die Verarbeitung ist unspektakulär-brav und der Wagen fährt überraschend angenehm! Der Motor kam gut mit der Karosse zurecht, das 6-Gang-Schaltgetriebe sorgte für passende Übersetzungen und allgemein machte der Volkswagen seine Sache zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Ganz und garnicht zu unserer Zufriedenheit waren dagegen die Verhältnisse auf der Straße. Bis Frankfurt fuhr es sich problemlos, dahinter wurde es dann zunehmend hügelig und es staute sich - merkwürdigerweise auf den Bergab-Passagen. Nun, es half alles nichts, wir mussten da durch.

Gegen 21:00 Uhr erreichten wir endlich das beschauliche Riesa mit 30 Km Restreichweite auf dem Bordcomputer des Golf Plus.

Wir verbrachten noch einen wirklich sehr unterhaltsamen Abend mit dem Herrn T.* und dessen Frau und deren zwei Katern, die uns zu sich einluden, bevor wir unser Schlafquartier bezogen.

 

 

Es wurde Abend und es wurde Morgen!

 

Am Tag darauf war mein Vater von Anfang an unter Strom - dies allerdings, weil er abends noch arbeiten musste und das 650 Km vom Ort entfernt, an dem er sich gerade befand.

Also wurde keine Zeit verloren, sondern ausgiebig aber trödelfrei gefrühstückt. Wir tankten den Golf Plus voll, brachten ihn zu Europcar zurück und der Herr T.* nahm uns in seines iQ Nachfolger, einem Toyota Highlander Hybrid, mit zum Autohaus. Aber Donnerwetter, was war dieser Highlander für ein Wagen! Bullig, stark motorisiert und auf Deutschlands Straßen im Prinzip so häufig wie ein 6er im Lotto. Einen Alltags-Old-/Youngtimer wollte er, einen amerikanischen SUV kaufte er, der Herr T.* Wir haben uns jetzt schon als potenzielle Nachbesitzer dieses unglaublich coolen Wagens vormerken lassen.

Es ging ins Autohaus, wo der blank geputzte Takeshi uns in der Mitte des Showrooms mit einem Zettel hinter der Scheibe erwartete. Wir öffneten den Kofferraum und wollten mit dem Beladen beginnen. Inmitten des Kofferraums stand allerdings schon die versprochene "iQ-Zubehörkiste". Der Verkäufer gab noch eine 16-Zoll-Sommerfelge, einen Klimakondensator und einen Satz originaler Federn dazu, wir hatten 2 kleine Reisetaschen und eine Handtasche: Tetris spielen war also angesagt!

Wir schafften es aber, alles geordnet unterzubringen und Herr T.* brachte derweil die Kennzeichen an. Dann wurde die Empfangsdame samt Fotoapparat hergebeten. Herr T.* nahm eine Flasche Champagner aus dem Regal, deutete an an, dass er sie auf dem Kotflügel zerbersten lassen wollte, rief dabei "Ich taufe dich auf den Namen *booooom* Takeshi!", übergab mir die Flasche und wir lächelten alle in die Kamera.

2 Bilder wurden geschossen.

Nebenbei bemerkte die Frau des Verkäufers, die der Aktion ebenfalls beiwohnte, dass der originale "Astra-Wackelterrier" noch im Auto war, verteidigte allerdings ihre Meinung, dass der Hund zum Auto gehört und drinbleiben soll, was dann auch so umgesetzt wurde. Leider bemerkte keiner, dass der Verkäufer seine Hausschlüssel noch im Aschenbecher des Wagens deponiert hatte...

 

 

Zeit, Abschied zu nehmen!

 

Die Zeit war reif, es ging an den Abschied.

Ich glaube allerdings, dass der Verkäufer, seinen Takeshi noch mal flüchtig tätschelnd, gut wusste, in was für eine Hand der Toyota iQ kommt. Wenn ihr euch noch an den zuvor beschriebenen stahlgrauen iQ erinnert, so meinte Herr T.* zum neuen Besitzer, dass er kein gutes Gefühl bei ihm hatte. Hier war das, so will ich doch schwer hoffen, etwas anders.

Die Verabschiedung von Herr T.* und seiner Frau war kurz, aber sehr herzlich. Wir werden uns mit Sicherheit noch mal wieder sehen.

Wir fuhren gegenüber an die Tankstelle, denn Takeshi wollte noch mal mit einer frischen Ladung Diesel versorgt werden, bevor das Navigationssystem programmiert wurde und wir uns auf den Weg machten.

 

 

Der erste Eindruck ist...

