Welches Motoröl?
Hallo,
würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?
Gruß Gorge
Beste Antwort im Thema
Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.
Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.
Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!
Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.
Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.
Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(
Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.
Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.
Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.
Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.
Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:
"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:
http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf
Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:
"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:
http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html
Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)
Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.
Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.
Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.
Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!
Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.
Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.
Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!
Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.
Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.
Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)
Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)
Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)
107321 Antworten
Wenn grad die gesamten Kompetenzen da sind, was ist von vorsorglich zugebenen Dichtungspflegern zu halten?
Ich denke nicht dass der "Schwellprozess" 😉 so stark ist dass det Dichtring aus der eingelaufenen Nut wandert?
Das vormischen außerhalb des Motors ist bestimmt sehr sinnvoll macht die ganze Sache aber etwas kompliziert wenn man nur etwas nachschütten möchte. Z.B. Motor Protect als Nachfüllöl verwendet 🙂
Ich meine da muss man auch unterscheiden ob man VI -V oder andersweitige Stoffe zumischt. Aber das deswegen der Ölfilter deformiert wird halte ich für ausgeschlossen (bei qualitativ hochwertigem Filter), da sollte weit vorher das Bypassventil öffnen!
Zitat:
@2emBeine schrieb am 13. Februar 2016 um 14:13:56 Uhr:
Das vormischen außerhalb des Motors ist bestimmt sehr sinnvoll macht die ganze Sache aber etwas kompliziert wenn man nur etwas nachschütten möchte. Z.B. Motor Protect als Nachfüllöl verwendet 🙂
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Die Zugabe macht nur mit Frischöl Sinn. Dann verbleibt das Mirakel und das Öl ein Wechselintervall im Motor.
Bei den geringen Kosten, gutes Öl für 17+6€, wäre es töricht beim Opel am Ölwechsel zusparen, das Mirakel dem gealterten verschmutztem Motoröl zuzugeben.
Zitat:
@UTrulez schrieb am 13. Februar 2016 um 14:08:11 Uhr:
Bei Dir hängt echt die Schallplatte, Herr Addi-Oberpriester 😁
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Markengroupie
Zitat:
@2emBeine schrieb am 13. Februar 2016 um 14:13:56 Uhr:
Wenn grad die gesamten Kompetenzen da sind, was ist von vorsorglich zugebenen Dichtungspflegern zu halten?
Ich denke nicht dass der "Schwellprozess" 😉 so stark ist dass det Dichtring aus der eingelaufenen Nut wandert?
Das vormischen außerhalb des Motors ist bestimmt sehr sinnvoll macht die ganze Sache aber etwas kompliziert wenn man nur etwas nachschütten möchte. Z.B. Motor Protect als Nachfüllöl verwendet 🙂
Ich meine da muss man auch unterscheiden ob man VI -V oder andersweitige Stoffe zumischt. Aber das deswegen der Ölfilter deformiert wird halte ich für ausgeschlossen (bei qualitativ hochwertigem Filter), da sollte weit vorher das Bypassventil öffnen!
ich fühle mich zwar nicht als "gesamte kompetezen da sind . . ." ( allerdings könnte man bzgl. des wieder mal tollen beitrags von laurin wirklich zu dem schluss kommen . . . ) aber ich antworte dir natürlich dennoch gern ;-)
von dichtmittel zusätzen halte ich persönlich nichts . . . sollte es wirklich ein problem geben, mit simmerringen, oder ganzen Dichtungen, dann würde ich diese direkt tauschen.
ob durch irgendwelche zusätze das leben so manchen simmerrings, oder so mancher Dichtung signifikant verlängert werden könnte, wage ich zu bezweifeln.
nicht vergessen sollte man, das solche "zugaben" auch immer mit dem eigentlichen Motoröl bzw. seinen additiven interagieren könnten.
viele grüße
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Zum Thema Nockenwelle:
Wenn Stellen poliert aussehen dann liegt das daran das dort ein hoher Druck herscht. Hier werden die Mikrorauheiten geklättet. Alle Stellen die glänzen haben also eine hohe Druck(Pressung). Dadurch sind sie aber noch nicht kaputt. Die Härtung geht ja etwas in das Material, ist ja nicht nur eine Schicht wie eine Lackierung, wie Dick das ganze ist würde man an einem Schliffbild sehen.
