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Zentralverriegelung reagiert nicht Ursache festgestellt

Mercedes SL R230
Themenstarteram 2. Febuar 2013 um 21:12

Hallo,

ich hatte hier über das Problem mit der Zentralverriegelung berichtet (Durchbrennen der Sicherung bei Betätigung der ZV). Ich habe jetzt Zeit gehabt, die Steuerung der Zentralverriegelung zu zerlegen und möchte euch das Ergebnis bzw. die Ursache für den Fehler der ZV mitteilen. Seht auch die Bilder im Anhang: Bild 1: Die Steuerung sitzt im Kofferraum unter der Hydraulikpumpe für das Variodach. Ausbau für Bastler: Die 4 Muttern in jeder Ecke der Pumpe lösen (SW10). Pumpe für Variodach hochnehmen und festbinden, damit man die Steuerung für die ZV herausnehmen kann. Elektrische Stecker abziehen (2 Stück) und Pneumatikleitungen markieren, damit sie beim Einbau nicht vertauscht werden. Pneumatikleitungen abziehen. Die Leitung mit dem Filter ist die Ansaugleitung und braucht nicht entfernt werden. Bild 2: Ausgebaute ZV-Steuerung. Die Steuerung ist wie eine Tupperdose verschlossen. Der Deckel kann durch Ziehen geöffnet werden. Bild 3: Im Inneren kann man die Platine für die Steuerung der ZV (und Variodach), die Ventile und die Pumpe sehen. Die Pumpe ist nichts anderes als ein Elektromotor mit einem Gehäuse in dem ein Rotor rotiert und den Luftdruck für die Schlösser erzeugt. Bild 4: Alle Schrauben am Kopf der Pumpe lösen, Deckel abnehmen und man sieht den freigelegten Rotor und auch gleich das Problem: Der Rotor ist zertrümmert!! Er blockiert so den Motor, Motor arbeitet gegen an, zieht mehr Strom und Sicherung brennt durch. Bild 5: So sollte der Rotor aussehen. Bild 6: So sieht der Rotor jetzt aus. Ein Konstruktionsfehler! Der Rotor ist aus einem keramischen Kunststoff und für die Belastung hoffnungslos zu schwach ausgelegt.

Es hat also nichts mit einem Wasserschaden zu tun. Die Steuerung/Pumpe war absolut trocken. Leider ist es wohl kaum möglich nur den Rotor zu bekommen, ein 50Cent-Teil.

Bei Mercedes kostet die Steuerung 780€ + Steuer!

Mein Wagen hat ganze 40000Km gelaufen. Und ich soll jetzt alle 3 Jahre eine neue Steuerung für 1000€ kaufen. Mercedes wird diesmal einen Brief von mir erhalten…

Gruß Volker

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31 Antworten

Mit der Schlussfolgerung das der Rotor hoffnungslos

zu schwach ausgelegt ausgelegt ist, liegst du daneben.

Den Grund muß man in den Lamellen suchen bzw.

warum die gefressen haben. Normalerweise

läuft der Rotor ohne nennenswerte Reibung der Lamellen

und nur ein unnormaler Betreibszustand wie z.B.

Dauerlauf ( über 60 sek. ) oder Schmutz erhöhen

die Reibung drastisch.

Dann wird eine Lamelle an der Aussenwand fressen und

daraufhin zerreißt es den Rotor.

 

Einen Grund könnte es noch geben : Materialfehler im

Rotor, aber das ist eher unwahrscheinlich.

 

Gruß Fred

Zitat:

