Welches Motoröl?
Hallo,
würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?
Gruß Gorge
Beste Antwort im Thema
Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.
Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.
Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!
Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.
Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.
Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(
Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.
Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.
Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.
Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.
Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:
"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:
http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf
Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:
"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:
http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html
Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)
Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.
Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.
Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.
Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!
Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.
Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.
Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!
Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.
Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.
Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)
Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)
Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)
107321 Antworten
Zitat:
@JeanLuc69 schrieb am 9. Juni 2016 um 23:07:06 Uhr:
Zitat:
@Andy_oil schrieb am 9. Juni 2016 um 22:27:11 Uhr:
Ja, die Öle wurden von links nach rechts gefahren.War links die Erstbefüllung des Autos? Oder zumindest ein Motor relativ nahe am Neuzustand?
Laufzeit gesamt (von links nach rechts): 9860km, 15720km, 21050km, 25800km, 31200km.
Zitat:
@Provaider schrieb am 10. Juni 2016 um 00:56:34 Uhr:
Das sind doch alles Analysen aus Russland?
Die haben da ganz anderen Sprit, andere Klimatische Bedingungen und auch viel mehr Stau in den großen Städten.D.h. ist ein Übertrag nicht möglich.
Sprit entspricht Euro-5 Normen, süd-europäische Teil Russlands, mehr Stau ist das auch nicht. Durchschnittsgeschwindigkeit jeweils, km/std: 31, 34, 25, 27.
Und keine Bären auf den Strassen 😉
Zitat:
@2emBeine schrieb am 10. Juni 2016 um 06:47:32 Uhr:
Jetzt mal wirklich angenommen ich fahre das Öl so lange bis die TBN gleich Null ist.
Dass das nicht gut ist ist klar, nzr sollen die Säuren das Metall angreifen? Kann ich mir nicht vorstellen.
Ist das jetzt eine Ingenieursfrage? Bist Du vielleicht Gartenbauingenieur? Ein ehrbarer Beruf, nicht falsch verstehen!
Natürlich greifen vorhandene Säuren Metalle an. Aber auch ggf. vorhandene Beschichtungen. Dabei werden nicht die Kolben oder die Kurbelwelle weg geätzt, bis sie nicht mehr auffindbar sind, sondern Oberflächen geschädigt. Wie sich so etwas z.B. auf den feinen Hohnschliff der Zylinderwände auswirken kann, kannst Du Dir nicht vorstellen?
Laut folgendem Bericht gibt es den Euro-5-Sprit in Russland seid 2012/2013:
Abgasnorm: Russischer Kraftstoff wird grün
In Europa gilt die Abgasnorm Euro 5 bereits seit 2009. Nun zieht Russland nach. Um international mithalten zu können, sollen russische Autos umweltfreundlicher werden.
Offiziell wird die Abgasnorm Euro 5 für Benzin- und Dieselkraftstoffe erst ab dem 1. Januar 2016 in Russland eingeführt. Die großen russischen Erdölgesellschaften haben den umweltfreundlicheren Kraftstoff aber bereits jetzt im Angebot.
Vertreter der Erdölindustrie erklärten gegenüber RBTH, dass der größte russische Mineralölkonzern Lukoil bereits seit Anfang 2012 nur noch Kraftstoff nach Euro 5 produziere. Gazpromneft und Rosneft zogen 2013 nach.
Quelle: https://de.rbth.com/.../...norm_russischer_kraftstoff_wird_gruen_29945
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Zitat:
@Andy_oil schrieb am 10. Juni 2016 um 06:52:25 Uhr:
Laufzeit gesamt (von links nach rechts): 9860km, 15720km, 21050km, 25800km, 31200km.
Dann könnte der leicht erhöhte Eisenanteil im ersten getesteten Öl auch daraus resultieren, dass der Motor sich noch nicht richtig eingelaufen hat. Entgegen gängiger Behauptungen dauert das nämlich durchaus etwas länger als 1500 km.
Zitat:
@2emBeine schrieb am 10. Juni 2016 um 06:47:32 Uhr:
Dass das nicht gut ist ist klar, nzr sollen die Säuren das Metall angreifen? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich hätte da eher Bedenken wegen den Dichtungen!