Auf der Rückseite der Nocke herscht keine Kraftübertragung, da ist das Ventil zu. D.h. ist auch fast egal wie es dort aussieht. So lange da keine Ausbrüche sind. Wichtig ist das die Kontur und Werte stimmen.
Auch die Rollen der Kette bekommen immer nur stellenweise Kontakt. Das ist aber normal, weil keiner die Rollen auf 100% Maßhaltigkeit trimmt. Wichtig ist am Ende nur die Längung. Ist sie über das Maß hinaus was der Kettenspanner ausgleichen kann muss sie gewechselt werden. Und auch wenn der Kettenspanner noch reserve hat, kann sie zu starkt gelängt sein so das ein Überspringen droht. Das schlimmste ist das Anlassen, weil da kein Öldruck herscht. Je nach dem wie starkt die Feder im Spanner ist wird sie mehr oder weniger vorgespannt. Sonst ist abwürgen noch so ein Sache die Ketten nicht so mögen.
Schaut euch doch mal nur die Laschen an wie man da sie Stanzgrate sieht 😉
Zitat:
@Provaider schrieb am 13. Februar 2016 um 15:16:29 Uhr:
Zum Thema Nockenwelle:
Wenn Stellen poliert aussehen dann liegt das daran das dort ein hoher Druck herscht. Hier werden die Mikrorauheiten geklättet. Alle Stellen die glänzen haben also eine hohe Druck(Pressung). Dadurch sind sie aber noch nicht kaputt. Die Härtung geht ja etwas in das Material, ist ja nicht nur eine Schicht wie eine Lackierung, wie Dick das ganze ist würde man an einem Schliffbild sehen.
Auf der Rückseite der Nocke herscht keine Kraftübertragung, da ist das Ventil zu. D.h. ist auch fast egal wie es dort aussieht. So lange da keine Ausbrüche sind. Wichtig ist das die Kontur und Werte stimmen.Auch die Rollen der Kette bekommen immer nur stellenweise Kontakt. Das ist aber normal, weil keiner die Rollen auf 100% Maßhaltigkeit trimmt. Wichtig ist am Ende nur die Längung. Ist sie über das Maß hinaus was der Kettenspanner ausgleichen kann muss sie gewechselt werden. Und auch wenn der Kettenspanner noch reserve hat, kann sie zu starkt gelängt sein so das ein Überspringen droht. Das schlimmste ist das Anlassen, weil da kein Öldruck herscht. Je nach dem wie starkt die Feder im Spanner ist wird sie mehr oder weniger vorgespannt. Sonst ist abwürgen noch so ein Sache die Ketten nicht so mögen.
Schaut euch doch mal nur die Laschen an wie man da sie Stanzgrate sieht 😉
Jeder der mal eine neue Nockenwelle in der Hand hatte ( hatte ich schon oft ) weiß das das Material an den Nocken wie verchromt aussieht, das wird durch Gebrauch niemals geglättet sondern nur schlechter und rauher .
Bei optimalen Schmierverhältnissen und geringem Flächendruck bleibt die gehärtete glänzende Schicht der Nockenwellen auch über 100000 Kilometer noch erhalten .
Die Rautiefe wird durch mechanische Reibung nicht geglättet, zumal es sich um Einsatzstahl handelt. ..lg Michael
Ihr wisst aber schon wie die Arbeitsschritte Polieren und Läppen funktionieren? Das ist auch nur Verschleiß durch ungerichtet Körner in einer Suspension.
Und nicht jede Nockenwelle ist gleich. Manche werden gegossen, andere geschmiedet und die nächsten Gebaut. D.h. ist schon alleine daraus ersichtlich das man unterschiedliche Materialien verwendet.