Original geschrieben von stumpf001

Hallo,

ich hatte hier über das Problem mit der Zentralverriegelung berichtet (Durchbrennen der Sicherung bei Betätigung der ZV). Ich habe jetzt Zeit gehabt, die Steuerung der Zentralverriegelung zu zerlegen und möchte euch das Ergebnis bzw. die Ursache für den Fehler der ZV mitteilen. Seht auch die Bilder im Anhang: Bild 1: Die Steuerung sitzt im Kofferraum unter der Hydraulikpumpe für das Variodach. Ausbau für Bastler: Die 4 Muttern in jeder Ecke der Pumpe lösen (SW10). Pumpe für Variodach hochnehmen und festbinden, damit man die Steuerung für die ZV herausnehmen kann. Elektrische Stecker abziehen (2 Stück) und Pneumatikleitungen markieren, damit sie beim Einbau nicht vertauscht werden. Pneumatikleitungen abziehen. Die Leitung mit dem Filter ist die Ansaugleitung und braucht nicht entfernt werden. Bild 2: Ausgebaute ZV-Steuerung. Die Steuerung ist wie eine Tupperdose verschlossen. Der Deckel kann durch Ziehen geöffnet werden. Bild 3: Im Inneren kann man die Platine für die Steuerung der ZV (und Variodach), die Ventile und die Pumpe sehen. Die Pumpe ist nichts anderes als ein Elektromotor mit einem Gehäuse in dem ein Rotor rotiert und den Luftdruck für die Schlösser erzeugt. Bild 4: Alle Schrauben am Kopf der Pumpe lösen, Deckel abnehmen und man sieht den freigelegten Rotor und auch gleich das Problem: Der Rotor ist zertrümmert!! Er blockiert so den Motor, Motor arbeitet gegen an, zieht mehr Strom und Sicherung brennt durch. Bild 5: So sollte der Rotor aussehen. Bild 6: So sieht der Rotor jetzt aus. Ein Konstruktionsfehler! Der Rotor ist aus einem keramischen Kunststoff und für die Belastung hoffnungslos zu schwach ausgelegt.

Es hat also nichts mit einem Wasserschaden zu tun. Die Steuerung/Pumpe war absolut trocken. Leider ist es wohl kaum möglich nur den Rotor zu bekommen, ein 50Cent-Teil.

Bei Mercedes kostet die Steuerung 780€ + Steuer!

Mein Wagen hat ganze 40000Km gelaufen. Und ich soll jetzt alle 3 Jahre eine neue Steuerung für 1000€ kaufen. Mercedes wird diesmal einen Brief von mir erhalten…

Gruß Volker

Volker, Gratulation! Wunderbarer Beitrag.

Gruß Willy

Also denke auch Materialfehler oder irgendwas wie Schwergängigkeit durch Schmutz oder ähnlichen hat das Teil zerstört.So wie es aussieht ist der Rotor aus Kunststoff,ich würde die Teile erst versuchen mit zwei Komponenten Kleber wieder zusammen zu kleben bevor ich 1000,- E für eine neue Einheit ausgebe.

Oder Gebraucht kaufen,hab mir auch so ein Steuergerät gebraucht auf Reserve gelegt weil ich auch schon mit der Zentralverriegelung probleme hatte,nur beim ersten mal hatte ich noch das Glück das der Händler wo ich den Wagen gekauft hatte mir das Teil kostenlos von einem anderen SL-Gebrauchtwagen in meinen eingebaut hat.Bisher ist Ruhe,aber so wie man hier nachlesen kann gibt es immer wieder mal mit der ZV-Steuereinheit Probleme.

Themenstarteram 3. Febuar 2013 um 15:32

Hallo,

@Willy: Danke

@Fred und Achim:

Ja, das habe ich auch schon gedacht, daß da ein Fremdteil den Rotor zum Platzen gebracht hat. Nur woher? Am Eingang der Pumpe ist ein kleines Sieb. Ich habe schon den Verdacht, daß das Gehäuse zu eng gebaut ist. Der Rotor schleift am Gehäuse (Schleifspuren sind zu sehen). Im Sommer kein Problem, aber im Winter friert das Gehäuse ein, es schrumpft bei Kälte und der Rotor klemmt ein und der Motor zerbricht ihn. Für die Theorie würde auch sprechen, daß ich noch nie Probleme hatte, da ich den Wagen bisher immer nur im Sommer gefahren habe. Dies ist sein erster Winter.

Ich will und kann den Rotor leider nicht kleben, da 1. der Rotor aus einem keramischen oder Graphitartigen Stoff ist und ich vermute, daß das nicht hält. Und 2. Der Kleber bis auf Null zusammengedrückt werden müßte, da alles sehr eng verbaut ist, und 3. Wenn der Kleber nicht hält und zerbricht, daß mir dann Kleinteile in die Schläuche zu den Schlössern wandern und diese verstopfen.

Gruß Volker

Das stimmt mich nachdenklich....

Der Rotor könnte eigentlich Spiel haben, da nur die

Lamellen Kontakt mit der Aussenwand haben sollen.

