24.10.2012 14:21
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volvosilke
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Kommentare (11)
anonym
Ich komme darauf, weil ich mich immer wieder frage, warum manche Leute so viel emotionale Energie in Foren und soziale Netzwerke stecken. Es soll hier vor allem um Menschen gehen, die man NICHT persönlich kennt!
Fast jeder Mensch, der ein "Onlineleben" führt, ist in Foren, sozialen Netzwerken und Chats unterwegs. Ganz schnell lernt man auf diese Weise tausend und mehr Leute "kennen".
Dann schreibt der eine User: "Mein Hund/bester Freund/Vater ist gestorben." Oder einer erzählt, wie er seinen Job verlor. Andere berichten von ihrer Erkältung.
Und es geschieht genau das, was erwartet wird: Mitleid und Mitgefühl werden ausgedrückt. Für teilweise vollkommen fremde Menschen, die man niemals gesehen oder auch nur mit ihnen telefoniert hat.
Mir wird immer nachgesagt, ich sei ein extrem empathischer Mensch, der sich voller Aufrichtigkeit mit anderen freuen und auch mit ihnen weinen kann. Das bezieht sich jedoch ausschließlich auf Menschen, die ich über längere Zeit PERSÖNLICH kenne. Wenn hingegen in irgendwelchen Foren jemand klagt oder jubelt, nehme ich das zur Kenntnis und wenn man von demjenigen schon öfter mal was gelesen hat, vielleicht auch etwas interessierter, aber ansonsten? ...der berühmte fernöstliche Jutebehälter, gefüllt mit weißen Körnern, der aus dem Gleichgewicht kommt...
Durch die Vielzahl der virtuellen sozialen Kontakte, welche man heute hat, wäre es da nicht sehr ermüdend, wenn man mit jedem trauern, lachen oder schimpfen würde? Und woher weiß man denn, dass derjenige die Wahrheit spricht? Ich könnte, nur weil ich Sehnsucht nach ein wenig Mitgefühl habe, ja ständig irgendwas behaupten. Unterschwellig unterstelle ich damit jedem mir nicht persönlich bekannten User, ein Fake zu sein, richtig.
Bei facebook warten einige Leute seit Monaten darauf, dass ich sie adde, aber da können sie auch noch Jahre warten, da ich sie nicht persönlich kenne. Es gibt Foren, über die man Leute kennenlernen kann, persönlich, live und in Farbe. Auf die Art und Weise bin ich fest in der Volvoszene verankert. Als ich dort kürzlich vom unerwarteten Tod eines langjährigen, etwa einmal jährlich gesehenen Bekannten hörte, hat mich das schwer getroffen. Als ich noch im Effjott-Forum aktiv war, kam dort auch die Meldung eines verstorbenen Users, dessen Beiträge ich oft und gerne gelesen hatte. Aber emotional ließ mich das vollkommen kalt.
Ist es also geheuchelt, wenn jemand, den man nie gesehen hat, auf die Mitteilung, er habe einen schweren Unfall gehabt, dutzende von mitfühlenden Antworten erhält? Oder ist das Höflichkeit? Ist heucheln höflich? Oder kann man tatsächlich mit jemandem fühlen, den man nicht kennt? (komisch, bei Fiktion, also Büchern oder Filmen, bin ich ganz groß dabei, was Mitgefühl angeht, dabei sind die unbekannten Personen dort nicht einmal real!!!) Ich schreibe ab und zu bei solchen Threads auch mal was Nettes rein, aber mir kommt es immer vor als würde ich demjenigen dabei ins Gesicht lügen. Und wenn ich etwas hasse, dann sind das Lügen.
Als ich hier über die Restaurierung meiner GT50 schrieb, wollte ich selbstverständlich auch positives Feedback. Manchmal schreibe ich auch einfach um des Schreibens Willen.
Wie empfindet ihr das? Würdet ihr in einem Forum, in dem ihr niemanden kennt, persönliche Dinge aus eurem Leben erzählen? Und was würdet ihr erwarten? Tipps? Mitleid? Aufbauende Worte? Und wenn jemand euch bemitleidet oder sich mit euch freut, könnt ihr das wiederum schätzen? Und wenn jemand, den ihr nicht kennt, euch im Internet beschimpft, geht das an euch?
Man merkt, ich halte es lieber mit realen Personen als mit virtuellen. Dass ich dennoch so oft schreibe, hat etwas mit einem beinahe zwanghaften Schreibwahn zu tun. |









