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Wie weit geht Gastfreundschaft?

Themenstarteram 9. Oktober 2018 um 11:34

Vielleicht überfordere ich jetzt manche Motortalker, weil das Thema stark Off-Topic geht, aber es heißt ja hier in der Reiseforum-Einleitung u.a. „Es gibt viel zu erzählen: die schönen Dinge und die, vor denen man andere warnen möchte!“

Außerdem wird ja niemand gezwungen, den Text zu lesen.

Auf Motorradreisen lernt man Leute kennen. Motorradfahrer sind eine Gemeinschaft, man trifft sich wieder, schließt Freundschaften und lädt sich gegenseitig ein. Wenn ich weiter weg fahre, freu ich mich, wenn dann bei diesen Freunden übernachten kann, ich freu mich auch, um das mal vorweg zu stellen, wenn ich Besuch komme. Meine Frau ist sehr tolerant, unsere Wohnmöglichkeit lässt Übernachtungsbesuch zu, Kinderzimmer ist längst frei.

So weit, so gut.

Jetzt mein Problem. Ich erwarte ehrlich gesagt, nicht eine Lösung hier. Mich interessiert nur eure Erfahrung, ob ihr so etwas auch schon erlebt habt, wie ihr damit umgegangen seid.

Ein Motorradfreund, den ich echt schon sehr lange kenne, aber ebenso selten sehe, weil er am anderen Ende Deutschlands lebt, kommt gelegentlich vorbei, übernachtet auch. Meine Frau mag ihn, ich auch.

Eigentlich.

In den letzten beiden Jahren kam er immer öfter, und blieb auch immer länger. Ist schon mal ne ganze Woche geworden. Sein Benehmen hat sich allmählich von dem eines besuchenden Freundes zu dem eines Hotelgastes gewandelt. D.h. zum Essen anwesend sein, danach sich zurückziehen, d.h. sich ungefragt selbst zu bedienen, d.h. das bereitgestellte Zimmer nach und nach wie ein eigenes Zimmer zu sehen, indem man persönliche Dinge bis zum nächsten Besuch einfach dalässt.

jetzt kann man sagen, selber Schuld, sowas gehört klar angesagt, dem gehören deutlich Grenzen gesetzt. Das ist korrekt, allerdings muss ich sagen, dass ich, war ich mit dem Motorrad in seiner Gegend, von ihm ebenfalls immer offen und freundlich aufgenommen wurde, und ich auch schon mal ein paar Nächte dort übernachtet habe.

Jetzt wurde allerdings dem Ganzen noch eins draufgesetzt: Besagter Motorradfreund hat Verwandtschaft, die habe ich kennengelernt, aber nie mehr mit ihr zu tun gehabt. Jetzt hat sich diese verwandte Person, die ich kaum kenne, letzte Woche bei uns gemeldet und ihren Besuch angekündigt. Meine Frau und ich waren etwas überrascht, aber da wir gastfreundlich sind , haben wir die Person aufgenommen. Ich fass mich jetzt kurz, nach fünf Tagen erfolglos durch die Blumen sprechen, mit Zaunpfählen winken und letztendlich einem lauten Machtwort hab ich sie auf die Straße gesetzt.

Puh. Das war dieses Wochenende, wie gesagt, ich suche hier keine Problemlösung, ich wollte, weil mir die Empörung immer noch in den Gliedern sitzt, mir das einfach mal von der Leber reden, und wissen, ob ihr schon ähnliche Erfahrungen mit solchen unlieben Gästen gehabt habt. Wie macht ihr da, wenn sich jemand - muss ja kein Motorradfahrer sein - der sich ankündigt, den ihr eigentlich gar nicht haben wollt. Ist ein „Komm-vorbei-wenn-du-mal-in-der-Gegend-bist“ eine Übernachtung-Einladung? Ist ein „Kannst-gerne-bei-uns-übernachten“ eine Höflichkeitsfloskel für eine Nacht, oder lässt das auch mehrere Tage zu?

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13 Antworten

Ich verstehe Dich.

Als Vermieter ähnliche Erfahrungen gehabt.

Schließlich legte der Langzeit-Gast des Mieters (mutmaßlich unabsichtlich) einen Brand!

Jaja, die Versicherung zahlt einen Teil. Aber Spaß machte mir das trotzdem nicht. (Dem Mieter auch nicht, denn sein Hausrat war sein Problem.)

Ich habe bisher schon einige Male einsame Motorradfahrer bei mir aufgenommen, auch aus dem Forum.

Sofern sich das auf Abendessen Übernachtung, Frühstück und "Tschüss!" beschränkt, und nicht zu häufig passiert, ist das durchaus eine bereichernde Erfahrung. Mehrere Tage, das macht a) meine Leber nicht mit, b) mein Geldbeutel und C): Wenn das nicht ausgesuchte gute Freunde sind, wirds schnell ätzend.

Also, wie weit geht die Gastfreundschaft? Bei Unbekannten bis wenig Bekannten eine Nacht, nur bei guten Freunden auch länger. Aber wie immer, hängt das davon ab....idR haben meine Gäste genug Takt und Einsicht, dass auch mehrere Tage kein Problem sind (Einkaufen, auch Kochen oder finanzielle Beteiligung)

Angeblich "verborgen" Eskimos ja auch ihre Frauen. ... oder sagt man Inuit?