Der klassischer saure Angriff auf ein unedles Metall bzw. eine nicht korrosionsbeständige Legierung ist letztlich immer derselbe. Metalle gehen als Ionen in Lösung und Wasserstoff wird freigesetzt. Das kann man in jedem Chemieunterricht lernen. Natürlich existieren auch Sonderfälle wie z.B. konzentrierte Schwefelsäure, die einen unlegierten Stahl nicht angreift, weil die Oberfläche durch die konzentrierte Säure passiviert wird, aber der Einfachheit halber belassen wir es mal dabei.
Es ist jetzt nicht so, dass sich das Metall innerhalb kürzester Zeit zersetzt wie man es z.B. mit Stahlwolle in konzentrierter Salzsäure oder Salpetersäure beobachten kann. Vielmehr wird im laufenden Betrieb immer eine winzige Menge korrodiert, die sich über eine Laufzeit von mehreren tausen Kilometern dann als leicht erhöhtes Lagerspiel, Kompressionsverlust, Verlust der Honung (wie von Jan bereits angemerkt) mit einhegehendem Ölverbrauch etc. bemerkbar machen kann.
Dichtungen auf Polymerbasis sind gegen saure Angriffe sogar vergleichsweise gut gerüstet.
Edit: Typo
Zitat:
ffiziell wird die Abgasnorm Euro 5 für Benzin- und Dieselkraftstoffe erst ab dem 1. Januar 2016 in Russland eingeführt. Die großen russischen Erdölgesellschaften haben den umweltfreundlicheren Kraftstoff aber bereits jetzt im Angebot.
Ich glaube, das interessiert in Russland nur am Rande, ist nicht wie bei uns daß dann gleich eine Behörde ankommt und eine Strafe verhängt... immer nur die Deutschen rennen hirnlos nach vorne ohne nachzudenken... in Frankreich gab es auch mind. 10 Jahre länger als in D noch bleihaltigen Sprit.
Auch wer jetzt nach F fährt wird feststellen daß viele Tanken noch keinen schwefelfreien Diesel haben und wenn dann ist dieser besonders gekennzeichnet ist und ein zusätzliches Produkt zum normalen Diesel ist
Generell sind die russischen und amerikanischen Analysen erheblich schlechter als die europäischen... Verschleiß ist deutlich höher und die TBN sinkt sehr viel schneller. Der Sprit spielt dabei sicher eine zentrale Rolle...in Rußland vermutlich auch die extremen Temperaturen im Winter.. YouTube ist ja voll bis oben hin mit extremen Kaltstartvideos aus Rußland.. und nicht umsonst gibt es genau so viele Videos in denen jemand die Fließeigenschaften der Öle bei Kälte testet. Die haben die Temperaturen eben nicht nur an 3 Tagen pro Winter sondern Wochen / monatelang... bei dauerhaft -30°C dürfte das Motoröl im Stadtverkehr so gut wie nie Betriebstemperatur erreichen
USA Autos haben nur ca 1/2 so lange Intervalle wie das Gegenstück bei uns
Zitat:
"Natürlich greifen vorhandene Säuren Metalle an. Aber auch ggf. vorhandene Beschichtungen. Dabei werden nicht die Kolben oder die Kurbelwelle weg geätzt, bis sie nicht mehr auffindbar sind, sondern Oberflächen geschädigt. "
Ich stelle mir das gerade bildlich vor: "Hilfe, mein Motor ist weggeätzt! Der war doch gestern abend noch da..." 😁
Zitat:
@Go}][{esZorN schrieb am 10. Juni 2016 um 08:46:16 Uhr:
Ich stelle mir das gerade bildlich vor: "Hilfe, mein Motor ist weggeätzt! Der war doch gestern abend noch da..." 😁
Das wäre für VW perfekt, um sich aus dem Abgasskandal und sonstigen Qualitätsmängeln herauszureden. Man lässt die betroffenen Motoren einfach "verschwinden" 😁
Zitat:
@HL66 schrieb am 10. Juni 2016 um 08:42:28 Uhr:
Zitat:
ffiziell wird die Abgasnorm Euro 5 für Benzin- und Dieselkraftstoffe erst ab dem 1. Januar 2016 in Russland eingeführt. Die großen russischen Erdölgesellschaften haben den umweltfreundlicheren Kraftstoff aber bereits jetzt im Angebot.