 

...definitiv ungewohnt! Aufgrund seiner gigantischen Breite von 1,68m (im Vergleich dazu hat der Smart nur 1,56m Breite, ein W202 und ein W124 sind mit 1,72m bzw. 1,74m Breite kaum breiter als der Toyota iQ!), der großen, bequemen Sitze und eines dadurch entstehenden hervorragenden Raumgefühls hat man überhaupt nicht das Auto in einem Microfahrzeug zu sitzen. Dies ist erst der Fall, wenn man mal hinter sich schaut, denn da ist das Auto auf einmal zu Ende.

Ansonsten fuhr mein Vater auf der ziemlich kurvigen Bundesstraße defensiv und lieber ein wenig langsamer durch die Kurven, wie das bei einem neuen Auto nunmal so üblich ist.

 

Es dauerte nicht lang, bis wir die Autobahn erreicht hatten. Es wurde lauter im Auto, mein Vater hielt sich oft auf der linken Spur auf und ich hatte keine Ahnung, wie schnell er fuhr, da ich aus meinem Blickwinkel den Tacho nicht ganz sehen konnte und vom Drehzahlmesser aus Mangel an Erfahrung mit dem Auto die Geschwindigkeit nicht ableiten konnte, zumal im 6. Gang bei 120 ca. 2000 Umdrehungen, bei 170 aber auch nur 3000 Umdrehungen pro Minute auf der Kurbelwelle liegen.

„Das sind jetzt 165, mit Tempomat.“ verkündete mein Vater irgendwann. Donnerwetter, ich habe nicht schlecht gestaunt, denn so wie man meinen würde, dass so ein Floh nix wiegt, schmächtig dasteht und auch sonst auf seinen Fahrradreifen ziemlich instabil dahinrollen dürfte, war's nicht!

 

 

 

 

Nicht bei diesem iQ! Mit ca. 1,3 Tonnen Gewicht, Breitreifen, Tieferlegung und einer Leistungssteigerung war dieses Dauertempo eine ziemlich entspannte Angelegenheit, sodass wir mit einem Tankstop bei der Hälfte der Strecke, also nach ca. 300-350 Km ziemlich entspannt und diesmal wirklich gut durch den weniger vorhandenen Verkehr kamen.

Dass wir das kleine Auto nicht großartig schonten, ist auf dem Bild ersichtlich - einen solchen Friedhof sieht man so oft nicht. ;)

 

Der erste Tag...

 

...natürlich durchaus spannend gewesen, besonders für meine Mutter, deren Hauptfahrzeug das Auto werden sollte.

Noch am selben Abend wollte sie eine Tour drehen um die Eingewöhnung möglichst fix zu starten, da das Auto in 2 Tagen bereits im harten Alltagsbetrieb herhalten musste.

Nicht nur für sie war alles neu - auch für versierte und autovernarrte Menschen ist ein Umstieg von einer deutschen Eiche Typ W202 zu einem japanischen Bonsai Typ iQ:

Ein großer Schritt, ein großer Schnitt.

Es fängt ja schon bei den 3 Bedienhebeln an und gerade die Bedienung der Scheibenwischer und der Beleuchtung sollte man relativ „blind“ hinbekommen, da sie sicherheitstechnisch von großer Bedeutung ist, auch wenn Automatismen des Wagens einem Handgriffe abnehmen können, diese aber beispielsweise im Falle der Lichtsensorik aufgrund der Garagennutzung nicht sinnvoll genutzt werden können.

 

 

Die ersten Wochen...

 

...verliefen eigentlich wie im Bilderbuch!

Meine Mutter erlernte die Bedienung des Wagens sehr schnell - viel schneller, als ich es vermutet hätte. Selbst den Tempomaten, bei der Probefahrt noch mit Hürden belegt, hat sie jetzt blind drauf!

Auch nutzt sie die Funktionen wie das elektrische Anklappen der (zugegeben riesigen) Außenspiegel oder hat das Keyless-Go System richtig schätzen gelernt, sodass sie es nicht mehr missen möchte, womit wir uns eigentlich ein Eigentor geschossen haben. :p

Viel wichtiger: Der Wagen fährt absolut unauffällig! Seine Hauptfahrerin, eigentlich sensibel und gerne misstrauisch gesinnt, freut sich, dass sie ihn fahren kann und der Kleine ihr den Alltag wirklich erleichtern kann.

Auch irgendwelche Geräusche von Motor, Fahrwerk oder Innenraum sind absolut ausgeblieben - lediglich die Navi-Stimme erschreckt meine Mutter zwei Mal täglich erfolgreich mit dem Satz: „Sie haben die Grenze passiert!“. :p

 

 

Nun, erst mal ein Danke an alle, die bis hierher gelesen haben!