Zitat:
@Provaider schrieb am 13. Februar 2016 um 15:16:29 Uhr:
Zum Thema Nockenwelle:
Wenn Stellen poliert aussehen dann liegt das daran das dort ein hoher Druck herscht. Hier werden die Mikrorauheiten geklättet. Alle Stellen die glänzen haben also eine hohe Druck(Pressung). Dadurch sind sie aber noch nicht kaputt. Die Härtung geht ja etwas in das Material, ist ja nicht nur eine Schicht wie eine Lackierung, wie Dick das ganze ist würde man an einem Schliffbild sehen.
Also ich persönlich kann noch nicht ganz glauben dass die Uhr für meine Nockenwelle schon tickt. Wie du sagst, geht die Härtung ja etwas ins Material. Und da die seitlichen Fasen vom stumpfen Ende der Nocken bis zur Spize hin noch fast perfekt parallel sind, und die Nocken auch nicht bombiert sind, kann ich das iergendwie nicht ganz glauben. Vor allem da ich bei dem Motor noch kaum von Nockenwellenproblemen gehört hab, und besonders diese Reihensechser haben doch meist Laufleistungen jenseits von Gut und Böse. Klar, Ausnahmen gibt es immer.
Zitat:
@Provaider schrieb am 13. Februar 2016 um 15:16:29 Uhr:
Auch die Rollen der Kette bekommen immer nur stellenweise Kontakt. Das ist aber normal, weil keiner die Rollen auf 100% Maßhaltigkeit trimmt. Wichtig ist am Ende nur die Längung. Ist sie über das Maß hinaus was der Kettenspanner ausgleichen kann muss sie gewechselt werden. Und auch wenn der Kettenspanner noch reserve hat, kann sie zu starkt gelängt sein so das ein Überspringen droht. Das schlimmste ist das Anlassen, weil da kein Öldruck herscht. Je nach dem wie starkt die Feder im Spanner ist wird sie mehr oder weniger vorgespannt. Sonst ist abwürgen noch so ein Sache die Ketten nicht so mögen.
Schaut euch doch mal nur die Laschen an wie man da sie Stanzgrate sieht 😉
Kann man die Längung der Kette eigentlich iergendwie mit abgenommenen Ventildeckel prüfen?
Bis zu meinem Finger (am angehängten Bild) liesen sich die Rollen nicht bewegen, danach wurden sie schon lockerer so dass man sie seitlich verschieben konnte. Muss aber dazu sagen, dass der Motor nun schon seit 3 Monaten steht. Bevor ich die Rollen an der Kette durchprobiert hab, hab ich ihn nicht durchgedreht, also ob die Spannung da nun so stimmt.....
Den unteren Spanner hab ich mal neu gegeben. Auf einem Foto von mir sieht man schön wie weit er ausgefahren ist.
Einen 2ten, neuen Spanner hab ich noch hier. Drückt man den neuen und den alten bis auf dieses Maß zusammen, merkt man dass der alte doch deutlich an Federkraft verloren hat. Insofern war der Tausch sicher kein Fehler.
Liege ich eigentlich richitg in der Annahme, dass die Ketten bei Automatik länger halten als bei Schaltern? Ein Abstellen des Fahrzeuges Bergauf mit eingelegtem 1. Gang (wie es immer viele machen) und somit Drehen des Motors in die falsche Richtung und dementsprechender Schlag auf die Kette beim Starten, sowie Abwürgen, ist hier ja nicht möglich.
Zu der obigen Diskussion mit der plötzlich auftretenden Undichtigkeit nach Umölen auf Addinol: Die M54 siffen ab einer gewissen Laufleisstung doch alle. VDD und Ölfiltergehäuse halten bei dem Motor nie länger als 200t km. Ich würd es als Zufall abstempeln.
Bist du dir sicher dass die Leitung zur Vanos Öl verliert? Denn das hängt dann bestimmt nicht mit dem Öl zusammen, da hier überall Kupferdichtungen verbaut sind.
Zitat:
@driver191 schrieb am 13. Februar 2016 um 15:34:11 Uhr:
Jeder der mal eine neue Nockenwelle in der Hand hatte ( hatte ich schon oft ) weiß das das Material an den Nocken wie verchromt aussieht, das wird durch Gebrauch niemals geglättet sondern nur schlechter und rauher .