I nuit, also eine Nacht :D nicht schlecht.

Soweit geht meine Gastfreundschaft nicht. Aber die Menschen sind verschieden.

Wer in meinem Haus schläft, muss ein guter Freund sein. Bloße Bekanntschaft reicht nicht aus.

Ich hab da mehrere Beispiele aus eigener Erfahrung:

a) Der Freund, der sich von seiner Frau getrennt hat (seine Frau gehört ja auch zu den Freunden) und der eine Bleibe braucht, bis er eine eigene Wohnung gefunden hat. Das kann schon sechs bis acht Wochen dauern.

b) Das befreundete Ehepaar, das 600 km entfernt wohnt, mit dem man einen gemeinsamen Urlaub (2 Wochen Hausboot) plant und man sich schon mal beschnuppern kann, wie es ist, ein Bad zu teilen. Dabei hatte das Hausboot zwei getrennte Sanitärbereiche.

c) Die Engländer, Motorradfahrer, in den Alpen kennen gelernt, eingeladen um ihnen Berlin zu zeigen (die mögen keinen Fußball und trinken keinen Alkohol). Die sind so anständig und zurückhaltend, ja, britisch unterkühlt, dass das auch irgendwie langweilig ist.

Engländer sind übrigens der Meinung „my home is my castle“ und lassen niemanden bei sich übernachten. Wer das dann doch darf, ist die absolute Ausnahme und wirklich ein bester Freund!

d) Diverse „Übernachtungen“, weil keiner mehr in der Lage war, nach Hause zu fahren.

Letztendlich ist man aber froh, wenn der „Normalzustand“ wieder hergestellt ist.

Wir werden alt...Du darfst aber gerne mal bei mir übernachten, wenn sich das ergibt.

 

 

*Und Du nicht zu lange bleibst :D:D

Sich den Frust von der Seele schreiben hilft schon mal. ;)

Mit Besuch ist es wie mit Fisch:

Nach 3 Tagen muss er weg, sonst fängt er an zu stinken!

:D:D:D

Themenstarteram 10. Oktober 2018 um 21:57

Zitat:

@Quaeker schrieb am 9. Oktober 2018 um 16:51:41 Uhr:

Mit Besuch ist es wie mit Fisch:

Nach 3 Tagen muss er weg, sonst fängt er an zu stinken!

:D:D:D

Den gleichen Spruch hat mein Sport-Trainingpartner, der Psychologe ist, auch gesagt. Ich hab ihm die Geschichte erzählt. Er meinte, das ist normal, wenn man Besuch hat, dann wird man eingeschränkt. Im Alltag hat man kleine Feinheiten, die lebt man aus, die gehören dazu, aber wenn Fremde da sind, dann werden diese Feinheiten zurückhalten. Mein Psychologenfreund hat diese Feinheiten nicht beim Namen genannt, aber ich kann mir sie vorstellen. Das kann man eine kurze Zeit lang unterdrücken, aber irgendwann stresst das. Genauso andersrum: Die Gäste haben Eigenheiten, das erträgt man, aber nach ner Weile nerven die . Drei Tage. Mehr nicht. Solche Sprüche kommen nicht von ungefähr. Leider hat sich, während dieser Thread noch läuft, besagter Freund schon wieder angekündigt, keine Woche nachdem seine Verwandtschaft vor die Tür gesetzt wurde ....

Sag ihm ab.

Ich habe in solchen Fällen nicht nur den Anreise- sondern immer auch den Abreisetag festgelegt, und zwar verbindlich. Und tatsächlich nie länger als 3 Tage.

Frag Deinen alten Kumpel doch einfach mal wie lang er zu bleiben gedenkt und sag ihm offen wenn es Dir/Euch zu lang ist.

Die Geschichte von der Bekanntschaft, die Du raus geschmissen hast, würde ich ihm auch erzählen, da diese das offensichtlich verschwiegen hat.

Zitat:

@Martin Gunslinger schrieb am 10. Oktober 2018 um 21:57:13 Uhr:

Mein Psychologenfreund hat diese Feinheiten nicht beim Namen genannt, aber ich kann mir sie vorstellen. Das kann man eine kurze Zeit lang unterdrücken, aber irgendwann stresst das.

Mich stresst sowas nach max. zwei Nächten.

Länger lasse ich keinen Besuch bei uns übernachten, nicht einmal gute Freuden.

Eine Freundschaft lebt davon das sie gegenseitig mit leben erfüllt und interessant gehalten wird.

Ein Gast der sich in "sein" Zimmer zurück zieht, möchte nicht mit dir kommunizieren und kann auch im Hotel schlafen.

Ein echter Freund hat sofort Verständnis wenn es dir mal nicht passt, oder du einen Termin mal absagen musst. Eine echte Freundschaft lebt u.a. von Offenheit, welche auch in beide Richtungen gehen sollte.

Das Verhalten deines "früheren Freundes" (ein Ausdruck meiner dänischen Arbeitskollegen, welchen ich gerne übernommen habe .. ) , ist darauf ausgerichtet Euch auszunutzen.

Frage;

Glaubst du das er sich bei dir melden wird, auch wenn du die Übernachtung absagst?

Zeigt er wirkliches Interesse an Euch und euren Lebensumständen?

Wenn nicht, dann tue dir bzw. Euch den Gefallen und sagt ab!

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