Zuheizer/Standheizung gut für motor oder doch schädlich?

Volvo

Hallo allerseits,

ich habe eine prinzipielle frage an alle Motorexperten:
Bisher bin ich davon ausgegangen dass eine Stanheizung (SH) für einen Motor gut ist da er ja keinen Kaltstart dann bewältigen muss. Nun meinte jedoch ein LKW Fahrer mit dem ich länger diskutierte, dass dem nicht so ist. Er argumentierte so: Wenn der Motor vollkommen kalt ist und die SH sich einschaltet, so wird ja das Kühlwasser relativ schnell erwärmt. Nun wird das Metall des Motorblocks in der Nähe des Kühlkanals schneller erhitzt als weiter entfernte Bereiche. Die dadurch entstehenden Spannungen können zu Rissen und folglich zum Motorschaden führen. Außerdem sei durch die unterschiedliche Ausdehnung das Spiel zwischen Kopf und Rupfteil nicht passend – folglich Belastung der Zylinderkopfdichtung. Soll angeblich bei Mercedes einmal zu solchen Problemen geführt haben, dass Motoren mit SH relativ schnell „krepierten“ während die ohne SH standfest waren.

Was meint Ihr dazu? Eigentlich ist für mich beides einleuchtend. Nur weiß ich jetzt nicht was mehr wiegt. Ich würde mich über Eure Meinung sehr freuen.

Schöne Grüße
Hannes

20 Antworten

Das Öl wird natürlich wesentlich schneller warm, da es die Wärme des Motors aufnimmt.

dankeschön

Bei Ebersbächer nachfragen? Na ja, die leben von den Standheizungen und werden kaum Nachteile aufzeigen.
Mit Kraftstoff betriebene Standheizungen müssen über eine Umwälzpumpe verfügen. Diese sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und ist meiner Meinung nach das beste was man dem Motor antun kann. Die elektrisch betriebenen halte ich für grenzwertig, einige heizen im Kühlwasser mit einer Art Patrone. Andere heizen von außen und sind mit einer Wärmeleitpaste an den Block gepappt. Ich halte letztere in kalten Ländern für essentiell um die Karre bei -30 Grad überhaupt starten zu können, für die Lebensdauer sind sie bestimmt nicht von Vorteil. Selbst mit einem Alublock sollte die Wärmeverteilung übel sein, der Grauguss hat einen schlechten Wärmeleitkoeffient und wird wahrscheinlich bei der einseitigen Aufheizung im kleinen Maßstab krumm. Die eine Ecke hat -10 Grad die beheizte Stelle dann 40 Grad, da werden die Laufbuchsen ja oval und Spannungen wofür der Motor nicht ausgelegt ist treten auf.

(klugscheiß on)
{Durch die relativ hohe Themperatur fängt das Wasser nicht an zu kochen da der Kühkreislauf ein geschlossenes System {ist und nicht mit der natürlichen Athmosphäre in verbindung kommt.

Das Wasser kocht nicht weil es nicht mit der Atm. in Berührung kommt sondern weil es unter Druck gehalten wird, siehe Dampfdruckkurve von Wasser. Das federbelastete Überdruckventil befindet sich am Ausgleichsbehälter und bewirkt eine Siedepunktverschiebung >100° Grad C.
Wenn dieses kaputt ist kocht das Wasser bei 100 Grad, in Verbindung mit einer Gebirgsfahrt auch schon bei 90 Grad (Siedepunktverschiebung < 100 Grad duch Luftdruckänderung).

(ks off)

Wahnsinn, was hier alles ein Unsinn steht :-)

"Es gibt keine zwei Kreise und die SH heizt quasi in den Kühler hinein" oh Gott oh Gott, was habt ihr komische Autos.