Bei optimalen Schmierverhältnissen und geringem Flächendruck bleibt die gehärtete glänzende Schicht der Nockenwellen auch über 100000 Kilometer noch erhalten .
Warum ist dass dan bei mir umgekehrt? Die Spitze glänzt, der Rest ist etwas Matt. Ich hatte bisher leider nur gebrauchte Nockenwellen in der Hand, die genauso, wenn nicht schlimmer aussahen, wo die seitliche Fase zur Spitze hin schon dünner wurde. Daher fehlt mir da etwas der Bezug.
Zitat:
@mdriver10 schrieb am 13. Februar 2016 um 15:40:20 Uhr:
Die Rautiefe wird durch mechanische Reibung nicht geglättet, zumal es sich um Einsatzstahl handelt. ..lg Michael
Vorhin wurde bei meinen Nocken bemängelt dass die Oberfläche der Spitzen gleich aussieht wie die restliche Nocke. Denke das kam auf dem Bild schlecht rüber. Anbei eines wo man es besser sieht.
Besteht nach wie vor die Meinung dass die Welle die besten Zeiten hinter sich hat? Ich will hier keinem seine Meinung streitig machen, lasse mich gerne eines Besseren belehren. Ich frag nur lieber nochmal nach bevor ich jedesmal mit einem mullmigen Gefühl auf den Motor schau 😉
Nein die Längung der Kette wird mit Prüfrädern bei ein bestimmten Kraft(gibt der Kettenhersteller vor) gemessen. Es gibt vom Fahrzeughersteller meist eine Anweisung, wenn der Kettenspanner im X-Raste ist bzw im Stand xx mm ausgefahren ist, gilt das ganze als Verschließen. Dazu kann man die Verdrehung von NW zu Kurbelwelle auslesen im Steuergerät. Das wirft dir auch den Fehlercode um dich in die Werkstatt zu bringen 😉
Der Leerlauf wird auch schlechter mit Gelängter Kette und die Geräusche nehmen zu.
Die Nockenwelle ist noch lange nicht am Ende. Sie zeigt verschleiß, was man aber auch erwarten kann bei der Laufleistung.
Nockenwellen werden im Werk nicht poliert, sonder nur geschliffen(ich kann die schleifriefen sogar auf den Bilder sehen). D.h. kommt es zu diesen Polierefekten in ihrem Leben als NW. Allerdings ist das reine polieren der Spitzen nicht mit massiven Materialabtrag gleich zu setzen.
Lass dich nicht verrückt machen wegen der Nockenwelle. Sie hält bei guter Pflege mindestens noch einmal die selbe Laufleistung. DAS wird nicht das Problem sein weswegen der Motor/das Auto stirbt.
Bevor man mit Fachbegriffen wie Rautiefe um sich wirft sollte man auch wissen was es damit auf sich hat! Und glaub mir sie verändert sich.
Natürlich ändert sich die Rautiefe durch das bewegen der Nockenwellen, aber selten zum positiven, und ich brauche damit nicht um mich werfen , falls du mich meinst, Motoren Instandsetzung ist mein täglich Brot. LG Michael
Zitat:
@AE01a schrieb am 13. Februar 2016 um 13:32:26 Uhr:
🙂Abgesehen vom technischen Gehalt, den ich für hoch halte, ordne ich für mich den Beitrag in "Literatur" unter Philippika ein. Hatte das schon mal vor langer Zeit bei einem Beitrag von dir so empfunden. Das erzeugt bei mir Lesevergnügen.
Ich will das auch garnicht verneinen, daß meist eine leichte Bemühung vorhanden ist für den Rest der grad nicht eine drüber kriegt, es leicht unterhaltsam wirken zu lassen. Das ist für mich der Unterschied zwischen einer Hasstirade und einer ordentlichen Kopfwäsche 😉
@mdriver10
Derartiger mechanischer Einfluss, mit einem Schmierölfilm, kann auch zum Verdichten der Oberfläche führen. Per Auge sieht das dann glatter aus.
Die Idee von Laurin dagegen, wie du dich mal nennenswert einbringen könntest, finde ich nicht schlecht. Genau das Datenblatt würde mich auch sehr interessieren 🙂