Ich würde mal den Durchmesser des Rotors messen

(wenn es noch möglich ist) aber 0,5 mm kleiner 

sollte er sein. Ich denke die Schleifspuren sind die

von mir vermuteten Spuren der Lamellen das ist

aber normal, denn sie werden durch die Fliehkraft

an die Aussenwandung gedrückt und haben da natürlich

auch eine Reibung die Spuren hinterlässt. Wenn der

Rotor wirklich an der Aussenwand schleift ist ggf.

die Wellenlagerung zum Herrn. Ich würde dieses Teil

einem  Metallverarbeiten Betrieb geben und um einen

Nachbau bitten. Das ganze sollte mit einem Fuffi

erledigt sein.... Wichtig an der Pumpe ist eigentlich

die glatte Aussenwand, und der Zustand der Lamellen

So eine Pumpe ist eigentlich unkaputtbar, es sei denn

sie bekommt Schmutz oder zu lange Laufzeiten.. Da sie

keine Schmierung hat ist sie da etwas empfindlich..

Das Material der Lamellen / Aussenwand dürfte zwar

grundsätzlich dafür ausgewählt sein, aber in engen

Grenzen. Sieh dir mal die Ölfreien Kompressoren an,

wenn man die Hobbygeräte längere Zeit laufen lässt

als zulässig  ( 10 min Druck 15 min Pause )  kann

man darauf warten das die Kolben klemmen und dann

ist Schluss mit Druckluft..

 

Gruß Fred

 

Ich habe mir gerade mal den Rotor angesehen....

 

Wie ist der den mit der Anriebswelle verbunden ?

 

Ich sehe keine Passfeder.. Wenn das so ist

 

kann man der Rotor nicht mal eben nachbauen.

 

 

 

Gibt es Fotos wo man sieht wie der Kraftschluss

 

Welle / Rotor ausseieht ?  Wenn alles glatt ist

 

dürfte er aufgeschrumpft sein... Dann wäre

 

auch ein Produktionsfehler denkbar.

 

Passung Bohrung / Welle 1-2  1/100 mm zu eng

 

kann das Material überbeanspruchen und der

 

Rotor zerbricht....

 

 

 

Es fängt an mir Spaß zu machen :-))

 

 

 

 

 

Gruß Fred

 

 

 

Super Beitrag. Bin gespannt, ob der Rotor einzeln bezogen werden kann.

Wer ist denn der Hersteller der Pumpe?

Themenstarteram 4. Febuar 2013 um 6:58

Zitat:

Original geschrieben von VTXFred

Ich habe mir gerade mal den Rotor angesehen....

Wie ist der den mit der Anriebswelle verbunden ?

Ich sehe keine Passfeder.. Wenn das so ist

kann man der Rotor nicht mal eben nachbauen.

Gibt es Fotos wo man sieht wie der Kraftschluss

Welle / Rotor ausseieht ?  Wenn alles glatt ist

dürfte er aufgeschrumpft sein... Dann wäre

auch ein Produktionsfehler denkbar.

Passung Bohrung / Welle 1-2  1/100 mm zu eng

kann das Material überbeanspruchen und der

Rotor zerbricht....

Es fängt an mir Spaß zu machen :-))

Gruß Fred

Hallo Fred,

erst mal vielen Dank für deine Bemühungen. Die Antriebswelle vom Motor hat einen kleinen Mitnehmer, so eine Art Zapfen. Der Rotor ist also nicht aufgeschrumpft. Aber es ist tatsächlich möglich, daß der Motor ständig läuft, weil die Ansteuerung eventuell defekt ist. Ich werde heute die Steuerung mit Motor (ohne Rotor) nochmal anschließen und sehen ob der Motor ordnungsgemäß, nur beim Schliessen dreht. Ich berichte dann davon.

@thurma: Danke, im Internet bin ich leider nicht fündig geworden. Ich will diese Woche nochmal bei MB nachfragen. Bisher habe ich nur nach der gesamten Steuerung gefragt. Hoffnung habe ich allerdings nicht.

@db-fuchs: Sie ist von Bosch, so wie die gesamte Steuerung. Wieso fragst du, gab es auch einen anderen Hersteller?

Gruß Volker

 

Ok, das macht die Sache einfacher,

Das die Pumpe im Dauerlauf arbeitet kann

auch durch eine kleine Undichtigkeit an den

Leitungen und gerne auch an den T-Stücken

entstehen. Dann wird der vorgegebene Druck

nicht erreicht und schon gibt´s ein Problem.