Ich glaube, das interessiert in Russland nur am Rande, ist nicht wie bei uns daß dann gleich eine Behörde ankommt und eine Strafe verhängt... immer nur die Deutschen rennen hirnlos nach vorne ohne nachzudenken... in Frankreich gab es auch mind. 10 Jahre länger als in D noch bleihaltigen Sprit.
Auch wer jetzt nach F fährt wird feststellen daß viele Tanken noch keinen schwefelfreien Diesel haben und wenn dann ist dieser besonders gekennzeichnet ist und ein zusätzliches Produkt zum normalen Diesel ist
Und in GB kannste Dir dein Super verbleit noch selber mixen. 🙄
Zitat:
Generell sind die russischen und amerikanischen Analysen erheblich schlechter als die europäischen... Verschleiß ist deutlich höher und die TBN sinkt sehr viel schneller. Der Sprit spielt dabei sicher eine zentrale Rolle...in Rußland vermutlich auch die extremen Temperaturen im Winter.. YouTube ist ja voll bis oben hin mit extremen Kaltstartvideos aus Rußland.. und nicht umsonst gibt es genau so viele Videos in denen jemand die Fließeigenschaften der Öle bei Kälte testet. Die haben die Temperaturen eben nicht nur an 3 Tagen pro Winter sondern Wochen / monatelang... bei dauerhaft -30°C dürfte das Motoröl im Stadtverkehr so gut wie nie Betriebstemperatur erreichen
USA Autos haben nur ca 1/2 so lange Intervalle wie das Gegenstück bei uns
Ich denke, daß in Rußland mittlerweile vor Allem die Temperaturen reinhauen. Seit Jahresbeginn gilt auch in Rußland der Standard Euro-5; zuvor waren die erlaubten Schwefelgehalte deutlich höher. Bei russischen Analysen sollte man also den Zeitraum, in dem das Öl genutzt wurde im Hinterkopf behalten.
In den US dürfte es ziemlich eindeutig am Schwefel liegen:
EU: 10mg/kg
US: durchschn. 120mg/kg, max 300mg/kg (Benzin); 500mg/kg (Diesel), Diesel mit 15mg/kg sei aber gelegentlich verfügbar
Rußland: seit Januar 2016 wie Euro-5, also 10mg/kg; bis 2014 Euro-4, also 50mg/kg; bis 2013 Euro-3, also 150mg/kg (Benzin( und 350mg/kg (Diesel)
Zitat:
@Jan0815 schrieb am 10. Juni 2016 um 07:25:29 Uhr:
Zitat:
@2emBeine schrieb am 10. Juni 2016 um 06:47:32 Uhr:
Jetzt mal wirklich angenommen ich fahre das Öl so lange bis die TBN gleich Null ist.
Dass das nicht gut ist ist klar, nzr sollen die Säuren das Metall angreifen? Kann ich mir nicht vorstellen.Ist das jetzt eine Ingenieursfrage? Bist Du vielleicht Gartenbauingenieur? Ein ehrbarer Beruf, nicht falsch verstehen!
Natürlich greifen vorhandene Säuren Metalle an. Aber auch ggf. vorhandene Beschichtungen. Dabei werden nicht die Kolben oder die Kurbelwelle weg geätzt, bis sie nicht mehr auffindbar sind, sondern Oberflächen geschädigt. Wie sich so etwas z.B. auf den feinen Hohnschliff der Zylinderwände auswirken kann, kannst Du Dir nicht vorstellen?
Ach mein Lieblings Freund der Jan!
Dass dein flaches und nur auf Krawall auses Gemüt, die tiefe der Frage nicht versteht ist klar.
Aber nochmal: Die Frage war natürlich provokativ überspitzt gestellt.