Jetzt wisst ihr, wie es dazu kam, dass Takeshi, der kleine und wirklich original japanische Toyota iQ im Haushalt „Orgulloso“ einziehen konnte.

 

Eine schallende Danksagung gebührt allerdings noch dem Autohaus Pohlmann in Riesa sowie unserem Verkäufer Herr T.*!

Eine tolle Adresse und ein toller Mensch, deren Kennenlernen uns bereichert hat und mit Sicherheit auch in Zukunft nicht ohne weitere Folgen bleiben wird.

 

Doch wer/was ist nun eigentlich Takeshi?

Einen kleinen Eindruck habt ihr ja schon, und meine Leser sowie die engere Bekanntschaft auf MT weiß besser Bescheid.

Die ausführliche Vorstellung mit einer großen Bilderschau folgt in einem der nächsten Artikel! :)

 

 

*Der Name „Herr T.*“ hat nichts mit dem wahren Namen des Autoverkäufers zu tun.

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15.10.2013 20:35    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (37)    |   Stichworte: C-Klasse, Mercedes, S202

Teil mit RechnungTeil mit Rechnung

Heute gibt's von mir mal etwas Kurzes, sehr Spontanes zu lesen! :)

 

Vorgestern haben wir bei unserem C 220 Diesel Inkontinenz festgestellt und wir dachten eigentlich, wir hätten die Ursache schon behoben, da die bei diesem Motor verhältnismäßig anfällige Einspritzpumpe undicht war und mein Vater sie allerdings schon durch ein intaktes Teil vom Schrott (leider aus einem W210, ich war nicht dabei und kann daher keine Beschreibung des Vieräugigen machen) ersetzen ließ.

 

Am Sonntag auf dem Parkplatz dann die Überraschung!

Wieder ein Fleck?

 

 

Voller Demut kniete ich mich unter die C-Klasse, roch am Fleck, nahm etwas auf meine Finger, machte einen Geruchs- und Geschmackstest um festzustellen, dass wir es hier mit Wischwasser zu tun haben.

Haube auf - und der Übeltäter war gefunden.

Ein kleiner Gummistopfen war undicht geworden. Er diente ursprünglich der Verschließung eines Loches, welches alle W202er an der Stelle besitzen und welches dann durch eine zusätzliche Pumpe besetzt ist, wenn der Erstkäufer die Option "Scheinwerferreinigungsanlage" geordert hat, was bei uns nicht der Fall war.

 

Nach ca. 18 Jahren und 422 000 Km Betrieb kann auch ein Gummistopfen sich mal dazu entscheiden, sein Leben aufzugeben und einfach mal undicht zu werden - ich habe ihn beim "Ausbau" auch nicht komplett rausbekommen, weil das Material schon komplett spröde geworden war.

 

Gestern fuhr ich also zu Mercedes, vorbei an 5 arbeitslosen Empfangsdamen und zahlreichen Winterreifensätzen an die unbesetzten Teiletresen (wobei "Teilebüros" wohl eine treffendere Bezeichnung wäre). Nach etwas Wartezeit konnte ich mein Teil dann beim kompetenten " :) " (="Freundlichen") bestellen. Er kam mit dem Gummistopfen zurück und stellte mir noch die Rechnung aus, die ich an der Kasse zu begleichen hatte.

 

"Das sind dann 71..." In dem Moment stockte mir kurz der Atem. "...Cent! Ohne Mehrwertsteuer."

Ich schaute kurz in meinen Geldbeutel, ob ich so eine Summe passend da hätte, was nicht der Fall war.

 

Stolz wir Oskar ging ich also an die Hauptkasse und legte meine Rechnung vor. Die lächelnde Dame fragte mich, ob ich bar bezahle.

"Gibt's tatsächlich Leute, die sowas mit Karte oder Scheck zahlen?!", fragte ich erstaunt.

"Der kleinste Betrag, der mir als Kartenzahlung untergekommen ist, waren Zwei Euro Fünfzig."

"Ich ziehe es trotzdem vor, die 84 Cent inklusive Mehrwertsteuer bar zu begleichen!", sagte ich schmunzelnd und übergab eine 2-Euro-Münze.

 

Es gab schon Zeiten, da bekamen wir bei Mercedes die Glühlämpchen geschenkt.

Nun wurde ich wegen 0,84.-€ zur Kasse gebeten - das ist auch völlig in Ordnung so und ich beschwere mich nicht, aber es war mein erster alleiniger Teilekauf bei Mercedes und dann gleich so ein etwas sonderbares Erlebnis.

 

Aber nun seid IHR dran!

Was waren euere bisher günstigsten Ersatzteile? Erzählt euere Geschichte!

Was habt ihr gekauft, wie wurdet ihr dabei behandelt? Immer raus damit! :)

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