 

Gruß Fred

Themenstarteram 5. Febuar 2013 um 7:21

Hallo,

ich habe gestern mal die Steuerung mit "offener Pumpe" angeschlossen. Ich konnte so sehen, ob und wie lange der Motor sich dreht. Beim Öffnen und Schliessen drehte der Motor ca. 10 Sekunden. Auffällig war, daß erst nach dem Abschalten die Spiegel eingefahren wurden. In der Steuerung ist auch ein Drucksensor vorhanden. Dies bedeutet, daß der Motor druckgesteuert arbeitet aber nach einiger Zeit abschaltet, wenn kein Druck aufgebaut wird.

Einen Defekt der Pumpe, wegen zu langer Laufzeiten schliesse ich daher aus, zumal ich dann wahrscheinlich auch ein Batterie-Entlade-Problem gehabt hätte (Motor ohne Rotor und Ventile zieht schon 0,8A).

Zunächst sah es so aus, als würde die Sicherung nur durchbrennen, wenn ich den Kofferraum schliesse, dies war aber nur ein Zufall.

Meine anfängliche Vermutung, daß der Rotor zu schwach ausgelegt ist, schliesse ich auch aus, da der Rotor wahrscheinlich erst nach meinen Tests zerbrochen ist und nur eine Folgeerscheinung vom eigentlichen Problem ist: Der Rotor besteht aus einem Gemisch aus Kunststoff und Graphit. Graphit hat eine schmierende Wirkung ohne zu ölen. Der Rotor ist plan im Gehäuse mit den Lamellen eingebaut, er schleift also am Gehäuse. Im Laufe der Zeit nutzt sich die oberste Graphitschicht ab. Dies kann man auch am Ausgang der Pumpe erkennen, dort sind "Schmauchspuren" zu sehen. Wenn sich die Graphitschicht abgenutzt hat, setzt sich der Rotor fest. Vorzugsweise im Winter, da sich das Gehäuse bei Kälte wahrscheinlich zusammenzieht und den Rotor noch fester „im Griff hat“. Die fehlende Schmierung erledigt dann den Rest. Die Vakuumpumpe ist also ein Verschleißteil. Deshalb kann ich niemanden Empfehlen eine gebrauchte Steuerung zu kaufen. Ich komme also nicht drum herum eine neue Steuerung zu kaufen.

Gruß Volker

So weit so gut....

Aber ich denke die Laufzeiten lassen sich beliebig oft

wiederholen bis die Kiste qualmt bzw. die Sicherung.....

 

Die Sache mit dem null Spiel Rotor / Deckel ist auch

noch ein Thema...

Der Ausdehnungskoeffizient bei Kunstoffen ist zwar

ein vielfaches höher als bei Stahl, aber ich denke

ein Konstrukteur wird das berücksichtigen. 

Bei deiner Pumpe ist die Gretchenfrage was war

eher da die Henne oder das Ei...

 

Ich tippe weiter auf "laufen bis der Qualm kommt"

Untersuch mal ob ein mehrfaches Starten der Pumpe

möglich ist.

 

Gruß Fred

 

Themenstarteram 5. Febuar 2013 um 12:23

Zitat:

Original geschrieben von VTXFred

So weit so gut....

Aber ich denke die Laufzeiten lassen sich beliebig oft

wiederholen bis die Kiste qualmt bzw. die Sicherung.....

...

Ich tippe weiter auf "laufen bis der Qualm kommt"

Untersuch mal ob ein mehrfaches Starten der Pumpe

möglich ist.

Das wäre dann aber eine vorsätzliche Zerstörung.

Man öffnet und schliesst den Wagen ja nicht ständig.

Zitat:

Die Sache mit dem null Spiel Rotor / Deckel ist auch

noch ein Thema...

Das muß so sein, weil sonst die Luft im Gehäuse nicht genug komprimiert werden würde. Ich habe von jemanden gehört, dass er eine ausgebaute, gebrauchte Pumpe hat, die zwar noch läuft, aber beim Starten zunächst 30A zieht. Ein klares Indiz dafür, dass der Rotor nicht mehr richtig geschmiert wird.

Zitat:

Der Ausdehnungskoeffizient bei Kunstoffen ist zwar

ein vielfaches höher als bei Stahl, aber ich denke

ein Konstrukteur wird das berücksichtigen. 

Wenn die Konstrukteure alles berücksichtigen würden, dann würde die Pumpe bei niemanden kaputt gehen. Die Konstrukteure haben die klare Vorgabe, dass die Produkte die Garantiezeit überleben müssen. Alles andere ist optional.

Gruß Volker

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