Was Säuren anstellen und wie sie wirken weiß ich. Nur bezweifle ich die negative Auswirkung eines Öls mit TBN =0
Darum auch die Frage nach Beweisen bzw Erfahrungen.
Zitat:
@2emBeine schrieb am 10. Juni 2016 um 12:11:51 Uhr:
Was Säuren anstellen und wie sie wirken weiß ich. Nur bezweifle ich die negative Auswirkung eines Öls mit TBN =0
Diese beiden Sätze schließen sich definitiv aus.
Wenn die TBN=0, ist die alkalische Reserve KOMPLETT aufgebraucht, eben Null.
Ab diesem Punkt, sinkt der pH-Wert sprunghaft ab, wenn weiter Säure durch Blow-by dazu kommt. Das Öl wird immer saurer, der TBN wird aber nicht mehr kleiner als 0. Und saure Medien greifen Metalle unheimlich intensiv an.
Wenn du das bezweifelst, zweifle ich deinen akademischen Grad aber auch stark an.
Man lese dazu diese Seite ab "chemische Veränderungen" im Handbuch Verbrennungsmotoren:
https://books.google.de/books?...
übrigens sind auch die Seiten 907-913 interesannt. Hier wird der Einfluss von Temperatur, Schergeschwindigkeit und Druck auf die Viskosität erläutert.
Beispielsweise:
"In grober Annäherung gilt, dass sich bei Raumtemperatur die Viskosität der meisten Erdölprodukte verdoppelt, wenn der Druck um etwa 300 bar ansteigt." (S. 908, Kap. 22.2.5.2)
In Gleitlagern sind 500-1000 Bar keine Seltenheit. Zu den Lagerdrücken im Motor finde ich gerade leider nichts..
Jaja der Odenwälder will wieder mitspielen!
Ok, dann folgendes:
In modernen Motoren werden eine Vielzahl von verschiedenen Metallen verbaut bzw deren Legierungen. Ich denke soweit sind wir uns ja noch einig?!
Da es zwischen verschiedenen Metallen immer (mal stärker mal schwächer) zu Kontaktkorrosion kommt sind hier Legierungen verbaut die nicht so leicht bzw gar nicht reagieren.
Nächster Punkt: Wenn die TBN=0 ist kommen wir in den sauren Bereich. Soweit so klar! Nur wird danach nicht schlagartig Schwefelsäure aus dem Öl.
Nächster Punkt: Die restlichen Additive verschwinden ja nicht plötzlich!
Darum habe ich nach Erfahrungen und Beweisen gefragt, weil Vermutungen bzw "Weisheiten" einfach als Fakt anzunehmen ist zwar leicht aber deswegen noch lange nicht richtig!
Ich will ja nicht wieder den Trabold oder ähnliche Filter ibs Gespräch bringen, nur kann bei diesen Intervallen die TBN > 0 sein?
Ich behaupte nicht alles zu wissen ( hab aber eine gute Grundlage 😉 ). Aber was ich behaupten kann ist, dass ich Dinge doch etwas komplexer hinterfrage!
Das hat nichts mit Intelligenz zu tun sondern einfach mit Erfahrung und Ausbildung. Warum da manche immer so ein Fass aufmachen? -> immer locker bleiben!
Zitat:
@aero84 schrieb am 10. Juni 2016 um 09:43:44 Uhr:
In den US dürfte es ziemlich eindeutig am Schwefel liegen:
EU: 10mg/kg
US: durchschn. 120mg/kg, max 300mg/kg (Benzin); 500mg/kg (Diesel), Diesel mit 15mg/kg sei aber gelegentlich verfügbar
Und da dachte ich, der Clean Air Act aus den USA wäre 1993 echt bahnbrechend gewesen. Aber mit der erlaubten 30-50-fachen Menge an Gesamtschwefel im Kraftstoff verbieten sich Low- und Mid-SAPS Öle bei handelsüblichen Wechselintervallen quasi von selbst.
Dafür halten aber dann die Diesel-Einspritzpumpen länger bzw. man benötigt weniger Additive im Diesel ... 😁