Back to the topic: Der Brummifahrer hat Recht. Aber ganz so streng sollte man es nicht sehen. Du tust deinem Motor auf jedenfall besser, wenn du ihn mit der SH vorheizt. Was du wissen solltest ist, dass der Motor nur stellenweise betriebswarm ist, auch wenn die Kühlmittelanzeige auf Normaltemp steht. Wenn du also glaubst, gleich volle Granate losknallen zu können, weil der Motor ja bereits betriebswarm ist, ist das ein Irrtum der dich teuer zu stehen kommen kann. Weil es so ist, wie der Brummifahrer sagt, solltest du trotz "vor-(!) nicht "durch-" gewärmten Motor ganz normal, wie immer warmfahren. Zart und leicht, ruhig den Motor drehen lassen, aber ihn nicht stark belasten (blos nicht). Dann kann die Wärme schnell in alle Teile übergehen. Dein Verbrauch ist natürlich vom Start weg gering, weil er vom Motor als "Warmstart" empfunden wird. Nur braucht es sein Zeit (wenigstens ein paar Minuten) bis sich alle Temperaturen auf Betriebsniveau eingespielt haben. Öl braucht ja noch länger um vernünftig auf min. 80° zu kommen. Von daher würde ich vor 5km nicht über 4000 U/min drehen und auch kein Vollgas bei geringeren Drehzahlen geben. Der Motor soll nicht viel Drehmoment einsetzen müssen. Ganz im Gegensatz zur sparsamsten Fahrweise, wenn der Motor warm ist. Persönlich gehen ich während der Warmfahrfase auch nicht über 3000 U/min. Allerdings bleibe ich auch nicht sehr weit darunter, damit der Motor schnell warm wird. Sonst ist die Verschleißzeit zu lang.

Noch ein Tipp, damit das Kühlwasser mit der SH besser warm wird: Schalte mal auf 23° und UMLUFT 😉

Du wirst staunen

Herzliche Grüße
Kai

P.S.: Ob Brummifahrer wirklich die schlimmeren Arschgurken sind als die Jokeys von PKWs? Na ja, bei den Cabaleros mit denen ich mich täglich beschäftigen darf, wage ich es doch arg zu bezweifeln. Zwar sind auch unter den dicken ein paar Idioten, aber die kleinen sind eindeutig in der Überzahl.

Ähnliche Themen

Tolle Meinungen echt.

Die Vorteile einer Standheizung überwiegen maßgeblich.

Spannungsrisse im Motorblock durch eine Standheizung ist doch totaler blödsinn.

Das alleinige Risiko besteht darin, bei einer nicht ausreichenden dimensionierung der Energieversorgung (Batterie) diese dann leer
wäre.

Es gibt nichts besseres als eine SH, es wird tatsächlich nicht der Motor, sondern das Kühlmittel (bei den meißten) des kleinen Kühlkreislaufes vorgewärmt. die wärme verteilt sich durch eine eingebaute Z- Pumpe der SH. So das die Wärme sich auf alle Bauteile des Motors inkl. Schmieröl überträgt.

Der Aufwärmvorgang dauert in der Regel 30 min. in dieser Zeit wird das Kühlmittel ca 50 bis etwa 70°C warm, d.h. es werden keine Risse im Material auftreten da der Motorblock gleichmäßig erwärmt wird.

Es soll ja nur der Kaltstart überwunden werden. Okay als nebeneffekt ein Warmer innenraum.

Ich kann Sie nur empfehlen ist Ihr Geld wert, es gibt keinen Mehrverbrauch an Kraftstoff, da der Motor in der Warmlaufphase ein Vierlfaches mehr verbraucht als die SH in den 30 min.

soviel dazu.

Das einzigste was ich mir vostellen kann, wobei Spannungsrisse entstehen können wären diese Kontaktheizelemente eines Finnischen oder Schwedischen Herstellers, diese an den Motorblock angeflanscht werden und mit 220 V betrieben werden müssen.

Wenn man logisch denkt bringt die Standheizung nur Vorteile und für den Motor ist es bestimmt Gesünder.

Hier ein Bericht: http://www.wissenswertes.at/index.php?id=auto-standheizung

Deine Antwort
Ähnliche Themen